16 Talsperren Rundfahrt mit Spoocha

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Gestern fand die 20. Internationale 16 Talsperren Rundfahrt des Skiclub Gevelsberg statt.

Wie ich letztes Jahr schon schrieb: Eine Strecke (oder mehrere Strecken, von 47 bis 151 km für die RTF-Runden und 220 km für die Marathon-Runde), von kundiger Hand über reizvolle Straßen durch das Bergische und das Sauerland (bis zur Biggetalsperre für die Marathon-Strecke) vorbei an den Talsperren der Region geplant, dass sollte man sich nicht entgehen lassen.

Abfahrt vom Damm der Bever-Talsperre Richtung Beverteich.

Abfahrt vom Damm der Bever-Talsperre Richtung Beverteich.

Eigentlich wollte ich die Marathon-Strecke unter die Pneus nehmen. Aus den Kommentaren in der Coffeeride-Gruppe wurde aber in der Vorwoche mehr und mehr deutlich, dass die 150er Strecke aus diversen Gründen mehr und dann fast ausschließlichen Zuspruch empfing. Naja, da fiel die Wahl nicht all zu schwer: Einerseits war mal wieder mit Regen zu rechnen zum zweiten konnte man für die 150er Strecke etwas später starten und zum dritten konnten wir uns so noch mal gemeinsam in größerer Runde treffen und fahren.

8x Spoocha auf der Staumauer der Ennepetalsperre

8x Spoocha auf der Staumauer der Ennepetalsperre

So trafen sich dann morgens um 08:30 Uhr mehrere “Spoochies” ;-) um zu elft auf die Große RTF-Runde aufzubrechen. Zwei davon wollten schon vom Start weg die 120er Runde fahren, ein dritter entschied sich aus aktuellen Befindlichkeiten (Erkältung) ebenfalls dazu.

Praktischerweise konnten wir so auch ordentlich Kilometer im Rahmen der diesjährigen SPOOCHA Vuelta a España Challenge sammeln. Hier geht es um Spendengelder für ein besonderes Projekt: Spoocha sammelt für die “Piraten” des Team “Genesis” in Barcelona.

Das Wetter war mal wieder sehr durchwachsen. Den ganzen Tag liess sich die Sonne nicht blicken; es war vollkommen bedeckt. Glücklicherweise hielt sich der Regen dennoch in Grenzen. Es gab teilweise Nieselregen und nur ein- zweimal kurz etwas mehr Regen.

Nicht ganz endlose Weiten...

Nicht ganz endlose Weiten…

Davon haben wir uns aber nicht beeindrucken lassen (ok, mit Sonne wär’s schon schöner gewesen, logisch). Ich fand das Treffen und Quatschen am Rad mit schon bekannten und noch nicht so bekannten Gesichtern sehr angenehm. Ein kurzweiliger Tag auf dem Rad.

Die Ausschilderung der RTF war optimal, die Kontrollstellen tadellos im Rahmen des normalen RTF-Standards bestückt (Eiwaffeln vom Discounter, Mineralwasser und Apfelschorle, Nutella-Brote hier, Schmalzdungen da und Apfelspalten und Bananen sowie leichte Müsliriegel). Nur wieder im Ziel angelangt war’s etwas öde. Wir wollten uns eigentlich noch schön bei Kaffee und Kuchen (oder Wurst und Bier…) zusammensetzen – aber bis auf einen kleinen Grill mit ein paar fettigen Bratwürsten (und nur halben Brötchen) war da nichts mehr. Gut – Thomas und ich haben uns trotzdem eine solche Wurst gegönnt. Aber ansonsten haben wir uns dann noch ein schönes Wochenende gewünscht und sind alle zusammen abgereist.

Alle? Nein, ein unbeugsamer Wittgensteiner, der gerade an einer Höhenmeter-Challenge auf Strava teilnimmt und ja heute auch eigentlich einen Marathon fahren wollte – dem waren die Höhemeter der 150er Runde noch nicht genug. Also bin ich mit dem Auto (wo ich doch eh in Gevelsberg war) noch hinunter ins Tal der Ennepe zur Asker Straße gefahren. Da das Rad wieder aus dem Kofferraum geholt und auf ging es zum Höhenmeter-Nachschlag. :)

Hill-Repeats an der Aske.

Hill-Repeats an der Aske.

Insgesamt 3 Hill-Repeats rauf von der Asker Straße (Trainingseintrag auf Strava) über die Bergstraße bis ganz nach oben brachten mir auf 18,7 km noch 670 Höhenmeter ins Konto. :)

Für die 150er RTF-Runde lauten die Daten:

Distanz: 148,4 km, Höhenmeter: 2.224 m, Zeit: 6 h 56 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,6 km/h, Durchschnitts-HF: 123

auf Strava:

Strava_20140830_16TS-Rundfahrt

Stichstraßen-Klettern im Wittgensteiner Land – Nasse Straßen, etwas Sonnenschein, Regen und Hagel

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Der August 2014 ist ja leider sehr verregnet. Da machte auch das Wochenende vom 23. bis 24. August keine Ausnahme. Für den Samstag war daher wie fast üblich Regenschauer bzw. Regen vorhergesagt. Aber es nutzt aber ja nix: Es war Wochenende und ich wollte und musste ja raus.

Musste, weil ich einerseits wollte (das ist schon mal ein starkes ‘Muss’ ;-)) und weil ich auch mitten in der Strava-Climbing-Challenge der CTS Bucket List befand. Dort gilt es, angelehnt an das Profi-Radrennen der USA Pro Cycling Challenge in der dünnen Bergluft Colorados, einen Anstieg von 12.063 m in 14 Tagen zu bewältigen. Das ist eine sehr heftige Hausnummer, von der ich an diesem Wochenende noch nicht wusste, ob ich sie schaffen könnte. Denn das bedingte schon, sämtliche Ausfahrtkilometer auf das Ziel der maximalen Höhenmeter auszurichten. Und das Klettern kostet Zeit.

Und wenn man nur rauf und runter fährt, um maximale Höhenmeter pro Zeit zu gewinnen, dann wird es irgendwann schon von der Motivation mühsam. Irgendwann will man dann nämlich mal irgendwo hin fahren. Ein tatsächliches Ziel haben. Auch mal in den Flow kommen. Und nicht nur rauf fahren und dann wieder irgendwo vorsichtig runterbremsen (weil: die Straßen mit den meisten Höhenmetern im Wittgensteiner Land und im Bergischen sind eng, die Kurven auch und bei Nässe liegt auf den Wegen Schmodder – Vorsicht ist also angesagt).

Aber am Samstag war davon noch keine Spur. Die Motivation war super und ich hatte mir einen Track zusammengestellt, der den Schwerpunkt auf Stichstrecken sowie Anstiege legte, die ich länger nicht mehr befahren hatte. Und vom Trainingsverlauf her passte es auch, dass ich die Anstiege mit hoher Intensität fahren wollte und konnte.

KOM-Tries waren also angesagt. Und KOMs wurden abgeliefert. :)

Anfangs habe ich auf nassen Straßen bergab noch gebremst und mitgetreten. Wollte mir sowohl nicht schon vom Start nasse Füße holen als mich auch möglich fix aufwärmen. :)

Das war nach dem ersten Anstieg über den Zinser Rücken dann erledigt. :) Die KOMs da fielen Leicht. Aber der KOM hoch zur Ginsberger Hochheide… au au. All out bis zum letzten… Gleiches Spiel dann hoch zur Kühhude – uff.

Davor hab ich noch einen Regen- und Hagelschutt in Berleburg abgewartet. Das abflauen des Niederschlags hat aber nicht lange gehalten. Die letzte Hälfte hoch zur Kühude voll im Regen und Runter voll im Hagel und mit Blitz und Donner. 7,5 °! Das tat im Gesicht weh und war mächtig kalt. Ohne Castelli Gabba wäre ich da wohl im kalten Fahrtwind elendig eingegangen…

Endlich zweistellig mit zarten 10 ° wurde es dann erst später im Anstieg nach Birkefehl…

Hat trotz allem viel Spaß gemacht! :)

Distanz: 114,8 km, Höhenmeter: 2.071 m, Zeit: 5 h 35 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 22,6 km/h, Durchschnitts-HF: 129

auf Strava:

Strava_20140823_HailtotheKing

“Century”-Schleife Wuppertal-Leverkusen-Hagen durch das Bergische und das Sauerland

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Vergangenen Samstag habe ich beim Frühstück den Regen abgewartet und bin dann auf eine schöne, trockene, sonnige und lange Tour über etwas mehr als 160 km aufgebrochen, um einen “Century” voll zu bekommen: 100 Meilen. 170 km waren’s am Ende geworden.

Erst gezuppel durch Wuppertal, dann schön durch das Morsbachtal gerollt – da war aber am Anfang Vollsperrung. Musste mich erst mal durch die Baustellenmatsche kämpfen.

Dann von Unterburg hoch nach Solingen: Schöner Anstieg mit sehr moderater Steigung. Bin den Anstieg besonders am langen (und eher flachen) Ende voll gefahren. Muss aber stärker von unten Anfangen und brauche eine Sub 10er Zeit für ein Vorstoßen in die Top Ten des entsprechenden Strava-Segmentes (Unterburg – Solingen), habe ich festgestellt..

Nach Solingen (anfangs zu viele Ampeln da) eine schöne, rustikale Straße (die Lacher Straße) durch ein Stück Wald und mit Kopfsteinpflaster-Banketten abgefahren und beim Wipperkotten (www.wipperkotten.de und www.schleiferei-wipperkotten.de) heraus gekommen. Dort auch den ersten selbstgemachten Reiskuchen-Riegel gegessen (gleich den zweiten hinterher, es waren schon 2 Stunden um ^^).

Fotos (besonders von der anderen Wupperseite gemacht) und dann weiter gefahren.

Durch das Diepental weiter und später herunter Richtung Odenthal zum Altenberger Dom und diesen zum ersten Mal besucht und mich dort umgesehen. Beim direkt benachbarten Kiosk vom Märchenwald ein Twix und eine Apfelschorle gekauft, halb getrunken, halb in die Flasche gefüllt und weiter.

Bei Hückeswagen hoch über Pixberg und zur Vorsperre, dann weiter Richtung Radevormwald. Dort eine gute Verpflegungsmöglichkeit gefunden: Eine Türkische “Bäckerei”. Habe mir dort einen günstigen und guten Kaffee und ein Käsebrötchen mit Ei, Gurke und Tomaten gegönnt und ein Hörnchen mitgenommen. Über die Ennepetalsperre dann weiter hoch nach Breckerfeld und von dort dann Downhill-Spaß runter nach Hagen hinein.

Von Hagen durch das Haspe-Tal hoch nach Ennepetal und später über die Holthausener Talstraße hoch nach Königsfeld. Da war dann auch schon Beyenburg erreicht und ich konnte danach dann locker, aber immer noch mit erstaunlich gutem Druck die Beyenburger Straße wie gewohnt zurück nach Wuppertal fahren.

Nach dem kurzen Test gestern war das an diesem Tag der erste richtige Einsatz des  Tune Komm-Vor Sattels. Super! Hat mit wehenden Fahnen bestanden.

Distanz: 169,8 km, Höhenmeter: 2.214 m, Zeit: 9 h 00 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,9 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,8 km/h, Durchschnitts-HF: 125

auf Strava:

Strava_09082014

Neuer Popo-Schmeichler. Tune Komm-Vor – erster Eindruck.

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Canyon Ultimate CF SLX mit Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz

Canyon Ultimate CF SLX mit Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz

Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz an meinem Canyon Ultimate CF SLX

Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz an meinem Canyon Ultimate CF SLX

92 gramm Carbon. Zugelassen nicht nur für Rennräder. Machte heute vom ersten Meter an einen sehr guten Eindruck.

Ich habe ja jetzt schon einige Zeit den Selle Italia vom Rennrad abmontiert und von fi’zi:k den Arione während meines Südtirol-Aufenthalts und in der Folge den Antares getestet. Beide haben mir gut gefallen. Besser als der Selle Italia. Der Arione noch etwas besser und vielseitiger als der Antares. Bevor ich aber den Arione in einer passenden Farbe (scharz-rot) für’s Canyon kaufe, dachte ich mir: “Hey, davor teste ich auch noch den Tune Komm-Vor”

Mal schauen, was der Hintern morgen nach einer langen Wochenend-Tour sagt… :)

Noch was Neues. Heute auch an’s Rad geschraubt. Habt ihr’s schon gesehen? Ja, ein Arundel Mandible Flaschenhalter. In den Trivio Carbon Slimline wandern die Flaschen bei rauhen Straßen immer weiter nach oben. Bis sie dann bei sehr heftigem Untergrund auch rausfliegen (wenn man sie nicht wieder reindrückt). Das ist natürlich Müll. Mit dem Arundel passiert das nicht und die Flaschen gehen super rein und raus. Den zweiten schraube ich daher auch noch ran. :)

Edit: 10.08.2014

Jau. Der isses! :)

Fantastischer Sattel. Passte mir vom ersten Meter an. Und er entäuschte auch nicht über die Langdistanz. Gestern 170 km durch das Bergische Land und das Sauerland. Die ganze Zeit keine Probleme. Und während ich sonst nach solch langen Distanzen (und schon vorher) froh bin, in den Wiegetritt gehen zu können und den Hintern zu entlasten bzw. das dann irgendwann auch zu müssen; also auch in der Ebene einfach mal aus dem Sattel zu müssen… Gestern überhaupt kein Problem. Selbst auf den letzten Metern konnte ich immer noch mit vollem Druck aus den Beinen pedalieren. Sehr cool!

Weiterer Vorteil des des Tune, neben dem Gewicht: für die Fi’zi:k-Sättel (sowohl Arione als auch Antares) musste ich die Sattelstütze 1 cm im Vergleich zum Selle Italia SLR weiter einschieben. Aufgrund deren Gestellkonstruktion. D.h. 1 cm potenzielle Dämpfung aus der Sattelstütze weniger.

Mit dem Tune gewinne ich diesen cm zurück. Konnte die Sattelstütze also wieder weiter heraus ziehen. Und damit kann die Canyon-Sattelstütze wieder das noch besser machen, wofür sie da ist: natürlichen Flex und Dämpfung bereitstellen. Doppel-Win! :)

Rad am Ring 2014 – Team Wittgenstein wieder an der Nordschleife

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RaR zum Dritten: Routine, angenehmes Wetter, beste Bedingungen und familiäre Runde.

Von Samstag, den 26.07. auf Sonntag, den 27.07. und mithin auf einem ganz neuen Termin im Jahr, nämlich im Sommer anstelle Herbst, fand das diesjährige 24-Stunden Rennen Rad am Ring 2014 statt.

Sheer "Riding" Pleasure! :) Start-Ziel-Gerade und Leuchtspuren

Sheer “Riding” Pleasure! :) Start-Ziel-Gerade und Leuchtspuren

Ich war mit dem Radteam Wittgenstein zum dritten Mal dabei. Dieses Jahr war unsere Runde (auch aufgrund der Urlaubszeit) kleiner als sonst, aber immer noch gleich professionell unterwegs. Küchenzelt mit 2 Kühlschränken, Bierzeltgarnituren, Kochfeld, Gasgrill und was man so braucht, Mannschaftszelt, Notebook für das Füttern des Livetickers – alles am Start.

Dieses Jahr lag der Fokus eindeutig auf dem Rennrad. In der Tat: wir hatten leider auch nur einen einzigen Mountain-Bike-Starter dabei. Sehr gefreut hat mich aber, dass wir diesmal sogar zwei 4er Rennrad-Teams für die 24 Stunden nebst einigen Startern der 75er und 150er Rennen stellten.

Fast ein bisschen gefehlt hat mir das größere “Hoscha” in der Nacht. Es ist schon ein Unterschied, ob lediglich 2 Teams und 1 Solostarter auch in der Nacht unterwegs sind oder ob 2 bis 3 Solofahrer versorgt werden müssen und weitere 2er und 4er Teams ständig wechseln.

Die Nacht macht es so speziell: In der Dämerung war ich wieder mit kleinem Carbonstativ und der Sony RX 100 unterwegs. Leuchtspuren und im Hintergrund der Turm der Nürburg.

Die Nacht macht es so speziell: In der Dämerung war ich wieder mit kleinem Carbonstativ und der Sony RX 100 unterwegs. Leuchtspuren und im Hintergrund der Turm der Nürburg.

Aber die Truppe, die dieses Jahr wieder beisammen war, hat es mehr als Wett gemacht. Das gute Wetter – es war nicht zu heiß, es war auch nicht immer strahlend blauer Himmel, aber es blieb trocken und durchaus auch sonnig – tat sein übriges dabei. Und so war mal wieder tolle Stimmung am Ring.

Ruck Zuck ist nach dem Start um 13:13 auch mein Turn dran. Ich soll die dritte Runde für unser Team wahrnehmen. Und was soll ich sagen: Von der ersten Sekunde war mein Motto: Race is on! :)

Kurze Gegenanstiege werden mit ordentlich Zug und Druck im großen Gang durchgedrückt (Foto: Sportograf).

Kurze Gegenanstiege werden mit ordentlich Zug und Druck im großen Gang durchgedrückt (Foto: Sportograf).

Ich fahre mich ein klein wenig behelfsmäßig im Fahrerlager und Expobereich warm, gucke immer mal wieder an unserem Wechselpunkt vorbei, drehe dabei immer kleinere Runden, um Carsten nicht zu verpassen und da ruft Andreas schon “Carsten kommt!”. Ok – hingestellt, Transponder übernommen und los. Race is on!

Die Rennstrecke mit den rotweissen Curbs, weiten Kurven und dem Auf und Nieder (Foto: Sportograf)

Die Rennstrecke mit den rotweissen Curbs, weiten Kurven und dem Auf und Nieder (Foto: Sportograf)

Ich habe voll reingehalten. In meiner ersten Runde muss ich bei der Fuchsröhre aufpassen, ausgerechnet dort wird es etwas enger. Sonst ist in dieser dritten Runde des Rennens schon vergleichsweise freies Feld auf der Strecke. Windschatten von Döttinger Höhe bis Tiergarten zu erhalten, fällt schwer. Was sich dort findet, ist mir zu langsam. Erst sehr spät findet sich jeweils jemand oder ein kleines Grüppchen, wo das Tempo passt. Das ist mir aber egal – ich will hier keine Energie sparen, ich will möglichst schnelle Runden fahren. Dabei hilft natürlich, wenn sich zwei oder mehr ähnlich starke und gewillte Fahrer finden und zusammenarbeiten. Dreimal in meinen 6 Runden findet sich das auch: Teilweise von Antoniusbuche durch die ganze Grand Prix Strecke kann ich da mit jeweils einem Partner richtig cool reintreten und mich abwechseln. Das in Verbindung mit der Kurvenhatz durch die Grand Prix Strecke hat richtig viel Laune gemacht!

Genialer Asphalt und Highspeed-Kurven. (Foto: Sportograf)

Genialer Asphalt und Highspeed-Kurven. (Foto: Sportograf)

Für Runde 1 und Runde 2 (Unsere Teamrunden 3 und 7) gemeinsam gibt mir die Trainings-Auswertungssoftware Golden Cheetah im Nachgang einen Intensitätsfaktor von 1,005 an. Also intensiver gefahren als die im vorhinein durch Test ermittelte Stundenleistung in Form der Functional Threshold Power (FTP).

Und das, wo ich die zweite Runde vermeintlich lockerer angegangen bin. Aber wirklich nur ein winziges bisschen. Am Anfang. Die Hohe Acht zog sich auch irgendwie mehr als in der ersten Runde. Ach was. ;-) Beim Wechsel war ich dann aber überrascht – ich habe ziemlich exakt die gleiche Zeit wie in der ersten Runde hingelegt: mein Radcomputer zeigte nach diesen zwei Runden 52 km und 1:37:45 gesamt an. Also selbstgestoppt von Wechsel zu Wechsel für die 1. Runde  48:50 min und für die 2. Runde 49 Min.

Im "Tag Team" abwechselnd über Döttinger Höhe bis durch die Grand Prix Strecke. Mit ihm hier habe ich mich gut abwechseln können. (Foto: Sportograf)

Im “Tag Team” abwechselnd über Döttinger Höhe bis durch die Grand Prix Strecke. Mit ihm hier habe ich mich gut abwechseln können. (Foto: Sportograf)

Um 21:30 Uhr bricht dann die Dämmerung an, wir machen das Lagerfeuer im Camp an. Und um 01:03 werde ich zu meinem Nacht-Doppelstint aufbrechen.

Die Nacht ist natürlich das, was so ein 24h-Rennen so besonders macht. Eine ganz eigene Stimmung. Nochmals etwas leerer als am Tag. Aber auch wieder beste Bedingungen. Was mich selbst wundert: ich bin konstant gut unterwegs, trotz dass sich die hohe Acht von mal zu mal zäher anfühlt. Für die 1. Runde brauche ich 52 min und für die 2. Runde 60 min inkl. kurzen Stop an der hohen Acht, um einen Becher Isoplörre zu nehmen und Ralf per Handy anzuklingeln, damit er sich bereit machen kann. In dieser zweiten Runde hatte ich hinter dem Bergwerg am Begin der Steigungsstrecke auch einen kurzen Krampfansatz am Oberschenkel innen rechts – konnte aber nach ein paar langsamen, dehnungsbetonten Pedalumdrehungen wieder normal weiterfahren. Fuhr danach aber erst mal betont höherfrequent. Auch das hat zur 60er Zeit der 2. Runde beigetragen.

Was ich aber in der Nacht endlich wirklich ausnutzen konnte, war die brachiale Lichtpower meiner Lupine Wilma. Im letzten Jahr hatte ich mich im Regen und dichten Nebel mit dem Ding nur selbst geblendet und musste niedrigste Stufe fahren. Jetzt konnte ich in der ganzen ersten Rundenhälfte und den folgenden Gefällestrecken volle Pulle aufblenden. Ahhhh, hervorragende Sicht! :)

Flashing through the night :) (Foto: Sportograf)

Flashing through the night :) (Foto: Sportograf)

Nachdem ich wieder reingekommen bin, muss ich natürlich erst mal etwas runter kommen, etwas essen, Zeiten checken etc. bevor ich zu einer kurzen Nachtruhe hinlegen kann. Mit Ohropax und einem Socken über den Augen kann ich in meinem Schlafsack tatsächlich volle 2 Stunden durchschlafen. Frühzeitig vor meiner 5. Runde stehe ich aber für die Morgentoillette und einem kleinen Frühstück von 2 halben belegten Brötchen und ‘nem halben Kaffee auf und mache mich für meine Runde fertig.

Sicherheitshalber habe ich rund 5 volle Kits (Trikots mit diversen Armlängen und Bibshorts) dabei. Damit war zwar die Tasche voll, aber auch dafür gesorgt, das auch bei Regenrunden und schlechten Trockenmöglichkeiten immer frische und trockene Klamotten bereit waren. Das war auch ohne Regen gar nicht so verkehrt. Denn in der Nacht wurde es zwar nicht kalt – aber ganz schon klamm. Und so hatte ein weiteres neues Tool einen guten Auftritt: mein frisch für den Ring erworbener elektrischer Schuhtrockner! :)

Sonntag morgen ist es noch etwas frisch, daher die Windweste und Armlinge - aber keine Müdigkeit vorschützen. ;-) (Foto: Sportograf)

Sonntag morgen ist es noch etwas frisch, daher die Windweste und Armlinge – aber keine Müdigkeit vorschützen. ;-) (Foto: Sportograf)

Geniales kleines Ding! Wie ein Fön, nur für zwei Schuhe gleichzeitig und mit sanfter Dauerleistung. Noch im Schlafsack habe ich es vor dem Aufstehen eingeschaltet, damit ich in schöne trockne und angewärmte Schuhe schlüpfen konnte. Ahhh – tolle Sache! Der Neid meiner Teamkollegen war mir gewiss. ;-)

Die 5. Runde war also am Sonntag morgen. Bei schönstem Wetter. Der Aufstieg bis zur hohen Acht fühlt sich wiedermals etwas zäher an. Überraschenderweise kommen dennoch immer wieder gute Zeiten bei herum. 54 Minuten benötige ich selbstgestoppte für diese Runde. Hach, die Sonne scheint und jedes Mal präsentiert sich der Ring von einer anderen Seite, präsentiert andere Stimmungen und andere Ausblicke. Von Jahr zu Jahr, von Runde zu Runde. Jetzt im Hellen erscheinen verschiedene Abschnitte auch wieder im Augenlicht ganz anders als sie in der vergangenen Nacht in den Beinen nur gespürt und im Lampenschein erahnt wurden.

Gas gas gas (Foto: Sportograf)

Gas gas gas (Foto: Sportograf)

Mittlerweile hat sich Carsten ausgeklinkt, wir sind nur noch zu dritt. Das passt mir ganz gut – ich brauche unbedingt noch meine 6. Runde, damit ich die fehlenden Höhenmeter für die Rapha Rising Climbing Challenge auf Strava beisammen bekomme.  Während dieser Runde wird nochmal ordentlich geschwitzt. Mittlerweile steht die Sonne voll auf dem Kesselchen. Die Strecke war auch wieder etwas voller. Man musste wieder mehr bei den Abfahrten aufpassen. Dafür hatte ich wieder einen guten Partner für den Rest der Döttinger Höhe und den Grand Prix Strecken-Abschluss gefunden. Im Tag-Team sind wir wechselnd führend dadurch gezogen was insgesamt dann wieder in einer 52 Minuten Runde mündete.

Mein Canyon Ultimate CF SLX, geniales Fahrverhalten: ob hoch zur hohen Acht kletternd, durch High Speed Kurven zirkelnd oder im Schuss und mit Zuversicht durch die Fuchsröhre. (Foto: Sportograf)

Mein Canyon Ultimate CF SLX, geniales Fahrverhalten: ob hoch zur hohen Acht kletternd, durch High Speed Kurven zirkelnd oder im Schuss und mit Zuversicht durch die Fuchsröhre. (Foto: Sportograf)

Es wäre teamseitig danach noch Luft für noch eine, sogar lockere, Runde gewesen. Aber ich wollte jetzt nicht unbedingt einen Doppelstint fahren und die Kollegen waren nun auch nicht sehr erpicht. Ohnehin ist unser “Traditionsteam” mehr aus Spaß an der Freude mit jeweils unterschiedlichen Handicaps und Leistungsniveaus am Start. Ganz im Gegensatz zu unserem diesjährigen zweiten 4er Rennrad-Team. Die Jungs waren sehr ambitioniert und haben eine tolle Leistung hingelegt. Mit Rundenzeiten, die fast durchgehend im Bereich zwischen 52 bis 58 Minuten liegen, bringen ihnen am Ende 26 gefahrene Runden Platz 122 ein. In meinem Team fahren wir 21 Runden zusammen und belegen damit Platz 414.

Lotterhaufen. So kann das ja auch nix mit mehr als 21 Runden werden. Der einzige aus meinem 4er-Team, der sich zünfiig in's 2014er Trikot geworfen hat, bin ich. Mit im Bild (und auch im Team-Trikot: Gerd, der als sehr, sehr lockerer 24h-Starter dieses Jahr sein Ring-Debut gegeben hat) (Foto: Sportograf)

Lotterhaufen. So kann das ja auch nix mit mehr als 21 Runden werden. Der einzige aus meinem 4er-Team, der sich zünfiig in’s 2014er Trikot geworfen hat, bin ich. Mit im Bild (und auch im Team-Trikot: Gerd, der als sehr, sehr lockerer 24h-Starter dieses Jahr sein Ring-Debut gegeben hat) (Foto: Sportograf)

Auch dieses Mal war die gesamte Atmosphäre wieder so toll, dass das nächste Jahr auf jeden Fall wieder gesetzt ist! :)

Dazu gehört die Rennstrecke in der Kombination aus Nordschleife und Grand Prix Strecke. Dazu gehört auch der Racemodus bzw. die Mischung der verschiedenen Racemodi (GCC-Rennen, 2er, 4er, 8er und Solo-24h-Rennen für Rennrad und Mountainbike – aber bitte, bitte: auf 24h e-Bike-Rennen kann ich wirklich verzichten – das passt nicht rein). Dazu gehört das Zusammensein im Team und im Basecamp. Und dazu gehört auch, dass dieses Rennen ein Stelldichein der deutschen (und teilweise europäischen) Rennradszene ist. Es gibt so viele Bekanntschaften (sei es online wie Twitter, Strava oder Rennradnews-Forum oder real live) die sich auch jedesmal oder in wechselnder Zusammensetzung am Ring einfinden. Und so hatte ich auch einige Arbeitskollegen getroffen und besucht und auch Twitterbekanntschaften mal in ihrem Camp besucht und ein paar Worte gewechselt – auch, wenn ich dafür erst mal Schleichwege zu den entlegenen DD-Parzellen erkunden musste… :)

Meine Runden auf Strava:

Runde 1+2, Runde 3+4 (Nacht-Doppelstint), Runde 5+6

Insgesamt waren es 156 km und 3469 Höhenmeter die dieses Jahr wieder durchgehend auf Vollgas von mir zurück gelegt wurden. Das finde ich das tolle am 4er Team. Jedes Mal alles geben können und dazwischen Zeit für soziale Interaktionen und zum Herumschauen und aufsaugen der Ring-Atmosphäre zu haben. 2015 daher auf jeden Fall wieder! Vielleicht aber mal 24h Solo? So zum ausprobieren? Mal sehen…

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