TFrank.de Blog auf Flipboard. Als Feed oder als Magazin: Der Hügelreiter

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Wer nutzt von euch eigentlich Flipboard?

Diese Vorzeige-App, die es schon seit 2010 gibt, war zuerst das Paradepferd für das iPad. Inhalte von sozialen Medien, Nachrichtenseiten und Blogs in durchblätterbarer Form für Tablettnutzung aufbereitet – wie geschaffen für das iPad. Nein, tatsächlich geschaffen für das iPad. Und die Couch ;-)

Seither gibt es Flipboard auch für das iPhone und Android-Geräte. Ebenfalls auch für Windows 8 und Blackberry und seit vergangenem Jahr ist es auch über Desktop-Browser zugänglich. Dort allerdings zunächst mal in Form der speziell von Flipboard kuratierten Magazine. Wie oder ob man in der Browser-Version nach beliebigen Magazinen suchen kann, habe ich noch nicht herausgefunden. Ich fürchte, aktuell ist es noch nicht vorgesehen. Ein Work-around scheint mir, aus der Flipboard App heraus das gewünschte Magazin, z.B. per E-Mail, zu teilen. So kommt man an den (langen und kryptischen) Link.

Ebenfalls kann man seit Sommer letzten Jahres sein eigenes Magazin erstellen. Und genau das habe ich jetzt gemacht.

Tadaaaa! :)

Magazin-Cover "Der Hügelreiter" auf Flipboard

Magazin-Cover “Der Hügelreiter” auf Flipboard

Es gibt also mittlerweile zwei Wege, meinem Blog auch in seitenflippenderweise in der Flipboard-App eurer Wahl zu folgen.

Entweder, in dem ihr meinem Magazin folgt, oder in dem ihr den News-Feed meines Blogs in Flipboard abonniert. Beides führt zu gleichem Lese-Layout und Blätter-Komfort. Bei dem Magazin ist noch der Vorteil, dass ich das Frontcover auswählen kann, dass man sieht, wie viele Leute das Magazin abonniert haben (mal gespannt, ob die Zahl jemals über die Finger einer Hand hinausgeht ;-)) und, dass man das Magazin einfacher teilen kann.

Wie findet ihr eine von beiden Möglichkeiten? Oder wie könnt ihr euer eigenes Blog in Flipboard einbinden?

Blogfeed als Flipboard-Inhalt suchen und abonnieren

Blogfeed als Flipboard-Inhalt suchen und abonnieren

Als WordPress-Nutzer ist man da fein raus, da das, wie ich feststelle, ganz ohne weiteres zutun einen sehr toll lesbaren Magazin-Stream mit vollständigen Inhalt samt Fotos in Flipboard ergibt. Und zwar trägt man in das Suchfeld oben in der App einfach folgendes ein:

feed://domain.com/feed

In meinem Fall also: feed://torstenfrank.wordpress.com/feed

Und schon hat man das gewünschte Blog bzw. den entsprechenden Feed in seinen Flipboard-Abos.

Aber halt: Ich habe doch extra das schöne Magazin erstellt – bitte also nicht den newsfeed, sondern direkt das Magazin auswählen, wenn ihr wollt. :)

Bei dem Magazin ist es genau so einfach: In das Suchfeld einfach “Der Hügelreiter” eintippen und schon sollte mein Magazin in den Suchergebnissen erscheinen.

Viel Spaß in Flipboard. :)

Mit dem Mountainbike durch die Wiege von Sieg, Eder und Lahn

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Trecker fahn! ;-)

Mir war mal nach Ausgleich im Ausgleich. Also mal nicht Rennrad und auch nicht der Crosser. Sondern ich habe mal wieder mein Cannondale SuperV 900 aus dem Keller geholt. Vor dem Einsatz musste ich aber erst mal die Reifen aufpumpen und auch dem Antrieb etwas Pflege gönnen. Aber sonst: Sofort einsatzbereit wie eh und je. :)

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Wie ihr seht – das ist nicht gerade ein aktuelles Modell. Nein – und das ist gut so. Fast bin ich geneigt, diesen Meilenstein der frühen Full Suspension Kunst als “Vintage” zu bezeichnen. Bau- und Kaufjahr müsste irgendwo im Bereich 1997 herum liegen. Markenzeichen sind das Y-Design, mehr aber noch die voluminösen und dünnwandigen Alu-Rohre und vor allem die Headshock-Federgabel.

Anfangs war es erst mal wieder sehr ungewohnt in Geometrie und “Bequemer Sessel”-Gefühl. Insgesamt habe ich mit dieser Tour nur ganze 133 km in den letzten Jahren mit dem SuperV geloggt. Sackschwere 13,6 kg habe ich mir als Gewicht notiert. Die wollten erst mal die Waldwege hochgekurbelt werden. Das ging dann aber sehr gut. Selbst die eine oder andere Stufe oder auch mal ein gekonnter Abstieg direkt nach hinten – klappte. :)

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Es kam die Sonne heraus und ich fuhr somit schön in’s Blaue hinein. Oder eher ins tiefmatschig Braune. Oder ins wurzelig Singletrailige. Ohne festen Plan fand ich mich alsbald in der Wiege von Sieg, Eder und Lahn wieder.

Auch an der Ilsequelle und Ilmquelle kam ich vorbei.

An der heilkräftigen Ilsequelle

An der heilkräftigen Ilsequelle

Die Ilsequelle zählte im Mittelalter zu den bekanntesten Heilquellen. Der sogenannte “heilige Born” war jahrundertelang Ziel und Hoffnung vieler “Presshafter”. Das und mehr tut eine ausführliche Hinweistafel kund. Dieser Nimbus umweht die reizvoll gelegene Quelle nahe der Siedlung Heiligenborn noch heute. Einheimische kommen oft mit Wasserflaschen und Schöpfgefäßen vorbei, um das gute Ilsequellenwasser nach Hause mit zu nehmen. Auch als ich vorbeikam, waren zwei Familien während ihrer Sonntagswanderung mit Wasserflaschen und dem Abfüllen beschäftigt.

So oder so ist das Ilsetal, die ganze Umgebung und auch der sich anschließende (kurze) Singletrail sehr zu empfehlen.

Ich folgte weiter dem Rothaarsteig, der es auf der Strecke zwischen Lahnhof und Siegquelle darauf anlegt, unaufmerksame Wanderer dem (kaum vorhandenen) Autoverkehr zum Opfer fallen zu lassen. So oft kreuzt er fast bemüht die Eisenstraße, die ohnehin wie gesagt wenig befahren ist. Mir war das aber egal, es ging mir um das Weg abfahren und um das Techniktraining. Denn gewisse Bikehandling-Fähigkeiten werden bei der erheblichen Wurzeldichte auf fast dem gesamten, oft singletrailigen, Streckenabschnitt benötigt.

Das Quellenreich Siegquelle nimmt auch weitere Formen an. Auf neuen Holzstegen zwischen Siegquelle und Wanderparkplatz kam fast schon ein bisschen Northshore-Feeling für Arme auf. Fehlen noch die Anlieger (die ich eh nicht fahren kann). ;-)

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Insgesamt eine schöne Ausfahrt durch den Wittgensteiner Wald und das Rothaargebirge. Mit tiefem Geläuf und wurzeligen Singletrails waren es am Ende:

Distanz: 43,6 km, Höhenmeter: 871 m, Zeit: 3 h 26 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,5 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 14,6 km/h, Durchschnitts-HF: 127

auf Strava:

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Fotokalender: Mein Rennradjahr 2013

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Kalender 2014: Mein Rennradjahr 2013

Heute kam mein Paket vom cewe online fotoservice. Zwar ist schon Februar, aber diverse andere Dinge waren vor Weihnachten wichtiger, als Zeit für die Erstellung eines Fotokalenders zu finden.

Aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Frei nach dem Motto: “Druckt eure Fotos auch mal aus und hängt sie an die Wand” finde ich einen großformatigen Kalender eine schöne Möglichkeit der monatlich wechselnden Präsentation.

Mein Rennradjahr 2013 zeigt für jeden Monat 2014 Motive aus den entsprechenden Monaten des vergangenen Jahres. Wie ihr seht, war der März 2013 recht eisig…

Ich hatte cewe ausgewählt, weil sie gute Testempfehlungen von verschiedenen Quellen erhalten haben und weil mir die Auswahl an (großformatigen) Formaten und Kalendariendesigns gefiel.

Die Qualität überzeugt. Kleine Nicklichkeiten, die ich habe: Das gewünscht schlichte Kalendarium hätte die Samstage und Sonntag ruhig etwas fetter hervorheben können und bei den A2-Formaten druckt cewe klein und ganz in der unteren linken Ecke ein unnötiges (c) cewe. Was zum einen nicht stimmt (es sei denn, sie meinen das Kalendarium) und zum zweiten sogar leicht beim (c) angeschnitten ist. Bei der A3-Variante findet sich das nicht.

Gute Rennradläden – eine (viel zu) seltene Spezies. Und Probefahrtwüste Deutschland.

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Wolltet ihr schon mal ein Rad kaufen? Genauer, ein Rennrad?
Hattet ihr schon etwas genauere Vorstellungen als “Ich würde gerne ein Rennrad kaufen, so eines mit dünnen Rädern und einem Rennlenker”?

Und? Wie ist es euch ergangen? Direkt fündig geworden? Konnte euch ein Fachhändler in der Umgebung weiterhelfen? Oder habt ihr überhaupt einen Fachhändler in eurer Umgebung gefunden, der für euch interessante Rennradmarken und Modelle führte?

Hiervon soll dieser Beitrag handeln. Ein Hadern mit dem Rennradmarkt in Deutschland und eine Darlegung für willige Händler, dass es einen Markt gibt und dass es Bedarf gibt. Für qualifizierte Beratung. Aber vor allem für die Akzeptanz mündiger und solventer Kunden (frei nach dem Motto “cycling is the new golf”), die ein Produkt vor Kauf selbst ausprobieren wollen. Aus einer Produktauswahl, die global nach den persönlichen Vorlieben zusammengestellt ist, und nicht aus 5 bis 6 Radmodellen, die der nächstgelegene Händler zufällig in seinen Laden gestellt hat.

Und auch eine Beschreibung, wie ich mir den Kontakt zu einem Händler vorstelle und was ich von ihm möchte.

Aber auch eine Darlegung von Gründen, warum besonders mir ein persönliches Erfahren von möglichen neuen Rädern so wichtig ist. Etwas, wo ich selbst bei nicht wenigen Teilnehmern meiner Twitter-Timeline teilweise auf Unverständnis stoße. Was widerum bei mir auf völlige Unverständnis stösst… ;-)

Also entweder wissen die mehr als ich – kann ja sein. Und trifft für viele Dinge sicher auch zu. Oder viel weniger – kann auch sein, glaube ich aber nicht. Nicht für alle Bereiche. ;-) Oder es ist ihnen egal – kann ich auch nicht wirklich glauben. Vielleicht sind sie aber auch einfach mit dem zufrieden, was sie gerade haben und möchten auch gar nicht sonderlich hochpreisig einsteigen. Ist ja ok. Oder sie haben den supergenialen Radhändler, dessen Urteil sie voll vertrauen, der auch genau die Radmarke führt, die ohnehin von Ihnen favorisiert wird und was es sonst noch so gibt, ist für sie nicht so interessant… Na gut, kann ja sein. Ich halte dies aber für eine rare Zusammenkunft von sehr glücklichen Umständen. Warum, lest ihr in der Folge:

Rennrad_Entscheidungs_Tableau_Web

Punkt Nr. 1: Der ideale Rennradladen

Naja, der ideale Rennradladen führt alle Marken, hat alle Modelle in allen Größen nicht nur zum Ansehen und Anfassen, sondern sogar zum Probefahren da.
Darüber hinaus nicht nur Handelsmarken, sondern auch Auswahlmodelle der größeren Custom-Hersteller, wie z.B. Baum Cycles, Firefly, Moots etc.

Ok – wir wollen realistisch bleiben.

Wie sieht also ein sehr guter Rennradladen aus? Einer, für den man man auch mal gut und gerne 100 bis 150 km Anfahrt in Kauf nimmt (und leider sicher auch in den meisten Teilen Deutschlands auch muss). Es sollte ein Laden sein, der eine Auswahl hat, die einem mehr als 10 Minuten beschäftigt, die ausgestellten Rennräder zu inspizieren. Sprich, er sollte schon mindestens 3 verschiedene Rennradmarken führen, sonst wäre die Auswahl zum einen einseitig, zum anderen müsste man zum Vergleichen ja schon wieder zu einem anderen Radladen fahren. Und er sollte nicht nur die günstigsten Einstiegsmodelle da haben, sondern die komplette Modellpalette bzw. wenigstens Basis, gute und obere Mittelklasse und die Topmodelle.

Denn Katalog (oder Internetfotos) anschauen ist das eine, einen Rahmen wirklich inspizieren zu können und die Fertigungswertigkeit spüren, das andere. Wie ist die Lackqualität, an welchen Stellen sind überall unötige und billige Sticker angebracht  (Bullshit-Phrasen-Krankheit vieler Hersteller, die sonstwo am Rahmen platziert werden als ob man einen billigen Intel Inside Laptop vor sich hat), Ausarbeitung von Details, Passgenauigkeit und Art der Anbringung von Sattelstützenklemmen (z.B. eine Schwachstelle des sonst so wunderbar designten Bianchi Oltre XR2 Rahmens) etc.

Selbstredend sollte man diese Räder auch testfahren können bzw. der Händler sollte in solch gutem Standing bei den Herstellern stehen, dass dieser ihm bei Bedarf Testräder für seine Kunden zur Verfügung stellt.

Dann gibt es dort Zubehör zu kaufen, idealerweise auch zum Ausleihen und Testen. Was ja direkt auch in einen Kauf bzw. in eine Übernahme münden kann. Z.B. von Hochprofil-Laufrädern. Kleidung verschiedener Marken gibt es dort auch. So dass man vor Ort auch verschiedene Größen anprobieren kann (gerade Rennradbekleidungs-Größenangaben differieren wild zwischen den einzelnen Marken).

Bei einem solchen Laden wird es kaum anders möglich sein, dass der Inhaber nicht auch Rennrad- und Radsport-Enthusiast mit entsprechender Expertise ist. So dass für kompetente Beratung, Service und Radfitting gesorgt ist.

Das ist natürlich ein hoher Anspruch. Und um diesen zu Erfüllen, kann ein solcher Radladen nicht von Laufkundschaft und kleinem Einzugsgebiet leben. Dafür, dass muss man leider konstatieren, sind Rennradfahrer und Rennradkäufer ein wohl zu kleiner Anteil der Konsumgesellschaft Deutschlands. Ganz natürlich gibt es also nur wenige solcher Läden. Sehr zu meinem Bedauern. Ich kenne aus persönlicher Erfahrung nur einen einzigen. Das ist il Diavolo in Bad Honnef. Auch dort gibt es natürlich noch viel Verbesserungspotenzial. Aber in der Tat war das auch der Laden, zu dem ich damals 140 km fahren musste, um fündig zu werden.

Punkt Nr. 2 – Der “normale” (Renn)radladen und die scheinbare Händlerabdeckung der Marken

Ok, man interessiert sich für Marke x. Schaut auf deren Website. Informiert sich etwas. Jetzt will man so ein Rad mal probefahren. Aber soweit sind wir noch gar nicht. Erst mal will man wissen, wo man sich ein entsprechendes Rad überhaupt mal anschauen und evtl. später auch kaufen kann. Nichts leichter als das: Jeder Hersteller hat ja auf seiner Webseite einen Punkt: Händler finden. Schön nach Stadt, Postleitzahl oder Kartenauswahl. Vielleicht sind dann zwischen 2 bis 4 Händler im Umkreis von 50 km (wenn man in dichter besiedelten Gegenden wohnt) oder wenigstens 100 km dabei.

Ihr könnt davon ausgehen, dass 3 oder alle dieser Händler nicht die Rennräder, sondern nur die Mountainbikes oder Familienräder der entsprechenden Marke führen. Wenn man Glück hat, ist ein Händler dabei, der auch Rennräder führt. Wenn man sehr viel Glück hat, ist ein Händler dabei, der auch wirklich eine Auswahl da hat und nicht nur das preiswerteste Einsteigermodell (weil er die teuren Modelle ohnehin nie verkauft). Und das ist von mir nicht übertrieben. Das gilt nach eigener Erfahrung sowohl für die Region Siegen-Wittgenstein als auch für das Bergische Städtedreieck Wuppertal-Solingen-Remscheid samt direkt benachbartem Ruhrgebiet (und wenn es hier kein Einzugsgebiet für Kundschaft gibt, dann weiss ich es nicht…).

Ich habe sogar mal mit Wilier Triestina direkt kommuniziert (habe da lockeren Kontakt zu) und um zur Verfügungstellung von Testrädern (ein Cento1 SR und ein Cento1 Air) gebeten. Ich solle ihnen bitte Händler in meiner Nähe nennen. Auf ihrer Website nachgeschaut und einen eigentlich vielversprechenden Laden in Düsseldorf entdeckt. Die Antwort war: Nein, der wäre nicht gut. Ganz schlechter Kunde, nähme nichts ab und würde auch nichts verkaufen. Besser wäre – jetzt kommt’s – il Diavolo…

Natürlich gibt es immer mal wieder einen kleinen Laden, der zwar nichts interessantes im Laden da hat. Weil er sich es einfach von seinem Umsatz und seinem Kundenstamm nicht leisten kann. Der aber trotzdem engagiert ist und dessen Kontakte es ihm ermöglichen, bei Kundennachfrage vom Hersteller wenigstens ein Testrad in passender Größe zu erhalten. Immerhin etwas. Aber es ist sehr mühsam, solche Läden zu finden. Dann auf eine tatsächliche Testfahrt zu hoffen und zu warten und danach dann für das nächste Modell den nächsten Laden suchen zu müssen.

Beispiel: Habe in Überruhr einen solchen Laden entdeckt, der BMC und Look führt. Natürlich hat er weniger Rennräder als MTBs im Laden stehen. Natürlich hat er nur die preiswerten Looks in vielleicht 5 Exemplaren da stehen. Aber: er wollte mir ein BMC SLR01 zum Testfahren besorgen und auch einen Look Aerolight Rahmen bestellen, den ich dann zwar nicht testfahren, aber wenigstens anschauen könne. Das sollte zwei Wochen dauern. Es war vor mittlerweile über 3 Wochen und ich warte immer noch…

Punkt Nr. 3: Warum überhaupt selbst anschauen und auch noch Probefahren wollen. Ist ja unerhört! Helfen da nicht Test- und Erfahrungsberichte?

“Direktes Handling, aber stets beherrschbar.”
“Sportiliche Sitzposition, aber nicht extrem gestreckt.”
“Handling ist direkt und lebendig, zeigt aber nicht die Spur von Nervosität.”
“Sitzposition ist sportlich, aber doch komfortabel genug, um die Auszeichnung ‘marathontauglich’ zu verdienen.”

Solche und ähnliche Testeindrücke stehen bei den Tests der Rennradzeitschriften oder auch bei (teilweise sehr viel ausführlicheren und aussagekräftigeren) Tests und Bewertungen auf Internetseiten von Rennrad-Blogs.

Aber wem helfen solche, gerade in obig lapidarer Kürze beliebig über das (meist auch nur einen viel zu kleinen Marktausschnitt abdeckende) Testfeld austauschbaren Floskeln? Wie schlägt sich das für die eigene Präferenz nieder? Was bedeutet es für den eigenen Körperbau, den eigenen Trainingszustand, die eigene Flexibilität?

Was für den einen eine sportlich gestreckte Sitzposition ist, ist für den anderen schon unereichbar unbequem und für widerum den nächsten zu gedrungen.

Welchen Fahreindruck erhalte ich von dem Rad?

Und vor allen Dingen: in meiner Rahmengröße. Die Geometrie der meisten Rennräder ändert sich mit der Rahmengröße. Wo bei einer 52er Rahmengröße der Sattelrohrwinkel vielleicht 74° beträgt, liegt er bei einer 54er Rahmengröße bei 73,5° und bei einer 56er bei 73°. Ähnliches gilt für den Steuerrohrwinkel. Alleine das sorgt schon für unterschiedliche Geometrien und Handlings. Kommt jetzt noch hinzu, dass aber immer die gleiche Gabel, bzw. die gleiche Gabelvorbiegung (Fork rake) verwendet wird, so hat jede Rahmengröße einen unterschiedlichen Nachlauf (Trail). Beim BMC GF01 führt das z.B. dazu, dass fast jede Rahmengröße einen unterschiedlichen Nachlauf hat. In Rahmengröße 48 cm mit 71° Steuerrohr 6,42 cm bis zur Rahmengröße 61 cm mit 72,5° Steuerrohrwinkel und 5,48 cm Nachlauf. Vom 54er bis zum 61er Rahmen erhält man ein Rad mit tollem Lenkantwortverhalten, das 51er ist schon recht träge und das 48er fährt sich wie ein Schulbus.

Nun, vielleicht bevorzugt der eine oder andere ja eher das eine oder das andere Extrem. Aber das zeigt auch: ich muss ein Rad in meiner Größe testfahren. Beliebige Testprosa eines Rennradmagazins hilft da wenig weiter.

Und das erklärt vielleicht (aber auch nur zum Teil) mögliche, widersprüchliche Bewertungen unterschiedlicher Quellen ein und desselben Radmodells.

Und alle diese Beschreibungen können mir nicht diese Erfahrung im Wortsinne geben, die mir meine persönliche Neugierde stillt. Die unter viel zu vielen Rennrädern, die einem vom Aussehen und den technischen Daten reizen und begehrlich erscheinen lassen, entscheiden lassen, wo zigtausend Euros besser versenkt sind?

Wie fühlt sich ein Bianchi Oltre XR2 tatsächlich an? Ist demgegenüber ein Cannondale Supersix Hi-Mod EVo der agilere oder einfach bessere Hobel? Ist die Aero-Sattelstütze des Oltre XR2 nicht zu steif? Wie wirksam ist die Counterveil Technologie eines Bianchi Infinito CV wirklich? Ist da ein BMC SLR nicht eigentlich genauso komfortabel, bei allerdings spürbar besseren Vortrieb? Trek Madone oder Domane? Wäre ein Titanrad (schön mit Carbonfelgen und Co) was für mich oder ist das viel zu viel Aufwand (Warten, customfit) und ein schönes Colnago wäre eher was für mich? Fragen über Fragen. Das führt mich zum…

Punkt Nr. 4: Wenn du dich ohnehin ganz weit umsiehst, auch Custom-Hersteller in Betracht ziehst – warum gibt’s du denen nicht einfach einen Auftrag und vertraust ihrer Expertise?

Firefly, Moots, Vanilla Workshop oder Baum machen schon ganz tolle Renn- (und auch andere) Räder. Und ich denke bei allen diesen, ja, Manufakturen, ist geballtes Fachwissen ober Rahmenbau und Fahrverhalten etc. vorhanden. Z.B. bei Darren Baum.

Das Problem: Die sitzen z.B. in Boston oder in Australien. Haben buchstäblich jahrelange Wartelisten. Ich bin überzeugt, das mir alle vier genannten Hersteller ein Spitzenrad herstellen würden. Aber will ich da Jahrelang drauf warten? Nein. Will ich da jahrelang drauf warten und vorher nicht mal wissen, ob mir die generelle Charakteristik eines Titan- oder auch eines Stahlrahmens gegenüber Carbon so gut gefällt, dass ich da Jahre drauf warte? Habe ich bisher genügend Räder gefahren, um meine wirkliche Präferenz auch selbst zu kennen? Ich könnte denen nur sagen, dass ich ein Rad für das Mittelgebirge und die Alpen haben will…

Also, erst mal ein Titanrad probefahren. Probefahren – da ist es wieder, das Ausgangsproblem…

Punkt Nr 5: Leben mit dem Machbaren und das Abklappern von halbwegs brauchbar erwarteten Rennradhändlern

Eines meiner Hauptärgernisse bei der Kontaktaufnahme mit Radläden: Sie erwidern nicht das Medium mit dem ich Kontakt aufnehme. Ergo: keine Einstellung auf den Kunden. Ich erwarte eine gute Webseite. Gut – haben die wenigsten. Ich arbeite lange und konzentriert. Ich werde nicht tagsüber zum Telefonhörer greifen, um hinter Rennradläden hinterher zu telefonieren. Ich habe abends Zeit, wenn die Geschäftsöffnungszeiten längst vorbei sind. Ich bevorzuge ohnehin E-Mail als Kommunikationsmedium: Präzise Fragen, sauber formuliert.

Ich erwarte, dass mich ein Laden ernst nimmt und, sofern er mich als Kunden möchte, er ernsthaft versucht, meine E-Mail in Gänze zu beantworten. Und nicht lapidar schreibt, ich solle ihn anrufen. Selbst wenn er es ein wenig begründet. Wenn nicht mal der Versuch einer Teilantwort gemacht wird, denke ich mir meinen Teil: Er ist schreibfaul oder er kann mir ohnehin nicht helfen und will mir am Telefon etwas ganz anderes verkaufen.

Ein guter Laden ist einer, dessen Mailantwort ich einen (oder auch zwei, drei) Tag(e) später lesen kann. Entweder, wenn im Arbeitstag mal kurz Luft ist oder halt später am Abend.

Ich befasse mich seit Monaten mit der latenten und seit vielen, vielen Wochen mit der konkreten Kaufabsicht verschiedener Räder. Ich habe nichts gegen angeregte Kettengespräche, sollte ich mit Zeit mal ohnehin bei ihm im Laden stehen. Idealerweise zu einem vereinbarten Probefahrttermin. Aber ich will nicht von ihm im Vorfeld mit Prosa zugetextet werden. Das hilft mir nicht. Siehe oben. Er kann davon ausgehen, dass ich zu den Rädern, die mich interessieren, schon so ziemlich alles Wissen angezapft habe, was es an guten Quellen im Internet und sonstwo gibt. Ich will jetzt einfach noch für mich selbst ausprobieren und vergleichen.

Entweder der Händler kann mir eine solche Probefahrt ermöglichen – dann bitte sofort einen Termin machen. Oder er kann es eben nicht. Dann habe ich aktuell keinen Bedarf, mich mit ihm weiter zu befassen. Bitte dabei zu berücksichtigen, dass er als Radladen eben auch nicht nebenan ist, sondern ich mir richtig Zeit nehmen muss, um frühzeitig das Büro zu verlassen oder sogar einen ganzen Tag Urlaub nehmen muss, um zu ihm zu gelangen. Zeit kostet Geld. Anfahrt kostet Geld. Zeit habe ich nicht bzw. stecke ich lieber in’s Rennradfahren und oder Fotografieren. Da will ich schon einen passenden Termin sicher vereinbart haben. Danke schön.

Punkt Nr 6: Wunschrad zum Test bestellen

Ja, das ist noch eine Marktlücke. Leider kann man Rennräder nicht einfach online bestellen. D.h. man kann natürlich schon. Mein Merida Cyclocross 4-D hatte ich z.B. einfach auf gut Glück bestellt. Gut, es war ein super preiswertes Schnäppchen, da gab es nichts zu verlieren. Mit einem 8.000 Euro Rad würde ich das eher nicht machen. Und zum Testen ist das – entgegen z.B. Fotozubehör – leider wenig praktikabel. Zum einen würde es etwas viel Kapital binden, würde man einfach mal 4 Räder in der Absicht bestellen, 3 davon wieder zurück zu senden. Zum zweiten muss man Rennräder aufbauen, dreckig machen und abnutzen, um sie zu testen. Ganz im Gegenteil z.B. zu Kameras, die man vergleichen möchte.

Wenn man beim Hersteller oder einem Radverleihdienst anrufen könnte und für ein Testwochenende das Rennradmodell seiner Wahl ordern könnte – das wäre eine echte Marktlücke. Das würde ich mir auch gerne etwas Kosten lassen. Ich denke auch, dass dafür ein Markt gegeben wäre. Also, liebe Hersteller, nur zu!

Und wenn sich ein Hersteller (oder gerne auch Rennradhändler) jetzt bei der Ehre gepackt sieht und mir seine Topmodelle zu einem ausführlichen Test zukommen lassen will – nur zu gerne. Ich mache auch schöne Fotos von eurem Rad und lobe den Service, falls es ihn irgendwo gibt…

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