Wiederholungstäter: Dreiländergiro reloaded – 2014 SPOOCHA Edition

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Am Stilfser Joch beim Dreiländergiro 2014 (Foto: Sportograf)

Am Stilfser Joch beim Dreiländergiro 2014 (Foto: Sportograf)

Der Dreiländergiro war 2011 mein erster Rennrad-Alpenmarathon. Hier habe ich ausführlich darüber geschrieben. Im Vergleich zum Ötztaler Marathon oder der Maratona dles Dolomites ist das eher eine kleinere Veranstaltung mit rund 2200 Teilnehmern. Anziehungspunkt und Highlight ist natürlich das Stilfser Joch, der Passo dello Stelvio. Die Königin der Passstraßen und mit ihren 48 Kehren zur 2757 m hoch gelegenen Passhöhe einer der prestigeträchtigsten Anstiege in Europa.

Nach mittlerweile 2 Auffahrten lockte es mich diesmal wieder. Hauptgrund meiner nochmaligen Teilnahme war aber das Team Spoocha. Viele der Teilnehmer kenne ich von einigen gemeinsamen Ausfahrten im Raum Bochum, Wuppertal, Elfringhauser Schweiz und drum herum. Und die Idee bzw. der Slogan “Share your Fortune” ist es allemal Wert, unterstützt zu werden. Die Zielsetzung von SPOOCHA (Sport organisiert Charity) ist es, mit sportlichen Aktionen und Projekten Aufmerksamkeit und Spendengelder für gemeinnützige oder individuelle Hilfsprojekte zu sammeln.

Und wenn man das noch mit dem gemeinsamen Erlebnis eines Radsportevents in den Alpen verbinden kann – um so besser! :)

SPOOCHA does 3LG. Wirklich ein sehr schön designtes und hochwertiges Racefit Jersey von Bioracer.

SPOOCHA does 3LG. Wirklich ein sehr schön designtes und hochwertiges Racefit Jersey von Bioracer.

Mit ganzen 26 Teilnehmern (teilweise aus ganz Deutschland) fand sich also unser Team fast vollständig im Hotel ‘mein Almhof’ ein und verbrachte das Wochenende dort. Einige waren schon in der Vorwoche angereist, viele am Freitag und ich selbst stieß am Samstag abend hinzu.

Es war richtig toll. Ein solches Event mit einem so großen Team und netten Menschen zu verbringen, macht richtig Laune. Aufenthalt, das Rennen und das gemeinsame Abhängen und warten auf die Zieleinläufe aller weiteren Teammitglieder hat so viel Spaß gemacht.

Insgesamt brachte uns das auch den Erfolg und den Pokal für den zweiten Platz für die teilnehmerstärkste Mannschaft ein.

Das Hotel, obgleich nicht die günstigste Übernachtungsgelegenheit, fand ich für die Giro-Teilnahme ideal. Quasi direkt an Start- und Ziellinie gelegen, konnten wir morgens direkt aus der Hoteleinfahrt in die Startaufstellung gehen.

Bei der Startaufstellung vor dem Hotel.

Bei der Startaufstellung vor dem Hotel.

Und der Weg vom Ziel zur Dusche bzw. zum inkludierten Nachmittagssnack ging kaum kürzer. Hmm, leckeren Cappuccino, Kaiserschmarrn und sortierte Küchlein in der Lounge mit Blick auf Zieltreiben und Schloss Naudersberg. Natürlich erst nach der Dusche, einem Recovery Drink und auch erst nach einem (alkoholfreien ;-)) Bier.

Wie war das Rennen bzw der GranFondo?

Bei bestem Wetter – den ganzen Tag sonnig, dabei nicht zu warm – ging es morgens um 06:30 Uhr (natürlich zu dieser Zeit noch recht kühl) los. Zwar sind wir von Spoocha gemeinsam losgerollt, aber schon beim Rollen und Lücken finden bis zur Startlinie verteilten wir uns unweigerlich recht schnell. Schon nach wenigen Metern erblickte ich allerdings Andy und Giulietta und gemeinsam fuhren wir, über diverse Frühjahrsevents in Belgien plaudernd (an denen ich bisher noch nicht teilgenommen habe) über den Reschenpass und dann nach der Abfahrt hinunter nach Glurns weiter bis Prat.

3 x SPOOCHA bei Glurns (Foto: Sportograf)

3 x SPOOCHA bei Glurns (Foto: Sportograf)

Im Anstieg zum Stilfser Joch blieb Andy bei Giulietta, wir wünschten uns einen schönen Tag und ich zog an. Ich wollte mich am Stilfser Joch zwar nicht komplett verausgaben, aber ich wollte schon zügig und mit neuer Bestleistung da hoch fahren. Das war wie gesagt meine dritte Auffahrt. Die erste, 2011, wie im dortigen Dreiländergiro-Bericht geschildert. Locker, haushaltend, Alpenunerfahren, wenig allgemeine Trainingserfahrung mit dem Rennrad und mit meinem damaligen Cube Streamer Alu-Rennrad. Im letzen Oktober zum zweiten Mal. Im Rahmen eines Dolomitenurlaubs. Mit meinem Wilier Triestina und solo. Oben am Joch fuhr ich da in Wolken und kalten Niesel ein. Und jetzt nochmals beim Dreiländergiro (semi-abgesperrte Strecke) mit meinem Canyon Ultimate CF SLX bei besten Bedingungen.

Stilfser Joch. Noch 20 Kehren (die man hinter mir zur Rechten sehen kann) bis zur Passhöhe. Laune und Leistung bestens. :) (Foto: Sportograf)

Stilfser Joch. Noch 19 Kehren (die man hinter mir zur Rechten sehen kann) bis zur Passhöhe. Laune und Leistung bestens. :) (Foto: Sportograf)

Es ist schon nett, wenn man quasi die ganze Zeit nur andere Teilnehmer überholen kann. Und nur ganz wenige Male selbst überholt wird. Was aber einfach nur heisst, dass die ganz schnellen Jungs und Mädels einfach schon längst vor einem selbst sind. ;-)

2 h 03 Minuten und 21 Sekunden benötigte ich für das Stelvio-Segment auf Strava. Damit habe ich mich zu 2011 um knappe 50 Minuten (2 h 53 Minuten und 4 Sekunden) verbessert. Ich habe allerdings beide Verpflegungsstationen, sowohl die bei Trafoi als auch die an Kehre 1, einfach links liegen gelassen. Da war zu viel los und ich hatte eh 2 Riegel und 1 Gel dabei. 1 Riegel und 1 Gel habe ich auch im Anstieg verzehrt. Das war genug bis zur nächsten Labe unten in St. Maria nach der Abfahrt vom Umbrail. 2 Stunden und 3 Minuten. Eiei – hätte ich das vorher gewusst… Jetzt ist ja klar, was als nächstes dran ist. Ich muss nochmal hin und die zwei Stunden unterbieten… ;-)

Kurz unterhalb der Passhöhe, direkt vor Kehre 1 (Foto: Sportograf)

Kurz unterhalb der Passhöhe, direkt vor Kehre 1 (Foto: Sportograf)

Insgesamt habe ich eine Zeit von 7 h und 31 Minuten (7 h 00 netto) benötigt. Im Vergleich zu meiner ersten Teilnahme (09 h 48 Minuten gesamt) habe ich mich also um 2 h und 17 Minuten verbessert. Nicht schlecht. ^^

Dennoch habe ich mir die Zeit für einige Fotos genommen. Wenn auch nur jeweils auf den Passhöhen von Stilfser Joch und Ofenpass.

Passschild Stelvio samt Canyon Ultimate CF SLX - so viel Zeit muss sein.

Passschild Stelvio samt Canyon Ultimate CF SLX – so viel Zeit muss sein.

Angenehmes Wetter, aber noch sehr kalt oben am Joch.

Angenehmes Wetter, aber noch sehr kalt oben am Joch.

Oben am Joch treffe ich auch Eva und ihren Freund, unten bei der Labe in St. Maria kommen kurz hinter mir Lee und zweimal Ralf an. Alle drei lasse ich vor mir ziehen, hole Ralf aber kurz vor der Passhöhe des Ofenpasses wieder ein. Lee und Ralf Nr. 2 muss ich an der Passhöhe verpasst haben. Ich glaube, sie haben dort gemeinsam eine Cola genommen, während ich mit fotografiert werden und andere Fotografieren beschäftigt war. :)

Typisches Rennradfahrer-Passfoto. Muss auch mal im Rennen sein. ;-) Man beachte die durch den heftigen Gegenwind aufgeplusterte Windjacke.

Typisches Rennradfahrer-Passfoto. Muss auch mal im Rennen sein. ;-) Man beachte die durch den heftigen Gegenwind aufgeplusterte Windjacke.

A pro pos Wind. Der war dieses Mal wirklich sehr spürbar. Den ganzen Anstieg (und auch die Abfahrt) zum Ofenpass herrschte starker Gegenwind. Meine Herren. Bergauf reichte nicht. Da musste noch Gegenwind hinzu. ;-)

Sagte ich schon, dass das Stilfser Joch das Highlight des Dreiländergiro ist? Die Abfahrt vom Umbrail ist auch toll.

In der Abfahrt vom Umbrail-Pass (Foto: Sportograf)

In der Abfahrt vom Umbrail-Pass (Foto: Sportograf)

Aber der Ofenpass… Ja, ein Pass halt. Mit seinen eher langen gerade Abschnitten (und vor allem dem Gegenwind) zieht er sich aber schon. Landschaftlich vermag er dass im Anstieg nicht so ganz wett zu machen. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau. Schönes Wetter und Alpen drum herum – das ist doch schon mal die halbe Miete. :)

Der Ofenpass hat auch zwei “Gipfel”. Nachdem man erst mal ein gutes Stück abgefahren ist, geht beim Abzweig zum Lago di Livigno eine zweite Gegensteigung los, die nochmals rund 170 Höhenmeter, allerdings bei moderaten durchschnittlichen 3 Prozent in den Weg stellt. Nicht viel, aber spürbar. Ich erfreue mich noch gleichermaßen guten Drucks auf die Pedale und lege diesen Abschnitt zügig zurück. Kurz vor dem Passhöhepunkt, buchstäblich 50 meter, überholt mich aber noch ein Linienbus! Gnaaaaa…

Der bietet zwar perfekten Windschatten, ist aber auf der nun folgenden Abfahrt nicht mal auf der Geraden schnell genug für mich. Aber Safety first! Während die Strecke bis zum Stilfser Joch durch die Organisation und Carabinieri zwar nicht vollständig abgesperrt, der Verkehr jedoch stark reguliert und entsprechend auch angehalten wird, gibt es in der Schweiz nichts dergleichen. Ich lasse also erst mal diverse Autos und Motorräder überholen, bevor ich viele Kurven später an einer gut einsehbaren Geraden Stoff gebe und den Bus überholen kann.

Jetzt geht’s schneller vorwärts. Bis zur nächsten Baustelle. Kurz muss ich anhalten, dann werde ich und einge andere Teilnehmer, die aufgefahren waren, als erste vor dem motorisierten Verkehr vom Streckenposten durch gewunken.

Kurz vor Zernez gibt es noch eine Baustelle. Holla, da galt es echt, wachsam zu sein. Was da an groben Schotter und Schläglöchern unvermittelt an den Asphalt anschloss, erforderte umsichtiges Reagieren und Fahrkunst. Ähnliches wiederholte sich zwei-, dreimal auf der Strecke durch das Engadin. Die Schweizer waren fleißig am bauen. Leider kümmerte es sie anscheinend nicht im geringsten, dass da im “fernen” Österreich ein Organisator etwas über 2200 Radler an den Ort lockte… Wie anders ist das doch bei der Maratona dles Dolomites, wo die ganze Region ein Jahr auf das Ereignis hinarbeitet und augenscheinlich alles, bis hin zu den Straßenbaustellen, genau auf die Maratona ausgerichtet ist…

In Zernez gab es nochmal eine Labe, an der ich mir ein paar Schokokuchenstücke und eine halbe Banane gönne. Lange halte ich mich nicht auf. Warte auch nicht extra auf eine große Gruppe, um jetzt durch das für seinen Gegenwind berüchtigte Engadin zu rollen. Zwei Radler sind vorraus – die müssen erst mal reichen. Wie gut das mit dem Abwechseln bei der Führung klappt und wie es mit ihrem Speed bestellt ist, wird sich zeigen.

Schnell schließe ich auf. Langsam sind die beiden nicht, aber auch nicht so richtig schnell. Also erst mal schauen und ein wenig mit den Kräften haushalten. Zweimal wechseln wir uns mit der Führung ab, dann fahren weitere zwei auf uns auf. Die Gruppe wird nun etwas zügiger, bis an einer kurzen Steigung der Führende übermütig wird und zu stark reinhält. Ich find’s gut, der Rest der Gruppe nicht. Auch ihn verlässt kurz drauf sein Dampf und so ziehe ich alleine durch, um weiter vorne zu sehen, auf was ich auffahren kann. Da kommt von hinten einer mit mächtig Dampf. Ich springe auf und gehe schon im Windschatten bis in den EB. Aber das macht Laune und wir wechseln uns gegenseitig ab. Also immer Zone 3, Zone 4. So überholen wir zwei Grüppchen bis wir langsam auf eine 5er Gruppe aufholen, auf die ich mein Auge geworfen hatte. Deren Speed passt und ich muss auch etwas rausnehmen. Das deute ich mit Handzeichen an und wir sortieren uns erstmal hinten rein.

Etwas später kommt noch eine weitere schnelle 3er Gruppe von hinten auf und plötzlich finde ich mich mit diesen Dreien und dem schnellen Teilnehmer von vorhin in der Zuggruppe dieser Reihe. Zu fünft wechseln wir uns regelmäßig ab und zerren ganz ordentlich am Gruppenschwanz. Mal eben, mal in sanften und mal im steileren Gefälle geht es so durch das Engadin bis zur letzten Labe in Martina zu Fuße der Norbertshöhe. Eigentlich muss ich solche “ebenen” Streckenabschnitte ja nicht so haben. Dieses Mal hat es aber Laune gemacht. Ich hatte auch die ganze Zeit eher das Race Face an und anstelle auf die Landschaft habe ich auf den Reifen des Vordermanns geschaut oder beim Führen auf Watt, Tempo und Straßenhindernisse. Hat auf seine Weise Laune gemacht.

Dafür gab’s in Martina erstmal zwei Becher Cola, zwei halbe Bananen und das obligatorische kurze Treffen mit John, der ankam, als ich gerade losfahren wollte.

Ich hätte besser 3 halbe Bananen genommen. Oder die Cola hat nicht ganz bis zur Norbertshöhe gereicht… ;-)

Die bin ich zwar auch noch sehr gut hochgekommen, aber bei den letzten 5 Kehren war der Tank dann doch nicht mehr ganz so voll. Andererseits: das deutet ja auf nahezu perfekte Ernährungsstrategie hin. :)

Wenn ich mir das Sportograf-Foto anschaue, scheint man mir das leicht “ins Reserve gehen” aber gar nicht an zu sehen. Ganz im Gegenteil – ich scheine da wohl gerade vom After-Finish-Beer zu träumen… ;-)

Auf der Norbertshöhe. Jetzt folgt nur noch eine kurze Abfahrt ins Ziel in Nauders. Achtung: Fahrer träumt von kühlen, sprudelnden Hopfengetränken... ;-)

Auf der Norbertshöhe. Jetzt folgt nur noch eine kurze Abfahrt ins Ziel in Nauders. Achtung: Fahrer träumt von kühlen, sprudelnden Hopfengetränken… ;-) (Foto: Sportograf)

Distanz: 165,76 km, Höhenmeter: 3425 m, Zeit: 7 h 31 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,6 km/h, Durchschnitts-HF: 140

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Getestet: Cervo Rosso National Pride Jersey 2.0 Swiss und Corsa Mk 3 Bibshorts

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Cervo Rosso National Pride Jersey 2.0 Swiss

Cervo Rosso National Pride Jersey 2.0 Swiss

Cervo Rosso. Rotwild auf Deutsch. Das zeigt die junge (gerade 3 Jahre alte) schweizer Radbekleidungsmarke auch prägnant in ihrem Symbol, einem symbolisierten Hirschkopf in rotem, umgekehrt tropfenförmigen Feld.

Schweizer Marke? Cervo rosso bezeichnet sich selbst als “swiss-based” – lässt aber viel in Italien produzieren. Das scheint schweizer Gründlichkeit und Qualität mit italienischem Bekleidungs-Know-How zu verbinden und bietet die Gelegenheit, anstelle ostasiatischer Arbeitsbedingungen von zweifelhaften Ruf stattdessen europäische Fertigung zu unterstützen.

Ich hatte ganz zu Cervo Rossos Anfang mal einen kurzen Post zu ihnen geschrieben. Und ich hatte Gelegenheit, eine mir zur Verfügung gestellte Winterhose zu testen, die meinen Anklang gefunden hat.

Was mir bisher immer ein wenig seltsam erschien, war das sehr überschaubare Angebot auf der Webseite von cervo rosso. Die Anzahl verschiedener Bekleidungsteile mag dem jungen Markenalter von cervo rosso geschuldet sein. Sie sind halt noch kein Vollsortimenter, der einen Rennradfahrer mit all seinen Bekleidungsbedürfnissen vom Funktionsunterhemd bis zur Regenjacke in unterschiedlichsten Abstufungen komplett befriedigen kann. Das ist kein Problem. Und es ändert sich auch zunehmend mit immer weiteren Produkten im Sortiment.

Aber auch die Anzahl der verfügbaren Stücke ihres Angebots war bisher meist sehr begrenzt oder bei Null. Die Hose (die Corsa SR01 Thermal Thights), die ich z.B. sehr gut fand, fand sich schon seit längerem überhaupt gar nicht mehr im Sortiment. Just heute, zur Vorbereitung dieses Beitrages, habe ich sie wieder im Sortiment entdecken können.

Nun ja. Im Style-Department ist Cervo Rosso schon mal nicht schlecht aufgestellt, finde ich. Da ich Anfang des Jahres auf der Suche nach einer neuen kurzen Hose war, dachte ich, ich kaufe mir mal ein schönes Set von Cervo Rosso. Die Hose sprach mich vom Design sehr an. Ich mag die Cervo Rosso Typo mit ihren klaren, an Normschrift angelehnten Formen und auch der Look mit den roten Beinabschlüssen gefiel mir. Das passende Trikot bestellte ich gleich dazu.

Alpengetestet: Mit cervo rosso Trikot und Radhose im Kaunertal

Alpengetestet: Mit cervo rosso Trikot und Radhose im Kaunertal

Schon kurz nach der Bestellung war ich also in Besitz des National Pride Jersey 2.0 Swiss und der Corsa Mk 3 Bibshorts.

Lieferung und Verpackung:
1a. In einem Plastikbeutel befand sich eine schöne rote Musette mit cervo rosso Design und in ihr das Trikot und die Bibshorts in ihren Folienhüllen. Dazu lag noch ein Testpaket mit zwei Gelbeuteln des Ausstatters von IAM Cycling, ein Schlüsselanhänger und eine cervo rosso Neopren-Hülle, die man vielleicht als Börse oder Hülle für ein kleines Handy hernehmen kann.

Kurzarm-Trikot National Pride Jersey 2.0 Swiss:
Das allgemeine Design gefällt mir sehr gut. Den Trend zu immer längeren Ärmeln mag mancher gut finden – ich weniger. Mir sind die Ärmel zu lang. Sie reichen bis fast ganz genau an das Ellenbogengelenk. Die Passform des Trikots in Größe M ist für mich aber sehr gut.

Cervo Rosso styled (Trikot, Hose, Socken) im Deilbachtal

Cervo Rosso styled (Trikot, Hose, Socken) im Deilbachtal

Der Kragen ist sehr hochgezogen, dabei aber nicht zu eng. Er engt auch bei längerem Fahren nicht ein. Dennoch: zu Anfang empfand ich ihn durchaus als einen Hauch zu einengend. Das mag sich jetzt wiedersprüchlich anhören. Aber es gibt da einen feinen Unterschied zwischen einem hohen, den Hals gut abschließenden Kragen, der perfekt ist, der sich einfach schließen und öffnen lässt und trotzdem schmeichelt. Der Kragen des Castelli Gabba Convertible Jacket ist dies für mich. Der Kragen des cervo rosso engt zwar nicht ein, aber man merkt anfangs schon, wenn man den Reissverschluss bis ganz oben zieht. Er könnte für mich also einen Hauch weiter oder vielleicht auch nachgiebiger sein.

Die Arme sind wie gesagt sehr lang. Ihr Abschluss wird durch einen etwa 4 cm breiten Bereich gebildet, der innen flächig gummiert wirkt. Das sorgt für Grip am Arm. Dieser ist jetzt nicht unangenehm, aber optimal finde ich das nicht. Es gibt andere Trikots, die ebenfalls eng am Arm anliegen, auch richtiggehend Aero sind, aber ohne eine solche Gripfläche auskommen. Und dabei auch nicht am Arm wandern. So finde ich z.B. das Bioracer Prof. Jersey Bodyfit in der Hinsicht optimal. Beim cervo rosso Jersey muss man den Ärmel dahingegen beim Anziehen erst mal über die Unterarme “ruckeln” und dann den Ärmel vielleicht sogar noch in der Drehung etwas anpassen, damit der restliche Ärmelbereich auch “gerade” und ohne Extrafalten liegt. Ich denke es wird deutlich, dass ich das nicht optimal finde und eine Anpassung deutlich empfehle.

Ein weiterer Minuspunkt, den ich gerade gestern festgestellt habe: Die Beladefähigkeit der Rückentaschen ist leider eher beschränkt. Zwar braucht man nicht jeden Tag die volle Ladung, aber ein Tag in den Alpen (und cervo rosso kommt ja aus der Schweiz, sollte es also wissen) braucht doch schon so einiges an Stauraum: Armlinge, evtl. Beinlinge, leichte Windjacke, Handy, Pocketkamera (ja, unbedingt – never on the saddle without it!), Luftpumpe, Minitool, Flicken (Briefmarkengroß und 3 mm dick), mindestens 4 Riegel o.ä.

Cervo Rosso Bekleidung und Canyon Ultimate CF SLX

Cervo Rosso Bekleidung und Canyon Ultimate CF SLX

Gestern hatte ich alles das dabei. Allerdings ohne Beinlinge und dafür noch ein winziges Gorillapod Kamerastativ. Ich habe es mit Ach und Krach in die Rückentaschen hineinbekommen. In andere Trikots, deren Taschen unbeladen auch nicht der Linie schaden oder schlabbern, geht da doch mehr hinein.

Positiv auf der Taschenseite möchte ich die zusätzliche Reisverschlusstasche auf der mittleren Rückentasche erwähnen.

Der Stoff ist angenehm, aber recht dünn. Während also die langen Arme (bis zum Ellenbogen) und der hohe Halsabschluss auf ein Trikot für die Übergangszeit hindeuten könnten, erscheint mir das Trikot insgesamt eher für sommerliche Temperaturen gemacht. D.h. Arme, Halsabschluss und auch eher auf der knapp geschnittenen Seite befindliche Taschen sind daher eher dem Aero-Effekt als anderen Gründen geschuldet. Da macht das Trikot auf jeden Fall eine gute Figur. Mit seinem Styling ebenso.

Insgesamt kann ich für mich aber nur 3,5 von 5 Sternen vergeben. Ich würde es in dieser Form nicht noch einmal kaufen, obwohl es mir vom Look gefällt.

Corsa Mk 3 Bibshorts:
Zunächst einmal zur Größe. Generell muss ich bei anderen Marken immer Größe M bei Trikots und Größe L bei Hosen bestellen, egal ob Castelli, Assos, Mavic, Champions Systems, Biemme etc. Hier habe ich es gewagt, der Größentabelle von cervo rosso zu vertrauen und habe Größe M bestellt. Und Bingo: Sie passt!

Die Passform finde ich gut. Sie ist auf der engen, raceorientierten und muskelunterstützenden Seite. Die Träger (die Bibs) sind so, wie sie sein müssen. Nicht einengend, im Stehen straff, in der Bikeposition ideal.

Im Deilbachtal

Im Deilbachtal

Gut finde ich die Beinlänge. Endlich mal nicht zu lange Beine, sondern etwas mehr “Luft” zwischen Knie und Beinbund als sonst so (Generell finde ich ja, Radhosen-Hersteller sollten ihre kurzen Hosen mit zwei unterschiedlichen Beinlängen anbieten).

Der Beinbund ist aus dehnfähigem, etwas dickeren Stoff mit cervo rosso Stickerei und innenliegenden Silikonpunkten, die effektiv das Rutschen verhindern. Ich finde Passform und Komfort gut.

Das Polster… Hmm, Hmm. Ich finde, es ist ok – ist aber nicht das Beste, das ich kenne. Es ist jetzt weder besonders komfortabel, noch besonders unkomfortabel. Aber ab und an spürt man es. Und das habe ich sonst so bei keiner Hose – die auch ganz unterschiedlich in ihrer Polsterung sind. Hier verorte ich also Verbesserungspotenzial. Wenn ich momentan auch nicht spezifizieren könnte, in welcher Art.

Sehr interessant finde ich die Wechselwirkung zwischen Hosenstoff und Hosenpolster mit der Art des Sattels. Bis vor kurzem fuhr ich sowohl auf meinem Wilier Triestina als auch auf dem Canyon Selle Italia Sättel. Auf diesem würde ich die Hose nicht länger fahren wollen. Die Hose ist viel zu glatt! Was vielleicht die Beinbewegung durch keinerlei Reiben an Sattelflanken optimal gestalten soll führt so nur dazu, dass man ständig auf dem Sattel hin und her rutscht.

Kennt ihr die Übertragungen von Einzelzeitfahren, z.B. beim Giro d’Italia oder Tour de France? Sicher ist euch aufgefallen, dass da viele Fahrer ständig auf dem Sattel nach vorn rutschen und alle paar Pedalumdrehungen sich wieder nach hinten rücken müssen. Dass das nicht optimal sein kann und auch einfach nur nervt, kann leicht eingesehen werden. Nicht wenige Profis gehen daher soweit und fahren extra aufgeraute Sättel oder haben sogar Textilstreifen aufgeklebt (was wiederum nicht regelkonform war, da es nicht zur Standardausstattung der Sättel gehörte, wenn ich das richtig sehe).

Sei es drum – mich störte es. Aber: Vor kurzem habe ich einen fi’zi:k Testsattel montiert. Und, für mich selbst erstaunenswert: obwohl sich die Satteloberfläche nur minimal weniger glatt als die meiner beiden Selle Italia anfühlt, ist der Effekt mit der Corsa Mk3 deutlich. Damit rutsche ich gar nicht mehr.

Also: zu glatt für Selle Italia Sättel, ok für fi’zi:k Sättel, scheint das Ergebnis. Auch beim Polster: während ich es auf meinen lange gewöhnten Selle Italia Sättel als im Vergleich meiner anderen Hosen als am wenigsten für lange Fahrten bewerte, ist es auf dem fi’zi:k Arione ok. Anscheinend egalisiert dieser Sattel einige Polsterunterschiede. Auf ihm bin ich mit der Corsa Mk3 schon zweimal über 160 km am Stück unterwegs gewesen. Ohne Probleme.

Insgesamt (wegen Polster und unnötiger Glattheit) meine Note aber auch nur 3,5 von 5.

Mit anderen Präferenzen mag sich diese Wertung für euch leicht verschieben – generell finde ich, dass cervo rosso sehr auf die Erfahrungen seiner Nutzer hört und jeweils in die nächsten Produktgenerationen einfließen lässt. Ich bin gespannt, wie es mit weiteren Produkten bei Cervo Rosso weitergeht und wünsche der Marke viel Erfolg.

Upgrade des Canyon: Leistungsmesser Power2Max Type S

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Power2Max Type S Campagnolo am Canyon Ultimate CF SLX

Power2Max Type S Campagnolo am Canyon Ultimate CF SLX

Ich habe noch gar nichts Ausführliches zu meinem neuen Canyon Ultimate CF SLX geschrieben (einfach keine Zeit) und schon wird es aufgerüstet und ich blogge darüber…

An meinem Wilier Triestina GranTurismo fahre ich bekanntlich die Leistungsmessnabe Powertap G3. Hier habe ich dazu und zu Leistungsmessungsoptionen für das Rennrad einiges geschrieben.

Für das Canyon wollte ich unbedingt die Mavic R-SYS SLR WTS Exalith 2 Systemlaufräder haben. Und ich wollte mal eine Leistungsmessung in der Kurbel ausprobieren. Daher war schon beim Kauf des Ultimate klar: Sobald das im Hause ist, wird eine Power2Max-Kurbel geordert.

Mittlerweile gibt es diese nämlich in einer neuen Bauart Typ S. Mit Links-Rechts-Balance (auf die ich gar keinen gesteigerten Wert lege), mit weiter reduziertem Gewicht, mit automatischer Temperaturkompensation (sehr wichtig) und vor allem – auch für und von Campagnolo. Natürlich leider auch wieder mit Campagnolo-Premium-Preis. Dafür aber problemlos gegen die Standard-Campagnolo-Kurbel austauschbar. Und mit gutem Design.

Power2Max Type S Campagnolo, Innenseite Antriebskurbel mit Lager und Hirth-verzahnter Halbachse.

Power2Max Type S Campagnolo, Innenseite Antriebskurbel mit Lager und Hirth-verzahnter Halbachse.

Dass das passen würde, wusste ich nicht nur von Anfragen bei Power2Max, sondern auch vom Profiteam Movistar. Denn das fährt genau wie Katusha u.a. genau meinen Rahmen. Und anders wie Katusha fahren sie Campagnolo. Und seit Anfang dieser Saison fahren sie im Training und im Rennen genau mit dieser Power2Max Type S, die ich jetzt auch eingebaut habe.

Was hätte ich noch für Optionen gehabt?

- Die Powertap G3 Nabe in ein neues handeingespeichtes Laufrad einbauen lassen.

Wie gesagt wollte ich aber einen Systemlaufradsatz testen. Und ich wollte mal ein anderes System als die Powertap testen.

- Das Stages Powermeter.

Hätte ich liebend gerne gemacht. Denn vom Thema Gewicht, Preis und Optik derzeit mein Favorit. Das wird nämlich als kleine Einheit auf die Innenseite der Nichtantriebsseitigen Kurbel aufbondiert. Geht daher aber leider nur auf ganz bestimmten Kurbeln. Davon keine Carbonkurbel. D.h. nicht für Campagnolo.

Nachträgliche Ergänzung (20.07.2014): nach einem sehr bescheidenen Testergebnis in der Cycling Plus (siehe unten in den Kommentaren) und einer seitens Stages ziemlich lapidaren und intelligenzbeleidigenden Antwort auf Nachfragen der Tester (hier nicht wiedergegeben), würde ich persönlich derzeit von diesem Leistungsmesser Abstand nehmen.

- Garmin Vector.

War mir letzten Endes sowohl von Optik als auch von der Haltbarkeit nicht geheuer. Ich habe zu viele Praxisberichte gelesen und gehört, wo die Pedalpots abgebrochen sind. Und zwar nicht aufgrund Unfällen oder Hängenbleiben, sondern beim Montieren. Das passiert sogar Profis, die diese Systeme verleihen und ständig montieren. D.h. der Vorteil, diese Pedale von einem Rad zum anderen zu wechseln, ist gleichzeitig deren Achillesverse. Zudem sind die ermittelten Werte von dem trickreich einzuhaltenden Drehmoment bei der Montage der Pedalpods abhängig.

Mittwoch habe ich die Power2Max von der Post abgeholt. Kettenblätter hatte ich separat bestellt. Ich wollte nämlich Midcompact fahren. Nicht 53/39 (so hatte ich das Canyon beim Kauf konfiguriert), nicht 50/34 (klassisch kompakt – das habe ich am Wilier Triestina), sondern etwas dazwischen: 52/36.

Am gestrigen Donnerstag habe ich mich dann an ein von mir bisher als Buch mit sieben Siegeln betrachtete Stück Technik des Fahrrades gemacht: Ich kann nun offiziell Campagnolo Ultra Torque-Kurbeln demontieren und komplett von Scratch auf- und einbauen. :)

Dazu musste ich leider die tolle SuperRecord Kurbel ausbauen und auf die Titanachse und die extrem leichte SuperRecord-Carbonkurbel verzichten. Aber das war mir vorher klar.

Vorher: SuperRecord Kurbel, 135er Lochkreis, 53/39

Vorher: SuperRecord Kurbel, 135er Lochkreis, 53/39

 

Mittendrin: Kurbel ausgebaut, Blick auf das Tretlagergehäuse.

Mittendrin: Kurbel ausgebaut, Blick auf das Tretlagergehäuse.

Bis auf den Sicherungsfederring war der Zusammen- und Einbau eigentlich recht einfach. Gäbe es diesen nicht, würde ich sagen: einmal gemacht – von da an ein Kinderspiel.

Gestern bin ich auch trotz Nieselregen zu einer ersten Testfahrt aufgebrochen. Schließlich muss alles funktionieren – morgen fahre ich zum Dreiländergiro (hier mein Bericht von 2011) nach Nauders.

Ich muss natürlich noch weiter testen. Aber die Kurbel funktioniert mechanisch einwandfrei (ich scheine sie also richtig eingebaut zu haben ;-)). Leistung und Trittfrequenz wird auch gemessen und auf meinem Garmin Edge 800 angezeigt (Pairing war überhaupt kein Problem) und im Gegensatz zur Powertap-Nabe erscheinen mir die Werte stabiler und vor allem wird auch Vernünftiges auf der Ebene bzw. im leichten Downhill angezeigt. Hier war ich mit der Powertap nie so ganz zufrieden.

 

Espresso Probepaket

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Espresso-Sorten Probierpaket

Die Eureka Mignon Kaffeemühle braucht Futter. Ich habe immer noch nicht meinen Espresso gefunden. Was auch sein Gutes hat – so kann ich nach Herzenslust weitere Sorten ausprobieren. :)

Hier die neueste Probier-Lieferung von der Kaffeezentrale. Ich habe mal das Probierpaket Mittel bestellt. Aktuell ist der MokaMo in der Mühle. Bei der Beschreibung wird ausgeführt: “Rund und doch mit Ecken und Kanten”. Ich persönlich sage momentan: schön rund, aber gerade ohne Ecken und Kanten. Was ich auch gerade ganz gut finde. Dann doch aber etwas langweilig und für Cappuccino fehlt mir doch noch der “Punch”. Aber ich habe ja noch 5 weitere Sorten. :)

Vorratslieferung Energie ;-)

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Eine Lieferung Energie für Unterwegs

Eine Lieferung Energie für Unterwegs

Einmal im Jahr bestelle ich schon mal etwas mehr. Meist für den Sommer. Im Winter braucht man aufgrund Länge und/oder Intensität der Trainingsfahrten eher wenig bis nichts, um sich unterwegs zu verpflegen. Auch in der Flasche ist dann meist nur reines Wasser.

Zwischendurch kaufe ich mir einfach im lokalen Lebensmittelhandel bzw. im Drogeriemarkt Powerbar-Riegel bzw. sehr gerne auch solche Haferriegel mit etwas Cappuccinocreme-Überzug. Oder auch mal anderes. Und habe je nach Länge der Tour dann auch immer einfach auch irgendwelche selbst gemachten ‘Portables’ aka Silberlinge (da meist in Alufolie eingepackt) dabei. Das kann vom einfachen Käsebrot bis zum selbstgebackenen Reisriegel reichen.

Für den Sommer, besonders auch für Trainingsurlaube lohnt es sich aber, direkt mal eine etwas größere Bestellung durchzuführen. Da ich in letzter Zeit viel Gutes über Sponser gelesen hatte und mir auch deren säurefreie Energie-Getränke-Pulver als sehr sinnig erschienen, hatte ich für die Provence mal ein Testpaket geordert. Da mich das überzeugt hatte, jetzt mal eine zweite, größere Bestellung.

Gerade auch der Competition Sport Drink gefällt mir dahingehend, dass er einerseits wie gesagt säurefrei ist und andererseits wirklich extrem zurückhaltend in der Geschmacksintensität ist.

Jetzt hab’ ich nur noch das Problem, das mir Sponser für diesen Beitrag leider überhaupt nix bezahlt. ;-)

Andererseits: Es gibt bestimmt auch dutzende andere tolle Sportnahrungsprodukte. ^^

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