“Century”-Schleife Wuppertal-Leverkusen-Hagen durch das Bergische und das Sauerland

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Vergangenen Samstag habe ich beim Frühstück den Regen abgewartet und bin dann auf eine schöne, trockene, sonnige und lange Tour über etwas mehr als 160 km aufgebrochen, um einen “Century” voll zu bekommen: 100 Meilen. 170 km waren’s am Ende geworden.

Erst gezuppel durch Wuppertal, dann schön durch das Morsbachtal gerollt – da war aber am Anfang Vollsperrung. Musste mich erst mal durch die Baustellenmatsche kämpfen.

Dann von Unterburg hoch nach Solingen: Schöner Anstieg mit sehr moderater Steigung. Bin den Anstieg besonders am langen (und eher flachen) Ende voll gefahren. Muss aber stärker von unten Anfangen und brauche eine Sub 10er Zeit für ein Vorstoßen in die Top Ten des entsprechenden Strava-Segmentes (Unterburg – Solingen), habe ich festgestellt..

Nach Solingen (anfangs zu viele Ampeln da) eine schöne, rustikale Straße (die Lacher Straße) durch ein Stück Wald und mit Kopfsteinpflaster-Banketten abgefahren und beim Wipperkotten (www.wipperkotten.de und www.schleiferei-wipperkotten.de) heraus gekommen. Dort auch den ersten selbstgemachten Reiskuchen-Riegel gegessen (gleich den zweiten hinterher, es waren schon 2 Stunden um ^^).

Fotos (besonders von der anderen Wupperseite gemacht) und dann weiter gefahren.

Durch das Diepental weiter und später herunter Richtung Odenthal zum Altenberger Dom und diesen zum ersten Mal besucht und mich dort umgesehen. Beim direkt benachbarten Kiosk vom Märchenwald ein Twix und eine Apfelschorle gekauft, halb getrunken, halb in die Flasche gefüllt und weiter.

Bei Hückeswagen hoch über Pixberg und zur Vorsperre, dann weiter Richtung Radevormwald. Dort eine gute Verpflegungsmöglichkeit gefunden: Eine Türkische “Bäckerei”. Habe mir dort einen günstigen und guten Kaffee und ein Käsebrötchen mit Ei, Gurke und Tomaten gegönnt und ein Hörnchen mitgenommen. Über die Ennepetalsperre dann weiter hoch nach Breckerfeld und von dort dann Downhill-Spaß runter nach Hagen hinein.

Von Hagen durch das Haspe-Tal hoch nach Ennepetal und später über die Holthausener Talstraße hoch nach Königsfeld. Da war dann auch schon Beyenburg erreicht und ich konnte danach dann locker, aber immer noch mit erstaunlich gutem Druck die Beyenburger Straße wie gewohnt zurück nach Wuppertal fahren.

Nach dem kurzen Test gestern war das an diesem Tag der erste richtige Einsatz des  Tune Komm-Vor Sattels. Super! Hat mit wehenden Fahnen bestanden.

Distanz: 169,8 km, Höhenmeter: 2.214 m, Zeit: 9 h 00 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,9 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,8 km/h, Durchschnitts-HF: 125

auf Strava:

Strava_09082014

Neuer Popo-Schmeichler. Tune Komm-Vor – erster Eindruck.

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Canyon Ultimate CF SLX mit Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz

Canyon Ultimate CF SLX mit Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz

Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz an meinem Canyon Ultimate CF SLX

Tune Komm-Vor Carbon Sattel zweifarbig rot/schwarz an meinem Canyon Ultimate CF SLX

92 gramm Carbon. Zugelassen nicht nur für Rennräder. Machte heute vom ersten Meter an einen sehr guten Eindruck.

Ich habe ja jetzt schon einige Zeit den Selle Italia vom Rennrad abmontiert und von fi’zi:k den Arione während meines Südtirol-Aufenthalts und in der Folge den Antares getestet. Beide haben mir gut gefallen. Besser als der Selle Italia. Der Arione noch etwas besser und vielseitiger als der Antares. Bevor ich aber den Arione in einer passenden Farbe (scharz-rot) für’s Canyon kaufe, dachte ich mir: “Hey, davor teste ich auch noch den Tune Komm-Vor”

Mal schauen, was der Hintern morgen nach einer langen Wochenend-Tour sagt… :)

Noch was Neues. Heute auch an’s Rad geschraubt. Habt ihr’s schon gesehen? Ja, ein Arundel Mandible Flaschenhalter. In den Trivio Carbon Slimline wandern die Flaschen bei rauhen Straßen immer weiter nach oben. Bis sie dann bei sehr heftigem Untergrund auch rausfliegen (wenn man sie nicht wieder reindrückt). Das ist natürlich Müll. Mit dem Arundel passiert das nicht und die Flaschen gehen super rein und raus. Den zweiten schraube ich daher auch noch ran. :)

Edit: 10.08.2014

Jau. Der isses! :)

Fantastischer Sattel. Passte mir vom ersten Meter an. Und er entäuschte auch nicht über die Langdistanz. Gestern 170 km durch das Bergische Land und das Sauerland. Die ganze Zeit keine Probleme. Und während ich sonst nach solch langen Distanzen (und schon vorher) froh bin, in den Wiegetritt gehen zu können und den Hintern zu entlasten bzw. das dann irgendwann auch zu müssen; also auch in der Ebene einfach mal aus dem Sattel zu müssen… Gestern überhaupt kein Problem. Selbst auf den letzten Metern konnte ich immer noch mit vollem Druck aus den Beinen pedalieren. Sehr cool!

Weiterer Vorteil des des Tune, neben dem Gewicht: für die Fi’zi:k-Sättel (sowohl Arione als auch Antares) musste ich die Sattelstütze 1 cm im Vergleich zum Selle Italia SLR weiter einschieben. Aufgrund deren Gestellkonstruktion. D.h. 1 cm potenzielle Dämpfung aus der Sattelstütze weniger.

Mit dem Tune gewinne ich diesen cm zurück. Konnte die Sattelstütze also wieder weiter heraus ziehen. Und damit kann die Canyon-Sattelstütze wieder das noch besser machen, wofür sie da ist: natürlichen Flex und Dämpfung bereitstellen. Doppel-Win! :)

Rad am Ring 2014 – Team Wittgenstein wieder an der Nordschleife

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RaR zum Dritten: Routine, angenehmes Wetter, beste Bedingungen und familiäre Runde.

Von Samstag, den 26.07. auf Sonntag, den 27.07. und mithin auf einem ganz neuen Termin im Jahr, nämlich im Sommer anstelle Herbst, fand das diesjährige 24-Stunden Rennen Rad am Ring 2014 statt.

Sheer "Riding" Pleasure! :) Start-Ziel-Gerade und Leuchtspuren

Sheer “Riding” Pleasure! :) Start-Ziel-Gerade und Leuchtspuren

Ich war mit dem Radteam Wittgenstein zum dritten Mal dabei. Dieses Jahr war unsere Runde (auch aufgrund der Urlaubszeit) kleiner als sonst, aber immer noch gleich professionell unterwegs. Küchenzelt mit 2 Kühlschränken, Bierzeltgarnituren, Kochfeld, Gasgrill und was man so braucht, Mannschaftszelt, Notebook für das Füttern des Livetickers – alles am Start.

Dieses Jahr lag der Fokus eindeutig auf dem Rennrad. In der Tat: wir hatten leider auch nur einen einzigen Mountain-Bike-Starter dabei. Sehr gefreut hat mich aber, dass wir diesmal sogar zwei 4er Rennrad-Teams für die 24 Stunden nebst einigen Startern der 75er und 150er Rennen stellten.

Fast ein bisschen gefehlt hat mir das größere “Hoscha” in der Nacht. Es ist schon ein Unterschied, ob lediglich 2 Teams und 1 Solostarter auch in der Nacht unterwegs sind oder ob 2 bis 3 Solofahrer versorgt werden müssen und weitere 2er und 4er Teams ständig wechseln.

Die Nacht macht es so speziell: In der Dämerung war ich wieder mit kleinem Carbonstativ und der Sony RX 100 unterwegs. Leuchtspuren und im Hintergrund der Turm der Nürburg.

Die Nacht macht es so speziell: In der Dämerung war ich wieder mit kleinem Carbonstativ und der Sony RX 100 unterwegs. Leuchtspuren und im Hintergrund der Turm der Nürburg.

Aber die Truppe, die dieses Jahr wieder beisammen war, hat es mehr als Wett gemacht. Das gute Wetter – es war nicht zu heiß, es war auch nicht immer strahlend blauer Himmel, aber es blieb trocken und durchaus auch sonnig – tat sein übriges dabei. Und so war mal wieder tolle Stimmung am Ring.

Ruck Zuck ist nach dem Start um 13:13 auch mein Turn dran. Ich soll die dritte Runde für unser Team wahrnehmen. Und was soll ich sagen: Von der ersten Sekunde war mein Motto: Race is on! :)

Kurze Gegenanstiege werden mit ordentlich Zug und Druck im großen Gang durchgedrückt (Foto: Sportograf).

Kurze Gegenanstiege werden mit ordentlich Zug und Druck im großen Gang durchgedrückt (Foto: Sportograf).

Ich fahre mich ein klein wenig behelfsmäßig im Fahrerlager und Expobereich warm, gucke immer mal wieder an unserem Wechselpunkt vorbei, drehe dabei immer kleinere Runden, um Carsten nicht zu verpassen und da ruft Andreas schon “Carsten kommt!”. Ok – hingestellt, Transponder übernommen und los. Race is on!

Die Rennstrecke mit den rotweissen Curbs, weiten Kurven und dem Auf und Nieder (Foto: Sportograf)

Die Rennstrecke mit den rotweissen Curbs, weiten Kurven und dem Auf und Nieder (Foto: Sportograf)

Ich habe voll reingehalten. In meiner ersten Runde muss ich bei der Fuchsröhre aufpassen, ausgerechnet dort wird es etwas enger. Sonst ist in dieser dritten Runde des Rennens schon vergleichsweise freies Feld auf der Strecke. Windschatten von Döttinger Höhe bis Tiergarten zu erhalten, fällt schwer. Was sich dort findet, ist mir zu langsam. Erst sehr spät findet sich jeweils jemand oder ein kleines Grüppchen, wo das Tempo passt. Das ist mir aber egal – ich will hier keine Energie sparen, ich will möglichst schnelle Runden fahren. Dabei hilft natürlich, wenn sich zwei oder mehr ähnlich starke und gewillte Fahrer finden und zusammenarbeiten. Dreimal in meinen 6 Runden findet sich das auch: Teilweise von Antoniusbuche durch die ganze Grand Prix Strecke kann ich da mit jeweils einem Partner richtig cool reintreten und mich abwechseln. Das in Verbindung mit der Kurvenhatz durch die Grand Prix Strecke hat richtig viel Laune gemacht!

Genialer Asphalt und Highspeed-Kurven. (Foto: Sportograf)

Genialer Asphalt und Highspeed-Kurven. (Foto: Sportograf)

Für Runde 1 und Runde 2 (Unsere Teamrunden 3 und 7) gemeinsam gibt mir die Trainings-Auswertungssoftware Golden Cheetah im Nachgang einen Intensitätsfaktor von 1,005 an. Also intensiver gefahren als die im vorhinein durch Test ermittelte Stundenleistung in Form der Functional Threshold Power (FTP).

Und das, wo ich die zweite Runde vermeintlich lockerer angegangen bin. Aber wirklich nur ein winziges bisschen. Am Anfang. Die Hohe Acht zog sich auch irgendwie mehr als in der ersten Runde. Ach was. ;-) Beim Wechsel war ich dann aber überrascht – ich habe ziemlich exakt die gleiche Zeit wie in der ersten Runde hingelegt: mein Radcomputer zeigte nach diesen zwei Runden 52 km und 1:37:45 gesamt an. Also selbstgestoppt von Wechsel zu Wechsel für die 1. Runde  48:50 min und für die 2. Runde 49 Min.

Im "Tag Team" abwechselnd über Döttinger Höhe bis durch die Grand Prix Strecke. Mit ihm hier habe ich mich gut abwechseln können. (Foto: Sportograf)

Im “Tag Team” abwechselnd über Döttinger Höhe bis durch die Grand Prix Strecke. Mit ihm hier habe ich mich gut abwechseln können. (Foto: Sportograf)

Um 21:30 Uhr bricht dann die Dämmerung an, wir machen das Lagerfeuer im Camp an. Und um 01:03 werde ich zu meinem Nacht-Doppelstint aufbrechen.

Die Nacht ist natürlich das, was so ein 24h-Rennen so besonders macht. Eine ganz eigene Stimmung. Nochmals etwas leerer als am Tag. Aber auch wieder beste Bedingungen. Was mich selbst wundert: ich bin konstant gut unterwegs, trotz dass sich die hohe Acht von mal zu mal zäher anfühlt. Für die 1. Runde brauche ich 52 min und für die 2. Runde 60 min inkl. kurzen Stop an der hohen Acht, um einen Becher Isoplörre zu nehmen und Ralf per Handy anzuklingeln, damit er sich bereit machen kann. In dieser zweiten Runde hatte ich hinter dem Bergwerg am Begin der Steigungsstrecke auch einen kurzen Krampfansatz am Oberschenkel innen rechts – konnte aber nach ein paar langsamen, dehnungsbetonten Pedalumdrehungen wieder normal weiterfahren. Fuhr danach aber erst mal betont höherfrequent. Auch das hat zur 60er Zeit der 2. Runde beigetragen.

Was ich aber in der Nacht endlich wirklich ausnutzen konnte, war die brachiale Lichtpower meiner Lupine Wilma. Im letzten Jahr hatte ich mich im Regen und dichten Nebel mit dem Ding nur selbst geblendet und musste niedrigste Stufe fahren. Jetzt konnte ich in der ganzen ersten Rundenhälfte und den folgenden Gefällestrecken volle Pulle aufblenden. Ahhhh, hervorragende Sicht! :)

Flashing through the night :) (Foto: Sportograf)

Flashing through the night :) (Foto: Sportograf)

Nachdem ich wieder reingekommen bin, muss ich natürlich erst mal etwas runter kommen, etwas essen, Zeiten checken etc. bevor ich zu einer kurzen Nachtruhe hinlegen kann. Mit Ohropax und einem Socken über den Augen kann ich in meinem Schlafsack tatsächlich volle 2 Stunden durchschlafen. Frühzeitig vor meiner 5. Runde stehe ich aber für die Morgentoillette und einem kleinen Frühstück von 2 halben belegten Brötchen und ‘nem halben Kaffee auf und mache mich für meine Runde fertig.

Sicherheitshalber habe ich rund 5 volle Kits (Trikots mit diversen Armlängen und Bibshorts) dabei. Damit war zwar die Tasche voll, aber auch dafür gesorgt, das auch bei Regenrunden und schlechten Trockenmöglichkeiten immer frische und trockene Klamotten bereit waren. Das war auch ohne Regen gar nicht so verkehrt. Denn in der Nacht wurde es zwar nicht kalt – aber ganz schon klamm. Und so hatte ein weiteres neues Tool einen guten Auftritt: mein frisch für den Ring erworbener elektrischer Schuhtrockner! :)

Sonntag morgen ist es noch etwas frisch, daher die Windweste und Armlinge - aber keine Müdigkeit vorschützen. ;-) (Foto: Sportograf)

Sonntag morgen ist es noch etwas frisch, daher die Windweste und Armlinge – aber keine Müdigkeit vorschützen. ;-) (Foto: Sportograf)

Geniales kleines Ding! Wie ein Fön, nur für zwei Schuhe gleichzeitig und mit sanfter Dauerleistung. Noch im Schlafsack habe ich es vor dem Aufstehen eingeschaltet, damit ich in schöne trockne und angewärmte Schuhe schlüpfen konnte. Ahhh – tolle Sache! Der Neid meiner Teamkollegen war mir gewiss. ;-)

Die 5. Runde war also am Sonntag morgen. Bei schönstem Wetter. Der Aufstieg bis zur hohen Acht fühlt sich wiedermals etwas zäher an. Überraschenderweise kommen dennoch immer wieder gute Zeiten bei herum. 54 Minuten benötige ich selbstgestoppte für diese Runde. Hach, die Sonne scheint und jedes Mal präsentiert sich der Ring von einer anderen Seite, präsentiert andere Stimmungen und andere Ausblicke. Von Jahr zu Jahr, von Runde zu Runde. Jetzt im Hellen erscheinen verschiedene Abschnitte auch wieder im Augenlicht ganz anders als sie in der vergangenen Nacht in den Beinen nur gespürt und im Lampenschein erahnt wurden.

Gas gas gas (Foto: Sportograf)

Gas gas gas (Foto: Sportograf)

Mittlerweile hat sich Carsten ausgeklinkt, wir sind nur noch zu dritt. Das passt mir ganz gut – ich brauche unbedingt noch meine 6. Runde, damit ich die fehlenden Höhenmeter für die Rapha Rising Climbing Challenge auf Strava beisammen bekomme.  Während dieser Runde wird nochmal ordentlich geschwitzt. Mittlerweile steht die Sonne voll auf dem Kesselchen. Die Strecke war auch wieder etwas voller. Man musste wieder mehr bei den Abfahrten aufpassen. Dafür hatte ich wieder einen guten Partner für den Rest der Döttinger Höhe und den Grand Prix Strecken-Abschluss gefunden. Im Tag-Team sind wir wechselnd führend dadurch gezogen was insgesamt dann wieder in einer 52 Minuten Runde mündete.

Mein Canyon Ultimate CF SLX, geniales Fahrverhalten: ob hoch zur hohen Acht kletternd, durch High Speed Kurven zirkelnd oder im Schuss und mit Zuversicht durch die Fuchsröhre. (Foto: Sportograf)

Mein Canyon Ultimate CF SLX, geniales Fahrverhalten: ob hoch zur hohen Acht kletternd, durch High Speed Kurven zirkelnd oder im Schuss und mit Zuversicht durch die Fuchsröhre. (Foto: Sportograf)

Es wäre teamseitig danach noch Luft für noch eine, sogar lockere, Runde gewesen. Aber ich wollte jetzt nicht unbedingt einen Doppelstint fahren und die Kollegen waren nun auch nicht sehr erpicht. Ohnehin ist unser “Traditionsteam” mehr aus Spaß an der Freude mit jeweils unterschiedlichen Handicaps und Leistungsniveaus am Start. Ganz im Gegensatz zu unserem diesjährigen zweiten 4er Rennrad-Team. Die Jungs waren sehr ambitioniert und haben eine tolle Leistung hingelegt. Mit Rundenzeiten, die fast durchgehend im Bereich zwischen 52 bis 58 Minuten liegen, bringen ihnen am Ende 26 gefahrene Runden Platz 122 ein. In meinem Team fahren wir 21 Runden zusammen und belegen damit Platz 414.

Lotterhaufen. So kann das ja auch nix mit mehr als 21 Runden werden. Der einzige aus meinem 4er-Team, der sich zünfiig in's 2014er Trikot geworfen hat, bin ich. Mit im Bild (und auch im Team-Trikot: Gerd, der als sehr, sehr lockerer 24h-Starter dieses Jahr sein Ring-Debut gegeben hat) (Foto: Sportograf)

Lotterhaufen. So kann das ja auch nix mit mehr als 21 Runden werden. Der einzige aus meinem 4er-Team, der sich zünfiig in’s 2014er Trikot geworfen hat, bin ich. Mit im Bild (und auch im Team-Trikot: Gerd, der als sehr, sehr lockerer 24h-Starter dieses Jahr sein Ring-Debut gegeben hat) (Foto: Sportograf)

Auch dieses Mal war die gesamte Atmosphäre wieder so toll, dass das nächste Jahr auf jeden Fall wieder gesetzt ist! :)

Dazu gehört die Rennstrecke in der Kombination aus Nordschleife und Grand Prix Strecke. Dazu gehört auch der Racemodus bzw. die Mischung der verschiedenen Racemodi (GCC-Rennen, 2er, 4er, 8er und Solo-24h-Rennen für Rennrad und Mountainbike – aber bitte, bitte: auf 24h e-Bike-Rennen kann ich wirklich verzichten – das passt nicht rein). Dazu gehört das Zusammensein im Team und im Basecamp. Und dazu gehört auch, dass dieses Rennen ein Stelldichein der deutschen (und teilweise europäischen) Rennradszene ist. Es gibt so viele Bekanntschaften (sei es online wie Twitter, Strava oder Rennradnews-Forum oder real live) die sich auch jedesmal oder in wechselnder Zusammensetzung am Ring einfinden. Und so hatte ich auch einige Arbeitskollegen getroffen und besucht und auch Twitterbekanntschaften mal in ihrem Camp besucht und ein paar Worte gewechselt – auch, wenn ich dafür erst mal Schleichwege zu den entlegenen DD-Parzellen erkunden musste… :)

Meine Runden auf Strava:

Runde 1+2, Runde 3+4 (Nacht-Doppelstint), Runde 5+6

Insgesamt waren es 156 km und 3469 Höhenmeter die dieses Jahr wieder durchgehend auf Vollgas von mir zurück gelegt wurden. Das finde ich das tolle am 4er Team. Jedes Mal alles geben können und dazwischen Zeit für soziale Interaktionen und zum Herumschauen und aufsaugen der Ring-Atmosphäre zu haben. 2015 daher auf jeden Fall wieder! Vielleicht aber mal 24h Solo? So zum ausprobieren? Mal sehen…

Wiederholungstäter: Dreiländergiro reloaded – 2014 SPOOCHA Edition

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Am Stilfser Joch beim Dreiländergiro 2014 (Foto: Sportograf)

Am Stilfser Joch beim Dreiländergiro 2014 (Foto: Sportograf)

Der Dreiländergiro war 2011 mein erster Rennrad-Alpenmarathon. Hier habe ich ausführlich darüber geschrieben. Im Vergleich zum Ötztaler Marathon oder der Maratona dles Dolomites ist das eher eine kleinere Veranstaltung mit rund 2200 Teilnehmern. Anziehungspunkt und Highlight ist natürlich das Stilfser Joch, der Passo dello Stelvio. Die Königin der Passstraßen und mit ihren 48 Kehren zur 2757 m hoch gelegenen Passhöhe einer der prestigeträchtigsten Anstiege in Europa.

Nach mittlerweile 2 Auffahrten lockte es mich diesmal wieder. Hauptgrund meiner nochmaligen Teilnahme war aber das Team Spoocha. Viele der Teilnehmer kenne ich von einigen gemeinsamen Ausfahrten im Raum Bochum, Wuppertal, Elfringhauser Schweiz und drum herum. Und die Idee bzw. der Slogan “Share your Fortune” ist es allemal Wert, unterstützt zu werden. Die Zielsetzung von SPOOCHA (Sport organisiert Charity) ist es, mit sportlichen Aktionen und Projekten Aufmerksamkeit und Spendengelder für gemeinnützige oder individuelle Hilfsprojekte zu sammeln.

Und wenn man das noch mit dem gemeinsamen Erlebnis eines Radsportevents in den Alpen verbinden kann – um so besser! :)

SPOOCHA does 3LG. Wirklich ein sehr schön designtes und hochwertiges Racefit Jersey von Bioracer.

SPOOCHA does 3LG. Wirklich ein sehr schön designtes und hochwertiges Racefit Jersey von Bioracer.

Mit ganzen 26 Teilnehmern (teilweise aus ganz Deutschland) fand sich also unser Team fast vollständig im Hotel ‘mein Almhof’ ein und verbrachte das Wochenende dort. Einige waren schon in der Vorwoche angereist, viele am Freitag und ich selbst stieß am Samstag abend hinzu.

Es war richtig toll. Ein solches Event mit einem so großen Team und netten Menschen zu verbringen, macht richtig Laune. Aufenthalt, das Rennen und das gemeinsame Abhängen und warten auf die Zieleinläufe aller weiteren Teammitglieder hat so viel Spaß gemacht.

Insgesamt brachte uns das auch den Erfolg und den Pokal für den zweiten Platz für die teilnehmerstärkste Mannschaft ein.

Das Hotel, obgleich nicht die günstigste Übernachtungsgelegenheit, fand ich für die Giro-Teilnahme ideal. Quasi direkt an Start- und Ziellinie gelegen, konnten wir morgens direkt aus der Hoteleinfahrt in die Startaufstellung gehen.

Bei der Startaufstellung vor dem Hotel.

Bei der Startaufstellung vor dem Hotel.

Und der Weg vom Ziel zur Dusche bzw. zum inkludierten Nachmittagssnack ging kaum kürzer. Hmm, leckeren Cappuccino, Kaiserschmarrn und sortierte Küchlein in der Lounge mit Blick auf Zieltreiben und Schloss Naudersberg. Natürlich erst nach der Dusche, einem Recovery Drink und auch erst nach einem (alkoholfreien ;-)) Bier.

Wie war das Rennen bzw der GranFondo?

Bei bestem Wetter – den ganzen Tag sonnig, dabei nicht zu warm – ging es morgens um 06:30 Uhr (natürlich zu dieser Zeit noch recht kühl) los. Zwar sind wir von Spoocha gemeinsam losgerollt, aber schon beim Rollen und Lücken finden bis zur Startlinie verteilten wir uns unweigerlich recht schnell. Schon nach wenigen Metern erblickte ich allerdings Andy und Giulietta und gemeinsam fuhren wir, über diverse Frühjahrsevents in Belgien plaudernd (an denen ich bisher noch nicht teilgenommen habe) über den Reschenpass und dann nach der Abfahrt hinunter nach Glurns weiter bis Prat.

3 x SPOOCHA bei Glurns (Foto: Sportograf)

3 x SPOOCHA bei Glurns (Foto: Sportograf)

Im Anstieg zum Stilfser Joch blieb Andy bei Giulietta, wir wünschten uns einen schönen Tag und ich zog an. Ich wollte mich am Stilfser Joch zwar nicht komplett verausgaben, aber ich wollte schon zügig und mit neuer Bestleistung da hoch fahren. Das war wie gesagt meine dritte Auffahrt. Die erste, 2011, wie im dortigen Dreiländergiro-Bericht geschildert. Locker, haushaltend, Alpenunerfahren, wenig allgemeine Trainingserfahrung mit dem Rennrad und mit meinem damaligen Cube Streamer Alu-Rennrad. Im letzen Oktober zum zweiten Mal. Im Rahmen eines Dolomitenurlaubs. Mit meinem Wilier Triestina und solo. Oben am Joch fuhr ich da in Wolken und kalten Niesel ein. Und jetzt nochmals beim Dreiländergiro (semi-abgesperrte Strecke) mit meinem Canyon Ultimate CF SLX bei besten Bedingungen.

Stilfser Joch. Noch 20 Kehren (die man hinter mir zur Rechten sehen kann) bis zur Passhöhe. Laune und Leistung bestens. :) (Foto: Sportograf)

Stilfser Joch. Noch 19 Kehren (die man hinter mir zur Rechten sehen kann) bis zur Passhöhe. Laune und Leistung bestens. :) (Foto: Sportograf)

Es ist schon nett, wenn man quasi die ganze Zeit nur andere Teilnehmer überholen kann. Und nur ganz wenige Male selbst überholt wird. Was aber einfach nur heisst, dass die ganz schnellen Jungs und Mädels einfach schon längst vor einem selbst sind. ;-)

2 h 03 Minuten und 21 Sekunden benötigte ich für das Stelvio-Segment auf Strava. Damit habe ich mich zu 2011 um knappe 50 Minuten (2 h 53 Minuten und 4 Sekunden) verbessert. Ich habe allerdings beide Verpflegungsstationen, sowohl die bei Trafoi als auch die an Kehre 1, einfach links liegen gelassen. Da war zu viel los und ich hatte eh 2 Riegel und 1 Gel dabei. 1 Riegel und 1 Gel habe ich auch im Anstieg verzehrt. Das war genug bis zur nächsten Labe unten in St. Maria nach der Abfahrt vom Umbrail. 2 Stunden und 3 Minuten. Eiei – hätte ich das vorher gewusst… Jetzt ist ja klar, was als nächstes dran ist. Ich muss nochmal hin und die zwei Stunden unterbieten… ;-)

Kurz unterhalb der Passhöhe, direkt vor Kehre 1 (Foto: Sportograf)

Kurz unterhalb der Passhöhe, direkt vor Kehre 1 (Foto: Sportograf)

Insgesamt habe ich eine Zeit von 7 h und 31 Minuten (7 h 00 netto) benötigt. Im Vergleich zu meiner ersten Teilnahme (09 h 48 Minuten gesamt) habe ich mich also um 2 h und 17 Minuten verbessert. Nicht schlecht. ^^

Dennoch habe ich mir die Zeit für einige Fotos genommen. Wenn auch nur jeweils auf den Passhöhen von Stilfser Joch und Ofenpass.

Passschild Stelvio samt Canyon Ultimate CF SLX - so viel Zeit muss sein.

Passschild Stelvio samt Canyon Ultimate CF SLX – so viel Zeit muss sein.

Angenehmes Wetter, aber noch sehr kalt oben am Joch.

Angenehmes Wetter, aber noch sehr kalt oben am Joch.

Oben am Joch treffe ich auch Eva und ihren Freund, unten bei der Labe in St. Maria kommen kurz hinter mir Lee und zweimal Ralf an. Alle drei lasse ich vor mir ziehen, hole Ralf aber kurz vor der Passhöhe des Ofenpasses wieder ein. Lee und Ralf Nr. 2 muss ich an der Passhöhe verpasst haben. Ich glaube, sie haben dort gemeinsam eine Cola genommen, während ich mit fotografiert werden und andere Fotografieren beschäftigt war. :)

Typisches Rennradfahrer-Passfoto. Muss auch mal im Rennen sein. ;-) Man beachte die durch den heftigen Gegenwind aufgeplusterte Windjacke.

Typisches Rennradfahrer-Passfoto. Muss auch mal im Rennen sein. ;-) Man beachte die durch den heftigen Gegenwind aufgeplusterte Windjacke.

A pro pos Wind. Der war dieses Mal wirklich sehr spürbar. Den ganzen Anstieg (und auch die Abfahrt) zum Ofenpass herrschte starker Gegenwind. Meine Herren. Bergauf reichte nicht. Da musste noch Gegenwind hinzu. ;-)

Sagte ich schon, dass das Stilfser Joch das Highlight des Dreiländergiro ist? Die Abfahrt vom Umbrail ist auch toll.

In der Abfahrt vom Umbrail-Pass (Foto: Sportograf)

In der Abfahrt vom Umbrail-Pass (Foto: Sportograf)

Aber der Ofenpass… Ja, ein Pass halt. Mit seinen eher langen gerade Abschnitten (und vor allem dem Gegenwind) zieht er sich aber schon. Landschaftlich vermag er dass im Anstieg nicht so ganz wett zu machen. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau. Schönes Wetter und Alpen drum herum – das ist doch schon mal die halbe Miete. :)

Der Ofenpass hat auch zwei “Gipfel”. Nachdem man erst mal ein gutes Stück abgefahren ist, geht beim Abzweig zum Lago di Livigno eine zweite Gegensteigung los, die nochmals rund 170 Höhenmeter, allerdings bei moderaten durchschnittlichen 3 Prozent in den Weg stellt. Nicht viel, aber spürbar. Ich erfreue mich noch gleichermaßen guten Drucks auf die Pedale und lege diesen Abschnitt zügig zurück. Kurz vor dem Passhöhepunkt, buchstäblich 50 meter, überholt mich aber noch ein Linienbus! Gnaaaaa…

Der bietet zwar perfekten Windschatten, ist aber auf der nun folgenden Abfahrt nicht mal auf der Geraden schnell genug für mich. Aber Safety first! Während die Strecke bis zum Stilfser Joch durch die Organisation und Carabinieri zwar nicht vollständig abgesperrt, der Verkehr jedoch stark reguliert und entsprechend auch angehalten wird, gibt es in der Schweiz nichts dergleichen. Ich lasse also erst mal diverse Autos und Motorräder überholen, bevor ich viele Kurven später an einer gut einsehbaren Geraden Stoff gebe und den Bus überholen kann.

Jetzt geht’s schneller vorwärts. Bis zur nächsten Baustelle. Kurz muss ich anhalten, dann werde ich und einge andere Teilnehmer, die aufgefahren waren, als erste vor dem motorisierten Verkehr vom Streckenposten durch gewunken.

Kurz vor Zernez gibt es noch eine Baustelle. Holla, da galt es echt, wachsam zu sein. Was da an groben Schotter und Schläglöchern unvermittelt an den Asphalt anschloss, erforderte umsichtiges Reagieren und Fahrkunst. Ähnliches wiederholte sich zwei-, dreimal auf der Strecke durch das Engadin. Die Schweizer waren fleißig am bauen. Leider kümmerte es sie anscheinend nicht im geringsten, dass da im “fernen” Österreich ein Organisator etwas über 2200 Radler an den Ort lockte… Wie anders ist das doch bei der Maratona dles Dolomites, wo die ganze Region ein Jahr auf das Ereignis hinarbeitet und augenscheinlich alles, bis hin zu den Straßenbaustellen, genau auf die Maratona ausgerichtet ist…

In Zernez gab es nochmal eine Labe, an der ich mir ein paar Schokokuchenstücke und eine halbe Banane gönne. Lange halte ich mich nicht auf. Warte auch nicht extra auf eine große Gruppe, um jetzt durch das für seinen Gegenwind berüchtigte Engadin zu rollen. Zwei Radler sind vorraus – die müssen erst mal reichen. Wie gut das mit dem Abwechseln bei der Führung klappt und wie es mit ihrem Speed bestellt ist, wird sich zeigen.

Schnell schließe ich auf. Langsam sind die beiden nicht, aber auch nicht so richtig schnell. Also erst mal schauen und ein wenig mit den Kräften haushalten. Zweimal wechseln wir uns mit der Führung ab, dann fahren weitere zwei auf uns auf. Die Gruppe wird nun etwas zügiger, bis an einer kurzen Steigung der Führende übermütig wird und zu stark reinhält. Ich find’s gut, der Rest der Gruppe nicht. Auch ihn verlässt kurz drauf sein Dampf und so ziehe ich alleine durch, um weiter vorne zu sehen, auf was ich auffahren kann. Da kommt von hinten einer mit mächtig Dampf. Ich springe auf und gehe schon im Windschatten bis in den EB. Aber das macht Laune und wir wechseln uns gegenseitig ab. Also immer Zone 3, Zone 4. So überholen wir zwei Grüppchen bis wir langsam auf eine 5er Gruppe aufholen, auf die ich mein Auge geworfen hatte. Deren Speed passt und ich muss auch etwas rausnehmen. Das deute ich mit Handzeichen an und wir sortieren uns erstmal hinten rein.

Etwas später kommt noch eine weitere schnelle 3er Gruppe von hinten auf und plötzlich finde ich mich mit diesen Dreien und dem schnellen Teilnehmer von vorhin in der Zuggruppe dieser Reihe. Zu fünft wechseln wir uns regelmäßig ab und zerren ganz ordentlich am Gruppenschwanz. Mal eben, mal in sanften und mal im steileren Gefälle geht es so durch das Engadin bis zur letzten Labe in Martina zu Fuße der Norbertshöhe. Eigentlich muss ich solche “ebenen” Streckenabschnitte ja nicht so haben. Dieses Mal hat es aber Laune gemacht. Ich hatte auch die ganze Zeit eher das Race Face an und anstelle auf die Landschaft habe ich auf den Reifen des Vordermanns geschaut oder beim Führen auf Watt, Tempo und Straßenhindernisse. Hat auf seine Weise Laune gemacht.

Dafür gab’s in Martina erstmal zwei Becher Cola, zwei halbe Bananen und das obligatorische kurze Treffen mit John, der ankam, als ich gerade losfahren wollte.

Ich hätte besser 3 halbe Bananen genommen. Oder die Cola hat nicht ganz bis zur Norbertshöhe gereicht… ;-)

Die bin ich zwar auch noch sehr gut hochgekommen, aber bei den letzten 5 Kehren war der Tank dann doch nicht mehr ganz so voll. Andererseits: das deutet ja auf nahezu perfekte Ernährungsstrategie hin. :)

Wenn ich mir das Sportograf-Foto anschaue, scheint man mir das leicht “ins Reserve gehen” aber gar nicht an zu sehen. Ganz im Gegenteil – ich scheine da wohl gerade vom After-Finish-Beer zu träumen… ;-)

Auf der Norbertshöhe. Jetzt folgt nur noch eine kurze Abfahrt ins Ziel in Nauders. Achtung: Fahrer träumt von kühlen, sprudelnden Hopfengetränken... ;-)

Auf der Norbertshöhe. Jetzt folgt nur noch eine kurze Abfahrt ins Ziel in Nauders. Achtung: Fahrer träumt von kühlen, sprudelnden Hopfengetränken… ;-) (Foto: Sportograf)

Distanz: 165,76 km, Höhenmeter: 3425 m, Zeit: 7 h 31 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,6 km/h, Durchschnitts-HF: 140

Folge dem Link zur Aktivität auf Strava.

 

Getestet: Cervo Rosso National Pride Jersey 2.0 Swiss und Corsa Mk 3 Bibshorts

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Cervo Rosso National Pride Jersey 2.0 Swiss

Cervo Rosso National Pride Jersey 2.0 Swiss

Cervo Rosso. Rotwild auf Deutsch. Das zeigt die junge (gerade 3 Jahre alte) schweizer Radbekleidungsmarke auch prägnant in ihrem Symbol, einem symbolisierten Hirschkopf in rotem, umgekehrt tropfenförmigen Feld.

Schweizer Marke? Cervo rosso bezeichnet sich selbst als “swiss-based” – lässt aber viel in Italien produzieren. Das scheint schweizer Gründlichkeit und Qualität mit italienischem Bekleidungs-Know-How zu verbinden und bietet die Gelegenheit, anstelle ostasiatischer Arbeitsbedingungen von zweifelhaften Ruf stattdessen europäische Fertigung zu unterstützen.

Ich hatte ganz zu Cervo Rossos Anfang mal einen kurzen Post zu ihnen geschrieben. Und ich hatte Gelegenheit, eine mir zur Verfügung gestellte Winterhose zu testen, die meinen Anklang gefunden hat.

Was mir bisher immer ein wenig seltsam erschien, war das sehr überschaubare Angebot auf der Webseite von cervo rosso. Die Anzahl verschiedener Bekleidungsteile mag dem jungen Markenalter von cervo rosso geschuldet sein. Sie sind halt noch kein Vollsortimenter, der einen Rennradfahrer mit all seinen Bekleidungsbedürfnissen vom Funktionsunterhemd bis zur Regenjacke in unterschiedlichsten Abstufungen komplett befriedigen kann. Das ist kein Problem. Und es ändert sich auch zunehmend mit immer weiteren Produkten im Sortiment.

Aber auch die Anzahl der verfügbaren Stücke ihres Angebots war bisher meist sehr begrenzt oder bei Null. Die Hose (die Corsa SR01 Thermal Thights), die ich z.B. sehr gut fand, fand sich schon seit längerem überhaupt gar nicht mehr im Sortiment. Just heute, zur Vorbereitung dieses Beitrages, habe ich sie wieder im Sortiment entdecken können.

Nun ja. Im Style-Department ist Cervo Rosso schon mal nicht schlecht aufgestellt, finde ich. Da ich Anfang des Jahres auf der Suche nach einer neuen kurzen Hose war, dachte ich, ich kaufe mir mal ein schönes Set von Cervo Rosso. Die Hose sprach mich vom Design sehr an. Ich mag die Cervo Rosso Typo mit ihren klaren, an Normschrift angelehnten Formen und auch der Look mit den roten Beinabschlüssen gefiel mir. Das passende Trikot bestellte ich gleich dazu.

Alpengetestet: Mit cervo rosso Trikot und Radhose im Kaunertal

Alpengetestet: Mit cervo rosso Trikot und Radhose im Kaunertal

Schon kurz nach der Bestellung war ich also in Besitz des National Pride Jersey 2.0 Swiss und der Corsa Mk 3 Bibshorts.

Lieferung und Verpackung:
1a. In einem Plastikbeutel befand sich eine schöne rote Musette mit cervo rosso Design und in ihr das Trikot und die Bibshorts in ihren Folienhüllen. Dazu lag noch ein Testpaket mit zwei Gelbeuteln des Ausstatters von IAM Cycling, ein Schlüsselanhänger und eine cervo rosso Neopren-Hülle, die man vielleicht als Börse oder Hülle für ein kleines Handy hernehmen kann.

Kurzarm-Trikot National Pride Jersey 2.0 Swiss:
Das allgemeine Design gefällt mir sehr gut. Den Trend zu immer längeren Ärmeln mag mancher gut finden – ich weniger. Mir sind die Ärmel zu lang. Sie reichen bis fast ganz genau an das Ellenbogengelenk. Die Passform des Trikots in Größe M ist für mich aber sehr gut.

Cervo Rosso styled (Trikot, Hose, Socken) im Deilbachtal

Cervo Rosso styled (Trikot, Hose, Socken) im Deilbachtal

Der Kragen ist sehr hochgezogen, dabei aber nicht zu eng. Er engt auch bei längerem Fahren nicht ein. Dennoch: zu Anfang empfand ich ihn durchaus als einen Hauch zu einengend. Das mag sich jetzt wiedersprüchlich anhören. Aber es gibt da einen feinen Unterschied zwischen einem hohen, den Hals gut abschließenden Kragen, der perfekt ist, der sich einfach schließen und öffnen lässt und trotzdem schmeichelt. Der Kragen des Castelli Gabba Convertible Jacket ist dies für mich. Der Kragen des cervo rosso engt zwar nicht ein, aber man merkt anfangs schon, wenn man den Reissverschluss bis ganz oben zieht. Er könnte für mich also einen Hauch weiter oder vielleicht auch nachgiebiger sein.

Die Arme sind wie gesagt sehr lang. Ihr Abschluss wird durch einen etwa 4 cm breiten Bereich gebildet, der innen flächig gummiert wirkt. Das sorgt für Grip am Arm. Dieser ist jetzt nicht unangenehm, aber optimal finde ich das nicht. Es gibt andere Trikots, die ebenfalls eng am Arm anliegen, auch richtiggehend Aero sind, aber ohne eine solche Gripfläche auskommen. Und dabei auch nicht am Arm wandern. So finde ich z.B. das Bioracer Prof. Jersey Bodyfit in der Hinsicht optimal. Beim cervo rosso Jersey muss man den Ärmel dahingegen beim Anziehen erst mal über die Unterarme “ruckeln” und dann den Ärmel vielleicht sogar noch in der Drehung etwas anpassen, damit der restliche Ärmelbereich auch “gerade” und ohne Extrafalten liegt. Ich denke es wird deutlich, dass ich das nicht optimal finde und eine Anpassung deutlich empfehle.

Ein weiterer Minuspunkt, den ich gerade gestern festgestellt habe: Die Beladefähigkeit der Rückentaschen ist leider eher beschränkt. Zwar braucht man nicht jeden Tag die volle Ladung, aber ein Tag in den Alpen (und cervo rosso kommt ja aus der Schweiz, sollte es also wissen) braucht doch schon so einiges an Stauraum: Armlinge, evtl. Beinlinge, leichte Windjacke, Handy, Pocketkamera (ja, unbedingt – never on the saddle without it!), Luftpumpe, Minitool, Flicken (Briefmarkengroß und 3 mm dick), mindestens 4 Riegel o.ä.

Cervo Rosso Bekleidung und Canyon Ultimate CF SLX

Cervo Rosso Bekleidung und Canyon Ultimate CF SLX

Gestern hatte ich alles das dabei. Allerdings ohne Beinlinge und dafür noch ein winziges Gorillapod Kamerastativ. Ich habe es mit Ach und Krach in die Rückentaschen hineinbekommen. In andere Trikots, deren Taschen unbeladen auch nicht der Linie schaden oder schlabbern, geht da doch mehr hinein.

Positiv auf der Taschenseite möchte ich die zusätzliche Reisverschlusstasche auf der mittleren Rückentasche erwähnen.

Der Stoff ist angenehm, aber recht dünn. Während also die langen Arme (bis zum Ellenbogen) und der hohe Halsabschluss auf ein Trikot für die Übergangszeit hindeuten könnten, erscheint mir das Trikot insgesamt eher für sommerliche Temperaturen gemacht. D.h. Arme, Halsabschluss und auch eher auf der knapp geschnittenen Seite befindliche Taschen sind daher eher dem Aero-Effekt als anderen Gründen geschuldet. Da macht das Trikot auf jeden Fall eine gute Figur. Mit seinem Styling ebenso.

Insgesamt kann ich für mich aber nur 3,5 von 5 Sternen vergeben. Ich würde es in dieser Form nicht noch einmal kaufen, obwohl es mir vom Look gefällt.

Corsa Mk 3 Bibshorts:
Zunächst einmal zur Größe. Generell muss ich bei anderen Marken immer Größe M bei Trikots und Größe L bei Hosen bestellen, egal ob Castelli, Assos, Mavic, Champions Systems, Biemme etc. Hier habe ich es gewagt, der Größentabelle von cervo rosso zu vertrauen und habe Größe M bestellt. Und Bingo: Sie passt!

Die Passform finde ich gut. Sie ist auf der engen, raceorientierten und muskelunterstützenden Seite. Die Träger (die Bibs) sind so, wie sie sein müssen. Nicht einengend, im Stehen straff, in der Bikeposition ideal.

Im Deilbachtal

Im Deilbachtal

Gut finde ich die Beinlänge. Endlich mal nicht zu lange Beine, sondern etwas mehr “Luft” zwischen Knie und Beinbund als sonst so (Generell finde ich ja, Radhosen-Hersteller sollten ihre kurzen Hosen mit zwei unterschiedlichen Beinlängen anbieten).

Der Beinbund ist aus dehnfähigem, etwas dickeren Stoff mit cervo rosso Stickerei und innenliegenden Silikonpunkten, die effektiv das Rutschen verhindern. Ich finde Passform und Komfort gut.

Das Polster… Hmm, Hmm. Ich finde, es ist ok – ist aber nicht das Beste, das ich kenne. Es ist jetzt weder besonders komfortabel, noch besonders unkomfortabel. Aber ab und an spürt man es. Und das habe ich sonst so bei keiner Hose – die auch ganz unterschiedlich in ihrer Polsterung sind. Hier verorte ich also Verbesserungspotenzial. Wenn ich momentan auch nicht spezifizieren könnte, in welcher Art.

Sehr interessant finde ich die Wechselwirkung zwischen Hosenstoff und Hosenpolster mit der Art des Sattels. Bis vor kurzem fuhr ich sowohl auf meinem Wilier Triestina als auch auf dem Canyon Selle Italia Sättel. Auf diesem würde ich die Hose nicht länger fahren wollen. Die Hose ist viel zu glatt! Was vielleicht die Beinbewegung durch keinerlei Reiben an Sattelflanken optimal gestalten soll führt so nur dazu, dass man ständig auf dem Sattel hin und her rutscht.

Kennt ihr die Übertragungen von Einzelzeitfahren, z.B. beim Giro d’Italia oder Tour de France? Sicher ist euch aufgefallen, dass da viele Fahrer ständig auf dem Sattel nach vorn rutschen und alle paar Pedalumdrehungen sich wieder nach hinten rücken müssen. Dass das nicht optimal sein kann und auch einfach nur nervt, kann leicht eingesehen werden. Nicht wenige Profis gehen daher soweit und fahren extra aufgeraute Sättel oder haben sogar Textilstreifen aufgeklebt (was wiederum nicht regelkonform war, da es nicht zur Standardausstattung der Sättel gehörte, wenn ich das richtig sehe).

Sei es drum – mich störte es. Aber: Vor kurzem habe ich einen fi’zi:k Testsattel montiert. Und, für mich selbst erstaunenswert: obwohl sich die Satteloberfläche nur minimal weniger glatt als die meiner beiden Selle Italia anfühlt, ist der Effekt mit der Corsa Mk3 deutlich. Damit rutsche ich gar nicht mehr.

Also: zu glatt für Selle Italia Sättel, ok für fi’zi:k Sättel, scheint das Ergebnis. Auch beim Polster: während ich es auf meinen lange gewöhnten Selle Italia Sättel als im Vergleich meiner anderen Hosen als am wenigsten für lange Fahrten bewerte, ist es auf dem fi’zi:k Arione ok. Anscheinend egalisiert dieser Sattel einige Polsterunterschiede. Auf ihm bin ich mit der Corsa Mk3 schon zweimal über 160 km am Stück unterwegs gewesen. Ohne Probleme.

Insgesamt (wegen Polster und unnötiger Glattheit) meine Note aber auch nur 3,5 von 5.

Mit anderen Präferenzen mag sich diese Wertung für euch leicht verschieben – generell finde ich, dass cervo rosso sehr auf die Erfahrungen seiner Nutzer hört und jeweils in die nächsten Produktgenerationen einfließen lässt. Ich bin gespannt, wie es mit weiteren Produkten bei Cervo Rosso weitergeht und wünsche der Marke viel Erfolg.

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