Objektive für Micro Four Thirds: Bewertungen, Vergleiche und Gegenüberstellungen

Fotografie

Gar nicht so einfach, wenn man neu in der Micro Four Thirds Welt ist und überlegt, welches Objektiv in einem gegebenen Brennweitenbereich denn nun das Interessanteste und / oder das Beste ist. Z.B. wenn man das Kit-Objektiv der gekauften Kamera mit einem anderen ersetzen möchte.

Schaut man sich die Objektivübersicht auf http://www.four-thirds.org/en/microft/lense.html an, wird man fast erschlagen von meist zwischen 3 bis 6 Objektiven die, egal ob z.B. im Standard- oder Telezoombereich, weitestgehend oder sogar exakt die gleichen Brennweiten-Grenzen abdecken.

Leider sind nur die wenigsten dieser Objektive (wenn überhaupt) in Datenbanken von Seiten enthalten, die konsistent dieselbe aussagekräftige Testszene ablichten und in einem Seite-an-Seite Vergleich darstellen können. Ein Beispiel, was ich hier meine, ist z.B. The-Digital-Picture.com. Da gibt es aber fast nur Canon, Nikon und ein paar Zeiss-Objektive.

Einzeltests sind in diesem Kontext selten hilfreich und können genauso wie Foren-Aussagen (besser, Forum-Noise) nur eine grobe Richtung vorgeben. Am Ende sind alle getesteten Objektive „great“ oder „4/5 Stars“. Oder noch schlimmer: Anerkannte Gurken, die man auch selbst als solche aus praktischer Erfahrung kennt, bekommen ebenfalls sehr gute Wertungen….

Gebraucht und gesucht sind also Übersichten aus einer Hand, wo jemand eine ganze Reihe von Objektiven nach hohem Qualitätsanspruch in sich konsistent bewertet und beschreibt. Also nach gleichen Wertungskriterien, Präferenzen und Maßstäben. Das müssen auch keine absoluten Messwerte, MTF-Kurven etc. sein. Nur eine in sich konsistente Beschreibung und Bewertung.

Herausragendes Beispiel für eine in meinen Augen sehr wertvolle, in sich konsistente Bewertung wäre die Camerapedia von Ming Thein: http://blog.mingthein.com/equipmentdatabase/ (Auch sein ganzes Blog kann ich nur in den höchsten Tönen loben. Was Ming Thein an hochinformativen Posts und sehenswerten Fotografien nahezu täglich produziert, ist schon enorm.). Leider ist diese Liste nur mit wenigen MFT-Objektiven versehen.

Genau aus dieser Suche resultiert folgende Liste an, wie ich finde, hilfreichen Übersichten zum Thema Objektive für m4/3-Kameras:

  • Auch, wenn da noch jede Menge andere Systeme und Kameras und nicht allzuviel MFT Zeug enthalten sind, darf Ming Theins Liste nicht fehlen: http://blog.mingthein.com/equipmentdatabase/
  • Thom Hogan hat da eine in sich (mehr oder weniger) konsistente Bewertung von vielen MFT-Objektiven, die leider nicht mehr so 100% aktuell, aber immer noch hilfreich ist: http://www.bythom.com/m43lenses.htm
  • Henning Arts.com hat eine sehr übersichtliche Liste von Micro Four Thirds Objektiven. Sehr wertvoll ist die tabellarische Übersicht über Volumen, Gewicht, Nahgrenze und Co der Objektive: http://hennigarts.com/micro-four-thirds-objektive.html 

    Leider ist da wenig von Bewertung und Beschreibung zu finden (würde diese kompakte, tabellarische Dartstellung auch sprengen).Die Sterne bezüglich Schärfe als ersten Anhalt sind aus den jeweils verlinkten Tests er- bzw. gemittelt. So mag sich deren meiner Erfahrung und allem, was ich auch bisher in verschiedenen Forenbeiträgen als mehr oder weniger Konsens ermittelt habe, teilweise komplett widersprechende Wertung ergeben.So gibt es zum einen unterschiedliche Anzahl von Tests pro Objektiv und die auch die eine oder andere eher zweifelhafte „Review“ Quelle. Und obendrein kann es auf dieser Basis eben keine konsistente Bewertung sein.Mithin also nichts für ein erstes Ranking und auch keine Hinweise auf Besonderheiten, die z.B. ein Objektiv kurz charakterisieren und auf besondere Vor- und Nachteile oder Eigenheiten hinweisen.

  • Nicht exakt eine bewertende Liste wie in der Einführung beschrieben, aber dennoch eine hilfreiche Übersicht: http://m43photo.blogspot.de/2011/09/lens-buyers-guide.html
  • Das lensrentals blog ist einfach nur Gold! Die Schreibe von Roger Cicala führt immer etwas den Schalk im Nacken und die Erkenntnisse, die er aus den Unmengen an Objektiven für die verschiedensten Systeme und Stückzahlen des gleichen Typs ziehen kann, die über seinen Tisch gehen, sind sehr wertvoll aufbereitet. Zudem geht es bei ihm längst nicht nur um dröge Objektivtests. Im Sinne meines Themas heute sind aber die folgenden beiden Blogposts sehr hilfreich: Wide-Angle Micro 4/3 Imatest Results und Standard-range Micro 4/3 Imatest Results.
  • Und schließlich gab es vor Weihnachten noch die folgende Liste von empfohlenen Objektiven für Micro Four Thirds: http://www.thephoblographer.com/2012/12/01/holiday-2012-recommended-lenses-for-micro-four-thirds/

Aber, wenn man es ganz genau und für die eigenen Maßstäbe und Einsatzgebiete wissen möchte, muss man letzten Endes doch selbst testen. Schön, wenn man dafür aber schon mal erste Anhaltspunkte hat. Und wenn man beim Testen nicht das Fotografieren und Sehen vergisst.

In diesem Sinne: Allzeit gut Licht! :)

KB-Format, DSLR, Spiegellos, NEX und MFT mal wieder neu bewertet – Ergebnis: die Olympus OM-D E-M5 zieht ein

Fotografie, Produkttests
Olympus OM-D EM-5

Olympus OM-D E-M5

Es begab sich im Oktober diesen Jahres. Eindrücke eines Photokina-Besuches, trotz diverser Kamerasysteme immer noch unerfüllte Wünsche in der Kombination von Bildqualtität, Transportabilität und Funktionalität sowie absehbar zu erwartendes tolles Herbstwetter ließen den Entschluss reifen: Schluss mit klein-klein, jetzt wird einmal richtig in’s Testen investiert. Und so orderte ich eine Canon EOS 5D Mk II und eine Olympus OM-D E-M5 samt Kitobjektiv M.Zuiko Digital ED 12-50mm F3.5-6.3 EZ und dem Panasonic Lumix G Vario 7-14mm F4.0.  Entsprechend war ich im Oktober mit verschiedenen Kameras und Objektiven im intensiven Herbsttest (Sony NEX-5n, Canon EOS 5D Mk II, Canon EOS 7D, Olympus OM-D).

Mit ein Grund war, weil ich mir noch einmal vor Augen führen wollte, ob ich aus dem Unterschied zwischen KB-Format (5D Mk II) und APS-C-Format (7D) innerhalb des EOS Systems irgendeinen Gewinn ausmachen konnte. Ebenfalls, wie sich die 5D II gegen die hervorragende Sony NEX-5n schlägt und vor allem auch, weil ich nicht auf das sich noch (hoffentlich) zu beweisende WW-Zoom Sony SEL 10-18mm für die NEX warten wollte. Außerdem wollte ich verschiedene Photokina-Erkenntnisse umsetzen.

Diese lauteten:

– Die Fuji X in Form der Fuji X-Pro 1 war wie erwartet eine Katastrophe vom Hybrid-Mess-Sucher-Ansatz, da war die X-E1 schon besser (eben durch den Verzicht darauf) und ihre leicht kompaktere Form. Sie besitzt auch eigentlich schöne Bedienelemente, aber die Haptik des MF an den Objektiven hat mir nicht gefallen. Zusammen mit der RAW-Problematik und der auch bei der X-E1 nicht berühmten AF-Performance nix für mich. Um nicht noch mehr Geld unnötig in die Schwebe zu legen und den Testumfang nochmals zu erhöhen, verzichtete ich also auf die für meine Anforderungen in zu vielen Bereichen kritisch gehandicapte Fuji.

– Die Olympus OM-D hingegen, die ich eigentlich nur mal so befingert hatte, war ganz im Gegensatz meiner Erwartungen eine interessante und prompt in allen Dingen reagierende Kamera – das machte mich auf einen ausführlichen Test neugierig. Und ich muss sagen, ihr Sensor enttäuscht (erstmals für MFT) nicht, wenn ich das einmal bereits vorweg nehmen darf.

– Die neuen NEX, 5r und 6, hatten dagegen keinen unmittelbaren Update-Wunsch meiner NEX-5n aufkommen lassen. Nach wie vor scheint bei Sony im NEX-Format zu gelten: Entweder keinen elektronischen Sucher zu bieten, dann darf das entsprechende Modell einen Touchscreen haben. Oder eben einen EVF direkt einzubauen, dann hat das entsprechende Modell aber keinen Touchscreen. Sehr schade. Auch das InCamera-App System hat mich nun wahrlich nicht vom Hocker gehauen. Und bei der OM-D habe ich festgestellt, dass ich (wenn es nicht auf Trikottaschentauglichkeit ankommt) einen eingebauten zusätzlichen Sucher sehr zu schätzen finde.

Olympus OM-D EM-5 mit dem Kit-Objektiv 12-50mm

Olympus OM-D E-M5 mit dem Kit-Objektiv 12-50mm

Und so zog ich los. Mal nur mit den beiden EOS; wäre die 5DII zur 7D für mich ein wesentliches Up- oder Sidegrade? Ist da vielleicht doch abseits von einem Quentchen weniger Schärfentiefe doch mehr „Plastizität“ bei leicht größerem Sensorformat zu Erreichen? Antwort: Nein. Ist das getreue EF 17-40mm f/4 L, welches ich schon an der EOS 50E benutzte (hah, KB-Vollformat ;-)) vielleicht die bessere Superweitwinkeloption als das EF-S 10-22, welches ich mir die letzten Jahre einknickend als erstes (und bisher einziges) Crop-Objektiv für die Canon EOS 7D holte?

Mal vom heimischen Balkon und mal im Bad Berleburger Schlosspark mit Stativ und vollem Testpark. Alle Kameras an gleichen Objektiven (per Adapter und mit jeweils äquivalenter Brennweite) – um rein den Sensor und die Abbildung zu bewerten. Alle Kameras mit ihren jeweiligen nativen Objektiven – um das System als jeweiliges ganzes zu bewerten.

Dann habe ich mal nur die EOS 5D II mitsamt dem EF 70-200 f/2.8 L in einem speziellen Sportrucksack, dem LowePro Photo Sport 200 AW auf dem Rennrad und beim Laufen getestet. Auch mal zusätzlich zur EOS 7D mit 17-40 und 70-200 noch eine 5D Mk II oben reingepackt und das dickste Gorillapod an die Seite.

Das passt alles sehr gut aber irgendwie scheint mir der Rucksack nicht für den gekrümmten Rücken auf dem Rennrad gemacht. Hatte immer das Gefühl, dass er unschön nur auf wenigen Wirbeln und nicht auf dem vollen Rücken aufliegt. Egal wie eng oder weit ich die Gurte gezogen hatte. Ich meine, mit dem Camelbak Mule nie solche Druckgefühle gehabt zu haben.

Sinn des kleinen Einschubs: es führte mir trotz guten Willens noch einmal vor Augen, dass ich eine KB- oder auch eine APS-C-DSLR auf gar keinem Fall mit zum Rennradfahren oder zum Laufen mitnehmen möchte. Selbst für ganz spezielle Foto-Shooting-Ausfahrten eher weniger.

Am Rösper Weiher: Canon EOS 5D Mk II, leichter Aufhellblitz mit Canon 580 EX II, processing in Lightroom

Und dann wieder mal ganz entspannt mit kleinem Stativ, der Olympus OM-D und der Sony NEX-5n samt dreier Objektive im erwähnten kleinen Camelbak Mule Rucksack ebenfalls per Rennrad nach Bad Berleburg und anderswo hin und diese Kameras nutzend.

Herausgekommen sind über 1500 Aufnahmen im Oktober (die nicht alle reine Testaufnahmen waren). Das anschließende bzw. währenddessen stattgefundene ausführliche Pixelpeepen habe ich mit Notizen begleitet. Und auch nur diese Notizen möchte ich euch hier leicht aufbereitet wiedergeben. Die zu den jeweiligen Schlussfolgerungen gehörigen Fotos für eine von dritten nachzuvollziehende Form der Präsentation aufzubereiten, würde den Rahmen des von mir hierfür zu leisten wollenden Aufwandes sprengen. Dem Notizcharakter ist ebenfalls eine stenohafte und teilweise „direkte“ Sprache geschuldet.

LR Screenshot mit einem Teil der Testaufnahmen

Auf der Suche nach dem weiten Winkel:

Canon EOS 5D MkII, 17-40 mm bei 17 mm, Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Bei f/4 im Zentrum scharf, äußerste Ecken sehr matschig. Zentrumsschärfe ist bei f/5.6 und f/8 noch einen Hauch besser als bei Anfangsblende f/4. Bei f/11 wieder gleich wie bei f/4. Und bei f/16 wird es ein klein wenig und bei f/22 merklich schlechter als bei f/4.
Ecken sind ab f/8 nicht mehr totale Matsche. Bei f/11 langsam im Bereich halbwegs ok (vor allem, wenn es nicht um Architekturaufnahmen geht) und bei f/16 ok. Bei f/22 wirkt die Diffraktion und die Qualität wird insgesamt wieder etwas schlechter.
Canon EOS 5D MkII, 17-40 mm bei 23 mm, Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Hier gilt im Zentrum das Gleiche wie bei 17 mm. Die äußersten Ecken sind bei Offenblende bei 23 mm nicht ganz so matschig, aber immer noch extrem weich. Bereits ab f/11 aber durchaus ok (also etwa eine Blende besser als bei 17mm).
Olympus OM-D, Pana 7-14 bei 7 mm (entsprechend 14 mm KB), Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Bei f/4 im Zentrum scharf, äußerste Ecken weich, aber bei weitem nicht so matschig und weit ins Bild reichend wie das 17-40 bei 17mm an der EOS 5D Mk II.
Zentrumsschärfe ist bei f/4 und f/5.6 gleich gut, bei f/8 fast auch, aber ab hier könnte schon die Diffraktion in nachteiliger Wirkung ganz leicht begonnen haben. F/11 deutlich abfallend gegenüber den unteren Blenden, Bild aber noch voll ok. F/16 sichtbar weich über das gesamte Bild, f/22 total weich und unbrauchbar. Bei diesem Pixelpitch des kleinen MFT-Sensors klar nicht zu gebrauchen.
Äußerste Ecken ab f/5.6 schon richtig brauchbar, ab f/8 sogar ok. Für f/11 und f/22 gilt das für das Zentrum gesagte.
Olympus OM-D, Pana 7-14 bei 9 mm (entsprechend 18 mm KB), Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Toll, keine schlechten Ecken, nahezu komplett Randscharf und das schon bei Offenblende!
Ansonsten gilt für den gesamten Bildinhalt das für das Zentrum bei 7 mm geschriebene: Bei f/4 und f/5.6 gleich gut, bei f/8 fast auch. F/11 deutlich abfallend, aber noch ok, f/16 sichtbar weich und f/22 unbrauchbar weich.
Olympus OM-D, Pana 7-14 bei 12 mm (24 mm KB) und 14 mm (28 mm KB), Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Toll, randscharf. Rest wie bei 9 mm.
Sony NEX-5n, Sony 16mm f/2.8 + ECU1 Weitwinkelkonverter = 12 mm (entsprechend 18 mm KB)
Blendenreihe f/2.8 bis f/22, also eine ganze Blende größere Offenblende als die beiden Vorgänger
Bereits bei f/2.8 im Zentrum gut, aber nochmal deutlich sichtbar etwas besser bei f/4.0 und f/5.6. F/8 eigentlich auch noch genau so gut. Bei f/11 wieder gaaanz leicht abfallend, ähnlich, aber vielleicht ein Hauch besser wie bei Offenblende f/2.8. F/16 dann sichtbar weich, aber noch brauchbar, 22 nochmals weicher, aber noch keine komplette Katastrophe.
Ecken sehr matschig.
Ecken werden ab f/8 halbwegs passabel, bei f/11 noch ein Ticken besser. Aber randscharf wird es nie. Bei f/16 kaum Änderung in den Ecken zu f/11, wenn, dann eher schlechter. Und bei f/22 nochmals leicht schlechter durch Diffraktion.
Auch die Ränder in den Seitenmitten sind von f/2.8 bis f/5.6 weich. Erst ab f/8 sind diese ok.
Sony NEX-5n, Sony 16mm f/2.8 (entsprechend 24 mm KB)
Blendenreihe f/2.8 bis f/22, also eine ganze Blende größere Offenblende als die beiden Vorgänger
Bereits bei f/2.8 im Zentrum gut, aber nochmal deutlich sichtbar etwas besser bei f/4.0 und f/5.6. F/8 eigentlich auch noch genau so gut. Bei f/11 wieder gaaanz leicht abfallend, ähnlich, aber vielleicht ein Hauch besser wie bei Offenblende f/2.8. F/16 dann sichtbar weich, aber noch brauchbar, 22 nochmals weicher, aber noch keine komplette Katastrophe. Insofern im Zentrum genau gleich wie mit dem Konverter. Konverter verschlechtert also im Zentrum nichts.
Ecken sehr matschig.
Ecken werden ab f/8 passabel, bei f/11 noch ein ticken besser. Insgesamt leicht doch besser als mit dem ECU1-Konverter. Aber randscharf wird es nie. Bei f/16 kaum Änderung in den Ecken zu f/11, wenn, aber eher schlechter werdend. Und bei f/22 nochmals leicht schlechter durch Diffraktion.
Auch die Ränder in den Seitenmitten sind von f/2.8 bis f/4 etwas weich; betrifft aber nur kurze Seite und nur den äußersten Rand. Ab f/5.6 ok.
Vergleiche der Kamera-Objektiv-Kombinationen untereinander:
Die EOS 5DII mit 17-40 bei 17 mm und Sony NEX-5n mit 16mm+ECU1 tun sich in den Ecken fast nichts. Beide gleich katastrophal.
Bezüglich der Jaggies, die manchmal bei der 5n auftauchen: die finden sich auch im aktuellen (wie oben erläutert, hier nicht dargestelltem) Testmotiv. Am besten sichtbar an der Dachantenne. Aber latent auch in den Dachrelingskanten, der hinteren oberen Seitenfensterkante, Rückleuchteneinfassung links und auch dem Radkasten zu erkennen. Beim Kennzeichen ist es auch sehr deutlich. Ärgerlich. Interessanterweise, wenn man drauf geeicht ist, könnte man auch der EOS einen wiiinzigen Anflug von Jaggies an der Dachantenne, aber nur dort, attestieren.
Über die Blendenreihe verhalten sich die Ecken bei beiden Kombis gleich. Hier ist keiner Kombi den Vorzug zu geben (Weitere Anmerkung zu den Jaggies, dies ist zum großen Teil auch dem Processing bzw. dem Demosaicing aus dem RAW geschuldet. Im JPG, aber auch mit anderen RAW-Prozessoren, z.B. Aperture, stellt sich die Sache teilweise anders dar. Auch z.b. durch Einschalten der Korrektur für CA in Lightroom lässt sich der Eindruck verbessern).
Wäre die Sache mit den Jaggies bei der Sony nicht, wären beide Kamera-Objektiv-Kombinationen (Sony und Canon) auch insgesamt relativ vergleichbar, mit leichtem Vorteil für die EOS 5Dii – aber das wäre nicht kaufentscheidend. Weitwinkelverdikt beider Kombinationen also: ungenügend.
Vergleich der Olympus OM-D mit Panasonic 7-14 bei 9 mm (entsprechend 18 mm KB) und Sony NEX-5n mit 16mm+ECU1. Wie vor mit der EOS: die Oly ist mit dem Pana bis zum Rand scharf, die Sony verhält sich wie die EOS. Klarer Punktsieg für die Oly-Kombo. Von der Textur erscheinen bei diesem Motiv (Balkonausblick bei bewölktem Himmel) beide 16 MP Sensoren ähnlich. Insgesamt erscheint die Oly bereits im RAW schärfer abgestimmt. Das war zumindest mein Eindruck; dass es von der Abstimmung bzw. einem weniger starken Antialiasing-Filter oder anderer Faktoren und nicht der (Zentrums-)Schärfe der Objektive abhängt. Aber auch hier: Vorteil für das Olympus-Panasonic-Gespann. Jaggies weisst diese auch nicht auf.
Übrigens, die Canon EOS 7D mit dem EF-S 10-22 ist ein starker Mitbewerber; diese Kombo ist nahe an der Olympus mit dem Panasonic in Bezug auf Randschärfe.
Olympus OM-D EM-5 mit adaptiertem Leitz-Wetzlar Elmar-C 90mm

Olympus OM-D EM-5 mit adaptiertem Leitz-Wetzlar Elmar-C 90mm

Schlossparktests Bad Berleburg

Olympus OM-D Vergleich EF 17-40 @ 20 mm zum Oly 12-50
EF 17-40 im Zentrum Hauch schärfer. Wärmer. Mehr Mikrokontrast. Ecken: EF 17-40 besser, 12-50 zeigt leichten Abfall.
Hatte mit dem 12-50 auch mal sowohl manuell als auch mit AF (selber Zielpunkt) fokussiert und mir erscheint die manuelle Fokussierung einen Hauch treffsicherer und schärfer.

Sony NEX-5n Vergleich EF 17-40 @ 27 zum Sony 18-55
EF 17-40 insgesamt gleich scharf bis Hauch schärfer. Sony 18-55 fällt an den Ecken nicht ab wie das Oly 12-50, ist aber im Randbereich auch etwas schwächer wie das EF 17-40. Auch gegenüber dem Sony 18-55 zeigt das EF 17-40 mehr Mikrokontrast (sichtbar z.b. im Laub des Baums vor dem Turm, im Gras in der Böschung oder dem Lattenzaun oben auf der Schlossmauer – auch hier wieder gemäß obiger Erläuterung ohne Darstellung der entsprechenden Aufnahmen).
Auch mit der Sony und dem 18-55 habe ich sowohl manuell als auch mit AF im Vergleich fokussiert. Beide exakt gleich treffsicher. Vorteil NEX.

Vergleich Oly OM-D mit Oly 12-50 vs Sony NEX mit Sony 18-55:
Im direkten Vergleich der Kitzooms fällt ein Ranking schwer. Bildmitte scheinen von der Schärfeleistung beide gleichauf. Vielleicht Sony einen Hauch Vorteil. Allenfalls bei der Grastextur in der Böschung (schwach) und beim Zaun (deutlicher) deutlicherer Vorteil für das Sony. In den Ecken Vorteil für das Sony.

Leitz Wetzlar Elmar-C 1:4/90 vs. Mamiya Sekor C 80mm
Hier fand ich das Fokussieren auch aus der Hand mit dem stabilisierten Liveview an der OM-D toll, musste jedoch feststellen, dass ich dann doch nicht den richtigen Schärfepunkt getroffen hatte. Und zwar deutlich. Die ersten beiden Aufnahmen waren aus der Hand mit IS (unverwackelt, aber halt unscharf). Die nächsten dann vom Stativ und hier stellte ich fest, dass ich nachfokussieren musste. Also ein gutes Feature (denn ohne stabilisierten Bildausschnitt wäre es noch viel schlechter), welches aber dennoch Übung verlangt. Da sind mir Aufnahmen vom Stativ doch wesentlich lieber.

Vom Stativ ist das Leica 90 mm toll, muss sich jedoch dem nochmal besseren (aber leider auch größerem, immerhin ist es ein Mittelformatobjektiv) Mamiya 80 mm geschlagen geben. Das ist randscharf, während das Leica abseits des Zentrums im Vergleich zur Mitte doch einen leichten Abfall zeigt.

Vergleich Zentrum und Rand - Leitz Wetzlar Elmar-C 1:4/90 und Mamiya Sekor C 80mm, beide an der Olympus OM-D EM-5

Vergleich Zentrum und Rand – Leitz Wetzlar Elmar-C 1:4/90 und Mamiya Sekor C 80mm, beide an der Olympus OM-D EM-5

Schloss vom Waldrand aus: Olympus mit Olympus M.Zuiko 12-50 mm und Sony mit Sony 18-55 mm
Kein Vergleich, das Oly 12-50 ist einfach klar schlechter als das Sony 18-55. Punkt. Trotz sorgfältigster Fokussierung (AF mit Lupenkontrolle) ist das Ergebnis des 12-50 unbefriedigend! (Nachtrag 30.12.: Ohne definitive Tests, einfach aus den bisher gemachten Aufnahmen drängt sich in mir die Vermutung auf, dass das 12-50 auf nahe bis mittlere Entfernungen ganz passabel ist, auf längere Fokusdistanzen aber ziemlich stark abfällt – dies würde auch unabhängig von Serienstreuungen die unterschiedlichen Meinungen – mit dem Schwerpunkt, dass das 12-50 eher schlecht ist – im Netz erklären helfen).

Weil mir das Motiv so gefiel, bin ich an einem anderen Tag (und besserer Tageszeit) noch einmal extra mit dem Rennrad hingefahren. Im Gepäck dann neben der OM-D auch das Mamiya 80 mm:

Berleburger Schloss im goldenen Oktober (Olympus OM-D E-M5 mit Mamiya Sekor C 80 mm)

Berleburger Schloss im goldenen Oktober (Olympus OM-D E-M5 mit Mamiya Sekor C 80 mm)

Butter bei die Fische: Rauschverhalten in der Dämmerung, Sensorreserven

Sparkasse, Dämmerung, jeweils Canon EF 17-40 L @ 20, 28, 40mm mit allen Kameras adaptiert (MFT, NEX, EOS KB), fokussiert jeweils auf Sparkassen-Leuchtschrift über deren Eingang.

Von der Schärfe her alle drei ungefähr gleich auf, keine Beschwerden hier. Alle schön scharf.

Rauschverhalten auch ungefähr gleich, Donnerwetter!

Dann, bei zunehmender Dunkelheit, Test mit ISO 100 (ISO 200 für die Oly) bei Langzeitaufnahme. 30 Sek für EOS 5Dii und Sony NEX, 15 Sek für Oly.
Donnerwetter – EOS 5Dii und Oly liegen gleichauf, sogar mit Hauch Vorteil für die Oly! Die war allerdings mit Langzeit-Darkframe-Einstellung unterwegs (d.h. nach jedem Foto nochmal so lange Darkframe für Rauschunterdrückung. Schärfe schien aber nicht zu leiden).
Im Vorteil gegenüber beiden: Die Sony NEX.

Bei ISO 800: Vorteil für EOS 5Dii. Deutlich vor der Oly, Knapp vor bis gleichauf mit der Sony (je nachdem, wo im Bild ich geschaut habe). Aber soo schlecht ist der Olysensor nicht, der ist sehr sehr nah dran.

Bei ISO 1600: irgendwie alle gleich auf. Choose your Poison. Hier mal vielleicht anderes Rauschverhalten, mal gröber, mal feiner in der Struktur – aber insgesamt von der Wirkung her bei allen gleich schwerwiegend und abschreckend auf 100%. Für eine Webverkleinerung taugen sie allemal, aber gut ist das nicht mehr (Hier spricht deutlich der Qualitätsfanatiker – viele Andere würden allen drei Kameras tolles Rauschverhalten attestieren).

ISO 100 Langzeitbelichtung partiell mit Belichtungspinsel 1 Blende aufgehellt:
Interessant: EOS 5Dii und Olympus OM-D verhalten sich ziemlich gleichauf. Bei beiden ok, bzw. im Himmel und auf der geschieferten Dachfläche nicht wirklich ok. Es wird halt heller, gleiches Rauschmuster bleibt weitgehend bestehen (bei der EOS hatte ich das Gefühl, dass im Himmel schon leichtes Banding erscheinen möchte).
Die NEX hingegen… da zeigen sich in der geschieferten Dachfläche plötzlich die Schieferstrukturen. Jepp, der Sensor ist den beiden anderen in dieser Hinsicht überlegen. Ganz vorne also NEX (APS-C), dann mit etwas Abstand Olympus OM-D (MFT) und dann erst die Canon EOS MkII (KB-Vollformat – und weiss Gott kein schlechter Sensor).

Verdikt:

Mit der Olympus OM-D bzw. deren Sensor ist MFT erwachsen geworden. Damit kann man sehr gut arbeiten. Kein Vergleich zu den im Frühjahr getesteten MFT-Kameras /-Sensoren einschließlich dem ebenfalls nominell 16 MPixel bietenden Sensor der Panasonic GX1. Wenn es allerdings um Manipulationsmöglichkeiten in Schattenarealen bzw. um Langzeitbelichtungen geht, muss er sich dennoch dem Sensor der Sony NEX-5n geschlagen geben. Nicht jedoch dem der EOS 5D Mark II. Und das finde ich doch mal eine sehr reife Leistung.

Die 5D Mark II ist natürlich dennoch im Bereich der Detailauflösung und der Gesamtqualität noch vor der Olympus OM-D. Gemessen an ihren sonstigen Eigenschaften und auch den Ergebnissen mit den nicht gerade schlechten Canon-L-Objektiven in meinem Besitz schwindet der Vorteil gegenüber der Olympus OM-D mit den auch ganz absolut gesehenen Schätzen an Objektiven wie dem Panasonic Lumix 7-14 mmm oder dem M.Zuiko 45mm f/1.8 sehr schnell. Und bezieht man erst den Gewichts- und Größenvorteil mit ein, gerät die EOS 5D II, aber auch andere DSLRs, stark ins Hintertreffen.

Natürlich ist auch bei der Olympus OM-D nicht alles eitel Sonnenschein. Irgendwas ist ja immer (TM).

Daher hier eine Pro- und Contra-Liste zur OM-D (insgesamt und in Vergleich zur Sony NEX):

  • (+) EVF (elektronischer Sucher)
  • (+) Schwenkdisplay
  • (+) Remote-Auslöser per Kabel anschliesbar (sehr wichtig für mich, habe hier gerade einige Pixel Pawn Funk-Kamera und -Blitzauslöser getestet. Super Sache)
  • (-) Dafür keinen eingebauten Infrarot-Auslöser (aber Funkauslösung über Remote-Anschluss ohnehin zuverlässiger)
  • (+) jede Menge Zubehör, auch Blitze usw. verfügbar (ein wesentlich erwachseneres System als beispielsweise das Sony NEX-System)
  • (+) viele verschiedene Objektive (Zooms wie Festbrennweiten), teils in hervorragender Qualität verfügbar
  • (-) Sony Kitzoom 18-55 wesentlich besser als Oly Kitzoom 12-50
  • (+) Das 7-14 mm ist toll. Alleine das wäre schon ein trefflicher Anschaffungsgrund. (aber es ist auch sehr flare-empfindlich, wenn die Sonne im Bild ist)
  • (+) Tap to Focus und Shoot (ein Merkmal des toll ansprechenden Touchscreens der OM-D)
  • (-) Die kleinen Tasten und Knöpfe am Rückteil der OM-D sind schon enorm diffizil zu drücken. Andere Kameras haben auch kleine Tasten und Bedienelemente, sind aber, da nicht gegenseitig zugebaut, besser erreich- und bedienbar.
  • (+) bis zu 60″ Belichtungszeit einstellbar (anstelle nur bis zu 30″ wie bei sonst allen Kameras, die ich kenne)
  • (+) nicht nur bulb, sondern auch „live time“ : Einmal Auslöser startet Belichtung, nochmal Auslöser beendet sie wieder. Dazwischen wird die vergangene Zeit auf dem Display angezeigt und auch die zunehmende Bildbelichtung wird in Intervallen auf dem Display angzeigt – genial!
  • (+) Einschaltzeit quasi „Instant“
  • (-) in homogenen gräulichen Flächen (ferner Wald ohne Details im Dunst z.B.) offenbart die Oly in LR-Standard-Schärfung ein zwar schwaches, aber merkbares Rauschmuster, das z.b. die NEX-5n nicht zeigt. Himmelsblau ist gleich bzw. ok.
    • Mögliche Anpassung: „Once I got OMD, I removed sharpening in LR from default 25 to 0. Images are sharp enough and are smoother this way.“
      –> Verschiedene Einstellungen ausprobiert. Schwanke zwischen:
      – Einfach einen etwa halbierten Schärfebetrag auszwählen: LR – Schärfen B 12 – R 1,0 – D 25
      – oder bei gleichbleibenden Betrag und Radius einfach die Details von 25 auf 0 zu setzen. Nahezu ähnliches Ergebnis, vielleicht Hauch glatter – aber ein bisschen Grundrauschen ist als Basis nie verkehrt (Stichwort glatte Farbverläufe und Posterisierung, sowie lebende, nicht artifizielle Textur)
      – wenn’s Glatt bei nach wie vor super Schärfe sein soll, dann z.B. Schärfen Standard (25 1,0 25) und Rauschreduzierung Luminanz 16
      oder auch Rauschreduzierung Luminanz 25 und Details auf 100.Ziehe ich eine anschließende Photoshop-Schärfung in Betracht (Unscharf Maskieren Stärke 151, Radius 0,3, Schwellenwert 1), dann kommt letzteres Knackscharf und ohne Rauschen rüber: LR Standardschärfung (25 1,0 25) und Rauschreduzierung Luminanz 25 und Details auf 100.also in LR:
      – normal Einfach einen etwa halbierten Schärfebetrag auszwählen: LR – Schärfen B 12 – R 1,0 – D 25
      – wenn’s Glatt bei nach wie vor super Schärfe sein soll, dann Schärfen Standard (25 1,0 25) und Rauschreduzierung Luminanz 25 und Details auf 100.
  • (-) Stativgewinde nicht in Objektivachse
  • (+) Klappen für Akku und Speicherkarte getrennt und solide einrastend.
  • (-) bei Zeiten um 1/80, 1/100, 1/125 öfters leichte Doppelkonturen (eher nur in Form von leichten Unschärfen erkennbar), wenn Nutzung des Bildstabilisators (IS). Der ist aber bei z.B. Verwendung des 45mm auch bei diesen Zeiten angeraten und sollte funktionieren. Bei 1/20 oder 1/25 tut er es mit selbem Objektiv ja auch.
    Ein IS, bei dem man die Belichtungszeiten im Auge haben muss und je nachdem an oder ausschalten muss, ist nicht nur immens nervig, sondern kostet auch wertvolle, unwiederbringliche Aufnahmemomente.
    Ergänzung: Möglicherweise hängt es eher mit Verschlusserschütterung zusammen: siehe hier: Micro 4/3 Shutter Shock Revisited [OMD-EM-5]
    Hach, irgend etwas ist ja immer… Nun braucht man sich bei spiegellosen Systemen keine Sorge um Spiegelschlag bei kritischen Zeiten und Brennweiten zu machen und dann halt Spiegelvorauslösung zu wählen (nur vom Stativ aus sinnvoll), jetzt muss man bei bestimmten Kameras anscheinend auf solche Nachteile achten. Aber ganz augenscheinlich habe ich eine passable Lösung gefunden: Antishock-Einstellung auf 1/8 Sekunde einstellen und nutzen. A pro pos Antishock:
  • (+) Über Spezialmenü E, Einstellung „Anti-Shock“ kann man die Selbstauslösezeit (wenn auch etwas umständlich) noch etwas weiter anpassen und verlängern. Von 0,5 bis 30 Sekunden zusätzlich zur Direktauslösung, zu den 2 oder zu den 12 Sekunden Selbstauslösezeit.
  • (+) umfangreichst konfigurierbar
Olympus OM-D EM-5 mit Lumix 7-14mm f4.0 auf Stativ

Olympus OM-D EM-5 mit Lumix 7-14mm f4.0 auf Stativ

In der Summe aller Punkte bin ich von der kleinen Olympus OM-D sehr angetan und es macht viel Spaß mit ihr zu Fotografieren. Und das ist ja die Hauptsache. Dem NEX-System werde ich nicht gänzlich abtrünnig werden. Die Sensoren sind Klasse und einen Nachfolger der NEX 7 werde ich mir aufmerksam ansehen. Idealerweise hätte er zusätzlich zum EVF dann auch ein Touchdisplay sowie einen Anschluss-Stecker für Remote-Auslöser. Sonys Weitwinkelzoom SEL 10-18mm F4 OSS scheint, jetzt wo aussagekräftigere Bildbeispiele verfügbar werden, ganz ansprechend gelungen zu sein, wenn auch nicht ganz die Liga des exzellenten Panasonic 7-14mm erreichend. Mal sehen, was die angekündigten Zeiss-Festbrennweiten im nächsten Jahr für das NEX-System bringen werden.

Dann wiederum – die Olympus OM-D ist die klar erwachsenere Kamera im Vergleich zur Sony NEX-5n. Nicht ganz so taschentauglich, aber auf jeden Fall ganz ähnlich leicht zu tragen. Auch ist die Objektivauswahl, was exzellente „High Grade“ Optiken angeht, deutlich besser im MFT-System. Nach allem, was man so sehen und lesen kann, sind das Olympus 60mm Makro und das 75mm f/1.8 absolut Topklasse-Objektive. Auch die neuen Panasonic Zooms 12-35 mm f/2.8 und 35-100 mm f/2.8 scheinen sich hinter den jeweiligen KB-Format Profi-Pendants nicht verstecken zu müssen. Gute Zeiten!

Zum Abschluss noch einige Fotos (Draufklicken führt zur entsprechenden Flickr-Seite mit weiteren Infos):

Halbmond (OM-D + EF 300 f4 + Ex 2x)

Sonnenuntergang über bewaldeten Höhen (OM-D + EF 70-200 f2.8)

Ederwehr Alter Arfelder Hammer (OM-D + M.Zuiko 45 f1.8)

Looking back (OM-D + M.Zuiko 45 f1.8)

Goldener Herbst am Stünzelplatz (OM-D + Lumix G Vario 7-14 f4)

SGNL’s First Hands On zur kommenden Sony NEX-6 und den neuen E-Mount Objektiven

Fotografie

Hier ein kurzes Video zur Vorstellung der Sony NEX-6 samt des neuen Power Zooms 16-50mm f/3.5-5.6, welches auf der Photokina vom Handling und von der Haptik bereits einen guten Eindruck auf mich machte. Bin sehr auf die finale Bildqualität dieses Objektivs gespannt.

Die NEX-6 samt dem Powerzoom soll im November auf den Markt kommen.

Weiters werden auch das im November verfügbar sein werdende 10-18mm f/4 Zoom und die im Dezember kommende Festbrennweite 35mm f/1.8 kurz gezeigt.

(Video: SGNL(TM) by Sony, http://www.youtube.com/user/sgnl?feature=watch)

Und, habe ich das hier richtig verstanden? Da nuschelt er ein wenig. Sagt er bei Minute 3:02 tatsächlich „Time-Lapse Photography“ die dann „later this year“ als App hinzugefügt werden soll!? Yay! Dass ich das noch erleben darf…

Wow, damit wäre endlich meine Selbstauslöserkritik hinfällig. Selbst bei nur rudimentärester Implementation eines Timelapsefeatures könnte die Kamera meinetwegen vor sich hin fotografieren, während ich mich bei der Outdooraktivität meiner Wahl in Position bringe und dann im vorgesehenen Bildausschnitt „performe“. Egal, ob ich dafür 10, 20 oder 320 Sekunden brauche. Dann wären zwar im Anschluss die Fotos bis dahin zu löschen, das wäre aber verschmerzbar. Und vielleicht sind die Entwickler ja auch so vernünftig, und spendieren eine Startverzögerungsfunktion.

Neuvorstellung der Canon EOS M. Canon kann jetzt auch „spiegellos“.

Fotografie

Canon EOS M mit EF-M 22 mm Objektiv (Foto: Pressefoto Canon)

Was schon länger antizipiert war und durch erste Fotos am letzten Wochenende durchsickerte, wurde heute nun offiziell durch Pressemeldungen von Canon bestätigt:

Canon tritt (mit großem Abstand) als letzter großer Kamerahersteller dem Reigen der spiegellosen Systemkameras bei. Über diese sehr interessante Kamerakategorie (oft auch englisch als Mirrorless, oder als EVIL – electronic viewfinder interchangeble lenses oder CSC – compact system camera, bezeichnet) habe ich an diversen anderen Stellen bereits berichtet (hier zum Beispiel: Was ist eine Systemkamera und was habe ich davon).

Es ist die neue EOS M.

M steht augenscheinlich für mirrorless, also spiegellos. Und die Vorsilbe EOS zeigt die Zugehörigkeit zum mittlerweile seit 25 Jahren erfolgreichen EOS-System an. Und das ist meines Erachtens, zusammen mit der Sensorgröße im Format APS-C, die beste Nachricht an dieser Neuvorstellung. Zugehörigkeit zum EOS-System bedeutet, dass Canon hier eine Erweiterung des EOS-Systems aufzeigt, dass eine gewisse Grundqualität der erzielbaren Ergebnisse zu erwarten ist und dass diese Kamera tatsächlich eine _System_ Kamera ist.

Die Spezifikationen:

  • Spiegellose Systemkamera
  • APS-C-Sensor (Hybrid CMOS) mit 18 Megapixeln
  • Formatfaktor 1,6 gegenüber Kleinbild
  • 14 bit DIGIC 5 Bildprozessor
  • Hybrid-Autofokus; Phasendetektion und Kontrast
  • Kontinuierlicher Autofokus im Film-Modus mit Objektverfolgung
  • ISO 100-12.800.; erweitert bis ISO 25.600
  • 4.3 Bilder pro Sekunde Serienaufnahme, 3 Bilder pro Sekunde mit Autofokus Tracking
  • Display 7,7 cm (3,0 Zoll), 1040k Bildpunkte 3:2 Berührungssensitives ClearView II LCD (Kapazitativ, Multi-touch fähig)
  • Filmaufnahmen mit max. 1.920×1.080 (29,97, 25, 23,976 B/s)
  • Anschlussmöglichkeit für externes Mikrofon und einstellbarer Aufnahmepegel
  • Wechselobjektive mit EF-M-Bajonett
  • Standard-EOS-Blitzschuh für externe Blitzgeräte (kein eingebauter Blitz)
  • Adapter für EF- und EF-S-Objektive als Zubehör
  • Kitpreis 849 Euro; inkl. EF-M 3,5-5,6/18-55 mm IS STM und Speedlite 90EX
  • Erhältlich ab September 2012

Augenscheinlich handelt es sich um mehr oder weniger das Featureset bzw. dem Sensor der ebenfalls vor kurzem vorgestellten EOS 650D, einer klassischen DSLR.

Von den Äusserlichkeiten weckt diese Kamera schon mal mein Interesse. Auch, wenn die Presseerklärung in typischer Marketingsprache die Zielorientierung Canons auf die Käuferschicht der Soccer-Mums, der Ebay- und Pinterest-Knipser und generell Kompaktkamera-Aufsteiger erkennen lässt und wenn die geringe Anzahl von Bedienelementen an der Kamera diesen Eindruck unterstreichen zu scheint. Aber letzteres scheint durch ein sehr gutes Touch-Display und die Menüführung gelindert und vor allen Dingen scheint die EOS-M eines:

Kompakt, kompakt, kompakt!

Wer etwas Leichtes, aber Großes mit Sucher und Co möchte (und vielleicht sogar seine EF-Objektive weitestgehend normal, also ohne Adapter, weiterverwenden möchte, der kann das jetzt schon haben: Einfach die günstigste 4stellige oder auch 3stellige EOS hernehmen und schon hat man was Leichtes.

Wer etwas klassisches, ziegelartiges mit Renomee braucht, womit er sich um den Hals baumelnd cool fühlen kann (solche Kameras brauchen eine gewisse Größe, damit der zu beeindruckende Passant oder Cafeteria-Besucher das auch vom Nachbartisch mitbekommt), der kann sich eine Leica M9 oder wenn das Geld nicht reicht, eine Fuji X-Pro 1 holen (der Fairness halber sei angemerkt, dass es schon noch Menschen gibt, die einfach über sehr große Hände verfügen, oder die einen klassischen Look und Haptik bevorzugen und dabei über Gehäusegröße oder anderen Eigenschaften und Funktionalitäten hinwegsehen).

Wer aber eine Systemkamera will, weil er möglichst hohe Bildqualität und Flexibilität durch Objektivwechsel und Systemeinbindung will, aber halt weder schwer noch voluminös tragen will oder kann, für den sieht die neue Canon EOS-M schon mal ganz gut aus:
– kein gehäusevergrößernder Sucher
– Kameragehäuse ragt kaum oben über das Bajonett heraus.
– schön flaches und taschentaugliches Gehäuse
– ein Pancake-Objektiv

Weiterhin trägt sie einen normalen Blitzschuh. Also schon mal gut, wenn man alle möglichen Blitze und externes Zubehör verwenden kann.

Auf der anderen Seite: Ist dieser erste Aufschlag (ich hoffe, es ist ein erster Aufschlag und diese Familie wird recht bald Zuwachs erhalten) überzeugend genug, um Fotografen, die z.B. schon in Sonys NEX System investiert sind, herüber zu locken?

Denn zunächst mal scheint die Ähnlichkeit in weiten Teilen frappierend, schaut man sich z.B. das Design der beiden neuen Objektive für das M-Bajonett, das EF-M22mm f/2 STM und das EF-M18-55mm f/3.5-5.6 IS STM an. Letzteres scheint mir nahezu identisch in den Ausmaßen des Sony E 18-55mm F3.5-5.6 OSS zu sein.

Das ist auch nicht weiter verwunderlich: beide Systeme verwenden APS-C große Sensoren und beide Systeme haben ein Auflagemaß von 18mm. Dabei ist zu beachten, dass der Verlängerungsfaktor in Bezug auf Kleinbildformat bei Sony 1,5 und bei Canon 1,6 beträgt.

Von den Abmessungen und zum derzeitigen Punkt von den erst nur zwei verfügbaren neuen EF-M Objektiven gäbe es jetzt also keinen Grund, sofort von Sony NEX auf Canon EOS-M zu wechseln. Nicht zuletzt, da man mit dem NEX-System sehr zufrieden sein kann. Und bei allen Verbesserungswünschen, die noch gehegt werden, muss Canon erst mal zeigen, dass sie im EOS M System besser, schneller oder überhaupt aufgegriffen oder geboten werden.

Nun denn, es ist zwar leider mehr als schlechte Angewohnheit in Internetforen schon nach der ersten Vorstellung von Spezifikationen bereits alles besser zu wissen und schon die Forderungen nach der nächsten Generation zu stellen, aber hier möchte ich ausnahmsweise einmal vorsichtig mit einstimmen. Und zwar mit gewisser Berechtigung, denn mit der neuen EOS-M hat Canon mitnichten ein neues Segment geschaffen, noch haben sie ein bestehendes Produkt weiterentwickelt, so dass man erst mal mit den neuen, erweiterten Fähigkeiten zufrieden sein könne (oder eben nicht, und sich dann nicht für einen Neukauf oder ein Upgrade überzeugen zu lassen).

Nein, hier ist Canon als letzter der Major-Player in ein bereits seit Jahren bestehendes Segment, dem der spiegellosen Systemkameras eingetreten. Und während dieser erste Schritt in den Grundlagen überaus überzeugend ist – APS-C großer Sensor, Systemintegration in die EOS-Familie wären die Hauptpunkte – fehlen doch einige wesentliche Fähigkeiten bzw. Merkmale über das bloße Minimum einer digitalen Kamera hinaus. Fähigkeiten, die bei anderen Herstellern in schöner Regelmäßigkeit zum Paket dazu gehören.

Da wäre zum einen ein wenigstens Klapp- wenn nicht gar ein schwenkbares Display. Das man in einem sehr kompakten Gehäuse mit APS-C Sensor auch einen integrierten elektronischen Sucher untergebracht bekommt, zeigt Sony mit der NEX-7.
Und während der ebenfalls heute vorgestellte Adapter für EF- und EF-S-Objektive eine hochwillkommene Sache ist, werden dringend weitere native EF-M Objektive benötigt.

Entscheidend für den Markterfolg / bzw. für den Erfolg bei mir wird sein:

  • Wie gut sind die beiden EF-M-Objektive?
  • Wie schnell wird es Adapter für Legacy-Lenses von Drittherstellern geben?
  • Wie schnell wird Canon weitere Objektive für das EF-M-Bajonett vorstellen? Oder wollen sie sich auf der Adapterlösung ausruhen?
  • Wird es mehr Pancakes geben?
  • Wann wird es weitere Gehäuse mit M-Bajonett geben, die mehr Funktionen bieten (dabei aber nicht größer werden sollten).

Zudem muss für dieses Gehäuse der Kit-Preis deutlich nach unten gehen.

Alles in allem: wird Canon wieder als Innovator auftreten? Hierzu müssten Sie noch jede Menge aufholen. Was ist z.B. mit der überfälligen Integration von Smartphone oder besser Cloud-Funktionaliät mit der Kamera? Wann wird es so selbstverständlich sein, wie es jetzt schon auf iPhone und Co ist (dort über diverseste Apps realisiert), dass ich zum Beispiel Zeitrafferaufnahmen unterschiedlichster Art konfigurieren und erzeugen kann? Oder die Kamera über mein Smartphone steuern kann? Und viele weitere Sachen mehr?

Verfügt die EOS M über einen Fernauslöseranschluss? Eine Systemkamera muss man fernsteuern können. Ob per Wifi-Modul, Infrarot und/oder Kabel (letzteres bevorzugt, da man so Drittherstellerlösungen einfach anwenden kann).

Aber ansonsten? Schaut nach einem guten Einstieg von Canon aus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Weitere Links:

Pressetext Canon Deutschland

First Look Preview auf DPReview

Erste Beispielbilder und Filme Canon Japan

Ein Hands-On Video von DigitalCameraWorld