Bikes & Gear

Cyclite Bikepacking Taschen: Praxistest & Einordnung

Wie ihr wisst bzw. an diversen Artikeln meines Blogs unschwer erkennen könnt, befasse ich mich gerne und umfassend mit diversen Aspekten des Bikepacking. So auch immer wieder mit dem Taschen-Setup und dort besonders unter den Aspekten Funktion und Performance. Insbesondere bin ich auch immer auf der Suche nach neuen und interessanten Lösungen. Z.B. auch für das noch im letzten Jahr sehr stiefmütterlich behandelte Thema von Taschen für Aerobar-Lenker-Konfigurationen, wie sie für Bikepacking-Rennen (aber auch für Genuß-Bikepacker mit Wunsch auf Extra-Komfort) sehr oft benutzt werden. Hier bin ich letzten Sommer auf die Handle Bar Aero Bag des Herstellers cyclite aufmerksam geworden, fand sie sehr interessant und hatte einen entsprechenden Instagramm-Post als Story geteilt.

Es stellte sich heraus: Cyclite war als Firma quasi jung gegründet, die beiden Macher dahinter folgten mir damals ohnehin schon auf Instagram und würden mir sehr gerne nicht nur diese Aerobar-Bag sondern auch die weiteren Taschen, die das junge Portfolio vervollständigen, zum Testen zur Verfügung stellen. Dem habe ich gerne zugestimmt und so seid ihr auch hiermit informiert, dass ich – anders als fast alles andere was ihr hier im Blog besprochen seht – diese Taschen nicht selbst gekauft, sondern kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Wie immer werde ich im weiteren Artikel aber nicht nur die getesteten cyclite-Taschen isoliert betrachten, sondern immer auch vergleichend in den Kontext des Mitbewerbs stellen. Was gefällt mir besser, was schlechter. Wo sehe ich weiteres Potenzial zur Verbesserung, wie ist eine Tasche im Vergleich einzuordnen usw.

Grundsätzliches zur Funktion und Eigenschaften von Bikepackingtaschen

Was bei Bikepacking-Taschen allgemein zu berücksichtigen ist, welche grundsätzlichen Lösungen es gibt, welche Problemfelder existieren und wie man sie mit unterschiedlichen Ansätzen lösen kann, dass habe ich zuletzt und sehr ausführlich in diesem Artikel zusammengestellt: Taschen-Setup für Bikepacking: Von der Gesamtschau zum Schwerpunkt Heck-Lade-Systeme (Seatpacks, Saddle bags, Panniers, Racks, Tailfin und Co)

Dabei spielen Funktion und Formfaktor die wichtigsten Rollen in der Entscheidung pro und contra einer Tasche bzw. eines Taschensetups für das Bikepacking-Rad.

Hat man sich für ein grobes Taschen-Setup entschieden, dann kommen weitere Aspekte dazu. Gewicht zum Beispiel. Warum Mehrgewicht mit herumschleppen, wenn die gleiche Funktion und Form (dazu gehört u.a. auch das Nutzvolumen) auch deutlich leichter erhalten werden kann? Oder wenn das Nutzvolumen sogar aerodynamischer untergebracht werden kann?

Wir sehen an diesen zwei Fragen direkt, dass man Funktion, Form und Gewicht schwer von einander trennen kann und das Form und Funktion gleich eine ganze Reihe weiterer Aspekte und Eigenschaften beinhalten:

Form betrifft sowohl das Taschenvolumen wie auch dessen Erzeugung durch Länge, Breite und Höhe einer Tasche. Und ob sie vorne breiter als hinten ist. Ob sie dadurch mehr oder weniger Aerodynamisch ist, wenn das ein Faktor ist oder sein soll. Ob sie überhaupt an euer spezifisches Rad (Rahmengröße, Oberrohr-Slope, Rennrad, Gravel- oder Mountainbike, Fully oder Hardtail etc.) passt. Oder ob sie passt, ihr aber aufgrund unglücklich gewählter Dimensionen einfach ständig beim Pedalieren mit ihr kollidiert. Ihr seht also, dass hier dann Form direkt auch mit der Funktion zusammenhängt. Denn je nach Form kann eine Tasche für euch mehr oder weniger gut funktionieren.

Bei der Funktion geht es darüber hinaus aber auch um Dinge wie: komme ich während der Fahrt an den Inhalt (sofern die Tasche dafür vorgesehen ist), oder sind die Verschluss-Systeme unglücklich gewählt oder positioniert, dass dies erschwert wird? Bleibt die Tasche an Ort und Stelle oder wackelt sie ständig? Wie aufwendig oder simpel ist die Befestigung am Rad usw.

Funktion betrifft aber auch die Konstruktionsart und das Material der Taschen. Funktioniert die Tasche auch im Dauerregen? Hier kommt es auf Material und Konstruktion an. Wieviel Nutzinhalt bleibt übrig, wenn bei begrenzten Außenmaßen mit Nähten, Futterstoff, Falzen etc. gearbeitet wird? Hier bevorzuge ich ganz klar technische Materialien, die dann z.B. auch mit Hochfrequenzverschweissung zusammengefügt werden. Diese maximieren das Nutzvolumen, reduzieren meist das Gewicht, sehen gut aus und sind auch manchmal etwas formbeständiger, was sowohl die leere wie auch die (nicht überfüllte) Tasche angeht. Und, sofern die Verschluss-Systeme dafür ausgelegt sind, sind sie auch ohne weiteres wasserdicht.

All das wissen die beiden Macher von Cyclite, Christoph Kirsch und Max Barnsteiner. Sie haben nach eigenem Bekunden langjährige Erfahrung in der Outdoor- sowie Textil- und Taschen-Branche. Und das sieht man den Cyclite-Produkten auch an. Absolut perfekt gefertigt, aus hochfrequenz-verschweißtem technischen Gewebe und formhaltig gefertigt, deutet hier nichts darauf hin, dass es sich um die erste Generation eines Taschenportfolios einer gerade gegründeten Firma handelt.

Die Frage ist nun: wie schlagen sich die Taschen in der Praxis? Wie gut gefallen mir die Taschen insgesamt und in ihren Detail-Lösungen? Sind sie wirklich so leicht und leichter als diverse andere Taschen für den gleichen Einsatz-Zweck?

Das finden wir im Weiteren heraus.

Taschenübersicht – Das Taschenprogramm von cyclite

Um welche Taschen(arten) geht es überhaupt?

Cyclite sind mit dem „klassischen“ Bikepacking-Taschen-Portfolio aus Rahmentasche, Oberrohrtasche, Satteltasche und Lenkerrolle sowie einer unkonventionellen und einzigartigen Aerobar-Tasche gestartet. Und genau diese fünf Taschen habe ich von cyclite im letzen Sommer zum Test erhalten.

Die jeweiligen Modellnamen enden alle mit „/ 01“, z.B. „Framebag / 01“, so das wir erwarten dürfen, dass in nächster Zeit weitere Taschenmodelle bzw. Größen das Portfolio ergänzen werden. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das cyclite auch zwei Rucksäcke und sogar ein Ski Rack für das Rad im Angebot haben.

Insgesamt sind alle Taschen aus einem mir sehr gut gefallenden Material gefertigt. Cyclite verwendet ein eigenes 200D Nylon 6.6 HD Ripstop Gewebe für alle ihre Taschen. Die Verarbeitungsqualität lässt ebenfalls keine Wünsche offen – hier wird quasi aus den Startblöcken hervorragende Arbeit geleistet. Im Vergleich zu vielen anderen Taschen, die ich bereits benutzt habe, fallen die recht schmalen Befestigungs-Klettbänder auf. Ich war zunächst skeptisch (in Bezug auf ihre Robustheit), sehe aber, dass sie die Taschen sehr gut halten, dabei aber optisch nicht so stark störend wirken. Wichtiger aber noch, dass sie sich sehr schön und einfach in und durch die Schlaufen der Taschen führen lassen.

Was auch interessant ist: alle Taschen gibt es sowohl in Schwarz wie auch in Weiss zu kaufen.

Die Taschen sind jeweils ohne Kunststoff in einfachen, aber schönen Kartons und mit Schutzpapier verpackt und es befinden sich neben einer gedruckten Anleitung auch Schutzfolien-Sticker dabei, die ihr an neuralgischen Kontaktpunkten eures Rahmens kleben könnt. Sehr praktisch und hilfreich.

Cyclite legt den Schwerpunkt auf das Gewicht der Taschen und spricht davon, das „leichteste vollwertige Bikepacking-Taschenset auf dem Markt“ zu haben. Das darüber hinaus „100 % wetterfest und robust“ sein soll.

Und ich kann da Cyclite nur bekräftigen, wenn sie schreiben, dass sie ihre Taschen zwar für ambitionierte Bikepacker und leistungsorientierte Langstrecken-Radler entwickelt haben, die insbesondere im Rennmodus von der Gewichtsersparnis und von ausgeklügelten Details profitieren (ob und wie ausgeklügelt ich diese finde, dazu gleich mehr). Das genau diese Eigenschaften aber auch dem Genuss-Biker ermöglichen, Kräfte einzusparen und insgesamt unbeschwerter tolle Erlebnisse zu sammeln. Meine Rede!

Um das zu erreichen, haben alle Taschen strategisch gestaltete Kunststoff-Verstärkungen, die auch herausgenommen werden können. So kann man die Taschen nochmals leichter machen. Deswegen sind bei den einzelnen Taschen auch immer zwei Gewichtsangaben aufgeführt – mit und ohne Vestärkung. In meinen Augen sind die Verstärkungen aber durchgehend sinnvolle und funktions- sowie formgebende Elemente, ohne die die Tasche quasi nur „halb so gut“ wäre. Komplett sinnbefreit wäre es z.B., die Verstärkung aus der Satteltasche entfernen zu wollen. Bei der Oberrohrtasche sehe ich persönlich auch wenig Sinn darin. Bei der Aerobar-Tasche und der Rahmentasche wäre es immerhin debattierbar und auch nur bei der letzteren könnte ich persönlich mir vorstellen, dass es halbwegs Sinn macht.

Nun, bei dem Fokus auf das Gewicht (natürlich nicht nur), will ich natürlich auch auf den Mitbewerb schauen. Auch für die Funktion. Denn was hilft es, wenn Cyclite zwar das leichteste Taschen-Set haben, ich aber einzelne Taschen für z.B. das Oberrohr oder den Rahmen bei gleichem Volumen und gleicher Funktion leichter sind (alles unter der Vorraussetzung, das am Ende das Gewicht euer ausschlaggebender Faktor sein sollte).

Nun also zu den einzelnen Taschen:

Die cyclite FRAME BAG / 01 Rahmentasche:

Die cyclite Frame Bag /01 ist ein kompakter Vertreter der Rahmentaschen, die unter dem Oberrohr montiert werden und die den größten Teil des Rahmen-Innendreiecks für Trinkflaschen etc. frei lassen.

Als solches sind diese Taschen und besonders die cyclite Frame Bag /01 schnell und einfach zu montieren und machen auch für kurze Strecken eine gute Figur, bieten praktischen Platz und stören quasi überhaupt nicht.

Mit den 2,8 l Volumen ist die Tasche selbst für kompakte Rahmentaschen eher auf der kleinen Seite – das macht sie aber zu einem guten Einstieg in ein Rahmentaschenprogramm. Denn es wird kaum einen konventionellen Fahrradrahmen geben (vollefederte Mountainbikes ausgenommen), wo man die cyclite Tasche nicht unterbekommt. Selbst bei sehr kleinen Rahmengrößen und damit auch kurzen Oberrohrlängen.

Bei moderat großen bzw. kleinen Rahmen – ich selbst fahre ja auch nur Rahmen in Größe S bzw. zwischen 52 und 54 cm Rahmengröße – bleibt dann aufgrund der nur 38 cm Länge der Tasche hinten an der Sitzrohrseite noch eine gute Handbreit oder mehr ungenutzter Platz übrig.

Der eignet sich dann aber sehr gut für das Greifen des Oberrohrs, wenn man das Rad irgendwo hin heben möchte. Und er lässt auch bei kurzen Sitzrohr-Höhen noch Platz bis obenhin für eine besonders große Trinkflasche. Sehr praktisch, also.

Die cyclite FRAME BAG / 01 Rahmentasche an meinem Drifter (Rahmengröße 54, maßgefertigt)

Technische Daten cyclite FRAME BAG / 01

  • Volumen: 2,8 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 98g * / 148g ( * ohne Verstärkung)
  • Gewicht selbstgewogen: 163 g
  • Breite: 6 cm
  • Länge oben: 38 cm

im Vergleich dazu: Apidura EXPEDITION FRAME PACK, compact, 4,5 L

  • Volumen: 4,5 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 170 g (145 g für die 3 l Version)
  • Gewicht selbstgewogen: 181 g
  • Breite: 6 cm
  • Länge oben: 46 cm

im Vergleich dazu: Apidura RACING FRAME PACK, groß, 4L

  • Volumen: 4 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 205 g (145 g für die 2,4 l Version)
  • Gewicht selbstgewogen: n.a.
  • Breite: 6 cm
  • Länge oben: 42 cm

Wir sehen zwei Dinge: Erstens wundert es mich, dass die Apidura Racing Frame Bags schwerer sind, als die normalen Expedition Frame Bags des gleichen Herstellers. Obwohl Apidura gerade die Racing Serie als Ultra Light bewirbt. Wenn es darum geht, sollte man in Punkto Gewicht bei Apidura also zur Expedition Frame Bag greifen.

Und zweitens: Mit Verstärkung ist die cyclite Framebag keineswegs leichter als die beiden Apidura-Taschen (für die wir der Fairness halber die kleinsten Versionen heranziehen müssen). Ohne Verstärkung allerdings – und wie schon geschrieben: die Frame Bag ist die einzige Tasche, wo mir ein Entfernen dieser internen Verstärkung halbwegs sinnvoll ohne zu große Funktionseinbußen machbar erscheint – da ist die cyclite Tasche deutlich leichter.

Detail-Kritik

Ich finde die cyclite Frame Bag eine schöne und gut nutzbare Tasche. Sie ist schick, kompakt und der Reissverschluss lässt sich gut bedienen. Zugriff auf den Inhalt in der Fahrt ist kein Problem.

In der Breite hat sie dieselben vernünftigen Maße wie z.B. die Apidura Taschen: 6 cm. Breiter darf für mich eine solche Rahmentasche nicht sein. Breiter darf sie auch nicht ausbeulen – eure Toleranz mag da etwas größer sein. Aber ich kenne viele Leute, die ebenfalls über Beinkontakt bzw. Reiben und Scheuern mit anderen, gleich breiten (oder besser gesagt: schlanken) Taschen klagen.

Damit das eben nicht passiert, lohnt es sich, solche Taschen nicht zu stark zu befüllen und es ist vorteilhaft, wenn sie keine darüber hinausstehenden Falze, Nähte oder irgendwelche Verschluss-Elemente bzw. -Abdeckungen aufweisen. Wie es z.B. die Apidura-Taschen als Schutzlasche über dem Reissverschluss aufweisen. Ja – das ist ein sehr sinnvoller zusätzlicher Wetterschutz. Ein solcher steht aber immer noch ein Quentchen mehr über das Außenmaß der Tasche hinaus und wölbt sich auch gerne einmal nach oben auf – und sorgt spätestens dann für Irritationen durch ständigen Beinkontakt. Meine Apidura hatte ich sogar in einem Rennen einfach mal auf der linken Seite getaped, damit ich da Ruhe hatte.

Bei der cyclite gibt es keine solche Lasche und ich finde das aus den genannten Gründen sehr gut.

Dennoch – diese 6 cm sind für mich persönlich wirklich das Maximum. Lieber hätte ich eine Tasche, die sich nach hinten zum Sitzrohr hin etwas verjüngt. Auf 5 cm – das würde schon reichen. In der Tat hatte ich für das vergangene Transcontinental Race genau eine solche, maßgeschneiderte Tasche (von Tailfin) und war mit dieser super zufrieden.

Die cyclite frame bag hat auf der Oberseite drei Laschen für drei (cyclite typisch) schmale Klettriemen. D.h. da ist keine Ausweichlasche vorgesehen, um einen Riemen leicht versetzt anzuordnen, wenn ansonsten eine Kollision mit dem Riemen einer Oberrohrtasche vorliegen würde. Das muss dann die Oberrohrtasche bieten (bietet sie auch – zumindest die von cyclite). Ich habe aber auch festgestellt, dass (mit der eingesetzten internen und schön eingekletteten Verstärung) die Tasche auch problemlos mit nur zwei Riemen am Oberrohr zu befestigen ist.

Bei den mitgelieferten Riemen fand ich einen recht langen Riemen, der für das Unterrohr vorgesehen ist. Der war deutlich zu lang. Ich habe gesehen, dass Leute diese Tasche auch an eigentlich viel zu großen Rahmen dafür benutzen. Ja, wenn man dies macht und so die vordere Unterkante der Tasche noch 5 oder mehr cm Luft bis zum Unterrohr hat, dann braucht man einen sehr langen Riemen, um erst mal da hin und dann da rum zu kommen. Für alle anderen – eher üblichen – Montagefälle war der Riemen zu lang. An sich kein Problem, schneidet man ihn halt einfach ab oder wickelt den Überstand einmal mehr um das Unterrohr. Das Problem waren die Klettbereiche, die nur am Ende des Riemens vorlagen. Das war auch der Grund, warum die Tasche im ersten Foto nur mit zwei Riemen am Oberrohr befestigt ist.

Ich glaube, hier hat cyclite inzwischen nachgebessert. Für andere Taschen ist dies für andere Punkte in der Zwischenzeit definitiv geschehen und da werde ich jeweils im Einzelnen hinweisen.

An der Vorderseite, dort, wo die Tasche gegen das Steuerrohr weist, ist eine abgedeckte Kabeldurchführung angeordnet. So können z.B. Akkupacks in der Rahmentasche untergebracht werden und damit Frontleuchten betrieben oder Radcomputer bzw. Telefone am Lenker aufgeladen werden.

In der Summe: eine rundum gelungene, kompakte und leichte Rahmentasche, mit der man kaum etwas verkehrt machen kann.

Die cyclite TOP TUBE BAG / 01 Oberrohrtasche:

Wo die cyclite Frame Bag /01 ein kompakter Vertreter ihrer Gattung ist, kommt die cyclite Top Tube Bag / 01 als Kaventsmann daher. Zudem mit einem ungewöhnlich angeschlagenen Flip-Top- bzw. Überwurf-Deckel – nämlich an der Hinterkante.

Zwar ist sie auch „nur“ 6 cm und damit genau so breit wie die Rahmentasche – aber für eine Oberrohrtasche sind das schon sehr große Abmessungen. Um ähnlich unaufdringlich bzw. kontaktarm wie eine Rahmentasche sein zu können, muss eine Oberrohrtasche wesentlich schmaler gestaltet werden. Apidura zeigen dass mit ihren Oberrohrtaschen, die typischerweise nur 4,5 cm breit sind. Das gilt vorrangig für den Rennrad und für den Gravelbike-Einsatz. Weniger für die Verwendung am Mountainbike. Aber auch bei Rennrad und Gravelbike-Nutzern gibt es Menschen, die aufgrund Beinstellung und/oder Körperbau damit weniger ein Problem haben oder sich einfach damit arrangieren, weil sie den großen Tascheninhalt für sich höher Gewichten als die Kontaktfreiheit der Knie bzw. Oberschenkel.

So sieht die Tasche dann auf einem normalen Oberrohr eines Metall-Rahmens aus:

Die cyclite TOP TUBE BAG / 01 Oberrohrtasche auf einem Oberrohr eines modernen Titanrahmens (meinem Drifter).

Lang ist sie auch; dafür geht aber auch einiges hinein:

Hier ein visueller Eindruck, wie sich die Tasche von den Abmessungen und Gestaltungsmerkmalen zu diversen anderen Oberrohrtaschen verhält:

Technische Daten cyclite TOP TUBE Bag / 01

  • Volumen: 1,7 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 90g */ 112g (* ohne Verstärkung)
  • Gewicht selbstgewogen: 86 g * / 112 g (* ohne Verstärkung)
  • Größe: 25 x 9 x 6 cm (L x H x B)

im Vergleich dazu: Apidura Top Tube Pack Expedition groß, 1L

  • Volumen: 1 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 90 g
  • Gewicht selbstgewogen: 95 g
  • Breite: 4,5 cm

Im Vergleich dazu: Apidura Racing Top Tube Pack groß, 1L:

  • Volumen: 1 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 105 g
  • Gewicht selbstgewogen: n.a.
  • Breite: 4,5 cm

Detail-Kritik

Die erste Version dieser Tasche hatte als „Verschluss“ für den Überwurf-Deckel nur einen ganz leichten Magneten an der Vorderkante im Material verborgen. Gut genug, um ein Abheben und Aufdrücken des Deckels durch den Fahrtwind zu verhindern, aber für wirkliches Off-Road-Terrain definitiv zu schwach bemessen. Selbst ohne es wirklich mit schnellem Downhill über Wurzelpfade zu provozieren, hatte ich Sorge, das der Inhalt der Tasche (denke an etwas dickere Gel-Sachets wie 100 ml Smoothie Gel, 128 g Trailbutter oder gar kleine Akkupacks) gegen den Deckel beschleunigt werden und ihn mühelos von unten öffnen und dann rausfliegen. Cyclite hat da allerdings bereits reagiert und wenn ihr jetzt eine Top Tube Bag / 01 kauft, werdet ihr sehen, dass nun eine zusätzliche „Ratsche“ an der Vorderkante angeordnet wurde, die auch noch etwas mechanischen Widerstand gegen unerwünstes Öffnen des Deckels bietet.

Dann ist da der Anschlagpunkt des Deckels. Er ist hinten. D.h. der Deckel geht nicht nach links oder rechts auf, auch nicht nach vorne, sondern nach hinten. Ich kann mir die dahinterliegende Denkweise vorstellen. Beim Flip nach links oder rechts hängt der Deckel dann leicht im Gehege des Knies der jeweiligen Seite. Nach vorne kann man den Deckel auch nicht ganz umlegen, weil da der Vorbau im Weg ist. Nach hinten geht es allerdings. Soweit macht das sicher Sinn. Für mich ist es so aber dennoch immer eher ungelenk, den Deckel komplett aufzuklappen – was man bei dieser Anschlag-Seite aber muss, um ungestört auf die Inhalte zugreifen zu können. Ja – um sie überhaupt sehen zu können. Wohingegen man bei allen anderen Anschlagseiten (links, rechts oder vorne) den Deckel nur kurz lupfen muss, um gut auf den Inhalt zugreifen zu können und gleichzeitig zu sehen, was man macht. Da mag ein wenig persönliche Präferenz mit hineinspielen – das müsst ihr für euch entscheiden. Für mich ist der Deckel-Anschlag hinten die schlechteste der 4 Möglichkeiten. Persönlich bevorzuge ich sowieso eine ganz andere Verschlussart von Oberrohrtaschen – den klassischen Reisverschluss.

Weg vom Verschluss, hin zu den Dimensionen. Bei einer so verhältnismäßig breiten Tasche war ich sehr besorgt, dass sie mehr als ohnehin für Oberrohrtaschen üblich von ständigem Kipp-Tendenzen geplagt wird. Sie ist aber erstaunlich kippelsicher – selbst auf meinem rundrohrigen Titanrahmen. Ob’s an den zwei statt nur einem (z.B. bei den Apidura Taschen) Riemen für das Oberrohr liegt? Die Unterseite der Tasche ist jedenfalls genauso glatt wie z.B. die von Apidura. Darüber kann keine (Haft)-Reibung übertragen werden. Es kommt also allein von den zwei (auch nur schön schmalen) Klettbändern. Nicht schlecht. Aber obacht – im Dauerregen geht selbst bei ansonsten eher sicher per Riemen befestigten Oberrohrtaschen jegliche Haftreibung flöten. Je breiter die Tasche, umso gravierender da dann das Problem.

Es bleibt aber dabei: die Tasche ist (nicht nur mir – ich höre solche Beschwerden auch gegenüber nochmals schmaleren Oberrohrtaschen oft) deutlich zu breit für die Nutzung am Rennrad oder Gravelbike. Es wird auch Menschen geben, für die das auch an diesen Radgattungen weniger ein Problem darstellt. Aber einfach aus den typischen (und wünschenswert schmalen) Q-Faktoren (d.h. der Distanz zwischen den Außenseiten der Kurbelarme) von Rennrädern und Gravelbikes heraus wird bei normalen Hüftbreiten und bei straßentypischer enger bzw. neutraler Führung der Knie am Oberrohr ständig die Kontaktgefahr und damit deutliche Irritation durch eine so breite Tasche einhergehen.

Mehr noch, wenn man dann aus dem Sattel geht. Und ein weiteres Problem kommt hinzu, wo auch die Länge von einer solchen Tasche mit hinein spielt: Wenn man mit beiden Beinen rittlings über dem Oberrohr steht (was gar nicht so selten vorkommt – bitte da nicht nur an das einbeinig im Pedal stehende Halten an der Ampel denken) – dann quetscht man sich einiges bzw. die Tasche quetscht man unschön. Und alles was drinnen ist. Und auch wenn dem Inhalt das nichts ausmacht – danach hängt die Tasche meist windschief auf dem Oberrohr und will erst wieder gerichtet werden. Nervig.

Wenn eine Oberrohrtasche zu lang und / oder wenigstens am hinteren Ende zu breit und zu hoch ist, sieht das dann so aus, wenn man mit beiden Beinen auf dem Boden über dem Oberrohr steht.

Beim Einsatz auf dem MTB hingegen kann auch ich vergleichsweise gut mit der cyclite Top Tube Bag / 01 leben. Das liegt an dem im Verhältnis sowohl tieferen als auch längerem Oberrohr. Und es hängt auch mit dem beim MTB leicht größeren Q-Faktor zusammen. Aber auch hier würde ich mir wünschen, wenn die Oberrohrtasche wenigstens am hinteren Ende etwas schmaler zusammenlaufen würde. Wie es z.B. Taschen von Revelate Designs tun.

Die cyclite TOP TUBE Bag / 01 am Oberrohr meines Rose Thrill Hill Mountainbikes

Hier müsst ihr also prüfen, ob euch eher das sehr große Volumen wichtig ist und ihr mit Kontakten an Taschen generell keine oder Probleme habt oder ob ihr schon wisst, dass auch das mit Taschen versehene Rad auf jeden Fall genauso unbeschwert in allen Handlings-Situationen reagieren und sich anfühlen soll wie das Rad im Normalzustand ohne Taschen. Das geht! Dann ist aber die ideale Oberrohrtasche eine solche, die weder beim Pedalieren im Sitzen, noch im Wiegetritt auch nur ansatzweise zu Beinkontakt führt. Und sie wird meistens deutlich schmaler als die Tasche von cyclite sein müssen. Es sei denn, ihr fahrt sie am MTB mit vergleichsweise tiefen und langem Oberrohr – hier ist etwas mehr Breite möglich.

Die cyclite SADDLE BAG / 01 Satteltasche:

Saddle Bags, Seat Packs, Satteltaschen oder gerne auch flappsig „Arschraketen“ genannt – sicher einer der definierendsten Taschenarten für das Bikepacking. So findet sich natürlich auch eine Saddle Bag im Sortiment von cyclite. Mit 12,9 l Volumen ist sie für mich in der mittleren Größenordnung angesiedelt und bringt einige interessante Ideen mit. Macht mir aber auch im Reigen aller cyclite Taschen das meiste Kopfzerbrechen. Einiges was dazu beiträgt wurde aber wie schon bei der Top Tube Bag jetzt auch ganz neu für diesen Herbst in der laufenden Serie der Saddle Bag / 01 angepasst. Doch zunächst zu den technischen Daten.

Technische Daten cyclite Saddle BAG / 01

  • Volumen: 12,9 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 318 g
  • Gewicht selbstgewogen: 344 g
  • Größe 35-52 x 23 x 18 cm (L x H x B)

im Vergleich dazu: Apidura EXPEDITION SADDLE PACK, 14 L

  • Volumen: 14 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 350 g
  • Gewicht selbstgewogen: 347 g

im Vergleich dazu: Ortlieb Seat Pack groß

  • Volumen: 16,5 L
  • Gewicht Herstellerangabe: 456 g
  • Gewicht selbstgewogen: 453 g

im Vergleich dazu: Ortlieb Seat Pack klein

  • Volumen: 11 L
  • Gewicht Herstellerangabe: 345 g
  • Gewicht selbstgewogen: n.a.

Was auffällt, ist, das zumindest mein Exemplar der cyclite Saddle Bag deutlich von der Herstellerangabe nach oben abweicht und damit, trotz kleinerem Nutzvolumen, ziemlich exakt gleich schwer / leicht wie andere bewährte Taschen von Apidura oder Ortlieb ausfällt. Hier gibt es übrigens keine getrennten Gewichtsangaben mit und ohne eingesetzter Verstärkung, da diese bei der Satteltasche integraler Bestandteil und nicht entfernbar ist.

Die folgenden Fotos zeigen die cyclite Saddle Bag / 01 im Vergleich zur Apidura Expedition Saddle Pack, 14 L und der großen Ortlieb Seat Pack:

Detail-Kritik

Was mir gut gefällt: die interne Verstärkung an der Wurzel der Tasche (also dort, wo sie sich an der Sattelstütze abstützt), die im Vergleich zu den anderen Herstellern relativ weit nach hinten reicht.

Blick in die cyclite Saddle BAG / 01

Was ich auch sehr gut finde: Wie breit und weit nach hinten reichend die Basis des Riemendreiecks für die Saddle-Rail-Befestigung ist. Gemeinsam mit der relativ weit reichenden internen Verstärkung wird so die Tasche samt Inhalt vergleichsweise gut gegen Sagging-Tendenzen geschützt. Und braucht gar keine interne Bastelei, wie es sich für die (natürlich noch viel größere) Ortlieb Seat Pack als unbedingt erforderlich erwiesen hat. Aber die dann auch das Problem erfolgreich und einfach gelöst hat (siehe hier)

Hier kann man das sehr schön sehen:

Die cyclite Saddle BAG / 01 an meinem Thrill Hill. Riemenüberschüsse sauber versteckt bzw. umwickelt.

Was man bei genauem Hinsehen auch erkennt, ist, wieviel an überstehender Riemenlänge ich da durch umwickeln unterbringen musste. Wenn man das nicht tut, sieht es nämlich so aus:

Besser zu viel als zu wenig ist zwar gut – irgendwo wird es aber auch störend in der täglichen Benutzung.

Wo hier sehr auskömmlich spendiert wurde, fehlte es bisher leider an ausreichender Länge des entsprechenden Riemens für die Befestigung an der Sattelstütze. Das war durchaus kritisch, weil damit das Ende des Riemens im Zweifel das Innenbein der Radhose aufscheuert – oder schlimmeres:

Deutlich zu kurzer Riemen für die Sattelstütze – mittlerweile aber in der laufenden Serie behoben.

Ja – mit genügend Kraft und Willen kann man die Vorderkante der Tasche noch halb um die Sattelstütze herumziehen und bekommt damit gerade soweit hin, das der Sattelstützenriemen wenigstens nicht mehr so absteht und kaum Greiflänge auf dem Klettbereich findet. Das führt dann auch zu mehr potenzieller Reibung an der Sattelstütze und trägt somit ein wenig zur Vermeidung von exzessivem Wackeln bei. Ist aber trotzdem unschön, nicht immer leicht und konstant zu erzielen und nimmt der Tasche auch einen weiteren Vorteil, den sie hat: der sehr schöne, passend enge Schnitt direkt an der Sattelstütze. So soll es sein. Im Vergleich ist die Apidura Expedition Pack in ihrer Base leider einen Tick zu breit. An ihre Flanken stoße ich immer mit den inneren Oberschenkeln. Nicht so sehr bei der cyclite Saddle Bag / 01, die aber auch in dieser Hinsicht noch besser sein könnte. Denn anders als bei der Apidura und der Ortlieb Satteltasche nimmt sie sehr schnell an Breite zu. So hält es sich ein wenig in der Waage. Ja – schön schmal direkt an der Sattelstütze. Aber auch leider – schnell fast schon zu breit noch zu nah an der Sattelstütze.

Aber hinsichtlich des zu kurzen Sattelstützen-Riemens kann ich Entwarnung geben: Auch das wurde in der laufenden Serie jetzt ab Herbst behoben.

Ein weiterer behobener Kritikpunkt von mir betraf das Drehventil auf dem Rücken der Tasche. Dieses dient zur Entlüftung der ansonsten luftdichten Tasche, wenn sie korrekt mit dem Rolltop-Verschluss von der Hinterseite aus komprimiert und verschlossen wird. Die Ortlieb-Tasche hat auch ein solches Ventil, da ist es aber versenkbar und an der Seite angeordnet und stört überhaupt nicht. Bei der Apidura Tasche ist es noch eleganter und ohne Eingriffserfordernis des Nutzers und ohne jegliche überstehende Bauteile gelöst. Bei der cyclite Tasche habe ich mir auch etwas Sorgen um die etwas scharfe Kante des von der Oberseite in die Tasche ragenden Ventilstutzens aus Hartplastik gemacht. Das ist kein grobes Teil; ich sehe aber trotzdem Potenzial, solche Dinge wie z.B. eine Daunenjacke beim Rausziehen oder Reinstecken in eine anderweitig festgepackte Tasche in Mitleidenschaft zu ziehen. Das wurde aber jetzt gelöst und das Ventil ist jetzt auch an der Seite angeordnet.

Die Befestigung der Sattelschienen-Riemen ist durchaus ungewöhnlich und interessant gelöst.

Ich war erst am Grübeln, wofür die kleinen Kunststoffringe an den Extra-Strap-Abschnitten sind. Bis ich gemerkt habe, wie hilfreich die für das Greifen und dann Straff ziehen der Sattelschienen-Schlaufen sind, um sie in diese interessanten Leichtmetall-Haken einzuhaken. Das greift sich wirklich gut. Und, dank der schlanken Riemen und wenig auftragenden Schlaufen (anders als die eher massiveren Clips z.B. bei Ortlieb), konnte ich die cyclite Tasche auch kürzlich an einem „Problemfall“ von Sattel montieren, wo ich aufgrund der Konstruktion und der Platzverhältnisse zwischen Sattelschiene und Satteldecke sowie der Sattelstützenbefestigung mit den Ortlieb-Sitzriemen nicht vorbei kam.

Das hat die cyclite Tasche also auf der Haben-Seite. Aber selbst nach vielem Testen an den unterschiedlichsten Rädern mit diversen Geometrien, Sattelstützen-Setbacks und Sätteln bleibt mein Eindruck: Von allen Satteltaschen, die ich habe, hat die cyclite Saddle Bag / 01 das meiste Schwing- bzw. Wackelpotenzial. Nicht übermäßig. Aber doch mehr als meine anderen Taschen. Und normalerweise kenne ich solche Probleme gar nicht. Die Ortlieb und die Apidura-Tasche, die ich habe, lassen sich alle zu meiner Zufriedenheit an meinen diversen Rädern dauerhaft wackelfrei festzurren.

Mit der cyclite Saddle Bag gelingt mir das nicht zur Gänze. Ich habe den Eindruck, das die beschriebene Art der Schlaufenbefestigung der Sattelschienen-Riemen der Tasche mehr Freiheitsgrade zum seitlichen Schwingen lässt, als des die direkt an der Oberseite der Tasche befestigten Schlaufen von Ortlieb oder aktuellen Apidura-Taschen tun. Es ist jetzt nicht gravierend, aber schon merkbar, finde ich. Auch „beissen“ die in den Fotos gut zu erkennenden, weil silbernen, Metall-Laschen nicht so gut, wie es die Schnallen bzw. Clips bei z.B. Apidura oder Ortlieb tun. Das mag zur beobachteten Tendenz beitragen.

Weitere Fotos:


Ansonsten bringt die cyclite Saddle Bag die üblichen weiteren Details von guten Satteltaschen mit: ein mit Elastik-Schnüren versehener Rückenbereich, auf dem man temporär z.B. eine Jacke oder eine leichte Tüte etc. festzurren kann und Einstecklaschen für ein Rücklicht oder Ähnliches im Bereich des Rollverschlusses.

Die cyclite Handle Bar Roll Bag / 01 Lenkerrolle:

Die cyclite Handle Bar Roll Bag / 01 ist eine klassische Rolltasche mit Riemenbefestigung für den Lenker mit dem üblichen beidseitigen Rollverschluss solcher Taschen (Double Roll-Top Bags). Hat aber ein paar schöne Gestaltungsdetails und kompakte Abmessungen, die sie tatsächlich auch für Rennlenker (bzw. Dropbars) relativ geeignet macht.

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich kein Fan von Lenkerrollen an Rennlenkern (selbst wenn es sogenannte Gravel-Dropbars mit Flare, also seitlich nach außen gewinkelten Drops bzw. Bügeln sind). Man hat überhaupt keine Chance, an den Inhalt zu kommen, solange die Rolle zwischen den Bügeln des Rennlenkers montiert ist und da bekommt man sie auch überhaupt nur so gerade eben hinein. Meist mehr schlecht als recht und wenn’s ganz schlecht läuft, hat man nicht mal Platz für seine Daumen, die die Hoods der Schalthebel umgreifen bzw. kann bei mechanischen Schaltungen nicht mal richtig den Schalthebel nach innen bewegen. Wenn man dann noch nicht vollständig integrierte Züge am Lenker hat, dann artet es in eine Übung in Gleichmut aus, mit den hierhin und dahin aus dem Weg gedrückten Zügen und Bremsleitungen, mit der Riemenbefestigung der Tasche selbst und dem Freiraum oder nicht seiner Hände für die diversen (teilweise dann kompromittierten) Griffpositionen am Lenker klar zu kommen.

Idealerweise nutzt man Lenkerrollen daher an Flatbar-Lenkern. Ich erkenne aber an, dass man halt einiges an Gepäckvolumen da unterbekommt. Ganze Zelte bzw. ganze Schlafsysteme zum Beispiel. Und das Menschen daher auch an Rennlenkern Lenkerrollen nutzen möchten.

Hierfür finde ich die cyclite Handle Bar Roll Bag gut geeignet und zeige gleich im Detail, warum das so ist. Zunächst die technischen Daten.

Technische Daten cyclite Handle Bar Roll Bag / 01

  • max. Volumen: 12,6 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 198 g
  • Gewicht selbstgewogen: 220 g (mit den Befestigungsriemen, wie aus der Verpackung gezogen. Darin enthalten sind u.a. 11 g für die Gabelkronen-Riemen, die man auch ausklipsen kann)
  • Größe 33-55 x 17 cm (Länge x Durchmesser)

im Vergleich dazu: Revelate Designs Salty Roll

  • max. Volumen: 15 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 185 g
  • Gewicht selbstgewogen: 196 g
  • Größe max 61 x 17,8 (Länge x Durchmesser)
  • Aber: gewissermaßen außer Konkurrenz, da ohne Harness bzw. Befestigungsriemfen für den Lenker

im Vergleich dazu: Ortlieb HANDLEBAR-PACK, 15L

  • max. Volumen: 15 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 420 g
  • Größe max. 58 x 20 (Länge x Durchmesser)

im Vergleich dazu: Ortlieb HANDLEBAR-PACK, 9L

  • max. Volumen: 9 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 375 g
  • Größe max. 46 x 16 (Länge x Durchmesser)

im Vergleich dazu: Apidura EXPEDITION HANDLEBAR PACK

  • max. Volumen: 14 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 275 g
  • Größe max. 46 x 16 (Länge x Durchmesser)

generelle Aspekte der Vergleichstaschen und von Lenkerrollen per se

Allein aus diesem Vergleich ist schon einmal festzuhalten – im Volumenbereich um die 12 bis 14 Liter ist die cyclite Tasche auf jeden Fall die leichteste Option.

Für die Ortlieb-Taschen muss ich konstatieren – die sind einfach überverhältnismäßig schwer. Ob das auch mit deutlich besserer Robustheit gegenüber z.b. einem Mitbewerber wie Apidura einhergeht, bliebe einem separaten Test vorbehalten und ist hier nicht das Thema. Was man hier bereits verneinen kann – eine wesentlich bessere Praktikabilität kann ich rein aus der Papierform sowie aus dem Handling der Tasche im Händlerregal bzw. auf Messen ebenfalls nicht ersehen, denn das Befestigungsprinzip ist bei allen Taschen (bis auf die Saltyroll) gleich geartet. Ein weiterer Punkt, der für mich gegen die Ortlieb-Handlebar-Packs spricht und gesprochen hat als ich im Winter 2019/2020 nach einer Lösung für meinen Bedarf für das Atlas Mountain Race gesucht hatte: Der Durchmesser von 20 cm ist die entscheidenden Zentimeter zu groß für die meisten Steuerrohr-Höhen. Sowohl von Rädern mit Starrgabeln als erst recht auch für Mountainbikes mit Federgabeln.

Ja, einem großgewachsenen Produktentwickler mag es vielleicht gar nicht Bewusst sein, das viele Leute damit ein Problem haben, wenn er eine solche Tasche an seinem 58er Rahmen mit 20 cm Steuerrohr-Länge und vielleicht noch weiteren 3 cm Spacer-Turm bindet und sie für ihn wunderbar passt. Ein kleiner Teil des Durchmessers der Lenkerrolle hängt ja vielleicht noch auch etwas über Lenkerhöhe. Vielleicht aber auch nur bei besonders sorgfältigem Packen und vor der heftig rüttelnden Offroad-Abfahrt.

Dieselbe Tasche an einem 52er Rahmen mit einem vielleicht maximal 13 cm hohen Steuerrohr und null bis nur 2 cm Spacer und die Tasche schleift auf dem Vorderrad. Und das selbst mit noch weiteren Zentimetern Abstand zwischen Reifen und Gabelkrone. Und bei den typischen Mountainbike-Steuerrohr-Höhen im Bereich von nur 10 cm hört es dann ganz auf. Ja – ausgefedert ist da noch ordentlich Luft bis zum Reifen. Aber nur ausgefedert. Das muss auch eingefedert passen. Und da wird es schon bei 16 cm durchmessenden Lenkerrollen knapp.

Nun ist es ja gut, dass es auch großvolumige Angebote für Menschen mit großen Rahmen gibt. Aber es hat schon seine Gründe, warum Mitbewerber auch für ihre großen Taschenvarianten (z.B. die Saltyroll von Revelate Designs) den Durchmesser bewusst beschränken. Doch damit genug Kritik an Ortlieb. Wie gesagt, wenn man sich dieser Aspekte bewusst ist, den Platz für so eine Tasche hat und ihn nutzen möchte, dann ist es ja super, dass es auch dafür Optionen im Handel gibt.

Ich habe mich aus diesen und anderen Gründen damals bewusst für die Saltyroll von Revelate Designs entschieden. Aber obacht: auch explizit für die Nutzung am Mountainbike und mit einem Flatbar-Lenker!

Wenn ich eine Lenkerrolle für den Einsatz am Rennlenker nutzen wollte, dann käme die cyclite Handle Bar Roll Bag meinem Ideal schon sehr nahe. Noch besser wäre vielleicht noch eine geschickte „Harness-Lösung“, wo also ein fixes Geschirr am Lenker befestigt wird, und in dieses dann die Tasche lagestabil und einfach an- und abnehmbar befestigt wird. Wie der Markt zeigt, ist es aber gar nicht so einfach, da die goldene Mitte zu finden. Und zwar derart, dass die Befestigung am Harness wirklich schneller oder wenigstens einfacher oder wenigstens wackelfester geschieht, als wenn ich die Tasche direkt an den Lenker mit Riemen festzurre. Idealerweise alles drei und das ohne zu hohes Mehrgewicht und ohne, dass mein Lenker besondere Merkmale aufweisen muss. Ihr seht – viele Wenns und Abers und so ist auch das wieder eine eigene Taschenkategorie bzw. zumindest Unterart, die einen eigenen Test rechtfertigt. Hier ist nicht der Platz dafür. Daher nun also zur cyclite Lenkerrolle im Detail:

Detail-Kritik zur cyclite Handle Bar Roll Bag / 01

So sieht die cyclite Lenkerrolle flach auf den Boden gelegt aus. Im Größenvergleich dazu eine 0,5 L Trinkflasche links neben ihr und darunter die Revelate Designs Saltyroll:

Die cyclite Handle Bar Roll Bag / 01 über der Revelate Designs Salty Roll

Links und rechts die Rolltop-Verschlüsse, dazu einen Bereich mit Spannschnürung auf der Mitte der Tasche und die Clips für die Befestigung am Lenker mit den Distanzblöcken.

Taschen wie die cyclite Handle Bar Roll Bag / 01, die per Riemen direkt an den Lenker geschnallt werden, benötigen irgendeine Form von Distanzblöcken. Sonst würde die Tasche ja direkt an die Lenkerstange bzw. den Oberlenker gezurrt werden und man könnte gar nicht mehr um diesen herum Greifen. Die Oberlenker-Griffposition bei Rennlenkern fiele also flach und bei Mountainbike Flatbars käme die Tasche mit den Bremshebeln zu sehr in Kontakt. Von zu starker erforderlicher Verbiegung von den ganzen Zügen am Lenker ganz zu schweigen. Längst nicht jedes Gravelbike oder Rennrad bietet vollintegrierte Züge (die aber gerade für Fronttaschenbefestigung super hilfreich sind) und bei Mountainbikes sieht es da ganz düster aus. Dort ist nichts mit Zugintegration im Lenker und neben Bremse und Schaltung laufen da noch diverse Lockout-Kabel für Gabel, Dämpfer und evtl. sogar einen Dropper-Post.

Oft findet sich dafür ein Block aus geschäumten Kunststoff, der mit Schlitzen versehen ist und durch den die Riemen dann geführt werden. So auch bei der cyclite Lenkerrolle:

Die Abstandsblöcke für die Lenkerriemen. Hier ist die cyclite Lenkerrolle am Lenker meines Thrill Hill montiert.

Das ist gute Praxis und funktioniert auch. Ich wünschte mir nur, dass cyclite hier zwei solcher Blöcke pro Seite beigeben würde, damit man ein noch etwas größeren Abstand herstellen kann. Denn die Züge meines Mountainbikes brauchen dann doch einiges an Platz.

In der Tat ist es so: an meinem MTB „stützen“ diese Züge quasi die Tasche von hinten. Das ist Segen und Fluch zugleich. Eigentlich will ich da keine wirkliche „Last“ auf den Zügen haben und sinnvoll ist es auch nicht, weil diese ja nicht als verlässliche Taschenabstützung dienen können.

Diese Besonderheit mit dem „nach vorne Drücken“ durch die Züge führt auch dazu, dass die Tasche etwas höher nach vorn rotiert (was mir am MTB-Lenker gut gefällt) und dadurch dann aber auch die beigelegten Klettschlaufen für die Out-Front-Montage der Handle Bar Aero Bag zu kurz sind. Wenn man diese noch davor montieren wollte. Ich würde eigentlich nicht wollen – mir wäre sie dann zu weit vorne. Aber wenn jemand wollte, dann wäre es vielleicht gut, wenn die dafür vorgesehenen Bänder ein Tick länger wären. Moment – Out-Front-Montage von was?

Kurzer Einschub: cyclite hat sich etwas Interessantes für die mögliche Kombination der noch im Folgenden zu beschreibenden letzten Tasche im Sortiment, der Aero Bar Bag, und der Handle Bar Roll Bag ausgedacht. Die Aero Bar Bag ist eine keilförmige Tasche, die idealerweise unter Aerobars befestigt wird. Es geht aber auch ohne Aerobars – das habe ich aber bewusst nicht ausprobiert. Und auch die Kombination der beiden Taschen soll auch ohne Aerobars funktionieren. Dafür haben beide Taschen entsprechende Clips und beigelegte Riemen, mit denen man die Aero Bar Bag noch vor die Handle Bar Roll Bag montieren kann. Alle zwei zusammen werden dann rückwärtig am Lenker abgespannt. Interessant, dass es diese Option gibt – aber sie ist wahrlich nicht meins. Sie passt in keines meiner Setups und Anwendungsfälle und mir wäre das auch zu viel Gewicht zu weit oben und vorn am Lenker. Nun, selbst wenn ich es am MTB hätte ausprobieren wollen – und ich wollte, allein aus Testgründen – es ging nicht. Weil die besagten Klettriemen für die kombinierte Out-Front-Montage nur eine gewisse Länge aufweisen und es daher Voraussetzung ist, dass die Handle Bar Roll Bag nahe genug am Steuerrohr zu liegen kommt. Näher, als es die Zugsituation (Schaltung, Bremsen, Lockout-Kabel) meines MTB zugelassen hat. Gegebenenfalls hätte ich mit Gewalt und Zurren diese Kabel durch die Tasche noch weiter nach hinten biegen können – das lag mir aber fern, da dadurch Funktion und Dauerhaftigkeit der Kabel- bzw. Bremsleitungs-Anschlüsse kompromittiert würden. Das kann an einem Rad mit weniger bzw. besser integrierten Zügen (mein Gravelbike zum Beispiel) ganz anders aussehen. Da fahre ich aber üblicherweise keine Lenkerrolle und dort wären auch meine Aerobars einerseits im Weg und andererseits böten sich diese als viel sinnigere Befestigung an.

Zurück zur Handle Bar Roll Bag. Die Befestigung am Lenker ist also „klassentypisch“ und gut – ich wünschte mir nur noch eine zusätzliche Option für etwas weiteren Abstand.

Das ist aber erst die halbe Miete der Befestigung einer Lenkerrolle. Wenn diese nur per Riemen am Lenker gezurrt ist, kann sie sich ja immer noch frei um diesen herumdrehen und würde herumschwingen. Spätestens beim Bremsen und Beschleunigen und bei Abfahrten über rauhen Untergrund sowieso. Auch, wenn sie wie bei mir am MTB quasi auf den Zügen aufliegt, hüpft und federt sie dann halt noch auf diesen herum. Immerhin bleibt sie aber so vom Steuerrohr fern und scheuert das (bzw. den Lack dort) nicht auf. Sondern dann halt die Zughüllen, was auch nicht gut ist. Oder halt ihr eigenes Taschenmaterial – je nach dem, was zuerst den Geist aufgibt.

Also brauchen solche Lenkerrollen noch mindestens eine weitere Befestigung. Oft ist das ein Riemen oder eine Schlaufe, die um das Steuerrohr geführt wird und die Tasche dagegen ziehen soll. Die Anbringung und Gestaltung differiert zwischen verschiedenen Herstellern und Taschen. cyclite haben sich da etwas sehr Praktisches ausgedacht und zwar sitzen die Anschlagpunkte für die rückwärtige Befestigung nicht hinten, sondern leicht vorne an der Tasche. Und es ist keine einfache, schnöde Schlinge oder Lasche, sondern es sind zwei Riemen-Anschlagpunkte.

Damit kann man dann sowohl die cyclite Aero Bar Bag noch vor die Lenkerrolle setzen und unten dann festmachen (siehe Einschub) aber es sorgt auch dafür, dass man die cyclite Lenkerrolle noch vielseitiger abspannen kann. Denn eigentlich ist sie gar nicht so sehr für das Festmachen am Steuerrohr sondern an der Gabelkrone gedacht. Siehe das folgende Foto:

Die cyclite Handle Bar Roll Bag / 01 am Mountainbike und mit den unteren Abspannriemen an der Krone der Federgabel.

Dafür werden auch entsprechende Riemen mit einer angebrachten kleiner Schlaufe beigelegt. Diese Befestigung hat aber auch ihre Tücken. Gut, dass man natürlich immer eines oder auch beide dieser Bänder irgendwie um das Steuerrohr legen kann, wenn man es so benötigt. Und ich würde sagen – bei normalen, schlanken Starrgabeln von Rennrädern oder Gravelbikes wird man es benötigen. So zumindest mein Eindruck und meine Empfehlung.

Im oberen Foto seht ihr die Befestigung an der Krone der Federgabel meines Mountainbikes. Da ist das absolut kein Problem. Die Schlaufen haben genügend Platz, sind weit weg vom Reifen und werden sich von dort nirgendwo hin bewegen.

An der Gabel meines Gravelbikes sieht das ganz anders aus. Nichts hindert die Schlaufen bzw. Riemen, haltlos von der Gabelkrone weiter hinab der Gabelseiten zu rutschen. Nichts, außer vielleicht die Lenkerrolle mit diesen Riemen so stark anzuziehen, dass entsprechende Reibung erzeugt wird. Reibung, die durch nichts zwischen der glatten Nylonoberfläche der Riemen und dem glatten Carbon bzw. Lack der Gabel erhöht würde. Reibung, die so hoch sein müsste, dass die Lenkerrolle bramm vor dem Steuerrohr sitzt und sich da nicht wegrührt. Was wiederum gar nicht so leicht ist (wenn Kabel da sind) und was man auch nicht wirklich will (Lenkeinflüsse, Kabeleinflüsse auf das Lenken wenn besagte Kabel komplett weggedrückt sind etc.) Immerhin: als Scheuerschutz für das Steuerrohr (und andere Kontaktpunkte) legt Cyclite allen ihren Taschen schöne Klarsicht-Schutzfolie für den Rahmen bei.

Nun, aber selbst wenn die Riemen solcherart ihren Platz an der Gabelkrone behalten würden und nicht rutschen: Da ist recht wenig Platz zwischen Riemen, Riemenschnallen und Reifen bzw. Felge. Diese Art der Befestigung wäre mir also deutlich „zu heiss“ für meine eigene Nutzung. An der Federgabel eines Mountainbikes oder an einer Gabel mit sehr breiter Krone und verhältnismäßig schmalen Reifen (wenn ihr ein Gravelbike mit Gabel-Clearance für 50 mm Reifen besitzt, aber nur 35 mm Reifen fahrt, beispielsweise) sieht das anders aus. Richtig sinnvoll ist diese Art der Befestigung in meinen Augen aber nur an der Krone einer typischen Federgabel. Für alle anderen Einsatzzwecke würde ich die Riemen doch lieber um das Steuerrohr führen. Was ja auch möglich ist.

So sieht das exemplarisch aus, wenn man die Riemen (in dem Fall nur einen) um das Steuerrohr legt. Hier zum Test unter dem Unterrohr. Sicherer wäre aber, den Riemen oberhalb des Unterrohrs zu führen.

Hier ist der Riemen um das Steuerrohr gelegt. Bzw. in dem Fall um das Steuerrohr direkt über der Gabelkrone – hier muss man aufpassen, dass auch die Gabelkrone abgeklebt und gegen Scheuern gesichert ist, wenn einem das Finish des Rahmens und der Gabel lieb und teuer ist.

Noch ein weiterer Eindruck zu diesen speziellen Riemen. Damit man nicht jedesmal die Riemen um die Gabel lösen muss, wenn man die Lenkerrolle abnimmt – was man halt bei Lenkerrollen immer machen muss, sonst kommt man nicht an den Inhalt ran (zumindest am Rennlenker), und damit diese Art der Befestigung überhaupt funktioniert, sind diese per Kunststoffclips an der Tasche befestigt. Diese Kunststoffclips sind schon recht klein und filigran. Ich konnte es im Rahmen meines Testes nicht prüfen, aber sie erscheinen mir fast zu filigran, um ein Atlas Mountain oder Silkroad Mountain Race zu sinnvoll zu überstehen. Wo es ständig rüttelt und schüttelt. Wo Dreck und Staub, Schlamm und gar Schnee den Clips zusetzen. Zusetzen auch im Wortsinn. Und wo man diese mit klammen Fingern ob der Kälte oder nach zu langer Belastung auf dem Rad oder mit Handschuhen bedienen muss. Oder mit Hike-A-Bike Abschnitten, wo man an allen Ecken seines Rades zerrt oder Hängen bleibt. Aber wie gesagt, dass ist nur mein Eindruck – dass muss nicht eintreffen.

Eine kurze, nicht ganz ernst gemeinte Nutzungsvariante dieser Riemen am Rande: Wenn man es, wie ich, eigentlich gar nicht mag, eine solche Rolle in der nötigen Form gegen das Steuerrohr zu zurren, aber trotzdem umfangreiche Fahrtests mit der Rolle durchführen möchte und auch Aerobars montiert hat, dann kann man durchaus die Lenkerrolle auch nach vorn und oben abspannen. Ist unorthodox und behindert auch ein wenig die Nutzung der Spanngurte auf der Tasche. Kam mir aber gerade recht, weil ich die Tasche auf diese Art konsistent für meine Aerovergleichstests (siehe hier: Aerodynamik von Bikepacking-Taschen. Diese Taschen machen dich schneller! ) an meinem Gravelbike montieren konnte.

Unorthodox – aber perfekte Aufhängung ganz ohne Behinderung von jedweden Zügen und absolut keine Scheuergefahr am Steuerrohr. Nicht ganz ernst gemeint – aber sehr gut mach- und fahrbar.

Sinnvolle Größe und Features gerade auch für die Verwendung am Rennlenker

Jetzt aber zu den rundum positiven Dingen der cyclite Handle Bar Roll Bag. Das Volumen von 12,9 Liter und wie es erzeugt wird ist eine sinnvolle Größe, um die Lenkerrolle nicht zu groß und vor allem nicht zu breit (bzw. zu lang) werden zu lassen.

Dabei lassen sich ihre recht schmalen, aber doch ausreichend robusten Rolltopverschlüsse sehr weit bis nach innen rollen, bevor andere Features das weitere Einrollen verhindern. So lässt sie sich auch ohne weitere Kniffe gut zwischen die Drops von normalen Rennlenkern unterbringen.

So, wie ihr sie im folgenden Foto seht, passt sie gut zwischen die Bügel meines bewusst nur 40 cm breiten Rennlenkers.

cyclite Handle Bar Roll Bag / 01 im 40 cm breiten (Achse zu Achse) Rennlenker meines Drifter.

Trotzdem könnte es im Unterlenker immer noch zu Kontakt mit den Fingern kommen. Cyclite geht daher noch einen Schritt weiter und bietet die Möglichkeit, dass man die Rolltopverschlussclips nicht pro Seite miteinander verbindet – so, wie man typischerweise Rolltopverschlüsse verschließt. Sondern dann man mit beigelegten Zusatzriemen die Clips der jeweils gegenüberliegenden Seite verbindet und so die „Extra-Wülste“ der Rollverschlüsse an den Seiten vermeidet und sogar die Tasche in Querrichtung ein Stück besser komprimieren kann.

So sind die seitlichen Enden viel kompakter und glatter und es bleibt mehr Raum für alle möglichen Griffpositionen am Lenker.

A pro pos Riemen: hier seht ihr alle beigegebenen Extra-Riemen und das Stück Rahmenschutzfolie:

Alles dabei – Zusatzriemen und Rahmenschutzfolie

Insgesamt ist die cyclite Handle Bar Roll Bag / 01 eine sehr durchdachte Tasche (bis auf die Standard-Variante der unteren Abspannung zur Gabelkrone, an die man sich aber nicht halten muss), die sich insbesondere auch für die Verwendung an Rennlenkern eignet.

Die cyclite Handle Bar Aero Bag / 01

Die Handle Bar Aero Bag / 01 ist für mich der Star im Taschen-Line Up von cyclite. Das mag aber natürlich an mir liegen. Ihr kennt die Wichtigkeit, die ich den aerodynamischen Aspekten von Radfahren beimesse. Nicht, weil ich der Titelaspirant für verschiedene Rennen wäre und der letzte Sekundenbruchteil über meinen Sieg oder meine Niederlage entscheiden würde. Sondern weil der Luftwiderstand der Erzfeind jedes Radfahrers ist. Und warum sollte man sich das Leben unnötig schwer machen, indem man z.B. am Lenker breite Schrankwände (d.h. mächtig fette Lenkerrollen) durch den Wind kutschiert, wenn man die nötige Ladung viel geschickter anders unterbringen kann? Z.B. unterhalb der Aerobars, die man gerade für langes Bikepacking sehr gerne verwendet. Und zwar gar nicht mal (allein) für die Aerodynamik, sondern vor allem für den Komfort. Für die Entlastung von Rücken und Handgelenken sowie Handflächen. Und um einfach noch eine weitere Position auf dem Rad einnehmen zu können.

Der Markt hier war lange Zeit mehr als vernachlässigt. Endlich kamen im letzten Jahr ein paar interessante Konzepte in den Handel. Dabei ist die Idee bei weitem nicht neu. Findige Geister hatten z.B. anstelle einer quer im Wind hängenden Lenkerrolle gerne schon mal einfach einen kleinen Dryback längs unter die Aerobars geschnürt.

Und dann kam im letzten Jahr ebenfalls cyclite mit der Handle Bar Aero Bag / 01. Diese kann man auch ohne Aerobars verwenden. Idealerweise – und so habe ich sie auch nur getestet – hängt man sie aber unter die Aerobars.

Und – obgleich cyclite da keine aerodynamische Entwicklungsarbeit per se investiert hat, haben sie mit der Gestaltung der an einen Schiffsbug eines schmalen Pontons erinnernden Tasche einen aerodynamischen Volltreffer gelandet. Ich habe diese (und andere Taschen) nämlich bereits im letzten Jahr einem ausführlichen Aerodynamik-Test unterzogen. Ihr findet ihn hier: Aerodynamik von Bikepacking-Taschen. Diese Taschen machen dich schneller!

Und ja, das gilt auch für die cyclite Aero Bag im Wortsinn. Mit dieser Tasche am Lenker seid ihr schneller als ohne. Wieviel, warum das so ist und wie man so etwas überhaupt verlässlich quantifizieren kann, das findet ihr im verlinkten Artikel erklärt.

Wenden wir uns nun den technischen Daten zu:

Technische Daten cyclite Handle Bar Aero Bag / 01

  • Volumen: 4,9 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 139 g * / 208 g (* ohne Verstärkung)
  • Gewicht selbstgewogen: 216 g
    • (mit 4 Riemen, aber ohne die unteren Zusatzschlaufen für optionale Gabelkronen-Abspannung)
  • Größe 23 x 16 x 18 cm (L x H x B)

im Vergleich dazu: Apidura RACING AEROBAR PACK

  • Volumen: 2,5 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 150 g
  • Größe: 22-26 x 11 x 9,5 cm (L x B x H)

im Vergleich dazu: Restrap Race Aero Bar Bag

  • Volumen: 7 l
  • Gewicht Herstellerangabe: 260 g
  • Größe: 36 x 17 x 16 cm (L x B x H)

Alle drei Taschen verfolgen dabei leicht unterschiedliche Ansätze. Die cyclite Tasche ist eine richtige Tasche per se mit einem dreiseitig umlaufenden Reissverschluss und einer aerodynamischen, aber gedrungenen Form. Die Apidura und die Restrap Tasche sind quasi einseitige Rollverschluss-Taschen, bzw. Drybags, die einfach längs statt quer unter die Aerobars gehangen werden. Bei der Apidura-Tasche direkt, bei der Restrap-Tasche über ein separates Geschirr (Harness), in welches man den Drybag reinsteckt.

Damit eignet sich die Restrap-Lösung am ehesten für das Unterbringen eines kompakten Schlafsets aus z.B. Ultraleicht Bivy und Ultraleicht-Schlafsack während die cyclite Tasche eher für das Unterbringen von Dingen geeignet ist, an die man öfters mal heran möchte. Feuchttücher, Werkzeug, Handschuhe, Joghurtbecher oder belegte Brötchen – alles das und mehr hatte ich da schon drin. Aber natürlich könnt ihr alle diese Taschen auch mit anderem Kram befüllen.

Detail-Kritik zur cyclite Handle Bar Aero Bag / 01

4,9 Liter Volumen sind eine Menge! Für mich und für mein Fahrverhalten habe ich festgestellt, dass ich diese Tasche deswegen nicht voll befüllen möchte. Vor allen Dingen nicht voll mit schweren Dingen. Also Multitool, Ersatz-Lampe für den Lenker, vielleicht noch eine Stirnlampe, Beutel mit Reparatur-Ersatzteilen (Flickzeug, Bremsbeläge etc.) und dann auch noch Feuchttücher, Sonnencreme usw. Passt da alles rein und dann ist noch Luft, um besagtes belegtes Brötchen oder Joghurtbecher einzupacken.

Und genau so hatte ich diese Tasche nach umfangreichen Tests dann sowohl für die diesjährige MittelgebirgeClassique wie dann auch für das Transcontinental Race eingesetzt und war sehr zufrieden.

Ja, auf diese Weise musste ich auf meine übliche, zentral zwischen meinen Aerobars aufgehangene Foodpouch verzichten. Aber ich gewann dadurch sehr funktionale und gut zugreifbare 4,9 Liter Taschenvolumen am Lenker mit erwiesen guten Aerodynamik-Vorteilen. D.h. für mich ist hier noch Entwicklungsluft nach oben gegeben. Eine aerodynamische Lenkertasche, die mir gleichzeitig auch noch eine Foodpouch integriert, bleibt nach wie vor mein Traum.

In den folgenden Fotos seht ihr, wie die Tasche genau aussieht und wie ich sie an meinem Lenker, bzw. an den Aerobars befestige. Das ist auch die in meinen Augen beste Art, sie zu verwenden. Cyclite haben aber auch daran gedacht, dass man diese Tasche ohne Aerobars verwenden kann, wenn man denn mag. Ich bin ehrlich gesagt, kein Fan davon und das ist auch nicht die richtige Art von Tasche, um sie so zu verwenden. An Aerobars ist sie aber ideal.

Ihr seht die Vielzahl an in die Oberseite eingearbeiteten Laschen, durch die man die Klettriemen (oder anderes) zur Befestigung führen kann. In meinem Fall hängt die Tasche an vier Klettriemen – je zwei vorne in der Mitte der Tasche und zwei nahe des Lenkers am hinteren Ende der Tasche – an den Aerobars und wird rückseitig durch zwei weitere Riemen um den Lenker gehalten. Mehr braucht es nicht und damit hängt die Tasche unverrückbar, bombenfest und stört an keiner der Griffpositionen am Lenker wie auch nicht an den Aerobars. In der Tat bietet sie sogar eine nette kleine „Plattform“ zwischen meinen Aerobar-Extensions. Zwar ist da teilweise mein Radcomputer darüber montiert, es bleibt aber immer noch genug Raum über, um per kleinem Bungee-Cord eine Brötchentüte oder eine Windweste temporär unterzubringen, wenn man mag. Oder während eines Supermarkt-Stops diverse Joghurtbecher oder andere „Beute“ abzustellen.

Der Platz zwischen den Extensions eignet sich gut als Ablagefläche im Stand (aber auch temporären Hineinstopfen von z.B. einer Windweste)

Wie aus der Volumenangabe von 4,9 Litern und den Fotos erkennbar ist, hat man da doch eine zwar aerodynamische, aber recht große Tasche am Lenker. Da geht einiges hinein. Und wie kommt man dran? Über einen einzigen, komplett (bis auf die Rückseite) umlaufenden Reissverschluss direkt unter der Oberseite. Der hat aber zwei Zipper, so dass man von jeder Seite zugleich Öffnungen schaffen kann oder einen beliebig weiten Schlitz an beliebiger Stelle vorsehen kann.

Denn, wenn man den Reisverschluss komplett öffnet, hängt halt die ganze Unterseite der Tasche schräg nach unten. Während der Fahrt also keine Option. Mit nur einer Teilöffnung aber gar kein Problem. Problematischer ist da die Reissverschlussbedienung per se. Jetzt ist er nicht besonders hakelig, aber durch die Montage direkt nahe des „Deckels“ und da er quasi die ganze Tasche halten muss, lässt er sich nicht ohne weiteres während der Fahrt einfach bedienen. Ideal ist es eigentlich, wenn man die Tasche nur im Stand benutzt und zum Bedienen des Reissverschlusses beide Hände verfügbar hat. Klar kann man aber auch den Reissverschluss ein Stückchen offen halten, wenn man während der Fahrt an den Inhalt gelangen will.

Für den schnellen Zugriff in der Fahrt sind eher die zwei an den Seiten angebrachten Netz-Täschlein vorgesehen. Nun sind die leider nicht sehr tief und auch nicht für eher auftragende Dinge vorgesehen. Was ja auch gut ist – warum sollte man an einer Aero-Tasche noch fett zu den Seiten abstehende und zum Ausbeulen einladende Netztaschen vorsehen? Das schränkt aber auch den Inhalt ein, den man da noch Rausschleuder-Sicher unterbringen kann. Für mein kleines Café-Kabelschloss, dass ich sonst z.B. immer in der Seitennetztasche meiner Ornot-Handlebarbag mitführe, ist das ein No-Go. Selbst ein normaler Snickers-Riegel überstrapaziert da eigentlich die Möglichkeit dieser Netztaschen. Was reingeht (und auch das ganze TCR nie rausgeflogen ist) ist z.B. meine Nooz-Lese-„Brille“. Ansonsten ist das eher was für Gel-Packungen. Ein, zwei volle oder diverse leere – bis zum nächsten Papierkorb.

Mit der Wasserdichtigkeit der Tasche hatte ich in normalen Regen keine Probleme. Im alpinen und extrem verregneten CP 4 Parcours des Transcontinental Race diesen Jahres scheint aber doch Wasser hineingekommen zu sein. Denn ich hatte ein Papierschachtel mit Lutschtabletten im Inhalt, den es während des wilden Rüttelns über den Offroad-Parcours samt eingedrungener Feuchtigkeit zu Papierpulp zermatscht hatte.

Tasche leeren am Ende von TCRNo8. Das war mal eine Lutschtablettenschachtel.

Möglicherweise reichte dazu schon der wenige Anteil an Feuchtigkeit, der sich durch die an der Rückseite enthaltene Kabeldurchführung seinen Weg ins Innere gebahnt hatte? Das hat meiner Freude an dieser Tasche aber keinen Abbruch getan.

Schlusswort

Hat cyclite also nun das „leichteste vollwertige Bikepacking-Taschenset auf dem Markt“ und kommt es darauf letzten Endes an, wenn man zumindest sehr weit vorn in diesem Bereich ist und auch der ganze Rest stimmt?

Zweimal nein. Beziehungsweise: jeweils bedingt. Es kommt darauf an, was man nun zu einem „vollwertigen Bikepacking-Taschenset“ hinzuzählt und ob man das auch serienübergreifend (bei Apidura z.B. die Racing und die Expedition Serie) betrachten möchte. Und ob man die herausnehmbaren Verstärkungen tatsächlich herausnimmt oder sich eingesteht, dass diese funktionale Element sind, auf die man nicht verzichten will und deren Auslassen aus der Gesamtgleichung keinen Sinn macht.

Das tut der Sache aber keinen Abbruch, dass auch mit den internen Verstärkungen die cyclite Taschen definitiv zu den leichtesten Angeboten der jeweiligen Taschenkategorie und -Größe zählen. Da sie darüber hinaus perfekt und gefällig verarbeitet sind, machen sie an jedem Rad eine gute Figur. Gleichermaßen sorgen sie durch ihre großzügigen Reflex-Elemente, die auch am Tag sehr elegant aussehen, auch für verbesserte Sichtbarkeit in der Nacht.

Ob die Taschen im Hinblick auf ihre Dimensionen und Einzeldetails im Handling für euch geeignet sind, müsst ihr selbst entscheiden und habt hoffentlich genügend Info hierzu im obigen Text gefunden.

Meine Lieblingstaschen im derzeitigen Portfolio sind die Rahmentasche, die Lenkerrolle, die sinnvoll kompakt gestaltet ist und die ich mir persönlich noch am ehesten für die Verwendung am Rennlenker vorstellen kann sowie allen voran die Handle Bar Aero Bag.

Auch cyclite verbessert und erweitert sein Produktportfolio weiterhin und lässt diese Verbesserungen auch in die laufende Serie einfließen. Ich denke, wir dürfen auf weitere interessante Taschenlösungen von cyclite gespannt sein. Erste Einblicke gab es dazu ja bereits zur Eurobike.

15 Kommentare

  1. Moin,

    da waren wieder sehr viele spannende und nützliche Informationen dabei. 👍🏻

    Du hattest irgendwann mal den Unterschied Cyclite Aero Bag 1.0 / 2.0 gepostet. Instagram? Könntest du da nochmal was zu sagen, zur Not per PM? Finde das einfach nicht mehr und möchte die Tasche gern kaufen, bin aber unentschlossen ob das Warten auf 2.0 lohnt.

    Auch das doch irgendwo etwas Feuchtigkeit eingedrungen ist fand ich wissenswert.

    Tja die Oberrohrtaschen. Die sind scheinbar alle auf moderne Carbonrahmen ausgelegt. Die sind auf dem Oberrohr abgeflacht und vorne bis zu 5cm breit. Da sitzen die natürlich fest und sicher.

    Schön zu wissen, das selbst größere Leute Probleme mit deren Länge haben. Wenn ich mit meinen 160cm und den für die Körpergröße doch ewig langen Beinen (75cm SL) überm Oberrohr stehe, hängt die Plautze direkt drauf. Ich konnte die Apidura Racing 1l aber so fest zurren, die wabbelt jetzt keinen mm mehr nach links und rechts. 😉

    🙋🏼‍♀️

    1. Hi!

      Bei Unterschied Cyclite Aero Bag 1.0 / 2.0 klingelt bei mir nichts. Es gibt auch keine Aero Bag 2.0 und was im kommenden Programm ist, sind weitere Taschen (z.B. eine „nahezu full frame“ Bag, die aber auch „/ 01“ tituliert ist. Bei der Aero Bar Bag gibt’s keine neue Tasche. Aber vielleicht meinst du die 3D-gedruckten Tachohalter, die cyclite u.a. bei den Gravel Games gezeigt hat? Die sind für die Aero Bar Bag vorgesehen. Kannst du dann nachrüsten, wenn das was für dich sein sollte. Und aufgedruckte Hinweise auf Erste Hilfe inside. Da cyclite dann praktische, einklettbare Sets anbieten will.

      Und schön zu wissen, dass alles relativ ist. Du hast mich „groß“ genannt… ;-)

      1. Moin,

        ja genau wegen der einklettbaren Erste Hilfe Geschichte usw. dachte dazu käme ne neue Tasche. Wenn das alles nachrüstbar sein soll, dann wäre es ja egal.

        Groß ist für mich halt alles größer 160cm. Und das bist du doch? 😁

        Supi, dann kann ich ja anfangen mein Endurance Rennrad aufzubauen und mal nach Taschen sehen. 👍🏻

  2. Hallo Torsten,

    vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Beitrag zu den Taschen.
    Ich denke ich werde mir jetzt das Aero Bag kaufen und gegen die Gramm Tourpacking Lenkerrolle eintauschen. Das wird übrigens sehr einfach am Lenker mit einem Bügel mit Klickverschluss montiert. Da spielen die Kabelzuge keine Rolle.

    Jedoch denke ich das ich dann mein ganzes Schlafset aus Ultraleichtem Schlafsack, Zelt und Isomatte nicht mehr unterbringe.

    Naja wird sich zeigen.

    DANKE

    _markus_bike_

    1. Hallo Markus,

      irgendwas is ja immer… ;-)
      Nicht jede Tasche ist ja auch für jedes Event oder jedes Vorhaben gleich gut. Aber manchmal kann man ja auch ein wenig umräumen. :)

      Danke für deinen Kommentar.

  3. Hallo Torsten
    Habe die Aero Tasche am Auflieger montiert. Du hast alles gut beschrieben, wie immer. Mein Punkt ist der Wind. Gegenwind, Rückenwind kein Problem. Doch kommt der von der Seite und ist böig, dann muss ich doch ganz schön aufpassen und fest zugreifen, gerade bei Bergabfahrten. Fahre zudem Aerofelgen mit 4 cm Höhe, die natürlich auch dazu beitragen. Ich kann leider keine Versuche mit und ohne Felge machen. Es ist mehr ein Gefühl und die Erfahrung der anderen Fahrer in einer Gruppe mit gleich hohen Felgen und ohne die Tasche in den gleichen Windverhältnissen. Denn die seitliche Fläche der Tasche ist natürlich ein Angriffspunkt für Seitenwind. Das sagt einem vor dem Kauf niemand.
    Ich mag die Tasche trotzdem. Foodpouch passt noch zusätzlich an meinen 46er Lenker :-)
    Schöne Grüße aus der Vulkangegend Hegau Bodensee.
    Jörg

    1. Hallo Jörg,

      Interessant – du hast also deutlichen Seitenwind-Einfluss bemerkt? Das Problem hatte ich in allen meinen Tests interessanterweise überhaupt nicht.

      Generell aber sicher kein Ding der Unmöglichkeit (also Windeinfluss), denn schließlich ist es schon ein kleines Stück Fläche, welches im Wind steht. Sofern die Tasche wirklich unter den Aufliegern hängen würde und wenn das dann auch sehr weit vorne wäre.

      Gründe, die da eher weniger Windeinfluss erwarten lassen: Wenn die Tasche wie vorgesehen direkt am Oberlenker hinten fest gemacht ist, dann liegt sie ja eh so halb im „Schutz“ der Drops und der Schalt-Bremsgriffe des Lenkers. Da guckt dann eigentlich wenig hervor. Und ihre Form ist ja eher gedrungen. Wie ein gutes, auf geringe Seitenwindanfälligkeit getrimmtes modernes Felgenprofil. Wesentlich extremer noch, sogar.

      Der Einfluss der Felge (bzw. eher der Tasche) lässt sich ja leicht testen. Fahre die gleiche Bergabfahrt einfach bei windigem Wetter ohne Tasche. Nur 4 cm hohe Felgen (gerade, wenn modernes Profil) sollten da eigentlich wenig Probleme bereiten. Aber dennoch: ja, an sehr windigen Tagen kann es einem mit Hochprofilfelgen schon mal mulmig werden, wenn man sich in exponierte Kurven legt und dann plötzlich Winddruck anliegt oder wegfällt. Da hat mir die Aerobar-Tasche aber noch nie erweiterte Probleme bereitet.

      Die liegen eher auch ohne Wind in dem Einfluss auf das Lenken, wenn sie zu schwer beladen wird. Das hängt dann aber auch vom jeweiligen Steuerrohrwinkel und Nachlauf des benutzten Rades ab.

      viele Grüße
      Torsten

      1. Hi Torsten
        Habe ich vergessen zu erwähnen, dass ich 2 m gross bin und ein entsprechend langes (hohes) Steuerrohr habe.
        Da macht sich Seitenwind möglicherweise mehr bemerkbar als bei dir?
        Hatte am letzten WE übrigens mit der Kunststoffverstärkung der Aerotasche einen simplen Windchillschutz für die Hände gebastelt. Habe die Verstärkung zwischen Lenker und Tasche montiert, die Strapse konnten durch die Aussparungen geführt, die Seitenteile etwas gekrümmt vor den Oberlenker positioniert und an den Griffgummis eingeklemmt werden . Das hat mir bei längeren Abfahrten und im Gegenwind warme Fingerspitzen beschert… Da es nicht dauerhaft montiert werden soll, ist mir der Impro-Chararakter dieser Installation egal… Sie hat 100 km auf 41 km Gravel ihren Zweck erfüllt und ist auch schnell wieder demontiert.
        Gruss, Jörg

        PS: Audax-Suisse bietet im April wieder das Many-Hills Brevet an. Vielleicht sieht man sich?

      2. Hallo Jörg – hmm, großer Rahmen, bzw. hohes Steuerrohr… ja, vielleicht hat das Auswirkungen.

        Habe gerade mal das Many-Hills Brevet gegoogelt. „Gourmethöllenbrevet“! 😄
        Bodenseeregion – gar nicht mal sooo weit. Liest sich auf jeden Fall sehr interessant.

        viele Grüße
        Torsten

  4. Hi Torsten…..und ich dachte immer, ich wäre der einzige Mensch auf der Welt, der sich so viele Gedanken macht 😉…..
    Nein, ganz im Ernst, deine Herangehensweise und dein Durchdenken und Durchprobieren finde ich einfach super! Riesen Kompliment!

    Zu Cyclite: nutze die Toptube und die Framebag. Kann alles bestätigen, was du schreibst. Für mich passen beide recht gut. Service von Cyclite ist absolut spitze, hatte anfänglich auch die Probleme mit dem Magnetverschluss der TTB. Aber schnell und gut gefixt von Cyclite.

    Hätte sooo gerne auch die Handlebarrolle. Bin aber letztlich bei Revelate Design Harness + Salty-Rolle gelandet. Warum? Naja, das Handling einer Harnesslösung ist einfach praktischer. Zur Not kann ich noch ein Zeltgestänge oder eine dünne Evazotematte mit reinpacken. Und wenn der Harness mal sitzt, ist alles andere easy.

    Nur das Gewicht…..

    Da punktet halt Cyclite doch enorm. Hatte die Rolle auch probiert. Aber wie du schreibst: die Abstandsblöcke sind nen Ticken zu flach für meinen Answer Protaper 20/20 Flatbar. Und noch ein ganz anderes Problem: das Material innen ist super ….äh…..super „bremsig“. Also, da einen Schlafsack reinzustopfen fiel mir einfach schwer. Naja, es ging. Aber jeden Morgen der gleiche Aufwand? Jeder SeaToSummit, jeder Ortlieb, selbst die Saltyrolle ist da leichter zu bestopfen. Naja, vielleicht nur mein Empfinden.

    Aber das Gewicht…….🤔😎…..ich glaube, ich probiere die einfach noch mal 😉

    1. Hallo Andreas, vielen Dank für deine Eindrücke zu den von dir benutzten Taschen. Wenn es um absolutes Leichtgewicht und trotzdem hohes Volumen und Harness geht: vielleicht wäre die Revelate Design Pronghorn was für dich? Ebenfalls Harness und aus Dyneema. Wenn’s das (minimale) Harness bloss in einer anderen Farbe als blau gäbe… ^^

      1. Hi Torsten,
        vielen Dank. Ja, die Ponghorn macht total Sinn. Nur: da gucke ich den ganzen Tag drauf….und die Farbe ist so überhaupt nicht meins. Naja, vielleicht kommt mal ein Update von Revelate. Hab mir jetzt auf jeden Fall die Cyclite Handlebar Roll bestellt. Mag meine bisherigen Cyclitesachen,den Service etc. echt gerne.

        Mal was anderes: überlege, meine USPanniers gegen die SL zu tauschen. Nutze die weder zum Pendeln noch für extrem rauhe MTB Strecken. Was meinst du denn dazu? Muss man auf die SL irgendwie mega achten ?

  5. Hallo Thorsten,
    mal wieder ein sehr interessanter Bericht. Ich bin zurzeit auch noch auf der Suche nach passenden Handlebarbags und da hat mich deine positive Bemerkung gegenüber von Harnessystemen aufhorchen lassen. Ich finde z.B. die Harnessysteme, die für die Riversideräder von Decathlon entwickelt wurden recht interessant. Natürlich entsprechen sie vom Gewicht wahrscheinlich nicht deinen Vorstellungen, aber meinst du für mich als Einsteiger wären sie einen Blick wert?

    1. Hallo Nils,

      vielen Dank. Naja, was heisst: „Positive Bemerkung“? Ich habe das im Text ja mit einem entsprechenden Konjunktiv versehen. D.h. das Harness muss auch wirklich Mehrwert bieten. Und das tut einfach nicht jedes. Ich kann jetzt aber aus dem Stehgreif keines nennen, das mir wirklich uneingeschränkt gefiele. Dazu suche ich auch für diese Stelle gar kein Teil, da aus den diversen Gründen (Zugänglichkeit und Aero) da in meinen Augen (zumindest für ein Dropbar-Bike und für etwas zügigere Gangart) da wirklich nicht der ideale Platz für’s Gepäck ist.

      Dies gesagt: die Riverside-Taschen habe ich noch nie befingert. Ein kurzer Webcheck ergibt: Das Harness ist ziemlich exakt so aufgebaut, wie das von Revelate Designs. Nur kostet es bloss die Hälfte. Soweit ganz nett. Mich würde an beiden Harnessen die Notwendigkeit der engen Verzurrung mit dem Steuerrohr stören, die es in der Hinsicht (Züge plattdrücken oder irgendwie vorbeiführen und bei jeder Lenkbewegung am Steuerrohr, d.h. Lack oder Finish, schubbern) um nichts besser als die direkte Befestigung einer Handlebar-Roll ohne Harness macht.

      Wenn man aber gewillt ist, das zu tun – also die Harness solide an Lenker und Steuerrohr zu befestigen (und vorher das Steuerrohr schön mit robuster Schutzfolie abkleben) – dann sollte die Verwendung des Harness das abnehmen und wiederbefestigen der Lenkerrolle ein klein wenig einfacher machen. Wieviel einfacher, hängt davon hab, wie man mit den Zügen zurande kommt.

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