GPS-Radcomputer: Wahoo ELEMNT / Elemnt Bolt vs Garmin Edge 1000

Produkttests, Rad fahren

Oder: Was ihr schon immer über GPS-Fahrradcomputer wissen wolltet, aber nie zu fragen wagtet.

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Der folgende Beitrag beschreibt meine Test-Eindrücke und Erfahrungen mit dem Wahoo Elemnt. Ich werde darüber hinaus stets den Bezug und den Vergleich zur Garmin Edge Serie, hier im speziellen meinen Edge 1000 setzen.

Warum? Kein Gerät existiert im luftleeren Raum. Es ist immer eine (Luxus-)Frage, welches Modell welchen Herstellers wir uns für unsere Bedürfnisse zulegen. Egal ob das Radcomputer sind, ob das andere Radkomponenten sind oder ganz etwas anderes, wie ein Küchenmixer oder ein Fernseher.

Wie gut werden die verschiedenen Bedürfnisse abgedeckt, auf welche Weise werden sie erfüllt? Und selbst, wenn alles nahezu perfekt sein sollte – für welchen Preis kaufe ich mir das ein und ist das andere Gerät des anderen Herstellers dann nicht doch attraktiver, weil es meine Bedürfnisse nur zu 95 % abdeckt, aber halt eben zur Hälfte des Preises?

Und nichts, was wir Menschen machen, ist perfekt. „Irgendwas ist ja immer“ (TM). Das bedeutet nichts anderes als: Gerät x erfüllt Anforderung 1-4 zu 100 %, Anforderung 5-6 nur zu 80 %, Anforderung 7 gar nicht. Hat dafür aber Feature 8-10 die für meinen Bedarf absolut unnütz sind. Gerät y erfüllt Anforderung 1-3 vielleicht nur zu 90 %, Anforderung 4-6 zu 100 % usw. Ihr seht, was ich meine. Um diese Fragen drehen sich unsere Gedanken, wenn wir überlegen, soll es z.B. der Garmin Edge 1000 sein, oder der 820, oder z.B. der Wahoo Elemnt oder Elemnt Bolt.

Ganz normale Fragen also. Diese Erwägung sollte doch selbstverständlich sein, ich schreibe dies aber extra vornweg, weil doch tatsächlich schon mal jemand angemerkt hätte, dass ein Vergleich doch nicht zielführend sei – da ging es um Schaltungen und deren Bedienkonzepte… oh, und wie das zielführend ist und sein muss!

Was ich ebenfalls noch erwähnen möchte:
Ich besitze schon seit 2,5 Jahren meinen Garmin Edge 1000. Habe davor seit 2011 einen Garmin Edge 800 genutzt. Und davor eine Garmin Forerunner 305 GPS-Uhr.
Ich besitze nun seit 5 Wochen ebenfalls meinen Wahoo Elemnt.

Also: Garmin Edge 1000 und Wahoo Elemnt beide selbst bezahlt, beide in meinem Besitz. Ich muss kein Gerät besser oder schlechter finden, weil ich mir nur eines davon leisten kann oder ich eines davon von irgendjemandem gestellt / geschenkt bekommen habe.

Und ich werde sie beide nach ihren jeweiligen Stärken und Schwächen weiter benutzen. Bedarf gibt es bei mir genug. Ob in Zukunft vielleicht der Wahoo mehr und mehr und schließlich alleine genutzt wird – das wird die Zukunft weisen.

Das Potenzial dazu hat er. Und das ist schon mal die gute Botschaft vorweg: Mit dem Wahoo Elemnt existiert erstmals seit der Erfindung der GPS-gestützten Radcomputer eine für mich echte Alternative zu den Garmin-Geräten!

Mit dem Wahoo Elemnt existiert erstmals seit der Erfindung der GPS-gestützten Radcomputer eine für mich echte Alternative zu den Garmin-Geräten!

Was verstehe ich unter einem GPS-fähigen Radcomputer als Trainings-Compagnon?

Da jeder sicherlich verschiedene Ansprüche hat, möchte ich hier meine Bedürfnisse und Ansprüche an einen GPS-fähigen Radcomputer darlegen und die Zielgruppe schärfen.

Es gibt so viele unterschiedliche Arten und Motivationen, sich mit dem Rad fortzubewegen. Als Weg von und zur Arbeit, als Wochenendausflügler mit Touren- oder Elektrorad über Radwege und Bahntrassen, durch die Stadt als Alltagsrad, mit dem Moutainbike über Trails und durch Wälder, mit diversen Rädern quer durch Europa oder über die Welt – entweder als monatelange Reise oder als Rennen und auch mit dem Rennrad zum Training, für lange Ausfahrten und Rennradurlaube, z.B. in den Alpen.

Wenn denn bei den als erstes genannten Nutzergruppen überhaupt der Bedarf nach einem GPS-fähigem Gerät für den Fahrradlenker Bedarf besteht, dann vielleicht nur zur gelegentlichen Routenfindung oder vielleicht, um das Näherkommen des Wochenziels bei der Zahl der Verbrauchten Kalorien oder zurückgelegten Kilometer zu dokumentieren (Fitnesstracker und Co lassen grüßen). Da reicht dann auch das Smartphone oder ein ganz einfaches Gerät, ganz ohne GPS, weil das gar nicht im Fokus steht. Dann sind solche Dinge wie Batterielaufzeit auch völlig unerheblich bzw. gehen eher in die Dimension: Muss ich die Knopfzelle einmal pro Jahr oder nur alle 2 Jahre wechseln.

Am anderen Ende der Skala stehen vielleicht Bikepacker und Radreisende. Hier hat oftmals die Navigation die größte Wichtigkeit (aufgemerkt – hier spreche ich noch nicht Spezialthemen wie „Routing“ an, hier geht es rein um das wissen, wo bin ich, was ist um mich herum, wo will ich hin und wie mache ich das am geschicktesten. Das kann durch Auswahl der Straße sein, der man dann einfach folgt, durch nachfahren einer vorgeplanten Strecke oder teilweise auch: ein Routing). Auch die Akkulaufzeit ist wichtig bzw. noch wichtiger: Hat das Gerät auswechselbare Batterien oder Akkus und können diese während des Betriebes problemlos geladen werden. Trainingsdaten und deren Aufzeichnung (Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Trittfrequenz und ggf. Leistung) spielen untergeordnete Rolle oder sind komplett egal. Das Pendel schwingt hier daher oft zu reinen GPS-Outdoor-Geräten und gar nicht mal zu Radcomputern.

Und dann gibt es das große Mittelfeld (oder auch die Nische – je nachdem, von wo man schaut), der motivierten Rennrad- und MTB-Fahrer. Egal ob sie jetzt nur am Wochenende wirklich zum Fahren kommen (Weekend-Warrior) oder einem ambitionierten Trainingsplan auch unter der Woche folgen.

Die wollen fast immer mindestens zwei Dinge wissen: „Wie schnell fahre ich? / bin ich gefahren?“, „Wie hoch ist / war meine Herzfrequenz?“ (als schon langjährig mit preiswerten Mitteln verfügbare Trainings- bzw. Belastungsmetrik) und seit vielen Jahren auch „Wo bin ich gerade? / Wo war ich eigentlich gewesen?

D.h. hier haben wir vier Komponenten:

  • die GPS-Fähigkeit
  • Kopplung von externen Sensoren für weitere Daten (z.B. Herzfrequenz-Sensor, Trittfrequenz-Sensor etc.)
  • Darstellung der aktuellen Daten dieser Sensoren in geeigneter Weise (zur Neugierbefriedigung, zur Orientierung, zur Trainingssteuerung und auch für das Wettkampf-Pacing)
  • Aufzeichnung dieser Werte, um sie sich im Nachgang genauer anzusehen (Auswertung im Gerät und unbedingt auch in geeigneter Software zur Trainingssteuerung und als Grundlage der Trainingsplanung bzw. aber auch: zur Neugierbefriedigung und Katalogisierung (wie oft bin ich eigentlich schon diese Runde / diesen Anstieg gefahren, wie war da eigentlich meine Bestzeit), als Tourentagebuch und auch als soziale Komponente über solche Trainingsportale wie z.B. Strava, die gleich mehrere dieser Bedürfnisse erfüllen)

Ich selbst fahre viel Rad. In früheren Jahren viel mehr Mountainbike, heutzutage viel mehr Rennrad, etwas mit dem Crosser querfeldein und ab und an mit dem Mountainbike. Egal auf welchem Rad ich sitze, und selbst wenn es mein Singlespeed-Bike für den Trassenbummel ist, will ich die gefahrene Strecke aufzeichnen.

Darüber hinaus habe ich mittlerweile an allen Rädern (bis auf mein Mountainbike), Leistungsmesser installiert. Einen Herzfrequenzgurt lege ich auch immer an. D.h. das sind direkt schon mal mindestens 3 Metriken, die als externe Sensoren zu koppeln und darzustellen / aufzuzeichnen / auszuwerten sind (drei, weil vom Leistungsmesser nicht nur Watt, sondern auch Trittfrequenz samt weiteren abgeleiteten Daten geliefert wird). Man könnte auch einen separaten Geschwindigkeitssensor nutzen, bis auf mein Bahnrad (mangels GPS in der Bahnradhalle) nutze ich aber ausschließlich das GPS-Signal für die Geschwindigkeitsangabe und -aufzeichnung. Viele dieser Sensoren sind noch rein für den ANT+ Standard ausgelegt. Zwar kommt mehr und mehr Bluetooth Smart hier ins Spiel und hat auch seine diversen Vorteile. Aber es wird wahrscheinlich noch eine ganze Weile so sein, dass ein Radcomputer ohne ANT+ Fähigkeit von vornherein zu beschränkt in seinen Einsatzfähigkeiten ist. Ich schaue hier auf dich, Polar.

Neben einer Vielzahl von interessanten Sensoren sind es z.B. auch diverse Rollentrainer und Ergometer, die sich ebenfalls per ANT+ steuern und auslesen lassen. Gleiches gilt z.B. für diverse Schaltungen, wie die Shimano Di2, SRAM Red eTap und Campagnolos EPS. Ein entsprechend ausgestatteter Radcomputer mit ANT+ Fähigkeit kann auch diese Schaltungen koppeln und dann schön darstellen und aufzeichnen, in genau welcher Gang-Kombination man sich gerade befindet oder wie oft man vorn und hinten geschaltet hat (das sind jetzt keine weltwichtigen Funktionen, zeigt aber die Vielfalt auf und ich finde es sehr interessant). Shimano und Garmin gehen sogar noch einen Schritt weiter und erlauben es, den Garmin über verborgene Taster in den Schalt-Bremsgriffen der Dura-Ace zu bedienen. Campagnolos EPS ist in der Version 3 auch Bluetooth Smart fähig. Für Shimano Di2 benötigt man für die drahtlosen Funktionen (sowohl ANT+ als auch Bluetooth) ein optionales Bauteil zum Anschluss (D-Fly Wireless Unit). SRAMs eTap kann nur ANT+.

Karten- und Wegführungsfunktionalität

Allen Sensoren zum Trotz, ambitioniertes Training hin oder her – ich mag es auch, einfach mal in’s Blaue zu fahren und die Gegend zu erkunden. Mit oder ohne Vorbereitung.

Ohne Vorbereitung heisst das: „Oh, dieser kleine Abzweig da – wo mag denn der hinführen?“ Gut, dass kann man ja noch durch Erfahren (im Wortsinn) herausfinden.

Aber auch „Hier muss doch irgendwann ein Abzweig in die Richtung folgen, in die ich eigentlich grob möchte. Ist es dieser Weg oder wird er mich in eine Sackgasse oder auf einen Singletrail führen?“. Dann weiss ich es zu schätzen, das direkt auf dem Display des Radcomputers machen zu können. Ohne jedesmal das Smartphone aus der Rückentasche und seiner Hülle herauspfriemeln zu müssen.

Und mit Vorbereitung heisst das: Ich bin in einer Gegend noch nicht wirklich Ortskenntlich bzw. ich bin vielleicht in einer Urlaubsregion. Dann liebe ich es, mir entweder selbst meine Strecke vorzuplanen (weil ich z.B. in etwa 100 km fahren will oder weil ich an einem oder mehreren speziellen Zielen vorbeifahren möchte) oder von anderen geplante oder gefahrene Strecken herunter zu laden. Wohlgemerkt: Selbst geplante oder empfehlenswerte vorgefahrene Strecken. Hier soll keine Routingfunktion einer Software oder des Radcomputers im Nachhinein dran herumpfuschen. Ich muss es so hart formulieren.

Nichts ist schlimmer, als wenn euch eine Routingfunktion eine konkrete Strecke unbemerkt oder ohne Eingriffsmöglichkeit verschlimmbessert! Leider ist die Technik noch nicht soweit, als dass ein automatisches Routing alle Bedürfnisse eines Radfahrers erfüllen kann. Diese Bedürfnisse wechseln auch. Von Art zu Art – Pendler, Touring, MTB, Rennrad. Und von Tag zu Tag – heute mal bummeln und mit dem Crosser auch über Waldwege, morgen mit dem Rennrad zügig nur über Asphalt, übermorgen mit schweren Beinen bloss keinen einzigen Meter über Anstiege, lieber 30 km Umweg, dafür aber dann flach.

Dann sind die Implementierungen auch oft nicht frei von Fehlern (Garmin, ich schaue besonders dich an) und die beste Software hat keine Chance, wenn die Datengrundlage unvollkommen ist. Diese wird zwar ständig besser und das auch über Crowd Sourcing (Open Street Map), aber für die oben genannten Ansprüche muss da eine Vielzahl von Parametern absolut umfänglich und korrekt geführt werden: Art der Befestigung, Art des Weges, Verbindungen, Steigung etc.

Routingfunktionen sind mir persönlich in zwei Anwendungsfällen durchaus hilfreich und willkommen.

  • Man hat sich irgendwo in fremder Umgebung total verfranzt und muss einfach nur schnell den Weg zum nächsten Bahnhof oder Hotel finden (was hoffentlich total selten der Fall ist)
  •  Während des entspannten Vorplanens einer Strecke (was der Übersicht und dem Bedienkomfort halber nicht auf einer App eines Smartphones und schon gar nicht auf dem Radcomputer erfolgt, sondern in jedem Fall am Desktop-Computer oder auf dem Notebook) verbindet die Software zwei angeklickte Punkte automatisch entlang der jeweiligen Wegeverbindungen. Klick für Klick entsteht dann die gesamte Route. Je nach Komplexität und Anspruch kann auch das durchaus mit zwei Klicks für Start- und Endpunkt erledigt sein und das erhaltene Ergebnis gefällt. Dann bitte aber nichts mehr daran ändern! Weder beim importieren auf das Gerät noch in der Software!

Auch hier wissen Garmin-Nutzer ein Lied davon zu singen. Ist die Routingfunktion des Garmin Edge (egal welches Modell) nicht ausgeschaltet, kann man für nichts garantieren, was der Edge aus einer importierten, als Track perfekt nachfahrbaren Strecke macht. Selbst im Zusammenspiel mit der (von der Benutzerführung nicht sehr komfortablen und gewöhnungsbedürftigen) Software BaseCamp von Garmin und dem Berücksichtigen von allen zugehörigen Tricks und Kniffen ist man vor Routingfehlern und Eigensinn des Garmin Endgerätes nicht gefeit. Erste Regel für alle Garmin Edge muss daher (auch mit den neuesten Geräten und von mir ad nauseum auch nochmals nach Erwerb des Edge 1000 getestet) lauten: Routing Funktion standardmäßig ausschalten.

Tracks nachfahren hingegen: ja bitte! Was verstehe ich darunter? Die Strecke ist fertig geplant oder aus einem von vielen Tourenportalen oder auch von Strava heruntergeladen und wird auf den Radcomputer importiert. Am liebsten klassisch über USB-Verbindung, gerne auch, wenn gut implementiert, über WLAN oder Bluetooth. Der Pfad dieser Strecke ist dann auf der Kartendarstellung des Radcomputers eingeblendet und man fährt einfach dieser Linie nach. Das geht super, man braucht auch keine Abbiegehinweise oder Pfeile – obgleich das schon schön wäre, wenn das Gerät diese bietet. Ist aber (im Falle Garmins muss ich ein „leider“ dazu setzen) mit der Routingfunktion gekoppelt, was nur in Teilen technisch erforderlich ist. Es würde auch reichen, Abbiege-Cuesheets in geeigneter Form in der Trackdatei vorzufinden, diese auszuwerten und sich daran zu halten (wie es der Wahoo Element kann).

Optional ergänzend kann man sich durch Signaltöne alarmieren lassen, wenn man von diesem Pfad abweicht. Also z.B. falsch abgebogen ist. Ein kurzer Blick auf das Kartendisplay und man sieht: „Oh ja, ich hätte ja rechts gemusst und folge diesem Weg dann die nächsten Kilometer“. Dann kann man auch ohne Routing-Hinweise beruhigt auf andere Screens wechseln, die z.B. Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Steigung, Temperatur oder was auch immer anzeigen.

Oder es ist so kniffelig und die Abzweige so dicht aufeinanderfolgend und die Gegend total unbekannt, das man am besten einfach immer die Kartenansicht beibehält. Gut und wichtig ist dann, dass man sich ein paar wesentliche Parameter auch in der Kartenansicht zusätzlich darstellen kann. In meinem Fall ist das Leistung und Herzfrequenz. Damit habe ich alles im Blick, was ich unbedingt brauche, auch im Urlaub oder während einer RTF oder einer Tourenveranstaltung, die ja teilweise nur noch ganz wenige kritische Stellen ausschildern und ansonsten auf das Nachfahren des offiziellen Tracks des Events setzen (der letztjährig zum ersten Mal stattgefundene Votec Gravelfondo im Schwarzwald zum Beispiel). Auch hier ist es natürlich von eminenter Bedeutung, dass keine Routingfunktion im Gerät versucht, an einem solchen offiziellen Track herumzupfuschen und die vielen Trackpoints nur als lose Empfehlung bar jeder Reihenfolge und Richtung wähnt…

Ortungsqualität:

Das mag machen aus der eigenen Erfahrung gar nicht so wesentlich vorkommen. Vielleicht, weil sie auf dem eher flachen Land wohnen und nur dort fahren. Wer aber im Mittelgebirge oder auch in den Alpen umherfährt, der wird schon sehr oft beobachtet haben, wie stark der aufgezeichnete Track des Gerätes neben der eigentlichen Straße auf der Karte liegt. Das ist z.B. in engeren Tälern oder an Berghängen der Fall. Signalreflexionen und Abschattungen machen es dem Gerät hier schwierig, die exakte Position zu ermitteln. Diverse Algorithmen können diese Fehler mildern, filtern oder sogar verstärken. Hinzu kommt die Aufzeichnungsdichte bzw. das Aufzeichnungsintervall.

Mit dem Ergebnis, dass Serpentinen gar nicht mehr als solche erkennbar sind, das Tracks meterweit neben der Straße verlaufen und und und.

Wer das jetzt als kosmetisches Problem abtut, der wohnt wie gesagt vielleicht in einer Gegend, in dem ihn das weniger betrifft oder er ist sich der Folgen auch nicht bewusst. Bzw. sie spielen für ihn nicht so eine Rolle.

Warum ist das ein Problem:

  • die gefahrenen Gesamtkilometer werden vielleicht etwas beeinflusst. Wird sich oft herausmitteln (mal zu kurz, mal zu lang, in der Summe einer Fahrt wird es oft passen) und ist wahrscheinlich das geringste Problem
  • Wird das GPS-Signal und der Wegesfortschritt gleichzeitig als Geschwindigkeitsangabe und -aufzeichnung benutzt, springt diese im Wald oder in Tälern und an Hängen deutlicher hin- und her. Das ist unschön, gerade für die gute Daten bei solchen abgeleiteten Werten wie Steigleistung (Höhenmeter pro Sekunde)
  • Wird das Höhenprofil nicht barometrisch gemessen, sondern rein aus dem GPS-Signal trianguliert (am schlechtesten) bzw. aus dem Abgleich des Tracks mit der Geländetopographie ermittelt (für Details dazu siehe auch meinen Artikel zum Thema wie Höhenprofile ermittelt werden), dann wird immer dann ein Fehler erhalten, die Höhe falsch summiert, ein Zacken im Profil erzeugt, wenn der Track von der Straße abweicht und statt dessen 10 oder 30 Meter links oder rechts in der Böschung liegt. Im Zweifel ist dieser Punkt im Gelände nämlich zig Meter höher oder tiefer als die eigentliche Straße. Das ist sehr, sehr unbefriedigend. Insbesondere, wenn man im Nachgang versucht, die gefahrene Leistung aus dem Höhenprofil und der Fortbewegungsgeschwindigkeit zu berechnen. Passt dann überhaupt nicht. Sonst wäre es eine sehr gute Näherung.
  • Das automatische Abgleichen von Segmenten (Strava hat es vorgemacht) ist eine ganz tolle Sache. Zur Motivation. Zur Leistungsverfolgung. Das geht natürlich nur, wenn der aufgezeichnete Track mit dem tatsächlichen Segmentverlauf übereinstimmt. Und nicht zufällig mal einen Zacken nach links hat. Oder 3 Kilometer lang 50 meter rechts vom eigentlichen Weg verläuft. Nichts ist schlimmer, als sich akribisch auf eine persönliche Bestleistung oder einen King of Mountain (KOM) Versuch vorzubereiten und sich dann die Lunge aus dem Leib zu fahren, um zu sehen, dass das Segment auf Strava nicht erkannt wird…

Also: Qualität der Ortung und des Tracks. Ganz wichtig. Hier war mir in der Vergangenheit der Garmin Edge 800 durchaus negativ aufgefallen. Und das, obwohl doch Garmin sich als die GPS-Company bezeichnet und diese ja diverse gute GPS-Geräte anbieten. Aber: Smartphones hatten sich fortentwickelt, die Edge-Reihe von Garmin nicht. Und so waren die testweise mit dem iPhone aufgezeichneten Tracks durchwegs von höherer Qualität als die des Edge 800.

Das hatte mich zum Schluss so gestört, dass ich alleine deswegen zum damals neu herausgekommenen Edge 1000 gewechselt bin. Denn dieser hatte endlich (wie auch der parallel eingeführte Edge 510) zusätzlich zur GPS-Funktionalität auch noch die Möglichkeit, die GLONASS-Satelliten zu nutzen. Damit wurde er wieder so gut, wie ich mir das erwartet habe und wie man es für sinnvolle Trackaufzeichnung überall auf der Welt, außer in Flachlandarealen, auch benötigt.

Akkulaufzeit:

Der schönste und tollste Radcomputer nützt nichts, wenn ihm vorzeitig die Puste ausgeht. Eine gewisse Betriebszeit muss also vorausgesetzt werden. Diese sieht sicherlich bei jedem etwas anders aus. Aber: die Ausfahrten, die man so meist macht, die sollte ein solches Gerät doch überdauern können. Und zwar in einer gerätetypischen Nutzung. Dass bedeutet auch, dass z.B. Sensoren gekoppelt sind, dass man sich mal verschiedene Bildschirmseiten anschaut, dass man im Winter und den Übergangsjahreszeiten auch mal abends etwas Displaybeleuchtung braucht und das man auch mal auf die Karte schaut. Bzw. das Gerät piepst, blinkt oder einen Pfeil zeigt, wenn (wenn Routing funktioniert) denn beim Nachfahren einer Strecke auf eine Abzweigung hingewiesen wird.

Klar ist auch: immer größere Displays, feine Auflösung, viele Funktionen (nicht alle davon braucht jeder, aber vielleicht jeder ein paar andere), wie z.B. Kopplung mit dem Smartphone, Anzeige von eingegangenen Nachrichten – all das kostet Akkuleistung.

Meine Anforderung dennoch: der Radcomputer muss eine in sich abgeschlossene, kompakte Einheit am Lenker des Fahrrades sein, die ohne Zusatz-Akkupack mindestens einen Tag auf dem Rad übersteht.

Meine Anforderung dennoch: der Radcomputer muss eine in sich abgeschlossene, kompakte Einheit am Lenker des Fahrrades sein, die ohne Zusatz-Akkupack mindestens einen Tag auf dem Rad übersteht. Damit meine ich, mindestens 10, besser 12 Stunden. Und zwar ohne dass ich mir nach 8 Stunden schon Sorge machen muss, ob die Akkuladung noch bis ins Ziel reicht. Manchem mag das vielleicht schon sehr lange vorkommen. Aber, solche Tage sind bei mir nicht selten. Egal ob das der Ötztaler Alpenmarathon ist oder der örtliche Extremmarathon, der über 250 km solo durch’s Mittelgebirge führt. Oder ob das ein 24 Stunden-Rennen am Nürburg-Ring in der 4er Staffel ist. Oder ob es ein ganz normaler Urlaubstag mit dem Rennrad ist, wo ich nach dem Frühstück auf’s Rad steige und spät zum Abendessen wieder im Hotel bin. Das muss das Gerät abdecken.

Für alles Längere und Extremere: 24h Solofahrt, Bikepackingtrips nonstop über viele Tage (zum Beispiel das Transcontinental Race an dem ich dieses Jahr teilnehmen werde), da kommen dann Sonderlösungen zum Zug. Da ist es erforderlich und nachvollziehbar, einen Akkupack oder eine Stromversorgung über Nabendynamo anzuschließen.

De Fakto ist es beim Garmin so: 15 h stehen zwar in den Technischen Daten, werden aber bei weitem nicht erreicht. Ein bisschen Window Dressing muss man sicherlich von jedem Hersteller erwarten. Da werden bei Verbrauchswerten und Laufzeitangaben natürlich immer alle Optimalbedingungen angesetzt, um einen schönen Wert hinschreiben zu können. Bei Garmin klafft aber dennoch eine nicht nachvollziehbare Riesenlücke zwischen tatsächlicher Laufzeit und angegebener Laufzeit. Im Gegensatz zu Wahoo.

Zuverlässigkeit:

Ganz wesentlich. Alles kann wunderbar sein – wenn ich mich auf das Gerät nicht verlassen kann, ist alles vergebens.

Neigt es zu Abstürzen bzw. zum Einfrieren? Sind nach Abstürzen alle Daten weg oder kann ich nach Neustart wenigstens ohne Datenverlust weitermachen? Werden aus unerfindlichen Gründen die Daten nach dem Aufzeichnungsstopp schon mal nicht sauber geschrieben und enden in einer korrupten Datei?

Ganz wichtig!

Zum Garmin Edge 1000 kann ich hier sagen – toi toi toi – endlich mal ein zuverlässiges Garmin Edge Modell! Ist bei mir über Jahre wirklich in diesem Sinne sehr positiv aufgefallen.

Den Wahoo Elemnt habe ich erst viel zu kurz, hierzu kann ich bei ihm noch nicht viel sagen.

Sinnvolle Bedienung:

Sinnvolle Bedienung und Ergonomie hat zwei Komponenten: Nutzerführung und physikalische Bedienbarkeit.

Unter Nutzerführung fallen solche Dinge wie verschachtelte oder geradlinige Menüs, viele oder wenige Schritte bis zur gewünschten Funktion etc. Unter physikalischer Bedienbarkeit fällt übergreifend zum Beispiel der größte Unterschied zwischen Garmin Edge 1000 / Edge 820 oder Wahoo ELEMNT / ELEMNT Bolt bzw. auch Garmin Edge 520. Letztere drei werden über Tasten und Knöpfe bedient, die ersten beiden werden über Touchscreen bedient. Bei den Wahoo ELEMNT Radcomputern kommt das Smartphone als unbedingt notwendiger Systembestandteil hinzu. Die Konfiguration der Bildschirmseiten und Funktionen wird zum größten Teil über die zugehörige App auf dem Smartphone erledigt.

Beide Ergnonomie-Komponenten unterliegen dabei zum einen natürlich persönlichen Vorlieben aber vor allem auch Sicherheitsaspekten! Schließlich werden einige Funktionen auch während der Fahrt benutzt.

Ich möchte hier die Frage stellen: sind Touchscreens für Outdoor-Geräte geeignet?

Habt ihr schon mal im Regen euer Smartphone benutzt? Die neueren sind ja schon etwas wasserdicht, oder? Macht man aber normalerweise nicht. Geht auch nicht wirklich gut. Habt ihr es schon mal mit Handschuhen benutzt? Ahhh, da gibt es ja spezielle, die extra leitfähige Fäden eingewebt oder aufsublimiert haben. Mit denen geht es. Aber auch nicht so super. Man trifft damit nicht wirklich gut, oder? Wenn es dickere Handschuhe sind, wird’s noch schlechter. Meistens haben die ja sowieso keine extra Touchscreen-Fäden. Dann geht es überhaupt nicht.

Der ältere Garmin Edge 800 hatte auch einen Touchscreen. Einen resistiven. D.h. anders als unsere Handys musste man hier auf den Bildschirm drücken. Das funktionierte super. Ob mit oder ohne Handschuhen. Die mussten auch keine Speziellen sein. Regentropfen, Tau, hohe Luftfeuchtigkeit – alles kein Problem. Gut, prinzipiell waren diese Touchscreens nicht ganz so kontrastreich, wie normale Displays oder unsere modernen kapazitiven Touchscreens. Aber sonst – an der Bedienfähigkeit des Garmin Edge 800 hatte ich unter keinen Umständen – ob Sommer oder Winter – jemals etwas zu bemängeln.

Beim aktuellen Garmin Edge 1000 hat sich Garmin wohl gedacht: das Display darf gerne kontrastreicher sein und kapazitive Touchscreens, wie man sie von Handys kennt, ermöglichen das. Und im Prinzip ermöglichen sie auch präzisere Eingabe. Im Prinzip. Nicht allerdings bei Garmin!

Das hat einen nachvollziehbaren Grund und dieser wird wahrscheinlich auch durch einen von mir vermuteten Grund noch verstärkt.

Der von mir vermutete Grund: Garmin kann halt keine kapazitiven Touchscreens herstellen. Ob das allerdings stimmt, weiss ich nicht. Ich sehe nur das Ergebnis.

Der nachvollziehbare Grund: kapazitive Touch-Displays funktionieren über die Messung eines über das Display gelegten elektrischen Feldes. Damit man dieses manipulieren kann, muss ein leitfähiges Objekt her. Unsere Fingerspitze eignet sich hervorragend dazu. :) Nicht aber, wenn sie in einem Radhandschuh steckt. Einem der unzähligen Modelle, die halt keine Touchscreen-Fingerspitzen haben. Andererseits leitet z.B. auch ein Regentropfen. Oder ganz viele. Oder auch eine feine Tauschicht auf dem Display. Selbst eine, die man noch nicht sieht. Oh. Hmm.

Wie geht man jetzt also damit um – einerseits hat die bedienende Person mal mehr, mal weniger isolierte Fingerspitzen zur Verfügung, andererseits sorgen die Elemente dafür, dass das Display mal mehr, mal weniger störenden und widersprüchlichen leitfähigen Einflüssen ausgesetzt ist?

Man könnte sich sagen: kapazitive Touchdisplays für Outdoorgeräte, die an einem Gerät wie einem Fahrrad angebracht sind, sind eine generell doofe Idee – da muss man sich etwas ganz anderes überlegen. Ja, das wäre die schlaue Lösung.

Man könnte sich sagen: kapazitive Touchdisplays für Outdoorgeräte, die an einem Gerät wie einem Fahrrad angebracht sind, sind eine generell doofe Idee – da muss man sich etwas ganz anderes überlegen. Ja, das wäre die schlaue Lösung.

Oder man sagt sich: Hey, das kriegen wir hin. Wir müssen da nur das Feld so stark machen bzw. an das Signal/Rauschverhältnis der Touch-Positionsbestimmung so geringe Anforderungen stellen, dass auch ein Finger in einem moderat dicken Handschuh erkannt wird. Und wenn das Gerät daraus nicht schlau wird oder zu viele Bedienbefehle erhält, dann könnte das ja vielleicht Regen oder so etwas sein – dann soll sich das Display sperren. Die vielgefürchtete Meldung „Touchscreen locked“ darf man dann auf dem Display des Garmin Edge 1000 lesen…

„Touchscreen locked“ sieht man also mehr, als einem lieb sein kann. Bei Handschuhen passiert das oft. Bei Regen. Bei Fahrten morgens oder abends, wenn sich erhöhte Luftfeuchtigkeit auf alle Oberflächen legt – dazu muss man noch nicht mal Tau sehen.

Und auch bei trockenem Wetter oder in geschlossenen Räumen sorgt die geringe Präzision des Garmin-Displays des öfteren für Haare raufen. Wo man drauftippt und wo der Garmin meint, dass man draufgetippt hat… das kann im Grenzbereich durchaus verschieden sein… Um es kurz zu sagen – die Bedienbarkeit eines Garmin Edge 1000 hat nichts mit der eines iPhone oder Android-Smartphones zu tun.

Wer aus allem dem nun herausgelesen hat, dass ich Tasten bevorzuge… ja, aus der leidvollen Erfahrung mit dem Edge 1000 heraus, ist das so.
Ich habe mir z.B. durchaus mit hohem Interesse mal den Garmin Edge 520 angesehen, weil der Tastenbedienung hat. Ich werde ganz am Ende des Artikels schreiben, mit welchen wenigen Anpassungen sowohl Garmin als auch Wahoo den für mich idealen Radcomputer herstellen könnten. Ein vollständig mit Tasten bedienbarer Edge 1000 wäre ein Anfang (nein, hier bitte nicht auf die optionale Remote-Einheit verweisen).

Und bestimmt gibt es hier jemanden, der sagt: „Hey, ich habe den Garmin Edge 1000 und überhaupt keine Probleme mit dem Display.“ Dem sage ich dann: Herzlichen Glückwunsch zum Glück mit dem Wetter oder den Ausfahrten an trockenen Sommernachmittagen. Jeder, der rund um’s Jahr auf dem Rad sitzt – in guten wie in schlechten Zeiten ;-)) – wird schon den einen oder anderen Fluch zwischen den Zähnen zerdrückt haben. Und auch froh sein, dass das Display des Edge 1000 so groß ist. Würde ich nämlich nicht alle wesentlichen Infos auf einen Screen bekommen, so dass ich (Kartenfunktion abgesehen) seltenst in die Verlegenheit komme, den Bildschirm über Touch bedienen zu müssen, hätte ich mich schon längst nach einem anderen Gerät umgesehen…

Aber auch bei Tasten kann man durchaus verschiedene Standards setzen. Sind sie logisch und gut erreichbar angeordnet? Sind sie zu winzig? Rutscht man ab? Drücken sie sich zu leicht, wenn man nur aus Versehen dran kommt? Oder zu schwer? Geben sie haptisch angenehme Rückmeldung oder muss man fühlen, drücken und quetschen und sieht erst an der Reaktion auf dem Display, ob man tatsächlich erfolgreich den Knopf gedrückt hat?

Gerade die seitlichen Taster des Wahoo ELEMNT fallen leider in die letztgenannte Kategorie. Ohne sichtbare Trennung unter einem nahtlos aus der Gehäuseoberfläche herauswachsendem Gummikeil angesiedelt, lassen sie sich bisweilen schwierig drücken und bieten dabei keinen definierten Druckpunkt. Ob man daher also nur das Gummi etwas eingedrückt oder tatsächlich den Taster gedrückt hat, sieht man erst an der Wirkung am Display. Während das mit blossen Fingern noch ganz ok geht, sorgt dieses Verhalten in behandschuhten Fingern tatsächlich dazu, dass man nicht weiss, ob man jetzt den Taster gedrückt hat oder nicht. Bei den drei Tasten unterhalb des Displays ist das nicht so das Problem.

Das geht also – auch unter dem Aspekt Wasserdichtigkeit – durchaus besser. Alles in allem finde ich aber das Tastenkonzept – egal ob bei den Wahoos oder beim Garmin Edge 520 – für das wesentlich bessere Konzept.

Mitbewerber? Hat denn nicht schon längst jemand bessere Lösungen als Garmin gefunden?

Nun gibt es also GPS schon so lange, die Technik von Sportuhren, Radcomputern und Technik-Gadgets ist auch kein Hexenwerk und es wurde dargelegt, dass es bei Garmin-Radcomputern doch die eine oder andere Funktion oder Designentscheidung gab und gibt, die nicht ungeteilte Freude bereitet.

Auch waren die Edge-Radcomputer vor dem Edge 1000 gerne mal absturzfreudig, wenn die Fahrt wirklich lang war oder dem Gerät sonst etwas quer kam (Leider muss man sagen, dass das bei Garmin kein Ding der Vergangenheit ist – vom Edge 820 habe ich in diesen Zusammenhängen wenig Gutes gelesen). Manchmal packt man sich gar vor den Kopf, warum denn das eine oder andere Feature nur so halbgar oder genau auf diese Art und Weise implementiert wurde…Ein einziges Mal vom jeweiligen Designer selbst auf dem Rad genutzt und es hätte doch sofort auffallen müssen… Denkt man sich doch des öfteren. Warum also gibt es nicht schon längst gute Alternativen und Garmin ist in der Versenkung verschwunden bzw. ist gezwungen, eine gute Schippe bei den Features und Kernqualitäten der Geräte drauf zu legen?

Dazu eine ganz kurze Historie, nein eher ein Überflug zu verschiedenen GPS-fähigen Radcomputern anderer Hersteller.
Da wären neben Garmin (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zu nennen:
– Sigma
– Polar
– Lezyne
– Bryton
– Mio bzw. Magellan (je nach Markt US, EU, Asien)
– Falk (wobei die schon sehr auf Radreise, weniger auf Training ausgerichtet sind)
– O-Synce

Dazu kommen noch jede Menge Uhren (und damit noch zusätzliche Marken wie z.B. Suunto) die in der jüngsten Zeit durchaus interessant geworden sind, auch wenn das noch nicht dazu geführt hat, dass ich mich damit tiefer beschäftigt habe. In der Vergangenheit war es fast immer so, dass man außer mit Herzfrequenz-Gurten bei der Kopplung externer Sensoren nichts vorfand und wenn, dann nur rudimentär implementiert. Für Multisportler bzw. Triathleten können Uhren natürlich viel interessanter sein. ich gehe hier aber nicht näher darauf ein. Wer es noch nicht kennt: das Blog von Ray Maker bietet zu Sportuhren, Radcomputern, Leistungsmessern, Radtrainern und allem, was sich Sportelektronik schimpft, die besten Übersichten und die detailliertesten Tests. Da könnt ihr aus dem Vollen schöpfen.

Aber trotz dieser diversen Marken, die mal einen, mal mehrere Versuche auf den Markt gebracht haben – kein anderer dieser Hersteller konnte bis dato tatsächlich einen Radcomputer vorstellen, der (die sicherlich auch sehr durch Garmin geprägte) Erwartungshaltung ambitionierter Radsportler zumindest in der übergreifenden Gänze bedienen konnte, wie es Garmin tut und tat. Entweder war die Ausrichtung eine andere oder man legte anscheinend Wert auf ein ganz besonderes Feature, dass dann vielleicht im guten Fall tatsächlich toll war oder im schlechten Fall nur vielversprechend, aber auch nicht wirklich zu Ende gedacht war. Dann waren es aber andere wesentliche Dinge, die schmerzlich fehlten. Aus der Erinnerung beim Mio/Magellan und Bryton z.B. das Aufzeichnungsintervall und die maximale Datenübernahmefrequenz – ein ziemlicher abturner für alle Menschen, die Wert auf die Qualität der Trainingsmetriken legen. Beim Bryton auch die Mapping-Funktionen und die Menü-Logik und beim Mio/Magellan ähnlich wie beim Falk auch die eher größeren Abmessungen und die wohl mehr auf Touren/Touristik-Seite ausgerichteten Features.

Polar weigert sich aus Prinzip (leider auch beim kürzlich vorgestellten Polar M460), ANT+ zu unterstützen. Davon unabhängig haben mich deren Feature-Sets auch nie wirklich überzeugen können.

Sigma haben ihren Rox GPS. Von der Größe und Güte der Kartendarstellung sowie der gesamten GPS-Unterstützung und der gesamten Art und Form des Gerätes war ich nie besonders angetan. Man hätte mich in der Tat bezahlen müssen, um mir dieses Gerät näher anzusehen, geschweige denn, zu benutzen.

Falk ist schon eher auf den Radwander-Markt ausgerichtet. Deren Geräte sind im Grunde nichts für Training und Sport.

Lezyne war und ist ein vielversprechender „Newcomer“, der nach langer Zeit endlich mal für frisches Blut im Markt dieser Gerätekategorie sorgte. Interessante Geräte in diversen Größen und Ausstattungsvarianten. Leider fand ich, dass sie das Akkulaufzeitproblem auch nicht angingen. Dennoch: Lezyne ist interessant.

Und da kommen wir dann zu Wahoo!

Der Wahoo Elemnt

Wahoo hat ihren ersten richtigen GPS Radcomputer, den hier besprochenen Wahoo ELEMNT im Herbst 2015 angekündigt und Anfang März 2016 in den Handel gebracht. Zu diesem Zeitpunkt an war das Gerät im wahrsten Sinne vielversprechend. Wahoo versprach eine ganze Reihe von Funktionen, die nach und nach implementiert werden sollten. Und Wahoo hat auch Wort gehalten. In einer sehr bemerkenswerten Updatehäufigkeit von Firmware und Kompagnon-Smartphone App hat Wahoo Schritt für Schritt wichtige Funktionen hinzugefügt und seine Versprechen eingelöst sowie auf Nutzer-Feedback gehört. Das wohl schöne dabei: Die Stabiliät des Gerätes und seiner Funktionen war wohl meist gegeben. Klar, Fehler und Eigentümlichkeiten gab es sicher. Im Grunde hat es Wahoo aber wohl verhältnismäßig gut hinbekommen, erst ein stabiles Gerät herauszubringenund dann nach und nach Funktionen hinzuzufügen. Bei Garmin kennt man das durchaus schonmal in der anderen Reihenfolge…

Ich habe die Entwicklung des Wahoo ELEMNT also locker interessiert verfolgt, denn: in der Tat. Zunächst war das Gerät nur vielversprechend, aber für mich noch keine gute Alternative.

Das hat sich seit diesem Frühjahr geändert. Ich kann da keinen fixen Punkt festmachen, aber als ich mir vor einigen Wochen den ELEMNT nochmal angesehen und seine Features überprüft hatte, da fügte sich doch sehr viel zusammen: die Art und Weise der Sensorenunterstützung, die Batterielaufzeit, die versprochene Integration mit Trainingsportalen, Tourenportalen bzw. Navigationslösungen wie BestBikesplit, RidewithGPS, STRAVA und vor allem KOMOOT, das hatte schließlich den Ausschlag gegeben und ich habe mir den Wahoo ELEMNT gekauft. Und das, obgleich gerade zu diesem Zeitpunkt von Wahoo auch der neue ELEMNT Bolt vorgestellt wurde.

Der Bolt ist aber exakt funktionsidentisch mit dem ELEMNT. Er ist etwas kompakter, was zu begrüßen ist. Dadurch ist aber auch sein Display kleiner und es kann daher etwas weniger Inhalt in etwas geringerer Größe als der ELEMNT anzeigen. Das war das Hauptkriterium, warum ich also lieber den ELEMNT gewählt habe. Der Elemnt Bolt hat auch nur eine LED-Leiste über dem Display und keine links daneben, wie der ELEMNT. Und Wahoo bewirbt den Bolt als „ersten völlig aerodynamischen GPS Fahrradcomputer“. Was das außer einem kompakten Gerät (ganz ähnlich wie ein Garmin Edge 820 oder 520) bedeutet, ist allerdings, dass die Vorderkante tiefer heruntergezogen ist und sich der Bodenausschnitt vorne als Kreissegment um den Lenkerhalter herumschmiegt. Ganz schmuck, wenn man den mitgelieferten Lenkerhalter benutzt oder benutzen kann. Wenn man sich Vielseitigkeit bewahren möchte oder muss, weil man das Gerät auf verschiedenen Rädern mit vielleicht integrierten Cockpits und unterschiedlichen Lenkerhaltern benützen möchte, dann muss man wohl vorher prüfen, ob das auch passt…

App-Lified / APPlyfied

Was bedeutet das? Das bedeutet: ohne ein Smartphone kann man mit dem Element wenig anfangen. Oh – er funktioniert glücklicherweise auch ganz ohne Smartphone oder Smartphone-Kopplung. Aber: wenigstens mal zum Setup des ELEMNT kommt man um die kostenlose ELEMNT-Begleiter-App nicht drum herum. Und insgesamt ist die enge Verbindung zwischen dem Radcomputer und der App schon sehr gut gelöst und wesentliches Design-Element des Wahoo ELEMNT. Das muss man wissen. Ich bin da durchaus immer skeptisch und sehe so etwas mit Vorbehalt. Wenn es klappt – und das tut es bei mir – dann ist es schon eine schöne Sache, unterwegs over the Air Trainingseinheiten zu konfigurieren oder nachzufahrende Tracks zu synchronisieren bzw. auf den Wahoo ELEMNT zu schicken.

Hier nun meine ersten Eindrücke zur Nutzung des Wahoo:

Gut:

  • Sehr tolles und einfaches Setup über mein iPhone. Es gab da aber auch ein paar Kopfkratzer. Z.b. muss das eigene WLAN in der Wohnung so konfiguriert sein, dass ein Funkkanal kleiner als 11 genutzt wird. Der Wahoo ELEMNT kann nämlich keine WLAN-Kanäle größer 11 benutzen… steht nirgendwo).
  • Sehr klares und kontrastreiches Display – auffällig besser als das Display des Edge 1000.
  • Viel besserer Regentropfen-Ablauf als der Edge 1000 (das mag dadurch unterstützt sein, dass der Wahoo neu ist und der Edge schon gut gebraucht – aber Tropfen bleiben auf dem Display des Edge und verlaufen da etwas während sie vom Display des Wahoo einfach durch den Fahrtwind weggeblasen werden – sehr coole Sache).
  • Die Kartenansicht des Wahoo ELEMNT ist reduziert und rein schwarz-weiss (der ELEMNT hat kein Farbdisplay) bietet aber gerade dadurch eine gute Orientierung und Lesbarkeit. Der Edge 1000 bietet wesentlich mehr Details und Information, aber er verbirgt sehr viel dieser Information durch zu viele Details und leicht verwechselbare Straßensignaturen, Strichstärken und Linienfarben.
  • (theoretisch) Schöne Sache beim Lieferumfang: nicht nur Outfront-Lenkerhalter und Vorbau-Halter sondern auch noch ein TT-Aerobarhalter dabei (siehe aber auch unter Schlecht).
  • Bluetooth Smart! Garmin kennt nur ANT+ Der Wahoo ELEMNT kann auch reine Bluetooth Smart Sensoren ankoppeln.
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Wahoo ELEMNT und Garmin Edge 1000 im Paralleltest. Hier beide in der Kartendarstellung mit jeweils aktivem Track.

Schlecht:

  • Die Haptik der Bedientasten lässt doch zu wünschen übrig, teilweise schwer zu drücken, kein definierter Klick bzw. Druckpunkt.
  • Keine einfache Datenübertragung mit einem USB-Kabel. Beim Garmin geht das: per USB-Kabel angeschlossen liegt das Gerät zugreifbar im Verzeichnisbaum. Im Zweifelsfall kann man von da super einfach ein .fit-File auf seinen Rechner kopieren oder einen x-beliebigen GPX-Track auf das Gerät schieben. Der Wahoo öffnet sich nicht als Massenspeicher! Großer Knackpunkt! Statt dessen muss man eine Extra-Applikation bemühen. Für den Mac wird z.B. extra die Android-Dateitransfer-Software benötigt. Zwar synchronisiert der ELEMNT komplett über WLAN und im Prinzip benötigt man das USB-Kabel nur zum Akku aufladen. Dennoch finde ich das mehr als unschön!
  • Die Funktions-Angaben an der unteren Display-Kante über den drei Front-Tasten: Diese sind in deutscher Sprach-Einstellung nicht alle lesbar bzw. laufen in- und übereinander.
  • Die Qualität der mitgelieferten Halterungen ist leider nicht gut bis richtig gehend schlecht, wie ich festgestellt habe. Am besten und von mir bis zum Zeitpunkt der ersten Fertigstellung dieses Berichtes nur genutzt: der Halter für Zeitfahrlenker. Ganz ok, dabei aber nur schade, dass anstelle von Gummiringen Kabelbinder benutzt werden müssen: die Halterung zur direkten Montage auf Vorbau oder Lenkerrohr. Total unterdimensioniert, was die Qualität und Stabilität angeht: der Out-Front-Mount. Also eigentlich die wichtigste Halterung! Auf dieser wackelt und zittert der ELEMNT wie ein Lämmerschwanz, sobald der Asphalt nicht Billard-Tisch-Glattheit aufweist. Meine Wertung: Er ist es nicht mal wert, überhaupt ausgepackt zu werden! Dazu passt, dass auch das Halteschräubchen leider nicht mit Gewinde-Kleber versehen und vorbereitet ist, wie es die Schrauben von ähnlichen Teilen anderer Hersteller sind (z.B. Garmin). Kauft euch lieber sofort eine Qualitäts-Halterung eines Drittherstellers. Z.B. K-Edge. Am Rande bemerkt: wenn ich Garmin schon – aus mehrfacher leidvoller Erfahrung – vorwerfen muss, viele Dinge und Features ihrer Produkte anscheinend kein einziges Mal praxisgetestet zu haben, dann muss ich es hier auch Wahoo vorwerfen. Eine einzige und erste Ausfahrt hätte gereicht und hat bei mir gereicht, festzustellen, dass man diese Halterung keinem einzigen Kunden anbieten darf…

Diverse weitere Punkte

Strava-Live-Segmente. Gibt es bei Garmin auch schon länger. Ist bei Wahoo ebenfalls verfügbar und super einfach und schnell eingerichtet. Ich hab’s aber wieder deaktiviert. Mich stört es, wenn die Live-Segment-Seite aufpoppt und da sie leider nicht konfigurierbar ist, fehlen mir da auch wichtige Infos. Die Watt-Angabe zum Beispiel. Auch habe ich einmal festgestellt, dass die Seiten-LED-Leiste am Leuchten bleibt und sich nicht zurücksetzt, wenn man Segment vor Beenden verlässt (z.B. vorher dem Ende abbiegt). Hier sollte Wahoo also noch Hand anlagen.

Startup-Zeit. Die war bei GPS-Geräten und bei GPS-Radcomputern früher relativ lang. Auch bei Garmin. Spätestens mit dem Edge 1000 hatte sich das geändert. Dessen Startupzeit lässt nichts zu wünschen übrig. Beim Wahoo ELEMNT komme ich mir leider wieder ein paar Jahre zurück versetzt vor. Kein Dealbreaker, aber nicht so komfortabel und anfangs auch irritierend: Eine relative lange Startupzeit. Die auch bisschen komisch verläuft. Erst kommt eine kleine Startup-Animation, dann wird der Bildschirm komplett dunkel (nicht aus, dunkel), das kann schon mal rd. 30 bis 60 Sekunden dauern. Dann geht der Bildschirm komplett aus und erst nach einer weiteren kurzen Weile ist dann das Gerät an und bereit…

Hier sollte Wahoo sowohl an der Zeit arbeiten, als auch an einer für den Nutzer nachvollziehbaren Reaktion des Gerätes. Gleiches gilt für das aufladen des Akkus. Wenn der ELEMNT sehr lehr bis komplett leer war/ist, dann erscheint erst mal nichts auf dem Display bzw. eine Art unglückliches Smilie. Das ist schwer zu deuten und anfangs denkt man, da ist was im Argen, das soll eine Fehlermeldung sein. Man kommt da nicht drauf, dass das Gerät einfach erst mal lädt. Und eine sehr sehr lange Zeit benötigt, bevor man mit dem Gerät interagieren kann. Der ELEMNT ist dann, obwohl er am Ladestrom hängt, tot. Man kann ihn nicht bedienen, keine Dateien herunterladen etc. Ganz im Gegensatz zum Garmin Edge (oder anderen USB-Geräten): Sobald die am Strom hängen, kann man sie auch nutzen…

GPS-Standards bzw. Systeme:
Der Wahoo soll auch diverse Satellitennavigationssysteme nutzen können, was auch sehr gut ist. Also neben GPS auch das russische Glonass und, wenn es denn mal richtig nutzbar wird, auch das europäische Galileo. Aber man kann das nirgendwo einstellen und auch die Satellitensicht nirgendwo überprüfen. Der Garmin EDGE 1000 kann sowohl GPS als auch GLONASS, zeigt auch die Satelliten auf Wunsch an und man kann auch wählen, nur GPS zu nutzen (was aber nicht sinnvoll ist – es spart keinen Strom und es verschlechtert potenziell die Güte der Positionierung und die Qualität des aufgezeichneten Tracks).

Kartendarstellung:
Diese beschränkt auf das Wesentliche und ist damit eigentlich sehr gut. Schwarz-weiss, dicke Strich-Linie für den Track unmittelbar und wenige Kilometer in Fahrtrichtung vor einem. Eine eher zurückhaltend gepunktet gefüllte Linie für den gesamten restlichen Track. Diese effektiv hellgraue Linie dürfte für meinen Geschmack durchaus etwas kräftiger gepunktet gefüllt sein.

Für die größere Übersicht und für das Orientieren bzw. das Eingeben von neuen Zielpunkten unterwegs dient das Smartphone, welches dafür auch wesentlich geeigneter ist.

Aber das bedeutet auch: ohne Smartphone, nur mit dem ELEMNT am Lenker kann man nur durch hinein- und herrauszoomen versuchen, einen Überblick zu erhalten. Den Karten-Ausschnitt kann man am ELEMNT nicht verschieben; er ist immer um den Gerätestandpunkt herum zentriert.

Turn-by-Turn Navigation bzw. Routing:
It just works! Es kann so einfach sein! Garmin, schau es dir an – so macht man das!

Beim Wahoo ELEMNT funktioniert das Routing genau so, wie es soll und wie man sich das vorstellt: Mit sinnvollen und dafür komfortabel ausgelegten Tourenportalen wird ein Track erstellt (RidewithGPS oder Komoot) und automatisch auf das Gerät synchronisiert. Die jeweiligen Tracks enthalten Cuesheets für die Abbiegehinweise und nähert man sich einem Abzweig, wird das sinnvoll auf dem Display signalisiert und als besonderes Gimmick auch mit der seitlichen und oberen LED-Laufleiste angezeigt (abschaltbar). Wenn man die Route / den Track verlässt, wird man sinnvoll darauf hingewiesen. Aber das Gerät spielt nicht verrückt, es wird keine wüste und unpassende Neunavigation durch das Gerät versucht und auch das Display friert nicht ein. Alles genau so, wie es für unterwegs richtig und sinnvoll ist.

LED-Leisten:
Das ist natürlich eines der herausragenden Design-Gimmicks des Wahoo-ELEMNT. Ich schreibe bewusst Gimmicks. Man braucht sie nicht zwingend, sie können aber ganz nett sein. Man kann sie unterschiedlich konfigurieren:

  • Anzeige der Leistungszonen nach Watt in Abhängigkeit der Zoneneinstellung in passender Farbe. Sehr gut eigentlich.
  • Geschwindigkeit relativ zur Durchschnittsgeschwindigkeit. Fährt man schneller als der momentane Schnitt leuchten mehr und mehr LEDs oberhalb der Mitte blau. Fährt man langsamer leuchten mehr und mehr LEDs unterhalb der Mitte gelb
  • Herzfrequenzzonen-Darstellung
  • oder aus und nichts dergleichen
  • separat dazu: Turn-by-Turn-Signalisation
  •  Track verlassen, Training pausiert, Benachrichtigung erhalten

Akkulaufzeit:
Das sollte, neben der Klarheit und Ablesbarkeit des Tracks auf der Karte, das Hauptargument für mich sein. Kann der Wahoo da liefern? Die Angabe bei den technischen Daten ist denn auch schon mal 2 Stunden länger als das, was Garmin für den Edge 1000 bei seinen technischen Daten verspricht: 17 Stunden beim ELEMNT, 15 Stunden beim Edge 1000. Aber: das sind ja rein kosmetische Hersteller-Behauptungen. Beim Garmin steckt da nicht viel Wahres dahinter. Wie sieht es beim Wahoo aus?

Um es vorweg zu nehmen. Besser.

Dazu benötigte es aber erst ein wenig Testerei. So direkt mit Standardeinstellungen war der Wahoo ELEMNT zwar schon sparsamer im Stromverbrauch wie der Garmin, aber noch keine Offenbarung.

Eine erste längere Testfahrt über 4,5 Stunden, parallel mit dem Wahoo ELEMNT und dem Garmin Edge 1000, Turn by Turn am Wahoo genutzt, beide Geräte vorwiegend mit aktiver Kartendarstellung gefahren (rund 75-80 % der Gesamtzeit) zeigte im Anschluss folgende verbleibende Ladestände:

Wahoo: noch 54 % —> d.h. eine Entladung von 10 % pro Stunde
Garmin: noch 36 % —> d.h. eine Entladung von 14,22 % pro Stunde

Weitere Testfahrten mit diversen Screens aktiv – nicht nur überwiegend die Kartendarstellung:

Wahoo: eine Entladung von im Schnitt 8,14 % pro Stunde
Garmin: eine Entladung von im Schnitt 8,46 % pro Stunde

Fensterbank-Laufzeit-Test über 3 Stunden (statisch, keine Sensoren gekoppelt, keine Fortbewegung, aber Kartenansicht auf Dauer aktiv):

Wahoo: Eine Entladung von 6 % pro Stunde, damit eine projizierte Laufzeit von 16,6 Stunden!
Garmin: Eine Entladung von 15,3 % pro Stunde, damit eine projizierte Laufzeit von nur 6,5 Stunden!

Gerade beim Garmin deckt sich das mit meiner tatsächlichen Erfahrung. In fremder Umgebung die ganze Zeit mit aktiver Karte gefahren und nach etwas über 6 Stunden ist die Laufzeit bereits erschöpft!

Im Vergleich, weiterhin auf der Fensterbank, aber anstelle der Kartenansicht den ersten Übersichtsscreen über weitere 2,5 Stunden aktiv (Stoppuhr, Geschwindigkeit, Uhrzeit, HF etc.)

Wahoo: Eine Entladung von 7 % pro Stunde
Garmin: Eine Entladung von 8,8 % pro Stunde

Wie bekommt man beim Wahoo also relativ nah an die 17 Stunden? Es geht, wenn man auf die LED-Laufleisten-Anzeige verzichtet. Super! Damit kann ich sehr gut leben und bekomme eine in meinen Augen exzellente Laufzeit!

Was vermisse ich noch am Wahoo ELEMNT, was hätte ich gerne besser/anders gelöst?

1.) Wenn es Dunkel ist, vermisse ich eine Möglichkeit, einfach nur mal kurz den Screen aufleuchten zu lassen. Natürlich geht das durch einen Tastendruck, z.B. auf eine Seite weiter. Aber ich will ja keine Seite weiter. Wenn ich das also mache, muss ich ein paar mal weiterdrücken, bis ich wieder auf der Startseite bin.
Alternativ könnte ich auch eine der Rauf- oder Runtertasten an der rechten Seite drücken. Dann zoome ich aber rauf oder runter. Muss also danach auch wieder die jeweils andere Taste drücken. Also zwei Tastendrücke. Zudem sind die Tasten auf der rechten Seite etwas schwerer zu erreichen, bzw. deren Druckpunkt eher schlecht.
Die dritte Alternative ist dann halt der Taster auf der linken Seite oben. Gut, damit komme ich in’s Setup. Also auch hier zwei Tastendrücke notwendig.

2.) Kartendarstellung: Leider ist der Kartenausschnitt nicht verschiebbar, sondern nur ein- oder auszoombar. Ist vielleicht auch eine systembedingt bewusste Beschränkung. Zum Orientieren ist ohnehin das Smartphone komfortabler.

3.) Trackdarstellung auf der Karte: Dafür gibt es zwei Signaturen. Die unmittelbar bevorstehende Strecke ist unmissverständlich mit dicken, solide schwarz gefärbten, pfeilmäßig geformten Querstrichen markiert. Das finde ich klasse, weil unter allen Lichtbedingungen super erkennbar (wie ohnehin das Display generell) und es gibt keinerlei Vertun mit irgendwelchen anderen Linien und Signaturen der Kartendarstellung. Wie man es trotz (oder gerade wegen) zu Verfügung stehender etwas höherer Auflösung und Farben viel schlechter machen kann, zeigt Garmin auf seinen Edge Geräten. Tracklinien als dünne, leider nicht in der Stärke einstellbare Linien in zwar wählbaren Farben, die sich aber alle mit der einen oder anderen Kartensignatur oder Straßenkategorie verwechseln lassen. Wie oft ich da schon geflucht habe…

Welches Gerät ist nun das Bessere? Der Garmin Edge 1000 oder der Wahoo ELEMNT.

Hach, schwierig. Beide haben ihre Qualitäten. Beide haben einzelne Nachteile. Beim Garmin kommt für mich hinzu – ich bin ihn gewohnt, kenne ihn (was meine Bedürfnisse angeht) in- und auswendig.

Für jemanden, der sich seinen ersten GPS-Radcomputer kauft, ist das allerdings kein Aspekt. Er findet sowohl mit dem Garmin Edge 1000 als auch mit dem Wahoo ELEMNT sehr fähige und weitestgehend ausgereifte Geräte auf Augenhöhe. Mit Vorteilen, was die tatsächliche Nutzbarkeit angeht und was das „Hören auf die Nutzer-Rückmeldungen“ angeht, beim Wahoo ELEMNT.

Wie müsste denn in meinen Augen die perfekte Mischung der beiden Geräte bzw. eines GPS Fahrradcomputers aussehen?

Was sollte der Garmin Edge 1000 oder Edge 820 vom Wahoo Elemnt übernehmen und umgekehrt, um somit den meiner Meinung nach idealen Radcomputer für Training und Tour zu erstellen? Bzw. wie sollten in den Geräten bereits vorhandene Funktionen ergänzt werden?

Wie erhält Garmin den idealen Edge 1000?

Größe: die Displaygröße ist toll. Da habe ich mich mittlerweile sehr dran gewöhnt und möchte sie eigentlich nicht mehr missen. Garmin sollte daran arbeiten, bei gleicher Displaygröße das Gerät drum herum wieder kleiner zu bekommen.

Akkulaufzeit: Garmin gibt zwar 15 h an. Das ist aber von Anfang an gelogen und wird selbst mit einem neuen Gerät (Akku auf der Höhe seiner Leistungskraft), ausschalten sämtlicher Funktionen und keinerlei Nutzerinteraktion während einer laufenden Aufzeichnung nichtmal annähernd erreicht. Das höchste der Gefühle waren mal eine Annäherung an 12 h. Da darf man – überspitzt gesagt – den Garmin nicht mal ansehen, sonst erreicht man das nicht.
– Übliche Entladungsrate bei normaler Nutzung auf bekannter Strecke (zwei gekoppelte Sensoren, HF-Gurt und Leistungsmesser/Trittfrequenz) keine Navigation, kaum Kartendarstellung, ab und an vielleicht mal eine Bildschirmseite gewechselt sind im besten Falle und bei neuem Gerät 10 % pro Stunde. D.h. nach spätestens 10 Stunden ist der Akku leer.
– Übliche Laufzeit bei normaler Nutzung auf unbekannter Strecke (d.h. egal ob Navigation oder Track-Nachfahren), d.h. des öfteren Mal auf die Karte schauen oder diese die ganze Zeit dargestellt lassen sind leider nur 8 h, je nachdem und mit bereits etwas älterem Gerät (d.h. nicht mehr ganz so taufrischem Akku) 7 h drin (siehe auch oben). Das ist natürlich viel zu wenig.

D.h. hier muss Garmin echt etwas machen. Die Akkulaufzeit muss auch mit Kartendarstellung mindestens 10 h erreichen, besser 12. Damit man auch einen Ötztaler Radmarathon oder einfach nur einen schönen langen Urlaubstag auf dem Rennrad absolvieren kann, oder sich extra wegen dem Garmin eine Ersatzpowerbank mitnehmen zu müssen.

Display / Trackdarstellung: Wenn man auf dem Garmin die Routing-Funktion nutzt (etwas, was ich wirklich nicht empfehlen kann) dann zeigt der Garmin eine wirklich gut zu erkennende, nicht zu verwechselnde und dicke, rosa Linie an. Super. Genau diese Linie würde ich gerne sehen, wenn ich einfach nur einen geladenen Track darstellen lasse und diesen Nachfahre. Warum nur, Garmin, warum!? Warum kann man für diese Funktion keine Strichstärke wählen? Oder einfach nur diese Linienart auswählen!? Warum!? Damit wären 30 % meiner Hauptkritik erledigt. Und so einfach!

Touchscreen. Locked! Arrrrrrgh! Das. Muss. Garmin. Ändern! Loswerden! Am besten durch Tastenbedienung.
Es gäbe da eine Fernbedienung für den Garmin. Das ist aber keine Lösung! Zu diesem riesigen Brett von Edge 1000 nochmal ein Extra-Teil hinzukaufen und am Lenker unterbringen!? Als Remote? Der Edge 1000 ist direkt am Lenker. Ich komme super da dran. Ich brauche keine Fernbedienung direkt neben ihm… Mit der Zusatzfehlerquelle der Kopplung zwischen Remote und Edge… Nur damit ich im Fall der LockScreen-Fälle den Edge Tasten bedienen könnte.

Wie erhält Wahoo den idealen Elemnt?

  • Eine Funktion bieten, um den Screen oder einen Taster einfach nur antippen zu können, damit die Displaybeleuchtung eingeschaltet wird.
  • Eine deutlich bessere Haptik der Bedientasten herstellen (vorrangig der Seitenknöpfe).
  • Am Funktionsumfang der Sensorenkopplung und Kalibrierung arbeiten.
  • Weitere Metriken wie z.B. eine VO2 Max Schätzung inkludieren.

So, da habt ihr es. Viel Stoff zum Thema GPS-Fahrradcomputer für ambitioniertes Training und lange Touren. Mit Hintergründen und langjährigen persönlichen Erfahrungen aus alles Lebenslagen auf Rennrad oder MTB gespickt. Anlass für Diskussion? Ihr seht Teilbereiche anders? Gewichtet Funktionen unterschiedlich? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Edit / Versionshistorie:

  • 27.04.2017: Bewertung der mitgelieferten Halterungen des Wahoo ELEMNT deutlich erweitert. Und von gut auf schlecht geschoben. Denn: Out-Front-Halterung ist deutlich zu schwach auf der Brust.
  • 01.05.2017: Ein paar Wörter zu Bryton ergänzt und in dem Zusammenhang auch Mio/Magellan erwähnt (beim Überflug zu verschiedenen GPS-fähigen Radcomputern anderer Hersteller)

Training im Radsport: Professionelle Leistungsdiagnostik bei STAPS – meine Resultate im Vergleich und Gedanken zur VLa max

Rad fahren

Zahlen, Daten, Fakten. Und Planen. Auch das macht Spaß. Mir jedenfalls. Eine weitere Facette unseres tollen Sports. Manch einem ist das zu viel Aufwand. Manch anderer rümpft sogar die Nase drüber. Schließlich sind es nur arme Wichte, die trainieren müssen und sich – Gott behüte – sogar nach Trainingsplänen (seien es eigens überlegte oder von einem Trainer vorgegebene) richten. Das raubt doch total den Spaß und ist voll uncool. NoGarmin/NoRules und so.

Das ist natürlich Quatsch. Wer so denkt, denkt viel zu eindimensional. Und hat zu geringes Vorstellungsvermögen. Dass man nämlich nicht Beides haben kann: Spaß am Draußen sein, Freude an der Natur, Magische Momente erleben, Heizen, sich am Berg auskotzen, Bummeln, Erkunden, Fotos machen und trotzdem einem Plan folgen (bzw. wenigstens wissen, wo man hin will und wie man das erreicht).

Wie man das erreicht allerdings – das ist bei aller Trainingswissenschaft halt nicht so einfach deterministisch. Und worauf man selbst am besten reagiert und wie stark – dass muss man selbst herausfinden. Aber ein Trainer kann einem dabei durchaus helfen. Die kochen zwar auch nur mit Wasser, aber die kennen ihr Wasser wenigstens. Meistens… ;-)

Das vorausgeschickt: Man gibt ja gerne viel Geld für’s Rennrad fahren aus. Hier ein neues Rad, da eine schicke neue Komponente, dort ein cooles neues Outfit. Oder Reisen in Radurlaube oder zu Events. Auch toll. Geld für eine Leistungsdiagnostik und einen individuellen Trainingsplan geben allerdings die wenigsten aus. Ich bis letzten Dezember auch nicht. Was nicht heisst, dass ich davor im Blindflug trainiert habe. Schließlich ist es kein Hexenwerk, sich mit diverser Literatur schlau zu machen und mit geeignetem Werkzeug (Leistungsmesser) die nötigen Parameter zu bestimmen (Leistungstest).

Leistungsdiagnostik – aber wo und welche?

Ich wollte aber auch mal sehen, wie so ein professioneller Leistungstest aussieht und was Trainingsexperten daraus ablesen und mir empfehlen würden. Es sollte aber kein schnöder Rampentest sein, den ich selbst auf meinem Rollentrainer oder draußen auf der Straße mit Rad und Leistungsmesser fahren kann. Oder dasselbe, aber noch mit Piekser in’s Ohrläppchen und Laktatbestimmung. Nein, wenn schon, denn schon. Dann wollte ich auch sehen, wie es mit Atemgasanalyse aussieht.

Und so dachte ich mir, was für Tony Martin gut genug ist, kann mir auch recht sein und wählte STAPS aus Köln aus, die ja jeden Herbst und Frühjahr auf Tour gehen. Sowohl im Dezember (17.12.2016) als auch gestern (04.03.2017) war ich auf deren Münster-Termin zu Besuch und habe dort die Leistungsdiagnostik samt 1-Monats-Trainingsplan STAPS Granfondo RED gebucht und absolviert.

Ich fühlte mich bei beiden Terminen freundlich aufgenommen, professionell betreut und sehr gut informiert. Sowohl was Ablauf des Tests als auch die Präsentation der Ergebnisse anging.

Das interessante an der STAPS-Methodik ist die Bestimmung der „anaeroben Schwelle“als Gleichgewicht von Laktatproduktion (anaerob) und Laktatabbau (aerob). Es wird sowohl der aerobe Stoffwechsel (VO2max), sowie auch der „Gegenspieler“ der Sauerstoffaufnahme: die VLamax (anaeroben Stoffwechsel), die maximale Laktatbildungsrate und -abbaurate ermittelt. So, sagt STAPS, können sie durch die Aufdeckung dieser beiden Stoffwechselsysteme exakt erkennen, wodurch die sportliche Leistungsfähigkeit des Sportlers limitiert ist.

Ja, was soll ich sagen. Eine weitere Erfahrung aus der bunten Welt des Radrennsports. :) Mir hat es Spaß gemacht und es hat Erkenntnisse gebracht. Ob mich diese Erkenntnisse aber wirklich weiter bringen… Da tagt die Jury noch… Warum tut sie dieses?

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Multifaktorielle Leistungsanalyse als Auswertungsbestandteil des STAPS Leistungstests. Vergleich meines Tests Mitte Dezember 2016 (links) zu Anfang März 2017 (rechts). Weiter Außen = besser.

Ja, hat mich der Test wirklich schlauer gemacht. Ja und nein.

Ich hatte aus meinen Aufzeichnungen (per GoldenCheetah) und allgemeinem Gefühl – trotz dass ich Ende letzten Jahres kein eigenes Testprotokoll gefahren bin – geschätzt, dass ich wohl eine CP60 (Critical Power für die Dauerstufe 60 Minuten) bzw. eine FTP (Functional Threshold Power) von 245 Watt haben müsse. Was hat der STAPS-Test am 18.12. ergeben? Eine ANS (Anaerobe Schwelle) von 245 Watt! Bämm. Wer braucht Tests? ;-)

Aber ok – das ist ja nicht’s Neues. Es gibt halt verschiedene Wege, zu einem Startwert der Bestimmung der Trainingsbereiche zu kommen. Ketzerisch (und sicherlich viel zu vereinfacht) gesagt, ist die FTP nichts anderes als ein solcher Startwert. Und mit einiges an Erfahrung und dem Auswerten und Verfolgen der eigenen Trainingswerte (die Leistungsdaten beinhalten müssen) kann man da sehr gut zu gelangen. Und: ich hätte natürlich auch voll daneben liegen können. Wie gesagt habe ich selber gegen Ende des Jahres keinen separaten Test gefahren.

Aber es gab ja als Ergebnis der Leistungsdiagnostik bei STAPS noch viele andere Größen und Kurven. Sehr interessant z.B. die Kurven von anteiligem Verbrauch von Fetten und von Kohlenhydraten. Das ist sogar von hohem praktischen Wert, denn mit einer maximalen Kohlenhydrataufnahmemenge in g/Stunde kann ich anhand einer solchen Grafik sehr gut bestimmen, welche Dauerleistungsrate ich fahren kann, ohne in einen Defizit zu kommen.

Anhand der Multifaktoriellen Leistungsanalyse werden die Ergebnisse relativ gesehen in eine bildliche Übersicht zusammengebracht. Oben das Bild zeigt links mein Ergebnis vom Dezember. Wie man schön sehen kann, sind bei mir fast alle Parameter im Bereich „gut“, insbesondere, wenn man die relativen, auf das Körpergewicht bezogenen Werte hernimmt; da kratzte die VO2max und der relative Laktatabbau sogar schon am „sehr gut“ (alle Werte auf Hobbysportler bezogen; im Vergleich zu einem Kategorie A Lizenzsportler oder gar einem World-Tour-Profi habe ich ganz gewiss keine „sehr gute“ VO2 max etc.).

Was aber deutlich zu verbessern wäre, sei die VLamax!

Die VLamax

Was soll das sein?  VLamax steht für die maximale Laktatbildungsrate.

Äquivalent zur VO2max können mit höherer VLamax auch höhere Leistungen erbracht werden. Dies gilt allerdings nur für kurzzeitige, hochintensive Belastungen wie Sprints oder Attacken. D.h. ein hoher Wert ist da gut. Wenn ich das richtig Verstehe, wäre ich eigentlich eher für Sprints oder Kriterien geeignet. Da ich aber weder besonders groß noch besonders schwer bin, sind meinen absoluten Leistungswerten Grenzen gesetzt. Weder entsprechen solche „Übungen“ meinen Lieblingsbeschäftigungen auf dem Rad, noch reichen meine absoluten Wattwerte dafür sonderlich gut aus. Ideal wäre vielleicht ein Bergaufkriterium in einem 100-stöckigem Parkhaus für mich? Hmmm… ;-)

Wer schnell viel Laktat produziert, sollte es auch schnell abbauen können. Das geht bei mir auch sehr gut. Vor allem aufgrund meiner ebenfalls sehr guten VO2max.

Dennoch: nach klassischer Meinung und auch nach STAPS Feststellung beeinflusst die Laktatproduktion und -anhäufung, die Erholungsfähigkeit und die Fähigkeit, Fette zu verstoffwechseln. Für eine hohe Dauerleistungsfähigkeit oder anaerobe Schwelle wäre daher eine sehr geringe VLamax sinnvoll.

Tja, Mist. Ich will ja beides. Fix die Hügel des Bergischen Landes und des Wittgensteiner Landes hochpowern und ausdauernd 100, 200, 300 Kilometer fahren. Und das im Sommer beim Transcontinental Race tagelang hintereinander über knapp 4000 km quer durch Europa.

STAPS hat dazu eine schöne Animation erstellt, die aufzeigt, wie eine geringe VLamax die Kohlenhydrate geradezu schont und vermehrt Fette zur Energiegewinnung heranzieht. Und da ich STAPS nun schon zweimal 198 Ocken für den Granfondo RED Plan hingeschoben habe, entlehne ich kurzerhand deren Grafik aus ihrem Artikel dazu:

Science with STAPS | Die VLamax - maximale Laktatbildungsrate

Also, dieser Wert sollte bei mir reduziert werden. Was gar nicht so einfach wäre, weil das schon Körpertyp- bzw. Muskeltypspezifisch sei und nur vergleichsweise langsam zu beeinflussen bzw. zu trainieren sei.

Wie? Durch kohlehydratreduziertes bzw. -freies Training. D.h. also mind. 4-5 Stunden vor einem entsprechenden Training (in der Woche abends) oder nach der Nacht zum Frühstück vor dem Training (am Wochenende) keine Kohlehydrate. Und dann ein Training, das nicht nur aus GA1 besteht (solche Einheiten gibt es auch), sondern auch fordernd ist. Z.B. Kraftbetont im Tempo bzw. Entwicklungsbereich).

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No Carbs

So wie oben gezeigt kann dann bei mir ein Sonntagsfrühstück ohne Kohlehydrate aussehen. Ein Cappuccino aus meiner Siebträgermaschine, ausnahmsweise ohne Zucker. Eine Scheibe Käse, ein paar Nüsse, ein bisschen Hühnchenbrust, ein Ei, ein paar Cocktailtomaten. Und nach etwas Pause wird sich dann in Schale geschmissen und eine Ausfahrt von bis zu 4 h ohne irgendwas zu essen (und auch in der Trinkflasche ist nur Wasser) läuft ohne Probleme.

Unabhängig von der Gesamtthematik VLamax findet sich die Empfehlung von Nüchterntrainings (was das hier nicht ist – Nüchtern ist ein Unterschied zu kohlehydratfrei), von LowCarb etc. ja relativ oft. Vermehrt in letzter Zeit. Damit ist aber ebenfalls nicht die Umstellung auf Ausdauerleistung komplett auf eine ketogene Diät und Treibstoff-Zufuhr gemeint. Bei dieser würde man versuchen, seinen Körper darauf zu trimmen seinen Energiebedarf nicht mehr aus Fett und Glukose, sondern nur noch aus Fett und daraus im Körper aufgebautem Glukoseersatz, sogenannten Ketonkörpern zu decken.

Alles (und das ist schon eine ganze Menge) was das low-Carb bzw. sogar No-Carb-Training erzielen soll, ist eine Ökonomisierung. Der Versuch, mehr Anteil an Fettverbrennung auch bei höheren Leistungsintensitäten stattfinden zu lassen. Und so die Kohlehydrat- bzw. Glykogenspeicher des Körpers zu schonen und länger und schneller mit der auch nur begrenzt möglichen Kohlehydratzufuhr pro Stunde von zwischen 60 – 90 (in wenigen Ausnahmefällen noch ein winzigen Ticken mehr) Gramm pro Stunde fahren zu können.

Und? Hat das Training geholfen? Hat es, insbesondere im Hinblick auf die VLamax gewirkt und diese leicht nach unten gedrückt?

Ja und nein!

Ja – ich finde, das kohlehydratfreie (wohlgemerkt, natürlich sind bei der bisherigen Ausführung meine Speicher eben nicht leer, sondern gut gefüllt. Trotzdem sind nicht frisch zu mir genommene Zucker direkt in der Verdauung bzw. sofort verfügbar) Training hilft. Ich fahre problemlos lange Strecken im GA1- und teilweise auch GA2 Bereich, ohne Nahrung zuführen zu müssen. Besser als früher, denke ich.

Nein – wie die Multifaktorielle Leistungsanalyse vom gestrigen Test zeigt (ganz oben als erstes Bild, rechte Seite): Die VLamax ist sogar schlechter, sprich, noch größer, geworden! Von 0,71 mmol/l/s im Dezember auf 0,81 mmol/l/s im März. Hmm…

Jonas von STAPS, mein Trainer, meint, dass das Dezemberziel – sowohl die VO2max als auch die VLamax erhöhen zu wollen bei mir zu höherer Response hin zur VO2max und dadurch auch zu mehr Laktatbildung durch die Schwellen-Intervall-Einheiten geführt haben kann.

Ist das so? Muss das so sein? Das kann sein. Muss aber nicht. Mir persönlich fehlt ein fachlicher Überblick über die relevanten trainingswissenschaftlichen Beiträge. Aber es gibt kein Verfahren, an dem man keine Kritik üben kann.

Genauso eingängig (und damit zwangsläufig zu vereinfachend) wie oben dargestellt, warum es so toll ist, die Laktatbildungsrate zu kennen, so eingängig erscheint mir auch die folgende Kritik am Verfahren, die zu bestimmen. So führt der Beitrag „Die maximale Laktatbildungsrate – Was taugen anaerobe Tests?“ zum Testverfahren, welches STAPS einsetzt aus: „Um eine exakte Aussage zur VLamax treffen zu können, müsste das Messen der Werte innerhalb der Arbeitsmuskulatur erfolgen. Dies ist derzeit messtechnisch unmöglich, so dass das Bestimmen der VLamax über Kapilarblut aus dem Ohr oder der Fingerbeere als wissenschaftlich derzeit nicht haltbar eingeschätzt werden muss. Der Einsatz in der Leistungsdiagnostik ist somit eher mit Skepsis zu betrachten.

Tja, was sagt das jetzt aus. Ich bin sicher, STAPS wird da ein paar Gegenargumente haben. Wie dem aber auch immer sei – wie gesagt, die grundsätzlichen Idee, auch mal „kohlehydratfreie“ und dann im Verlauf erst mal ohne Nahrungsaufnahme gefahrene Trainings durchzuführen, die halte ich für gut. Bzw. möchte ich dieses Jahr mal in meinen „Trainingsfundus“ übernehmen.

Von daher wird mir Jonas für den kommenden Trainingsplan mal einige entsprechende Blöcke einplanen und wir werden den Fokus darauf legen.

Die Ergebnisse der zweiten Leistungsdiagnostik, Stand Anfang März:

Nach diesem langen Exkurs zum Thema  VLamax – was hat die gestrige Leistungsdiagnose sonst noch so an Ergebnissen gebracht?

Rundum Verbesserungen! Hier die nackten Zahlen:

  • Gewicht: 66,3 kg (mit Radhose, Trikot, Socken)
  • Körperfettanteil: 10,4 % (aufwendig mit 10 Punkten per Caliper bestimmt)
  • maximale Laktatbildungsrate: VLa max: 0,81 mmol/l/s –> (0,1 mmol/l/s schlechter geworden, war 0,71 mmol/l/s)
  • maximale aerobe Leistung: 352 Watt [5,3 Watt/kg] –> (war: 337 Watt [5,0 Watt/kg])
  • VO2 max rel.: 66,7 ml/min/kg –> (war 63,1 ml/min/kg)
  • Anaerobe Schwelle ANS: 252 Watt [3,81 Watt/kg], HF 164 bpm –> (war: 245 Watt [3,64 Watt/kg], HF 158 bpm)
  • VO2 rel: 44,6 ml/min/kg –> (war: 42,7 ml/min/kg)

Hinsichtlich VO2 bin ich sehr zufrieden. Die ANS-Verbesserung ist auch gut. Hier will ich aber noch ordentlich besser werden (geheimes Jahresziel :)). Die VLamax , ja die ist mir erst mal ziemlich egal. Was zählt ist auf dem Platz, sagen doch so andere Sportler, äh, Spieler (Rennrad fahren ist Sport, Fussball ist nur ein Spiel… ;-)).

Wieder mal ketzerisch (ich kann nicht anders): Sind die Verbesserungen jetzt besonders toll und waren sie nur durch den STAPS-Trainingsplan und die Erkenntnisse der speziellen Leistungsdiagnostik erzielbar? Nein, mitnichten. So viel meine ich behaupten zu dürfen. Das wichtigste ist systematisches Vorgehen (denn nur so kann man überprüfen und im Nachgang feststellen was geholfen hat und was weniger). Aber auch das ist kompliziert und geht nur mit viel Zeit. Denn – was hat nun zu meiner Leistungsverbesserung wie viel beigetragen? Die Intervalle von Jonas? Meine Rapha 500 Woche Ende Dezember? Die freie Ausfahrten ohne jegliche Vorgabe nach Gefühl. Etwa meine Core-Trainings? Sicher von allem ein bisschen.

wheel_winter1617

Alle Trainings zwischen den beiden Leistungsdiagnose-Terminen. Insgesamt 107 Stunden draußen auf dem Rad und drinnen auf dem Rollentrainer. Dazu zwei Tage Skilanglauf und diesen Winter bisher nur eine einzige Fahrt auf der Radrennbahn in Kaarst-Büttgen.

Hätten die Verbesserungen auch etwas besser ausfallen können? Ja, glaube ich auch. Weil ich im Februar etwas Probleme mit dem Beinbizeps und gerade in den letzten zwei Wochen mit den ganzen Bazillen hatte, die derzeit herum gehen. Zwar konnte ich einem Symptomausbruch eines Schnupfens bzw. einer Erkältung entgehen, es war aber immer nur um Haaresbreite und generell fand ich mich schon etwas beeinflusst (trotz Zink, Vitamin C, Ingwer und Schlaf so lang und gut er halt ging).

Macht eine Leistungsdiagnostik jetzt Sinn oder kann man sich das sparen?

Seid ihr jetzt schlauer? Wenn ihr alles gelesen habt, bestimmt. Aber ihr müsst schon eure eigenen Schlüsse daraus ziehen. Meine sind:

  • Wer sehr viel Geld für alles mögliche rund um das Rennrad ausgibt, sollte auch mal die vergleichsweise geringe Summe für eine professionelle Leistungsdiagnostik ausgeben. Allein, um mal eine solche Erfahrung gemacht zu haben.
  • Wer seine Leistung steigern möchte, aber noch relativ wenig Erfahrung im systematischen Training hat und/oder sehr wenig Zeit zum Training und noch weniger zum Planen übrig hat, kann sicherlich am meisten von einem individuell für ihn erstellten Trainingsplan profitieren.
  • Wer sehr viel Zeit in sein Hobby investieren kann und sich darüber hinaus auch noch abseits vom auf dem Rad sitzen für solche Themen wie Trainingsplanung, Leistungsmessung und Co interessiert, bekommt zumindest eine zweite Meinung und einen Diskussionspartner mit (hoffentlich) viel Erfahrung. Dieser Trainer kann zwar nur indirekt (über die Leistungsdiagnostik) in euren Körper blicken (und nicht hineinhorchen wir nur man selbst es kann), aber er kennt halt auch noch viele viele andere Sportler (und man selbst kennt nur sich).
  • Braucht man einen Trainer rund um die Uhr am Telefon verfügbar? Das ist bei jedem bestimmt unterschiedlich. Wenn ich einen Plan habe, dann kann ich den schon umsetzen. Währenddessen hatte ich relativ wenig Fragen. Die Fragen, die mich wirklich interessierten, die waren eher medizinisch. Sprich, ich hätte lieber einen Physiotherapeuten und Teamarzt im direkten Zugriff als einen Trainingsplaner.
  • Letzter und wie ich finde auch ein recht wesentlicher Punkt: Motivation. Jemand zu haben, der einem ein Trainingsplan individuell geplant hat – alleine das motiviert schon sehr. Ein Nebenaspekt ist sicherlich auch die schlichte Tatsache, dass man dafür bezahlt hat. Das mag bei Manchem mehr, bei manchem weniger zur Gesamtmotivation beitragen.

In dem Sinne: Einfach mal machen. So oder so aber: Auf ein tolles Trainingsjahr und ein noch viel tolleres Rennradjahr!

Festtags-Kilometer. Mit Rennrad und Crosser durch Siegerland, Sauerland, Wittgensteiner Land, Bergisches Land und Hessen

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An der Schönen Aussicht

Schöne Aussicht… … das ist der Name dieser Stelle an der Eisenstraße. Ich glaube, das ist ganz passend. :) Keine Spur von Schnee an diesem 24. Dezember.

Die Verwandtschaft besucht, die Lieben beschenkt und auch zwischen den Tagen im Büro geschafft – dennoch: Da war ja noch etwas Zeit dazwischen. Die Feiertage lagen und liegen sehr praktisch zum Wochenende. Das Wetter ist für Jahreszeit viel zu warm. Aber natürlich sehr praktisch für das Radfahren draußen. Also hervorragende Randbedingungen für ein privates Trainingslager daheim. Zeit für andere Dinge blieb da aber gar nicht.

Von einer Weisheitszahngeschichte, die mich im November nahezu komplett lahmgelegt hatte, war über den Anfang Dezember gerade wieder genug an Fahrten zusammen gekommen, damit ich in den letzten Tagen beginnend mit Heiligabend den Umfang schön hochziehen konnte. Dabei habe ich mich bewusst auf Grundlagentraining E2 in Zone 1-2 konzentriert. Auch die Strecken so ausgewählt, dass zügiges und weitgehend durchgehendes Pedalieren möglich war. Also kein stetes auf und ab auf wohlmöglich noch steilen und „eckigen“ Auf- und Abfahrten. Dennoch sind natürlich wieder einige unvermeidliche (hehe ;-)) Höhenmeter mit hinzugekommen.

Die Kettenbrüder hüben wie drüben (im Wittgensteiner Land und im Bergischen Land / Ruhrgebiet) emsig und natürlich per Strava, oder Instagram, oder Facebook oder Twitter (oder alles zusammen) dokumentierend – was blieb da anderes übrig, als mitzuziehen? ;-) Motivation war genug da und das Wetter passte auch, wie gesagt. Sicher hätte ich gern den einen oder anderen frostigen und dafür sonnigen Tag gegen 8 bis 10 Grad und Meh-Wolken eingetauscht. Aber ich will mich nicht beschweren – am zweiten Weihnachtstag war es sogar richtig schön sonnig. Diesen Tag nutze ich dazu, zum Edersee zu fahren. Das ist von Erndtebrück aus die Rollerstrecke par excellence. Runter ging’s mit Rückenwind, rauf dann halt mit Gegenwind – war trotzdem schön.

Am Sonntag gab es dann mehr Höhenmeter. Dafür aber auch eine schöne Gruppenausfahrt mit Jochen, Roland und Thorsten. Zur Feier des Tages auch mal mit Einkehr beim Kahlen Asten Turm. :)

Insgesamt kamen, immer in maximal zwei aufeinanderfolgenden Tagen, bisher 523 km mit 4809 Höhenmetern zusammen. Heute ist Ruhetag, morgen geht’s mit einer Neujahrs-Tour weiter und für 2016 auch sofort wieder los. Ich habe vor, den Grundlagentrainingsblock dann mit den kommenden drei Tagen hintereinander weg abzuschließen. Ich freue mich auf das kommende Jahr und wünsche Euch allen einen Guten Rutsch!

Festive_Rides

4iiii Pulsgurt – die Brücke zwischen ANT+ und Bluetooth Smart

Rad fahren

Diesen Herzfrequenz-Brustgurt habe ich noch nicht.

Viiiiva Ant+ und Bluetooth HF-Brustgurt (Foto: Hersteller)

Aber ich habe ihn bestellt. Und ihr könnt das, wenn ihr 25% sparen wollt, auch noch bis morgen machen. Denn bis einschließlich 2. Dezember läuft der Black Friday Deal im Online-Store von 4iiii für den „Viiiiva Heart Rate Monitor With iPhone Connectivity“. Anstelle von $ 79,99 kostet er aktuell nur $ 59,99 (freier weltweiter Versand). Und das wäre, selbst wenn der Brustgurt sonst nichts könnte, außer die aktuelle Herzfrequenz zum iPhone oder zu einem Garmin Radcomputer senden, ein sehr guter Preis für einen modernen Komfort-Brustgurt (wo das Band bis auf die kompakte Sensor/Sende-Einheit durchläuft).

Aber, und das erscheint das Geniale: der Brustgurt kann eben jede Menge mehr!

Warum kümmere ich mich überhaupt um einen neuen Brustgurt? Ich bin mit meinem alten Garmin-Standardpulsgurt sehr zufrieden. Er lag damals meiner Garmin Forerunner 305 bei. Es gab bisher keinen Grund, ihn auszutauschen. Ganz im Gegenteil, ab und an las ich mal über Probleme bei diesem oder jenem Brustgurt. Das betraf dann sowohl Modelle von Polar als auch von Garmin. Interessanterweise durchaus des öfteren die Modelle von Polar, obwohl dieser Hersteller hier ja eher seine Expertise, gerade bei der Herzfrequenzmessung, sieht. Wenn ich von Problemen bei Garmin las, dann betraf das aber eher auch die neueren Modelle.  Hier bei Markus auf 54elf.de könnt ihr einen aktuellen kurzen Beitrag über seine Erfahrungen mit verschiedenen Brustgurten lesen und auch sehen, wie der klassische alte Garmin-Brustgurt aussieht.

Wenn ihr folgende Probleme oder Nutzungsszenarien habt, dann erscheint der Viiiiva-Brustgurt eine geniale Lösung:

  • Für’s Radfahren habt ihr einen Garmin (oder anderen ANT+ kompatiblen Radcomputer) und für gelegentliches Laufen würdet ihr gerne nur euer iPhone oder ein anderes Bluetooth Smart fähiges Smartphone zum Aufzeichnen (allerdings auch der Herzfrequenz) benutzen. Aber nur ein und denselben Brustgurt dafür benutzen und keinen zusätzlichen Adapter oder Dongle für das iPhone kaufen und daran anschließen wollen.
  • Aus irgendeinem Grund wollt ihr nicht mehr euren üblichen ANT+ fähigen Radcomputer, sondern das iPhone als Aufzeichnungsgerät am Rad nutzen. Was aber mit den ganzen anderen ANT+ Sensoren für Trittfrequenz, evtl. Radumdrehungen (Geschwindigkeit) sowie Leistung? Der Viiiiva-Gurt empfängt die ANT+ Daten und sendet per Bluetooth-Smart weiter an das Smartphone.
  • „Strava it, or it didn’t happen.“ Radfahren, Landschaft erleben, Fotos machen – die Hauptsache. Aber wenn nach einer epischen 8 Stunden-Tour oder nach einer harten Trainingsrunde mit hoffentlich neuen Rekorden zu Hause der Garmin nur noch ein korruptes File anstelle der Trainingsaufzeichnung ausspuckt…. SuperGAU! Passiert Gott sei Dank sehr selten, ist aber um so ärgerlicher. Hier habe ich schon ab und an darüber nachgedacht, parallel mit dem iPhone zumindest den GPS-Track aufzuzeichnen.Darüber hinaus bietet das iPhone, man höre und staune, sogar die bessere GPS-Aufzeichnungsqualität (Garmin, du solltest dich was schämen…). Problem 1 ist die Akkulaufzeit des iPhone bei laufender GPS-Aufzeichnung (hier könnte man mit einem externen Akkupack abhelfen. Unschön, trägt auf, macht das Teil schwerer – aber wenn es hilft und beruhigt…) und Problem 2 sind die übrigen wichtigen Daten von Kadenz und Leistung.

    Das geniale: wenn ich die bisherigen Erkenntnisse zu diesem Gurt und der zugrundeliegenden Technik richtig deute, dann ist gleichzeitiges Empfangen der Sensordaten über ANT+ auf meinen Garmin EDGE 800 (der trotz allem immer noch die Display- und Datensammeleinheit der Wahl für mein Rennradcockpit ist) und über die Ant+/Bluetooth Smart Brücke des 4iiii-Brustgurtes auf meinem iPhone gegeben.

    Und das ist mal richtig cool!

Da ich mich sowieso frage, wie lange denn mein alterwürdiger Garmin-Brustgurt noch hält, war das gerade eine gute Gelegenheit, zuzuschlagen. Ich bin gespannt, ob sich meine Erwartungen erfüllen.

Hier findet ihr die Herstellerseite mit weiteren Informationen und Bestellmöglichkeit.

Und hier findet ihr eine ausführliche weitere Beschreibung und noch weitere Nutzungsszenarios in gewohnt detaillierter Manier bei DC Rainmaker.

Detail-Analyse Maratona dles Dolomites (Zeiten, Abschnitte, Energieverbrauch, Ursachensuche)

Rad fahren

Ende Juni diesen Jahres war ja wieder die Maratona dles Dolomites. Bei vor allem Frühmorgens sehr sehr kaltem, aber wiedermal wunderbar sonnigem Wetter. Hier habe ich ja bereits meinen ausführlichen Bericht zum Maratona 2013 und meiner Aufenthaltswoche in den Dolomiten geschrieben.

Diese Maratona war bereits meine zweite Teilnahme an diesem Event der Extraklasse, was sowohl Schönheit der Strecke als auch Güte der Organisation angeht. Nun, wenn man als Rennradler einen Gran Fondo mehr als einmal fährt, dann möchte man sich natürlich verbessern, nicht wahr? Der freundliche Wettstreit mit sich selbst.

Yours truly kurz vor der Passhöhe des Grödener Jochs mit dem Langkofel im Hintergrund, Foto: Sportograf

Yours truly kurz vor der Passhöhe des Grödener Jochs mit dem Langkofel im Hintergrund, Foto: Sportograf

Und das ganz unabhängig vom Genießen der Landschaft und des Tages auf dem Rad. Ich kann beides. Ich kann sogar noch mehr: Ich kann das genießen, ich kann Fotos davon und währenddessen machen und ich kann mich hinterher fragen: „Mist, über 15 Minuten mehr als letztes Jahr gebraucht – und das bei dem ganzen Training. Lag das jetzt nur an den Fotos oder woran genau?“

Und das trotz der Verletzungen durch den Sturz kurz vor der Maratona-Woche. Wo ich ja wirklich froh sein konnte, überhaupt an der Maratona teilzunehmen. Bin ich auch. Aber all das hält mich nicht davon ab, trotzdem auch meiner Freude an zahlenmäßigen Auswertungen nachzugehen. :)

Außerdem habe ich noch eine Rechnung mit dem Passo Giau offen. Auch dieses Jahr war dort leider wieder der Akku leer. Warum? Kann ich das näher eingrenzen als einfach zu sagen: Speicher leer, nix mehr drin gewesen?

So here we go:

Schon vor der Maratona 2012 hatte ich theoretische Gedankenspiele unternommen, welche Gesamtzeit denn bei meiner ersten Teilnahme herausspringen konnte. Nicht zuletzt, um die vorgegebenen Limitzeiten (bis wann man an den Abzweigungen zur mittleren und zur langen Strecke angekommen sein muss, um die jeweils längere Strecke noch in Angriff nehmen zu dürfen) abzuprüfen. Diese Überlegungen findet ihr hier.

Diese Tabelle habe ich nun mit den tatsächlich gefahrenen Zeiten und Pulswerten von 2012 und 2013 ergänzt und die Differenzzeiten gebildet. Für 2013 sind auch noch die Wattwerte aufgeführt (mit einer Powertap gemessen), wobei diese und auch die Pulswerte immer die Durchschnittwerte für die Einzelabschnitte darstellen.

Rote Abschnitte stellen dabei die Anstiege, schwarze Abschnitte die Abfahrten (oder mehr oder weniger gerade Stücke) dar.

Maratona Pacing Sheet und Vergleich 2012, 2013 (Klicken, um die Tabelle in Originalgröße zu betrachten)

Maratona Pacing Sheet und Vergleich 2012, 2013 (Klicken, um die Tabelle in Originalgröße zu betrachten)

Insgesamt sieht das jetzt gar nicht mal sooo schlecht aus. Ja, etwas länger gebraucht (nun gut, ganze 18 Min und 38 Sekunden). Dafür aber auch schöne Fotos gemacht, wo ich im letzten Jahr vorrangig nur die GoPro am Lenker hatte und ein Video aufgenommen hatte (hier ist das Maratona dles Dolomites Video von 2012 zu sehen).

Also 18 Min 38 Sekunden länger gebraucht. Auf Standzeiten bezogen waren es 11 Min 54 Sekunden länger. Also waren es bezüglich Fahrzeiten insgesamt nur 6 Min. und 44 Sekunden länger. Ok, das ist tatsächlich verschmerzbar.

Insgesamt habe ich 2013 5 Pausen mehr gemacht: 3 separate, neue Fotopausen, 1 Biobreak (mit Fotos, 2012 brauchte ich das gar nicht bzw. hab‘ das bei der Labe am Giau erledigt), 1 Windjacke Ausziehpause, 1 Kappe unter dem Helm Ausziehpause – d.h. ich war beim Essen teils effizienter, habe dafür bei denFotos draufgeschlagen.

Anhand der grünen und orangenen Feldern seht ihr, in welchen Abschnitten ich schneller als 2012 und in welchen ich langsamer war.

Ich habe trotz dem Sturz und der Folgen also gerade am Anfang leicht zulegen können und kann einige orange Felder komplett durch die Länge der Fotopausen erklären.

Bleibt also „nur“ eine Sache:

Der Einbruch am Passo Giau

Wie ich im Blog zur Maratona-Woche schon schrieb:

„Ein kurzes Stück noch konnte ich mich guten Mutes und guter Beine bis zum Ende der kommenden Abfahrt zum Abzweig nach Selva di Cadore wähnen, doch dann folgte die unerbittliche Wahrheit des Passo Giau. 9,9 km mit 922 Höhenmeter Aufstieg. Insgesammt für einen Alpenpass keine sonderlich ehrfurchtserbietenden Werte. Aber mit durchschnittlich 9,3 %, im Maximum 15 % und nach 5 Stunden und den vorangegangenen 5 Pässen in den Beinen ist er die härteste Prüfung der Maratona. Und was soll ich sagen: trotz dem Versuch, genügend Verpflegung während der vorangegangenen Kilometer aufzunehmen, ist die Luft am Giau bei mir wieder raus. Quälend langsam fahre ich bergauf, keinerlei wirklichen Druck aufbauen könnend. Tank leer, Puls kaum über unterstes Grundlagenlevel hinausbekommend.“

Was ist da passiert? Vor allem hatte ich am Giau im letzten Jahr eine ähnliche Erfahrung und wollte das dieses Jahr durch gute Verpflegung vermeiden.

Vor jeder Passhöhe der Sellaronda (bis auf die erste Campolongo-Passage) das Gleiche: ein Riegel wird auf den letzten Höhenmetern vor der Passhöhe verzehrt, Foto: Crop einer Sportograf-Aufnahme

Vor jeder Passhöhe der Sellaronda (bis auf die erste Campolongo-Passage) das Gleiche: ein Riegel wird auf den letzten Höhenmetern vor der Passhöhe verzehrt, Foto: Crop einer Sportograf-Aufnahme

Diese Enervit Power Sport Riegel sind übrigens furchtbar trocken. Hatte die gar nicht so in Erinnerung. Memo an mich: den Kram nicht mehr kaufen. Dafür sind die Energy Time Fruit and Cereals Riegel sehr lecker und saftig.

Und dennoch ging am Giau gar nichts mehr.

Akkus leer, nichts geht mehr. Der Puls fällt total ab...

Akkus leer, nichts geht mehr. Der Puls fällt total ab…

Also doch noch zu wenig Nahrung nachgeführt?

Dank meiner Powertap kann ich genau sehen, wieviel Kilojoule (kJ) an Arbeit ich auf der Gesamtstrecke (und in jedem gewünschten Abschnitt) „geleistet“ habe.

Das kann z.B. die Analyse-Software Golden Cheetah ausgeben. Demnach waren es beim Maratona 3158 kJ.

Das ist die Arbeit, die auf die Straße gebracht wurde. Um diese zu erzeugen, musste mein Körper aber mehr Energie aufwenden. Und zwar ergibt das mit einem Wirkungsgrad von rd. 1/4 (3 Teile Wärmeverlust, 1 Teil Leistung) des Körpers = 3158 * 4 = 12.632 kJ bzw. etwas genauer mit einem Wirkungsgrad von 24% ergibt das 13.158 kJ Energie.

Habe ich die (wenigstens ungefähr) am Renntag nachgeführt? Ein Versuch einer Kalkulation, wobei ich für solche Dinge wie Brötchen, Kuchen und Co die Gewichte abgeschätzt und die Kilojoule aus Ernährungstabellen herausgesucht habe und für die Riegel, Gels und Getränke die Packungsangaben nutzte:

Nahrungsaufnahme kJ Nahrungsmittel
Frühstück: 1532 1 Brötchen mit Käse
500 etwas Müsli mit Milch
1 Kaffee
254 halben Müsliriegel
Vor dem Start 500 1 Minibrötchen mit Schinken (eingepackt gehabt)
442 1 Enervit Pre Sport (festes Gel zum kauen)
Pordoi 168 1/5 tel MuleBar unten im Anstieg
479 1 30g Enervit Power Sport Riegel oben vor dem Pass
Sella 479 1 Haferflockenriegel, kJ geschätzt (= Enervit Riegel gesetzt)
Grödner Joch 240 1 30g Enervit Power Sport Riegel, halb, trockenes Ding, fühlte mich auch Satt
Campolongo 150 1 Becher „Sali“ also Enervit wohl, Iso-Mineralgetränk
540 2 kleine Stückchen Kuchen, gedeckter Aprikosensandkuchen, ca 3×3 cm Stückchen
885 1 halbes Käse/Kochschinkenbrötchen (oder 2 halbe?)
88 1 drittel Banane (30 g)
Colle Santa Lucia 150 1 Becher „Sali“ also Enervit wohl, Iso-Mineralgetränk
88 1 drittel Banane
1080 4 kleine Stückchen Kuchen
477 1 Flüssiggel Enervitene Sport Competition 60 ml
8052
Da habe ich echt die volle Pausenlänge nur gekaut und getrunken…
Giau 300 2 Becher „Sali“
1770 2 halbe Käse/Kochschinkenbrötchen
1191 3 trockene 4tel Brötchen mit je 2 Käsewürfeln
540 2 kleine Stückchen Kuchen, gedeckter Aprikosensandkuchen, ca 3×3 cm Stückchen
3801
469 ab da auch eine volle 700 ml Flasche Enervit mitgenommen, bis zum Ziel rd 500 ml davon getrunken
Falzarego konnte weder Kuchen noch Brötchen mehr sehen.
270 1 Stückchen Kuchen
350 1 Viertel Brötchen mit Käse (halb wieder weggeworfen, sorry)
280 1 Becher Cola
Gesamt 13222

Also insgesamt 13.158 kJ verbraucht und insgesamt 13.222 kJ nachgeführt (sofern meine kJ-Nahrungsmittelannahmen passen). Insgesamt scheint es also zu passen. Aber den Einbruch hatte ich ja am Giau. Bis dahin hatte ich 8052 kJ aufgenommen (siehe Colle Santa Lucia in obiger Tabelle).

Verbraucht bis Fuß des Passo Giau: 04:51 h, 7242 kJ Aufwand vs. 8052 kJ nachgeführt, passt also soweit.

Verbraucht bis zur Passhöhe des Passo Giau: 06:09 h, 10225 kJ Aufwand vs. immer noch 8052 kJ nachgeführt, schon rechnerisch viel zu wenig! Oha.

Nun sollte man meinen, dass man ja noch etwas in den Speichern hätte, was auch noch in Form von Reserven locker (oder weniger locker?) die Differenz zumindest hätte abpuffern können.

Alle Pässe geschafft, jetzt kann die letzte lange Abfahrt nach La Villa genossen werden. Am Passo Valparola, Foto: Sportograf

Alle Pässe geschafft, jetzt kann die letzte lange Abfahrt nach La Villa genossen werden. Am Passo Valparola, Foto: Sportograf

Aber: Man sagt ja „Kälte zehrt„. Und da mag einiges dran sein. Die extreme und trotz der Hochgebirgslage für Ende Juni sehr ungewöhnliche morgendliche Kühle hat sicher schon einiges zum Reserven verbrauchen beigetragen.

Möglicherweise hatte ich auch gar nicht so richtig prall und voll gefüllte Glykogenspeicher? Ich habe zwar kaum was verbraucht, aber über die Woche hinweg mir auch nicht sonderlich den Magen voll geschlagen. Sogar fern davon. Also das auch ein Faktor?

Ich habe da aber noch etwas gefunden.

Durch die Sturzfolgen und ein paar Arbeitssessions am MacBook (aber eine davon wenigstens in der Höhe: Im Rifugio oben am Col Rodella) habe ich nur moderate Spaziergänge und ansonsten vergleichsweise wenig Zeit in der Höhe verbracht. Weniger als ich sonst in ähnlichen Urlauben verbringe. Somit hatte ich eine vergleichsweise geringe Höhenanpassung. Merkte das durchaus jeweils in den letzten Metern des Passo Pordoi und des Sellajochs. Nicht hingegen am Passo di Giau und am Falzarego/Valparola. Beim Giau war ich wohl viel zu alle, um da noch einen Unterschied zu spüren, bei den beiden letzten Pässen ging’s zwar wieder besser, aber auch längst nicht mehr mit Druck.

Und bezüglich Höhenanpassung und Folgen habe ich zwei interessante Posts in einem Thread des Tour-Forums gefunden, wo sich auch über Leistungswerte der diesjährigen Maratona unterhalten wird.

Pjotr verweist dort in seinem Post auf eine Grafik der Reduktion der Leistung in Bezug auf die Höhe:

Er führt weiterhin aus „Die Grafik zeigt zunächst einfach mal nur den rechnerischen Effekt der Höhe auf die Leistung. Wenn Du zu denen gehörst, die Höhe schlecht vertragen kann es leicht passieren, dass Du an den ersten Anstiegen zu viele Körner verbrauchst und die Leistung an den letzten Anstiegen dann noch stärker einbricht.

In einem späteren Post bestätigt MI67 dies anektdotisch „Mir scheint meine Höhen-abhängige Leistungsreduktion sogar noch ausgeprägter zu sein, als die Mittelwerte, die in der von Pjotr gezeigten Grafik für nicht akklimatisierte Fahrer ablesbar sind. Das mag daran liegen, dass meine Verbraucher (Muskulatur) einen relativ großen Anteil des Körpergewichts ausmachen, so dass trotz einer halbwegs anständigen VO2max die Höhenlage unerbittlicher zuschlägt, als bei manchem schlanker gebauten Fahrer.

Auch unangenehm ist, dass die Gegenwehr zu Etappenbeginn unweigerlich die Glycogenreserven vorschnell auffrisst und man im Verlauf der Etappe dann um so stärker wieder zur Kasse gebeten wird.

Und so glaube ich, dass trotz des Versuchs der noch besseren Verpflegung als im letzten Jahr mir dieses Jahr vielleicht die Kälte und geringere Höhenanpassung die Speicher vorschnell leergesaugt hat und mich nur noch im Standgas den Giau hochtuckern lies. Ich erholte mich übrigens in der Pause oben am Giau und in der Abfahrt trotz wieder gutem Gefühl nicht komplett, sondern brauchte auch am Falzarego/Valparola mehr Zeit als in 2012.

Was aber sicher auch ein Faktor ist: Nach rund 5 Stunden und schon 5 Pässen in den Beinen muss man das auch von der muskulären Ermüdung ganz unabhängig von den Speichern erst mal stemmen. Hier muss ich auch im Training vorher im kommenden Jahr versuchen, mal 5 Stunden mit ordentlich Schub, also sehr hohem Zone 3 Anteil zu fahren.

Und – unabhängig von der Ernährungs/Glykogenspeicher-Geschichte spielen bestimmt noch zwei weitere Aspekte eine gewissen Rolle:

Zum einen vielleicht durch meine Sturzfolgen induzierte unterschwellige Probleme mit den Muskeln? Ich meinte schon in der Urlaubswoche vor der Maratona ein paar latente Probleme in den inneren Oberschenkeln zu haben. Erhöhte Krampfanfälligkeit könnte die Folge gewesen sein.

Und zum anderen hatte ich dadurch Trainingsausfall, zumindest eine ungünstige Taperingphase.

Gut. So weit meine Analyse. Wir sehen uns im nächsten Jahr bei der Maratona! Denn abgesehen von Minuten hier und da – die Dolomiten sind einfach toll! :)