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Votec Gravel Fondo – ein Oktoberwochenende im Südschwarzwald

Rad fahren

Gravel? Watt is datt denn nu schon wieder für neumodischer anglizistischer Kram?

Schotter, Dirtroad, Waldwege, Asphalt – Whatever. Hauptsache schöne Gegend und Fun auf dem Rad. Im Hochschwarzwald. Das versprach der Erste Votec Gravel Fondo über ein ganzes Wochenende im Oktober mit Ausfahrten am Samstag und Sonntag und einem Barbecue dazwischen. Und – er hatte nicht zu viel versprochen!

Doch wie kam es dazu, bzw. wie kam ich dazu? Der Schwarzwald ist ja von mir aus nicht gerade um die Ecke…

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Gravel? Ja, in der Tat, kann man wohl sagen. Sehr schön zu fahren, sehr toll zu schauen (in die Landschaft)

Ich weiss gar nicht mehr, wann und wo ich zum ersten Mal von dieser Veranstaltung gehört habe. Es könnte ein Beitrag im cx-Sport Forum oder ein Tweet gewesen sein. Ich fand das Thema spannend, den Modus interessant und den Schwarzwald sicher immer eine Reise wert. Aber auch nur für 2 Tage und über volle und stark mit Baustellen versehene Autobahnen…? Todtnau liegt weder für Wuppertal noch für Erndtebrück direkt um die Ecke und die Wochenenden im Oktober waren auch fast alle verplant…

Dann stolperte ich (per ReTweet aufmerksam geworden) auf ein Blog (Hallo Cycling-Claude, vielen Dank nochmal), dass zwei Teilnahme-Gutscheine verloste. Da dachte ich „ok, wenn ich da gewinne, dann ist das der Anstoß, der mich hin und zurück 10+ Stunden auf die Autobahn befördert“. Tja – und so kam das dann auch.

Wie ich im Nachhinein festgestellt habe, war es auch kein Wunder, dass ich über eine Verlosung „gestolpert“ bin, denn die von mir sehr genossene gute Organisation des Wochenendes hatte sich schon in das Vorfeld erstreckt. Bereits die Lancierung war 1a vorbereitet. Ein Teil davon war, dass nicht wenige Rad-Blogs mit Gutscheinen zur Verlosung ausgestattet wurden.

Aber auch die Anlaufseite des Events war minimal schlicht, aber mit den wesentlichen Infos und einem eingebetteten, sehr gut produzierten Teaser-Filmchen versehen. Einen Strava-Club und Interaktionsmöglichkeit gab es auch von Anfang an und eine virtuelle Achievement-Badge ebenso. Facebook gab es auch, ja, ok – das muss sicher (die unsäglichen Facebook Algorithmen hin oder her). Instagram auch – mittlerweile finde ich es auch nicht mehr gar so gräßlich und bediene mich dessen auch gern. Vermisst habe ich aber Twitter. Und die Vorgabe eines eindeutigen Hashtags für Instagram und Twitter gleichermaßen. Da ist jetzt etwas „Wildwuchs“…. #gravelfondo #votec_gravelfondo #votecgravelfondo #gravelfondo2016… ;-)

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Gipfeltrail

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 frisch geputzt, die Kette geölt, eine frische Batterie im Leistungsmesser und die vorbildich bereitgestellten Tracks für Sa u. So auf den Garmin geladen – so wurde das Wesentlichste ins Auto geladen und mit der üblichen Ausrüstungskiste und Klamotten für Sonnig bis Arschkalt und Nass vervollständigt. Und ab ging’s Richtung Schwarzwald, wo ich im Landgasthaus Kurz logierte. Das war eine von drei empfohlenen Unterkünften in unmittelbarer Nähe der Event Location und mit rd 3 km sehr schön nah gelegen (dabei war das noch das am weitesten entferne Hotel). Man konnte auch mit Wohnmobilen oder Zelten direkt am bzw. auf dem Kasernengelände oder in einem Massenlager in der Kaserne unterkommen.

Moment – in einer Kaserne? Was für eine Kaserne? „Wo ist hier eigentlich eine Kaserne? Wo ist der Hebelweg 1?“, sinnierte ich noch am Freitagabend über einem Käsebrot und bei einem alkoholfreien Tannenzäpfle im Landgasthaus über der Kartenapp in meinem Smartphone.

Es stellte sich heraus, dass es die kleine aber feine Unterkunft der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau-Fahl war, die vergleichsweise schnuckeling in einer Kurve der Feldbergpassstraße, direkt gegenüber der Rothausbahn-Liftanlage gelegen ist. Wikipedia sagt mir im Nachhinein dazu, dass hier u.a. Sven Hannawald und Martin Schmitt Dienst geschoben haben.

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Stop – hier geht’s zur Schwarzwald-Kaserne

Da ging es dann am Samstag Morgen nach dem Frühstück hin. Der Zeitplan war entspannt. Unterlagen konnten von 8:30 bis 9:30 abgeholt werden. Es gab einen schicken schwarzen Stoffbeutel mit Gravel Fondo Logo, roten Sram-Socken, einer Brügelmann-Trinkflasche (schöner Saugverschluss), ein paar Xenofit-Liquid-Gels und ein Bändle für’s Handgelenk als Eintritt für das im Startpreis inbegriffene Barbecue am Abend.

Es standen auch einige Votec Gravel Bikes mit leckeren Zipp-Laufrädern (SRAM war schließlich als Mitsponsor und Service an Bord), teils Carbon 303, teils Alu 30 Course, zur Ausleihe zur Verfügung. Und da der Kurs nur an wenigen neuralgischen Stellen mit kleinen Pfeilen markiert und die eigentliche Streckenführung über GPS vorgesehen war, konnte man sich auch Sigma-GPS-Radcomputer mit bereits aufgespielten Tracks ausleihen.

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Unterschriftsliste am Start. Ich hab sie gezählt – wir waren genau 99!

Was mir sonst noch direkt auffiel: Zum einen der große Strava-Bogen um die aufgestellte Unterschrifts-Tafel am Start – zwei Dinge die schon auf den gleichermaßen interessanten wie auch „low maintenance“ (also gering aufwendig was Orga und Ausrüstung anbelangte) Ansatz des eigentlichen Gravel Fondos hindeuteten.

Und zum zweiten: Jede Menge Guilty 76 Logos unübersehbar auf der (nicht unschicken) Kluft sehr vieler Teilnehmer, die sich auf dem Gelände versammelten. Was ich so dem Wochenende entnehmen konnte, kennen sich Rik Sauser (Sauser Events war der Organisator des Gravel Fondo) und Florian Jöckel (der Guilty 76 Cheffe, der ja hauptberuflich ebenfalls mit dem Managen, allerdings von Musikkünstlern, zu tun hat). Bei Guilty 76 spielt auch Brügelmann eine Rolle, die wiederum einer von drei Direktanbietern von Votec Bikes sind und neben Strava, SRAM und dem Event-Namens-Geber VOTEC als Eventsponsoren aufgeführt sind. Und initiert wurde das alles von Votec-Brand-Manager Stephan Geiß.

So viel zu meinem sehr oberflächlichen Ansatz eines investigativen Hintergrund-Journalismus, den ich jetzt auch sofort wieder verlasse und mich auf das Wesentliche konzentriere.

Das war nämlich, dass ich die Guilty 76 Jungs und Mädels wie auch alle anderen Teilnehmer als total lockere und entspannte Leute kennenlernen konnte. Keiner ist an diesem Wochenende mit einem verbissenen Gesicht gesehen worden oder hatte irgendwo unterwegs das Messer zwischen den Zähnen!

Diese lockere Atmosphäre wurde nicht zuletzt gekonnt gefördert durch die Moderation des Guilty 76 Cheffe, der uns am Morgen des ersten Tages den Modus erklärte:

  • Start in 10er Grüppchen (von 10:00 bis etwa 10:30 Uhr)
  • Respekt vor allen Anderen auf den Wegen und vor dem Naturschutzgebiet Feldberg
  • Keine Startnummern, keine Transponder, kein nix – dafür aber eine Unterschrift am Start und am Ziel eines jeden Tages (erst wenn alle Schäflein wieder im Ziel sind, sind alle beruhigt und erst danach geht es an die Preis-Ermittlung)
  • Preise? Ja, ein Wettbewerbselement gab es auch, aber nur an einigen, ausgewählten und eigens angelegten Strava-Segmenten. Diese waren im Vorfeld auch bekannt (wer wollte, konnte sie sich also auch als Live-Segmente setzen) und auch an der Strecke markiert. Zu gewinnen gab’s Guilty 76 stilecht eine Flasche Whiskey samt Brügelmann-Gutscheinen oder auch SRAM-Parts. Jeweils für die ersten Drei über zwei ausgelosten Segmenten des Tages.

Ein sehr interessanter Modus, der sehr zu einem solchen Late Season und Herbst-Soul-Riding-Event passt. Bzw. es erst zu einem solchen macht. So konnten wir alle die sehr schöne Landschaft genießen, auf dem Rad auch quatschen und überall dort für Fotos anhalten, wo es uns Spaß machte.

In Ansätzen kennt man das ja auch von anderen Rennen, wo z.B. teilweise nur die Anstiege, und nicht gefährliche Abfahrten gezeitet werden. Wobei ich sagen muss – für ein Alpenmarathon oder für ein Rennrad-Event – da will ich so etwas nicht, da muss die ganze Strecke zählen. Hier aber fand ich es genau richtig. :)

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This is… Stravaaaaa! ;-)

Ich selbst habe die Strava-Segmente persönlich am ersten Tag auch nur als obere Zone 3, dann Zone 4 gefahren. Ich war mir in der Woche davor und am Wochenende selbst nicht ganz sicher, wie ich beieinander war. Hatte am Samstag auch viel zu hohen Puls für die Wattzahlen. Deswegen: kein All Out, alles in Maßen – dafür um so mehr Genuss!

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Am Feldberg am Sonntag Vormittag. Wunderbares Herbstlicht.

Und ab dem Samstag Nachmittag hatte ich es dann mit dem Magen zu tun (nein, das hatte – glaube ich – nichts mit der Kirschtorte zu tun ;-)) Es war eine nicht sehr erholsame Nacht. Wobei – wahrscheinlich dennoch viel erholsamer als im Massenlager der Kaserne. ;-)) Der Magen hat mich nicht davon abgehalten, mittendrin und nach der Sonntagsfahrt nochmals der Schwarzwälder Kirschtorte und dem super geilen Cappuccino von Biosk zuzusprechen. Wenn’s doch so gut aussieht und schmeckt… ^^

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Am Ende des ersten „Etappe“ gab es leckere Schwarzwälder Kirschtorte und super genialen Cappuccino von den Jungs von Biosk.

Das bringt mich zur Verpflegung, die war Super! Anstelle Waffeln, Riegeln und Co, gab es, je nach Verpflegungsstelle (und davon wurden auf die 50 km am Sonntag volle drei Stück gepackt…) Schwarzwälder Kirschtorte, gedeckten und sehr saftigen Apfelkuchen an der einen, Schinken, Gurken, leckerer Käse und Bauernbrot samt Schorle, Cola-Mix, Iso zum mixen wer wollte oder alkoholfreiem Weizen an der anderen und lecker Smoothies bzw. Bananen dazwischen. Der Kuchen wurde von wirklich sehr leckeren Kaffeebezügen von der Biosk-Truppe, einem Café aus Freiburg, flankiert.

Was sagen denn die offiziellen Streckendaten und Regularien? Für wen ist der Votec Gravel Fondo genau das Richtige?

Für alle, die gerne Rad fahren, die auch ohne immer Vollgas geben zu müssen auch mal die Landschaft genießen können und wollen und für alle, die dafür auch gerne Anstiege nach oben kurbeln wollen. Denn – der sogenannte Bergfaktor, also die Höhenmeter pro gefahrene Kilometer, die haben es schon in sich. Aber alles gut machbar – es hetzt einen schließlich niemand und die Streckenlängen sind so bemessen, das ausreichend Zeit für jeden, jede Geschwindigkeit und jede Fotostop-Frequenz bleibt. Obgleich ich letzteres Besonders am Sonntag auch gut ausgenutzt habe. ;-)

Am Samstag waren 72,6 km / 1.954 hm und am Sonntag 55,5 km / 1.602 hm 
zurückzulegen. Teils auf schönen glatten, leicht kiesigen aber festen Wegen, teils auf Waldwegen, teils auf moderaten engeren Trails, teils auf Asphalt. Alles super zu fahren und ein Crosser oder ein Allroad- oder auch ein Gravelbike ist genau das Richtige dafür. Auch zwei drei Straßenrenner mit 25er bzw. 28er und etwas profilierteren Reifen wurden gesichtet. Das war für rund 70 – 75 % der Strecke voll ausreichend und wäre es auch bei nassem Wetter weitestgehend gewesen. Bei den restlichen 25 – 30 % war das dann aber schon eher in Richtung ernsthaftes Underbiking unterwegs. :)

Aber auch gestandene Crosser waren, sofern sie mit Schlauch unterwegs waren, nicht vor Plattfüßen gefeit. Die können natürlich immer und überall und auf jedem Terrain auftreten. Das sie jedoch auf diese pfadfinderische Weise, wie in nachfolgendem Foto gezeigt, zu beheben versucht werden, sieht man selten. Ich jedenfalls habe das zum ersten Mal in freier Wildbahn gesehen. Die Betonung lag hier aber auf „Versuch“.

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Pfadfinder Notreparatur. Zum ersten Mal in der freien Wildbahn gesehen: den platten Vorderreifen mit Gras ausgestopft. Sah im Fahren nicht wirklich erfolgreich aus.

Leider ist dem Besitzer des Rades sein Plattfuß erst ganz am Ende der Vesperpause aufgefallen, da war längst kein technischer Service mehr vor Ort.

Am Samstag morgen lernten wir den Schwarzwald von seiner geheimnisvollen, mythischen Seite kennen. Es begann herbstlich stimmungsvoll mit tief hängenden Wolken, die später immer mal wieder geheimnisvoll flüchtige Blicke in die Täler zuliessen. Dann kam mehr und mehr die Sonne raus.

Highlights waren neben schönen Aussichten und Trails auch der durchfahrene Wald, besonders in einem moorigen Abschnitt mit ein paar Blöcken und Stegen:

Und vor allem der tolle Feldsee, der auf kurzem Abstecher erreicht wurde:

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Mein Giant TCX Advanced Pro 1 am Feldsee

Danach führte uns der Track noch einmal bis fast ganz zum Feldberggipfel, bevor die letzte Abfahrt hinab zur Kaserne und zum Ende der ersten Etappe führte. Wie – nur nochmal fast ganz? Na, wo ich einmal so schön in Schwung war, habe ich am Abzweig einfach durchgezogen und bin zum zweiten Mal an diesem Samstag ganz nach oben gefahren. Toll, denn wo es am Morgen nur Wolken und Nebel gab, begrüßte mich am Nachmittag dieses tolle Panorama:

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Feldberg-Panorama

Am Sonntag hatten wir dann schon vom Start weg feinstes Sonnenwetter. Nach einem langen Anstieg von km 0 waren wir wieder an der oberen Flanke des Feldbergs angelangt und konnten eine atemberaubende Fernsicht genießen. Wahnsinn, der Anblick der Alpen von dort:

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Alpenpanorama

Ein besseres Wetter und bessere Bedingungen hätte man sich nicht wünschen können. Zusammen mit der tollen Idee, der sehr schönen Streckenführung und der sehr guten Organisation bekommt der erste Votec Gravel Fondo von mir fünf Sternchen. Ein rundum gelungenes Wochenende. Da wünsche ich noch viele weitere mindestens ebenso tolle Wiederholungen in den kommenden Jahren. Die Messlatte wurde jedenfalls schon super hoch gehangen.

Meine Trackaufzeichnungen auf Strava: hier der Samstag, Tag 1  und hier der Sonntag, Tag 2

Weitere Beiträge zum Gravel Fondo Wochenende (soweit sie schon erschienen sind): Gran Fondo Cycling Magazin, Jacominas Enkel

Und weitere: Shut up legs, Rebekka Markert, Good Times Roll

Viele Grüße an Alle! :)

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Neue Laufräder und neue Reifen für das Crossbike

Produkttests, Rad fahren

Mein schmuckes Giant TCX Advanced Pro 1 sollte neue Laufräder bekommen. Also eigentlich sollte es ja neue Reifen bekommen… Es ist dann beides geworden… ;-)

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Giant TCX Advanced Pro 1 auf Blätterteppich und mit neuen Carbon-Schuhen

Stollenreifen sollen es sein – Tubeless oder Schlauchreifen?

Warum neue Reifen? Wegen der Vielfalt. Bisher habe ich die Clément X’Plor USH. Die gefallen mir auch weiterhin sehr. Sie sind meine „Go Anywhere“ Reifen. Das Giant ist ja auch mein „Go Anywhere“ Fahrrad. Das liebe ich an ihm so sehr. Es ist für mich eben nicht nur ein cooles Cross Bike. Es ist für mich keine reine Rennmaschine – obgleich es dafür super geeignet wäre. Und es ist kein reines Bike nur für matschige Cross-Strecken oder für schlammige Wege. Sondern auch für normale Waldwege, für Schotterpisten, für Singletrails und für unbefestigte Radwege. Und auch für schlechte und für gute Asphaltstrecken, wenn sie denn auf der Route liegen oder An- und Abfahrt von anderen Zielen mit Wald- und Wanderwege-Anteil darstellen. Oder wenn es Wintertags ist, es dunkel ist und Dreck, Schmodder und Streusplitt auf den Straßen liegt (und sich so manches Schlagloch im Dunklen verbirgt).

Für diesen Mix finde ich die X’Plor USH genial (hier hatte ich seinerzeit meinen ersten Eindruck geschildert). Sie rollen hervorragend auch auf Asphalt dank ihrem flachen Mittelprofil, sie scheinen mir auch beständiger und pannenresistenter als klassische Cross-Slicks mit ihrem Diamantprofil in der Mitte und sie bieten für mich auch erstaunlichen Grip auch auf etwas matschigen Wegen. Letzteres sicher zu gutem Anteil deswegen, weil ich sie Tubeless und mit schön niedrigem Druck bei rd. 2 bis 2,3 Bar fahre.

Aber irgendwann ist dieser Grip auch zu Ende. Es sind halt keine Stollenreifen, die auf etwas tieferen Waldwegen, auf schlammiger oder matschiger Piste oder auch vielleicht im Schnee durch ihre Stollen Griff erhalten können. Deswegen wollte ich jetzt auch einen zweiten Reifensatz mit Stollen haben.

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Tiefes Geläuf – hier braucht man Stollen!

Von Tubeless bin ich am Crosser relativ überzeugt. Da will ich keinen Schlauch haben, mit dem ich doch die entscheidenden 0,x Bar mehr Druck brauche, um vor Durchschlägen mit Pannenfolge (a.k.a. Snakebites) sicher zu sein. Gerade auf dem einen oder anderen sehr steinigen Waldweg (und vor allem Waldwegabfahrt) fährt sonst immer die Angst einer Panne mit.

Der Nachteil ist aber: Nicht jeder Reifen ist tubeless geeignet und nicht jeder Tubeless-geeignete Reifen harmoniert mit jeder Tubeless-Felge. Die Toleranzen sind da gewollt eng und wenn ein zufällig eher enger Reifen auf eine zufällig eher weite Felge trifft… Dann geht nichts. Buchstäblich.

Ich wollte Specialized Tracer Pro 2Bliss ready Reifen auf meine Stans NoTubes IronCross Laufräder (Custom auf Naben von DT Swiss eingespeicht) aufziehen. No Chance! Ich bin sicher, ich hatte eher am unteren Toleranzbereich liegende Reifen erhalten, denn es gibt eigentlich durchaus positive Stimmen zu dieser Reifen-Felgen-Kombination.

Aber selbst mit allen Tricks die ich kenne, mit Einsatz von zwei Reifenhebern und viel Unterarm- und Fingerkraft ist es mir nicht gelungen, den Tracer komplett auf die Felge zu bekommen. Nach buchstäblich zwei Tagen, fast schon Kerben in der Felge und abgebrochenen Plastikspänen aus den (soliden) Reifenhebern habe ich’s dran gegeben. Die Reifen habe ich dann zum weiten auf zwei Fulcrum-Felgen aufgezogen (da gingen sie dann drauf). Aber da sind sie auch noch heute drauf… Denn ich habe mir gesagt… f… d*ch, wenn ich so ochsen muss, dann kann ich auch gleich Schlauchreifen kleben. Das ist bei der Montage weniger Arbeit und im Feld bin ich ohne weiteres Material auch mit beiden Systemen aufgeschmissen. Bzw. würde bei beiden Systemen auf die Dichtmilch setzen. Beim Tubeless-Reifen ist sie halt schon drin. Beim Schlauchreifen würde ich sie im Pannenfall durch das (abschraubbare) Ventil einfüllen. So kenne ich es auch vom Rennrad, wo ich dieses Jahr sehr gute Erfahrungen mit Schlauchreifen gemacht habe (da würde ich mittlerweile aber auch wieder Clincher bevorzugen, trotz Gewichtsnachteil – aber das ist eine andere Geschichte).

Also: Stollenreifen! Und wenn die Tubeless nicht wollen, warum nicht direkt „Luxus“ und einen zweiten Laufradsatz hinzu erwerben. Und den gleich als Schlauchreifen-Variante. Dann kommt auch noch Carbon und leichtes Hochprofil an’s Crossbike. Spart Gewicht, sieht gut aus und ist sogar ein bisschen Aero! :)

Wie gesagt, am Rennrad habe ich schon gute Erfahrungen mit Schlauchreifen und mit Hochprofilfelgen gemacht, die zwar ohne Branding aus Asien kommen, aber von lokalen Laufradbauern für deren Produkte ausgewählt werden.

Lastenheft Laufradsatz

Was sollten die Laufräder für Eigenschaften aufweisen, wo konnte ich günstig an entsprechende Laufräder kommen? Es sollten Felgen für Schlauchreifen sein. Sie sollten ein modernes Profil mit weitem Querschnitt aufweisen. Das ist zum einen gut für die Aerodynamik und verspricht auch ein gutes Felgenbett für die Crossreifen, die ja deutlich breiter sind als normale Rennradreifen. Ein tiefes Felgenbett müsste da doch mehr mit Reifenkitt bzw. mehreren Lagen Schlauchreifenkleber aufgefüttert werden.

Hinsichtlich der Naben braucht braucht mein TCX vorne 100 mm Steckachsenaufnahme. Und hinten normale 5 mm Schnellspanner.

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Clément MXP Schlauchreifen, Carbonfelgen und DT Swiss 240s Naben (vorn das Vorderrad mit Steckachsaufnahme und hinten das Hinterrad mit Schnellspannerachse)

Und dann brauche ich natürlich Scheibenbrems-Naben. Und weil das mit den Scheibenbremsen so ein Gefrickel ist, dachte ich mir: die beste Ausgangssituation für millimetergenau übereinstimmende Bremsscheibenpositionen sind baugleiche Naben. Um’s vorwegzunehmen – ich musste, da ich die Bremsbacken gerne mit sehr enger Toleranz fahre, trotzdem die Bremssättel justieren.

Der Schlauchreifen-Laufradsatz

Fündig geworden bin ich bei Laufrad-Tuning in Köln. Eigentlich hatte ich zuerst bei einem anderen Anbieter ein „September-Angebot“ bestellt – das aber nicht herbei kam. Laufradtuning konnte mir schnell, sehr kompetent und indivdualisiert aus der Patsche helfen. Mit Inhaber Zarko konnte ich direkt zum Einstieg eine ausführliche Kommunikation über Facebook-Messenger und dann Mail (bis in den späten Abend) durchführen , die bei mir keine Fragen offen lies und mir sehr gut beschrieb, was er denn da für mich bauen würde. Laufrad-„Tuning“ ist da echt der richtig gewählte Firmenname. Was Zarko mit viel Enthusiasmus und Sachverstand aufbaut – was auch fernab von bloßem Speichen durch die Löcher fädeln und abdrücken ist – das hat mich schon fasziniert.

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38 mm hohe Carbonfelgen

Er konnte mir aus dem Stehgreif eine vorhandene DT Swiss 240s Front-Nabe für 24 Speichen so modifzieren, dass ich sie für meine 100er Steckachse verwenden konnte. Im Resultat ist sie sogar etwas leichter als die normale, für 100 mm Steckachse vorgesehene Version. Dummerweise aber auch frickeliger. Die Endstücke sitzen quasi lose auf – da muss man im unmontierten Zustand aufpassen, dass man sie nicht verliert. Das ist etwas unschön.

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DT Swiss 240s, Oversized Version, Spezialkonversion von laufrad-tuning mit handgefertigten Endhülsen für 100 mm Steckachse bei 24-Loch Speichenaufnahme

Rundlauf und Geradelauf der beiden Laufräder erscheinen mir tadellos. Die Qualität des Aufbaus ebenso. Der erste Fahreindruck war ebenfalls super. Insgesamt ein sehr schöner Laufradsatz. Bei Zarko würde ich sofort wieder einen Laufradsatzaufbau ordern.

Bremsscheiben

Ich wollte zwei voneinander unabhängig einsetzbare Laufradsätze. Daher habe ich auch nicht die Bremsscheiben vom bisherigen Satz ab- und an den neuen Satz angeschraubt. Vielmehr habe ich mich nach ähnlich aussehenden Bremsscheiben für 6-Loch-Aufnahme umgeschaut und wurde bei Trickstuff fündig. Deren „Dächle“ Bremsscheiben habe ich bestellt und selbst auf die Naben aufgeschraubt.

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Trickstuff Dächle Bremsscheiben für 6-Bolt-Montage in 140 mm Durchmesser. Nochmal extra entfettet vor der Montage. ;-)

Trotz baugleichen Naben bei beiden Laufradsätzen (und für das Hinterrad sogar von der Stange gleich) musste ich dennoch die Bremssättel vorne und hinten leicht justieren, sonst hätten die Bremsbeläge leicht geschliffen. Ich werde mir also für meinen ersten Laufradsatz solche Shims für die Bremsscheibe besorgen müssen, um deren Position leicht anzupassen.

Neue Bremsscheiben muss man genau wie neue Bremsbeläge erst etwas einbremsen. Vor allem müssen sich auch die Bremsbeläge und die Bremsscheiben aufeinander einspielen. Anfangs quietschte die Vorderbremse noch stark, nach der ersten Tour hat sich das vollständig gegeben. Hinten quietscht es noch bei mittelhartem Bremseinsatz. Bei leichtem und bei sehr starkem Bremsdruck (dann schon an der Blockiergrenze) nicht.

Die Schlauchreifen

Als Reifen habe ich die Clément MXP Tubular gewählt.

Stollenreifen sollten es, wie eingangs erwähnt, sein. Also keine Slicks, Diamantprofile oder Ähnliches. Sondern Stollen für’s grobe Geläuf. Aber nicht allein für den puren tiefen Schlamm. Sondern für eine Vielzahl von Bedingungen. All-Round eben. Typische Waldwege (da funktioniert allerdings auch der X’Plor USH hervorragend), nasse Waldwege, matschige Waldwege, Gras, loser Dreck, Schnee und auch Asphalt. Clèment beschreibt den MXP mit „Wenn man nur einen Cyclocross Reifen (d.h. vor allem auch, das Profil, meine Anmerkung) haben kann, dann ist es dieser“.

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Carbon-Schlauchreifen-Laufradsatz

Es ist ein klassisches Grifo-Profil. Oder vielleicht besser, das klassische Grifo-Profil. Aktualisiert durch aufgeteilte Mittelstollen und etwas aggressivere Seitenstollen.

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Clément MXP Tubular Reifen auf 38 mm Carbonfelgen

Was mir weiterhin gerade an dem MXP-Tubular gefällt ist der spezielle, innovative Aufbau. Schlauchreifen bestehen üblicherweise aus einem speziellen Mantel, mit aufgummierter bzw. aufgeklebter Profilfläche, in der dann ein Schlauch, meist Latex, eingenäht ist. Durch eben diesen Latexschlauch sowie einen geschmeidigen Mantel wird die gute Flexibilität erreicht, die gerade für die Traktion bei Crossreifen so wichtig ist.

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Gute Traktion, auch im tiefen, weichen Schmodder.

Profis (und betuchte Amateure und Liebhaber) setzen hier auf die handgefertigten Exemplare von Dugast oder FMB. Mit ihren ungummierten Baumwoll- oder sogar Seidengewebekarkassen sollen sie die optimale Kombination aus Traktion, Fahrkomfort und Rollverhalten darstellen. Die Sache hat aber ihren Preis. Und der besteht nicht nur darin, einen solchen Reifen zu bezahlen. So teuer sind die im Vergleich gar nicht. Aber mit einem Satz kommt (ein Profi) halt nicht durch die Saison. Und selbst, wenn sie halten würden – sie sähen halt schnell nicht mehr gut aus.

Naturbelassene und nicht gummierte Baumwollflanken sind nicht wirklich dauerhaft. Schon gar nicht in crosstypischen, nass-matschigen Bedingungen. Es gibt da zwar Mittelchen, die mancher auf seine Flanken pinselt (Aquasure z.B.) aber je nach dem fangen solche Versiegelungen Wasser auch unter sich ein. Dann rottet es nochmal so schnell. Soweit meine angelesenen Erfahrungen aus diversen Foren und dem Sichten diverser Beispielfotos. Und sieht im besten Fall nur schmuddelig aus. Und führt im schlimmsten Fall zum schnellen Verschleiss des Reifens. Profis nehmen das in Kauf und gehen dafür durch x Reifensätze pro Saison. Das ist aber nichts, was ich an einem Rundum-Sorglos-Reifen haben möchte.

Und obwohl „Tan Sidewalls“ bzw. beige (Baumwoll) Naturflanke sich ja auch einer gewissen Mode, auch bei Rennrädern, erfreut, wollte ich das für meinen Crosser nicht. FMB bietet pink gummierte/gefärbte Flanken an – wenn’s die in orange gäbe, das wäre die Schau. Orange würde gut zu meinem Daytona-Blau-Orange Farbschema passen. Naturflanke nicht. Und moosig-grün-schmuddelige Naturflanke schon gar nicht.

Also – ich wollte keine naturbelassene Baumwolle. Wegen Aussehen neu, Aussehen nach ein paar Ausfahrten und wegen Dauerhaftigkeit.

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Vorderrad am Giant TCX Advanced Pro 1

Die o.g. Qualitäten: Traktion, Fahrkomfort und Rollverhalten, die will ich aber auch. Und die habe ich schon bei meinem ersten Clement-Reifensatz erleben dürfen. Dem Clément X’Plor USH. Den habe ich nämlich als Tubeless-Konversion im Einsatz. D.h. kein Schlauch, nur eine sehr dünne gummierte Seitenwand (sogar so dünn, dass Reifenmilch teilweise austritt, weil der X’Plor leider nicht für Tubeless vorgesehen ist). Das macht ihn aber super flexibel.

Der MXP Tubular verspricht das ebenso. Der MXP hat ebenfalls keinen Schlauch eingenäht, sondern ist von sich selbst heraus, von seiner Außenhülle aus, dicht. Er ist also quasi ein Tubeless Tubular! Genial. Also gerade so viel Material wie nötig, trotzdem kein offenes Baumwollgewebe außen und auch das Profil ist integraler Bestandteil des Reifens. Das Profil ist nämlich auch so eine Sache, die sich bei einem handgemachten Schlauchreifen auch schon mal lösen kann…

Das alles bei einem für einen Stollenreifen mit 33 mm breite sehr guten Gewicht von 370 gr. Soweit die Theorie!

Was sagt die Praxis? Am Samstag hatte ich vorn und hinten 1,9 bar in den Reifen. Damit rollten sie sehr gut auf Asphalt – da bin ich schon mal sehr zufrieden. Und auf Waldwegen – ganz prima. Ich hatte unerhofft ‚Glück‘ mit meiner Wegewahl. Direkt am Anfang fand ich mich auf Singletrails, teils mit Laub bedeckt und teils richtig, richtig tief, wieder. Klasse Grip! Mit den MXP war das nochmal ein ganz anderer Charakter auf solchem Geläuf wie mit den X’Plor USH. Das hat mich echt beeindruckt. Ich muss noch ein paar mal fahren und auch mal andere Drücke ausprobieren. Ich weiss noch nicht, ob der Reifen auch so flexibel walkt, wie der X’Plor. Der hat mich echt beeindruckt. Hat aber natürlich auch keine Stollen, so dass er da in sich selbst nochmal auch vom Profil her flexibler sein kann.

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Grip auf fast allen Wegen – Stopping Power dank hydraulischer Scheibenbremse von Shimano ebenso!

Das einzige Mal, wo ich am Samstag an die Traktionsgrenze und darüber hinaus kam, war bei einem um die 12-15 % Anstieg auf einem lehmig, schmierigem Feldrand mit vereinzelten Grasbüscheln darinnen. Genau die richtige Mischung aus fest und somit kein Einsinken möglich und schmierig, so dass das zugesetzte Profil keine Traktion erreichen konnte und über die plattgedrückten und im Lehm eingebetteten Grashalme rutschte.

Weight-Weenie Abteilung

Gewichte und Gewichtsvergleich mit meinen Tubeless Custom Laufrädern:
LR-Satz 1: Stans NoTubes IronCross Tubeless-Felge, DT Swiss 240s Naben, Tektro-Bremsscheiben 140 mm
LR-Satz 2: 38mm Carbon-Schlauchreifen-Felge, weites Profil, Sapim CXRay Speichen, DT Swiss 240s Naben, Trickstuff-Bremsscheiben 140 mm

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Vorderrad-Detail

Gewicht Laufräder nackt, ohne Reifen, ohne Bremsscheiben

LR-Satz 2 vorn:   592,1 g
LR-Satz 2 hinten: 705,4 g
Gesamt:           1297,5 g

Gewicht Laufräder komplett, mit Bremsscheibe, mit Reifen (LR-Satz 1 Clément X’Plor USH, tubeless mit unbekannter Menge Reifenmilch, LR-Satz 2 Clément MXP tubular, aufgeklebt)

LR-Satz 1 vorn: 1283,6 g LR-Satz 1 hinten: 1345,2 g Ges: 2628,8 g
LR-Satz 2 vorn: 1076,8 g LR-Satz 2 hinten: 1194,3 g Ges: 2271,1 g
Ersparnis gesamt: 357,7 g

Weiteres:

Zum Gesamtgewicht kommt dann noch meine 11-fach Ultegra-Kassette mit 251 gr.
Die Reifen habe ich nicht separat gewogen. Die Herstellerangabe lautet 370 gr für einen MXP tubular und 372 gr für die X’Plore USH. Also quasi identisch. Beachtet aber, dass die X’Plore USH normalerweise unbedingt noch einen Schlauch (nochmal rd. 80 bis 100 gr.) oder halt Dichtmilch (mind. 30-50 ml) benötigen.

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Schmucke Felgen

Fazit

Meine sich bisher als „Bomb-Proof“ erwiesenen, ebenfalls handeingespeichten Stans IronCross Laufräder sind schon vergleichsweise Leicht. Da ist die Luft nach unten schon dünn. Mit Schlauchreifen-Felgen ist das aber leicht zu knacken – dennoch, Welten liegen da jetzt auch nicht mehr zwischen. Und mit Bremsscheiben und Stollenreifen sind die Gewichte dann schnell wieder hoch.

Trotzdem: effektive 357 gr sind schon eine signifikante Ersparnis.

Wichtiger jedoch:
Die Laufräder und Reifen haben einen Super ersten Eindruck hinterlassen. Ich habe nun Grip dort, wo ich es bisher mit meinem Giant Crosser nicht hatte und sein Look ist besser und wie gesagt, sein Gewicht insgesamt auch Leichter geworden.

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Crossrad auf einem Meer aus Blättern und unter kahlen Bäumen… Und das im Dezember bei zweistelligen Temperaturen…

Win-Win-Win. :)

Zum Schluss hier noch mal alle Artikel-Fotos als Galerie zusammengestellt. Übrigens: Alle Fotos sind mit meiner neuen Sony Alpha 7II gemacht – eine sehr feine Kamera… :)

Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten "Seenblick" stehend. Nun - statt mehreren Seen gab es ein einziges Meer - ein Meer von Wolken! :)

Königswinkel-Cross: Aus dem Nebel die Sonne erstiegen

Rad fahren

Herbsturlaub. Ich wollte mal eine Woche wandern. Ja – Schockschwerenot: Zu Fuß gehen. ;-) Na ok, das Rad habe ich trotzdem in den Kofferraum gepackt… :)

Zur Auswahl standen Dolomiten oder das Allgäu. Darauf fiel diesmal die Wahl. Wieso? In den Dolomiten bin ich oft und gerne. Deshalb hätte ich mir diesmal ein etwas anderes Eckchen ausgesucht. So Richtung Eggental. So ganz konnte ich mich da dann aber doch nicht für erwärmen. Im Oktober muss man dort schon schauen: Was hat noch offen, was macht gerade Urlaub, um im November wieder in die Wintersaison einzusteigen… Doch lieber wieder in’s Gadertal oder Richtung Seiser Alm etc.?

Hmm. Warum nicht mal das Allgäu. Entspannender Urlaub fängt mit kurzer Anreise an. Im Allgäu bin ich definitiv schneller als in den Dolomiten. Ich war auch noch nie bei den Königsschlössern. Und: #Crosstober. Cremacycles lud mal wieder zum Crosstoberfest. Interesse hatte ich ja schon. Aber wirklich mal mitmachen? Zwar wecken die sicher sehr tollen Rahmen- und Radkreationen von Ken Bloomer bei mir jetzt nicht den Habenwollen-Reflex, aber das Programm des Crosstoberfestes hört sich schon liebevoll ausgestaltet an.

Also Allgäu! Vorrangig aber tatsächlich zum Wandern und ein klein wenig Fotografieren und einfach nur zum erholen. Ich hatte mir den Hopfensee als Aufenthaltsort ausgewählt. Das erwies sich als eine tolle Ausgangslage. Das Hotel wäre auch super, wenn entweder das hoteleigene WiFi oder wenigstens das Mobilfunknetz irgendeinen Anschein von Geschwindigkeit gezeigt hätte. Beides war dort unterirdisch, so dass ich das Hotel leider nicht weiterempfehlen kann.

Zum Crosstoberfest hat es dann doch nicht gereicht. Eine Anreise am Freitag bereits war von meinem Terminplan nicht drin. So bin ich gemütlich am Samstag angereist. Somit war Crossrennen und die Crossklinik schon außen vor. Das Abendessen hörte sich interessant an. Aber zum einen war ich nicht alleine unterwegs und zum zweiten wollte ich dann nicht erst abends zu so einem Event zustoßen. Und nur den Sonntag zum Crossfondo mitfahren? Ich hatte das zunächst überlegt, aber mich haben da ein paar Dinge abgehalten: Registration nur für den Sonntag und kurzfristig beim Aufschlagen vormittags dort? Hmm, weiss nicht. Das Wetter für Sonntag war auch nicht super vorhergesagt, aber für Montag schon mit Sonne. Und der Hauptgrund: Mal die Gruppe dort kennenzulernen, wäre sicher nett gewesen, aber im Rahmen des letzten Teils eines Wochenendes sicher auch nicht optimal. Und wenn ich schon in einer landschaftlich tollen Gegend bin, dann möchte ich die in meiner eigenen Geschwindigkeit erkunden. Dort anhalten, wo ich will. Dort lange Fotos machen, wo ich will. Und die Umgebung in mich aufnehmen. Das geht nicht, wenn man mit der Gruppe beschäftigt ist, mit Leuten quatscht oder einfach nur dem Vordermann hinterher fährt – und aufpasst, dass man ihm nicht drauffährt.

Ok, also am Sonntag durch den Nebel wandern und direkt mal Neuschwanstein und die umherliegenden Wege erkunden und am Montag dann selbst auf den Crosser – so wurde es gemacht. :)

Schloss Neuschwanstein nahezu so weiß wie der Himmel - im Gegensatz zum bunten Herbstlaub.

Schloss Neuschwanstein nahezu so weiß wie der Himmel – im Gegensatz zum bunten Herbstlaub.

Um es vorweg zu nehmen: sooo viel Sonne hatte ich am Montag auch nicht. Aber es war noch der bei weitem beste Tag der Wanderwoche, die sogar Schnee brachte und sich standhaft weigerte, die Berge zu zeigen. Bis auf Mittwoch und Donnerstag morgen gab’s auch vom Hopfensee aus nix zu sehen.

Ich hatte mir aus GPSies und Strava-Kursen (auch des Crossfondos vom Vortag) meine eigene Radtour geplant. Vom Hopfensee aus ging es zunächst zum Weissensee, von dort zum kleinen aber sehr feinen Alatsee und über einen winzigen Höhenrücken dann herüber nach Österreich ins Vilstal. Immer noch keine Sonne, aber Hoffnung, dass sie so langsam dann doch den Hochnebel besiegen könnte. In Unterpinswang war es dann soweit. Und ich dachte, es würde noch besser… Naja, auf dem Talniveau war das der Höhepunkt. Recht bald kam wieder die übliche komplett dichte Hochnebelsuppe auf. Zunächst gab’s aber den ersten kurzen „Offroad“-Kontakt. Von Unterpinswang auf den Fürstenweg, der geschottert ein paar Serpentinen hoch und dann zu einem kleinen Grenzübergang im Wald führt.

Cxploring zwischen Tirol/Österreich und Allgäu/Deutschland in den Allgäuer und Ammergauer Alpen. Von Pinswang kommend auf dem Weg zum Alpsee mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1.

Cxploring zwischen Tirol/Österreich und Allgäu/Deutschland in den Allgäuer und Ammergauer Alpen. Von Pinswang kommend auf dem Weg zum Alpsee mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1.

Ab da wechselt dann bald der Fürstenweg zur Fürstenstraße und führt wieder asphaltiert aber recht reizvoll am Alpsee vorbei. Viele Sichtmöglichkeiten auf den See gibt es aber von dort nicht, da ist der Wanderstieg südlich der Straße besser geeignet.

Die Fürstenstraße am Alpsee im Herbstornat. So sah es auch bei meinem Königswinkel-Cross aus. Das Foto stammt aber von einer Wanderung drei Tage später.

Die Fürstenstraße am Alpsee im Herbstornat. So sah es auch bei meinem Königswinkel-Cross aus. Das Foto stammt aber von einer Wanderung drei Tage später.

Bei Hohenschwangau rollte ich durch das geschäftige Touristentreiben aus Besuchern aller Herren Länder und fand mich direkt nach einem der Autoparkplätze auf einem kleinen Singletrail wieder, der mich bald wieder als Wanderweg zur ausgebrannten Gipsmühle führte.

Von der ehemaligen Gipsmühle steht nur noch eine Fassade und dahinter ist noch etwas Holzgewerk, etwas Fluder und das rückschlächtige Wasserrad erhalten. Interessanterweise ist auf einer Tafel vor der Fassade ein unterschlächtiges Rad dargestellt. Seltsam.

Von der ehemaligen Gipsmühle steht nur noch eine Fassade und dahinter ist noch etwas Holzgewerk, etwas Fluder und das rückschlächtige Wasserrad erhalten. Interessanterweise ist auf einer Tafel vor der Fassade ein unterschlächtiges Rad dargestellt. Seltsam.

Ab hier hatte mich der Hochnebel und das trübe Wetter komplett wieder. Es war auch entsprechend nasskühl. Um die 5° C. Naja, man muss es halt nehmen, wie es kommt…

Weiter ging es über einen Wanderweg bis zur Talstation der Tegelbergbahn. Dort hatte mich der Asphalt wieder und jetzt kam der anspruchsvolle Teil. Jetzt ging es nach oben. :) Zunächst sehr lange über eine asphaltierte Forststraße. Der Asphalt war sicher nicht der tollste, aber hier überlegt ich schon, warum man so eine Strecke als Crossfondo betitelt. Das war bis jetzt alles super mit einem Rennrad befahrbar.

So ein, zwei Kilo weniger (Unterschied zwischen Crosser und Rennrad) wären gerade hier auch sicher angenehm gewesen. Denn hier ging’s jetzt steil und nicht zu knapp zur Sache. 520 Höhenmeter über 5,1 km war der Aufstieg zur Rohrkopfhütte. Also im Schnitt 10%. Das ist schon amtlich. Im unteren Part war ich noch voll im Exploring-Mode. Fand am Wanderparkplatz Drehhütte z.B. ein Schild zu einem Erlebniszentrum  Adlerhorst und bin aus Neugier in den Zufahrtsweg eingebogen und habe mir die Location kurz angesehen, bevor es dann weiter hinauf ging. Hinter dem Hammergraben packte der Anstieg dann auch den Hammer aus: Die restlichen 320 Höhenmeter wurden nie flacher als 14 % und das 1,5 km lange Stück bis zur Drehhütte hatte liebliche 17 % im Schnitt zu bieten. Am Abzweig vor der Drehhütte wechselte der Belag auf feinen Schotter und führt mit rd. 14 % weiter zum Rohrkopf. Der Nebel wurde auch heller. Würde es reichen, die Sonne zu sehen?

Mit dem Crosser an der Rohrkopfhütte. Nach rund 520 m Anstieg mit durchschnittlich 10 % und in Teilen im Schnitt 17 % kam ich endlich aus der zähen Suppe aus Hochnebel und tiefhängender Wolkendecke hervor. Aussicht gab es trotzdem keine. Aber Sonnenschein für's Gemüt. :)

Mit dem Crosser an der Rohrkopfhütte. Nach rund 520 m Anstieg mit durchschnittlich 10 % und in Teilen im Schnitt 17 % kam ich endlich aus der zähen Suppe aus Hochnebel und tiefhängender Wolkendecke hervor. Aussicht gab es trotzdem keine. Aber Sonnenschein für’s Gemüt. :)

Jaaaa, es reichte. Soeben. Eigentlich hatte ich gehofft, vielleicht von dort oben das Schloss Neuschwanstein sehen zu können. Ist das von da aus möglich? Ich weiss es nicht. Eine Nebelzunge leckte immer wieder über den Hang. Trotzdem. Hier hielt ich sofort an und fotografierte das Schauspiel auf unterschiedliche Weise und freute mich an der Sonne. Hmm – das war leider noch mitten im entsprechenden Strava-Segment. ;-)

Aber egal, darauf kam’s mir nicht an und das hatte ich ja auch schon unten beim Abzweig zum Adlerhorst verbummelt. ;-) Interessanterweise wurde ich hier oben gleich zweimal auf mein Rad angesprochen. „Wie kommst du denn wieder runter?“ Ähh, mit dem Rad…  Und ein anderer Wanderer etwas später „Ist das eigentlich ein gutes Rad für solche Wege?“ ;-)

Ich überlegte kurz, bei der Rohrkopfhütte einzukehren. Aber für draußen war’s zu kalt und der Nebel schwappte immer über die Terasse. Und das Rad bei der doch heute gut frequentierten Hütte einfach draußen stehen lassen, wollte ich auch nicht. Also ging’s bald weiter. Riegel habe ich auch keinen gegessen. Vielleicht hatte ja die Drehhütte auf… Nein, hatte sie heute nicht. Dann später unten im Tal? Nein, da war nichts ansprechendes. Am Forggensee? Ah nee, keine Außengastronomie – alles kalt und trübe und irgendwann auch spät… Resultat mal wieder: nix gegessen außer irgendwann ein Riegel. Hmm, geht doch – extra energiesparend und fettstoffwechselfördernd unterwegs… Natürlich fehlte dann am Abschluss entlang des Forggensees und den lustigen kleinen (wirklich klein und sanft) Wellen des Allgäus der Druck auf dem Pedal.

Aber soweit war ich ja noch nicht. Erst mal wurde vom Rohrkopf wieder in den Nebel hinabgetaucht. Kurze Abfahrt über den Schotterweg, dann an der Drehhütte vorbei über einen etwas steinigen Wanderweg, der alsbald schmal und sehr steil wurde. Ah ok. Eine kurze Tragepassage, dachte ich.

Yours truly mit Sack und Pack :) Der Sack ist mein getreuer Camelbak Blowfish, den ich wegen seiner schmalen Ausmaße gerne nutze und das Pack ist das in bester Crossermanier geschulterte Giant TCX Advanced Pro 1.

Yours truly mit Sack und Pack :) Der Sack ist mein getreuer Camelbak Blowfish, den ich wegen seiner schmalen Ausmaße gerne nutze und das Pack ist das in bester Crossermanier geschulterte Giant TCX Advanced Pro 1.

Für solche Touren habe ich ab und an auch mal einen Rucksack dabei. Hier habe ich dann zwar nie eine Trinkblase, aber Kleinkram, der sonst in den Trikottaschen ist, dabei. Und die Micro Four Thirds Ausrüstung. Heute bestehend aus der Olympus OMD E-M5 und drei Objektiven (7-14, 20 und 45 mm).

Ich wusste nicht, was danach noch kommt. Hier sieht es ja noch ganz harmlos aus...

Ich wusste nicht, was danach noch kommt. Hier sieht es ja noch ganz harmlos aus…

Neblig isses.

Da geht's hoch.

Da geht’s hoch.

Bäume im Nebel

Wirklich neblig.

Aber wenn man nach oben schaut…

Aufstieg zum Pechkopf

Aufstieg zum Pechkopf

Ich hoffte, dass ich nochmal in die Sonne kam. Und dass der Weg, der nun immer schmaler wurde, bald wieder befahrbar wurde.

Wurde er aber erst mal nicht. Sondern entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Bergpfad, steil am Hang klebend. Puh, dachte ich. Wenn ich hier wieder umdrehen müsste, hätte ich ein Problem. Und: hier kann doch keiner ernsthaft eine Gruppenfahrt hoch geplant haben… Ist doch viel zu eng und mit dem Rad bergseits muss man ja fast Angst haben, entweder an einem Busch hängen zu bleiben oder abzusegeln…

Naja, wenigstens war ich bald aus dem Nebel und plötzlich…

Einen steilen Bergsteig emporkletternd stieß ich plötzlich aus den Wolken hervor. Ich fand diese überwältigende Aussicht über das Wolkenmeer. Vor mir linkerhand der Tegelberg.

Einen steilen Bergsteig emporkletternd stieß ich plötzlich aus den Wolken hervor. Ich fand diese überwältigende Aussicht über das Wolkenmeer. Vor mir linkerhand der Tegelberg.

Ohhhh! Ahhhh! Wow! Berge! Endlich. Dafür hatte sich die Plackerei gelohnt. Sonne! Aussicht! Etwas herbstliche Wärme. Hach. Da musste ich doch sofort diverse Fotos machen. Oben und unten je ein Panorama aus mehreren Aufnahmen.

Tegelberg und Wolkenmeer

Alles mitten in diesem steilen Pfad.

Velo-Mountaineering und Crossploring at it's best! Mit dem Rad am Berg. :)

Velo-Mountaineering und Crossploring at it’s best! Mit dem Rad am Berg. :)

Hier dachte ich noch: Ok, hier ist keiner am Sonntag hergekommen, du hast da was anderes geplant. Bis weiter oben der Pfad am Kamm tatsächlich wieder flacher und befahrbar wurde und ich dort auf dem Boden ein Cinelli-Lenkerendstopfen fand… Donnerwetter! Geiler Scheiß, Ken, das als Gruppenevent zu planen. :)

Und später auf Strava habe ich gesehen, dass das sogar als Segment angelegt wurde. :)

Extra-Credit, haha :)  Natürlich weisse ich von den 21 Befahrern den abgeschlagen letzten Platz auf. Aber von den anderen hatte auch keiner Sonne und einen solchen Ausblick da. :)

Oben teilte mir dann ein Wegweiser mit, dass ich mich auf 1400 m Höhe und am Pechkopf befand.

Wanderwegweiser und Crossrad.

Wanderwegweiser und Crossrad.

Yay, ein flowiger Singletrail:

Singletrail am Pechkopf

Singletrail am Pechkopf

Der wurde alsbald etwas tief, so dass ich zum ersten Mal etwas Matsch aufsammelte. Und ich fand mehr Spuren von schmalen Reifen. Und sehr bald öffnete sich der Wald und ich war auf einer ebenfalls noch in der Sonne liegenden kleinen Alp.

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 auf dem vorderen Mühlberger Älpele

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 auf dem vorderen Mühlberger Älpele

Lensflare und Purple Flare Galore. Das Pana 7-14 ist an der OMD 'ne ganz besondere Bitch. Hier passt es ganz gut.

Lensflare und Purple Flare Galore. Das Pana 7-14 ist an der OMD ’ne ganz besondere Bitch. Hier passt es ganz gut.

Aha, mein weisser Bruder: Hier sind sie vorbeigekommen. Die Spuren sind höchstens einen Tag alt… ;-)

Spuren

Hmm, schön so in der Sonne. Doch es führte kein Weg daran vorbei. Ich musste wieder herunter vom Berg. Und damit in die Wolken und den Nebel…

Wolkenmeer, die Zweite.

Wolkenmeer, die Zweite.

Zuvor kam ich an einem Punkt vorbei, der auf Openstreetmap den Eintrag „Seenblick“ hat. Ich hatte mir ihn extra als Waypoint markiert.

Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten

Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten „Seenblick“ stehend. Nun – statt mehreren Seen gab es ein einziges Meer – ein Meer von Wolken! :)

Seen gab’s nicht zu sehen. Aber anstelle dessen ein Meer – ein Wolkenmeer. Für mich eines der schönsten Bilder der Tour. Ein ganz tolles Naturschauspiel, ein wunderbares Herbstseitenlicht. Der blaue Crosser ein toller Farbtupfer im herbstlichen und hohen Gras… eine schön ausbalancierte Komposition – für mich stimmt hier alles im Bild (als Fotograf hat man ja eigentlich an allen seinen Bildern etwas zu kritteln… :)

Ein letzter sehnsuchtsvoller Blick das Sträßlein hinauf…

So unterschiedlich kann der Aufstieg zum Älpele sein. Eine kleine Forststraße wie hier. Oder ein steiler, schmaler Bergpfad, wie auf der anderen Seite des Pechkopfes...

So unterschiedlich kann der Aufstieg zum Älpele sein. Eine kleine Forststraße wie hier. Oder ein steiler, schmaler Bergpfad, wie auf der anderen Seite des Pechkopfes…

… und dann ging es endgültig wieder in den Nebel hinein. Die Temperaturaufzeichnung meines Garmins zeigt sehr schön die kurzen Sonnenmomente am Berg:

Temperaturkurve

Im Schnitt 6 °C für die gesamte Tour. Im Tal bzw. Vorland immer bei oder unter 5 °C und dann scharfe Peaks auf 21 °C in der Sonne oben am Rohrkopf und dann am Pechkopf. Dann wieder Bibbern bei nebelfeuchtkalten 4 °C…

Die Abfahrt war ganz nett, führte teils über Waldwege und teils über asphaltierte Forststraßen. Alles in allem schätze ich für die gesamte Tour 60 % Asphalt (Straße, Radweg, Forststraße), 24 % glatter Forstweg, 10 % rauherer Forstweg (trotzdem super zum drüberrollen), 3 % Singletrail und 3% Gebirgssteig (Tragepassage). Also, wenn man nicht zu zimperlich ist und vielleicht generalisiert: Anstelle den 3 % Gebirgssteig hätte man ein Rennrad auch noch über die 3 % Singletrail tragen können und den Rest einfach mit dem Renner (aber dann guten Reifen) fahren können. Trotzdem war der Crosser sicher die bessere Wahl. Zumal mein TCX Advanced ja auch ein super Roller und Tourer ist. Die Clement X’Plor USH Reifen sind dafür wie gemacht!

Es gab im Tal ab Halblech noch eine schöne Hatz über einen sanft abfallenden, aber teils doch etwas gröberen (hielt sich aber in Grenzen) Wald- bzw. Schotterweg entlang eines Bergbaches mit gleichem Namen. Da war sicher der Crosser auch wieder besser als ein Rennrad. Hatte auch Spaß gemacht, da Schub zu geben. :)

Danach umrundete ich dann den Forggensee auf seiner Ost- und Nordseite. Aussicht gab’s leider keine. Soweit, dass ich mich deswegen in’s Wasser stürze, ist es dann soeben nicht gekommen… ;-)

Am Forggensee

Am Forggensee

Ob man hier jemals Berge sehen kann…?

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 im Forggensee.

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 im Forggensee.

Gut, ich hätte mir eine herbstliche Tour im Allgäu auch ganz anders vorstellen können. War überwiegend halt einfach nur zu kalt für die Jahreszeit und ohne Aussicht. Dafür an wenigen Stellen aber um so grandioser! Ich bin froh, dass ich auf diese Weise den Königswinkel mit dem Crosser erkunden konnte. :)

Ich habe die Tour auch auf GPSies abgelegt. Ihr könnt Sie euch dort anschauen und herunterladen.

Natürlich steht sie auch auf Strava. Hier die Tourdaten:

Distanz: 76,8 km, Höhenmeter: 1398 m, Zeit: 06 h 56 m (brutto), Durchschnittsgeschwindigkeit: 11,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 16,2 km/h, Durchschnitts-HF: 123

Strava_20151012