Ok, wer hätte gedacht das es auch für die IR-Fotografie gilt: Sonnenschein ist meist viel schöner als trübes Licht... ;-)
Eine nachgereichte, an späterem Tag angefertigte Aufnahme.

Sony DSC-RX100, Test Teil 4, Infrarot

Fotografie, Produkttests

Ok, wer hätte gedacht das es auch für die IR-Fotografie gilt: Sonnenschein ist meist viel schöner als trübes Licht… ;-)
Eine nachgereichte, an späterem Tag angefertigte Aufnahme. Sony DSC-RX100 mit Hoya R72 IR-Filter.

Vorab – ich bin wirklich keine Infrarot-Koryphäe. Ich habe vor Jahren mal ein paar Infrarot-Filme belichtet. Ebenfalls vor Jahren hatte ich auch mal ausprobiert, ob das an einer EOS DSLR gut funktioniert. Tat es nicht, jedenfalls nicht nach meinen Qualitätsansprüchen. Durch den IR-Schutzfilter vor dem Sensor der EOS-Reihen war/ist die Empfindlichkeit für Infrarotlicht ohne Modifikation einfach zu niedrig.

Seit mehreren Monaten hatte ich aber die Idee im Hinterkopf, nun doch noch mal zu testen, wie denn heute meine Sony NEX-5n mit der Infrarotfotografie kompatibel sein könnte. Und irgendwo las ich in den vergangenen Tagen auch die Frage nach entsprechenden Fähigkeiten der Sony RX100.

Also habe ich heute mal meinen Infrarot-Filter von damals hervorgekramt. Einen Hoya R72 Infrarotfilter. Das Kürzel R72 bedeutet, dass dieser Filter nur Wellenlängen größer 720 nm durchlässt. Es gibt noch stärkere Filter, z.B. Hoya RM90, die nur Wellenlängen größer 900 nm durchlassen. Diese sind also für unser Auge absolut undurchsichtig. Der R72-Filter hingegen lässt nach etwas Adaption ein sehr dunkles, rötliches Bild der Umgebung an unser Auge dringen.

Nichtsdestotrotz sieht man selbst, bzw. auch die Kamera, erst mal kein normales sichtbares Licht mehr. Demzufolge fällt erst einmal Autofokus flach. Je nach Emfpindlichkeit der Kamera in Bezug auf IR-Licht kann AF- und automatische Belichtungssteuerung dann doch noch funktionieren, wenn die Belichtungszeit entsprechend angepasst wird. Aber obacht, die automatischen Belichtungsprogramme sind auf diese Situationen nicht geeicht und so kann etwas experimentieren sinnvoll sein.

Das mit dem AF durch den Filter ist mir allerdings erst im Nachhinein eingefallen, ich habe heute lieber erst einmal ohne Filter manuell vorfokussiert. Dabei muss man beachten, dass sich mit der Wellenlänge des vorrangig empfangenen Lichtes auch der Fokus verschiebt. Ich habe ein wenig experimentiert und war dann mit einem deutlichen Fokus nahe der Kamera für das untenstehende Motiv zufrieden.

Das Resultat in Kürze:

Bei beiden Kameras funktioniert die IR-Fotografie mit dem Hoya R72 scheinbar ganz annehmbar. Dabei ist die Sony NEX-5n allerdings deutlich unempfindlicher als die Sony RX100. Wo die NEX ISO 800 und 30 sec. bei f/5.6 benötigt, begnügt sich die RX100 mit vergleichsweise sehr schnellen ISO 125 bei 4 sec. bei f/5.6. Das sind fast 6 Blenden Unterschied! Die Lichtsituation war heute eher bescheiden (wobei ich nicht sagen kann, ob das auch für den IR-Anteil galt), denn es gab nur wenige Wolkenlücken und kein direktes Licht auf die Vegetation im Bildausschnitt.

Allerdings zeigt das Objektiv der Sony RX100 leider einen deutlichen Hot-Spot in der Mitte (siehe zur Erläuterung z.B. hier diesen Quick Primer zur IR-Fotografie, etwas herunterscrollen). Dieser Hotspot hingegen lässt sich, wie ich finde, recht gut und schnell mit dem Anpassungspinsel in Lightroom beseitigen. Außerdem brauchte ich dies bei meinen Testmotiven gar nicht mal durchführen. Denn durch die Schwarz/Weiss-Konversion und leichter Lichter-Anpassung für das Gesamtbild war der Hotspot schon automatisch verschwunden.

Mein Resultat:

Ja, die NEX scheint sich zur Infrarot-Fotografie zu eignen. Benötigt aber längere Zeiten und höhere ISO. Durch das sehr gute Rauschverhalten ihres Sensors ist letzteres überhaupt kein Problem. Längere Zeiten sind allerdings ein Problem bei windigem Wetter.

Ja, die RX100 scheint sich sehr gut zur Infrarot-Fotografie zu eignen. Das Objektiv zeigt einen deutlichen Hotspot, der sich jedoch in der Weiterverarbeitung absolut problemlos erweist.

Die Testfotos:

Sony NEX-5n, Sony E18-55mm F3.5-5.6 OSS, 30 sec., f/5.6, ISO 800, JPG konvertiert aus RAW (Adobe LR), verkleinert, geschärft

Sony NEX-5n, Sony E18-55mm F3.5-5.6 OSS, 30 sec., f/5.6, ISO 800, JPG konvertiert aus RAW, Schwarz/Weiss-Konversion (Adobe LR), verkleinert, geschärft

Sony DSC-RX100, 4 sec., f/5.6, ISO 125, JPG out of Cam, verkleinert, geschärft

Sony DSC-RX100, 4 sec., f/5.6, ISO 125, JPG out of Cam, Schwarz/Weiss-Konversion (Adobe LR), verkleinert, geschärft

Sony DSC-RX100, jeweils 4 sec., f/5.6, ISO 125, JPG out of Cam, Hotspot Vergleich, drei Brennweiten weites Ende (28 mm KB equiv.), mittig (56 mm KB equiv.), langes Ende (100 mm KB equiv.) (Fokus nicht nachgeführt, daher rechtes Foto etwas unschärfer, hier geht es nur um den Hotspot).

Blindtest_EOS_NEX_RX100_01

Sony DSC-RX100, Test Teil 3 (ein Quickie Blindtest für den Leser :))

Fotografie, Produkttests

Ergänzung 28.08.2012: Kirchturmdetail auch aus dem RX100 RAW, konvertiert mit dem heute herausgekommenen Release Candidate von Adobe Lightroom 4.2 (siehe am Ende des Beitrags).

Hier ein dritter Post über die neue Sony DSC-RX100 Kompaktkamera (siehe auch meinen ersten Post und meinen zweiten Post zu dieser Kamera).

Das ist ein Quickie zur Leserbeteiligung ;-)

Untenstehend zwei gegenübergestellte 100%-Ausschnitte aus demselben Motiv. Aufgenommen mit Stativ bei einem sonnigen Tag. Jeweils JPG out of Cam, nicht weiter geschärft. Überlegt mal, welche Seite euch bei welchem Ausschnitt besser gefällt, oder ob ihr sie beide gleich gut findet.

Und welche Kamera wohl für welche Seite verantwortlich war. Damit es nicht zu einfach ist, stelle ich drei Kameras zur Wahl: Sony RX100 Kompaktkamera, Sony NEX-5n, Canon EOS 7D. Die Objektive oder das Objektiv nenne ich dann in der Auflösung.

Blindtest_EOS_NEX_RX100_01

Blindtest_EOS_NEX_RX100_02

Blindtest_EOS_NEX_RX100_02

So, nach knapp 2 Tagen soll hier nun die Auflösung folgen.

Wer also weiter sich erst einmal eine unbeeinflusste Meinung bilden möchte, ab hier erst mal nicht weiterlesen.

Wirklich.

Ok.

Zunächst einmal das Gesamtmotiv, aus dem die obigen zwei 100 % Ausschnitte entstammen. Verkleinert auf meine Standard-Web-Größe, geschärft mit Standard-Workflow. Beide wie oben beschrieben auf Basis der JPGs.

Die evangelische Kirche Erndtebrück: Sony NEX-5n mit Sony E 50mm F1.8 OSS, Brennweite KB equiv.: 75 mm

Die evangelische Kirche Erndtebrück: Sony DSC-RX100, Zoom auf 27,86mm, Brennweite KB equiv.: 75 mm

Und hier die beiden Blindtest-Gegenüberstellungen von oben, jetzt mit Zuordnung der Kameras:

Blindtest_EOS_NEX_RX100_01, aufgelöst: Links die Sony RX100, rechts die Sony NEX-5n mit dem E 50mm F1.8 OSS

Blindtest_EOS_NEX_RX100_02, aufgelöst: hier jetzt links die Sony NEX-5n mit dem E 50mm F1.8 OSS, rechts die Sony RX100

Na, habt ihr richtig gelegen? Urteil bestätigt? Überrascht? Oder auch der Meinung wie ich, dass insbesondere bei dieser Brennweite und diesem Motiv die Abbildungsleistung und Wiedergabe, sowohl allgemein als auch im Detail, nicht zu unterscheiden sind. Farben sind anpassbar.

Ein Unterschied bzw. deren zwei, der/die vielleicht bei dem Erraten der Kamera als Indiz herangezogen hätte werden können verbirgt sich im ersten Ausschnitt, dem Kirchturmdetail. Zum Einen ist dies natürlich der ganz leichte Größenunterschied, der bei einem 100 % Ausschnitt daraus resultiert, dass die RX100 20 Mio Bildpunkte hat, die NEX-5n hingegen nur 16 Mio. Das ist aber vernachlässigbar.

Der zweite Punkt ist das Ziffernblatt auf der sonnenzugewandten Seite des Kirchturms. Hier zeigt die NEX-5n signifikant bessere Lichterzeichnung. Der Fairness halber muss ich aber auch sagen, dass ich beide Kameras unterschiedlich belichtet habe. Ihr seht ja die Belichtungsangaben: 1/320 bei der RX100, 1/500 bei der NEX, jeweils bei f/5.6. Bei der NEX habe ich dafür Minus 1 Belichtungskorrektur draußen im Feld ausgewählt (so dass es nach Display und Histogramm passte). Die RX100 habe ich bei +-0 belassen (ebenso, dass es nach Display und Histogramm passte).

Am Rechner stellte sich heraus, dass die Belichtung der NEX genau so war, wie ich es wollte. Die RX100 war mir entsprechend 1/2 bis 2/3 Blenden zu hell. Um einen gleichen Eindruck zu erhalten, habe ich in Lightroom also das JPG der RX100 um 2/3 Blenden nach unten korrigiert. Im JPG (und auch mit dem Sony Image Data Konverter im RAW-File) war allerdings im Ziffernblatt nicht mehr zu holen.

Das zeigt dreierlei: Zum einen, man kann schon jede Menge Vergleichsfotos, vom Stativ, mit gleicher Blende, mit äquivalenter Blende (auf Beugungslevel der Sensorgröße bezogen), mit verschiedenen Belichtungen und und und machen – irgendwas ist hinterher immer und man muss es ja auch nicht übertreiben. Will ich auch gar nicht – ist nur ein kleiner Service gegenüber dem Leser und was man beschreibt, muss man auch nachvollziehbar darlegen können.

Zum zweiten: die Sony RX100 ist hier von mir bezüglich der Lichterzeichnung mit einem kleinen Nachteil ins Rennen geschickt worden.

Zum dritten: vorbehaltlich des zweiten Punktes scheint sich auch hier zu bestätigen, dass die NEX einen besonders guten Tonwertumfang und die RX100 einen nicht ganz so hohen Tonwertumfang hat.

Alles in allem aber: ein Bombenjob, den die RX100 in meinen Augen hier abliefert. Denn die 50mm Festbrennweite des NEX-Systems ist ein richtig gutes Objektiv.

Hier nun in Ergänzung das Kirchturmdetail aus dem RX100 RAW-File. Hier geht es mir gar nicht um eine Bewertung des RAW als solches – eher um einen schnellen Test, wie weit denn insbesondere die Lichter mit Lightroom nun kontrollierbar sind. Sonys eigener RAW-Konverter holt da ja um keinen Deut mehr heraus, als aus dem JPG zu holen ist (siehe oben).

Ich bin sehr erfreut, dass das mit Lightroom ganz anders aussieht. Das Ziffernblatt der Sonnenseite, welches im JPG komplett ausgefressen ist, lässt sich mit dem RC von Lightroom 4.2 problemlos und sehr gefällig darstellen. Beide Versionen des gleichen Fotos sind jeweils um 0,66 Blenden nach unten korrigiert. Im RAW-File wurde zusätzlich mittels Korrekturpinsel nur das Ziffernblatt mit der Einstellung Lichter minus 79 bedacht.

Was ebenfalls zu sehen ist: der leichte Schärfenunterschied. Der Screenshot selbst ist nicht noch einmal geschärft. Das RAW-File hat die Standard-Schärfung von LR, die geringer ausfällt, als die Default-Einstellung der Sony für die JPGs, die ich noch nicht angerührt habe.

Bei den Farben ist es so, dass Lightroom für die Sony RX100 sowohl das Adobe Standard Profil (dargestellt), also auch Camera Standard, Camera Landscape, Camera Vivid und Camera Portrait zur Verfügung stellt. Sehr gut.

links die Sony DSC-RX100, RAW-File mit LR 4.2 RC entwickelt, rechts das gleiche Bild, JPG out of Cam

 

Sony RX100 Iso80 vs Iso125 Gesamt

Sony DSC-RX100, Post 2: Dynamikumfang

Fotografie, Produkttests

Anstelle eines einzigen Riesenartikels zur neuen Sony DSC-RX100 Kompaktkamera werde ich eine lockere Reihe von Postings meiner Eindrücke veröffentlichen. Das ich direkt einen sehr positiven Eindruck gewonnen hatte postete ich samt drei Aufnahmen in voller Auflösung hier.

Mittlerweile habe ich eine davon und eine weitere, vierte Aufnahme auch in meinem flickr-Stream veröffentlicht.

Hier soll es nun um den Dynamik-Umfang der Kamera gehen. Und zwar habe ich die Sony RX 100 vom Fleck weg einfach in die Trikottasche gesteckt (natürlich vor Feuchtigkeit geschützt), zum Rad fahren mitgenommen und direkt produktiv eingesetzt. Von der Bedienung her wirft die Sony hier keine Fragen auf und alle benötigten Einstellungen (Fokusfeld verschieben, ISO und/oder Belichtungskorrektur und natürlich Blende – ich fotografiere nahezu ausschlieslich im Av-, also Blendenvorwahl-Modus) sind zu meiner vollsten Zufriedenheit praktisch und schnell erreichbar.

Von daher hatte ich auch kaum einen Blick in das Handbuch geworfen. Kunststück, es liegt ja auch keines, nicht mal auf CD bei. Ja, es liegt ja nicht mal eine CD bei. Sony setzt hier leider voll auf das Internet. Während ich das ja fast noch verschmerzen könnte, wenn vom ausführlichen Handbuch wenigstens ein PDF-Download existierte, so hat Sony hier leider den Vogel abgeschossen. Denn das vollständige Handbuch gibt es nur im HTML-Format und zum derzeitigen Zeitpunkt auch nur in Englisch. Es liegt im Kamerakarton eine Kurzanleitung in allen möglichen Sprachen bei, soviel sei ergänzt. Aber alles in allem: Sehr schwaches Bild!

Nun, ohne Blick in das Handbuch fielen mir zwar die unübersehbaren Striche über und unter den ISO-Werten 80 und 100 auf dem Display bei der ISO-Auswahl der Empfindlichkeit der Kamera auf. Da hatte ich mir aber zunächst wenig dabei gedacht bzw. ich nahm mir vor, später daheim nachzulesen, was es mit dieser Markierung auf sich habe. Gemäß alter Schule (je niedrig empfindlicher der Film und in jüngeren Jahrzent(en) je niedrig empfindlicher die ISO-Stufe der digitalen Kamera desto weniger Korn bzw. Rauschen) wählte ich natürlich bevorzugt ISO 80 und ISO 100 für meine ersten Fotos. Auch, wenn mir verschiedene Aspekte zur Base oder native ISO, der Suche nach der selben oder dem Bewerten von Bildqualitätsparametern in Bezug zur ISO-Empfindlichkeit durchaus geläufig sind.

Recht schnell fiel mir aber auf, dass in den Fotos der RX100 insbesondere Wolken oder die weissen Teile meines Rennrades doch sehr schnell ausgefressen dargestellt wurden. So etwas kannte ich in diesem Extrem bis dato kaum – weil mir von Hause aus nur richtig gute Kameras und keine 08/15 Cams in das selbige kommen.

Interessant, dabei war ich doch gerade von einer anderen Sony, nämlich der NEX-5n in letzter Zeit sehr verwöhnt worden was gerade den Aspekt des Dynamikumfanges anging. Und das auch bei der Verwendung der RAW-Files. Bei Verwendung der JPGs kommt sogar noch eine Technik zur Erweiterung des Dynamikumfangs (dunkle Bereiche werden quasi empfindlicher belichtet bzw. aufgehellt, dabei steigt zwar latent das Rausch-Potenzial in diesen Flächen, das Ergebnis der NEX ist dabei aber mehr als ordentlich) zum Einsatz, die ich standardmäßig eingeschaltet habe: DRO.

Nun, normalerweise lasse ich auch dies weg, weil ich wie gesagt grundsätzlich nur mit RAW-Files arbeite. Hier und jetzt muss ich zu Vergleichszwecken aber mit den JPGs arbeiten, da weder Adobe Lightroom noch Apple Aperture zum gegebenen Zeitpunkt die RAW-Files der neuen Sony RX100 unterstützen. Mit RawTherapee könnte man unter Einsatz von Custom-Profilen und eines Schwarzpunktanhebungs-Fixes arbeiten, aber das schaut mir noch zu wüst und schlecht aus. Sonys eigener RAW-Converter, der Sony Image Data Converter (Mac-Version / Windows-Version), ist natürlich anwendbar, aber wahrlich kein Vergleich zu Lightroom oder Aperture.

Also: Sony NEX 5n und Sony DSC-RX100, von beiden jeweils die Bildergebnisse als JPGs, beide mit der Einstellung DRO-Auto. Bzw. die Sony RX100, einmal mit ISO 80 und einmal mit ISO 125 werde ich gleich anhand Bildbeispielen vergleichen.

ISO 80 versus ISO 125:

Warum diese beiden ISO-Werte? Wie ich ja oben schrieb: ISO 80 und ISO 100 sind in der Benutzeroberfläche der RX100 speziell hervorgehoben. Warum? Weil sie sogenannte erweiterte oder Zusatz-ISO-Einstellungen sind. ISO-Einstellungen, die niedriger als eigentlich optimal für die Sensitivität des verwendeten Sensors sind. Sie sind enthalten, um den Fotografen die Möglichkeit zu geben, bei viel Licht oder bei gewünschten, längeren Belichtungszeiten auch noch über die ISO-Werte eine Anpassungsmöglichkeit zu geben (Anmerkung: ein eingebauter Neutralgraufilter wäre hier allerdings die deutlich bessere Alternative gewesen).

Das sich der Unterschied im Dynamikumfang nicht nur in Messreihen erschließt, sondern absolut augenfällig ist, das wollte ich mit den unten stehenden Testaufnahmen herausfinden.

Und in der Tat komme ich so zum Schluss: „Wow – ISO 80 und ISO 100 sind für mich ab jetzt bei der RX100 tabu. Niedrigste und Standardeinstellung sollte sein: ISO 125!“

Bei den folgenden Bildern habe ich immer auf die Achse des Vorderrades meines Rennrades fokussiert. Sowohl bei der RX100 als auch bei der NEX-5n. Bei beiden Kameras war DRO auf Auto-Einstellung aktiviert. Messmethode Matrixmessung. Die RX100 wurde auf f/5.6, die NEX-5n auf f/7.1 abgeblendet. Dies nach Bauchgefühl, um grob ähnliche Schärfentiefe bzw. Diffraktionslevel der unterschiedlich großen Sensoren zu erhalten. Gegenübergestellt sind jeweils entsprechende Belichtungen in Bezug auf die unterschiedliche ISO-Werte und Blenden.

Sony RX100 Iso80 vs Iso125 Gesamt

RX100 ISO 80 vs ISO 125 Detail 01: Beachte z.B. die Seitenfläche des Lieferwagens und das Lenkerband.

RX100 ISO 80 vs ISO 125 Detail 02: Beachte z.B. die rechte Ecke des Kofferraums des SLKs.

In der Praxis würde ich von diesem sehr anspruchsvollen Motiv in Bezug auf die Belichtung (weisse Oberflächen in knalligem Sonnenlicht, aber gleichzeitig Anteile des Motivs im Schatten) eine Aufnahme mit -0,7 Belichtungskorrektur wählen, die ich natürlich auch gemacht habe. In dieser sind alle Weissflächen mit voller Zeichnung versehen und auch die Schatten kann man problemlos nach Gusto etwas hochholen, ohne dass hier Qualitätsprobleme entstehen.

Sony NEX-5n vs Sony RX100:

Normalerweise habe ich bei der Sony NEX oft eine -0,3 oder sogar -0,7 Belichtungskorrektur standardmäßig eingestellt. Ich weiss, dass ich bei meiner speziellen NEX so die Belichtungen bekomme, die ich möchte. Bzw. die ich als optimal für die Weiterbearbeitung erachte. Die RX100 belichtet in diesem Sinne „korrekter“. Denn hier empfinde ich +/- 0 als ausgewogen. Wenn ich im folgenden also die JPGs auf gleicher Basis gegenüberstelle, und die Lichter der NEX fast ausgefressener aussehen, als die der RX100, dann denkt dran, dass ich die NEX eigentlich von vornherein eine Drittelstufe dunkler belichtet hätte. Was man aber auch auf dem ersten Blick sieht, ist, dass das DRO bei der NEX die Schatten deutlich stärker aufhellt. Wohlmöglich ist dies standardmäßig deswegen „stärker“ eingestellt, weil der größere Sensor der NEX in Bezug auf Rauschen einfach bessere Vorraussetzungen besitzt als der für eine Kompaktkamera zwar riesige, aber im Vergleich zur APS-C-Größe halt kleinere Sensor der RX100.

Sony NEX-5n ISO 100 vs Sony RX100 ISO 80, Gesamt

Sony NEX-5n ISO 100 vs Sony RX100 ISO 80, Detail 01

Sony NEX-5n ISO 100 vs Sony RX100 ISO 80, Detail 02

 

Welche Systemkamera darf es denn sein? Teil 2: MicroFourThirds oder Sony NEX – wer macht das Rennen?

Fotografie, Produkttests

Im Teil 1 habe ich im Vergleich zu digitalen Kompakt- und Spiegelreflexkameras das Konzept der Systemkameras, also kompakter Digitalkameras ohne Klappspiegel, aber mit Wechselobjektiven, vorgestellt.

Und ich habe einige Vorteile und Möglichkeiten der Systemkameras herausgestellt. Der mir dabei wichtigste ist der Aspekt der Kompaktheit.

Mit spitzer Zunge gesagt: Systemkameras sind für mich nicht der neueste Schrei, der SLR-müden Internetforen-„Fotografen“ ein neues Spielzeug gibt und Gelegenheit zum Zurschaustellen cooler, leica-ähnlicher und retrogestylter Möchtegern-Messsucherkameras bereitet. Nein, Systemkameras sollen bei mir den Vorteil ihrer möglichen Kompaktheit zur Gänze ausspielen. Meine Canon DSLR-Ausrüstung ist hervorragend, danke Canon. Sie könnte gerne etwas leichter und kompakter sein – aber die erreichbare Bildqualität und das Arbeiten mit ihr ist ein Genuss (Raum für Verbesserungen gibt es natürlich überall, so auch hier ;-)). Ich brauche nichts Neues, nur um des Neuen willen. Oder weil es nur ein klein wenig kompakter ist. Und vielleicht noch von einem Hersteller, der erst noch richtig lernen muss, wie eine Fotokamera für Fotografen zu bedienen sein muss.

Ich brauche etwas, was dahin kann, wo eine klassische DSLR nicht hin kann. In die Jacken- oder Trikottasche nämlich. Und auf diese Weise dahin, wo man eine große DSLR oder große Fototasche nicht mit hinnehmen darf oder nicht mit hinnehmen will. Zum Beispiel: auf mein Rennrad.

Aber dabei soll die Kamera trotzdem alle Funktionen bieten, die ich brauche und in der Bildqualität gegenüber meiner DSLR (derzeit eine Canon EOS 7D) möglichst wenig oder besser gar keine Kompromisse erforderlich machen.

Mit diesen Vorraussetzungen, hier sind die Wettbewerber:

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Die Kompaktkamera Canon Powershot S95. Meine bisherige Lösung für unterwegs bzw. auf dem Rennrad. Sie gilt es deutlich zu schlagen, sonst brauche ich mir den Mehraufwand nicht anzutun. Die Canon S95 ist dabei schon eine der besten digitalen Kompakten und bietet darüber hinaus auch meine Minimalanforderungen, nämlich fotografieren im RAW-Format und Blendenvorwahlprogramm Av bzw. Ae.

Für Micro Four Thirds stehen im Ring:

Die Panasonic Lumix GF2 und GF3. Beide haben (im Grunde?) den gleichen 12 MP Sensor, beide sind schön kompakt. Dabei ist die GF3 das neuere, nochmals etwas abgerundete Modell. Dies wirkt sich aber nicht auf die wesentlichen Maße, vorwiegend die Gehäusedicke, aus.

Die Olympus PEN E-PL3. Auch sie hat einen (vermutlich den gleichen?) 12 MP Sensor wie die GF2 und GF3.

Die neue Panasonic Lumix DMC-GX1. Sie besitzt den gleichen Formfaktor wie die GF2, bietet aber deutlich mehr manuelle Kontrollen, darüber hinaus auch wieder einen Anschluss für einen Kabelfernauslöser und hat einen neuen, 16 MP auflösenden Sensor.

Diese Kameras wurden mit den folgenden drei (bzw. vier) Objektiven getestet: Panasonic 14mm/2.5 Pancake, Panasonic 20mm/1.7 Pancake, Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3.5-5.6 OIS Pancake und Olympus M.Zuiko Digital 14-42mm 1:3.5-5.6 II R.

Das Sony NEX System wird vertreten durch:

Die Sony Alpha NEX-5n. Sie besitzt einen Sony-eigenen 16 MP Sensor. Getestet wurde sie für Vergleichszwecke vorrangig mit dem Zoomobjektiv Sony E 18-55mm F3.5-5.6 OSS.

Meine Eindrücke und Bewertung:

Im Folgenden findet Ihr weder tiefgreifende Reviews jeder einzelnen Kamera noch detaillierte und akribisch beschriebene Labortests. Dafür gibt es andere Dienste oder Webseiten (z.B. DPReview.com. Entsprechende Links habe ich jeder Kamera und jedem Objektiv oben zugeordnet). Ich schildere lediglich meine Eindrücke bzw. hebe hervor, was mir (natürlich insbesondere im Hinblick auf die geplanten Einsatzzwecke) persönlich aufgefallen ist oder wichtig erscheint.

Das Handling der Kameras in Kürze:

Canon Powershot S95:

Mit der Canon S95 kommt man nach etwas Testen gut zurecht, sie hat eine angenehme Bedienung.

Was besonders toll ist: Einstellmöglichkeit über Objektivring; großes, gut auflösendes Display; ihre besondere Kompaktheit; umfangreich einstellbarer Selbstauslöser

Was vorrangig fehlt: frei verschiebbares Fokusfeld für den Autofokus (nur zentral möglich – also immer Focus und recompose erforderlich)

Was schön wäre: Anschluss für Fernauslöser;  Kipp- oder Schwenkdisplay; Focuspeaking; Anschluss für externen Blitz

Panasonic Lumix GF2 und GF3:

Mit den Panasonics kommt man sofort zurecht, sie haben eine angenehme Bedienung und besonders die GF3 ist fast schon ein Handschmeichler.

Was besonders toll ist: Touchscreen, Bedienung wirft einem keine Stöcke zwischen die Beine

Was vorrangig fehlt: umfangreich einstellbarer Selbstauslöser, Anschluss für Fernauslöser.

 Was schön wäre: Kipp- oder Schwenkdisplay, Focuspeaking, Blitzbelichtungskorrektur Was schön wäre GF3: Anschluss für externen Blitz (den hat nur die GF2)

Olympus PEN E-PL3:

Mit der Olympus PEN E-PL 3 kommt man sofort zurecht; gute Bedienung. Der Blick in das Menü verwirrt zunächst und Bedarf vertiefter Beschäftigung, offenbart dann jedoch eine außergewöhnlich umfangreiche Anpassbarkeit vieler Funktionen. Die Haptik ist unvorteilhaft sowohl beim Fotografieren aus der Hand als auch vom Stativ; es fehlt einfach ein kleines Widerlager in Form einer kleines Griffs oder einer Griffleiste vorn an der Kamera. Nicht nur fehlt dieser, sondern die Oberfläche ist dort auch recht glatt – das ergibt ein eher prekäres Gefühl in manchen Situationen.

Was besonders toll ist: viele Bedienmöglichkeiten

Was vorrangig fehlt: umfangreich einstellbarer Selbstauslöser (wenn auch etwas besser als die anderen mFTs durch zusätzlich wähl- und einstellbare Verschlussvorauslösung)

Was schön wäre: größeres, bzw. besser ausgenutztes Display; höher auflösendes Display; Touchdisplay; Focuspeaking; PAL-Format bzw. Bildwiederholfrequenzen bei Videoaufnahme; Lagesensor (völlig unverständlich; fühle mich um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurückversetzt. Hochformataufnahmen müssen manuell gedreht werden!); besserer Bildstabilisator.

Panasonic Lumix GX-1:

Mit der Panasonic Lumix GX-1 kommt man sofort zurecht, gute Bedienung, sehr handlich

Was besonders toll ist: viele Bedienmöglichkeiten; Touchdisplay; griffig; solider Ein-Aus-Schalter; elektronische Wasserwaage; Stativgewinde zentrisch in Objektivachse und so angeordnet, das auch mit montierter MiniConnect-Kupplung Batterie- und Kartenslotfach zugänglich bleibt.

Was vorrangig fehlt: umfangreich einstellbarer Selbstauslöser; Display in der Wiedergabe als Schärfekontrolle nutzbar (das ist in der Wiedergabe bei Vergrößerungsstufen unerklärlich soft. Kein Vergleich zur Schärfedarstellung mittels Sucherlupe während manuellem Scharfstellen – das zeigt, dass das Display dazu in der Lage wäre. Warum geht es also in der Bildwiedergabe nicht?)

Was schön wäre: Focuspeaking; eine leicht bessere Haptik des vielgenutzten Daumendrehrades.

Sony NEX-5n:

Mit der Sony NEX kommt man nach einigem Testen und individuellem Konfigurieren gut zurecht, noch angenehme Bedienung

Was besonders toll ist: brilliantes Display; Touchscreen; Fokuspeaking

Was vorrangig fehlt: umfangreich einstellbarer Selbstauslöser; Anschluss für Fernauslöser

Was schön wäre: mehr Pancake-Objektive verfügbar; Blitzbelichtungskorrektur; Anschluss für externen Blitz

Meine Eindrücke zur Bildqualität:

Erste Feststellung (nicht unerwartet, aber wesentlich für die weitere Beschäftigung mit MFT): Die Bildqualität (mit 14er und 20er Pancake-Festbrennweite) der 12 Mio Px Panasonics (GF2 und GF3) ist deutlich den 10 Mio Px (und dem kleinen Zoom und viel kleineren Sensor) der Canon S95 überlegen. Sowohl bei bester ISO, als auch besonders bei höheren ISO.

Ein erster Vergleich des Panasonic 14mm/2.5 Pancake zum Vario PZ 14-42mm bei 14mm an einem Gartenmotiv:

Die Festbrennweite ist gut – das PZ akzeptabel bis zu zu soft im gesamten Sektor oberhalb Bildmitte rechts. Wird erst bei f8 und mehr ticken besser (aber nicht wirklich gut).

Ein erster Vergleich des Pana Vario PZ 14-42mm zum Sony E 18-55 Zoom (beide am kurzen Ende, d.h. Pana bei 14, Sony bei 18):

Das Sony ist im Sektor oberhalb Bildmitte rechts (da, wo das Pana richtig schlecht ist) deutlich besser. Dafür ist das Sony am linken Bildrand sehr soft, da ist das Pana Zoom sehr viel besser (beide bei Offenblende 3.5).

Bei f/8 werden die Unterschiede geringer, bleiben aber in oben beschriebener Weise bestehen. Sony zeigt darüber hinaus deutliche Farbsäume (die aber bei Panasonic trotz RAW bereits in der Kamera softwareseitig korrigiert werden? und die bei Sony problemlos in LR beherrschbar sind) und unabhängig vom verwendeten Objektiv in Lightroom (aber nicht z.B. in Sonys eigenem RAW-Konverter oder in Apple Aperture) immer die Neigung zu Treppenartefaktbildung (Jaggies, Aliasing – kann auch in Lightroom vermieden werden, wenn der 2003er RAW-Algorithmus ausgewählt wird).

Ein Vergleich der Olympus PEN E-PL3 zur Panasonic GF 3 (jeweils mit Pana 14mm Festbrennweite):

Die Olympus ist etwas wärmer in den RAWs, die Panasonic etwas kühler. Bildqualität je nach Motiv kaum oder doch schon etwas deutlicherer Unterschied. Z.B. leicht bessere Grasdetails bei der Oly. (Ergänzung: nach Angleich der Bilder mit Weissabgleich Tageslicht und weiterer Standardbearbeitung in Form von Clarity +20 und Dynamik +20 Oly insgesamt einen Hauch besser, aber nicht dramatisch).

Belichtungszeiten: Olympus mit ISO 200 (Basis-ISO) und Pana mit ISO 160 (Basis-ISO) führten zu gleichen Belichtungswerten.

Rauschen: habe kaum einen Unterschied wahrgenommen.

Resultat: Bildqualität kein Kriterium im Unterschied zwischen diesen beiden Kameras – rein das Handling sollte entscheiden.

Bildstabilisator der Olympus PEN:

Mein Eindruck: nicht Empfehlenswert (nur um das Wort „Schrott“ zu vermeiden). Noch nie in meinem Leben hatte ich es mit einem schlechteren Bildstabilisator zu tun. Meine Empfehlung kann nur sein: den internen Bildstabilisator der E-PL3 immer ausgeschaltet zu lassen und sein Vorhandensein nicht als Kaufkriterium zu werten.

Zur Vollständigkeit halber der Vergleich des zur E-PL3 mitgelieferten Kitzooms M.Zuiko Digital 14-42mm 1:3.5-5.6 II und dem Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3.5-5.6 OIS, jeweils an der Panasonic GF3:

Bei 14 mm: Das Pana PZ erscheint bei f/3.5 und f/5.6 über den gesamten Ausschnitt leicht besser als das Olympus Zuiko, wer hätte das gedacht. Erst bei f/8.0 scheint Gleichstand zu herrschen bzw. sich der Eindruck leeeeicht umzukehren.

Bei 42 mm: Auch hier ist das Pana PZ durchgehend besser, sowohl offen bei f/5.6 als auch f/8 und f/11. Einzig in der unteren linken Ecke erscheint das Pana softer; dies fällt aber bei f/5.6 nicht ganz so auf und mindert sich auch wieder bei f/11.

Zwischenfazit:

Nach all dem Testen hätte ich mich mit MicroFourThirds als Ersatz für meine Canon S95 und als Austausch für meine Sony NEX-5n für Rennradausfahrten anfreunden können. Dies vor allem unter dem Hintergrund, dass zwar die Kameragehäuse nicht kleiner sind als die der NEX, das aber mit den Pancakes 14 und 20 mm und auch mit dem sehr interessanten PZ 14-42 mm sehr kompakte Rückentaschen-Optionen herstellbar wären, die so leider nicht mit der Sony NEX machbar sind. Da geht das nur mit dem 16 mm Pancake, aber sonst keinem Objektiv. Leider auch nicht mit dem Sony 18-55 Zoom.

Welche MFT hätte es denn nun sein sollen?

Die GF2 und GF3 hatten leider keinen externen Fernauslöser-Anschluss. Den hat die NEX auch nicht, aber wenn ich schon extra nochmal umsteige, dann brauche ich diesen. Denn leider besitzen alle getesten Kameras nicht den sehr komfortablen Selbstauslöser der Canon S95, der sich als überaus wertvoll für die Dokumentation diverser Momente meiner Rad- und anderer Ausflüge und Fotoexperimente erwiesen hat.

Also bleibt nur die Olympus E-PL3 oder die GX-1. Letztere bietet auch einen moderneren Sensor und einen Sensor, der zwar nicht von den Abmessungen, aber wenigstens von der Auflösung her mit dem Sensor der Sony NEX konkurrieren könnte.

Also: Olympus PEN E-PL3 gegen Panasonic Lumix GX-1:

Rauschen: Basis-ISO 160 der GX-1 zu Basis-ISO 200 der E-PL3 sowie ISO 400 zu ISO 400 –> Im Grunde 1:1 gleiches Rauschverhalten und gleiche Rauschtextur. ISO 1600 zu ISO 1600: winziger Hauch Vorteil der GX1. Alles in allem wäre ohnehin nur das Rauschen bei niedrigst möglicher ISO das relevante gewesen. Da mir dieses auf Pixellevel 1:1 gleich erscheint und, wollte man das Bild der GX1 auf die Größe der E-PL3 reduzieren, bei ersterer nochmals leicht verbessert würde, also Gleichstand bzw. Vorteil GX-1.

Bildstabilisierung / Objektive: Der interne Bildstabilisator der E-PL3 ist ein Graus. Obendrein war er bei früheren Modellen auch in ausgeschaltetem Zustand verantwortlich für potenzielle Bildqualitätsprobleme. Auf die in den Objektiven verbauten Bildstabilisatoren einiger Panasonic-Objektive hat man nur Zugriff, wenn diese einen dedizierten Schalter am Objektiv haben. Die Objektive, die ich vorrangig für meine Einsatzzwecke nutzen möchte, bzw. die überhaupt erst den Reiz von MFT ausmachen bzw. MFT einen Kompaktheitsvorsprung vor z.B. der Sony NEX geben, stammen ausnahmslos von Panasonic. Im Zweifelsfall ist die interne Software-Optimierung der Panasonic Kameras daher besser für den Einsatz mit diesen Objektiven geeignet. Vorteil GX-1.

Bildschärfe: Vorweg: Ich konnte für die Olympus E-PL3 bisher nicht (und habe auch keinen Aufwand da hinein gesteckt) Quellen bestimmen, die entweder einen im Verhältnis besonders schwachen AntiAliasing Filter oder eine besonders starke interne Default-Schärfung, die sich auch in den RAW-Files wiederfindet, definitiv bestätigen würden. Es scheint jedoch nicht nur mein Eindruck zu sein, dass Bilder der Olympus im Vergleich und je nach Motiv leicht bis deutlich schärfer erscheinen, als z.B. Bilder der ebenfalls 12 MP Sensoren besitzenden Panasonic GF2 oder GF3 (siehe oben). Und dies unabhängig von etwaigen JPG-Defaulteinstellungen, da ich per se nur mit den RAWs arbeite. So ist die PEN E-PL3 einer GF2 oder GF3 in dieser Hinsicht mindestens ebenbürtig bis deutlich überlegen. Wie bildet sich das auf einen Vergleich mit dem höher auflösenden (16 MP) Sensor der GX-1 ab?

Nun – ohne weitere Maßnahmen, 1:1 in Lightroom betrachtet, scheint auch hier die E-PL3 einen leichten Vorteil zu haben. Bzw. durch ihre gute Grundschärfe den leichten Unterschied von 12 zu 16 MP egalisieren zu können. Kann man also von der Bildqualität her schon schließen, dass die Megapixeldimensionsunterschiede beider Kameras unerheblich sind und man einfach diejenige Kamera nehmen kann, die einem besser liegt? Nun – nicht unbedingt. Den Hauch, den die E-PL3 schärfer erscheint, kann man problemlos durch „Unschärfe Maskieren“ z.B. in Photoshop erreichen. Es ist sogar so: Nach verkleinern des GX-1 Bildes (um einen 1:1 Vergleich zu ermöglichen) und gleichen Schärfungsparametern erscheint das GX-1 Bild knackig scharf während das E-PL3 Bild bereits hart überschärft wirkt und Treppenstufen an allen harten Kanten aufweist (Die Originalfotos habe ich gemeinsam mit ein paar weiteren Fotos in dieses Flickr-Set hochgeladen

E-PL3

GX-1

und zum Vergleich auch die NEX-5n ,

wer mag, kann dies also für sich selbst ausprobieren).

Mein Take away: Das E-PL3 Bild braucht man nicht, aber darf man auch nicht stark im Postprocessing schärfen (i.e. es ist schon gehörig inCamera geschärft). Das GX-1 Bild hat Postprocessing-Reserven und ist problemlos auf das Schärfe-Niveau der E-PL3 zu bringen. Es verbleibt also der volle Auflösungsvorteil und besserer Raum für Weiterverarbeitungen des Bildmaterials. Vorteil GX-1 (für mich – für jemand, der kleinere Bilddateien bevorzugt und keinerlei Postprocessing durchführen mag: Vorteil E-PL3).

Video: Soll hier für meine Zwecke nur eine untergeordnete Rolle spielen. Aber dennoch: Die E-PL3 kann leider nur HD in AVCHD konformen 60i. Das ist für europäische Zwecke leider unschön; die GX-1 lässt sich vorbildlich zwischen NTSC und PAL, d.h. in diesem Fall zwischen 60i und 50i umstellen. Vorteil GX-1.

Zusammengenommen mit den Handlingunterschieden (siehe oben bei Handling in Kürze) kann ich sagen, das für mich genommen die GX-1 der E-PL3 haushoch überlegen ist. Wenn MFT, dann also die GX-1, das stand jetzt fest.

Halt – Wirklich MFT? Oder doch nicht lieber NEX?

Ok, wenn MFT, dann die GX-1. Sie ist auch schön griffig und ließe sich daher sogar auch beim Fahren gut bedienen. Aber ist die Qualität doch da, wo ich sie haben möchte? Ist das Lumix G X Vario PZ 14-42mm nun die tolle, superkompakte Krönung oder bleibt es dabei, dass ich nur die beiden Pancakes 14 und 20 mm nehme. Aber – wenn es dann doch auch nur diese beiden sind – so viel Unterschied zur Sony NEX-5n mit dem 16 mm Pancake ist dann ja auch nicht. Als einziger handfester Vorteil verbliebe der Selbstauslöser-Anschluss, den die GX-1, nicht aber die NEX-5n besitzt.

Zudem ist mir beim Testen noch eine sehr negative Überraschung bei MicroFourThirds untergekommen: Bereits bei vergleichsweise harmlosen „Langzeitaufnahmen“ (bei 4 Sekunden kann man noch nicht wirklich von Langzeit sprechen, diese Zeit erreiche und überschreite ich häufig in der Dämmerung, Indoor oder bei Aufnahmen fließenden Wassers) wird das Rauschen insbesondere in den Schatten selbst bei Basis-ISO echt übel. Und das sowohl bei der GX-1 als auch der E-PL3. Und sowohl mit als auch ohne eingeschaltete Rauschunterdrückung, bei der die Kamera ein Darkframe gleicher Dauer wie die Ursprungsaufnahme aufnimmt und zur Rausreduktion verwendet.

Kein Vergleich zu meiner Canon EOS 7D oder der Sony NEX-5n. Einen leichten Eindruck davon könnt ihr euch anhand dieses Fotos der GX-1 und dieses Fotos der NEX-5n machen. Beide mit demselben Objektiv Leitz Elmar-C 1:4/90 mm jeweils Leica-zu-MFT bzw. zu-SEL Adapter angeschlossen.

Bezüglich der Güte (der des Fehlens desselben) des Lumix G X Vario PZ 14-42mm ist in den unterschiedlichsten Foren viel geschrieben worden. So richtig zufrieden scheint mir kaum jemand zu sein. So hatte ich mir direkt zwei Exemplare zum Testen besorgt:

Während ich bei Indoor-Testaufnahmen (und somit kurze Entfernung) an einem Bücherregal und zunächst für sich selbst genommen die Ergebnisse als akzeptabel wahrgenommen habe, konnte ich dennoch leichte Unterschiede zwischen den zwei Exemplaren ersehen.

Ich hatte somit einen Favoriten. Den habe ich bei 14 mm gegen die 14 mm Festbrennweite verglichen. Überraschenderweise habe ich dabei keine großen Unterschiede gesehen. Was mich dabei eher weniger vom 14-42 überzeugt, als über das 14er nachdenklich gestimmt hat. Immerhin konnte ich so auch beim besseren 14-42er Exemplar einen soften, stationären Bereich in Bildmitte oben links dingfest machen bzw. aus meinen ersten Tests bestätigen.

Bei 20 mm im Vergleich zur 20 mm Festbrennweite kam  dann endlich der erwartete Effekt: das 20 mm ist eindeutig besser als das Zoom bei entsprechender Brennweite.

Soweit, so lala.

Beim Test draußen erschien mir das 14-42 aber auch ganz ohne Vergleich irgendwie zu soft. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich eine konkrete Ursache habe dingfest machen können, aber mir ist beim weiteren testen etwas aufgefallen, was mir so noch nie untergekommen ist: Doppelbilder bzw. Geisterbilder. Zumindest bei 42 mm. Anhand z.B. folgenden Fotos kann man es einwandfrei an dem Maschendrahtgeflecht ersehen: .

Und das ob mit eingeschaltetem Bildstabilisator des PZ (OIS) oder ohne. Ich bin aber nichtmal sicher, ob es tatsächlich am Objektiv oder vielleicht sogar an der Kamera liegt. Dazu hätte es weiterer Tests bedurft. Ebenso habe ich gerade dieses Motiv nicht per Stativ aufgenommen.

Andererseits brauchte ich das für mich dort auch nicht. 1. handelt es sich um Zeiten, die auch freihand (schlimmstenfalls mit OIS-Unterstützung) problemlos möglich sein sollten, 2. zeigt der Vergleich mit der ebenfalls freihand gehaltenen Sony NEX, wie das Ergebnis auszusehen hat: z.B. hier:

Zusammen mit dem für mich inakzeptablen Rauschverhalten bei auch nur moderat längeren Aufnahmen sowie dem eindeutigen Vorteil des Rauschens bei Basis-ISO (100 bei der Sony NEX-5n und 160 bei der GX-1) steht für mich der nun der Gewinner fest:

Mein Gewinner ist:

Die Sony NEX-5n!

Optimale, kompromisslose Bildqualität bei noch Trikotaschentauglichem Format (mit ganz leichtem Abstrich in Bezug auf das 18-55mm Zoom) gibt es bei der Sony NEX-5n. Sie besitzt obendrein den Vorteil (der hier nicht im Fokus stand) des besten Videomodus: 1080P, also Full HD im Progressive (nicht nur 720I interlaced) mode und das sogar noch bei 50 Frames pro Sekunde. Das bieten nicht mal EOS 5D Mk III und Co. So können selbst bei Full HD noch 50% Zeitlupen bei Pal-konformen 25 Bildern pro Sekunde aufgenommen bzw. wiedergegeben werden.

Obendrein habe ich mit der NEX auch abseits des Rennradfahrens oder bei anderen Terminen nie das Gefühl, Kompromisse bei der Bildqualität einzugehen. Mit der NEX erwische ich mich nie, zu wünschen, ein entsprechendes Bild doch lieber mit der Canon EOS 7D aufgenommen zu haben. Selbst mit der sehr guten MFT-Kamera Panasonic GX-1, welche wirklich auch eine feine Kamera ist die viel für sich sprechen hat, wäre dies aber wohl sicher öfters der Fall gewesen.

Die Selbstauslöser- bzw. Fernauslöser-Thematik werde ich bei der NEX über einen IR-Stecker für das iPhone in Verbindung z.B. mit der App DSLR.bot lösen.

Und nun auf – der Frühling hat begonnen, das Wochenende soll wie die vergangenen Tage sonnig werden: Rauf auf’s Rad und/oder die Kamera zur Hand. Allzeit viel Spaß und Gut Licht :)

Gechilltes Laufen

Rad fahren, Uncategorized

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Etwas Wortspiel muss sein ;-) Ganz gechillt, sowohl locker als auch schön frisch etwas gelaufen. Ganz Europa soll unter „ungewöhnlicher“ Kältewelle leiden. Naja, für ganz Europa mag das ungewöhnlich zutreffen. Hier in Wittgenstein ist das zwar auch keine Kälte, die man alle Tage hat, aber dennoch vollständig normal für einen Winter und nun wirklich keine außergewöhnliche Härte.

Also: Herrliches Wetter heute. Da ich diese Woche auch noch nicht laufen war, fiel die Entscheidung leicht, ob ich radfahren sollte (etwas zu kalt für Grundlageneinheiten) oder zum Laufen raus wollte.

An hatte ich: lange Skisocken, lange Funktions-Unterhose, darüber die Lauftight. Oben ein langes Funktionsunterhemd, darüber ein Skihemd, darüber eine graue Joggingjacke, darüber eine dünne Steppweste. Am Kopf die Helmunterziehkappe und darüber eine Schirmmütze. Meine dünnen Tschibo-Jogging-Handschuhe waren ausreichend und ließen mich auch gut die Sony NEX-5n bedienen. Als Schuhe hatte ich nicht die Nike Joggingschuhe, sondern meine Wanderschuhe angezogen. Fühlte mich damit optimal angezogen. Für dauerndes Durchlaufen hätte ich auch auf die Steppweste verzichten können.

Ich hatte auch den Camelbag Mule als Rucksack dabei. Drinnen ein paar Objektive und die Sony NEX-5n. Mit der habe ich auch einige Fotos gemacht. Das hat natürlich die Gesamtintensität stark nach unten gezogen. Aber egal, Hauptsache eine lockere Grundlagenausdauereinheit bei schönem Winterwetter über 2,5 Stunden und dabei die Beinmuskulatur joggingspezifisch etwas trainiert, dabei aber keinen Muskelkater geholt, der das folgende Radtraining beeinträchtigen würde.