Garmin hat den Edge 820 vorgestellt – ist er interessant?

Rad fahren

Hersteller wie Garmin denken ja immer, sie müssten neue Funktionen erfinden bzw. einbauen, um neue Geräte attraktiv zu machen. Dabei verkennen Sie, dass ein Großteil ihrer aktuellen und potenziellen Kundschaft einfach nur Geräte möchte, die einfach nur  funktionieren und ein paar Grundeigenschaften aufweisen. Nicht zu groß, nicht zu schwer,   die Bedienung lässt einen nicht verzweifeln, die Qualität der aufgezeichneten Tracks ist gut, die Firmware ist robust, die Akkulaufzeit ausreichend und die Anschlüsse sind so angeordnet, dass man sie auch benutzen kann, während das Gerät in seiner mitgelieferten Halterung steckt…

Grundlegende Dinge, oder? Warum führe ich sie auf? Weil z.B. der Garmin Edge 1000 nur zwei der obigen Punkte erfüllen kann. In der Tat finde ich die Firmware (zum ersten Mal für ein von mir genutztes Garmingerät) robust und die Qualität der aufgezeichneten Tracks ok (grundsätzlich können das die Edge-Versionen mit GPS+GLONASS wesentlich besser als die Versionen nur mit GPS).

Garmin hat nun den Edge 820 angekündigt. Siehe das erste Preview von DC Rainmaker hier.

Dann wollen wir mal die Checkliste prüfen:

Garmin Edge 820

  • Kartenfähig (und routingfähig – wer sich darauf einlassen möchte…) ohne Kompromisse und doch im kompakten Formfaktor (gleich wie Edge 520) – sehr gut!
  • Touchbedienung wie der Edge 1000 – uh oh, viel zu oft treibt einen der Edge 1000 mit „Lock Screen“ Meldungen in den Wahnsinn. Egal ob es regnet, einfach nur neblig ist oder ob es ein wunderbar trockener Tag ist. Selbst bei besten Bedingungen ist die Präzision der Auswahl und der resultierenden Aktion ein Glückspiel. Sicher ein Kompromiss von Garmin, um zum einen die Bedienung auch durch Handschuhstoff zu gewährleisten und das Gerät nicht auf jeden Regentropfen ansprechen zu lassen. Die resultierende Qualität der Bedienung ist jedoch zum Haare raufen. Auf einem Smartphone ist die Unterscheidung zwischen Scrollen einer Liste oder Auswahl eines Listenelements problemlos, auf dem Edge 1000 muss man sehr vorsichtig und bewusst agieren und selbst dann ist Erfolg nicht garantiert… Viel des Charmes des 820 wird für mich davon abhängen, ob Garmin beim Fertigen und Kalibrieren von kapazitiven Displays erheblich dazugelernt hat oder nicht.
  • Batterielaufzeit 1: Der Edge 1000 und der Edge 520 sind mit 15 Stunden angegeben. Natürlich erreichen beide Geräte und besonders der Edge 1000 diese Zeit bei weitem nicht. Insbesondere, wenn man beim Edge 1000 das Kartendisplay zum navigieren oder Track nachfahren darstellen lässt. Eine erste Info, die mittlerweile berichtigt wurde, gab für den Edge 820 sogar nur 12 Stunden an. Das wäre die komplett falsche Richtung! Nicht nur ich wünsche mir ein Gerät, mit dem eine Tagestour > 8 Stunden ohne externe Stromversorgung und ohne Zittern möglich ist! Beim Edge 1000 ist das nicht gegeben! Diese Angabe wurde mittlerweile korrigiert und auch bei Garmin kann man sehen, dass die Dreierriege 520, 820 und 1000 einheitlich mit 15 Stunden angegeben wird. Bleibt zu prüfen, wie lang der 820 nun wirklich hält.
  • Batterielaufzeit 2: DC Rainmaker berichtet, dass der 820 dafür aber eine recht effektive Stromsparoption habe, die bei Bedarf alles abschaltet, was nicht unbedingt gebraucht wird – also in der Hauptsache das Display. Dabei aber weiter alles aufzeichnet und bis zu 50 % längere Laufzeit ermöglicht. Wenn man das also von Anfang an einschalten kann, könnte man vielleicht im Maximum tatsächlich 12 Stunden Aufzeichnungszeit herausholen? Bliebe einem tatsächlichen Test vorbehalten, ob man das a) kann b) welche Laufzeit dabei herausspringt. Aber: Zum Track nachfahren und das Gerät tatsächlich für Infozwecke unterwegs zu benutzen hilft das natürlich nicht…

Das sind die für mich ausschlaggebenden Punkte – natürlich kann der 820 noch mehr, aber solche Dinge wie WiFi etc. könnt ihr gerne bei DC Rainmaker erlesen. Diese Funktionen nützen alle nichts, wenn das Gerät nicht auf dem Rad einfach bedienbar ist und das macht, was ich von ihm will: wenig Platz wegnehmen, alle meine Trainingsdaten aufzeichnen und darstellen und mich Tracks nachfahren lässt (keine Garmin-Navigation bitte, Danke). Und das alles, ohne dass ich nach 6, 8 oder 10 Stunden mit einem toten, stromlosen Klotz da stehe.

Garmin Edge 800 – Was tun, wenn der Edge streikt? Tipps und Tricks.

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Garmin Edge 800

Letztes Wochenende wurde ich kalt erwischt. Ohne vorheriges Anzeichen startete mein Garmin Edge 800 nicht mehr, als ich abends meine Trainingseinheit vom Tage am Rechner auslesen wollte. Anschalten lies er sich (bzw. startete wie üblich automatisch, als er über USB mit dem Computer verbunden wurde). Aber dann blieb er bei der Meldung „loading maps“ hängen. Jedesmal. Egal wie lange ich ihn sich selbst überlies und egal ob ich ihn ohne USB-Verbindung versuchte, anzuschalten.

Dies blieb auch so, als ich die Micro-SD-Karte entfernte, auf der ich mein übliches Kartenmaterial gespeichert habe.

Tja. Was tun? Hard-Reset? Doof – ich wollte unbedingt meine Trainingsdaten retten. Aber so liess sich der Edge halt auch nicht vom Computer aus ansprechen.

Die Lösung, um in so einem Falle trotzdem auf den internen Speicher des Garmin zugreifen zu können:

# Massenspeichermodus erzwingen / force mass storage mode:

Bei ausgeschaltetem Garmin die „Lap/Reset“-Taste gedrückt halten und den Garmin dabei per USB-Kabel mit dem Computer verbinden. Voilá.

So konnte ich die entsprechende Einheit (und alles andere, was auf dem Garmin gespeichert war) auf meinen Computer kopieren. Die letzte Einheit war 246 kB groß, war aber anscheinend leicht korrupt. Das Garmin TrainingCenter oder auch SportTracks konnten die Datei nicht einlesen.

Golden Cheatah hatte hingegen überhaupt keine Probleme. Das .fit-File wurde problemlos von ihm eingelesen und war auch 100 % in Ordnung. Alles drin, alles so wie erwartet. Strava konnte die Trainingseinheit ebenfalls ohne Probleme direkt vom Edge auslesen und importieren. Trainingstagebuch.org hingegen konnte es widerum nicht.

Also:

# Tipp zum einlesen vermeintlich problematischer oder korrupter .fit Dateien

Wenn Garmin.Connect, Garmins TrainingCenter oder andere Software die Datei nicht einlesen können, einfach mal Strava oder Golden Cheetah (Freeware) ausprobieren.

Es gibt auch jemanden, der ein Edit & Repair & Convert Tool für Fit Dateien programmiert hat. Das Fit File Repair Tool. Es basiert auf bzw. benötigt MS Access oder eine RunTime und erfordert Lizensierung. Über die Güte und Mächtigkeit kann ich nichts sagen – da ich mir sowohl die Lizensierung gespart habe und auch mein fit-File schon längst mit GoldenCheetah eingelesen hatte, noch bevor ich die MS Access Runtime komplett heruntergeladen hatte…

Und vorher hätte ich mich wohl auch noch mit dem Java-Tools des FIT Protokoll SDKs befasst. Wer mehr wissen möchte: http://www.thisisant.com/pages/developer-zone/fit-sdk

# Nutzer Daten löschen / User Data Clear:

Bevor ich den Tipp mit dem Massenspeichermodus fand, versuchte ich, ob ein User Data Clear helfen würde. Dabei sollten die gespeicherten Activities, also die Trainingseinheiten, nicht gelöscht werden. Dafür aber das Nutzerprofil zurückgesetzt werden.

Kann ich bestätigen. Klappt also wie vorgesehen. Half aber nichts in Bezug auf das Problem mit dem Hängenbleiben bei „Loading Maps“

Wie geht’s?

Bei ausgeschaltetem Edge die linke, obere Ecke des Displays gedrückt halten. Dabei den Edge einschalten. Display erst loslassen, wenn die Nachricht „Reset device settings to factory default?“ erscheint. Dann auf „Yes“ drücken.

# Master Reset:

Wenn alles nichts hilft, muss der Master Reset her. Dann sind aber alle Nutzerdaten, alle gespeicherten Aktivitäten und Screen-Einstellungen weg!

Ich musste das Gott sei dank nicht machen, nach dem Löschen sicherheitshalber aller .fit-Files über den Massenspeichermodus startete der Edge danach wieder.

Wie geht’s?

Bei ausgeschaltetem Gerät die beiden Knöpfe der Frontseite „Lap/Reset“ und „Start/Stop“ drücken und gedrückt halten. Dabei dann das Gerät einschalten. Es erscheint ein Garmin Splash Screen. Erst, wenn dieser wieder verschwindet, die beiden Knöpfe der Frontseite loslassen.

Der Edge ist nun komplett resettet. Er muss nun nach draußen, um beim Einschalten die Satelliten-Daten komplett neu zu empfangen. Laut Garmin soll das mindestens 20 Minuten benötigen…

(siehe auch hier beim Garmin Support)

# Weitere Tipps zum Dateisystem / zum Ablageort:

Um zu überprüfen, ob vielleicht das Speichersystem irgendwelche Probleme hatte, kann man auch chkdsk ausführen.

Unter Windows das Startmenü aufrufen, dort ins Ausführen/Suchen Eingabefeld „cmd“ eintippen und anschließend cmd.exe ausführen.
Im sich öffnenden Dos-Fenster das Folgende eingeben: „chkdsk x:“. X: muss dabei durch den Laufwerksbuchstaben des Edge ausgetauscht werden, mit dem er im Explorer angezeigt wird.

Chkdsk überprüft das „Laufwerk“ und meldet, ob und welche Probleme es im Dateisystem erkannt hat (bei mir gab es keine). Wenn es Fehler gibt, nochmals chkdsk mit folgender Option ausführen: „chkdsk x: /f“.

Um Problemen mit dem steckenbleiben beim Start aufgrund fehlerhaften Aktivitäten oder ähnlichem zu entgehen, empfehlen manche auch, den Speicherort der Trainingseinheiten auf die SD-Karte zu legen. Dies kann in den Systemeinstellungen eingestellt werden. So kann im Fall der Fälle die SD-Karte entfernt werden und auch direkt in einem Lesegerät ausgelesen werden. Ich verzichte aber darauf. Ich hatte zwar noch nie Probleme – aber wenn es mal Kontaktprobleme oder ähnliches geben sollte, wäre das mitten in einer Aufzeichnung sicher auch nicht so toll.

# Daten einlesen am Mac:

Schreibe ich hier nur der Vollständigkeit halber hin, da es nichts mit Problemen zu tun hat, sondern normales Verhalten darstellt. Aber ungewohnt ist, wenn man den Edge sonst immer am PC ausliest.

Am PC startet der Edge beim Anschließen über USB direkt im Massenspeichermodus und kann direkt durch z.B. TrainingCenter o.ä. ausgelesen werden.

Am Mac wird er so ohne Weiteres nicht erkannt. Vor dem Auslesen muss der Edge zunächst eingeschaltet werden und danach muss die letzte Einheit per „Reset“ abgeschlossen werden. Dafür die Taste „Lap/Reset“ bei eingeschaltetem Edge 800 drücken und während des Countdowns „Reset in…“ von 1 bis 4 gehalten werden. Dann kann der Edge ausgeschaltet und ganz normal über USB-Kabel mit dem Mac verbunden werden. Nun klappt’s auch mit dem Nachbar… mit dem Auslesen.

# Kompendium:

Teilweise das obig geschriebene und sonstiges Mehr ist auch in diesem empfehlenswerten Kompendium zum Garmin Edge 800 im Garmin-Forum zu finden.

 

Look Ma – Nu Wheelz! Neue Laufräder & Leistungsmessung für das Wilier Triestina GranTurismo

Produkttests, Rad fahren

KinLin XR-300 Felgen, hinten mit Powertap G3, vorne mit tune Mig 70 Nabe, an meinem GranTurismo:

Sheltered from the Rain

Weiß macht mächtig was her, nicht? ;-)
Ich finde sie richtig edel – und gleichzeitig richtig „Racy“.

Die Presse (ähm, Nutzerkommentare ;-)) urteilt: „Lecker, Lecker, Lecker!“, „…chique“, „Schön!“, „Laufräder stehen dem Rad gut!“, „Passt. :)“, „porn“

Nicht das ihr denkt, die Kommentare hätte ich mir als Stilmittel für diesen Beitrag ausgedacht. Brauchte mich da nicht anstrengen, sondern nur ein paar Reaktionen von Twitter, Flickr und Co hernehmen. :)

Wilier Triestina GranTurismo

Mein Wilier habe ich nun schon seit etwas über einem Jahr, über 9000 tolle Kilometer habe ich mit ihm mittlerweile zurückgelegt. Es sinnvoll zu tunen, fällt gar nicht so leicht. Laufräder kommen ja bei so etwas immer in Betracht. Warum es aber doch nicht so einfach damit getan ist, einfach teure und hochprofilige Carbon-Schlappen an’s Rad zu stecken, habe ich ausführlich in meinem letzten Blogeintrag über Laufräder für das Rennrad dargelegt.

Im Entscheidungsprozess war ich dann also trotz den scheinbar ubiqitären Systemlaufradsätzen bei handeingespeichten Laufrädern gelandet.

Alufelgen KinLin XR-300 in weiß

Nicht zuletzt, weil ich auch schon länger ein Leistungsmessgerät haben wollte.

Ich zeichne ja jetzt schon gerne jede meine Ausfahrten auf. Die Strecke per GPS, die Geschwindigkeit, den Puls, und die Trittfrequenz. Es macht Spaß, die Daten zu sammeln und auszuwerten, sie können sinnvoll für die Trainingsanalyse verwendet werden und nicht zuletzt ist es auch schön zu sehen, wann und wo man überall war (und wo man welche Fotos gemacht hat; den GPS-Track aus meinem Garmin nutze ich natürlich auch, um meine bei Touren gemachten Fotos zu georeferenzieren).

Eine Zeitreihe fehlte mir bis dato allerdings immer: Die Leistung.

Ja, eine Leistungsaufzeichnung ist nicht unbedingt nötig. Schon gar nicht im Hobbybereich. Aber doch mehr als nur nice to have. Und auf jeden Fall eine weitere, motivierende Kurve für mich als Datenjunkie. ;-)

Geschwindigkeit… toll, warst du alleine unterwegs, mit dem Wind, gegen den Wind, gegen wieviel Wind?
Waren viele Anstiege dabei, wenige? Haben Kälte, Schwüle, Stress oder Vorerschöpfung deinen Puls eher erniedrigt oder höher als normal getrieben?

Leistung – das ist die einzig wahre Maßzahl der objektiv gelieferten Arbeit (pro Zeit). Die Herzfrequenz zeigt den Aufwand, der dafür zu betreiben war.

Die Leistungsmessung am Rad ermöglicht unter anderem:

  • spezifische Ziele zu setzen
  • Leistungszonen für effektiveres Training zu bestimmen und zur Steuerung verwenden
  • Leistungsfortschritt objektiv messen (geht aber auch gut an einem bekannten Berg)
  • Trainingsbelastung zu quantifizieren und managen
  • An der eigenen Effizienz durch Beobachtung und Vergleich von Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Leistung arbeiten
  • zusätzliche Trainingsmotivation
  • das Pacing bei Dauerleistungen zu unterstützen

Außer Acht lasse ich jetzt mal die ganz spezifische Vorbereitung auf einzelne Rennen und das auf den Punkt in der Saison fit zu sein, das für mich als jemand, der das Rad fahren in der gesamten Saison genießen möchte, nicht so wichtig ist.

Laufradsatz mit KinLin XR-300 Felge und CycleOps Powertap G3

Welche maßgeblichen Optionen gibt es denn für die Leistungsmessung am Rad?

  • SRM (Kurbelsystem) (http://www.srm.de): Schoberer Rad Messtechnik ist quasi der Urvater der Leistungsmessung am bewegten Rad. Viele Profis nutzen es und die Qualität ist sicher eine der Besten. Aber der Preis ist prohibitv. Lohnt gar nicht, weiter darüber nachzudenken. Vor allem bei der Vielzahl der mittlerweile bestehenden anderen Optionen und derjenigen mehr, die gerade vor Markteinführung stehen.
  • Power2Max (Kurbelsystem) (http://www.power2max.de): Ebenfalls wie bei SRM wird die Leistung an der Kurbelspinne abgenommen. Sehr interessant vom Preis her. Bisher hört man fast nur Gutes. Einzige Sorge war bisher, dass die Einheiten keine Kompensation für Temperaturdrift aufwiesen. Auf der Eurobike wurde jetzt angekündigt, dass die Power2Max in zukunft mit Temperatursensoren ausgerüstet werden sollen. Mit persönlich gefiel aber nicht, dass der Einbau nicht ganz so ohne weiteres gemacht ist, wenn man eine Campa-Kurbel hat – wie immer bei Campa ;-)). Außerdem gefiel mir keine der Kurbeloptionen im Vergleich zur Chorus. Ein Behalten der Chorus-Kurbel ist nämlich bei der Power2Max leider nicht möglich. Auch das ganze Prozedere für Erwerb und Selbst-Einbau, welches auf der Power2Max Website erläutert ist, stieß bei mir nicht auf ungeteilte Freude. Hier fände ich die Option eines Rundum-Sorglos Einbaus aus Händlerhand sehr viel ansprechender.
  • Quarg (Kurbelsystem) (http://www.quarq.com) preislich ist es zwischen Power2Max und SRM angesiedelt. Gibt es auch schon länger als Power2Max. Entsprechend finden sich viele solcher Systeme bei ambitionierten Amateueren, aber auch Profis und Triathleten im Einsatz. Ohne die Systeme genau verglichen zu haben denke ich, dass Viele bei heutiger Neuanschaffung dann das auf exakt dem gleichen Prinzip beruhende Power2Max-System setzen würden. Auch hier gilt, wie auch bei SRM, man muss mit der Kurbelauswahl, die der Hersteller für seine Systeme kompatibel erachtet, zufrieden sein.
  • Powertap (Hinterradnabensystem) (http://www.cycleops.com) Auch die Powertap-Naben, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, sind preislich für den Hobby- und Amateurbereich sehr interessant. Dadurch, dass die Leistungsmessung im Hinterrad integriert ist, kann man diese auch auf mehreren Rädern einsetzen (z.B. Straßenrennrad und Zeitfahrmaschine), sofern dort das gleiche Schaltungssystem verwendet wird. Dafür ist man auf genau dieses Hinterrad aber auch angewiesen, möchte man die Leistungsmessung mitlaufen haben. Und kann nicht mal eben im Training diesen und im Rennen jenen Laufradsatz fahren. Oder für die Berge die kompakte Felge und für das Zeitfahren den Hochprofillaufradsatz hervorholen. Es sei denn, man rüstet jeden dieser Laufradsätze mit einer Powertap-Nabe aus.
  • Wie bei den Kurbelsystemen die Kurbel, so ist es hier die Nabe, bzw. der Laufradsatz, bei dem die Auswahl eingeschränkt ist. Es gibt seit diesem Jahr nur noch 2 Optionen von CycleOps direkt. Besser, man lässt sich von einem Laufradbauer was Schönes aufbauen, wie ich es jetzt habe machen lassen. Das geht auch mit Zipps oder anderen teuren Felgen, wenn gewünscht. Was nicht geht, ist die Verwendung von Systemlaufrädern.
  • Polar Look Keo (Pedalbasiert) (http://www.lookcycle.com) Diese ganz neue Art der Leistungsmessung finde ich grundsätzlich sehr interessant. Keine speziellen Laufräder und keine speziellen Kurbeln nötig. Man fährt dass, was man gerade hat oder will ohne Rücksicht auf verfügbare Optionen nehmen zu müssen. Gut, dafür muss man das Pedalsystem mögen. In diesem Fall das verbreitete Keo-System. Auch komplette Laien sollte das Wechseln von Pedalen vor keinerlei Probleme stellen. D.h. kaufen, anschrauben, losfahren. Und beim Radwechsel genauso: Loschrauben hier, randschrauben da, fertig.  Aber, der Teufel steckt im Detail: Ganz so einfach ist das mit dem Schrauben nicht. Es muss schon so einiges beachtet werden, damit kein Unsinn gemessen wird. Etwas Mühe hier wäre aber problemlos verschmerzbar.
  • Der Showstopper beim Keo-Power System ist:
    a) in meinen Augen viel zu teuer,
    b) kein Ant+ (unverzeihlich und damit selbst ins Aus geschossen. Derzeit also nur mit Polar-Headunits verwendbar, die zudem noch absolut ungenügend für das Powerbasierte Training sind.
    c) ich lese immer noch von Probleme beim Einsatz und beim Kunden
  • Garmin Vector (Pedalbasiert) (http://sites.garmin.com/vector/#power) Hier hatte ich hohe Hoffungen und sehr großes Interesse. Aus den prinzipiellen Vorteilen, die ich bei dem Polar-Look-Keo System erläutert hatte. Die Preisvorstellung fand ich auch im Rahmen und dieses System hätte auf den ANT+ Standard gesetzt. Wie man an den Problemen des Keo-Systems sieht, ist die Leistungsmessung am Pedal nicht ohne Probleme. Garmin hat sich daher entschlossen, die Markteinführung dieses Jahr wiederholt zu verschieben, anstelle das Produkt beim Kunden reifen zu lassen.

Das ist die aktuelle Situation verfügbarer und im verbreiteten Einsatz befindlicher (oder leider zurückgestellter) Leistungsmessgeräte. Wer noch ein paar Monate bis ein Jahr (oder länger?) warten kann, der wird sicherlich noch mehr Auswahl haben. Denn auf der kürzlich vergangenen Eurobike und auf der gerade laufenden Interbike wimmelte es quasi nur so vor in unterschiedlichen Markteinführungsstadien befindlichen Neuvorstellungen. Da wäre z.B. das neue kurbelbasierte System direkt von Rotor, ein sehr preiswertes Bluetooth Smart Powermeter welches die Leistung aber nicht direkt messen kann und daher nicht so ganz das Wahre sein kann, ein interessantes System von Pioneer welches aber von den Preisvorstellungen (no Way, José) und den vielen Teilen erst einmal Skepsis bei mir hervorruft und ein ganz ähnliches, aber sehr viel einfacheres und damit sowohl vom Design als auch vom Preis her vielversprechenderes System von StageONE.

Aber wie geschrieben: Diese Systeme sind erst vorangekündigt. Sie müssen zum Teil erst zur Marktreife gelangen. Rückschläge und Neubewertungen sind möglich. Die ersten Vorankündigungen des Garmin Vector Systems liegen z.B. schon Jahre zurück (war ein Konzept einer dann von Garmin aufgekauften Firma).

Von daher hatte ich mich bereits lange vor der Eurobike für eine Powertap-Nabe entschieden und bereue diese Entscheidung jetzt auch nicht.

Jedes System hat seine Fallstricke und kleinen Pferdefüße. Ich bin sicher, ich werde die der Powertap schon noch früh genug entdecken.

So oder so wird es sicher im Laufe der Zeit noch den einen oder anderen Blog-Beitrag zu diesem Themenbereich geben. :)

Powertap G3 mit Campagnolo-Freilaufkörper

Im letzten Herbst hatte Cycleops seine Naben-Familie komplett überarbeitet und das Line Up besteht für Rennräder nun aus der Powertap Pro, der Powertap G3 und der Powertap G3C, welche nach Herstellerangaben durch Verwendung von Keramiklagern nochmals 10 Gramm gegenüber der 325 Gramm leichten G3 einsparen soll. Dafür aber 400,- Euro Aufpreis? Nein.

Die 325 Gramm der G3, die jetzt auch einen sehr viel schlankeren Nabenkörper als frühere Ausgaben aufweist, stellen einen sehr guten Wert, verglichen mit anderen Hinterradnaben, dar. Verglichen z.b. mit einer Leichtbaunabe tune Mag 170 von 178 Gramm erhält man also ein Leistungsmess-System mit nur 147 Gramm Mehrgewicht. Bei schwereren Naben sieht das noch besser aus. Top! Zum Vergleich: ein Power2Max System bedeutet 190 bis 216 Gramm Mehrgewicht zur Originalkurbel.

Laufrad mit tune Mig 70 Vorderradnabe, Sapim-Speichen und KinLin XR-300 Felge

Vorne wollte ich eine tune Mig 70. Die nochmals leichtere Mig 45 hat mir nicht so gut gefallen.

Als Felgen wie eingangs erwähnt die KinLin XR-300.

Als Speichen wählte ich die Sampim CX-Ray. Mit 20 Speichen vorne und 24 Speichen hinten kommt der Laufradsatz auf folgende, von mir gewogene Werte:

Vorderrad 655 gr
Hinterrad 954 gr
Summe 1609 gr

Jeweils ohne Schnellspanner, ohne Ritzelpaket, aber mit leichtem Textilfelgenband.

Meine Fulcrum Racing 3 habe ich nach dem ummontieren auch gewogen:

Vorderrad 677 gr
Hinterrad 878 gr
Summe 1555 gr

Jeweils ohne Schnellspanner, ohne Ritzelpaket und ohne Felgenband, da dies bei den Racing 3 nicht nötig ist.

D.h. ich habe jetzt 54 gr Mehrgewicht zu vorher. Und das ist die Pulverbeschichtung der weißen KinLins. Aber weiß mussten sie halt sein. :) Schwarze KinLins wären 50 gr leichter.

Leider sind es auch ein paar Speichen mehr geworden – die Racing 3 haben weniger. Aber gut, das kann der Robustheit nur gut tun. Und die neuen Felgen sind leicht höher und vor allen Dingen: ich habe jetzt eine Leistungsmessung integriert!

Wo habe ich sie aufbauen lassen?

Ich hatte mich an Lightwolf gewandt. Da konnte ich auf seiner Webseite sehen, dass er schon des öfteren Powertap-basierte Laufräder aufgebaut hatte. Kann ich ihn empfehlen?

Hmm, da bin ich zwiegespalten. Zum einen muss der Laufradsatz sich erst noch länger in der Praxis bewähren. Ob er wirklich ohne Nachzentrieren tadellos schlagfrei bleibt und so weiter. Da legen die Laufradbauer ja immer sehr großen Wert drauf, dass das durch ihre gute Arbeit nicht nötig sei.

Dazu muss ich sagen: ich kenne es gar nicht anders. Bei mir hat noch kein Laufradsatz die Form verloren. Jaja, dann trete ich halt nicht rein wie ein Ochse und wiege halt nix, auch gut. ;-) Aber ich ballere auch schon mal sehr viel heftiger als mir lieb ist durch Schlaglöcher, Rillen, Riefen und Co – denke also schon, das ich als Belastungstester tauge.

Besonders herausragende Handarbeitsqualität kann ich auch nicht entdecken. Der Laufradsatz ist ok und gefällt mir. Nicht mehr, nicht weniger. Nichts, was ich nicht auch von massengefertigten Laufradsätzen oder von anderen Laufradbauern nicht auch erwarten, ja einfordern würde.

Was mir missfallen hat war die sehr lange Lieferzeit (gut, wusste ich vorher, aber Felix Wolf hat die avisierten 4-6 Wochen auch komplett ausgereizt), die Vorkasse (insbesondere im Licht der sehr langen Lieferzeit) und dieses kleine Detail hier an der Innenseite des Felgenhorns des Vorderrads:

Endkontrolle oder überhaupt Arbeitsbeginn an so einer Felge sollte anders aussehen.

Als ich die Laufräder aus ihrer guten Kartonverpackung zog und sie auf ihr Finish überprüfte (mich hätte nach 6 Wochen der Schlag getroffen, hätte ich sie zurückschicken müssen), entdeckte ich recht schnell diese vermeintlche „Schlacke“-Reste an einer Stelle. Also mein lieber Herr Wolf – wie oft hält man eine solche Felge beim Einspeichen in den Händen? Wie gut schaut man sich seine Werkstücke an, wenn man etwas herstellt, was 6 Wochen Lieferzeit hat? Und man Riesenbrimborium um solide Handarbeit macht?

Wäre das tatsächlich Metallschlacke oder irgendwelche festgebackenen Rückstände gewesen, wäre die Felge für den Eimer. Hätte man es nicht spurlos entfernen können, liefe jeder Reifen Gefahr, sich an dieser Stelle aufzuscheuern oder eine Vorschädigung zu erhalten.

Gott sei Dank erwies sich diese Stelle als Sinterrückstand oder Ähnliches von der Pulverbeschichtung und war problemlos mit dem Fingernagel entfernbar. Aber nochmal: Dies festzustellen, zu beheben oder einfach eine neue Felge aus dem Regal zu ziehen (oder Pronto zu besorgen) wäre Aufgabe des Laufradbauers gewesen.

Das eingelegte, selbsklebende Felgenband musste ich auch erst mal noch ein wenig richten. Und last, but not least – im Karton waren nur die Laufräder. Ich vermisste den Karton der Powertap, die Rechnung, Garantiebelege, Unterlagen zur Powertap und das zur Nabe gehörende Batteriedeckel-Werkzeug. Gut, das hatten sie vergessen – kann ja tatsächlich mal passieren. Kommt jetzt aber leider zu den anderen Sachen hinzu.

Von daher: gute Laufräder bauen sicher sehr viele Leute in Deutschland und der Welt. Leider scheint diese Kunst beim Radladen nebenan immer weniger gefragt zu sein. Aber auch wer da keinen an der Hand hat, findet einige überregionale Laufradbauer.

Ich habe da mal ein paar Links (in keiner besonderen Reihenfolge) zusammengestellt:

Lightwolf http://www.light-wolf.de
Whizzwheels http://www.whizz-wheels.de
radplan-delta http://www.radplan-delta.de
Komponentix http://www.komponentix.de
rad-spannerei.de http://www.rad-spannerei.de/laufradbau-komponenten.php
bike-exclusiv.de http://www.bike-exclusiv.de
und als Übersee-Variante z.B.: Wheelbuilder.com http://www.wheelbuilder.com

Was kostet so etwas?

Ich hatte mir im Vorfeld mal die Preise für die Einzelteile grob im Internet herausgesucht:

Für die Felgen etwa 100,- Euro pro Paar

Für die Vorderrad-Nabe Tune Mig 70: 119,-

Für die Sapim-Speichen so grob 88,-

Für die Powertap G3 z.B. 1.079,-

Mein Gesamtpreis war nur wenig teurer und ich fand ihn fair. Mit dem Aufschlag und der Händlereinkaufsspanne der Einzelteile sollte Lightwolf seinen auskömmlichen und rechtschaffenen Verdienst erhalten haben. Wenn jetzt bald mal das zur Nachsendung versprochene Paket mit den fehlenden Unterlagen ankommt und die Laufräder so bleiben, wie sie jetzt sind, bin ich auch mit Lightwolf zufrieden.

Mit dem Look und dem Fahrgefühl bin ich jetzt schon extrem zufrieden! Die Leistungsmessung funktioniert auch problemlos von der ersten Sekunde; das Pairing mit meinem Garmin Edge 800 war ein Klacks.

Jetzt bin ich motiviert am Daten sammeln, um die Leistungsdaten für meine Trainingssteuerung verwenden zu können. :)

Schnelle und rassige italienische Schönheit

Mein Garmin Edge 800 Screen Layout

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Eins meiner wichtigesten Zubehörteile für das Radfahren ist mein Radcomputer Garmin Edge 800.

Zwar wäre das Verlassen auf seine Routing-Möglichkeiten eine Einladung ins Desaster, aber in der Summe seiner Eigenschaften ist er meines Erachtens die kompakteste und mächtigste Sportcomputer-Lösung, die es für das Fahrradfahren, ob Rennrad, Mountainbike oder Tourer, gibt.

Für das iPhone gibt es ja solche „Homescreen“-Galerien, wo verschiedene Menschen ihre Homescreens und mithin die von Ihnen dort präferierten Apps zeigen.

Für den Garmin Edge 800 (samt seinem Vorgänger 705) bietet sich so etwas vielleicht auch an? Jedenfalls kann man sich eine Reihe von verschiedenen Screens mit einer großen Vielfalt von Datenfeldern in unterschiedlicher Aufteilung (bis zu 10 Feldern pro Screen) selbst konfigurieren.

Jede Menge Potenzial für individuelle Vorlieben und Bedürfnisse. Aufgrund einer heutigen Frage bei Twitter habe ich mal meine Konfiguration zusammengestellt.

Tf_my_screen_layout_garminedge800

Screen 01 ist für mich der wichtigste Screen, ihn habe ich die meiste Zeit aktiv. Je nach Bedarf (Wie steil ist es hier gerade? Oh mann, ist das echt so kalt?) wische ich ab und an auf Screen 02 oder habe ihn auf längerer Steigung auch ständig aktiv. Da mir Tritt- und Herzfrequenz wichtig sind (und Geschwindigkeit nice to know ist), sind diese Felder auch auf Screen 02 zu finden.

Zur Orientierung (oder auch zum Nachschauen, wo denn dieser vielversprechende Weg hinführen mag, der da gerade rechts abgeht), wechsle ich öfters auf Screen 05. Das Höhenprofil auf Screen 06 ist immer aktiv. Das ist unterwegs eigentlich nur von Interesse, wenn man eine unbekannte Strecke auf den Garmin geladen hat, die man gerade nachfährt; eine RTF z.B. So kann man unterwegs schön sehen, wie hoch es noch bis zur Passhöhe sein wird bzw. dass der richtige Steigungshammer erst noch kommt. Der Screen 04 erscheint nur, wenn Routing aktiv ist. Das nutze ich aber nur, wenn ich eine Strecke nachfahre, um mir Abbiegehinweise einblenden zu lassen. Das ist schon eine nette Sache – Blind drauf verlassen darf man sich aber nicht.

Das ist also meine Garmin-Konfiguration.

Garmin Wintertraining – Motivation per Videoclips, Interviews und Trainingstips

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Winter haben wir ja schon geraume Zeit. Wenn auch mit sehr wenig Schnee. Dafür seit dieser Woche mit passend tiefen (sehr) kalten Temperaturen. Obiges Video hatte ich vor einiger Zeit schon mal verlinkt, allerdings nur in einem Tweet. Jetzt bin ich auf Garmins Wintertraining Webseite aufmerksam geworden.

Da ist dieses Video und auch noch ähnliche zu Laufen, Marathon, Triathlon und Langlauf prominent samt etwas Zusatzmaterial (ein paar Interviews und mehr oder weniger, ich finde eher weniger, informativen bzw. sinnvollen Trainingsplänen) zu einer schönen und motivierenden Webseite zusammengeführt. Soll natürlich Werbung für Garmin machen, aber das ist ja legitim. Ich find’s schön und inspirierend gemacht.