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Orbit 360 Hessen – Im Reich der Wiesenwege.

Und somit habe ich drei Orbits im Sack. Angefangen hatte ich mit dem Orbit NRW, direkt am ersten Tag des offiziellen Renn-Zeitraums der Orbit360-Rennserie. Nach einem nicht so kleinen Intermezzo mit meinem Haupt-Event diesen Sommers, dem Three Peaks Bike Race von Wien nach Nizza nahm ich dann vor zwei Wochen den Rheinland-Pfälzer Orbit unter die Stollenreifen. Und letzten Samstag war dann der Hessen-Orbit dran.

Hessen habe ich genau wie die anderen beiden Orbits deswegen ausgewählt, weil er für mich in erreichbarer Nähe liegt. Und ich war in dem Areal, das er abdeckt auch noch gar nicht mit dem Rad und auch nur in kleinsten Teilen überhaupt unterwegs. Gute pragmatische Gründe also. 

Wie schon im letzten Beitrag zum Orbit360 RLP möchte ich gerne meine Eindrücke zur Strecke und zur Landschaft sowie ein paar Gedanken und Aspekte der Herangehensweise zum Besten geben. Also dann mal los…

Samstag ist gut (Ende offen und Versorgungsmöglichkeiten)

Für den RLP Orbit ergab sich der Sonntag als beste, wenn auch nicht optimale Option. Für Hessen standen für den Samstag alle Ampeln auf grün. Auch das Wetter sollte mitspielen. Ideal, denn so ist man für die Verpflegung nicht nur auf Tankstellen oder Friedhöfe (um wenigstens Wasser zu bekommen) angewiesen, sondern kann auch Bäckereien, Supermärkte und Ähnliches für die Zwischendrin-Versorgung einplanen. Das hat nicht nur Auswahl- oder auch Kostengründe (so ein Supermarktbesuch mag zwar alleine vom Laufweg und mit Pech auch von Warten an der Kasse ein paar Minuten länger dauern – spart aber auch mal mindestens 50 % im Vergleich zur Tanke), sondern bringt einfach höhere Chancen, dass eine passende Gelegenheit auch direkt auf oder am Weg liegt.

Je nach Landstrich und Streckenführung kommt man vielleicht stundenlang nur durch kleine Dörfer, die alle keine Tankstelle haben. Aber vielleicht eine Bäckerei oder einen kleinen Supermarkt. Oder umgekehrt. 

Für den Hessenorbit war das nicht zu befürchten. Erstens: Samstag, yay! Und zweitens: mindestens alle 70 km wurde irgendein größeres Dorf tangiert oder durchfahren. Z.B. Frankfurt. ;-)

Der zweite positive Aspekt eines Samstags ist natürlich: Egal wie kaputt man sich am Samstag fährt oder wie spät in der Nacht man wieder am Ausgangspunkt (und danach dann mit Rückreise wieder daheim) ist, am Sonntag kann man dann ausschlafen und sich erst einmal erholen.

Anfahrtszeit und Startzeit plus obligatorischer Streckencheck vom Schreibtisch aus

Nach Hessen kann ich von meiner Wittgensteiner Homebase aus gut gelangen. Da ich also nach Süden fahren muss, wird der nördliche Teil der Strecke geprüft. Welcher Punkt, idealerweise welche Ortschaft lässt sich mit dem Auto gut erreichen? Und gibt es da einen guten Punkt, am besten einen Wanderparkplatz o.ä., um das Auto abzustellen? Bonuspunkte, wenn sich besondere Streckeneigenschaften und auch die relative Lage von Versorgungsmöglichkeiten daraus so ergeben, dass die eigenen Präferenzen bedient werden.

Kleiner Ort, passender Parkplatz, der auch frühmorgens (und auch an einem Samstag Abend – Party People) Ruhe und Ungestörtheit verspricht? Streckenverlauf danach sofort hügelig, so dass man sich in einem schönen Anstieg aufwärmen kann und man auch die meiste Kletterei absolviert, wenn man noch richtig frisch ist? Wenn Versorgungsmöglichkeiten rar gesäht sein sollten (Sonntag, siehe auch die Besonderheiten des RLP-Orbits), kommen die dann in genügend Abstand erst oder würden sie direkt nach dem Start folgen, wo man sie noch nicht brauchen kann?

Das sind so die Punkte, die es abzuwägen gilt. Für den hessischen Orbit nicht so sehr problematisch, da entlang fast der gesamten Strecke (auch wenn sie oft und lang durch Waldstücke führt) mehr als genug Optionen zu finden sind. Trotzdem stellt sich in der Planung und auch in der Ausführung das kleine Örtchen Michelnau direkt bei Nidda als das Optimum heraus, das alle der oben genannten Ideale als Startort in sich vereint. In Nidda selbst gäbe es sogar einen McDonalds, um als late Night Aprés Ride Imbiss fungieren zu können.

Ziemlich genau zwei Stunden sind es von Erndtebrück bis dorthin. Um 7 Uhr in der Früh bin ich da, umziehen und co, dann mit dem Rad 20 Meter bis zum Track gehen, ein paar Selfies for the ´gram und die entsprechende @orbit360_ mention in eine Story gepackt und ich bin bereit, den Start-Knopf auf meinem Wahoo zu drücken. Es ist 07:27 Uhr, meine bis jetzt früheste Orbit-Startzeit. Los geht’s!

Bike der Wahl

Auch für Hessen sollte es wieder mein vollgefedertes Mountainbike sein. Warum? Weil ich’s kann. ;-)

Wie schon vor zwei Wochen geschrieben, mein Gravelbike steht noch im Straßentrimm und soll es auch erst mal bleiben. Die Laufräder wären zwar samt Kassetten-Umschrauben schnell gewechselt, aber auf dem Gravellaufradsatz sind die vergleichsweise schmalen Schwalbe G-One Allround in 35 mm montiert. Wäre mir für Hessen etwas zu unterbereift. Zwar könnte man die gesamte Strecke gut mit ihnen fahren und wäre besonders im südlichen Bereich mit seinen hohen Anteil an sehr feinen und ebenen Gravel-Autobahnen schnell. Aber im nördlichen Bereich würde es einem auf den zahlreichen Wiesenwegen und auch auf diversen Waldweg-Abfahrten die Plomben raushauen. Zumal habe ich mittlerweile ein gesetztes Alter erreicht und da mag ich meinen Komfort… ;-)

Spaß beiseite: Ich wurde auch diesmal wieder bestätigt, dass für die deutschen Mittelgebirge ein Race- bzw. XC- oder Marathon-MTB das ideale Bike ist. Nicht von ungefähr erfreut sich diese Radgattung schon seit Jahrzehnten ungebrochener Beliebtheit. Natürlich auch mit eigentlich viel zu vielen Unterarten und Gattungen, die noch mehr Einsatzbereiche aber auch große Verunsicherung bei potenziellen Käufern erzeugten. Ich will ein Mountainbike – nur was brauche ich? Ein Trailbike? Enduro? Downhill nicht, dass ist klar. Aber was ist All-Mountain? XC? Boost, Plus, 29er!??? Ich schweife ab. Aber doch noch kurz: ein guter Teil der Akzeptanz von Gravelbikes kommt meines Erachtens auch daher, dass diese (bisher noch) ein Teil der Einfachheit damaliger Mountainbikes besitzen: Geradlinig, etwas breitere Stollenreifen und Robustheit, um damit durch den Wald zu prügeln. Wenn’s dann zu rumpelig wird, gerne mit mindestens einer Frontfederung…

Und damit sind wir beim MTB und den deutschen Mittelgebirgen. Steinige Waldwege, harte Wurzelstrecken, teilweise tiefer, aufgewühlter Boden (ob durch Wildschweine oder Waldbearbeitung) oder harter Boden, auf dem jede Welle und die oft fest eingebundenen oder nicht eindrückbaren, lose draufliegenden Steine reifenmordend sein können. Das ist nicht das Terrain, wo man mit 30 bis 35 mm Reifenbreite drüberfliegen will. Selbst mit aktiver und vorausschauender Fahrweise sowie tubeless-Einsatz ist da der Spaßfaktor nur für eine gewissen Länge gegeben, bevor es einfach nur nervig wird oder auch ein Defekt unausweichlich ist. Klar kann man noch ein bisschen breiter gehen, 40 oder meinetwegen sogar 50 mm, aber da fehlt dann immer noch was. Das ist das eine.

Das andere ist eine aus vielen Berichten und davor zwei selbst gefahrenen Orbits gewachsene Skepsis den Streckenscouts gegenüber. Sind die alle ihre eigenen Orbits schon mal am Stück gefahren und wissen, was sie da an Herausforderung für jemandem auf einem Starrbike gezimmert haben? Vielleicht fanden Sie diverse Versatzstücke ihrer Kurse richtig geil und auch eine gute Herausforderung. Wenn aneinander-gereiht und bei anderen Bedingungen stellen die vielleicht aber auch nur den Nerv-Faktor auf 11. Mancher hatte zum Zeitpunkt des Scoutens sogar nur ein vollgefedertes MTB, mit dem sie die Strecke erkundet und zusammengestellt haben (wie im Falle des Orbits RLP). Deswegen will ich da gar keine Absicht (zumindest nicht in allen Fällen ;-)) unterstellen. Und wie gesagt: an den naturräumlichen Gegebenheiten lässt sich wenig ändern, wenn man nicht ständig auf Asphalt ausweichen will.

Zum Hessen-Orbit finde ich nicht all zu viele Berichte, aber ab und an findet man die Bewertung: „Gravel mit 45 Reifen, grenzwertig“. Oder „froh, mit dem MTB und 2,2“ Reifen unterwegs gewesen zu sein“. Und besonders der Hinweis auf Wiesenwege, ein „Favorit“ auch anderer Teilnehmer anderer Orbits ist ein weiterer Grund, trotz des gemäßigten Höhenprofils auf mein MTB zu setzen. 

Höhenprofil ist ein weiteres Stichwort:

Die Route ist laut Komoot mit 2.910 Höhenmetern auf 287 km angegeben. Bergfaktor 10 also. Etwas flacher, als meine typischen Mittelgebirgs-Ausfahrten, egal ob im Bergischen Land, Sauerland oder Wittgensteiner Land. Allerdings mit der Besonderheit, dass die Höhenmeter alle im nördlichen Teil der Strecke versammelt sind. Rund 130 km im südlichen Bereich erscheinen nahezu topfeben. 

Dieser Besonderheit gilt es Rechnung zu tragen. Da dort auch die Weg-Qualität fast durchweg hervorragend ist, wäre ein Gravelbike dort von Vorteil. Bzw. ein möglichst aerodynamisches Rad, auf dem man auch eine möglichst aerodynamische Haltung einnehmen kann. Also als allererstes: wer aus Gewohnheit oder weil’s zum Klischee dazugehört, dicke Gabeltaschen am Bike hat: weg damit! Dann Rennlenker wäre schon mal gut (aber nicht so ein Monster-Flare-Gerät, sondern was Schmaleres) und idealerweise auch die Aerobars, falls ihr welche habt. 

Und ich habe welche. Und zwar nicht nur für mein Gravelbike/Rennrad, sondern auch für mein MTB. Erprobt und bewährt. Diese habe ich am Vortag extra wieder montiert. Noch zwei Tage davor habe ich völlig unwissenschaftlich und spaßeshalber mal auf einem Asphaltabschnitt bei 30 km/h zwischen normalen Griff an die Lenkergriffe (meine Flatbar am MTB ist 70 cm breit – schon kürzer gesägt als die original 74 cm, die wiederum kürzer als so manche Enduro- und Downhill-Lenkerstange sind) und Griff direkt neben dem Vorbau gewechselt. Waren sofort 1,5 km/h mehr bei gleicher Leistung. Aerobars bringen noch mehr. 

Ich war super, super zufrieden mit meinem Setup. Auf glattem Asphalt und auf Asphaltsteigungen oder sehr feinen Gravel-Steigungen konnte ich mit einem Fingergriff sowohl Front- als auch Back-Federung blockieren. Und selbst auf etwas gröberen Schotterwegen war es sowohl kontrollierbar wie auch bequem, vollgefedert und in den Aerobars daher zu fliegen.

Insgesamt ist mir da wieder klar geworden, wie stark die Gründe dafür sind, dass wir kurz über lang auch mehr und mehr front- und sogar vollgefederte Gravelbikes sehen werden. Die ganz abstrakten Irrwege, die in der Frühzeit der Mountainbikes gemacht wurden, muss man nicht mehr begehen. Hat aber dafür schon gute Ansatzpunkte, an denen man ansetzen kann. Auch wenn es im Wortsinn nicht „leicht“ ist, denn sonst hätten die XC- und Marathon-Bikes dieses Feld schon weiter besetzt. Aber genau hier ist die Technologie ja auch weiter gekommen. Mein eigenes Thrill Hill zum Beispiel. Sein In-Line-gefederter Hinterbau kann dank flexender Sitzstrebe ganz auf ein Gelenk dort verzichten.

Und es gibt ja schon diverse Beispiele solcher Gravelbikes. Vielleicht am nächsten an einem Fully das Cannondale Topstone Lefty. Mit seinem Kingpin-Hinterbau und einer extra für den Graveleinsatzzweck angepassten Lefty-Federgabel. Wenn das proprietäre Einspeichen des Hinterrades nicht wäre und wenn Cannondale anstelle des Verwendens der Lefty-Gabel (da fehlt einfach ein Gabelholm für unbegrenzte Vielfältigkeit von Montageoptionen und für Nabendynamo-Einsatz für Offroad-Bikepacking) die Headshok mit rund 40 bis 70 mm Federweg wieder aufleben lassen würde… Das wäre fabelhaft! Ich schweife zum zweiten Mal ab – aber sinnvoll und zum allgemeinen Thema gehörig. 

Also: Ein leichtes XC-Racefully, maximal 100 mm Federweg und Aerobars – ideales Bike für den Orbit360 Hessen!

Mein Rose Thrill Hill ready to go am Start des Hessen Orbit.

Your Milage may vary, aber ich würde auch nach dem Orbit Hessen für eine zweite Befahrung wieder genau das gleiche Setup wählen. Einzig meine schönen Maxxis Ikon Reifen würde ich gern mal einem Vergleich mit einem vielleicht noch leichter rollenden und weniger wiegenden Reifenmodell vergleichen. In beiden Eigenschaften sind sie nicht schlecht, dazu sehen sie hervorragend aus und lassen sich höchst einfach tubeless montieren (und es sind noch dieselben Reifen, die schon den Atlas überlebt haben). Aber ich glaube, es könnte tatsächlich noch schnellere Reifen, gerade für solche Strecken wie dem Orbit Hessen, geben.

Verpflegung und Mitgenommenes. The palate fatigue is strong in this one…

Kommen wir zur beliebten Rubrik Verpflegung. :) Beliebt von mir und von Euch. Ist es doch ein klassisches Versatzstück von Selbstversorger-Rennen. Ja, neben dem Pedalieren ist die Verpflegung das Kernelement. Ein zurecht oft genannter Spruch für Ultracycling- und Selbstversorger-Rennen wie dem Transcontinental Race ist ja: It’s an Eating Contest with some Cycling thrown in.

Und das ist so wahr. Auch für kürzere Tages-Events wie ein Orbit. Die Leistungs-Intensitäten, die notwendig sind, einen Orbit an einem Tag zu absolvieren, lassen sich nicht aufrecht erhalten, wenn man nicht ständig Energie zuführt. Und idealerweise in adäquaten Mengen. Was leider nicht so einfach ist. Je intensiver man nämlich fährt, um so mehr Nahrungsenergie braucht man. Gleichzeitig fällt es aber auch schwer, gerade dann über 12 bis 17 Stunden auch den Appetit aufrecht zu halten und Essen zu wollen. Mir zumindest. Und da bin ich nicht alleine. Und dann gibt es ja auch das englische Stichwort „palate fatigue“. Wo man zwar noch genügend Vorrat an einem bestimmten Nahrungsmittel dabei hat, Gels mit Bananengeschmack oder Käsebrote, aber einfach keins davon mehr runterbekommt. Statt dessen will man unbedingt was anderes. Irgendwas. Muss gar nicht mal herzhaft zur Abwechslung zum Süßen sein – ist es aber oft. 

Also, Orbit, Runde drei. Ich schrieb ja schon im Bericht zum Orbit RLP, was ich noch besser machen könnte. 

Die Verpflegungssituation unterwegs war schon aus der Planung heraus viel besser als beim RLP Orbit. Ohne Probleme fand ich in einem schönen 70 km Abstand gute Möglichkeiten. Zwar nicht direkt auf, aber maximal 200 m abseits der Strecke. Einen Nahkauf in Marköbel bei meinem individuellen Kilometer 73. Der Versprach auch besser zu sein, als z.B ein Rewe-Center 16 km später. Dort wäre es trubeliger, mehr los, die Wege vom Rad in und durch den Markt wohl länger als in einem kleinen Dorf-Supermarkt. Auch würde ich mein Rad lieber vor so einen kleinen Markt als in einem Einkaufscenter-Areal mit diversen Bäckerein und anderen Geschäften abstellen. So weit meine Vorfeld-Überlegungen.

Dann bei km 140 liegt in Bieber direkt ein Edeka-Markt kurz linksab der Strecke. Und meine dritte vorgeplante Verpflegungsmöglichkeit ist dann km 225 direkt in Frankfurt und direkt an der Strecke – ein Lidl mit Öffnungszeit bis 22 Uhr, eher aber noch direkt daneben eine Aral-24h-Tankstelle. 

Super – meine Strecke ist somit in handliche (auch gut für das Mentale) 4 Teilstücke aufgeteilt und ich werde auch ohne auf Friedhöfe oder öffentliche Brunnen (die es leider nördlich der Alpen kaum gibt) angewiesen zu sein, Wasser nachfassen zu können. 

Ich belasse es daher auch bei meiner normalen Flaschenkapazität von einer 950 ml Flasche im Rahmendreieck. Das ist mir genug. Zumal es jetzt Anfang September und an diesem Tag speziell sowieso nicht mehr so heiss ist (in der Tat, fern davon – ich bin den ganzen Tag über gut mit meinem Langarm-Trikot gekleidet).

Ich setzte aber meinen eigenen Flüssignahrungstipp um. Wie beim RLP-Orbit ist meine 950 ml Flasche vom Start weg wieder mit einem Mix aus 120 g Maltodextrin und 40 g Rohrzucker samt einer kleinen Prise Kochsalz befüllt. Dazu nehme ich anstelle eines fertigen Beutels Isomaxx (da sind nur 50 g drin) weitere zwei kleine Folienbeutel mit, die ich mit jeweils 100 g Malto, 20 g Rohrzucker und einer Prise Salz befülle). Das war super. Ganz am Ende habe ich noch eine halbe Flasche Wasser über. Das berücksichtigt, habe ich also allein über die Trinkflasche 1305 kcal zugeführt.

Meinen Vorschlag, auch auf mehr Gels zu setzen, konnte ich leider gar nicht umsetzen. Im Gegenteil. Ich hatte nur noch ein einziges Gel daheim. Der Sommervorrat war alle. Vielleicht sollte ich tatsächlich mal einen auf Influencer machen, damit mir diverse Firmen direkt ganze Kartons vorbei schicken, die ich dann für einen Insta-Story fotografieren kann… ;-) 

Also keine, bzw. nur ein Gel. Dafür ist mir hinsichtlich der Mini-Beignets was eingefallen. In der Supermarkt-Kuchen-Kühltheke waren mir neulich solche 9er Packs Mini-Berliner aufgefallen. Hatte mir direkt zwei Pack gekauft. Einen zum Probe-Essen. Ja – war ok. Schön mit Fruchtfüllung. Nicht zu groß. Leider einen Tick größer als die Mini-Beignets, die ich aus den französischen Supermärkten kenne. Und von der Textur auch nicht ganz so schmelzend, auch etwas trockener. Aber doch noch tauglich. Für Hessen habe ich deshalb auch die zweite Foodpouch montiert und auch tatsächlich alle 9 Miniberliner einer Packung in eine Tasche bekommen (mit einem dünnen Beutel drum rum). Gegessen habe ich aber auch nur 6 unterwegs. Jaja, palate fatigue – it’s real. 

Ansonsten hatte ich mir wieder die bewährten Toastbrote mit Erdnussbutter und Erdbeer-Marmelade geschmiert (6 Scheiben, ergeben 6 Portionen). Und auch 4 Toastbrotscheiben mit Käse. Leider ist mir eines der zwei daraus resultierenden Sandwiches runtergefallen (an einer nicht so förderlichen Stelle). Zwei Riegel wandern noch in die Taschen als Notration, werden aber nicht angepackt.

Tatsächlich an Mitgebrachtem verzehrt: 3343 kcal.

Vor dem ersten Resupply-Stopp fällt mir auf: oh – ich hab’ ja gar nicht mein normales kleines Kabelschloss dabei. Hmm – um so mehr Grund, den kleinen Nahkauf bei km 73 und nicht das Einkaufscenter bei km 89 anzulaufen. Und schnell rein und schnell raus zu sein. Gedacht getan. Das Rad einfach vor den Eingang gestellt und im Markt schnell das gegriffen, was ich im Vorfeld wollte: ein Kaffee-Mixgetränk aus der Kühltheke (geht ohne Kohlensäure schneller runter wie Cola, hat aber auch Coffein und Kalorien und ist auch ein bisschen cremig), eine Liter Flasche stilles Wasser und irgendwas aus einer hoffentlich vorhandenen Frische-Back-Theke. Ja, sie ist vorhanden und ich greife mir so eine Pizza-Käse-Stange. Mit 2 Euro 60 bin ich dabei und schnell wieder aus dem Markt draußen. Nach 70 km ging’s zwar schon gut hoch und runter, aber im Grunde ist ja nichts passiert. Kein Bedarf, irgendwie durch zu atmen oder das Essen schräg anzuschauen, weil man’s eigentlich schon nicht mehr runterbekommen will. Also schnell die Flasche aufgefüllt, entsprechend Malto-Mix nachgekippt, den Latte-Macchiato-Drink runtergekippt und mit der Käsestange in der Hand wieder aufgesessen und weiter gefahren. 

Zweiter Halt dann wie geplant in Bieber bei km 140. Halbzeit. Jetzt aber ordentlich Kalorien, bitte. Ein Edeka. Rad wieder unabgeschlossen draußen. Aber praktisch – direkt neben dem Eingang und auf der Innenseite ist direkt die separate Backtheke. Die haben sogar Wasser und Cola und ich mein Rad im Blick. Prima, brauche ich ja gar nicht in den eigentlichen Markt und spare sogar etwas Zeit. An Herzhaften ist die Auswahl leider mau. Sehr sogar. Nur zwei Laugenstangen mit Frischkäse liegen da. Egal – eine davon nehme ich, das passt. Und ein großes Stück Zwetschgenboden. Und einen Cappuccino aus der Maschine. Dazu noch 2 0,5 l Flaschen Wasser und eine 0,5l Flasche Cola. Ka-Tsching: 12,90 Euro bitte. Püh, egal. Was lacostet die Welt, Geld spielt keine Rolex. Halt, doch nicht egal – ich habe die einzige Backtheke weit und breit erwischt, die keine Kartenzahlung akzeptiert. Und meine Barschaft beläuft sich nur auf etwa 8 Euro!

Kommando zurück. Auf was kann ich am ehesten für’s erste Verzichten? Was kostet was? Die Kassiererin rechnet langsam im Kopf… Es läuft auf das mitnehmen des frisch gebrühten Cappu, der Frischkäse-Laugenstange und des Zwetschgenkuchens hinaus. 7 Euro irgendwas. Ok, damit erstmal raus und Kalorien rein. Der Zwetschgenkuchen ist eine Wohltat. Der Cappu auch. Die Laugenstange wird erstmal nur halb gegessen. Tja – Wasser… Tanke kommt erstmal keine. Also doch Rad einfach hier stehen lassen und rein in den Edeka-Markt. Noch eine Orangina, eine Flasche stilles Mineralwasser und einfach noch einen 5er Pack Knoppers Nussriegel vor der Kasse geschnappt. Fix, fix. Vor mir bezahlt einer mit der Edeka-App. Das dauert länger, als wenn er eine Karte benutzt. Soll aber nur bei diesem Markt hier so sein, sonst geht’s schneller, sagt er.

Also raus, die Flasche nachgefüllt, die Orangina getrunken (tut auch sehr gut) und die Knoppersriegen in die Netzausßentaschen meiner Foodpouches verteilt. Weiter.

Ich bin nach wie vor gut unterwegs – aber so langsam merke ich auch, wie ich immer wählerischer mit meinem Essen werde. Ich weiss ja, ich sollte eher mehr als weniger nachschieben, aber es fällt mir trotzdem schwer. Ich bin froh, dass ich allein über meine Flasche schon einiges an Kalorien bekomme. 

Der absolute Tiefpunkt kommt für mich beim Flughafen Frankfurt. Hier stelle ich kurz mein Rad ab, genauso wie eine Stange Wasser in Landschaft und hole dann erstmal mein Käsebrot raus. Das tut jetzt gut! Ich muss es trotzdem im Stehen mit dem Oberkörper auf die Aerobars gestützt essen. Und dabei für jeden Bissen etwas Wasser zutrinken. Dann hole ich noch mein einziges Gel hervor. Powerbar Powergel, aber in der Geschmacksrichtung Salty Peanut. Hat sich für mich nicht bewährt. Nicht mein Ding, selbst, wenn ich kein Süßes mehr sehen mag. Egal – muss rein. Und hilft auch. Tiefpunkt überwunden, jetzt kann’s weiter gehen. 

Auch vom Verpflegungstechnischen sehne ich schon lange Frankfurt und km 225 entgegen. Und damit dem dritten Resupply-Stop und dem letzten Viertel der Strecke. Psychologisch geschickt sogar etwas weniger als ein Viertel. Danach sind es ja nur noch 60 km (allerdings auch wieder ein wenig  hügeliger, aber egal). Hier bitte jetzt das volle Programm: Cola, Joghurt oder Milchreis, wenn sie haben. Wasser sowieso. Und vielleicht auch Käsekuchen? Es gibt diese kleinen Exquisa-Käsekuchen-Snacks. Handlich verpackt, gut zu essen. Quasi Käsekuchen ohne Boden. Haben sie alles. Dazu nehme ich noch kurzerhand einen kleinen 250 ml Smoothie mit. Ich bin der Einfachheit halber sofort in die Tanke. Die auch gleichzeitig ein Rewe to Go ist. Durch meine Vorauswahl (etwas Erfahrung zahlt sich aus) bin ich schnell rein und schnell raus. Aber brauche trotzdem eine Pause. Den Joghurt trinke ich noch im Stehen. Für die Cola und den Mini-Käsekuchen setze ich mich trotzdem auf den Boden. Die Cola bekomme ich so schnell auch gar nicht alle. Also rein damit in eine Rückentasche. Für den Smoothie ist mittlerweile in einer Foodpouch Platz. Nochmal stilles Wasser in die Flasche und den Rest des Malto-Mixes hinein. Super – die letzten 60 km sollten jetzt auch kein Problem mehr darstellen. Selbst, wenn ich gar nichts Festes mehr essen wollte – allein mit den Flüssigkalorien würde ich irgendwie über die Runden kommen. 

Meine Auswahl beim letzten Verpflegungsstop

Optimal wäre es aber nicht und deswegen esse ich auch noch auf dem letzten Teilstück einen Mini-Berliner, zwinge mir einen weiteren (den dritten) Knoppers-Nussriegel hinein und halte nochmal für einen Pinkel- samt Käsebrot-Stop an. Immer mindestens zwei – am besten drei Gründe für’s Anhalten haben! Der zweite Grund war Erschöpfung. Sonst hätte ich das Käsebrot ja auch im Fahren essen können. Ok, während ich mit etwas anderem beschäftigt war, fällt leider das Fahrrad um. Nichts passiert, aber das Käsebrot ist weg. Na gut, überredet. Hole ich halt noch das letzte Erdnussbutter-Gelee-Brot raus und esse das.

So komme ich dann leidlich versorgt bis zum Abschluss der Strecke. 

Zusammengerechnet ergab das alles 5.968 kcal, also sagen wir 6.000 kcal glatt.

Mitgebracht 3.343, zugekauft 2.625 kcal. Flüssig: 2.032 und fest 3.036 kcal.

Kann ich noch mehr Flüssig-Kalorien zu mir nehmen? Etwas bestimmt. Aber ob wesentlich? So viel trinke ich halt auch nicht. Gerade an einem von der Witterung eher herbstlich anmutenden Tag. Und ganz am Ende, wo ich einiges mit der Cola, dem Smoothie und dem Maltomix in meiner Flasche abgedeckt habe, wurde es im Magen schon etwas zu „glucksig“ in Ermangelung eines besseren Wortes. Ich habe ja auch schließlich noch eine halbe Flasche am Ende über gehabt, obwohl ich mir recht sicher sein konnte, dass ich da nicht noch aufgrund letzter Gemeinheiten eine Stunde lang zu Fuß durch den Wald irren muss oder ähnliches. 

Was habe ich gemäß Leistungsmesser an Arbeit aufgewendet? 7.687 kJoule! Das ist nochmal mehr, als für den RLP-Orbit. Da waren es 6.422 kJoule. Und auch das waren schon mehr als für meinen ersten Orbit, den Orbit NRW. Da habe ich 5997 kJoule in die Pedale gedrückt. Das hängt natürlich auch stark mit der Zeit zusammen, die ich für die jeweiligen Orbits benötigt habe. Mit 16 Stunden und 55 Minuten bin ich auch deutlich am längsten auf dem Hessen-Orbit unterwegs. 

7.687 kJoule. Das ist nicht mein absoluter Rekord für einen Tag. Den hatte ich mit 8.666 KJoule für den ersten Stint des TPRNo1 in 2019 mit einer 19:13 h Fahrt. Technisch nicht mehr wirklich einen Tag kann ich für den ersten Stint des TPBR2020 anführen, wo ich die Nacht vom Start 16:00 Uhr bis zum Folgeabend um 22:00 Uhr durchgefahren bin – das waren 10.681 kJoule, aber über 29:19 Stunden).

Interessanterweise sind 7.687 kJ über 16:55 genau 454,4 kJoule pro Stunde. Und die 8.666 kJ über 19:13 fast ähnlich – 450,9 kJ/h. Dagegen fallen die 10.681 kJ über 29:19 h ab – nur 364 kJ/h resultieren daraus. Und, ich kann euch sagen: das hat man an diesem ersten Stint des TPBR2020 auch gemerkt. Man, war ich platt am zweiten Tag. Nein nicht platt. Eher flach. „Flat“ wie der Englischsprachige sagt. I really felt flat on that second day. In meiner Welt ist das eine Nuance anders als das deutsche „ich war platt“. Flach heisst – ich hab’ einfach nicht genügend Kalorien reinbekommen, um wirklich Dampf auf dem Kessel halten zu können. Naja, ihr werdet es genauer nachlesen können – der Bericht zum TPBR2020 ist in Arbeit. Hier zurück zum Orbit Hessen.

Also: 7.687 kJoule raus und nur 6.000 kcal rein. Über den praktischen Faktor 1/4 zwischen kJ und kcal habe ich im gleichnamigen Abschnitt zum Orbit RLP geschrieben. Macht ein Defizit von 1.687 kcal. Puh – sogar nochmal ein wenig größer, als beim RLP Orbit. 

Und doch: Mit der Cola gegen Ende, dem Malto-Mix in der Flasche (der deutlich potenter als die Powerrade-Plörre am Ende des RLP-Orbits ist) und einer besseren mentalen Einstellung ging das gegen Ende immer noch recht gut. Nicht optimal – aber den Umständen entsprechend.

Landschaftliche Reize, Eindrücke von der Strecke und was sonst noch Geschah

Ich bin im nördlichen Teil der Strecke eingestiegen. Beim Örtchen Michelnau bei Nidda. Dort sind fast alle Höhenmeter versammelt, wobei die Anstiege fast alle sehr moderat sind. Also – moderat für Waldwege. Die 12 steht schon als Spitze häufiger im Steigungsfeld des Radcomputers. Aber für jemanden, der ein bisschen Mittelgebirge gewohnt ist, ist das alles sehr im Rahmen. In der Tat hätte ich das mit den 12 Prozent (dafür schaue ich gerade in meine Golden Cheetah Auswertung) gar nicht gedacht. Das fühlte sich alles sehr moderat an. Klar – ich habe sehr häufig den kleinsten Gang drin gehabt. Das sind bei mir 32×51. Für ein Gravelbike wäre das extrem, für ein MTB durchaus eine übliche Übersetzung. Der Punkt ist aber: Es gibt genügend Strecken im Wald, wo man selbst mit dieser Übersetzung mit Kadenzen um die 40 bis 50 würgen würde. Nicht so hier auf der Hessen-Runde. Hier ist alles sehr gut fahrbar.

Die Landschaft wechselt zwischen offen und Wald. Schöner Wald. Bei den offenen Stücken hat man zwar teilweise weite Blicke, aber so ein richtiger Wow-Effekt will sich nicht einstellen. Muss ja auch nicht. Aber wenn jetzt jemand käme und von der tollen Landschaft da schwärmte, würde ich ihn fragend anschauen und bezweifeln, ob er viel Auswahl kennt, um das wirklich einzuordnen… ;-)

Ist aber alles Geschmackssache und vielleicht liegt’s ja auch am Wetter. Das ist schon recht herbstlich mit einer Mischung aus Waschküche und doch etwas kühl. Ich frage mich die ersten Kilometer ständig, ob ich mit meinem Langarmjersey jetzt zu warm oder zu kalt angezogen bin. Deswegen zeigen auch die taunassen Wiesen kaum Ansatz, merklich abzutrocknen. Und die Wiesen…. tja die Wiesen lernt man da wirklich kennen. 

Drei Punkte bleiben mir vom Orbit360 Hessen besonders in Erinnerung:

  • Die Wiesenwege im nördlichen Teil
  • Ich hätte nicht gedacht, dass es im Bereich Frankfurt und Hanau so flach ist
  • Tolle, flowige Singletrails über weichen, gut fahrbaren Waldboden über weite Strecken

Wiesenwege! U.a. wegen diesen hatte ich ja auch auf mein Fully gesetzt. Ich kenne die von daheim kaum. Nicht nur nicht von daheim. Ich bin noch nirgendwo über so viele Wiesenwege gefahren. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob das jetzt so eine Besonderheit der Wetterau ist, ob es der heimlichen Leidenschaft des Streckenscouts entspricht oder ob es pure Schikane sein soll. Ich übertreibe natürlich etwas und mit meinem Full suspension stellten die auch allesamt keine Probleme noch große Ungemütlichkeit dar. Mit einem Gravelbike hätte ich den Streckenersteller jedoch verflucht. Zum Hintergrund: Ein Wiesenweg ist in dem Zusammenhang kein feiner Weg, leicht gekiest, der schön entlang von oder durch Wiesen hindurch führt. Es ist ein durchaus als Weg mit zwei Fahrspuren erkennbares Gebilde, das aber nahezu komplett oder zum größten Teil mit Gras bewachsen ist. Dabei formen die Gras- und Wurzelballen eine Art Waschbrett- oder Buckelpiste, dass es sich teilweise gewaschen hat. Das sind wirklich keine schönen Wege für’s Fahrrad. So oder so.

Wiesenwege. Immer wieder Wiesenwege.

Die ganze Zeit geht es mal rauf, mal runter. Die Waldwege sind teils gut, teils aber auch mit eher gröberen und lockeren Steinen versehen. Immer so, dass ich den schon oben aufgeführten Gedanken im Kopf hatte: „Jupp, die deutschen Mittelgebirge bzw. Wälder sind schon typisches MTB-Revier“. Mindestens mal 40er Reifen mit guten Kantenstollen würde ich da empfehlen. Aber alles gut fahrbar. Die einzige kleine Rampe, wo ich wegen der Steigung kurz absteige, weil es schiebend die paar Meter schneller und einfacher geht, ist vor dem kleinen Kappellchen im Büdinger Wald.

Kapellchen im Büdinger Wald

Ab km 100 wird es dann flach. Sehr flach. Hier hören auch die Wiesenwege endlich komplett auf. Auch etwas davor war es in Teilstücken flach. Da folgt die Orbit-Route ein Stück dem Limes, der auch später immer mal wieder tangiert wird. Schon eine interessante Sache. Ich sehe auch viele Hinweisschilder und Exponate bzw. Rekonstruktionen, an denen ich natürlich allesamt vorbei fliege. Keine Zeit zum Lesen; dann bin ich morgen noch nicht wieder am Auto. An der Skulptur „Schild und Schwert“ halte ich dann doch für ein Foto kurz an:

Kunstwerk „Schild und Schwert“ entlang des Limesradweges im Wald von Limeshain-Rommelhausen

Dann geht’s aber sofort weiter. Erlensee (der Ort wie der See, von dem ich aber nur einen ganz kurzen Blick erhasche) folgen. Hier gibt es eine sehr lange Strecke eines tollen Singletrails. Er schlängelt sich (auch ganz ohne aus dem Boden herausragenden Wurzeln oder ähnliches – zumindest zum größten Teil) durch den Wald. Hier will ich wirklich nicht nachts lang fahren, denke ich. Immer so gerade schnell genug sehe ich, wo es weiter geht, dass die Kurve hier um diesen Baum führt, dass der Radius weit genug für meine aktuelle Geschwindigkeit ist usw. Schöner Flow, aber man muss auch wirklich aufmerksam sein. Hat mir sehr gut gefallen. Irgendwann vorher gab’s auch einen Trail mit Features wie Stufen und kleinen Holzstegen über Bäche, die ich mit dem MTB voll nehmen konnte. Schon cool und Ausgleich für die Wiesenwege. ;-)

Hier im südlichen Teil ist jetzt auch der Himmel fast wolkenfrei und endlich die Sonne da. So macht dann auch der Main was her, der südlich von Hanau überquert wird.

Der Main

Kurz nach der Main-Überquerung ein weiterer Leckerbissen. Ein schöner Singletrail, der auf einmal zwischen Laub und diversen Baumstämmen hindurch kleine Blicke auf einen tief drunter liegenden See erhaschen lässt. Es ist der Oberwaldsee bei Dietesheim, ein Naturschutzgebiet in einem ehemaligen Basaltsteinbruch.

Dahinter gehen die flachen, teilweise schnurgeraden Gravelwege weiter. Class 1 Gravel. Super zum Drüberfliegen. Mit Aerobars richtig genial.

Nahe Heusenstamm liegen zwei Fahrräder an der Seite des Waldwegs, ein normales und ein Kinderfahrrad. Ein Vater sitzt dort und hält sein weinendes Kind im Arm und telefoniert gerade. Ein spazierengehendes Paar kommt auch gerade vorbei. Das sieht so aus, als ob’s nicht nur ein kleines Wehwehchen ist. Soo schlimm schaut’s dann von meiner Perspektive auch nicht aus, aber der Kleine scheint sich schon ordentlich was am Knöchel mit seinen eigenen Speichen geholt zu haben. Jedenfalls wurde schon der Rettungswagen alarmiert. Ob ich ihn zum Unfallort dirigieren könne, er würde zu einem nahegelegenen Gasthof anfahren. Puh – blöd. Wo mag dieser Hof sein, wie weit der Umweg, wie lang da warten? Schließlich wird es eh mehr als spät in der Nacht werden, bis ich den Orbit abgeschlossen haben werde. Vielleicht sogar nach Mitternacht? Aber was soll ich anderes machen – Helfen geht vor. Mit dem spazierengehenden Paar und Google Maps mache ich den Gasthof ausfindig. Starte Strava zur Aufzeichnung, um einen Track zurück zur Unfallstelle zu haben und mache mich auf den Weg. Zum Glück ist der Gasthof recht nah und das Paar will eh auch da hin. Am Gasthof angekommen warte ich halt und nutze die Zeit, ein Erdnussbutter-Gelee-Sandwich zu essen. Glücklicherweise kommt auch der Rettungswagen bald. Herangewunken, kann ich dank dem Strava-Track dem Fahrer ohne Probleme erläutern, wo er hin muss. Die Stelle ist quasi nur die Straße runter und den nächsten Waldweg ein paar Meter hinein. Unmissverständlich. 

Eine gute Tat im Sack und insgesamt vielleicht nur 6 bis 7 Minuten verloren, kann ich wieder auf den Track zurückkehren und weiterfahren. 

Mehr schnurgerade flache, feinschottrige Wege. Mehr Singletrails auf weich federndem Waldboden. Das einzige was stört: häufige Hauptstraßenquerungen. Sehr oft schneiden sich die Waldwege mit den Hauptverkehrsstraßen im Bereich Hanau, Offenbach und bis vor Frankfurt. Oft steht man da unvermittelt (gut, es ist immer eine Schranke davor) direkt am Straßenrand und muss den Verkehr abwarten, bis man irgendwie rüber kann. Das ist nicht so fein, lässt sich in der Gegend aber wohl kaum vermeiden. Wäre auf jeden Fall nichts für ein Rennen mit einer Horde Leute, die heissblütig und schon ein bisschen grau um irgendwelche Positionen untereinander kämpfen.

Dann ist endlich der Flughafen Frankfurt erreicht. Ganz schön groß, wenn man ihn mit dem Fahrrad umrundet. Nördlich davon kommt ein Stück, wo die Streckenführung vom Grünen Tisch aus besonders irr und ziemlich hakenschlagend inhaltsleere Mehrkilometer aufzusammeln scheint. Der Blick in den Klappentext der Strecke und dann das hineinzoomen in die Karte verrät aber: Ah, dass muss dieses Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne sein, dass uns hier kredenzt wird. Tatsächlich sehr nett. Und nun kann ich nach meinem dritten Orbit auch endlich mal „Sand“ vermelden. ;-) Wenn auch in absolut harmloser Form und nicht so, wie er in anderen Orbits wie z.B. Brandenburg für Furore sorgt.

Sand! Aber in harmloser Form: Die Schwanheimer Düne bei Frankfurt in schönem Abendlicht.

Obgleich ich doch jetzt eigentlich schon am Rand von Frankfurt bin, geht es doch noch ein ganzes Stück durch Waldareale, bis ich endlich bei meinem individuellen Kilometer 225 und der Kreuzung mit der Aral Tankstelle bin. Ein paar Straßen vorher mache ich schon mal mein Rücklicht und auch das Frontlicht an, weil jetzt die Dämmerung schon angebrochen ist. Zuvor komme ich noch an dieser tollen Szene vorbei. Ein einzelner Baum wird noch von der untergehenden Sonne getroffen.

Leucht-Baum.

Nach der mehr als nötigen Pause und Verpflegung an der Tanke geht’s weiter. Es folgt sofort auch die Überquerung des Mains. Der Blick auf die City in der Dämmerung ist schon nett. Zu mehr als ein paar kurzen iPhone-Schnappschüssen halte ich aber nicht an. 

Frankfurt City

Durch die Stadt geht’s relativ problemlos und ab km 235 zeigt die Front des Rades wieder nach oben.  Jetzt gehen die Steigungen wieder los. Und bald bin ich auch schon wieder im Reich der Wiesenwege, seufz. 

Lichttechnisch bin ich eher spartanisch unterwegs. Immerhin habe ich aber zusätzlich zur Stirnlampe, die ich schon in Rheinlandpfalz dabei hatte, noch die Supernova Airstream eingepackt und jetzt vorne an den Aerobars. In ihrer schwächsten Stufe hat sie benötigten 4 Stunden Leuchtdauer auch tatsächlich so gerade mitgemacht. Buchstäblich 100 meter vor dem Ziel geht sie aus. Aber auch mit meiner Lupine wäre ich den Umständen nach froh gewesen, auf einem vollgefederten Rad zu sitzen. Man kann den Untergrund einfach doch nicht so gut einschätzen wie bei Tage. Und was sich dann doch als übler herausstellt, als vermutet oder komplett in Schatten von Wurzeln, Steinen oder den allfälligem Gras auf den allfälligen Wiesenwegen liegt, wird im Zweifel plattgebügelt.

Wirklich plattgebügelt bin ich zwar noch nicht ganz, aber die Leistung ist doch schon recht mau. In den Anstiegen gehe ich zwar noch bis an die 180 Watt, lasse aber die Abfahrten komplett rollen, da, wo ich früher am Tag noch Schub gegeben hätte. Das hing natürlich auch mit der Sicht zusammen. Aber ich war auch mehr als froh, wenn ich es einfach rollen lassen konnte. Gegen Ende muckt auch noch die Wade, ausnahmsweise mal die rechte, leicht. Ich führe es auf die generelle muskuläre Belastung zurück, die ein solch langer Tag mit sich bringt. Aber es fühlt sich auch so an, als ob sich da ganz latent ein klein wenig Elektrolyt-Unterversorgung bemerkbar macht. Vielleicht hätte es in meinen Drinkmix noch ein wenig mehr Salz bedurft. Vor allem, da ich heute gar nicht wie sonst Powergels dabei hatte. Bzw. nur eins. Diese geben mir sonst auch immer Extra-Natrium. 

Als ich wenig später dann wieder am Ausgangspunkt in Michelnau angelangt bin, ist es halb Eins in der Nacht. Puh, später als Mitternacht. Aber doch noch so gerade im Top Ten Zeitbereich. Um eine Minute. Wobei am selben Wochenende eine weitere Zeit, weitere 2 Minuten schneller als meine gefahren wird. Egal. Drei Orbits befahren und somit auch die 1000 Bonuspunkte einkassiert.

Zwar war dies mein längster Orbit, sowohl von der benötigten Zeit als auch von der Streckenlänge, aber er fühlte sich insgesamt etwas leichter als der RLP-Orbit an. Auch Muskulär. Während ich es beim RLP Orbit sofort nach dem Ankommen deutlich in den äußeren Quadrizeps merkte, war das beim Hessen-Orbit erst nach dem Aussteigen aus dem Auto daheim und in schwächerer Form der Fall.

Der Hessen-Orbit in meiner Aufzeichnung: 284,7 km mit 2.613 Höhenmetern in 16:55:15 Stunden.

Lampe leer, Strecke voll. Der Orbit Hessen ist geschafft!

Hier der Link zur entsprechenden Strava-Aktivität:

Im Reich der Wiesenwege: Orbit 360 Hessen

Resümee

Orbit360, das war’s nun. Von meiner Warte aus. Mehr als drei werde ich in diesem Jahr nicht fahren. Weil – das war’s nun auch vom offiziellen Wertungszeitraum der Rennserie. Dieser startete am 4. Juli und endete letzten Sonntag, am 6. September. Zwar stehen die Kurse noch weiterhin zum Befahren frei, aber Wertungspunkte kann man halt nicht mehr sammeln und das Gesamtranking steht fest.

Ich bin sicher, dass da der eine oder andere aber trotzdem noch eine Orbit-Strecke unter die Räder nehmen wird. Das ist ja das tolle an dieser Idee, die Raphael und Bengt im Frühjahr hatten und in Rekordzeit mit vielen freiwilligen Helfern realisiert haben. Das die Strecken und der Anspruch, der mit ihrer Bewältigung verbunden ist, eine so große Bandbreite an Menschen angesprochen haben. Von denjenigen, die auf Gesamtwertung gefahren sind über diejenigen (wie mich) die zumindest einzelne Strecken auf Zeit absolviert haben bis zu Einsteigern in das Thema Gravel und oder Bikepacking, die sich von der Idee, vielleicht auch von den schieren Zahlen fasziniert angezogen gefühlt haben. 250 oder gar 300 Kilometer als Schleife über raues Geläuf, durch den Wald und die Heide zu fahren, Hindernisse zu überwinden und doch anzukommen – egal wann – einfach nur anzukommen, und wenn es zwei Tage mit Übernachtung im Feld braucht. Und das, wo sie vielleicht bisher höchstens 100 Kilometer am Stück gefahren sind. Das war schon toll durch die vielen Erlebnisberichte zu verfolgen. 

Können solch lange Runden landschaftlichen Genuss bieten? Hmm – manche schon. Aber natürlich nicht jeden Kilometer. Oftmals nicht mal alle 50 Kilometer. Oft muss man einfach treten und Kilometer machen. So langsam das Vorankommen auch sein mag. Aufgrund des Untergrundes. Oder vielleicht weil das Vorankommen insgesamt auch langsam ist und man in endlicher Zeit wieder am Ausgangspunkt zurück sein möchte. Es mag daher viele leise landschaftliche Töne und Reize, auch abseits des Weges geben, die man im Rennmodus gar nicht wahrnimmt. 

Aber nochmal – das ist ja auch nicht die Hauptmotivation hinter der Rennserie. Die zwar bewusst alle Optionen offenlässt, aber vorrangig als Herausforderung gedacht ist. Als Herausforderung für Leute, die sonst 100 km und mehr an einem Sonntag Nachmittag mit Kaffee und Kuchen Stop wegstrampeln können. 

Dafür sind die Strecken hervorragend. Sie sind sogar so herausfordernd, dass ich diese ohne die Motivation der Zeitnahme und eines Rankings nicht absolvieren würde. Ansonsten würde ich schon eher kürzere dafür besser kuratierte Strecken bevorzugen und mehr um die wirklichen landschaftlichen Highlights zirkeln. Denn wirklicher Gravel-Genuss geht anders. Das erfordert gut kuratierte Strecken zwischen 80 bis 120 km, das Fahren gemeinsam in Grüppchen, Zeit für Pausen unterwegs und Grillen am Abend. Genauso wie es ein Gravel Fondo oder ähnliche Formate vorgelegt haben. 

Und doch: Ich glaube, die Orbits waren auch ein ganz hervorragendes Training für mich. Die reine Trainingslehre sagt zwar, alles was über 5 Stunden hinausgeht, macht wenig Sinn – aber das muss man schon im Kontext sehen. Unser, bzw. mein Kontext hier ist die Langstrecke. Einerseits. Andererseits ist aber auch das Thema „Break Through“ Effort ein wichtiges Stichwort. Ich habe ja schon an anderer Stelle über das Training für Ultradistanzen und Durchbruch-Einheiten geschrieben (z.B. hier und hier) und da auch z.B. 5 Stunden (und an anderer Stelle von 6 Stunden Einheiten) Endstark geschrieben. Aber auch von Konsistenz. Diese kann durch so einen Eintages-Effort hervorragend unterbrochen werden. Aber ein Orbit erzeugt dann auch nicht die tiefe Müdigkeit im Körper wie ein Zwei-Wochen-Rennen, von dem man sich erstmal wochenlang erholen müsste. Setzt aber auch muskulär ganz erhebliche Reize, wie ich festgestellt habe. Auf jeden Fall ist das mal eine schöne Abwechslung. Und von daher interessant zu sehen, wie sich das für mich auswirkt.

Und auch andere Aspekte lassen sich an den Orbits für Einsteiger üben oder für Fortgeschrittene verfeinern: Das Auseinandersetzen mit der Strecke, die Recherche von möglichen Versorgungspunkten, das Umgehen mit Tiefpunkten, das Suchen nach der optimalen Ernährungsstrategie und das navigieren im dunklen Wald wenn links der Hirsch und rechts das Wildschwein grunzt. 

Insofern, eine tolle Sache.

Ich bin gespannt, wie das Gesamtresümee der Veranstalter ausfallen wird. Was noch an Dokumentation erscheinen wird (ich glaube, da wurde auch nicht zu knapp von Bengt dran gearbeitet) und wie die Pläne für nächstes Jahr aussehen werden.

Ist die Orbit-Rennserie auch was für hoffentlich bald wieder normale Jahre – sofern Raphael und Bengt willens sind, dies aufrecht zu erhalten? Ich glaube schon. Sollten die Kurse aus den Erfahrungen dieses Jahres etwas verfeinert werden? Wahrscheinlich. Nicht grundlegend, aber sicher hier und da. Die Zeiten werden eh nie vergleichbar sein. Jedes Jahr ist anders, Witterungsbedingungen sind anders, mancher Weg wird mal gesperrt, mal komplett durch Waldmaschinen umgepflügt sein. 

Es würde wohl für viele schwierig, Zeit für den Kampf um die Wertung zu finden, wenn normale Auslands-Urlaubsreisen und normale Wettbewerbe wieder viel vom Sommer zurück erobern. Aber auch ich konnte ja trotz ausführlichem Radurlaub wenigstens drei Orbits fahren und Spaß und Motivation aus der Zeitnahme ziehen. Von daher würde ich wünschen, dass Orbit360 auch in den kommenden Jahren seine Fortsetzung findet.

Als dann – ich mache heute noch Rekom, vielen Dank für’s Lesen. :)

16 Kommentare

  1. Lustig, die Exquisa Käsekuchen Teile sind auch bei uns gern gesehen. Smoothie wenn geht. Fpr herzhaft backen wir fix Käsebällchen mit Schinkenwürfeln in 20 Minuten knapp 30 Stück. Reicht für 2 Leute und sind massig Kalorien. Flüssigkalorien gerne Ayran zwischendurch. Sind zwar nur 37 auf 100ml, dafür Salz und Eiweiss und erfrischt so derbe. Krieg ich immer runter, egal wie elend es mir geht. Fülle ich mir inzwischen sogar selber ab aus dem 1l Tetrapak wenn es auf 100km+ geht, da hier Corona sei Dank fast alles dicht gemacht hat, sonntags sowieso.
    Gels find ich die Powerbar Hydro Cherry Koffein top, oder High 5 Tropic mit Koffein. Inzwischen ist auch immer so ein Dextro Flüssigzeugs dabei, stopf ich mir alles in die Trikottasche, auch Powerbar Smoothies (war gerade alles super reduziert Kartonweise und ich krieg es immer runter).

    Finde es immer interessant was andere so konsumieren unterwegs, und stelle oft fest, dass wir alle sehr viele Überschneidungen bei den Ess- und Trinkgewohnheiten haben 😎

    1. Ja, cool, was? Über’s Essen kann man sich immer trefflich unterhalten. :)
      Die Powerbar Smoothies sind wirklich lecker. Wenn auch halt voluminöser wie ein normales Gel – aber bevor man nix mehr runterbekommt, lieber etwas mehr Volumen dabei haben.

      Ayran ist glaube wirklich gut – hatte ich mal beim TCRno5 eines Nachts in nem Döner-Imbiss mitgenommen.

      Ansonsten kann ich auch noch das Buch: „The Feed Zone Cookbook“ Biju Thomas und Allen Lim empfehlen. Die herzhaften Reiskuchen daraus sind toll. Und schnell gemacht. Und trotzdem war mir das schon wieder zu viel Aufwand – oh je. ;-)

      Noch besser könnte vielleicht das Nachfolgebuch sein: „Feedzone Portables“. Das fokussiert genau auf das Thema, um das es ja hier geht: Kalorien unterwegs.

      1. Cool, direkt geschaut, gibt’s auch für kindle 👍
        Bei Interesse kann ich gern auch mal das Käsebällchen Rezept raussuchen. Die machen echt süchtig und sind fix gemacht. Und nur 4 Zutaten. Außen leicht knusprig aber innen eher so mochi/kaugummi Konsistenz. Die sind so klasse und schlne handliche Häppchen die man auch während der Fahrt essen kann.

        Ansonsten bin ich auch eher so der Carboverwerter. 1 Stunde vorher 2 Teller Bolo und ich bin happy und brauch dann kaum noch was unterwegs. 😉

        Die Powerbar +Natrium Dinger sind schon gewöhnungsbedürftig im Geschmack aber die krieg ich wenigstens noch runter wenn sonst nix mehr geht.

        Clif Bar schleppe ich nur noch zur Deko/Not mit. Die machen satt wegen der Flohsamen aber leider dafür zu wenig Kalorien.

      2. Eigentlich sind das brasilianische KäseBRÖTCHEN. Wir haben das Rezept und die Größe passend zum proviantieren auf dem Rad angepasst und als letzten Pfiff noch Schinkenwürfel zugefügt. Damit ist man auch der Knaller auf jeder Party 🤗

        250 g Gouda (jung) gerieben
        250 g Tapiokastärke (Asialaden)
        200 ml Sahne
        Optional: 50 g Schinkenwürfel

        Zutaten vermengen und kneten bis es eine Masse ist.

        Hände ölen, dann kleine Kugeln formen (ca. 3 cm Durchmesser) und auf ein Backblech mit Backpapier legen. Ergiebt ca. 1 Blech bzw. ca. 30 Bällchen.

        Bei 200° C Ober-/Unterhitze etwa 10-15 Minuten backen.

        Warm schmecken sie am besten. Die fertigen rohen Teigbällchen kann man auch ein paar Tage einfrieren und später erst aufbacken.

  2. Hey, schön zu lesen! Hab geschmunzelt. Also diese Käsedinger würden mich interessieren, sonst mach ich immer Dattel-anderesTrockenobst-Haselnuss-Kugeln in Kokosflocken gerollt. Kein Plastik, gut runterzubekommen auch während des Fahrens, da angenehme Konsistenz. Aber was herzhaftes fehlt im Foodpouch.
    Und zu kein Schloss am Supermarkt, wenn man es nicht im Blick haben kann: Steckachse raus….

    1. Danke dir, Ellen. :)

      Steckachse raus: guter Tipp! Da gibt’s ja so einiges. Habe gerade vor nem Supermarkt auch eher die Sorge, dass es jemand schnell in den Kombi wirft. Aber selbst das wird anderen auffallen, wenn dem Dieb verdutzt das Rad rausfällt. Könnte wertvolle Sekunden kaufen.

      1. Genau, kauft zumindest Sekunden um die es gehen könnte. Per pedes Diebe, die sich aufschwingen Haut es gewaltig hin und per Automobil-Diebe schauen doof wenn das Vorderrad rausfällt… ;)

  3. Vielen Dank für den tollen Bericht. Und vor allem vielen Dank für die Bestätigung aus berufenem Mund, dass der Hessen-Orbit wirklich viele Wiesenwege enthält :-)! Das war für mich DER prägende Eindruck, der hängen geblieben ist. Als totaler Ultra-Noob der auch nur einen einzigen Orbit gefahren ist hab ich allerdings schon gedacht, dass ich mich nur anstelle (Stichwort:“Da gewöhnt man sich dran.“).

  4. Glückwunsch zum neuen Design – toll!!!

    By the way: ich tausche mein Bombtrack EXTC gegen einen anderen Rahmen aus Qualitätsgründen und mich würde interessieren, ob auf Deiner Watchlist im Bereich Gravel Race/Allroad Race neue Kandidaten eingetroffen sind. Exploro Race ist interessant, Preis, Kabelführung und Befestigung aber suboptimal, OPEN und S-Works noch mehr preislich off, … mal gespannt, was Dir vorschweben könnte … tnx!

    1. Dankeschön :)

      Tja, was du zum Exploro Race Mac schreibst, trifft zu. Schau mal in den „Gravelbike, Take Two“ Artikel. Ist einer der featured Artikel.

      Ich würde mir das Rose Bachroad ansehen. Scheint ein ziemlicher winner.

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