Die Sony DSC-RX100 Kompaktkamera bei mir im Test. Erste Ergebnisse.

Fotografie, Produkttests

Seit Freitag habe ich die Sony DSC-RX100. Das ist eine Kompaktkamera (die diesen Namen zurecht trägt, sie ist nämlich wirklich kompakt) im Stile z.B. einer Canon Powershot S95 (die mir im letzten Jahr ein treuer und gering auftragender Begleiter bei meinen Rennradtouren war). In der Tat sind die Außenabmessungen fast gleich.

Aber: Die Sony RX100 featured einen nahezu 1 Zoll großen Bildsensor. Das ist für eine Kompaktkamera riesig! Von der Ausrichtung her ist diese Kamera genau das, was ich und andere Fotoenthusiasten immer gefordert, die arrivierten Kamerahersteller (sprich Canon oder Nikon) sich herzustellen aber nie gewagt, und andere Hersteller bis dato nicht gekonnt haben:

Maximale Bildqualität und Einstellmöglichkeiten im Stile einer Upper Class DSLR oder Spiegellosen Systemkamera im (vermeintlich) amateurhaften Kompaktkameragehäuse.

Die Eckdaten: 1 Zoll CMOS Sensor (d.h. rund 4 mal so groß wie übliche Kompaktkamera-Sensoren), 20 Megapixel Auflösung, Carl Zeiss 28-100 mm (Kleinbildäquivalent) Objektiv mit Maximalöffnung (allerdings nur im Weitwinkel) von f/1.8.

Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Bevor ich in weiteren Artikeln etwas mehr zur RX100 schreibe und auch Vergleiche zwischen ihr und der oben erwähnten Powershot S95, der Sony NEX-5n und vielleicht der Canon EOS 7D bringe, hier drei erste Aufnahmen in voller Auflösung; entstanden bei einem Radtraining am gestrigen Samstag.

Wilier Triestina oberhalb Richstein. Sony RX100, 28 mm (KB-äquival.), f/6.3, ISO 100, JPG (mit Minuskorrektur aufgenommen, alles bis auf Wolken in Lightroom etwas aufgehellt, Clarity und Dynamik leicht angehoben), Klick für volle Auflösung

Wilier Triestina GranTurismo. Sony RX100, 28mm (KB-äquival.), f/1.8, ISO 80, JPG ohne jede weitere Anpassung oder Schärfung. Klick für volle Auflösung.

Blütendolde und Fliegen, 28mm (KB-äquival.), f/1.8, ISO 80, JPG ohne jede weitere Anpassung oder Schärfung, Klick für volle Auflösung.

Was ein Kontrast – Zwei Rennradfahrten

Rad fahren, Uncategorized

Puh – was ein Kontrast!

Am Wochenende: Tagsüber gefahren, strahlender Sonnenschein, kurz-kurz, goldener Oktober, Spätsommer, Wilier GranTurismo Carbonrenner unter 8 kg, geschmeidige Ultremo ZX mit Maxxis Ultralight-Schläuchen.

Heute: Abends, komplett grauer Himmel, dadurch schon quasi ein Nightride, oben lang, unten 3/4 Hose, Herbst, Cube Streamer Aluhobel mit knapp 10 kg, Michelin Lithion.2 mit 08/15 Butyl-Schläuchen.

Habe das Cube ausgewählt, weil es zu Beginn erst ganz leicht nieselte und ich das Cube zum Herbst/Winter-Bike auserkoren habe. D.h. es hat ein Steckschutzblech hinten, Befestigung für Beleuchtung (Rückleuchte am Wilier kann erst wieder montiert werden, wenn ich eine gerade Sattelstütze habe) und 3M-Speichenreflektoren.

Ich kam mir teilweise (besonders ab Volkholz) so vor, als ob die Reifen förmlich auf der Straße kleben und mich zurückhalten. Zudem fiel mir das richtige reinpowern aufgrund der Dunkelheit erst mal wieder schwer. Ja, am Dille hoch fuhr ich geradezu wackelig, weil die Orientierung fehlte. War fast wie in Watte gepackt (obwohl es nicht neblig war).

Die Knog White Beetle Led-Frontleuchte ist ja auch nur ein Positionslicht und überhaupt nicht für die Straßenausleuchtung vorgesehen. Das hiess, dass es heute mit ihr auf der Eisenstraße schon grenzwertig war. Und je dunkler es wurde, um so mehr stört sie den Fahrer selbst. Während sie bei moderatem Umgebungslicht (in früher Dämmerung oder in den Lichtern geschlossener Ortschaften) nicht stört, lenkt sie, je dunkler es wird, den Blick des Fahrers um so mehr ab. Sie hilft auch nicht bei der Wegbeleuchtung sondern im Gegenteil verhindert die Dunkeladaption des Auges, so dass man von der Umgebung eher weniger sieht, als ganz ohne Leuchte. Aber sie ist halt wichtig, um gesehen zu werden.

Wird Zeit, dass meine bestellte Airstream Supernova ankommt.

War dann froh, als ich zu Hause war. Aber auch froh, draußen gewesen zu sein.

Wittgensteiner Pässe – Rennradtour über’s Harfeld, Didoll und Co

Rad fahren, Uncategorized

Für 3 Tage hat der Sommer, der höchstens noch durch einen blauen Himmel und Sonne, aber kaum noch durch schweißtreibende Temperaturen und Assoziationen mit Bikinis, Sonnenbaden, Freibad und laue Partyabende brillieren kann, ein Einsehen. Und beschert genau das erstgenannte: wenigstens einen herrlich blauen Himmel und Sonne. Nur wenige, schmückende Wölkchen am Himmel. Und das gegen Wochenende. Heute ist Samstag und ich will das für eine „Sommer“-Tour nutzen – denn morgen soll es schon wieder vorbei sein: Gewitter, Regen etc.

11208_275
11208_281
11208_302
11208_307
11208_312
11208_316
11208_323
11208_324
11208_325
11208_327

Mittags, bevor ich loskomme, sind die Wolken zwar kurzzeitig etwas dichter, das legt sich Gott sei Dank aber schnell. Bei angenehmen Temperaturen von im Schnitt 24,3 ° rolle ich zufrieden los. Endlich noch mal richtig gutes Wetter. Die Landschaft sieht bei richtigem Sonnenwetter doch noch gleich dreimal so gut aus. Vor allem, wenn man sie in diesem Licht die letzten Monate so selten zu Gesicht bekommen hat! Balsam für die Seele.

Was aber nicht heissen will, dass ich die Beine genauso wie die Seele hab baumeln lassen, fern davon! ;-)

Die heutige Tour sollte mich nochmal über das Harfeld führen, mehr hatte ich nicht geplant. Herausgekommen ist dann eine Wittgensteiner „Pässe“ Tour, die mich gleich zweimal über’s Harfeld, über’s Didoll und über die Laibach samt weiteren Anstiegen geführt hat. An den Anstiegen habe ich auch immer gut reingehalten, insbesondere bei den ersten. Dazwischen habe ich allerdings ein klein wenig gebummelt, ein wenig ausgekundschaftet und heute eher mehr Fotos als sonst gemacht. Wunderbar!

Zu Anfang ist mir jedoch zum ersten Mal am Rennrad die Kette runtergesprungen. Leider so, dass ich sie auch nicht per Kurbeleinsatz einfach wieder auf’s Blatt heben konnte. Also mussten die Hände ran. Nach rund 6 km gab’s also die erste längere Pause, die ich mit Finger reinigen per örtlicher Blattvegetation verbrachte… Pflanzensäfte können so einiges. Und weisses Lenkerband will geschont werden. ;-) Jedenfalls suche ich nun einen guten Chaincatcher. Mal Andy Schleck fragen, was er so empfiehlt… ;-)

Danach ging es aber weiter, hoch zur Leimstruth und von dort nach Stünzel. Ah, am jetzigen Wochenende feiert Stünzel sein 300 Jahre Fest. Hätte es mir ja gerne kurz angesehen und wäre mit dem Rad etwas durch Stünzel gebummelt. Hätte mir vielleicht sogar eine unplanmäßige Waffel samt Kaffee gegönnt. Leider hatten die Stünzeler eine 3 Euro „Paywall“ um ihr Dorf errichtet. Sowas hab‘ ich auch noch nicht erlebt. Ziemlich blöd für zufällig vorbeikommende Wanderer und Ausflügler. Naja – wer nicht will, der hat schon… So kann ich also nicht berichten, ob es sich lohnen könnte, heute am letzten Tag der Feierlichkeiten vorbei zu schauen.

Aber ich wollte ja auch Rad fahren, also folgte ich der Abfahrt der L718 runter Richtung Bad Laasphe, bog dann aber vor der Bracht links ab auf die K53. Hier beginnt der Anstieg auf das Harfeld, der von dieser Seite her nicht so steil wie die übrigen Anfahrten ist. Aber wie alle Anfahrten schön durch lichten Wald und entlang einiger Wiesen führt. Kurz bevor man das Harfeld erreicht, kommt man an einem Teich und dem Forsthaus Hülshof vorbei. Oben auf der Höhe ruhte ich nicht aus, sondern forcierte sofort die Abfahrt Richtung Richstein. Hier muss man leider wie so oft auf den landschaftlich reizvollen, aber zu oft in schlechtem Zustand befindlichen Kreisstraßen auf Rillen und Absätze im mehr schlecht als recht gepflicktem Asphalt aufpassen. Auf halber Strecke machte ich dann aber den ersten Fotohalt. Samt Stativaufbau und Selbstportrait beim Vorbeifahren. Und weil es so schön war, gab es direkt auch noch eine Snackpause mit frisch selbst am Vortag zubereitetem Reiskuchen. :)

Danach fuhr ich zunächst nicht direkt nach Richstein hinein, da mich eine Abzweigung nach links neugierig machte. Nochmal eine Abzweigung nach links und ich befand mich auf einem ganz schmalen Weg, den man nur noch mit gutem Willen als asphaltiert bezeichnen kann, der mich aber kurzzeitig mit 18% zum Festplatz von Richstein, gleichzeitig dem Standpunkt der alten Burg Richstein brachte.

Von da aus fuhr ich über die Straße „Zur Burg“ hinunter nach Richstein, schaute kurz ins Haintal, war leider Sackgasse und fuhr dann weiter über die L903 aus dem Ort. Erspähte ein Holzschild „Elsoff“ und einen steil aussehenden Weg und dachte „Wow – probieren, ob der asphaltiert ist“. War er aber leider nur so 160 meter lang. Die Steigung wäre cool gewesen; auch hier 18%. Beim rumdrehen sah ich aber am Gegenhang auch ein schönes Sträßchen. Also wieder zurück, rein nach Richstein, direkt rechts auf die Lindenhof Straße und dann wieder links, dem Holzwegweiser zum „Harfeld“ gefolgt. Aha, hier hatte ich die eine Auffahrt zum Harfeld, die ich bisher noch nicht gefahren bin. Sie ist allerdings nur im ersten Teil eine Abwandlung der Strecke von der Richtsteiner Mühle und trift nach 1,2 km auf diese. Also war ich bald wieder auf dem Harfeld, diesmal von Richstein aus. Hinein ging es wieder in die Abfahrt Richtung Bad Laasphe.

Aus Laasphe heraus dann Richtung Puderbach, um das Didoll in Angriff zu nehmen. Auch eine sehr zu empfehlende, wunderbare Strecke. Leider ist die Anfahrt über Puderbach bei Quäldich.de ab Niederlaasphe eingstellt. Ich bitte euch – wieso von da? Ein sinnvoller Einstieg, gleichermaßen von Laasphe und Niederlaasphe aus Sinn machend, wäre die Ausfahrt des Kreisverkehrs vor Puderbach. Naja, egal. Hinter dem Didoll ging’s… natürlich wieder nach Richstein… ;-) Auf eine weitere Harfeld-Variante verzichtete ich aber und fuhr statt dessen nach Arfeld und von dort weiter nach Schwarzenau. Aber nicht über die L 553, sondern heute schaute ich mal, wo mich die Beschilderung des Ederauen-Radwegs hinführen würde. Sie führte mich schon sehr bald auf einen unbefestigten Weg, der auf der alten Bahntrasse entlang der Eder nach Schwarzenau führt. Auch sehr reizvoll. Und trotz fehlender Befestigung sehr gut mit dem Rennrad zu befahren. Sehr eben, fester untergrund, ganz feiner, im bindigen Boden eingebundener Splitt. Nur nach tagelangem Dauerregen würde ich da dann nicht herfahren wollen.

Hinter Schwarzenau fuhr ich über die L902 hinüber nach Elsoff und von da aus dann über die K40 und an Christianseck vorbei durch die Wittgensteiner Schweiz hoch zur Laibach (Auch hier ist die Streckenabgrenzung bei Quäldich.de jetzt nicht sooo schrecklich sinnvoll, da der Gipfelpunkt dort, wenn man schon mal da ist, selten das Dorf Laibach ist, sondern meist der höchste Punkt der L 717 zwischen Bad Berleburg und Diedenshausen. Dort ist auch eine Bushaltestelle und auch der Abzweig, dem man von Christianseck her kommend ebenfalls als Passhöhe erreicht. Von dort geht es dann am Gasthaus Erholung und dem Abzweig zu Laibach vorbei nach Bad Berleburg. Weiter fuhr ich dann über Berghausen, Birkefehl und Womelsdorf zurück nach Erndtebrück.

Distanz: 91,31 km, Höhenmeter: 1420 m, Zeit: 4 h 50 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,9 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,8 km/h, Durchschnitts-HF: 124

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/111576158

 

http://app.strava.com/rides/1485606/embed/b5a6565e1da9d9e56ca71e3f20c08d34e0cf1d43

Mein Besuch der 31. Hagener Sommer-RTF „Durch das schöne Sauerland“

Rad fahren

Es war hervorragendes Sommerwetter für das Wochenende angesagt (endlich!) und es wurde mal wieder Zeit für eine RTF.

In meinem Kalender hatte ich für dieses Wochende am Samstag die Hagener Sommer-RTF und am Sonntag eine RTF im Westerwald eingetragen. Beides leider gleichweit in Autominuten entfernt und da ich am Samstag mehr Zeit hatte, wählte ich also die Hagener RTF aus.

11208_0245
11208_0246
11208_0248
11208_0251
11208_0253

Gesagt, getan – am Vorabend schon die nötigen Utensilien bereit gelegt, durch einen netten Forumskollegen im Rennrad-News-Forum kurzerhand noch die GPS-Strecke der 150er Runde erhalten (die Vorabstreckeninfo auf der Webseite des SSV  Hagen war leider – wie fast immer üblich bei Radsport-Vereinswebseiten – sehr dürftig) und auf den Garmin Edge 800 gespielt und dann am Samstag um kurz vor 8 Uhr aufgestanden (früher ging nicht, Regeneration durch Schlaf ist ein wichtiger Faktor im Training, wenn nicht _der_ wichtigste Faktor, vorausgesetzt, die vorhergehenden Reize wurden ausreichend gesetzt). Um 5 oder 6 Uhr aufstehen – das kann man mal für einen Alpenmarathon oder ein großes Event machen – nicht für eine Feld-Wald-Wiesen-RTF, die eigentlich ja auch nur eine gewöhnliche Wochenend-Ausfahrt ist. Wenn auch mit mehr Gesellschaft.

Mit Zubereitung eines Brötchens und eines Kaffees für Unterwegs und dem Einladen des nötigen Krempels (Rad etc.) hieß das, dass ich etwa um 8:30 Uhr in Erndtebrück los fuhr. In Hagen war ich dann so um viertel vor Zehn. Nun hieß es in der Ausschreibung, dass der Start für die große 150er Strecke von 8:30 bis 9:30 Uhr zu erfolgen habe; für die kürzeren Strecken bis 11:00 Uhr. Nun, das war mir aber ziemlich Schnuppe. Endlich mal ein richtiger Sommer-Samstag! Eine Anfahrt von 101 km mit dem Auto. Da werde ich doch nicht nach 113 km wieder aufhören! Nix! Ich hatte mir auch extra noch ein paar Riegel und Gels für alle Fälle eingepackt und wollte die Flaschen wie üblich an jeder Kontrollstelle voll  halten. Selbst, wenn die Hagener an so einem Tag (hey, dass ist der eine Tag eurer organisierten RTF) schon am frühen Nachmittag auf der Strecke die Zelte abgebrochen hätten, wäre ich also gut versorgt gewesen. Aber dem war Gott sei Dank nicht so und im Gegenteil, gerade heute hatte ich an allen Kontrollstellen angenehme Plaudereien und möchte dem SSV Hagen wirklich ein Kompliment aussprechen: alles ausgewiesen nette und sympathische Leute an den Kontrollstellen!

Übrigens war mein Wilier Triestina GranTurismo dort auch überall die Schau und zog anerkennende Kommentare auf sich. :)

Auf der Strecke war es allerdings aufgrund meiner späten Ankunft relativ leer. Spät ist hier natürlich relativ zu werten. 10 Uhr Startzeit ist für einen rüstigen Hagener Senior, der aufgrund seniler Bettflucht und ohne Anfahrtsstrecke schon um 8:30 Uhr mit den Hufen scharrt, weil er nach der 51er oder 75er Strecke zum zweiten Frühstück wieder daheim sein will, sicher total spät. Ganz allgemein gesehen und insbesondere mit knapp 1,5 Stunden Anfahrt plus Anmelden, Rad ausladen und Rückennummer befestigen ist 10 Uhr hingegen ein wunderbarer Startzeitpunkt für eine Sommertour. :)

Nun ja, hatte ich bei meinen bisherigen RTF-Teilnahmen nur wenig Gelegenheit, das Fahren in der Gruppe kennenzulernen und zu genießen, so war diesbezüglich gestern die totale Flaute ;-)

Ich hatte nur bis etwa Kilometer 95 je zwei Zweier-Gruppen mit denen ich mich zu einem Dreier-Team zusammenschloss.

Zu Anfang Manfred und Mike (Maik?) aus Freudenberg, die die 113er Strecke fahren wollten. Nach dem wir endlich aus dem Hagener und Iserlohner Bereich raus waren, konnte man auch mal nebeneinander fahren und etwas plaudern. Wir haben zwar etwas Führungsarbeit abwechselnd geleistet, aber effektiv konnte man das nicht nennen. Entweder gings sowieso nur rauf oder runter, oder nach einer Abfahrt heizte der eine an mir vorbei, nur um im nächsten Anstieg wieder einzubrechen. Der zweite ließ dann auch Lücke reißen, aber kam auch nicht nach, wenn ich mir dachte: „setz‘ dich mal vor ihn und zieh ihn per Windschatten wieder nach vorn“.

Nach der zweiten Kontrolle verabschiedete ich mich zur Streckenteilung der 113 und 156 km Strecke und stieß alsbald auf ein anderes Zweier Team. Die bummelten allerdings oben auf jeder Kuppe so komisch, so dass ich mich kurzerhand auf der nächsten Kuppe nach vorn setzte und zügig in die Abfahrt ging. Das war die lange Abfahrt nach Blemke. Aber siehe da, sie blieben dran und unten im Tal setzte sich das Caisse d’epargne Trikot vor mich. Schön. Tempo war eigentlich ganz gut, hätte aber gern noch etwas höher sein können. Nach der Ortsdurchfahrt von Plettenberg setzte ich mich dann nach vorn, zog an und hielt die Pace auf langsam ansteigender Straße hoch. Mir wär’s da egal gewesen, ob beide hätten reißen lassen müssen oder nicht. Aber beide blieben dran und vor Osterau führte dann auch mal kurz der Zweite der beiden, bevor die Steigung wieder größer wurde.

Irgendwann nach der dritten Kontrollstelle, auch wieder auf einem schön stetigem rund 1% Gradient – ich war an dritter Stelle hinten, fand das Tempo locker, aber ok – rief das Caisse d’epargne Trikot plötzlich nach vorn „mach mal langsamer, kein Bock mehr auf so schnell…“  Hmm, hier jetzt langsamer werden? Es sind noch 60, 70 Kilometer und ich will auch noch mal irgendwann nach Hause… Ich rollte nach vorn und versuchte etwas lockerer zu machen und trotzdem zu führen – dennoch riss sofort ein Loch. Kurze Zeit später noch mal nach hinten geschaut: das Loch wurde größer. Hmm, also wirklich wohl kein Bock mehr auf schnell (wobei – alles ist relativ, furchtbar schnell bin ich ja auch nicht). Egal, ich zog also an und hatte sie alsbald komplett hinter mir gelassen. Die letzten rd. 62 Kilometer fuhr ich also allein, was mich aber nicht sehr bekümmerte. Wetter war toll, Landschaft bis Dato mit dem Rad unbekannt – passte also.

Einzig ab Kilometer 97, dort spürte ich auf einmal die rechte Ferse bzw. eher die Achillessehne. So was bin ich gar nicht gewohnt. Bisher schiebe ich es mal auf die neuen Gaerne Schuhe. Dieses Jahr tue ich mich echt schwer mit dem Erwerb neuer Schuhe. So richtig glücklich bin ich noch mit keinem Modell geworden. Gott sei Dank gab sich das langsam wieder und ich konnte weiter Druck auf beide Pedale geben. Auf den letzten Kilometern hatte ich dann aber ein Druckgefühl unter dem linken Ballen – auch hier wieder: Schuhe, hmmm.

Nochmal zurück auf Landschaft und Strecke. Da in ich zwiegespalten.

Gut. Mit Start mitten in Hagen ist es klar, dass man erst mal durch Stadtverkehr nach draußen muss. Ob’s in Hagen schönere  oder ruhigere Strecken gibt? Kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls zog es sich, bis man endlich nach knapp 20 km vor Iserlohn südwärts abbiegen und endlich mal ins Grüne fahren konnte. Nun ist Hagen keine Großstadt und der Verkehr jetzt nicht übermäßig. Und man muss auch nicht immer durchs Grüne fahren; etwas städtisches Flair, interessante Straßen zum Schauen mit hübscher Architektur oder wenigstens interessanten Häuserfronten etc., das hätte ja auch was. Aber davon gab’s nicht sooo viel (da mögen mir die Hagener und Iserlohner jetzt verzeihen – oder den SSV Hagen eine möglicherweise andere Streckenwahl ans Herz legen ;-p). Vielleicht liegt’s auch an der Erwartungshaltung. Die RTF nennt sich schließlich „Durch das schöne Sauerland“ und nicht „Durch teilweise wenig charmante Vororte von Hagen“ ;-)

Andererseits: man kann (und sollte) den Charakter der eigenen RTF auf der Vereinsseite auch ein bisschen beschreiben und dafür werben bzw. die Erwartungen lenken. Hier könnte ich mir die Kombination aus Sauerländer Landschaft, aber auch Industriekultur vorstellen. Es gab durchaus den einen oder anderen Streckenteil, der zwar an Industrie, aber an alter Industrie mit klassischer und gut erhaltener Backsteingebäudestruktur oder geschieferten Gebäuden, an alten Staustufen etc. entlangführte. Das war z.B. bei Kilometer 116, so bei Augustenthal oder Wettringhof der Fall.

Auch die Durchfahrt von Altena hat mir gefallen. Insgesamt gab’s aber für meinen Geschmack zu viele zu gut ausgebaute Bundes- oder Landstraßen, die aufgrund Autobahnnähe auch viel Verkehr führten. Auf die Biggetalsperre konnte man auf einem schönen kleinen Sträßchen kurz vor der Rohscheider Kontrolle (also nur für die 156er Runde) einen Blick erhaschen. Warum man keine Vorbeifahrt an der Fürwigge- und Versetalsperre eingebaut hat, sondern knapp drum herum fährt, kann ich auch nicht sagen. Nun ja, dass zur Strecke – wenn ich im nächsten Jahr wieder vor der Wahl stünde: Hagener RTF oder Westerwälder RTF, dann würde ich zuerst mal die Westerwälder RTF ausprobieren. Allein schon, um auch diese dann mal kennenzulernen.

Distanz: 157,23 km, Höhenmeter: 1970 m, Zeit: 6 h 53 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,8 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 26,6 km/h, Durchschnitts-HF: 131

http://app.strava.com/rides/1307334/embed/aecadba56cd212a0f873e1c313c57eb63ab46aa2

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/108034960