Touren & Events

Bike-Events: – kurzer Rückblick auf 2021 und mein Ausblick auf 2022. Meine Pläne und Bike-Event-Übersichten für Euch

2022 kann man, bzw. besser kann ich für mich, zumindest hoffen, wieder halbwegs planen zu können. Wobei ganz unabhängig von der Pandemie-Situation es natürlich auch immer andere Dinge geben wird, die jeden Plan in Gänze oder in Teilen obsolet machen werden. Auf dieses „New Normal“ müssen wir uns wohl mindestens für dieses Jahr noch einstellen. Obwohl – war es je anders?

Deswegen im Folgenden:

  1. Einen ganz kurzen Rückblick auf 2020 und 2021 (weil das Grundlegend für die Motivation 2022 ist)
  2. Die lockeren Pläne (inklusive zweier schon fixierter Veranstaltungen) für dieses Jahr
  3. Eine kurze Liste von Rad-Event-Übersichten bzw. Veranstaltungskalendern
  4. Meine daraus und aus weiteren Recherchen aufgestellte, umfangreiche aber trotzdem vollkommen subjektiv bestückte Bike-Events-2022 Datentabelle (für euch als Download und in der interaktiven Timeline-Übersicht)

Ein kurzer Blick zurück

2020 fing ja noch schön und wie geplant an: Mit meiner Teilnahme am Atlas Mountain Race im Februar. Ein wunderbares Rennen und für mich eine ganz besondere Erfahrung, über die ich hier schon zumindest in einem ersten Teil geschrieben habe: Das Atlas Mountain Race 2020 – Mein Tagebuch der Erstaustragung (Teil 1 von 2).

Doch danach war die Welt eine andere. Viele Rennen und Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Und trotzdem kamen ganz neue Ideen auf (z.B. Orbit 360) oder konnten einige Rennen mit Anpassungen (und manche auch ohne) durchgeführt werden. So habe auch ich im Sommer 2020 noch am Three Peaks Bike Race von Wien nach Nizza teilgenommen. Einerseits noch in dem komischen und unerfahrenen Gefühl der Welt, wie man mit solch einer globalen Pandemie umgeht. Andererseits in der Einschätzung, dass, wenn man bei irgendeiner Freizeit-Aktivität sicher ist, dann beim einsamen Sitzen auf dem Rad. Fernab von jedem Trubel und von Menschenansammlungen. Und im Freien an der frischen Luft. Sogar für die meisten Übernachtungen. An- und Abreise habe ich damals genauso gehandhabt – individuell und damit kontaktärmer als es jede berufstätige oder auf den ÖPNV angewiesene Person je hätte sein können. Teils im Mietwagen und größtenteils mit dem Rad selbst. Von Passau nach Wien zum Start und von Nizza auch zurück bis nach Freiburg. Und doch – regelmäßig irgendwo einkaufen und das sogar mehrmals am Tag musste man ja doch.

Yours Truly am Mittelmeer in Nizza. Nach dem Three Peaks Bike Race 2020 und am Morgen des Aufbruchs auf die Radtour zurück nach Deutschland.

2021 dann… irgendwie ist das Jahr so an mir vorübergezogen. Zumindest in der Nachschau. Klima und Hochwasserkatastrophen waren ein Schwerpunkt, der besonders auch in vielen Regionen Deutschlands zu sehr schweren Schäden geführt und mich auch beruflich sehr beschäftigt hat. Bei den Impfungen hätte ich persönlich nie gedacht, dass uns dies als Menschheit so schnell gelingt, entsprechende Mittel nicht nur zu entwickeln, sondern auch zu testen und zuzulassen. Bei der gleichzeitigen Offenbarung der Dummheit der Menschheit war ich jetzt nicht so furchtbar überrascht – aber das Ausmaß der Abgründe, die sich da bei Verquerdenkern aufgetan haben und dem Raum, der Ihnen durch die Medien willfährigst entweder durch die Verfolgung einer eigenen Agenda oder durch dem dort vorherschenden Zwang nach reisserischen und kontroversen Themen zur Auflagen- und Quotensteigerung geboten wurde, hat mir eins um andere Mal mehr als nur gedrückte Stimmung beschert.

Wie schön und heilsam ist da doch der Ausgleich mit und auf dem Rad! Aber trotzdem fand ich diesem im letzten Jahr auch etwas beeinträchtigt. Im Limbo zwischen gefühlt (und effektiv auch tatsächlich, denkt nur an die Hochwasserereignisse) miserablen Wetter hier in Deutschland und dem Warten, bis man endlich auch einen Impftermin bekommen konnte, war so wirklich an Urlaub erst einmal nicht zu denken. Als quasi so gerade eben nicht-Risikogruppe gab’s für mich die Erstimpfung erst im Juli. Und dass ich sie dann bekommen konnte, stand auch erst wenige Tage davor fest.

Das Transcontinental Race No 8 – 2020 schon einmal verschoben – wurde sehr sinnvollerweise auch 2021 noch einmal verschoben. Ein etwas kürzeres Rennen, mit deutlich weniger Grenzübertritten und geringerem Organisationsaufwand, aber von ganz ähnlichem Format und mir auch sehr am Herzen liegend – das Three Peaks Bike Race (TPBR) – fand zwar statt. Wie ja schon in 2020, wo ich selbst dankbarerweise noch dran teilgenommen habe, wie soeben erst geschildert. Aber bein TCRNo8 hätten viel mehr und deutlich internationalere Teilnehmer gar nicht erst anreisen können und auch für viele Volunteers (beim TCR sind die Kontrollpunkte mit Personal besetzt und haben einen ganz anderen Charakter als beim TPBR) war nicht abzusehen und festlegbar, ob Sie hätten anreisen können. Von den Grenzübertritten quer durch Europa auch für die Teilnehmer ganz abzusehen.

Ich fand die wiedermalige Verschiebung also mehr als gerechtfertigt. Und hätte mich aber auch gleichzeitig nicht für Ersatz (wie z.B. einen Startplatz für das TPBR) bemühen wollen. Ich möchte jetzt den tatsächlichen Teilnehmern an diesem und an anderen Rennen nicht zu nahe treten. Vielleicht war ein Teil davon ja auch zum damaligen Zeitpunkt glücklicherweise schon erstgeimpft. Und der generelle Modus wie auch die Exposition eines Bikepackers hat sich ja von 2020 zu 2021 auch nicht geändert: Wenn man nicht gerade Partypace walten lässt und sich alle Vorsicht unbeachtend mit anderen Leuten bei allfälligen Treffen an Supermärkten etc. umgibt, dann ist man ja draußen allein auf seinem Rad. Vielleicht sogar bei der Übernachtung draußen. Die Sache sieht aber ganz anders aus, wenn man mit Flugzeug oder Zug an- oder abreisen hätte müssen. Und – ich hatte es auch wenig anders erwartet – nicht mal die Top Ten waren im Ziel, das Rennen also noch voll im Gang, da wurde Katalonien und Barcelona, das letztjährige Ziel, als neues Risikogebiet ausgerufen. Inklusive nächtlicher Ausgangssperren und Co. Und obgleich ich das TPBR2021 und andere Rennen, die teils ebenfalls stattfanden (teils mit erheblich eingeschränkter Teilnehmerzahl) mit einer gehörigen Portion FOMO (Fear of missing out) verfolgt und intensiv Dots gewatched habe, war ich mir doch stets im Reinen, dass so eine Anstrengung und Exposition sooo kurz vor der Impfung eine ziemliche Übung in Unvernunft und Risiko gewesen wäre.

Also wartete ich, bis endlich der Erstimpfungstermin fest stand, holte mir den ersten Piekser ab und startete nach etwas Pause danach dann zu meinem Sommerurlaub. Mit dem Rad. Auch Deutschland hat ja einiges zu bieten und das wollte ich erkunden. Ich hätte mir aber durchaus besseres Wetter gewünscht. Sehr viel besseres Wetter. Man soll ja dankbar sein – und es waren ja auch schöne Tage dabei und wirklich schöne Gegenden darunter. Aber es ist halt einfach so – was in der Mitte überwiegt und dann zum Schluss nochmal bekräftigt wird, das bildet dann den Gesamteindruck in der Erinnerung. Und ich war in der Mitte damit beschäftigt, meine Route so zu planen, dass es wenigstens halbwegs Chance auf ein bisschen Trockenheit und Sonne hatte und bin am Ende auch nochmal nur durch Regen gefahren. Mit einem kurzen Sonnenabschnitt und dann ganz zum Schluss bis vor die Haustüre nochmal im Regenschutt. So dass ich die Tür mit einem dicken „F… dich, Petrus – jetzt bin ich daheim, du kannst mich mal!“ aufschloss.

In Lindau, dem südöstlichen Wendepunkt meiner Bikepacking-Tour inklusive zweier Orbits im Sommer 2021

Ja, es waren (meist) schöne 1900 Kilometer – aber gefühlt war ich total unterurlaubt und vor allen Dingen untersonnt. Mir machen auch Solo-Bikepacking-Abenteuer überhaupt nichts aus. Im Gegenteil – ich liebe sie. Aber ich habe gemerkt, dass mir doch das Zusammenkommen mit Gleichgesinnten sehr fehlt. Am Start solcher Rennen. Mittendrin bei zufälligen Begegnungen an CPs zum Beispiel. Und dann im Ziel, wo die jeweils individuellen Erlebnisse, aber die gemeinsame Bewältigung der Strecke ausgetauscht und nacherlebt wird.

Natürlich gab es auch einiges, was mich 2021 begeistert hat oder wo ich mich auch sportlich austoben konnte. Im Rahmen der Orbit 360 Gravelserie vor allem. Aufgrund der Impftermine und der nötigen Pause danach konnte ich nur 7 anstelle von 8 geplanten Orbits fahren. Trotzdem hat es exakt zu Platz 10 in der sogenannten „Seniorenwertung“ gereicht, in der Raphael, der Organisator, alle Teilnehmer ab 40 Jahren zusammenfasst. (Hach ja, er ist halt noch jung… ;-)). Ich würde ja Masters bevorzugen. Und die Grenze ab 50, hihi. Aber – mir hat es großen Spaß gemacht. Und damit kann ich dann auch endlich auf das vor uns liegende Jahr kommen.

Der Ausblick auf 2022

Ich komme also total unter-bikepacking-raced… (den Begriff habe ich gerade erfunden ;-)) und quasi verfroren und nassgeregnet aus 2021 heraus. Aber immerhin doppelt und seit zwei Wochen gar dreifach geimpft. Das ist keine Garantie für nichts aber immerhin geht es derzeit nicht besser.

Bereit für alle Schandtaten und wie gesagt immer noch mit dem überwältigenden Eindruck des FOMO versehen, hatte ich mich schon im Herbst letzten Jahres stande pedes als einer der Ersten für das kommende MittelgebirgeClassique angemeldet. Eines von vielen Rennen und auch Touring-Angeboten, die seit einigen Monaten nur so aus dem Boden zu sprießen scheinen.

Bikepacking-Rennen (bzw. „Challenges“)

Die MittelgebirgeClassique im Frühjahr/Frühsommer

MittelgebirgeClassique, was ist das?
Das ist eines der zahlreichen im Verlaufe des letzten Jahres neu konzipierten Events, die im Bereich Bikepacking links und rechts nur so aus dem Boden zu sprießen scheinen. Es ist ein pures Straßenrennen mit vorgegebener Route über 1.110 Kilometer und 23.000 Höhenmeter mit Start und Ziel im Pfälzer Wald in Neustadt an der Weinstraße. Es geht von da aus über 40 Mittelgebirgspässe durch den Pfälzer Wald, den Schwarzwald und die Vogesen. 23.000 Höhenmeter über 1.110 Kilometer schon ordentlich – das ist ein Bergfaktor von 20,9 und zeigt schon, worauf es bei dieser Challenge ankommt. Und genau dieses Auf und Ab hat mich sehr angesprochen. Genauso wie die Region, die gleichermaßen interessant wie gut erreichbar ist. Einer Austragung und auch meiner Teilnahme sollte also wenig bis nichts entgegenstehen. Ich freue mich schon sehr darauf!

Ein bisschen weinendes Auge habe ich bei der Vielzahl der Ereignisse dann natürlich auch. Denn ganz am Ende letzten Jahres wurde von Bruno die Veranstaltung Seven Serpents in’s Leben gerufen. Deutlich weiter südlich, damit aber auch deutlich kompatibler für das Thema Sonnen- und Wärmehunger ist das eine landschaftlich sehr reizvoll erscheinende Gravel-Bikepacking-Veranstaltung aus Slowenien heraus, durch Kroatien und hinein nach Italien. Leider liegen die beiden Veranstaltungen viel zu nah beieinander. Seven Serpents, sofern es sich etabliert, ist daher ein heisser Kandidat für 2023 für mich.

TCRNo8 im Sommer

Aber – mein Kroatien bzw. Balkan-Hunger wird dieses Jahr hoffentlich ausführlich gedeckt. Und zwar im Rahmen des Transcontinental Race No 8! Aller Guten Dinge sind hoffentlich drei und so sollte es nach den notwendigen Verschiebungen 2020 und 2021 nun 2022 endlich zur Austragung kommen. Ich habe die gesamte Zeit an meinem damals schon fixen Startplatz festgehalten, obgleich ich die Route von 2020 und dann die testweise etwas angepasste Route von 2021 nur so lauwarm aufgenommen hatte. So richtig hatten die Checkpunkte für mich noch nicht gezündet. Obgleich z.B. mit dem Velodrom in Roubaix und den dazugehörigen Kopfsteinpflaster-Secteurs als Parcours (ehemaliger Checkpoint 1) da schon Interesse und Radsport-Historie vereinbart waren. Aber das kenne ich halt schon von zwei eigenen Teilnahmen am eigentlichen Paris-Roubaix-Rennen für Jedermann. Und auch der Start in Brest… Einerseits cool – es wäre eine Kontinent-Durchquerung direkt von Küste zu Küste geworden. Andererseits… Meh… so richtig inspirierend fand ich Brest für mich jetzt nicht. Es überwog der Aspekt „Wie zum Teufel komme ich da halbwegs vernünftig hin, ohne 2 Tage mit der Bahn unterwegs zu sein oder horrende Mietwagen-Kosten zu verursachen?“.

Aber für 2022 heisst es – alles Neu macht der… November. Denn da wurde die wiedermals angepasste Routenführung bekannt gegeben: Start ist wieder in Belgien in Geraardsbergen. An der Kapelmuur und mit allen guten Erinnerungen an meine schon zwei Starts dort. Dann geht es stracks nach Osten, nach Chechien. Von dort aus in die Alpen, zum Passo di Gavia als CP2. CP3 wird ein Wiedersehen des TCR mit dem Durmitor-Nationalpark in Montenegro sein. Für mich ein erster Besuch, auf den ich mich schon sehr freue. Und CP 4 ist dann die Transalpina in Rumänien! Auch hier bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an meine Überquerung der direkt benachbarten Transfagarasan in meinem ersten TCR, dem TCRNo5. denke. Und Ziel wird dann Burgas sein. An der Küste des Schwarzen Meeres. Dort, wo TCRno7 startete.

Urlaubsmäßig sollte dies alles passen, wenn da nicht Unvorhergesehenes dazwischen kommt.

Jetzt sind zwei solcher Bikepacking-Rennen (wenn auch nur das TCR die Chuzpe und sicher auch den unabdingbaren versicherungstechnischen Hintergrund hat, sich selbstbewusst als Rennen zu positionieren) eigentlich genug für ein Jahr. Auf der anderen Seite bin ich ja aus den letzten Jahren „unterversorgt“ und vor allen Dingen möchte ich auch aus der natürlich immer noch herrschenden Unsicherheit hinsichtlich Austragungsmöglichkeiten etc. mehrere Eisen im Feuer haben.

Und im Herbst?

Und da wäre ja noch der Herbst. Irgendwas Schönes, nicht zu Fernes aber doch mit hoher Sicherheit für warmes und sonniges Wetter wäre dort hochwillkommen.

Auf Badlands hatte ich schon bei der 2020er Austragung ein Auge geworfen. „Mensch, die Landschaften sehen ja fast genauso aus wie in Marokko!“ war mein Gedanke. Die 2021er Austragung hat nochmal ein Schüppchen draufgelegt, was die Medienarbeit mit tollen Fotos der Wüstenlandschaften und der Teilnehmer-Dokumentation betrifft. Und das alles könnte man zur Not sogar komplett auf dem Landweg erreichen und mit einer geschätzten Teilnahmedauer von 6 Tagen ohne Stress gut als Herbsturlaub einplanen. Für mich ein Must-Do für eines der kommenden Jahre – dieses Jahr passt der Veranstaltungszeitraum nicht in meinen Urlaubsplan.

Ein gutes Stück weiter Nördlich, aber immer noch in Spanien, genauer – Katalonien bei Girona – läge L’esperit del Bikepacking. Ein weiteres der brandneuen Events für 2022. Das ist das „Kind“ von James Mark Hayden, der seit einiger Zeit Girona zu seinem neuen Zuhause gemacht hat. Leute – ernsthaft? Wer ist nicht dauerhaft oder temporär gerade in Girona? Als Hochburg für Profi-Rennradfahrer und teilweise auch Triathleten (Jan Frodeno) ist Girona ja schon viele Jahre bekannt. Aber anscheinend gilt die Attraktivität auch für Bikepacking-Teilnehmer und Instragram-Influencer(innen), wenn ich so auf meinen Instagram-Stream der letzten Monate schaue. Teilweise neidvoll, muss ich zugeben. Terminlich käme mir L’esperit del Bikepacking sehr zu Pass. Landschaftlich ist es allerdings etwas ganz anderes als Badlands. Oder Marokko.

Und bei Marokko kommt natürlich sofort das Atlas Mountain Race in den Sinn, das leider immer noch auf seine zweite Austragung harren muss. Kürzlich musste leider erneut die für Anfang kommenden Monats geplante Austragung verschoben werden. Wie im letzten Jahr schon ist der nächste avisierte Termin im Oktober diesen Jahres. Also auch Oktober. Hmmm! Ich würde ja gerne. Und anders als im letzten Jahr sehe ich auch gute Chancen, dass der Oktober-Termin haltbar sein könnte. Aber leichte Unsicherheiten bleiben. Will ich mich dazu und zu einem Flug festlegen? Oder lieber schön mit dem Auto nach Girona „juckeln“? Letzteres erscheint mir Anreisetechnisch und Reisebestimmungstechnisch immer noch die sicherere Alternative.

Dritte Alternative wäre eine erneute Teilnahme am Transpyrenees Race (TPRNo2). Wie auch beim AMR fiel die zweite Austragung dieses, wie auch das TCR von Lost Dot organisierten und in der Ursprungsform noch von Mike Hall konzipierten, Rennens Corona-bedingt bisher ins Wasser. TPRNo1 war genial! Aber sehr wahrscheinlich auch vom Wetter her ein Glücksfall. Anfang Oktober in den Pyrenäen und auf den Passhöhen solcher Riesen wie dem Tourmalet, Col d’Aubisque und weiteren kann auch bitteren Schneefall bedeuten. Wenig Tageslicht und lange, kalte Fahrten in der Nacht bedeutet es sowieso. Trotzdem bin ich latent interessiert. Wenn auch Biaritz als Start- und Zielort etwas weiter als Girona entfernt wäre.

Über’s Jahr hinweg und daheim

Die Orbit 360 Gravel-Serie

Eingangs habe ich ja schon meinen Einleitungs-Artikel zur 2020 durch Raphael und Bengt ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe Orbit 360 verlinkt: Orbit 360 – ein neues Gravel-Format betritt die Bühne. Mittlerweile durch Raphael zusammen mit vielen durch ihm aktivierte freiwillige Helfer und Sponsoren weitergetrieben, erfindet sich die Serie jedes Jahr wieder ein bisschen neu. Lebt also. Hier findet ihr alles zu vergangenen und vor allem den zukünftigen Aktivitäten der kommenden Saison: https://orbit360.cc

Mir hat das Konzept der individuellen Zeitfahren auf „Gravel-Untergrund“ mit Längen von 150 bis rund 250 Kilometer und damit von 6 bis 13 Stunden (das war so ungefähr der Modus im letzten Jahr) sehr gefallen. Geht es doch darum, interessante, gescoutete Strecken kreuz und quer in Deutschland verteilt, vorzufinden und dann darauf eine möglichst gute Zeit zu fahren. Und zwar wird da dann „Stamina“ und Effizienz sowie die Fähigkeit, einen vorgegebenen Kurs schnell und korrekt nachzufahren belohnt. Genauswo wie, das richtige Rad und den richtigen Reifen sowie die richtige Verpflegungsstrategie für den jeweiligen Kurs zu wählen.

Es geht also nicht darum, dass sich ein 90 kg Bolide einmal über 10 Minuten hochrot fährt und der dann gewinnt, ohne sich weitere Gedanken machen zu müssen. Und auch nicht darum, dass ein leichter Bergfloh einen langen Anstieg mit der besten Zeit erklimmt und dann auch nach 20 bis 60 Minuten rausnehmen kann. Hochintensive Anstrengungen müssen also wohldosiert stattfinden. Statt dessen wird belohnt, wer eine möglichst hohe (insgesamt aber immer noch moderate) Leistung, aber auch Konzentration, über Stunden aufrecht erhalten kann. Wer sich währenddessen optimal und self-supported verpflegt. Das ist ganz das, was mir Freude bereitet, mich in diesem Kontext zu messen. Ich habe keine Lust auf Blutgeschmack oder Sprints, ich will Freude an guter Geschwindigkeit und Flow auf der Strecke – kombiniert mit reizvollen Regionen und Ausblicken. Nicht jede der Orbit-Routen war da natürlich gleich gut. Kann sie ja auch nicht sein, denn die Geschmäcker sind verschieden.

Das ist aber ein weiterer großer Vorteil der Orbit-Serie. Denn ich habe gerade beschrieben, was ich so toll und anziehen daran finde. Ihr könnt aber ganz andere Maßstäbe anlegen und diese auch verwirklichen. Das kann z.B. hervorragend das Nutzen der Orbit-Strecken als Tourenangebot und für das Bikepacking zu Zweit z.B. auch mit Übernachtung mittendrin sein.

Das waren jetzt viele Worte um zu sagen: ich kann es kaum erwarten, bis die diesjährigen Orbit-Strecken bekannt gegeben werden. Darunter wird erstmals auch eine Strecke im Ausland; in der Schweiz sein. Der Zeitraum steht allerdings schon fest. Das Renn- bzw. Rankingfenster wird vom 04.06. bis 14.08.2022 geöffnet sein. Wer mag, kann zum Auftakt das Orbit 360 Festival besuchen, dass dieses Mal wie gesagt den Auftakt der Reihe und nicht den Abschluss bilden soll. Ich bin sicher, dass der gewählte Ort sehr reizvoll sein wird. Bedaure allerdings ein wenig, dass er mit Klingemühle in Schlaubetal (das ist bei Eisenhüttenstadt) nun alles andere als zentral und damit einfach erreichbar für potenzielle Teilnehmer aus ganz Deutschland ist.

Nun – ich bin zu Beginn des Orbit 360 Zeitfensters sowieso gerade noch mit der MittelgebirgeClassique beschäftigt. Und da kommen wir auch schon zum Punkt: Da endlich wieder andere Events im Mittelpunkt stehen, wird für mich das Zeitfenster für mögliche Orbit 360 Aktivitäten stark begrenzt.

Das erste Wochenende fällt aufgrund meiner Teilnahme in der MittelgebirgeClassique schon mal flach. Und am 24.07. startet das TCRNo8. Auch am Wochende davor werde ich vermutlich keinen Orbit fahren. Und nach dem TCRNo8 schonmal gerade gar nicht – da ist Erholung und definitiv keine Bestzeit über 10 Stunden Gravel angesagt. Es bleibt hoffentlich (so alles stattfindet) also ohnehin nur ein Zeitfenster von 6 Wochenenden. Eher 5. Gleichzeitig will ich aber mal schauen, ob ich vielleicht auch ein Zeitfahr-Event auf der Straße bestreiten kann. Das bedeutet – anders als in den letzten zwei Jahren und besonders 2021 wird die Orbit 360 Serie eher ein Zwischending für mich sein. Mal schauen, was sich so ergibt.

Zeitfahren

Zeitfahren! Bikepacking-Rennen, egal ob auf der Straße oder über Gravel bzw. gar noch unwegsameres Offroad-Gelände, sind im Grunde nichts anderes als sehr lange individuelle Zeitfahren. Englisch ITT (individual time trial) bzw. Deutsch: EZF (Einzelzeitfahren). Und man nutzt dort sogar sehr gerne und mit gutem Grund Zeitfahr-Aufsätze, sogenannte Aerobars oder auch Auflieger, auf dem Lenker. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Rennlenker oder eine Flatbar, also einem typischen Mountainbike-Lenker, handelt. Es geht immer nur darum: wie lang ist das Rennen und lässt es der Untergrund zu, dass ich entsprechende Anteile der Zeit in den Aufliegern fahren kann? Wenn ja, dann sorgt dies für eine deutliche Entlastung der Haltemuskulatur und der Hände und bietet willkommene Abwechslung in der Position. Vorrangig geht es also um Komfort und Erhalt der Dauerleistungsfähigkeit. Willkommenes Nebenprodukt ist, dass selbst bei absolut komfortorientierter Positionierung der Aerobars auch erhebliche Aerodynamik-Vorteile generiert werden .

Die 2,6 aeroPOINTs, das sind 0,35 0,026 m2 und das ist richtig viel, die ihr in dem verlinkten Abschnitt meiner Aerodynamik-Test-Grundlagen und HowTos am Beispiel sehen könnt, schlagen sich in erforderlicher Leistung wie folgt nieder: Das sind bei 35 km/h (zügige Reisegeschwindigkeit in der Ebene auf Asphalt) 247 Watt in den komfortablen Aufliegern oder 254 Watt angestrengt tiefe Ellenbogen mit waagerechten Unterarmen und den Händen auf den Hoods der Bremsgriffe zu halten. Mit der gleichen Handposition aber aufrechterem Oberkörper werden es noch mehr Watt. In dem Fall haben wir also eine typische Win-Win-Situation: Mehr Komfort und geringerer Luftwiderstand.

Wenn ihr mehr über die Auswahl und die Positionierung von Aerobars für Ultracycling-Zwecke erfahren möchtet, schaut doch in diesen Artikel von mir (nur in Englisch verfügbar).

Aber – warum nun Zeitfahren generell?

Nun – nachdem ich mich damals für das TCRNo5, mein allererstes Ultracycling-Rennen, zur Teilnahme beworben und einen Startplatz erhalten hatte, habe ich mich ausführlich mit der Vorbereitung beschäftigt. Dazu gehörte auch die Feststellung, dass ich Aerobars benutzen wollte (ich empfehle da für Neueinsteiger auf jeden Fall ein langsames Eingewöhnen an die Position). Und seit dieser Zeit macht es mir einfach Spaß, in den Aufliegern zu fahren.

Dazu kommt, dass mich auch sehr viele Zeitfahrräder von ihrer Designsprache ansprechen. Die sehen schon im Stand schnell und oft auch ein wenig futuristisch aus. Zudem kann man dort noch mal eine ganze Schüppe an Aufmerksamkeit für Performance-Details drauflegen und tüfteln. Hauptsächlich an der Aerodynamik von Mensch und Maschine.

Mein neues Cervélo P-Series Zeitfahrrad

Im letzten Herbst habe ich es nicht mehr ausgehalten und mir endlich mein eigenes Zeitfahrrad zugelegt. Ein Cervélo P-Series. Das recht schnörkellose Einsteiger Zeitfahrrad von Cervélo, dass aber dennoch alle wichtigen Eigenschaften für ein schnelles TT Bike mit sich bringt. In der Basisversion mit einem mechanischen Shimano 105 Schaltungsmix war es per Lager sofort bestellbar. Eine Besonderheit, auch für Zeitfahrräder in der aktuellen Situation. War mir gerade recht – die Schaltung habe ich sofort entfernt und durch eine elektronische Sram force etap im 1x Setup ersetzt. Na – und jetzt würde ich dieses Schätzchen natürlich auch gerne in dem einen oder anderen Wettbewerb einsetzen.

Allen Voran am liebsten im sogenannten KOTL, dem ASVÖ King of the Lake am Attersee, welcher dieses Jahr schon zum 12. Male ausgetragen wird und sich zu der Zeitfahrveranstaltung (gerade auch für Jedermann) in Europa entwickelt hat. Gefühlt und wohl auch tatsächlich kommt zuerst der KOTL und dann lange Zeit gar nichts. Ja – wenn denn überhaupt was kommt. Anders als z.B. in der englischen Clubszene muss man Zeitfahr-Wettbewerbe in Deutschland und Umgebung mit der Stecknadel suchen.

Und das ist fast wortwörtlich zu nehmen. Zwar kann man versuchen, über drei der weiter unten genannten Bike-Event-Übersichten nach Zeitfahren, TTs, EZFs oder was auch immer zu suchen. Eine tatsächlich filterbare Kategorie „Zeitfahren“ bietet jedoch nur eines der Portale und auch da sind derzeit die Treffer mau. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als auf Basis meiner langjährigen Notizen, durch Forensuche und Blog lesen, die Namen und idealerweise direkt oder per anschließender Google-Suche die passenden Veranstalter-Seiten von möglichen Zeitfahr-Veranstaltungen zusammen zu suchen.

Gefunden habe ich schließlich ganze 7 Einzel-Events in Deutschland, Österreich und den Niederlanden (ein achtes lasse ich außen vor, weil das mit seiner Webseite und UCI-Regel-Kontrolle etwas seltsam daher kommt und es mich so ganz und gar nicht animiert, dafür extra nach Österreich zu fahren – das Radweltpokal Zeitfahren in St. Johan in Tirol). Und darüber hinaus noch 3 regelrechte Zeitfahr-Serien: Die Zeitfahrserie Nord, Das Zeitfahrtraining op d’r Panzerstross bei Köln und die RSV Idstein Zeitfahrserie.

Alle diese Events (und bei den Serien die Einzeltermine, soweit schon feststehend) habe ich in meiner Bike-Events-2022 Datentabelle (siehe dafür das Ende dieses Artikels) für Euch und mich aufgenommen.

Von diesen wiederum interessieren mich aufgrund der zeitlichen Lage und des erreichbaren Veranstaltungsorts besonders das Rosdorf-Flachzeitfahren am 26.06. und das Rad & Roll Zeitfahren am 09.07. Bei beiden kann man sich wohl recht einfach anmelden und dann mitmachen. Beim KOTL sieht das ganz anders aus. Hier wurde in den letzten Jahren aufgrund der stets steigenden Nachfrage ein Losverfahren etabliert. Ich hoffe also erst einmal, dass ich da die noch zu nennende Phase des Anmeldebeginns (bzw. des Los-Ziehens) nicht verpasse und dann natürlich, dass ich auch tatsächlich einen Startplatz bekomme. Wir werden sehen. Und auch bei den zuvor genannten zwei EZFs muss ich dann mal schauen, wie ich über den Sommer hinweg oder in Annäherung an das entsprechende Wochenende dazu in Stimmung bin. Vielleicht sage ich mir auch kurz davor: „Screw it, kein Bock für 20 km Zeitfahren dieses Wochenende bis nach Göttingen oder gar an den Bodensee zu fahren – ich fahre lieber zu dieser oder jener Orbit 360-Strecke und hab da einen ganzen Tag Rad-Spaß.“

Vielleicht sage ich mir auch kurz vor einem solchen Zeitfahr-Event: „Screw it, kein Bock für 20 km Zeitfahren dieses Wochenende bis nach Göttingen oder gar an den Bodensee zu fahren – ich fahre lieber zu dieser oder jener Orbit 360-Strecke und hab da einen ganzen Tag Rad-Spaß.“

Naja, mal schauen. Die Zeitfahrserie des RSV Idstein könnte aufgrund der räumlichen Nähe auch ganz interessant werden. Und evtl. schaue ich ja mal beim Zeitfahrtraining op d’r Panzerstross vorbei.

24-Stunden-Rennen

Sowas habe ich noch nie gemacht. Also – solo zumindest nicht. Und daher reizt es mich. Für mich ist es mittlerweile ein interessantes Zwischending zu langen Solo-Gravel-Rennen (wie es sie in Deutschland eigentlich nur in Form der Orbit 360 Serie gibt) mit ihren 6 bis 13 Stunden auf der einen Seite und den Anforderungen in Ultraendurance-Bikepacking-Rennen, wo man eigentlich (zumindest ab entsprechender Distanz) jede Nacht zumindest kurz zur Ruhe kommen sollte. Wo aber die erste oder besser letzte Nacht durchaus auch schon mal komplett durchgefahren wird bzw. wo bei regelmäßigen Schlafpausen von 3 – 6 Stunden (also inklusive Nachtlager aufschlagen, essen, schlafen, aufstehen, wieder losfahren) jetzt auch nicht so viel Unterschied zu den vollen 24 Stunden besteht.

Die man widerum, wenn danach halt eben keine weiteren Tage Rennbelastung anstehen, auch ganz anders angehen wird, angehen kann und angehen muss. Das fände ich mal interessant. Auch, weil ich immer noch eine gute Erinnerung an die nun schon länger zurückliegenden und mehrmaligen Teilnahmen an den 24h – Rad am Ring auf dem Nürburgring habe. Da aber bislang immer in der 4er-Staffel. Was bis dato auch immer mein liebster Modus war. Weil man sich das Rennen als Team teilt und erlebt und weil man in den Pausen neben viel zu wenig Ruhe doch die Zeit findet, mit den anderen Startergruppen des eigenen Teams und mit Freunden und Bekannten aus anderen Teams zu quatschen und die Atmosphäre auch abseits des Sitzens auf dem Rad aufzusaugen. Wer so etwas noch nie gemacht hat – ich kann es euch nur wärmstens empfehlen. Ihr könnt ja mal in meinen früheren Berichten schmökern; ich war in den Jahren 2012 bis 2015 jedesmal mit dem Team Wittgenstein am Ring dabei. Hier z.B. zum ersten Mal: Rad am Ring 2012 – Mit dem Rennrad 24 Stunden durch die grüne Hölle (Für die weiteren Berichte, auch zum drumherum, nutzt einfach diese Übersicht).

Dieses Jahr (oder irgendwann) würde ich aber wie gesagt anstelle einer Staffel tatsächlich mal gerne ein Solo-24h-Rennen bestreiten. Vielleicht schon so früh, wie zum Velofondo 24H am Wochenende des 16.04. in Schipkau in Brandenburg? Rad am Ring kollidiert leider wie eigentlich immer mit den wesentlichen Bikepacking-Rennen im Sommer. So auch dieses Jahr mit dem TCRNo8. Aber es gibt noch weitere Events – ihr findet sie in meiner Liste.

Touring

Zum „Aufwärmen“ im doppelten Wortsinn suche ich noch ein schönes Ziel deutlich südlich der Alpen für den Zeitraum März bis April. Immer noch „motiviert“ von den diversen teils persönlich, teils nur über Instagramm bekannten Menschen, die irgendwie entweder nur ein/zwei Wochen oder gleich für den ganzen Winter nach Girona oder gar noch weiter südlich dem kalten Winterschmuddel in Deutschland entflohen sind (free-lance bzw. mobile Arbeit „von zu Hause“ macht es möglich), möchte ich am liebsten auch irgendwo hin, wo es warm und sonnig ist. Dafür will ich aber auch nicht 1800 km oder mehr mit den Auto zurücklegen und Fliegen bzw. mich gar in überfüllte Zugabteile begeben schon mal gerade gar nicht. Jaja, wasch mich, aber mach mich nicht nass… Tolerier- und machbar von der Distanz erscheint mir da die Provence oder auch die Toskana.

Gerade bei der Toskana böte sich der Zeitpunkt der Austragung des Strade Bianche Radrennens an, welches am Samstag, den 5.3. stattfindet. Und wie ich es in früheren Jahren bei Paris-Roubaix und der Flandern-Rundfahrt sehr gerne gemacht habe, könnte man dieses als Zuschauer genießen und dann einen sehr ähnlichen Kurs wie die Profis direkt am Folgetag selbst unter die Räder nehmen. Der Gran Fondo Strade Bianche findet nämlich am Sonntag, dem 6.3. statt. Bzw. bei den Kopfsteinpflaster-Klassikern ist es anders herum – da ist das Jedermann-Rennen am Samstag und das Profi-Rennen dann am Sonntag.

Aber mit der aktuell grassierenden Omikron-Variante muss man da wachsam sein. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint es mir weder opportun, mich in eine Menschenmasse am Ziel in Siena für das Profirennen zu begeben, noch, mich mit gleich 3000 anderen Menschen (die für dieses Jahr bereits reduzierte Starter-Anzahl) auf den Jedermann-Kurs zu begeben. Aber zum entsprechenden Zeitpunkt (für alles andere in der Toskana immer noch weit in der Vorsaison) vor Ort zu sein, das Profi-Rennen irgendwo auf der Strecke zu besuchen und ansonsten für mich alleine über die weissen Straßen zu graveln und zu touren – das könnte mir gefallen. Mal sehen.

Liste von Rad-Event-Übersichten bzw. Veranstaltungskalendern

Wie ich eingangs und auch in meinem letzten Artikel schon erwähnte, keine Übersicht kann je vollständig und je 100 % aktuell sein. Das wäre ein unerfüllbarer Anspruch. Und selbst wenn es eine solche Übersicht gäbe, würde man dann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

Aber irgendwo muss man ja anders als über Mund-zu-Mund-Propaganda oder ein paar versprengte Blogs schöne und brauchbare Veranstaltungskalender finden, um darin dann für die eigene Übersicht stöbern zu können.

Ein paar davon, wo ich den Eindruck habe, dass sie keine Eintagsfliegen oder längst nicht mehr (regelmäßig) aktualisierte Alt-Anstrengungen sind, möchte ich hier kurz auflisten:

  • https://www.radsport-events.de
    • War früher (bis zum 31.12.2021) das vielleicht bekannte Jedermann-Termine.de
    • hier gibt’s vorrangig deutsche (und vielleicht benachbartes Ausland in einigen Fällen) Amateur- und Jedermann-Termine. Von der klassischen RTF (Rad-Touristik-Fahrt) bis zu dem einen oder anderen Brevet (aber da längst nicht alle) und dann vor allen typischen Jedermann-Rennen, Cycling Cup und auch 24 h und Zeitfahr-Events.
    • Nach allen diesen kann man auch schön nach Zeit, Kategorie oder Umkreissuche suchen und filtern.
  • https://breitensport.rad-net.de/breitensportkalender/
    • Wo ich zuvor schon von RTFs sprach, möchte ich den Breitensportkalender nicht unerwähnt lassen. Habe ich doch ganz zu Anfang meiner Rennradkarriere davon auch bei der Suche nach RTFs profitiert. Mehr als solche, die zu gleichen Kategorie gehörigen CTFs und auch Volksradfahrtermine gibt es dort aber nicht.
  • https://www.apidura.com/bikepacking-events/
    • Spartenbezogen auf Bikepacking-Veranstaltungen
    • recht barebones und die Vollständigkeit muss jeder für sich beurteilen. Aber eine schöne Kartenübersicht und kompakte Liste
  • https://dotwatcher.cc/events
    • Spartenbezogen auf Bikepacking-Veranstaltungen
    • Im Grunde sehr ähnlich der Apidura-Übersicht. Nur andere Symbole auf der Karte…
  • https://bikepacking.com/events/
    • auch Spartenbezogen auf Bikepacking-Veranstaltungen
    • dabei den Blick aber auch auf Veranstaltungen wie Workshops, Festivals und Talks erweitert
    • und in einer schön kuratierten Liste jeweils mit abrufbarer eigener Fact-Seite zur Veranstaltung zusammengestellt.
    • Weltweit, aber natürlich nur die eher bekannteren (oder anderweitig in den Fokus der Seitenbetreiber gelangten) Events.
  • https://gravel-collective.com/kalender.html
    • Das Gravel-Collective ist seit kurzem mit einer eigenen Webseite am Start und da gibt es auch eine schöne kompakte Liste von Gravel- und Bikepacking-Terminen rund um alle Monate diesen Jahres und in ganz Europa (und teilweise auch einge Übersee-Termine)
    • Spartenbezogen auf Gravel- und auf Bikepackin-Veranstaltungen
  • https://simplybikepacking.com/bikepacking-event-calendar/
    • Relativ neu (oder mit ganz neuem Elan, wie auch immer) hat sich Simplybikepacking dem Thema Kalendar und Übersicht verschrieben.
    • Und ich muss sagen: schön hübsch und elegant aufgemacht und zu bedienen. Gefällt mir. Eine reduzierte, damit aber übersichtliche Aufzählung von Veranstaltungsnamen, die gleichzeitig der direkte Link zur Veranstaltungsseite sind.
    • Und dazu ein erster Aufschlag eines Event-Filters, zunächst mal nach Land, Name, Distanz und Anzahl Höhenmetern, realisiert als Google Data Studio Einbindung (das passt thematisch hervorragend zu meinem unmittelbaren Vorgänger-Artikel: Bike-Event-Übersicht selber bauen )
    • Vom Thema her Spartenbezogen auf Bikepacking und Ultracycling Events
  • https://www.granfondoguide.com
    • Diese Webseite leided doch sehr durch ihre Werbeüberfrachtung. Zumindest auf der Startseite. Klickt man erst mal auf die eigentliche Eventsuch-Seite durch, erhält man aber eine schöne Übersicht. Dazu einfach auf irgendeine der Sparten-Spaltenköpfe der Startseite klicken – welche, spielt keine Rolle – jede Kategorie und Option ist von jeder Oberkategorie auswählbar. Man landet quasi immer auf derselben Seite
    • Kategorien umfassen, ähnlich wie der nachfolgende Eintrag, so ziemlich alles von 24h bis auch Utra-Events, aber…
    • … selbst auf rudimentäre Vollständigkeit und Richtigkeit würde ich nicht wetten. Hier ist also (wie sonst natürlich auch) auf jeden Fall direktes Überprüfen der Richtigkeit aller Angaben auf der angezeigten Veranstalter-Seite wichtig.
    • Beinhaltet auch nachweislich falsche Informationen, wie z.b. ein bereits feststehendes Datum und einen feststehenden Ort für den diesjährigen GravelFondo, zu dem meines Wissens beides noch nicht festgelegt wurde und auch die Veranstaltungsseite noch keine Auskunft gibt.
  • https://www.cycloworld.cc/home
    • Das ist eine recht ansprechende Seite von 3 Menschen, die sich ganz dem Thema Rad-Veranstaltungs-Übersicht, und das weltweit, verschrieben haben. Die Suchfunktion und Veranstaltungsfülle ist auch sehr gut.
    • Meines Erachtens der One-Stop-Shop aus allen dieser Übersichten.
    • Mit Filter- und Suchfunktion für Kontinent, Land und Region, Radtyp (Rennrad, MTB, Gravel, Beach) und auch die Kategorien lassen keine Wünsche offen (24h, Gran Fondo, Challenge, Multiday-Event, Ultra, um nur einige zu nennen). Weiterhin kann auch nach Distanz, Höhenmetern und Zeitraum gefiltert werden.

So hat also jede Übersicht ihren Reiz und „Adressatenkreis“. Am nächsten an die eine Seite für Alles kommt dabei in meinen Augen der letzte Eintrag, die Cycloworld.cc.

meine Bike-Events-2022 Datentabelle

Wie schon wiederholt erwähnt – so schön und brauchbar dann doch die eine oder andere Übersicht oder dedizierte Webseite mit Datenbank, Filterfunktion und Kartenansicht ist – irgendwo muss man sich dann doch eine eigene Liste zusammenstellen.

Gefüttert aus den Stöberergebnissen auf diesen Event-Übersichten, ergänzt oder vollständig aus oder zu einer eigenen „Bucket-List“ zusammengestellt, erweitert um den einen oder anderen Tip und schlussendlich noch mit den eigenen verfügbaren Urlaubszeiten oder anderen Randbedingungen und Notizen vervollständigt.

Das muss auch keine große Sache sein – schließlich ist die Zeit im Jahr eh begrenzt und wer nur ein fixes Event plant, kann sich das auch auf ein Post-It schreiben und auf den Monitor kleben.

Oder man macht gleich ein ganzes Tutorial für die Erstellung und Visualisierung als Timeline mit diversen unterschiedlichen Werkzeugen daraus. Wie ich es im Vorgänger-Artikel Bike-Event-Übersicht selber bauen – ein Tutorial (zu Excel, Google Charts, Notion, Tableau und Python) getan habe.

Und da habe ich gesagt, dass ich hier in diesem Artikel das fertige Produkt präsentiere.

Hier jetzt also meine aus den zuvor aufgeführten Webseiten und weiteren Recherchen aufgestellte, umfangreiche aber trotzdem vollkommen subjektiv bestückte Bike-Events-2022 Datentabelle. Sie erhebt also weder Anspruch auf Vollständigkeit noch darauf, ab jetzt im Folgenden durch mich weiter aktualisiert zu werden.

Ihr könnt aber zwei Dinge tun:

1.) Euch die gesamte Tabelle als Google Sheet über diesen Link in euer eigenes Google-Konto kopieren und dann darin für euch jede gewünschte Anpassung und spätere Erweiterung und Aktualisierung vornehmen (und natürlich auch die weiteren Tutorials des Vorgänger-Artikels durchexerzieren)

2.) Ihr könnt in den Kommentaren hinterlassen, ob und in welcher Form ihr euch eine Crowd-basierte Pflege einer solchen Tabelle vorstellen könntet bzw. überhaupt interresant fändet. Und wo ihr dies vom Aufwand her verorten würdet. Denn diverse Seiten haben haben ja entsprechende Formulare zur Nutzerbasierten Eingabe von Eventaktualisierungen. Die Frage ist nur – wer überprüft das dann immer und stellt die Validität sicher? Hier wäre also euer Votum, den Fall für eine andere Webseite interessant zu machen, die sich so etwas auf die Fahnen schreiben möchte.

Also die Wiederholung: das ist momentan meine Liste, rein subjektiv und unvollständig und mit „Redaktionsschluss“ vor rund einer Woche. Da fehlen (ganz bewusst) fast alle Events in UK. Einfach, weil ich mich da in diesem und vermutlich auch nächsten Jahr nicht sehe. Da fehlen aber auch solche Kleinode wie z.B. Camille McMillans Further (irgendwo musste ich ja aufhören, da ich sonst schreiben und schreiben müsste und so interessant Further auch ist, lohnt es aufgrund seiner Kürze einfach kaum die weite Anreise von Deutschland aus). Auch die vielen „kleineren“ aber mit Liebe erstellten Bikepacking-Touren bzw. Events in ganz Deutschland habe ich dieses Mal nicht mit aufgenommen – aber schon in der Vergangenheit des öfteren erwähnt und in Erwägung gezogen. Z.B. hier und hier.

Hier also meine Daten-Tabelle in der GoogleSheets-Version:

Screenshot eines Teils der Bike-Events-2022 Tabelle (Klick führt zur eigentlichen Tabelle)

Und hier die per Plotly über Python realisierte, interaktive Timeline-Übersicht. In dieser könnt ihr nach Herzenslust zoomen und nach den Kategorien filtern. Ich habe festgestellt, dass es in WordPress dann doch nicht, auch mit dem im letzten Artikel genannten Umwegen, direkt einbindbar ist. Deswegen führt euch der Klick auf die animierte Grafik auf eine separate Embed-Version, die ich euch im Plotly-Chart-Studio freigegeben habe:

Screen-Recording der Plotly-Timeline (Klick führt zur eigentlichen interaktiven Timeline)

Abschluss:

Um nicht immer den Graf von Moltke zu bemühen, beziehe ich mich mal auf die moderne und eher ungalante Version von Mike Tyson: „Everybody has a plan until they get punched in the mouth.“

Von daher wollte ich euch einfach nur einen kleinen Einblick in meine Motivationslage und Gedanken zu möglichen Betätigungen in 2022 mit dem Rad teilhaben lassen. Wenn die beiden für mich großen und fixen Veranstaltungen „MittelgebirgeClassique“ und das TCRNo8 wie geplant stattfinden können und ich gesund am Start stehen kann, dann ist das schon alles, was ich mir erhoffe und wünsche.

Der Rest sind dann zwar ganz viele Menü-Angebote für Zwischendurch, die ich und vielleicht ihr als Inspiration, als (gar nicht geringschätzig gemeinte) Lückenfüller, als Ausweich-Veranstaltung oder gar als neu in den kommenden Monaten gefundene Herzensangelegenheit nutzen und finden kann.

Oder ich mache ganz etwas anderes als eines der jetzt schon im Kalender stehenden Events, weil es sich in der Zwischenzeit einfach so ergibt. Alles kann – nichts muss. Es ist doch nur ein Hobby. Bzw. es ist ein Hobby – lasst es uns nicht mit Pflicht-Terminen überladen. :)

12 Kommentare

  1. Wenn Du Bock auf 24 h Rennen mit richtig guter Atmosphäre haben willst, kann ich dir Kelheim wärmstens empfehlen. Super organisiert, mega Stimmung und immer ein kompetitives Startfeld mit Fokus auf die Einzelfahrer.

    1. Jaa, jetzt, wo du’s sagst… Stimmt, da habe ich schon ein paar mal von gehört! Soll dieses Jahr wieder stattfinden, lese ich gerade. Vom 9. auf den 10.7.. Vielleicht dann doch direkt mal noch in meine Tabelle hacken, da ist es nämlich noch nicht drin. :)

  2. Wo du zum Touren die Provence angeschrieben hast: Ich kann die Provence (abgesehen von der Küstennähe) zum Touren wärmstens empfehlen. Aber beim „wärmstens“ gilt ein Hinweis. Im März/April kann es warm sein, ist es aber in der Regel noch nicht. Man kann gut Rennradeln, aber kurz-kurz wird eher die Ausnahme sein. Oder anders: Die Südseite des Ventoux ist meist bis Ende April noch zu; von der Nordseite sprechen wir da noch nicht. „Unten“ geht was, aber ICH würde vor Mai die Provence nicht zwingend auf die Tourenliste setzen, obwohl ich öfter schön im März/April dort Touren gefahren bin. Kann super sein; kann aber auch in die Hose gehen.

    1. Hallo Olli – vielen Dank für die Info. Ja – das gilt leider für so ziemlich jedes erreichbare Ziel per Mitte Deutschland Richtung Süden. Richtig Warm und Sonnig – dazu muss man Höhe Sizilien oder besser noch südlicher hin. Und am Besten in ein Gebiet in kompletten Regenschatten eines Gebirges etc etc.

      Bzw. März / April ist auch ein ziemlich undankbare Zeit generell, finde ich. Frisches Frühlingsgrün ist da noch nicht wirklich da (die Bäume an den Strade Bianche sind z.B. noch nicht wirklich grün) usw. usf.

      Im Zweifelsfall ist das Wetter aber überall deutlich milder und wenigstens etwas sonniger als im rauhen Rothaargebirge oder in der Regenhochburg Wuppertal… ^^

  3. Schöner Bericht. Wie immer lesenswert! 👍
    Die M-Classique liest sich sehr gut. Termin merk ich mir auch mal vor. 👌😎

  4. Zwischen Provence und Toscana liegt Ligurien: südlicher Flair, tolles Essen und eine einsame Berge, die in die Meeralpen übergehen. Und von Norden gut erreichbar.
    Finale Ligure ist so eine Art Girona fürs MTB geworden, Roadbiker sehe ich bisher dort fast nur Italiener.
    Die spektakuläre Landschaft kennt man von Milano-St Remo..

    1. Hi Mischa,
      sorry – dein Kommentar liegt schon eine ganze Weile zurück. Ja, Ligurien oder Provence wären mir tatsächlich lieber als die Toskana gewesen. Der Bewuchs dort ist mit seinen weitläufigen Feldern und belaubten (eben zu der Zeit noch nicht) Büschen und Bäumen doch noch zu bar und Wintrig. Dagegen ist die Vegetation an der Küste eher ganzjährig und sobald die Sonne scheint, stellt sich dabei sofort das Gefühl von Frühling oder gar Sommer ein. Deswegen wäre es (oder wird es noch) eher Provence oder das von dir erwähnte Ligurien geworden. Musste die Pläne natürlich anpassen und Urlaub kommt jetzt hoffentlich im April. :)

  5. Hallo Torsten, wollte mal nachfragen, ob du dich für das TPRNo2 angemeldet hast? Ich habe das Glück gehabt und selber einen Startplatz bekommen.

    Gruß
    Marco

    1. Hi Marco,

      Glückwunsch! Ich selbst bin immer noch am Überlegen, was ich im Herbst mache. Hängt auch so ein bisschen von Dingen ab, die ich erst in den nächsten Wochen erfahre.

      Heisse Kandidaten sind James Mark Haydens L’esperit del Bikepacking in Girona, das Atlas Mountain Race oder auch das TPRNo2.

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