Mit dem Mountainbike durch die Wiege von Sieg, Eder und Lahn

Rad fahren

Trecker fahn! ;-)

Mir war mal nach Ausgleich im Ausgleich. Also mal nicht Rennrad und auch nicht der Crosser. Sondern ich habe mal wieder mein Cannondale SuperV 900 aus dem Keller geholt. Vor dem Einsatz musste ich aber erst mal die Reifen aufpumpen und auch dem Antrieb etwas Pflege gönnen. Aber sonst: Sofort einsatzbereit wie eh und je. :)

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Wie ihr seht – das ist nicht gerade ein aktuelles Modell. Nein – und das ist gut so. Fast bin ich geneigt, diesen Meilenstein der frühen Full Suspension Kunst als „Vintage“ zu bezeichnen. Bau- und Kaufjahr müsste irgendwo im Bereich 1997 herum liegen. Markenzeichen sind das Y-Design, mehr aber noch die voluminösen und dünnwandigen Alu-Rohre und vor allem die Headshock-Federgabel.

Anfangs war es erst mal wieder sehr ungewohnt in Geometrie und „Bequemer Sessel“-Gefühl. Insgesamt habe ich mit dieser Tour nur ganze 133 km in den letzten Jahren mit dem SuperV geloggt. Sackschwere 13,6 kg habe ich mir als Gewicht notiert. Die wollten erst mal die Waldwege hochgekurbelt werden. Das ging dann aber sehr gut. Selbst die eine oder andere Stufe oder auch mal ein gekonnter Abstieg direkt nach hinten – klappte. :)

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Es kam die Sonne heraus und ich fuhr somit schön in’s Blaue hinein. Oder eher ins tiefmatschig Braune. Oder ins wurzelig Singletrailige. Ohne festen Plan fand ich mich alsbald in der Wiege von Sieg, Eder und Lahn wieder.

Auch an der Ilsequelle und Ilmquelle kam ich vorbei.

An der heilkräftigen Ilsequelle

An der heilkräftigen Ilsequelle

Die Ilsequelle zählte im Mittelalter zu den bekanntesten Heilquellen. Der sogenannte „heilige Born“ war jahrundertelang Ziel und Hoffnung vieler „Presshafter“. Das und mehr tut eine ausführliche Hinweistafel kund. Dieser Nimbus umweht die reizvoll gelegene Quelle nahe der Siedlung Heiligenborn noch heute. Einheimische kommen oft mit Wasserflaschen und Schöpfgefäßen vorbei, um das gute Ilsequellenwasser nach Hause mit zu nehmen. Auch als ich vorbeikam, waren zwei Familien während ihrer Sonntagswanderung mit Wasserflaschen und dem Abfüllen beschäftigt.

So oder so ist das Ilsetal, die ganze Umgebung und auch der sich anschließende (kurze) Singletrail sehr zu empfehlen.

Ich folgte weiter dem Rothaarsteig, der es auf der Strecke zwischen Lahnhof und Siegquelle darauf anlegt, unaufmerksame Wanderer dem (kaum vorhandenen) Autoverkehr zum Opfer fallen zu lassen. So oft kreuzt er fast bemüht die Eisenstraße, die ohnehin wie gesagt wenig befahren ist. Mir war das aber egal, es ging mir um das Weg abfahren und um das Techniktraining. Denn gewisse Bikehandling-Fähigkeiten werden bei der erheblichen Wurzeldichte auf fast dem gesamten, oft singletrailigen, Streckenabschnitt benötigt.

Das Quellenreich Siegquelle nimmt auch weitere Formen an. Auf neuen Holzstegen zwischen Siegquelle und Wanderparkplatz kam fast schon ein bisschen Northshore-Feeling für Arme auf. Fehlen noch die Anlieger (die ich eh nicht fahren kann). ;-)

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Insgesamt eine schöne Ausfahrt durch den Wittgensteiner Wald und das Rothaargebirge. Mit tiefem Geläuf und wurzeligen Singletrails waren es am Ende:

Distanz: 43,6 km, Höhenmeter: 871 m, Zeit: 3 h 26 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,5 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 14,6 km/h, Durchschnitts-HF: 127

auf Strava:

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Retro-Fully-Ausfahrt mit Schlammpackung

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Eine Mountainbike-Tour mit meinem Freund Michael. Er, mehr der Läufer, möchte per Rad eine Laufstrecke erkunden, die ihm über ungefähre Marathondistanz vom Albrechtsplatz entlang des Rothaarsteigs über den Rhein-Weser-Turm und durch das Elberndorftal wieder nach Erndtebrück führt. Daraus haben wir eine kleine gemeinsame Retro-Fully-Tour gemacht.

Ich hab‘ meinen Klassiker, das Cannondale SuperV 900 wieder abgestaubt (besser gesagt, rd. 1 bis 2 Jahre alten Waldboden vom Rad und gleich altes, graues Etwas zwischen den Ritzeln entfernt) und Michael hatte in diesem Jahr sein Gary Fisher Joshua mit neuer Schaltung und diversen Kleinigkeiten wieder fit gemacht.

Da er so gar nicht der Radfahrer ist (leider), wollte er die Strecke nicht zu lang wählen und fuhr mit der Bahn von Erndtebrück nach Bad Berleburg. Ich konnte mir die 5 Euro nicht leisten ;-) und fuhr mit dem Mountainbike zum Treffpunkt Bahnhof Bad Berleburg. Da ich lieber etwas länger frühstückte, konnte ich meinen eigentlich geplanten Aufbruchstermin nicht halten. Hieß: Wozu aufwärmen, wenn man die Strecke Erndtebrück-Bad Berleburg auch für ein 30 Minuten EB-Intervall nutzen kann…

Ich kam leider 9 Minuten später als der Zug an (war aber auch 9 Minuten später als der Zug gestartet – wozu fährt man nochmal Bahn?). Das hatte aber den Vorteil, das Michael schon mit einem Cappuccino aus dem nahen McD auf mich wartete. Super Service! :)

Nach dem Cappu fuhren wir gemeinsam locker zunächst über Nebensträßchen nach Wemlighausen und von dort weiter über die B480 auf leichter und konstanter Steigung hoch zum Albrechtsplatz. Ab da tauschten wir den Asphalt gegen… Schlamm, Pfützen, noch mehr Schlamm und ein paar Wurzeln ein…

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[Aussicht über Wittgensteiner Höhen]

Wir fuhren auf dem Rothaarsteig, dem Weg der Sinne (offizielle Rothaarsteigseite). Der Rothaarsteig (Wikipedia-Eintrag) ist wirklich ein toller Wanderweg und die heute von uns unter die Stollen genommene Strecke vom Albrechtsplatz führte uns über oder nahe von lyrischen Banknamen wie Mondscheinbank, Millionenbank oder Trudes Sonnenbank. Angenehm abwechslungsreich und ohne große Höhenunterschiede führt der Rothaarsteig über den Höhenrücken und die Grenze zwischen dem Wittgenstein im Süden und dem Sauerland im Norden. Aber er wies auch größtenteils aufgrund der Regenfälle in den letzten Wochen und besonders von Freitag- und Samstagnacht eine Abfolge von riesigen, wegbreiten Pfützen, ach was, ganzen Kneipp-Tretbecken, auf.

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[Ein SuperV 900, hohes Gras verbirgt gnädig ein wenig das völlig zugesaute Rad]

Ich war froh, dass ich meine SealSkinz Socken anhatte. Aber wie heißt es so schön? Ist der Ruf erst ruiniert… bzw. ist man direkt zu Anfang Schlammbespritzt, dann fährt sichs ziemlich ungeniert… :) Einmal habe ich mich sogar durch eine Kombination von feuchten Wurzeln, Wegrand und tiefem Schlamm formvollendet vom Rad gerollt. Gott sei dank an die Seite auf Waldboden ohne Schlamm…

Bald waren wir auch schon beim Rhein-Weser-Turm und nach der Abfahrt ins Schwarzbachtal ging es wieder hoch zum Dreiherrnstein. Vom Dreiherrnstein muss man Richtung Elberndorftal erst mal über eine ganz üble Wurzelstrecke. Sagte ich schon, dass so eine Mountainbike-Einlage ganz hervorragend den Gleichgewichtssinn und die Radbeherrschung schult? Für die heutigen Bedingungen traf das selbst auf den sonst harmlosen und gut bewanderbaren Rothaarsteig bzw. seine benachbarten Waldwege zu.

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[Am Dreiherrnstein]

Ist man einmal im Elberndorftal ist man auch schon ruck zuck wieder in Erndtebrück. Hier verabschiedeten wir uns und ich überlegte mir, noch eine kleine Extrarunde anzuschließen, um rund 90 Kilometer voll zu bekommen.

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[Im oberen Edertal am geografischen Mittelpunkt des Kreises Siegen-Wittgenstein. Das Cafe Waldland im Forsthaus Hohenroth ist nicht weit, liegt heute aber nicht auf dem Weg]

Durch den Pulverwald ging es entlang der Eder selbige aufwärts bis zu ihrer Quelle. Vorher machte ich unweit von dort ein kleines Snack- und Fotopäuschen am geografischen Mittelpunkt des Kreises Siegen-Wittgenstein. Über Benfe und Teile des Mäanderwegs ging es wieder zurück nach Erndtebrück.

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[Das Ederbruch an der Ederquelle]

Distanz: 89,93 km, Höhenmeter: 1324 m, Zeit: 6 h 09 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 17,7 km/h, Durchschnitts-HF: 124

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/110093208

Via Adrina – oder: die komplizierteste Art, Arfeld zu umrunden

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Heute hatte ich mein Cannondale Super V in’s Auto geladen und bin nach Arfeld, genauer, zum kleinen Wanderparkplatz an der Eder bei Meckhausen gefahren. Ich wollte die Via Adrina, den sogenannten Premiumwanderweg, mit dem Mountainbike befahren. Da wusste ich noch nicht, auf was ich mich eingelassen hatte..

Um es vorwegzunehmen: Dieser Weg bzw. diese Wegeführung ist nicht mit dem Gedanken an Radfahrer, oder Mountainbiker, angelegt worden. Sondern augenscheinlich nur für Wanderer. Aber auch für Fußgänger ist der Weg im derzeitigen Zustand und der Wegeführung nicht überall ein Vergnügen.

Es geht los mit einer Tragepassage am sogenannten, vor Ort nicht sichtbaren, Tor zur Via Adrina: erstmal einen sehr losen, in den Hang gelegten Serpentinen-Single-Trail über Wurzeln und Totholz mit dem Rad auf der Schulter steil hochgehen (gutes Training für Tragepassagen in den Alpen – im Wittgensteinschen ist mir das bisher noch nicht passiert). Es folgt ein Waldweg, der aber total zerfurcht und mit loser Erdoberfläche versehen ist. Die Steigung ist eigentlich nicht wild, aber aufgrund der Oberfläche recht technisch, ich musste sogar mal absteigen.

In der Folge ist der Weg immer mal wieder entlang von Wald- und Weidenrändern gelegt, führt dabei über Wiese oder Singletrail. Trotz dichter Markierung muss man ab und an schon mal schauen, wo’s denn lang gehen soll. Für meinen Geschmack sind die Singletrailstücke aber fast durchgehend zu „bemüht“. Sie stellen keine eigenständigen Strecken oder sinnvolle Abkürzungen dar, sondern führen vom durchgehenden Wanderweg ab, um wenig später hakenschlagend und Extrahöhenmeter zufügend wieder auf denselben zu treffen. All zu oft fängt dabei der Singletrail verheissungsvoll an, nur um dann viel zu nah an Stacheldraht oder Elektro-Weidezaun entlang und über viel zu viel Totholz zu führen. Und wo mündet das dann teilweise? In zugewachsenen, kaum zu sehenden oder von beiden Seiten durch dichte Ginsterbüsche bedrängte Pfade. Auch als Fußgänger keine Freude.

Im Grunde eine schöne Strecke (ohne den einen oder anderen unnützen Haken) und im Wald war es bei der schwülen Hitze heute auch recht angenehm. Die schöne Landschaft und die Eder tut ihr Übriges. Für einen Weg, der den Anspruch „Premiumweg“ führt, ist er mir aber an einigen Stellen deutlich zu ungepflegt und ungünstig geführt.

Vorschläge, die ich hätte: Entlang einiger Weiden etwas deutlichere Wegeführung bewerkstelligen, Weg begehen und zugewuchterte Engstellen über das Jahr hinweg offenhalten, An Stellen, wo Stacheldraht in Knöckelnähe entlang des Singletrails führt, mit den Bauern sprechen und für Abhilfe sorgen und bei Umwegen ob der Umwegen willen einen zweigeteilten Wegweiser installieren: z.B. links 800 m Singletrail, rechts Waldweg folgen (für Mountainbiker und Wanderer, die nicht so gut zu Fuss sind).

Distanz: 27,45 km (mit zahlreichen Sackgassen und ein klein wenig Sightseeing), 3:04 h, 620 Höhenmeter, Durchschnittsgeschwindigkeit: 8,9 km/h