Heiliges Pflaster – mein Radsportjahrrückblick 2016

Rad fahren

Whoa, das Jahr 2016 war so ein geniales Radsportjahr für mich – ich bin aber vor lauter Arbeit und vor lauter Radfahren kaum dazu gekommen, etwas davon in gebührendem Maße in Blogbeiträge zu fassen. Wo ich mich gerade wieder in einem Roadbike Magazin Artikel wiederfinde (siehe unten) ist glaube ich gute Gelegenheit, das zumindest Schlaglichtartig und mit jeweils einem Foto (oder zwei, drei) nachzuholen. Dabei gehe ich mal von hinten nach vorne in der Zeit zurück.

Wie gesagt, ich habe eigentlich kaum eines der vielen tollen Erlebnisse gebührend in Blog-Beiträge fassen können.

Den Gravelfondo im Schwarzwald, den ja (Hier geht es zum Beitrag). Ein Super-Herbstevent. Das war es aber fast schon.

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Cross bike porn in Landschaftsporn

Weder das sehr feine XXL-Wochenende in Lenzerheide in der Schweiz, wo ich diverse Bündner Pässe u.a. im Rahmen der Alpenchallenge Lenzerheide fahren und genießen konnte (und einmal in der Abfahrt vom Albula-Pass so dermaßen gewaschen wurde, wie ich es bis dato kaum hatte).

Passo dello Spluga„Passo dello Spluga“ auf flickr
Auf den letzten Metern des Splügenpass, kurz oberhalb des Lago die Montespluga. Hier noch auf der italienischen Seite habe ich bereits rund knapp über 1500 Höhenmeter von Chiavenna erklommen und noch rund 200 Höhenmeter vor mir. All das mit rund 29 km von der italienischen Südseite her. Wahrlich ein beeindruckender Pass.

Noch das wiedermal tolle Rad am Ring Event mit einer genialen Dreier-Staffel hart im Wettbewerb der 4er-Teams (warum einfach, wenn man sich zusätzliche Herausforderung schaffen kann / bzw. ein Kollege musste leider kurzfristig absagen).

Leading the Pack„Leading the Pack“ auf flickr
Beim 24h Rennrad Rennen Rad am Ring. Die Gruppe führend in der Ex-Mühle

Noch meinen schnellste Maratona dles Dolomites Teilnahme aller nun 5 Teilnahmen in Folge gleichzeitig zum 30sten Jubiläum der Maratona. Noch die unmittelbar davor liegende und von mir mit meiner Maratona-Woche verknüpfte „Schnupper-Teilnahme“ an der Tour Transalp, wo ich kurzentschlossen für Fabians verunglückten Teamgefährten eingesprungen bin und Fabian so die Teilnahme an der Transalp ermöglichte (und uns beiden so tolle Tage mir hartem Renneinsatz über bekannte und unbekannte Alpen- und Dolomitenpässe bescheren konnte).

Climbing Passo Sella„Climbing Passo Sella“ auf flickr
Noch am Morgen – Ich liebe das Sellajoch!

Tour TransAlp Team Wittgenstein„Tour TransAlp Team Wittgenstein“ auf flickr
Fabs und ich nahe der Passhöhe des Sellajoch auf der zweiten Etappe der Tour Transalp von Brixen nach St. Vigil

Und auch nicht meine erste Teilnahme an Paris-Roubaix, dass mir, dafür dass es ziemlich flach ist (die Kopfsteinplasterpassagen erwähne ich jetzt mal nicht sondern setze sie als gegeben vorraus ;-)) überraschend gut gefallen hat. Landschaftlich tatsächlich auch reizvoller vorkam als die Strecken der Flandernrundfahrt. Die ja nicht weit weg von Paris-Roubaix stattfindet.

Ride like a Flandrien„Ride like a Flandrien“ auf flickr
Nothing special going on in the Arenberg forest. ;-) Time for a selfie with my Ride like a Flandrien cap. #Capsnothats

Und überhaupt: die Flandernrundfahrt! Ich habe auch nicht mal was zur Ronde gepostet, obwohl es im letzten Jahr das Highlight und ein once in a life time Event war!

Anlässlich zur 100sten Ausgabe der Flandernrundfahrt von Visit Flanders eingeladen worden zu sein, um für 5 Tage Belgien als Radsport-Nation kennenlernen zu dürfen, mit Johan Musseuw höchstpersönlich die Helligen und Kasseien rund um Oudenaarde und Gerhardsbergen unter die Räder nehmen zu dürfen und am heiligen Sonntag Flanderns mit 100 Auserwählten die letzten 100 km der Ronde van Vlanderen fahren zu können.

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Frühstück vor dem Ronde Fan Ride und letztes Schwätzchen mit Johan Museeuw. Ein super zugänglicher Sportsmann mit vielen tollen Tipps und er beisst einem trotz des Ehrennamens „Der Löwe von Flandern“ keineswegs den Kopf ab. :) (Foto: Björn Hänssler, bopicture.de)

Zwischen dem Damen und dem Herren-Rennen und mit rund 1 Million Zuschauern entlang des Parcours! Das alles auf Leihrädern von Eddy Merckx, deren „Geburtsstätte“ wir auch besuchten und mit dem ich schließlich auch höchstpersönlich ein paar Worte wechseln konnte!

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Whoa, Eddy! Wer kann schon sagen, dass er mal mit Eddy Merckx im selben Raum gewesen ist. Geschweige denn, ihn erst über das neues Top-Modell seiner Marke und die Entwicklungen der Rennrad-Technik philosophieren zu hören, die eigens eingereichten Fragen beantwortet zu bekommen und dann sogar noch ein paar direkte Worte mit ihm gewechselt zu haben (Danke an Felix, ich hätte mich ja kaum getraut :)) (Foto: Björn Hänssler, bopicture.de)

Ganz und gar nicht zu vergessen, die vielen netten Leute und Radsportverrückten, die ich während diesen Aufenthaltes kennen lernen durfte.

Und auch nicht den coolen Mini-Roadtrip, der sich parallel dazu mit Felix Krakow von der Roadbike und Björn Hänsler als Fotograf abspielte und der mir zu etwas Radsport-Model-Erfahrung verhalf und der sich schlussendlich in zwei Storys im Roadbike-Magazin manifestierte.

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Heiliges Pflaster, nahezu im Wortsinn. In Belgien sowieso. Denn „Koers is Religie“ – Rennen ist Religion. Felix und ich auf der Kapelmuur in Geraardsbergen. (Foto: Björn Hänssler, bopicture.de)

Den ersten gab es im letzten Sommer anlässlich des Fanrides zum Flandernrundfahrt-Jubiläum und der zweite ist ein schöner Reiseartikel mit Thema Flandern. Frisch erschienen in der aktuellen Roadbike 03/2017.

Roadbike 03/2017 Artikel mit mir über Flandern:

Artikel „Heiliges Pflaster – Rennrad-Kurzurlaub in Flandern“, RoadBike Magazin 03/2017

Roadbike 03/2017 Artikel mit mir über Flandern:

Tolle Fotos von tollen Erlebnissen in Flandern. Und lohnenswerte Tipps für den Kurzaufenthalt: RoadBike-Magazin 03/2017

Und um mein Radsportjahr hinsichtlich der großen Events und Auslandsaufenthalte komplett darzustellen: Ich habe auch nur indirekt über meinen Mai-Urlaub gebloggt. Hier war ich, nachdem ich letztes Jahr in der nördlichen Toskana war, in die südliche Toskana nach Siena gefahren und habe dort unter anderem die weissen Straßen, die Strade Bianche, unter meine Räder genommen.

Towards Mucigliani„Towards Mucigliani“ auf flickr
Um die meisten kleinen und reizvollen alten Pfarreien, Dörfchen oder Castelli zu erreichen, muss man über die klassischen „Strade Bianche“ fahren, die unbefestigten, weissen Schotterstraßen der Toskana

Angereist bin ich über Südtirol, wo ich über das Wochenende in den Dolomiten gastierte, ein Pinarello Dogma F8 probe gefahren bin, Grand Tour Luft schnupperte und das Bergzeitfahren des Giro d’Italia von Kastelruth hoch zur Seiser Alm besucht habe.

Ja, es war ein geniales Radsportjahr 2016 :)

Votec Gravel Fondo – ein Oktoberwochenende im Südschwarzwald

Rad fahren

Gravel? Watt is datt denn nu schon wieder für neumodischer anglizistischer Kram?

Schotter, Dirtroad, Waldwege, Asphalt – Whatever. Hauptsache schöne Gegend und Fun auf dem Rad. Im Hochschwarzwald. Das versprach der Erste Votec Gravel Fondo über ein ganzes Wochenende im Oktober mit Ausfahrten am Samstag und Sonntag und einem Barbecue dazwischen. Und – er hatte nicht zu viel versprochen!

Doch wie kam es dazu, bzw. wie kam ich dazu? Der Schwarzwald ist ja von mir aus nicht gerade um die Ecke…

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Gravel? Ja, in der Tat, kann man wohl sagen. Sehr schön zu fahren, sehr toll zu schauen (in die Landschaft)

Ich weiss gar nicht mehr, wann und wo ich zum ersten Mal von dieser Veranstaltung gehört habe. Es könnte ein Beitrag im cx-Sport Forum oder ein Tweet gewesen sein. Ich fand das Thema spannend, den Modus interessant und den Schwarzwald sicher immer eine Reise wert. Aber auch nur für 2 Tage und über volle und stark mit Baustellen versehene Autobahnen…? Todtnau liegt weder für Wuppertal noch für Erndtebrück direkt um die Ecke und die Wochenenden im Oktober waren auch fast alle verplant…

Dann stolperte ich (per ReTweet aufmerksam geworden) auf ein Blog (Hallo Cycling-Claude, vielen Dank nochmal), dass zwei Teilnahme-Gutscheine verloste. Da dachte ich „ok, wenn ich da gewinne, dann ist das der Anstoß, der mich hin und zurück 10+ Stunden auf die Autobahn befördert“. Tja – und so kam das dann auch.

Wie ich im Nachhinein festgestellt habe, war es auch kein Wunder, dass ich über eine Verlosung „gestolpert“ bin, denn die von mir sehr genossene gute Organisation des Wochenendes hatte sich schon in das Vorfeld erstreckt. Bereits die Lancierung war 1a vorbereitet. Ein Teil davon war, dass nicht wenige Rad-Blogs mit Gutscheinen zur Verlosung ausgestattet wurden.

Aber auch die Anlaufseite des Events war minimal schlicht, aber mit den wesentlichen Infos und einem eingebetteten, sehr gut produzierten Teaser-Filmchen versehen. Einen Strava-Club und Interaktionsmöglichkeit gab es auch von Anfang an und eine virtuelle Achievement-Badge ebenso. Facebook gab es auch, ja, ok – das muss sicher (die unsäglichen Facebook Algorithmen hin oder her). Instagram auch – mittlerweile finde ich es auch nicht mehr gar so gräßlich und bediene mich dessen auch gern. Vermisst habe ich aber Twitter. Und die Vorgabe eines eindeutigen Hashtags für Instagram und Twitter gleichermaßen. Da ist jetzt etwas „Wildwuchs“…. #gravelfondo #votec_gravelfondo #votecgravelfondo #gravelfondo2016… ;-)

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Gipfeltrail

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 frisch geputzt, die Kette geölt, eine frische Batterie im Leistungsmesser und die vorbildich bereitgestellten Tracks für Sa u. So auf den Garmin geladen – so wurde das Wesentlichste ins Auto geladen und mit der üblichen Ausrüstungskiste und Klamotten für Sonnig bis Arschkalt und Nass vervollständigt. Und ab ging’s Richtung Schwarzwald, wo ich im Landgasthaus Kurz logierte. Das war eine von drei empfohlenen Unterkünften in unmittelbarer Nähe der Event Location und mit rd 3 km sehr schön nah gelegen (dabei war das noch das am weitesten entferne Hotel). Man konnte auch mit Wohnmobilen oder Zelten direkt am bzw. auf dem Kasernengelände oder in einem Massenlager in der Kaserne unterkommen.

Moment – in einer Kaserne? Was für eine Kaserne? „Wo ist hier eigentlich eine Kaserne? Wo ist der Hebelweg 1?“, sinnierte ich noch am Freitagabend über einem Käsebrot und bei einem alkoholfreien Tannenzäpfle im Landgasthaus über der Kartenapp in meinem Smartphone.

Es stellte sich heraus, dass es die kleine aber feine Unterkunft der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau-Fahl war, die vergleichsweise schnuckeling in einer Kurve der Feldbergpassstraße, direkt gegenüber der Rothausbahn-Liftanlage gelegen ist. Wikipedia sagt mir im Nachhinein dazu, dass hier u.a. Sven Hannawald und Martin Schmitt Dienst geschoben haben.

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Stop – hier geht’s zur Schwarzwald-Kaserne

Da ging es dann am Samstag Morgen nach dem Frühstück hin. Der Zeitplan war entspannt. Unterlagen konnten von 8:30 bis 9:30 abgeholt werden. Es gab einen schicken schwarzen Stoffbeutel mit Gravel Fondo Logo, roten Sram-Socken, einer Brügelmann-Trinkflasche (schöner Saugverschluss), ein paar Xenofit-Liquid-Gels und ein Bändle für’s Handgelenk als Eintritt für das im Startpreis inbegriffene Barbecue am Abend.

Es standen auch einige Votec Gravel Bikes mit leckeren Zipp-Laufrädern (SRAM war schließlich als Mitsponsor und Service an Bord), teils Carbon 303, teils Alu 30 Course, zur Ausleihe zur Verfügung. Und da der Kurs nur an wenigen neuralgischen Stellen mit kleinen Pfeilen markiert und die eigentliche Streckenführung über GPS vorgesehen war, konnte man sich auch Sigma-GPS-Radcomputer mit bereits aufgespielten Tracks ausleihen.

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Unterschriftsliste am Start. Ich hab sie gezählt – wir waren genau 99!

Was mir sonst noch direkt auffiel: Zum einen der große Strava-Bogen um die aufgestellte Unterschrifts-Tafel am Start – zwei Dinge die schon auf den gleichermaßen interessanten wie auch „low maintenance“ (also gering aufwendig was Orga und Ausrüstung anbelangte) Ansatz des eigentlichen Gravel Fondos hindeuteten.

Und zum zweiten: Jede Menge Guilty 76 Logos unübersehbar auf der (nicht unschicken) Kluft sehr vieler Teilnehmer, die sich auf dem Gelände versammelten. Was ich so dem Wochenende entnehmen konnte, kennen sich Rik Sauser (Sauser Events war der Organisator des Gravel Fondo) und Florian Jöckel (der Guilty 76 Cheffe, der ja hauptberuflich ebenfalls mit dem Managen, allerdings von Musikkünstlern, zu tun hat). Bei Guilty 76 spielt auch Brügelmann eine Rolle, die wiederum einer von drei Direktanbietern von Votec Bikes sind und neben Strava, SRAM und dem Event-Namens-Geber VOTEC als Eventsponsoren aufgeführt sind. Und initiert wurde das alles von Votec-Brand-Manager Stephan Geiß.

So viel zu meinem sehr oberflächlichen Ansatz eines investigativen Hintergrund-Journalismus, den ich jetzt auch sofort wieder verlasse und mich auf das Wesentliche konzentriere.

Das war nämlich, dass ich die Guilty 76 Jungs und Mädels wie auch alle anderen Teilnehmer als total lockere und entspannte Leute kennenlernen konnte. Keiner ist an diesem Wochenende mit einem verbissenen Gesicht gesehen worden oder hatte irgendwo unterwegs das Messer zwischen den Zähnen!

Diese lockere Atmosphäre wurde nicht zuletzt gekonnt gefördert durch die Moderation des Guilty 76 Cheffe, der uns am Morgen des ersten Tages den Modus erklärte:

  • Start in 10er Grüppchen (von 10:00 bis etwa 10:30 Uhr)
  • Respekt vor allen Anderen auf den Wegen und vor dem Naturschutzgebiet Feldberg
  • Keine Startnummern, keine Transponder, kein nix – dafür aber eine Unterschrift am Start und am Ziel eines jeden Tages (erst wenn alle Schäflein wieder im Ziel sind, sind alle beruhigt und erst danach geht es an die Preis-Ermittlung)
  • Preise? Ja, ein Wettbewerbselement gab es auch, aber nur an einigen, ausgewählten und eigens angelegten Strava-Segmenten. Diese waren im Vorfeld auch bekannt (wer wollte, konnte sie sich also auch als Live-Segmente setzen) und auch an der Strecke markiert. Zu gewinnen gab’s Guilty 76 stilecht eine Flasche Whiskey samt Brügelmann-Gutscheinen oder auch SRAM-Parts. Jeweils für die ersten Drei über zwei ausgelosten Segmenten des Tages.

Ein sehr interessanter Modus, der sehr zu einem solchen Late Season und Herbst-Soul-Riding-Event passt. Bzw. es erst zu einem solchen macht. So konnten wir alle die sehr schöne Landschaft genießen, auf dem Rad auch quatschen und überall dort für Fotos anhalten, wo es uns Spaß machte.

In Ansätzen kennt man das ja auch von anderen Rennen, wo z.B. teilweise nur die Anstiege, und nicht gefährliche Abfahrten gezeitet werden. Wobei ich sagen muss – für ein Alpenmarathon oder für ein Rennrad-Event – da will ich so etwas nicht, da muss die ganze Strecke zählen. Hier aber fand ich es genau richtig. :)

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This is… Stravaaaaa! ;-)

Ich selbst habe die Strava-Segmente persönlich am ersten Tag auch nur als obere Zone 3, dann Zone 4 gefahren. Ich war mir in der Woche davor und am Wochenende selbst nicht ganz sicher, wie ich beieinander war. Hatte am Samstag auch viel zu hohen Puls für die Wattzahlen. Deswegen: kein All Out, alles in Maßen – dafür um so mehr Genuss!

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Am Feldberg am Sonntag Vormittag. Wunderbares Herbstlicht.

Und ab dem Samstag Nachmittag hatte ich es dann mit dem Magen zu tun (nein, das hatte – glaube ich – nichts mit der Kirschtorte zu tun ;-)) Es war eine nicht sehr erholsame Nacht. Wobei – wahrscheinlich dennoch viel erholsamer als im Massenlager der Kaserne. ;-)) Der Magen hat mich nicht davon abgehalten, mittendrin und nach der Sonntagsfahrt nochmals der Schwarzwälder Kirschtorte und dem super geilen Cappuccino von Biosk zuzusprechen. Wenn’s doch so gut aussieht und schmeckt… ^^

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Am Ende des ersten „Etappe“ gab es leckere Schwarzwälder Kirschtorte und super genialen Cappuccino von den Jungs von Biosk.

Das bringt mich zur Verpflegung, die war Super! Anstelle Waffeln, Riegeln und Co, gab es, je nach Verpflegungsstelle (und davon wurden auf die 50 km am Sonntag volle drei Stück gepackt…) Schwarzwälder Kirschtorte, gedeckten und sehr saftigen Apfelkuchen an der einen, Schinken, Gurken, leckerer Käse und Bauernbrot samt Schorle, Cola-Mix, Iso zum mixen wer wollte oder alkoholfreiem Weizen an der anderen und lecker Smoothies bzw. Bananen dazwischen. Der Kuchen wurde von wirklich sehr leckeren Kaffeebezügen von der Biosk-Truppe, einem Café aus Freiburg, flankiert.

Was sagen denn die offiziellen Streckendaten und Regularien? Für wen ist der Votec Gravel Fondo genau das Richtige?

Für alle, die gerne Rad fahren, die auch ohne immer Vollgas geben zu müssen auch mal die Landschaft genießen können und wollen und für alle, die dafür auch gerne Anstiege nach oben kurbeln wollen. Denn – der sogenannte Bergfaktor, also die Höhenmeter pro gefahrene Kilometer, die haben es schon in sich. Aber alles gut machbar – es hetzt einen schließlich niemand und die Streckenlängen sind so bemessen, das ausreichend Zeit für jeden, jede Geschwindigkeit und jede Fotostop-Frequenz bleibt. Obgleich ich letzteres Besonders am Sonntag auch gut ausgenutzt habe. ;-)

Am Samstag waren 72,6 km / 1.954 hm und am Sonntag 55,5 km / 1.602 hm 
zurückzulegen. Teils auf schönen glatten, leicht kiesigen aber festen Wegen, teils auf Waldwegen, teils auf moderaten engeren Trails, teils auf Asphalt. Alles super zu fahren und ein Crosser oder ein Allroad- oder auch ein Gravelbike ist genau das Richtige dafür. Auch zwei drei Straßenrenner mit 25er bzw. 28er und etwas profilierteren Reifen wurden gesichtet. Das war für rund 70 – 75 % der Strecke voll ausreichend und wäre es auch bei nassem Wetter weitestgehend gewesen. Bei den restlichen 25 – 30 % war das dann aber schon eher in Richtung ernsthaftes Underbiking unterwegs. :)

Aber auch gestandene Crosser waren, sofern sie mit Schlauch unterwegs waren, nicht vor Plattfüßen gefeit. Die können natürlich immer und überall und auf jedem Terrain auftreten. Das sie jedoch auf diese pfadfinderische Weise, wie in nachfolgendem Foto gezeigt, zu beheben versucht werden, sieht man selten. Ich jedenfalls habe das zum ersten Mal in freier Wildbahn gesehen. Die Betonung lag hier aber auf „Versuch“.

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Pfadfinder Notreparatur. Zum ersten Mal in der freien Wildbahn gesehen: den platten Vorderreifen mit Gras ausgestopft. Sah im Fahren nicht wirklich erfolgreich aus.

Leider ist dem Besitzer des Rades sein Plattfuß erst ganz am Ende der Vesperpause aufgefallen, da war längst kein technischer Service mehr vor Ort.

Am Samstag morgen lernten wir den Schwarzwald von seiner geheimnisvollen, mythischen Seite kennen. Es begann herbstlich stimmungsvoll mit tief hängenden Wolken, die später immer mal wieder geheimnisvoll flüchtige Blicke in die Täler zuliessen. Dann kam mehr und mehr die Sonne raus.

Highlights waren neben schönen Aussichten und Trails auch der durchfahrene Wald, besonders in einem moorigen Abschnitt mit ein paar Blöcken und Stegen:

Und vor allem der tolle Feldsee, der auf kurzem Abstecher erreicht wurde:

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Mein Giant TCX Advanced Pro 1 am Feldsee

Danach führte uns der Track noch einmal bis fast ganz zum Feldberggipfel, bevor die letzte Abfahrt hinab zur Kaserne und zum Ende der ersten Etappe führte. Wie – nur nochmal fast ganz? Na, wo ich einmal so schön in Schwung war, habe ich am Abzweig einfach durchgezogen und bin zum zweiten Mal an diesem Samstag ganz nach oben gefahren. Toll, denn wo es am Morgen nur Wolken und Nebel gab, begrüßte mich am Nachmittag dieses tolle Panorama:

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Feldberg-Panorama

Am Sonntag hatten wir dann schon vom Start weg feinstes Sonnenwetter. Nach einem langen Anstieg von km 0 waren wir wieder an der oberen Flanke des Feldbergs angelangt und konnten eine atemberaubende Fernsicht genießen. Wahnsinn, der Anblick der Alpen von dort:

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Alpenpanorama

Ein besseres Wetter und bessere Bedingungen hätte man sich nicht wünschen können. Zusammen mit der tollen Idee, der sehr schönen Streckenführung und der sehr guten Organisation bekommt der erste Votec Gravel Fondo von mir fünf Sternchen. Ein rundum gelungenes Wochenende. Da wünsche ich noch viele weitere mindestens ebenso tolle Wiederholungen in den kommenden Jahren. Die Messlatte wurde jedenfalls schon super hoch gehangen.

Meine Trackaufzeichnungen auf Strava: hier der Samstag, Tag 1  und hier der Sonntag, Tag 2

Weitere Beiträge zum Gravel Fondo Wochenende (soweit sie schon erschienen sind): Gran Fondo Cycling Magazin, Jacominas Enkel

Und weitere: Shut up legs, Rebekka Markert, Good Times Roll

Viele Grüße an Alle! :)

Meine Rennrad-Foto Favoriten aus 2015

Fotografie, Rad fahren

Nicht nur Rennrad-Fotos. Oder Cross-Rad-Fotos. Oder Fotos vom Radfahren. Auch ein paar Abseits vom Rad (ihr könnt euch aber sicher sein – ein Rad war irgendwo in der Nähe. Auch wenn es nicht im Bild ist. ;-))

Hier habe ich meine Lieblings-Fotos aus 2015 versammelt. Ich habe sie zur Abwechslung mal direkt aus meinem flickr-Stream verlinkt. Da findet ihr natürlich noch jede Menge mehr Fotos. Ob von Fahrrädern, mit Fahrrädern oder auch andere Dinge – ob aus dem Wittgensteiner Land, ob aus dem Siegerland, dem Sauerland, dem Bergischen Land oder sonstwas für einem Land… ;-)

I’m dreamin‘ of Christmas Base Miles in the warm Winter

Wuppertal Cx

Unter Herbst-Birken

Brienzer See Abend

Cyclist (Self)Portraits

Wie bitte!?

Ein Spätnachmittag am Grödner Joch

Through the Curve

Warpspeed

Diederichstempel oberhalb der Wupper

Flowing green

Pinien-Allee Richtung Monte Serra

Piazza dei Miracoli Pisa

Waving the flag

Auf dem Damm

An der Ginsburg

Giant TCX auf der Laderampe

Abendbaum

Festtags-Kilometer. Mit Rennrad und Crosser durch Siegerland, Sauerland, Wittgensteiner Land, Bergisches Land und Hessen

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An der Schönen Aussicht

Schöne Aussicht… … das ist der Name dieser Stelle an der Eisenstraße. Ich glaube, das ist ganz passend. :) Keine Spur von Schnee an diesem 24. Dezember.

Die Verwandtschaft besucht, die Lieben beschenkt und auch zwischen den Tagen im Büro geschafft – dennoch: Da war ja noch etwas Zeit dazwischen. Die Feiertage lagen und liegen sehr praktisch zum Wochenende. Das Wetter ist für Jahreszeit viel zu warm. Aber natürlich sehr praktisch für das Radfahren draußen. Also hervorragende Randbedingungen für ein privates Trainingslager daheim. Zeit für andere Dinge blieb da aber gar nicht.

Von einer Weisheitszahngeschichte, die mich im November nahezu komplett lahmgelegt hatte, war über den Anfang Dezember gerade wieder genug an Fahrten zusammen gekommen, damit ich in den letzten Tagen beginnend mit Heiligabend den Umfang schön hochziehen konnte. Dabei habe ich mich bewusst auf Grundlagentraining E2 in Zone 1-2 konzentriert. Auch die Strecken so ausgewählt, dass zügiges und weitgehend durchgehendes Pedalieren möglich war. Also kein stetes auf und ab auf wohlmöglich noch steilen und „eckigen“ Auf- und Abfahrten. Dennoch sind natürlich wieder einige unvermeidliche (hehe ;-)) Höhenmeter mit hinzugekommen.

Die Kettenbrüder hüben wie drüben (im Wittgensteiner Land und im Bergischen Land / Ruhrgebiet) emsig und natürlich per Strava, oder Instagram, oder Facebook oder Twitter (oder alles zusammen) dokumentierend – was blieb da anderes übrig, als mitzuziehen? ;-) Motivation war genug da und das Wetter passte auch, wie gesagt. Sicher hätte ich gern den einen oder anderen frostigen und dafür sonnigen Tag gegen 8 bis 10 Grad und Meh-Wolken eingetauscht. Aber ich will mich nicht beschweren – am zweiten Weihnachtstag war es sogar richtig schön sonnig. Diesen Tag nutze ich dazu, zum Edersee zu fahren. Das ist von Erndtebrück aus die Rollerstrecke par excellence. Runter ging’s mit Rückenwind, rauf dann halt mit Gegenwind – war trotzdem schön.

Am Sonntag gab es dann mehr Höhenmeter. Dafür aber auch eine schöne Gruppenausfahrt mit Jochen, Roland und Thorsten. Zur Feier des Tages auch mal mit Einkehr beim Kahlen Asten Turm. :)

Insgesamt kamen, immer in maximal zwei aufeinanderfolgenden Tagen, bisher 523 km mit 4809 Höhenmetern zusammen. Heute ist Ruhetag, morgen geht’s mit einer Neujahrs-Tour weiter und für 2016 auch sofort wieder los. Ich habe vor, den Grundlagentrainingsblock dann mit den kommenden drei Tagen hintereinander weg abzuschließen. Ich freue mich auf das kommende Jahr und wünsche Euch allen einen Guten Rutsch!

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Neue Laufräder und neue Reifen für das Crossbike

Produkttests, Rad fahren

Mein schmuckes Giant TCX Advanced Pro 1 sollte neue Laufräder bekommen. Also eigentlich sollte es ja neue Reifen bekommen… Es ist dann beides geworden… ;-)

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Giant TCX Advanced Pro 1 auf Blätterteppich und mit neuen Carbon-Schuhen

Stollenreifen sollen es sein – Tubeless oder Schlauchreifen?

Warum neue Reifen? Wegen der Vielfalt. Bisher habe ich die Clément X’Plor USH. Die gefallen mir auch weiterhin sehr. Sie sind meine „Go Anywhere“ Reifen. Das Giant ist ja auch mein „Go Anywhere“ Fahrrad. Das liebe ich an ihm so sehr. Es ist für mich eben nicht nur ein cooles Cross Bike. Es ist für mich keine reine Rennmaschine – obgleich es dafür super geeignet wäre. Und es ist kein reines Bike nur für matschige Cross-Strecken oder für schlammige Wege. Sondern auch für normale Waldwege, für Schotterpisten, für Singletrails und für unbefestigte Radwege. Und auch für schlechte und für gute Asphaltstrecken, wenn sie denn auf der Route liegen oder An- und Abfahrt von anderen Zielen mit Wald- und Wanderwege-Anteil darstellen. Oder wenn es Wintertags ist, es dunkel ist und Dreck, Schmodder und Streusplitt auf den Straßen liegt (und sich so manches Schlagloch im Dunklen verbirgt).

Für diesen Mix finde ich die X’Plor USH genial (hier hatte ich seinerzeit meinen ersten Eindruck geschildert). Sie rollen hervorragend auch auf Asphalt dank ihrem flachen Mittelprofil, sie scheinen mir auch beständiger und pannenresistenter als klassische Cross-Slicks mit ihrem Diamantprofil in der Mitte und sie bieten für mich auch erstaunlichen Grip auch auf etwas matschigen Wegen. Letzteres sicher zu gutem Anteil deswegen, weil ich sie Tubeless und mit schön niedrigem Druck bei rd. 2 bis 2,3 Bar fahre.

Aber irgendwann ist dieser Grip auch zu Ende. Es sind halt keine Stollenreifen, die auf etwas tieferen Waldwegen, auf schlammiger oder matschiger Piste oder auch vielleicht im Schnee durch ihre Stollen Griff erhalten können. Deswegen wollte ich jetzt auch einen zweiten Reifensatz mit Stollen haben.

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Tiefes Geläuf – hier braucht man Stollen!

Von Tubeless bin ich am Crosser relativ überzeugt. Da will ich keinen Schlauch haben, mit dem ich doch die entscheidenden 0,x Bar mehr Druck brauche, um vor Durchschlägen mit Pannenfolge (a.k.a. Snakebites) sicher zu sein. Gerade auf dem einen oder anderen sehr steinigen Waldweg (und vor allem Waldwegabfahrt) fährt sonst immer die Angst einer Panne mit.

Der Nachteil ist aber: Nicht jeder Reifen ist tubeless geeignet und nicht jeder Tubeless-geeignete Reifen harmoniert mit jeder Tubeless-Felge. Die Toleranzen sind da gewollt eng und wenn ein zufällig eher enger Reifen auf eine zufällig eher weite Felge trifft… Dann geht nichts. Buchstäblich.

Ich wollte Specialized Tracer Pro 2Bliss ready Reifen auf meine Stans NoTubes IronCross Laufräder (Custom auf Naben von DT Swiss eingespeicht) aufziehen. No Chance! Ich bin sicher, ich hatte eher am unteren Toleranzbereich liegende Reifen erhalten, denn es gibt eigentlich durchaus positive Stimmen zu dieser Reifen-Felgen-Kombination.

Aber selbst mit allen Tricks die ich kenne, mit Einsatz von zwei Reifenhebern und viel Unterarm- und Fingerkraft ist es mir nicht gelungen, den Tracer komplett auf die Felge zu bekommen. Nach buchstäblich zwei Tagen, fast schon Kerben in der Felge und abgebrochenen Plastikspänen aus den (soliden) Reifenhebern habe ich’s dran gegeben. Die Reifen habe ich dann zum weiten auf zwei Fulcrum-Felgen aufgezogen (da gingen sie dann drauf). Aber da sind sie auch noch heute drauf… Denn ich habe mir gesagt… f… d*ch, wenn ich so ochsen muss, dann kann ich auch gleich Schlauchreifen kleben. Das ist bei der Montage weniger Arbeit und im Feld bin ich ohne weiteres Material auch mit beiden Systemen aufgeschmissen. Bzw. würde bei beiden Systemen auf die Dichtmilch setzen. Beim Tubeless-Reifen ist sie halt schon drin. Beim Schlauchreifen würde ich sie im Pannenfall durch das (abschraubbare) Ventil einfüllen. So kenne ich es auch vom Rennrad, wo ich dieses Jahr sehr gute Erfahrungen mit Schlauchreifen gemacht habe (da würde ich mittlerweile aber auch wieder Clincher bevorzugen, trotz Gewichtsnachteil – aber das ist eine andere Geschichte).

Also: Stollenreifen! Und wenn die Tubeless nicht wollen, warum nicht direkt „Luxus“ und einen zweiten Laufradsatz hinzu erwerben. Und den gleich als Schlauchreifen-Variante. Dann kommt auch noch Carbon und leichtes Hochprofil an’s Crossbike. Spart Gewicht, sieht gut aus und ist sogar ein bisschen Aero! :)

Wie gesagt, am Rennrad habe ich schon gute Erfahrungen mit Schlauchreifen und mit Hochprofilfelgen gemacht, die zwar ohne Branding aus Asien kommen, aber von lokalen Laufradbauern für deren Produkte ausgewählt werden.

Lastenheft Laufradsatz

Was sollten die Laufräder für Eigenschaften aufweisen, wo konnte ich günstig an entsprechende Laufräder kommen? Es sollten Felgen für Schlauchreifen sein. Sie sollten ein modernes Profil mit weitem Querschnitt aufweisen. Das ist zum einen gut für die Aerodynamik und verspricht auch ein gutes Felgenbett für die Crossreifen, die ja deutlich breiter sind als normale Rennradreifen. Ein tiefes Felgenbett müsste da doch mehr mit Reifenkitt bzw. mehreren Lagen Schlauchreifenkleber aufgefüttert werden.

Hinsichtlich der Naben braucht braucht mein TCX vorne 100 mm Steckachsenaufnahme. Und hinten normale 5 mm Schnellspanner.

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Clément MXP Schlauchreifen, Carbonfelgen und DT Swiss 240s Naben (vorn das Vorderrad mit Steckachsaufnahme und hinten das Hinterrad mit Schnellspannerachse)

Und dann brauche ich natürlich Scheibenbrems-Naben. Und weil das mit den Scheibenbremsen so ein Gefrickel ist, dachte ich mir: die beste Ausgangssituation für millimetergenau übereinstimmende Bremsscheibenpositionen sind baugleiche Naben. Um’s vorwegzunehmen – ich musste, da ich die Bremsbacken gerne mit sehr enger Toleranz fahre, trotzdem die Bremssättel justieren.

Der Schlauchreifen-Laufradsatz

Fündig geworden bin ich bei Laufrad-Tuning in Köln. Eigentlich hatte ich zuerst bei einem anderen Anbieter ein „September-Angebot“ bestellt – das aber nicht herbei kam. Laufradtuning konnte mir schnell, sehr kompetent und indivdualisiert aus der Patsche helfen. Mit Inhaber Zarko konnte ich direkt zum Einstieg eine ausführliche Kommunikation über Facebook-Messenger und dann Mail (bis in den späten Abend) durchführen , die bei mir keine Fragen offen lies und mir sehr gut beschrieb, was er denn da für mich bauen würde. Laufrad-„Tuning“ ist da echt der richtig gewählte Firmenname. Was Zarko mit viel Enthusiasmus und Sachverstand aufbaut – was auch fernab von bloßem Speichen durch die Löcher fädeln und abdrücken ist – das hat mich schon fasziniert.

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38 mm hohe Carbonfelgen

Er konnte mir aus dem Stehgreif eine vorhandene DT Swiss 240s Front-Nabe für 24 Speichen so modifzieren, dass ich sie für meine 100er Steckachse verwenden konnte. Im Resultat ist sie sogar etwas leichter als die normale, für 100 mm Steckachse vorgesehene Version. Dummerweise aber auch frickeliger. Die Endstücke sitzen quasi lose auf – da muss man im unmontierten Zustand aufpassen, dass man sie nicht verliert. Das ist etwas unschön.

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DT Swiss 240s, Oversized Version, Spezialkonversion von laufrad-tuning mit handgefertigten Endhülsen für 100 mm Steckachse bei 24-Loch Speichenaufnahme

Rundlauf und Geradelauf der beiden Laufräder erscheinen mir tadellos. Die Qualität des Aufbaus ebenso. Der erste Fahreindruck war ebenfalls super. Insgesamt ein sehr schöner Laufradsatz. Bei Zarko würde ich sofort wieder einen Laufradsatzaufbau ordern.

Bremsscheiben

Ich wollte zwei voneinander unabhängig einsetzbare Laufradsätze. Daher habe ich auch nicht die Bremsscheiben vom bisherigen Satz ab- und an den neuen Satz angeschraubt. Vielmehr habe ich mich nach ähnlich aussehenden Bremsscheiben für 6-Loch-Aufnahme umgeschaut und wurde bei Trickstuff fündig. Deren „Dächle“ Bremsscheiben habe ich bestellt und selbst auf die Naben aufgeschraubt.

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Trickstuff Dächle Bremsscheiben für 6-Bolt-Montage in 140 mm Durchmesser. Nochmal extra entfettet vor der Montage. ;-)

Trotz baugleichen Naben bei beiden Laufradsätzen (und für das Hinterrad sogar von der Stange gleich) musste ich dennoch die Bremssättel vorne und hinten leicht justieren, sonst hätten die Bremsbeläge leicht geschliffen. Ich werde mir also für meinen ersten Laufradsatz solche Shims für die Bremsscheibe besorgen müssen, um deren Position leicht anzupassen.

Neue Bremsscheiben muss man genau wie neue Bremsbeläge erst etwas einbremsen. Vor allem müssen sich auch die Bremsbeläge und die Bremsscheiben aufeinander einspielen. Anfangs quietschte die Vorderbremse noch stark, nach der ersten Tour hat sich das vollständig gegeben. Hinten quietscht es noch bei mittelhartem Bremseinsatz. Bei leichtem und bei sehr starkem Bremsdruck (dann schon an der Blockiergrenze) nicht.

Die Schlauchreifen

Als Reifen habe ich die Clément MXP Tubular gewählt.

Stollenreifen sollten es, wie eingangs erwähnt, sein. Also keine Slicks, Diamantprofile oder Ähnliches. Sondern Stollen für’s grobe Geläuf. Aber nicht allein für den puren tiefen Schlamm. Sondern für eine Vielzahl von Bedingungen. All-Round eben. Typische Waldwege (da funktioniert allerdings auch der X’Plor USH hervorragend), nasse Waldwege, matschige Waldwege, Gras, loser Dreck, Schnee und auch Asphalt. Clèment beschreibt den MXP mit „Wenn man nur einen Cyclocross Reifen (d.h. vor allem auch, das Profil, meine Anmerkung) haben kann, dann ist es dieser“.

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Carbon-Schlauchreifen-Laufradsatz

Es ist ein klassisches Grifo-Profil. Oder vielleicht besser, das klassische Grifo-Profil. Aktualisiert durch aufgeteilte Mittelstollen und etwas aggressivere Seitenstollen.

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Clément MXP Tubular Reifen auf 38 mm Carbonfelgen

Was mir weiterhin gerade an dem MXP-Tubular gefällt ist der spezielle, innovative Aufbau. Schlauchreifen bestehen üblicherweise aus einem speziellen Mantel, mit aufgummierter bzw. aufgeklebter Profilfläche, in der dann ein Schlauch, meist Latex, eingenäht ist. Durch eben diesen Latexschlauch sowie einen geschmeidigen Mantel wird die gute Flexibilität erreicht, die gerade für die Traktion bei Crossreifen so wichtig ist.

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Gute Traktion, auch im tiefen, weichen Schmodder.

Profis (und betuchte Amateure und Liebhaber) setzen hier auf die handgefertigten Exemplare von Dugast oder FMB. Mit ihren ungummierten Baumwoll- oder sogar Seidengewebekarkassen sollen sie die optimale Kombination aus Traktion, Fahrkomfort und Rollverhalten darstellen. Die Sache hat aber ihren Preis. Und der besteht nicht nur darin, einen solchen Reifen zu bezahlen. So teuer sind die im Vergleich gar nicht. Aber mit einem Satz kommt (ein Profi) halt nicht durch die Saison. Und selbst, wenn sie halten würden – sie sähen halt schnell nicht mehr gut aus.

Naturbelassene und nicht gummierte Baumwollflanken sind nicht wirklich dauerhaft. Schon gar nicht in crosstypischen, nass-matschigen Bedingungen. Es gibt da zwar Mittelchen, die mancher auf seine Flanken pinselt (Aquasure z.B.) aber je nach dem fangen solche Versiegelungen Wasser auch unter sich ein. Dann rottet es nochmal so schnell. Soweit meine angelesenen Erfahrungen aus diversen Foren und dem Sichten diverser Beispielfotos. Und sieht im besten Fall nur schmuddelig aus. Und führt im schlimmsten Fall zum schnellen Verschleiss des Reifens. Profis nehmen das in Kauf und gehen dafür durch x Reifensätze pro Saison. Das ist aber nichts, was ich an einem Rundum-Sorglos-Reifen haben möchte.

Und obwohl „Tan Sidewalls“ bzw. beige (Baumwoll) Naturflanke sich ja auch einer gewissen Mode, auch bei Rennrädern, erfreut, wollte ich das für meinen Crosser nicht. FMB bietet pink gummierte/gefärbte Flanken an – wenn’s die in orange gäbe, das wäre die Schau. Orange würde gut zu meinem Daytona-Blau-Orange Farbschema passen. Naturflanke nicht. Und moosig-grün-schmuddelige Naturflanke schon gar nicht.

Also – ich wollte keine naturbelassene Baumwolle. Wegen Aussehen neu, Aussehen nach ein paar Ausfahrten und wegen Dauerhaftigkeit.

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Vorderrad am Giant TCX Advanced Pro 1

Die o.g. Qualitäten: Traktion, Fahrkomfort und Rollverhalten, die will ich aber auch. Und die habe ich schon bei meinem ersten Clement-Reifensatz erleben dürfen. Dem Clément X’Plor USH. Den habe ich nämlich als Tubeless-Konversion im Einsatz. D.h. kein Schlauch, nur eine sehr dünne gummierte Seitenwand (sogar so dünn, dass Reifenmilch teilweise austritt, weil der X’Plor leider nicht für Tubeless vorgesehen ist). Das macht ihn aber super flexibel.

Der MXP Tubular verspricht das ebenso. Der MXP hat ebenfalls keinen Schlauch eingenäht, sondern ist von sich selbst heraus, von seiner Außenhülle aus, dicht. Er ist also quasi ein Tubeless Tubular! Genial. Also gerade so viel Material wie nötig, trotzdem kein offenes Baumwollgewebe außen und auch das Profil ist integraler Bestandteil des Reifens. Das Profil ist nämlich auch so eine Sache, die sich bei einem handgemachten Schlauchreifen auch schon mal lösen kann…

Das alles bei einem für einen Stollenreifen mit 33 mm breite sehr guten Gewicht von 370 gr. Soweit die Theorie!

Was sagt die Praxis? Am Samstag hatte ich vorn und hinten 1,9 bar in den Reifen. Damit rollten sie sehr gut auf Asphalt – da bin ich schon mal sehr zufrieden. Und auf Waldwegen – ganz prima. Ich hatte unerhofft ‚Glück‘ mit meiner Wegewahl. Direkt am Anfang fand ich mich auf Singletrails, teils mit Laub bedeckt und teils richtig, richtig tief, wieder. Klasse Grip! Mit den MXP war das nochmal ein ganz anderer Charakter auf solchem Geläuf wie mit den X’Plor USH. Das hat mich echt beeindruckt. Ich muss noch ein paar mal fahren und auch mal andere Drücke ausprobieren. Ich weiss noch nicht, ob der Reifen auch so flexibel walkt, wie der X’Plor. Der hat mich echt beeindruckt. Hat aber natürlich auch keine Stollen, so dass er da in sich selbst nochmal auch vom Profil her flexibler sein kann.

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Grip auf fast allen Wegen – Stopping Power dank hydraulischer Scheibenbremse von Shimano ebenso!

Das einzige Mal, wo ich am Samstag an die Traktionsgrenze und darüber hinaus kam, war bei einem um die 12-15 % Anstieg auf einem lehmig, schmierigem Feldrand mit vereinzelten Grasbüscheln darinnen. Genau die richtige Mischung aus fest und somit kein Einsinken möglich und schmierig, so dass das zugesetzte Profil keine Traktion erreichen konnte und über die plattgedrückten und im Lehm eingebetteten Grashalme rutschte.

Weight-Weenie Abteilung

Gewichte und Gewichtsvergleich mit meinen Tubeless Custom Laufrädern:
LR-Satz 1: Stans NoTubes IronCross Tubeless-Felge, DT Swiss 240s Naben, Tektro-Bremsscheiben 140 mm
LR-Satz 2: 38mm Carbon-Schlauchreifen-Felge, weites Profil, Sapim CXRay Speichen, DT Swiss 240s Naben, Trickstuff-Bremsscheiben 140 mm

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Vorderrad-Detail

Gewicht Laufräder nackt, ohne Reifen, ohne Bremsscheiben

LR-Satz 2 vorn:   592,1 g
LR-Satz 2 hinten: 705,4 g
Gesamt:           1297,5 g

Gewicht Laufräder komplett, mit Bremsscheibe, mit Reifen (LR-Satz 1 Clément X’Plor USH, tubeless mit unbekannter Menge Reifenmilch, LR-Satz 2 Clément MXP tubular, aufgeklebt)

LR-Satz 1 vorn: 1283,6 g LR-Satz 1 hinten: 1345,2 g Ges: 2628,8 g
LR-Satz 2 vorn: 1076,8 g LR-Satz 2 hinten: 1194,3 g Ges: 2271,1 g
Ersparnis gesamt: 357,7 g

Weiteres:

Zum Gesamtgewicht kommt dann noch meine 11-fach Ultegra-Kassette mit 251 gr.
Die Reifen habe ich nicht separat gewogen. Die Herstellerangabe lautet 370 gr für einen MXP tubular und 372 gr für die X’Plore USH. Also quasi identisch. Beachtet aber, dass die X’Plore USH normalerweise unbedingt noch einen Schlauch (nochmal rd. 80 bis 100 gr.) oder halt Dichtmilch (mind. 30-50 ml) benötigen.

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Schmucke Felgen

Fazit

Meine sich bisher als „Bomb-Proof“ erwiesenen, ebenfalls handeingespeichten Stans IronCross Laufräder sind schon vergleichsweise Leicht. Da ist die Luft nach unten schon dünn. Mit Schlauchreifen-Felgen ist das aber leicht zu knacken – dennoch, Welten liegen da jetzt auch nicht mehr zwischen. Und mit Bremsscheiben und Stollenreifen sind die Gewichte dann schnell wieder hoch.

Trotzdem: effektive 357 gr sind schon eine signifikante Ersparnis.

Wichtiger jedoch:
Die Laufräder und Reifen haben einen Super ersten Eindruck hinterlassen. Ich habe nun Grip dort, wo ich es bisher mit meinem Giant Crosser nicht hatte und sein Look ist besser und wie gesagt, sein Gewicht insgesamt auch Leichter geworden.

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Crossrad auf einem Meer aus Blättern und unter kahlen Bäumen… Und das im Dezember bei zweistelligen Temperaturen…

Win-Win-Win. :)

Zum Schluss hier noch mal alle Artikel-Fotos als Galerie zusammengestellt. Übrigens: Alle Fotos sind mit meiner neuen Sony Alpha 7II gemacht – eine sehr feine Kamera… :)