Ein Rennrad-Sonntag im Wittgensteiner Land

Rad fahren

Wittgenstein – ich liebe dich. Deine kleinen und lieblichen Täler, deine Hügel, deine Anstiege. Deine ruhigen kleinen Straßen durch Wiesentäler, Wälder und entlang deiner Bäche. Du liebliches, verstecktes, klimatisch durchaus auch raueres Juwel im Rothaargebirge.

Wer richtig schön und richtig ruhig Radfahren will, dem sei der Kreis Siegen-Wittgenstein in Südwestfalen empfohlen. Dort, im Rothaargebirge zwischen Sieger- und Sauerland kann man sowohl mit dem Moutainbike als auch mit dem Rennrad das radeln und die Landschaft genießen. Und entweder Höhenmeter sammeln oder auch entlang von Eder, Sieg und Lahn es flacher rollen lassen.

Und man ist mit egal welchem Rad nie fern vom Wald. Oder im Wald. Schließlich ist der Kreis Siegen-Wittgenstein mit rd. 65 % Flächenanteil Wald der waldreichste Kreis Deutschlands. Und als Rennradfahrer freuen wir uns über wunderbar glatten Asphalt der nicht wenigen kleinen Sträßlein jüngst zu Gute kam.

Anbei einige Impressionen aus dem Ilsetal bei Feudingen und dem Harfeld zwischen Richstein und Bad Laasphe:

Stichstraßen-Klettern im Wittgensteiner Land – Nasse Straßen, etwas Sonnenschein, Regen und Hagel

Rad fahren

Der August 2014 ist ja leider sehr verregnet. Da machte auch das Wochenende vom 23. bis 24. August keine Ausnahme. Für den Samstag war daher wie fast üblich Regenschauer bzw. Regen vorhergesagt. Aber es nutzt aber ja nix: Es war Wochenende und ich wollte und musste ja raus.

Musste, weil ich einerseits wollte (das ist schon mal ein starkes ‚Muss‘ ;-)) und weil ich auch mitten in der Strava-Climbing-Challenge der CTS Bucket List befand. Dort gilt es, angelehnt an das Profi-Radrennen der USA Pro Cycling Challenge in der dünnen Bergluft Colorados, einen Anstieg von 12.063 m in 14 Tagen zu bewältigen. Das ist eine sehr heftige Hausnummer, von der ich an diesem Wochenende noch nicht wusste, ob ich sie schaffen könnte. Denn das bedingte schon, sämtliche Ausfahrtkilometer auf das Ziel der maximalen Höhenmeter auszurichten. Und das Klettern kostet Zeit.

Und wenn man nur rauf und runter fährt, um maximale Höhenmeter pro Zeit zu gewinnen, dann wird es irgendwann schon von der Motivation mühsam. Irgendwann will man dann nämlich mal irgendwo hin fahren. Ein tatsächliches Ziel haben. Auch mal in den Flow kommen. Und nicht nur rauf fahren und dann wieder irgendwo vorsichtig runterbremsen (weil: die Straßen mit den meisten Höhenmetern im Wittgensteiner Land und im Bergischen sind eng, die Kurven auch und bei Nässe liegt auf den Wegen Schmodder – Vorsicht ist also angesagt).

Aber am Samstag war davon noch keine Spur. Die Motivation war super und ich hatte mir einen Track zusammengestellt, der den Schwerpunkt auf Stichstrecken sowie Anstiege legte, die ich länger nicht mehr befahren hatte. Und vom Trainingsverlauf her passte es auch, dass ich die Anstiege mit hoher Intensität fahren wollte und konnte.

KOM-Tries waren also angesagt. Und KOMs wurden abgeliefert. :)

Anfangs habe ich auf nassen Straßen bergab noch gebremst und mitgetreten. Wollte mir sowohl nicht schon vom Start nasse Füße holen als mich auch möglich fix aufwärmen. :)

Das war nach dem ersten Anstieg über den Zinser Rücken dann erledigt. :) Die KOMs da fielen Leicht. Aber der KOM hoch zur Ginsberger Hochheide… au au. All out bis zum letzten… Gleiches Spiel dann hoch zur Kühhude – uff.

Davor hab ich noch einen Regen- und Hagelschutt in Berleburg abgewartet. Das abflauen des Niederschlags hat aber nicht lange gehalten. Die letzte Hälfte hoch zur Kühude voll im Regen und Runter voll im Hagel und mit Blitz und Donner. 7,5 °! Das tat im Gesicht weh und war mächtig kalt. Ohne Castelli Gabba wäre ich da wohl im kalten Fahrtwind elendig eingegangen…

Endlich zweistellig mit zarten 10 ° wurde es dann erst später im Anstieg nach Birkefehl…

Hat trotz allem viel Spaß gemacht! :)

Distanz: 114,8 km, Höhenmeter: 2.071 m, Zeit: 5 h 35 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 22,6 km/h, Durchschnitts-HF: 129

auf Strava:

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Mit dem Mountainbike durch die Wiege von Sieg, Eder und Lahn

Rad fahren

Trecker fahn! ;-)

Mir war mal nach Ausgleich im Ausgleich. Also mal nicht Rennrad und auch nicht der Crosser. Sondern ich habe mal wieder mein Cannondale SuperV 900 aus dem Keller geholt. Vor dem Einsatz musste ich aber erst mal die Reifen aufpumpen und auch dem Antrieb etwas Pflege gönnen. Aber sonst: Sofort einsatzbereit wie eh und je. :)

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Wie ihr seht – das ist nicht gerade ein aktuelles Modell. Nein – und das ist gut so. Fast bin ich geneigt, diesen Meilenstein der frühen Full Suspension Kunst als „Vintage“ zu bezeichnen. Bau- und Kaufjahr müsste irgendwo im Bereich 1997 herum liegen. Markenzeichen sind das Y-Design, mehr aber noch die voluminösen und dünnwandigen Alu-Rohre und vor allem die Headshock-Federgabel.

Anfangs war es erst mal wieder sehr ungewohnt in Geometrie und „Bequemer Sessel“-Gefühl. Insgesamt habe ich mit dieser Tour nur ganze 133 km in den letzten Jahren mit dem SuperV geloggt. Sackschwere 13,6 kg habe ich mir als Gewicht notiert. Die wollten erst mal die Waldwege hochgekurbelt werden. Das ging dann aber sehr gut. Selbst die eine oder andere Stufe oder auch mal ein gekonnter Abstieg direkt nach hinten – klappte. :)

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Es kam die Sonne heraus und ich fuhr somit schön in’s Blaue hinein. Oder eher ins tiefmatschig Braune. Oder ins wurzelig Singletrailige. Ohne festen Plan fand ich mich alsbald in der Wiege von Sieg, Eder und Lahn wieder.

Auch an der Ilsequelle und Ilmquelle kam ich vorbei.

An der heilkräftigen Ilsequelle

An der heilkräftigen Ilsequelle

Die Ilsequelle zählte im Mittelalter zu den bekanntesten Heilquellen. Der sogenannte „heilige Born“ war jahrundertelang Ziel und Hoffnung vieler „Presshafter“. Das und mehr tut eine ausführliche Hinweistafel kund. Dieser Nimbus umweht die reizvoll gelegene Quelle nahe der Siedlung Heiligenborn noch heute. Einheimische kommen oft mit Wasserflaschen und Schöpfgefäßen vorbei, um das gute Ilsequellenwasser nach Hause mit zu nehmen. Auch als ich vorbeikam, waren zwei Familien während ihrer Sonntagswanderung mit Wasserflaschen und dem Abfüllen beschäftigt.

So oder so ist das Ilsetal, die ganze Umgebung und auch der sich anschließende (kurze) Singletrail sehr zu empfehlen.

Ich folgte weiter dem Rothaarsteig, der es auf der Strecke zwischen Lahnhof und Siegquelle darauf anlegt, unaufmerksame Wanderer dem (kaum vorhandenen) Autoverkehr zum Opfer fallen zu lassen. So oft kreuzt er fast bemüht die Eisenstraße, die ohnehin wie gesagt wenig befahren ist. Mir war das aber egal, es ging mir um das Weg abfahren und um das Techniktraining. Denn gewisse Bikehandling-Fähigkeiten werden bei der erheblichen Wurzeldichte auf fast dem gesamten, oft singletrailigen, Streckenabschnitt benötigt.

Das Quellenreich Siegquelle nimmt auch weitere Formen an. Auf neuen Holzstegen zwischen Siegquelle und Wanderparkplatz kam fast schon ein bisschen Northshore-Feeling für Arme auf. Fehlen noch die Anlieger (die ich eh nicht fahren kann). ;-)

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Insgesamt eine schöne Ausfahrt durch den Wittgensteiner Wald und das Rothaargebirge. Mit tiefem Geläuf und wurzeligen Singletrails waren es am Ende:

Distanz: 43,6 km, Höhenmeter: 871 m, Zeit: 3 h 26 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,5 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 14,6 km/h, Durchschnitts-HF: 127

auf Strava:

Strava_20140302

Lasso zum Alpenhaus

Rad fahren

Dritter Tag Training in Folge. Heute aber trotz Regen (immerhin nicht so viel wie gestern) keine Lust auf Rolle gehabt. Also das Merida, meinen Crosser, genommen. Denn das hat ein Steckschutzblech hinten (und verhindert somit einen feuchten Hintern) und SPD-Pedale (und somit die Möglichkeit, die warmen und wasserfesten Rose-Winterschuhe anzuziehen). Noch eine lange Lauftight über die Bibshort (gegen den Regen und gegen die Kühle – äh, Kälte: 7 °C im Mittel über die Fahrt heute) und die Softshell angezogen. Allerdings hätte es unten drunter anstelle nur des Kurzarm-Funktionsshirts gerne etwas wärmeres sein dürfen – wurde in den Abfahrten und Fotopausen doch ungemütlich kalt! Unter den Helm noch die Unterziehkappe mit kurzem Schirm und fertig war die Regenkluft. Und bis auf dem kurzen Unterhemd auch fast schon wieder die Winterausstattung, grmpf.

Aber egal: Gelassen ging es somit trotz leichtem Regen nach draußen. Alles eine Einstellungssache. :)
Eigentlich wollte ich heute aufgrund der beiden Tage Vorbelastung und wegen der etwas engeren Crosser-Übersetzung nur geringe Gradienten befahren. Bis über den Rhein-Weser-Turm und nach Oberhundem hinein hat das auch geklappt…

Bin übrigens nach Langem nochmal in Oberhundem selbst gewesen – meist lasse ich es ja vom Rhein-Weser-Turm kommend auf dem Weg ins Lennetal rechts liegen. Sehr zu unrecht, wie ich heute fand.

In Oberhundem fand mein Entschluss mit den geringen Gradienten auch ein jähes Ende, wie ich erst etwas später nach meinem Entschluss feststellen musste, der Beschilderung „Zum Alpenhaus“ zu folgen und damit mich auf den mit „X“ markierten Waldweg einzulassen. Bis über 16 % ging es in der Spitze. Später kurz vor dem Alpenhaus kurzzeitig noch etwas höher. Naja, wird halt mit niedriger Kadenz etwas Kraft trainiert… ;-)

Ausblick vom Alpenhaus

Beim Alpenhaus war ich bisher erst einmal. Auch schon wieder sehr, sehr lange her. Ich genoß kurz den Ausblick von der Terasse und fuhr dann fix weiter. Ich wollte mir den Höhenweg anschauen, der von Stelborn nach Milchenbach führt und der nach kurzer Abfahrt vom Alpenhaus erreicht wird. In der Tat: asphaltiert. Prima – diese Route wird also demnächst auch mal mit dem Wilier unter die Räder genommen. :)

Und das wird sich lohnen: 170 Höhenmeter mit im Mittel 8 % muss man von Stelborn bis zum Potsdamer Platz, eine Wanderwegkreuzung mitten im Wald auf dem Kulminationspunkt der Straße, überwinden. Kurz darauf kommt man zu einem wunderschönen Rast- und Quellplatz, dem Heiligenborn. Nein, nicht der Heiligenborn im oberen Ilsetal, bzw. Langenbachtal. Hier nahe Milchenbach gibt es auch einen. Hat mir sehr gefallen, gerade bei diesem Wetter. Aber echt kalt war es.

Heiligenborn

Nach der Fotopause bin ich also runter nach Stelborn gefahren und fuhr dann über Oberhundem dieselbe Strecke über den Rhein-Weser-Turm zurück, die ich auch hergefahren bin.

Am Heiligenborn

Distanz: 53,58 km, Höhenmeter: 923 m, Zeit: 3 h 13 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 20,7 km/h, Durchschnitts-HF: 122

auf Strava:
http://app.strava.com/rides/8005827

Samstagscrosser-Tour auf Ederauenweg und Rothaarsteig

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Puh, richtig kalt war es wieder geworden. Am Samstag war es auch stark bedeckt und es regnete über Mittag ein klein wenig. Deswegen bin ich erst sehr spät losgekommen. Und habe entschieden, den Crosser zu nehmen, um mich auch vor dem sehr starken Wind im Wald etwas zu verstecken. Bin einfach ohne auf den Computer zu schauen gefahren. Durch das sehr späte losfahren war das Frühstück schon lange her – trotzdem hatte ich die Fahrt über nichts gegessen. Ob das wirklich was für den Fettstoffwechsel und damit die Optimierung der Leistungseffizienz ingesamt bzw. auf langen Strecken bringt? Wer weiß.

Ich war gut eingemummt im kompletten Winterdress. War auch nötig: im Mittel hatten wir 1,2 °C, Windgeschwindigkeiten bis 22,9 km/h und ab und an Schneeflocken in der Luft. Naja, besser als Regen. ;-)

Von der Strecke her bin ich zunächst dem Ederauen-Radweg bis nach Aue gefolgt (bereits hier braucht man den Crosser – der Weg ist dort nicht asphaltiert), dort über Wingeshausen mit kleinem Umweg über den Abzweig zum Casimirtal hoch zur Höhe auf die K42. Dort wird auf halber Strecke zwischen Wingeshausen und Jagdhaus bereits ein Planum für den zukünftigen Besucherparkplatz des neuen Schaugeheges für die Wisent-Wildnis Wittgenstein bereitet.

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[Bauarbeiten für den Besucherparkplatz bei der Wisent-Wildnis Wittgenstein]

Kurz darauf kam blinzelte kurz etwas die Sonne zwischen Wolkenlücken hervor.

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[An der K42 zwischen Wingeshausen und Jagdhaus]

Lang dauerte dieses Intermezzo allerdings nicht an und lang war ich auch nicht mehr auf der K42 – kurz vor Jagdhaus bog ich rechts in den Wald und auf den Rothaarsteig ein. An der Millionenbank machte ich einen weiteren kleinen Fotostop.

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[Millionenbank am Rothaarsteig]

Warum die Millionenbank diesen Namen hat, hab‘ ich mich auch immer schon gefragt. Eine Webrecherche brachte vorrangig zwei Deutungen zu Tage: Und zwar soll in der Inflationszeit der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts dort eine Buche gefällt worden sein. Das Holz war zwar Millionen Wert; aber bereits am Folgetag hätte man sich kaum etwas dafür kaufen können. Und so verarbeitete man ihr Holz kurzerhand an Ort und Stelle zu einer Bank. Eine andere Erklärung könnte aus der damaligen Grenzlinie herrühren, die heute noch in Form des damaligen Grenzweges und heute des Rothaarsteigs existiert. So sollen Millionengeschäfte unter Umgehung des Zolls gemacht worden sein. Auch heute noch markiert dieser Weg die Grenze zwischen dem Sauerland und dem Wittgensteiner Teil des Kreises Siegen-Wittgenstein; Zoll wird aber eher selten fällig. ;-)

An der Millionenbank teilt sich auch der Rothaarsteig für 14 km in eine Tal- und eine Kammvariante. Nur deswegen trifft man hier mitten auf der Strecke auf einen Markierungsstein mit der Kilometrierung 0.

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[Kilometerstein]

Ich folgte aber zunächst der Kammvariante Richtung Kühhude, bog aber vor Erreichen des Weilers auf einen Weg ab, der mich auf zunächst längerer Abfahrt schließlich zum Schützenplatz oberhalb von Bad Berleburg brachte. Von dort wählte ich eine schnelle Abfahrt nach Berghausen, um dann aufgrund der späteren Stunde zügig auf normalen Straßen über Raumland, Weidenhausen und Leimstruth zurück nach Erndtebrück zu fahren.

Distanz: 50,32 km, Höhenmeter: 748 m, Zeit: 3 h 04 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 19,2 km/h, Durchschnitts-HF: 124

auf Strava:

http://app.strava.com/runs/5992239/embed/86e537718bef365386c27ad2c59b4157ae0da7fa