Die Eder bei Beddelhausen.

Festtags-Kilometer. Mit Rennrad und Crosser durch Siegerland, Sauerland, Wittgensteiner Land, Bergisches Land und Hessen

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An der Schönen Aussicht

Schöne Aussicht… … das ist der Name dieser Stelle an der Eisenstraße. Ich glaube, das ist ganz passend. :) Keine Spur von Schnee an diesem 24. Dezember.

Die Verwandtschaft besucht, die Lieben beschenkt und auch zwischen den Tagen im Büro geschafft – dennoch: Da war ja noch etwas Zeit dazwischen. Die Feiertage lagen und liegen sehr praktisch zum Wochenende. Das Wetter ist für Jahreszeit viel zu warm. Aber natürlich sehr praktisch für das Radfahren draußen. Also hervorragende Randbedingungen für ein privates Trainingslager daheim. Zeit für andere Dinge blieb da aber gar nicht.

Von einer Weisheitszahngeschichte, die mich im November nahezu komplett lahmgelegt hatte, war über den Anfang Dezember gerade wieder genug an Fahrten zusammen gekommen, damit ich in den letzten Tagen beginnend mit Heiligabend den Umfang schön hochziehen konnte. Dabei habe ich mich bewusst auf Grundlagentraining E2 in Zone 1-2 konzentriert. Auch die Strecken so ausgewählt, dass zügiges und weitgehend durchgehendes Pedalieren möglich war. Also kein stetes auf und ab auf wohlmöglich noch steilen und „eckigen“ Auf- und Abfahrten. Dennoch sind natürlich wieder einige unvermeidliche (hehe ;-)) Höhenmeter mit hinzugekommen.

Die Kettenbrüder hüben wie drüben (im Wittgensteiner Land und im Bergischen Land / Ruhrgebiet) emsig und natürlich per Strava, oder Instagram, oder Facebook oder Twitter (oder alles zusammen) dokumentierend – was blieb da anderes übrig, als mitzuziehen? ;-) Motivation war genug da und das Wetter passte auch, wie gesagt. Sicher hätte ich gern den einen oder anderen frostigen und dafür sonnigen Tag gegen 8 bis 10 Grad und Meh-Wolken eingetauscht. Aber ich will mich nicht beschweren – am zweiten Weihnachtstag war es sogar richtig schön sonnig. Diesen Tag nutze ich dazu, zum Edersee zu fahren. Das ist von Erndtebrück aus die Rollerstrecke par excellence. Runter ging’s mit Rückenwind, rauf dann halt mit Gegenwind – war trotzdem schön.

Am Sonntag gab es dann mehr Höhenmeter. Dafür aber auch eine schöne Gruppenausfahrt mit Jochen, Roland und Thorsten. Zur Feier des Tages auch mal mit Einkehr beim Kahlen Asten Turm. :)

Insgesamt kamen, immer in maximal zwei aufeinanderfolgenden Tagen, bisher 523 km mit 4809 Höhenmetern zusammen. Heute ist Ruhetag, morgen geht’s mit einer Neujahrs-Tour weiter und für 2016 auch sofort wieder los. Ich habe vor, den Grundlagentrainingsblock dann mit den kommenden drei Tagen hintereinander weg abzuschließen. Ich freue mich auf das kommende Jahr und wünsche Euch allen einen Guten Rutsch!

Festive_Rides

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Pfingstkilometer – Ersteinsatz des neuen 2015er Kit des Radteams Wittgenstein

Rad fahren

Zu Pfingsten war ich wieder im Wittgensteiner Land unterwegs. Samstag und Sonntag wurde kräftig Rennrad gefahren. :)

Der Samstag stand unter dem Oberthema: Kletternd zum Stoppomat und der Sonntag unter dem Oberthema: Rollend zum Edersee. :)

Leider war das Wetter nicht so sonnig, wie in der Woche zuvor aufgrund der Vorhersage noch erhofft. Beide Tage waren daher nicht zum Sonnen und zur weiteren Pflege der Tan Lines angetan. Auch nicht, um unsere neuen Kurzarmtrikots so wirklich im Sonnenschein zu präsentieren. Aber dafür herrschten gute Bedingungen für das Radfahren – es war definitiv nicht zu heiss. ;-)

Samstag: Hügelige Trainingstour durch das Sauerland mit Fabian, Jochen und Roland

In Rönkhausen im Sauerland gibt es jetzt seit kurzem auch einen Stoppomat. Das Ding ist quasi ein „analoges“ Strava-Segment. ;-)

Am Stoppomat in Rönkhausen

Am Stoppomat in Rönkhausen

Man entnimmt eine Karte, schreibt seinen Namen, e-Mail und Verein drauf. Und wenn man die Karte dann mit dem Timecode stempelt, läuft die Zeit! Dann gilt es so schnell wie möglich (oder gewünscht ;-)) zur Top-Station zu fahren. Dort wird die Karte erneut gestempelt. Da auch in den Briefkasten eingeworfen und diverse Tage später wird die eigene Zeit dann in die Stoppomat-Bestenliste eingetragen.

Bis wir da waren, galt es allerdings 75 km Anfahrt möglichst kurzweilig zu verbringen. Kurzes Beispiel: „Hey, wollen wir auch noch kurz zur Hohen Bracht hoch?“ Gesagt, auch gegen verhaltenen Protest getan ;-).

Auf der hohen Bracht. Wie man sieht - mir war's zu kühl, um das neue Trikot anzuziehen. Hatte mein Windbreaker-Unterhemd auch in der Wäsche. Da musste Gabba mal wieder den Tag retten. Das ist wirklich ein sowas von geiles Teil... ^^

Auf der hohen Bracht. Wie man sieht – mir war’s zu kühl, um das neue Trikot anzuziehen. Hatte mein Windbreaker-Unterhemd auch in der Wäsche. Da musste Gabba mal wieder den Tag retten. Das ist wirklich ein sowas von geiles Teil… ^^

Jochen, Roland und Fabian auf der Hohen Bracht.

Jochen, Roland und Fabian auf der Hohen Bracht.

Am Stoppomat nach diversen Hübbelchen und zügigem Ziehen gegen dem Wind angekommen, haben wir uns alle nicht Lumpen lassen und haben jeder für sich einen ordentlichen Bergsprint über die 4,5 km von Unter- zum Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks Rönkhausen hingelegt. Ich muss aber sagen: für mich ist diese Stoppomatstrecke zu flach. Es geht unten komplett flach los, geht dann in den Anstieg, wird aber nie richtig steil. Und wird im oberen Bereich nochmals relativ flach und auch der Wind stand da auf der Geraden.

Roland füllt die Stoppomat-Karte aus.

Roland füllt die Stoppomat-Karte aus.

Nach dem Stoppomat-Intermezzo folgte ein weiterer kurzer Anstieg zur Faulen Butter (ja, solche Namen gibt’s im Sauerland). Es gab eine leider viel zu lange Rast am dortigen Gasthaus. Was allein an der sehr langsamen Art der Bedienung dort lag. Der Kaffee war zwar brauchbar, Preis/Leistung ok und die Bockwurst mit Fritten tauglich. Aber dafür eine Stunde rumzugammeln – selbst mit kurzweiligen Gesprächen eher unschön.

Danach ging’s Schlag auf Schlag mit weiteren kleinen Hübbelchen weiter und zum Schluss gab’s noch mal den Scharfrichter in Form des Anstiegs von Fleckenberg nach Jagdhaus. Der fängt auch schön steil schon direkt in Fleckenberg an.

Am Ende standen 162,4 km und 2.442 Höhenmeter „auf der Uhr“ :)

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Sonntag: Solo und „Flach“ zum Edersee und zurück

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Entlang der Eder zwischen Herzhausen und Frankenberg

Sonntags war’s ein kleines bisschen wärmer und ein winziges bisschen sonniger. Die Chance, nach der Hose gestern heute auch das neue Trikot des Teams Wittgenstein auszutesten.

Oh Hai - I can has greetz in new kit? ;-)

Oh Hai – I can has greetz in new kit? ;-)

Grün – wie schon das letzte Kit. Schließlich ist der Kreis Siegen-Wittgenstein mit 70 % Waldanteil der waldreichste Kreis Deutschlands. Diesmal von Bioracer. Das Race Proven Shirt kenne ich schon vom Spoocha Trikot und habe es damit schon schätzen gelernt. Hose und Trikot machen einen sehr guten Eindruck und tragen sich sehr angenehm. Schönes Detail: Am Rücken haben wir alle Ortsnamen des Altkreises in Wittgensteiner Platt von A wie Aalertshause bis Z wie (ee da) Zaeinse aufgelistet. Wer also im Windschatten fährt, kann gleich ein bisschen auf Platt lesen, wo wir alle herkommen ;-)

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Sinnierend am See. Ich mit dem neuen Team Wittgenstein Kit und mein Canyon Ultimate mit den immer noch vergleichsweise neuen Criterium-Carbon-Hochprofil-Laufrädern.

Richtung Edersee und zurück kann man von Erndtebrück aus gut Tempo machen. So ganz ohne die eine oder andere Steigung geht es bei uns ja nie – aber überwiegend geht es topfeben oder leicht ab- und ansteigend über glatten Asphalt. In der gewählten Strecke zwar immer entlang der Straße – aber dort ist fast immer ein guter und freier Seitenstreifen vorhanden.

On the line

On the line

Nur – wo wollen die ganzen Leute am Pfingstsonntag in Hessen mit ihren Autos hin? Ist ja schlimm! Und wo wollen die ganzen Fliegen bzw. Blattläuse hin? Meine Güte…

Pandaaaaa!

Pandaaaaa!

Egal – es war eine schöne Rollertour zum Edersee, da gab’s lecker Kaffee und Kuchen und eine kleine Fotosession. Mit Nilgänsen, Enten, Canyon Carbon-Ross und einem Protagonisten im Team Wittgenstein Kit.

Anschließend führte mich der Heimweg wieder nach Frankenberg. Dort bin ich – was ich ja so gerne mache – ein bisschen über Altstadpflaster per Rad flaniert und bin dann weiter nach Erndtebrück zurückgefahren.

Das Frankenberger Rathaus gilt als eines der ältesten Fachwerkrathäuser in Deutschland.

Das Frankenberger Rathaus gilt als eines der ältesten Fachwerkrathäuser in Deutschland.

Anfangs hatte ich von der Leimstruther Höhe bis kurz vor Holzhausen mit noch etwas Gesellschaft mit Fabian. Alles andere bin ich heute wie üblich allein gefahren.

Auch hier waren es dann am Ende 151,2 km und 955 Höhenmeter. Also gerade mal Bergfaktor 6,3 und damit wirklich total flach (alles ist relativ ;-)).

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Keiner der Secteurs von Paris-Roubaix, sondern Laaspher Altstadt-Pflaster.

A Sunday far from Hell. And in Bibshorts! Hurra – Sonne. :)

Rad fahren

Am vergangenen Sonntag fand ja das Radrennen Paris-Roubaix statt. Ein tolles Rennen, in dem dieses Jahr John Degenkolb Geschichte geschrieben hat. Ein stark herausgefahrener Sieg brachte ihm den zweiten Sieg eines Monumentes des Radsports innerhalb von nur 3 Wochen ein. Zuerst Milan – San Remo und am Sonntag dann Paris-Roubaix. Damit war er erst der zweite Radsportler, dem es gelungen ist, in einem Jahr diese beiden Rennen zu gewinnen (Sean Kelly gelang diese Leistung 1986). Und erst der zweite Deutsche, der die auch als „die Hölle des Nordens – L’Enfer du Nord“ bezeichnete Königin der Frühjahrsklassiker gewinnen konnte. Darauf mussten wir immerhin 112 Ausgaben warten. Denn der ihm vorhergehende deutsche Sieger war 1896 Josef Fischer bei der allerersten Ausgabe von Paris-Roubaix.

Also hieß es: Radrennen schauen oder selber Rennrad fahren? Keine Frage, denn endlich gab es seit langem mal einen schönen sonnigen Sonntag! Ich entschloss mich also zu einem Sonntag fern der Hölle. Sondern im Siegen-Wittgensteiner Radfahr-Himmel. Unter blauem Himmel. Und in kurzen Radhosen! Hurra! :)

Die Beine sehen die erste Sonne 2015.

Die Beine sehen die erste Sonne 2015.

Gleichzeitig war dies die letzte Trainingseinheit der bisher härtesten und umfangreichsten Trainingswoche diesen Jahres. Insgesamt war ich 15,7 Stunden und jedem Tag seit Dienstag auf dem Rad:

Dienstag FTP-Test-Protokoll, Mittwoch Anaerobic Capacity mit 1- und 2-Minuten-Intervallen, Donnerstag Tempo VO2max und Neuromuscular Power Intervals, Freitags Endurance Recovery, Samstags Lactate Threshold Bergintervalle und am Sonntag dann eine Ausdauerfahrt, aber mit vereinzelt eingestreuten 8-Sekunden-Bursts. Sehr vereinzelt, denn ich merkte die Woche und ich merkte etwas die linke Wade…

Gleichzeitig war das aber auch ein schöner Rad-Ausflug für’s Gemüt im Sonnenschein. :)

Weite Blicke bieten sich in das Siegerland von den hinter Lützel steil abfallenden Rothaarhöhen.

Rennrad mit Aussicht

Rennrad mit Aussicht

Gleichzeitig markiert dieser Abschnitt die erste schöne, flüssig zu fahrende Abfahrt meiner Streckenwahl am Sonntag.

Die B 62 nahe Lützel. Zwar eine Bundesstraße, aber wie so oft im Siegerland und Wittgenstein doch nicht so stark befahren, wie anderswo in der Republik.

Die B 62 nahe Lützel. Zwar eine Bundesstraße, aber wie so oft im Siegerland und Wittgenstein doch nicht so stark befahren, wie anderswo in der Republik.

Durch Netphen fahrend, fahre ich danach ein Stück über den Radweg zwischen Netphen und Deuz.

Die Martinikirche in Netphen. Ein "Squaropan" (3 Aufnahmen zu einem Panorama)

Die Martinikirche in Netphen. Ein „Squaropan“ (3 Aufnahmen zu einem Panorama mit gerne beibehaltener Verzeichnung)

Einfach, um mal dort ein bisschen zu Bummeln und diesen Weg zu erkunden.

Die Sieg zwischen Deuz und  Netphen. Noch ist der Mai nicht gekommen und noch schlagen die Bäume nicht aus...

Die Sieg zwischen Deuz und Netphen. Noch ist der Mai nicht gekommen und noch schlagen die Bäume nicht aus…

Auf dem Radweg zwischen Netphen und Deuz.

Auf dem Radweg zwischen Netphen und Deuz.

Wenig später markiert der kleine Ort Hainchen der Beginn des Aufstiegs zur Haincher Höhe und damit des Übergangs von Nordrhein-Westfalen nach Hessen. In Hainchen selbst befindet sich mit der Burg Hainchen die einzige Höhenwasserburg Westfalens.

Dort bietet sich eine kleine Gelegenheit, mich fotografieren zu lassen:

An der Wasserburg in Hainchen im Team-Wittgenstein-Kit.

An der Wasserburg in Hainchen im Team-Wittgenstein-Kit.

Die Haincher Höhe markiert kurz darauf den Beginn einer langen Abfahrt, die in eine tolle Rollerstrecke übergeht. Es folgt ein leichter Zwischenanstieg hinter Dietzhölztal und dann wieder eine lange Rollerstrecke über Fischelbach und Banfe bis nach Bad Laasphe.

Hier heisst es: Unterlenker, Rücken- bzw. Seitenwind und einfach nur gute Laune! :)

In Bad Laasphe erweise ich Paris-Roubaix meine Ehrerbietung, in dem ich kurz in die Altstadt abbiege, um am heutigen Tag auch selbst Kopfsteinpflaster unter die Räder zu nehmen. Wenn auch nur symbolisch. :)

Keiner der Secteurs von Paris-Roubaix, sondern Laaspher Altstadt-Pflaster.

Keiner der Secteurs von Paris-Roubaix, sondern Laaspher Altstadt-Pflaster.

Am Ende von Bad Laasphe gönne ich mir in der Aral-Tankstelle einen Café Creme und ein Nuss-Nougat-Hörnchen und fahre dann über Wallau Richtung Biedenkopf um kurz davor das Tal der Lahn über die Sackpfeife zu verlassen und nach Norden in das Tal der Eder zu fahren. Ederaufwärts führt mich meine Runde über Hatzfeld, Arfeld, Raumland und Leimstruth zurück nach Erndtebrück.

Distanz: 116,1 km, Höhenmeter: 1147 m, Zeit: 5 h 29 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,0 km/h, Durchschnitts-HF: 131

(Übrigens – genau die gleiche Runde bin ich Ende letzen Jahres mit meinem Crosser gefahren. Bei etwas anderen Temperaturen und leicht anderen Straßenbedingungen… ;-)  Ice Road Truckin‘)

Auf Strava:

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On the snowy road

Ice Road Truckin‘

Rad fahren

Den Titel dürft ihr wörtlich nehmen…

Nahezu alle meine Quadrat-Formate sind Panoramen. Meist 2 oder 3 Hoch- oder Querformataufnahmen über- oder nebeneinander.

Nahezu alle meine Quadrat-Formate sind Panoramen. Meist 2 oder 3 Hoch- oder Querformataufnahmen über- oder nebeneinander.

Es ist Sonntag, der 28.12.2014 und das Wittgensteiner Land ist von frischem Schnee bedeckt. Den gab es gestern, zusammen mit einges an Wind und zwar den ganzen Tag lang.

Toll ist: die Sonne scheint. Nicht ganz so toll ist: es ist ka ka kaa kaaaaaaaalllt. Also so richtig. Aber egal – seit langem mal wieder Koinzidenz von blauem Himmel, Sonne und Wochenende bzw. überhaupt Zeit für eine längere Tour bei Tageslicht.

Darauf hatte ich mich schon über die Weihnachtstage gefreut und auch schon die eine oder andere Tour auf dem Garmin geladen. Eigentlich stand auch noch der Dezember-GranFondo (mindestens 130 km fahren) für die komplette Jahresserie an. Nicht nur wegen der Minustemperaturen, sondern auch der kurzen Tageslichtstunden jetzt zum Ende Dezember eine Herausforderung.

Aber nicht nur deswegen. Endlich passend für die Temperaturen eingepackt mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1 draußen stehend stellte ich fest: Oh – Schnee: check. Sonne: check. Freie Straßen…. ähh – Hmm, kein check. Na Mensch – hier im Wittgensteiner Land ist man Schnee gewohnt und der Straßendienst ist für gewöhnlich auf Zack. Aber bei den tiefen Temperaturen und dem Wochenende war’s wohl nicht für alle Straßen möglich, diese komplett frei zu räumen. Und auch auf Hauptstraßen war noch einiges an Schnee. Je nach Lage und Höhe entweder als trockene Schneematschreste, als komplett festgefahrene Schneedecke oder als komplett hartgefrorene, eisige Waschbrettpiste…

Das ahnte ich an diesem sonnigen frühen Mittag in der Ortsmitte Erndtebrück noch nicht. Hier sah ich nur: Ok, kleine Nebenstraßen oder z.B. eine Tour zur Eisenstraße lass‘ ich lieber und halte mich an Hauptverkehrsstrecken wie die B62. Gute Wahl. Und Los geht’s.

Hoch von Altenteich nach Lützel. Wunderbar. Die Straße hier komplett frei. Und schöne Aussichten.

Richtung Lützel. Zur Linken die Eisenbahnstrecke von Erndtebrück nach Lützel und weiter Hilchenbach und zur Rechten die B 62.

Richtung Lützel. Zur Linken die Eisenbahnstrecke von Erndtebrück nach Lützel und weiter Hilchenbach und zur Rechten die B 62.

Übrigens gibt es seit kurzem neue Triebwagen hier. Die Hessische Landesbahn hat teilweise den Betrieb im Ländchen übernommen. Komische gelbe und grüne Wagen setzt diese ein. Naja – ich finde die klassischen Roten der DB schöner.

Bahnverkehr

Bahnverkehr

Hinter Lützel beginnt die Abfahrt hinunter nach Afholderbach. Aufgrund der Straßenbedingungen waren aber alle Abfahrten sehr, sehr langsam zu befahren…

Wieder „im Flachen“ kann ich das lockere Pedalieren in der Wintersonne durch Netphen, Deuz und bis nach Hainchen genießen. In Hainchen dann der Vorgeschmack auf den Rest der Tour: der Anstieg durch den Ort hoch zur Haincher Höhe ist schon in Hainchen selbst komplett mit trockenem Schneematsch auf festem Schneeuntergrund versehen. Aber aufwärts geht das doch recht gut. Wie gesagt, abwärts ist es eher doof.

Ganz oben und im sonnigen Bereich ist die Straße weitestgehend frei.

An der Haincher Höhe. Noch zwei Kurven, dann ist die Kuppe erreicht und eine lange (heute mit Schneematschgries und Schnee) und nicht zu steile Abfahrt ins Hessen wartet.

An der Haincher Höhe. Noch zwei Kurven, dann ist die Kuppe erreicht und eine lange (heute mit Schneematschgries und Schnee) und nicht zu steile Abfahrt ins Hessen wartet.

Das ist meine Standard-Fotostelle an der Haincher Höhe. Hier öffnet sich ein schöner Blick zurück ins Tal und auf die Westrothaarhöhen:

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 vor der Aussicht über Hainchen und das Siegerland

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 vor der Aussicht über Hainchen, Irmgarteichen und das Siegerland

Am fehlenden Salz kann es nicht liegen, dass die Straßen nicht komplett frei sind:

Salzcockpit.

Salzcockpit.

Dafür hält sich der Schnee am Unterrohr in Grenzen. Aber das Daytona-Blau und vor allem auch das Orange des Lenkerbands machen sich fantastisch gegen den strahlend blauen Himmel, findet ihr nicht? ;-)

Looking up!

Looking up!

Die Füße wollten nun trotz zwei Paar Socken in den extra groß gekauften Rose-Winterschuhen kalt werden. Der Foto- und Riegelstop hatte diese kleine Malaise wieder behoben.

Die kurz darauf folgende, durch die Straßenbedingungen sehr lange (lese: langsame) Abfahrt hinunter Richtung Rittershausen ließen mich aber wieder gut auskühlen. Ich war froh, als ich unten wieder antreten konnte. Trotzdem, so langsam werden die Zehen eisig. In Mandeln halte ich an einer Bushaltestelle an und ziehe mitgebrachte Fußwärmer aus der Rückentasche. Reisse die Packung auf und warte extra eine ganze Weile, dass der Luftsauerstoff schon mal die Wärmereaktion gut starten kann. So richtig warm werden die Dinger jedoch nicht. Unter die Fußballen auf die Socken geklebt, ist es anfangs jedoch schon eine Hilfe. Weiter geht’s.

Die Straße wird mal wieder richtig weiss. So lange es flach oder aufwärts dahin geht, finde ich das ja ganz prima und es macht Laune.

Schnee am Rad und auf dem Boden und Salz an der Front.

Schnee am Rad und auf dem Boden und Salz an der Front.

Und es sieht auch toll aus. :)

Verschneite Straße zwischen Mandeln und Fischelbach.

Verschneite Straße zwischen Mandeln und Fischelbach.

Vorderrad mit Aussicht.

Vorderrad mit Aussicht.

Es folgt die Abfahrt nach Fischelbach und die Fahrt über Banfe nach Laasphe. Normalerweise, da konstant sanft abfallend, eine Highspeed-Roller-Strecke. Nicht so heute über die trügerischen Schneereste. Dennoch komme ich gut voran. Natürlich kein Vergleich zu trockenen Bedingungen. Trotz viel Spaß kann ich mir heute eine GranFondo-Distanz längst abschminken.

Mittlerweile sind die Füße wieder richtig kalt und ich sehne schon die Tankstelle am Ortsausgang von Bad Laasphe herbei. Ahhh, aufwärmen bei einem Kaffee und einem Nuss-Nougat-Hörnchen. :)

Vernünftig wäre danach gewesen, wieder durch Laasphe zurück und Richtung Saßmannshausen hoch zur Leimstruther Höhe und Heim zu fahren. Dann wäre ich wohl auch noch im Hellen daheim gewesen.

So frisch aufgewärmt denke ich mir aber – ach, mal gucken, wieviel Kilometer ich noch zusammenbekomme. Vielleicht doch noch Richtung Wallau und dahinter dann über die Sackpfeife von der Lahn hinüber zur Eder? Ich wusste, es war keine wirklich gute Idee – aber hab’s trotzdem gemacht. ;-)

Das Sonnenlicht auf den Hängen im Anstieg zur Sackpfeife war schon so verdächtig rötlich… Bald würde die Sonne untergehen. Naja, bergauf lief es gut. Bergab ging es auch relativ gut – langsam und vorsichtig halt. Wie heute schon gewohnt.

Richtig prekär wurde es dann leider von Eifa an. Hier musste ich von der Bundesstraße hinunter und auf die Landstraße, die mich zur Strecke von Holzhausen nach Hatzfeld und weiter der Eder aufwärts irgendwan schließlich nach Arfeld und über Dotzlar dann auf die B480 bei Raumland bringen würde.

Was fand ich vor? Dick gefrorene Waschbrettpiste ohne jedes Fitzelchen Asphalt. Und glatt. Bei gleichzeitig gaaaanz leicht abfallender Straße… Oh mann, Gleichgewicht halten, das Vorderrad die Spur halten bzw. suchen lassen. Zum Schluss mit einem Bein auf dem Eis quasi als Dreibein bis zum Abzweig gerutscht.

Hier muss doch die Straße wieder freier….  Argh! Shit…. Nein. Ist sie nicht. Immerhin geht es jetzt ganz eben oder ganz ganz leicht aufwärts. Genug, um ständig pedalierend Zug auf der Kette halten zu können. Ich hatte den Eindruck, dass das Eis auch leicht griffiger war. Aber musste trotzdem immer den tiefesten Punkten der Spurrinnen folgen, damit das Gleichgewicht gewahrt blieb.

Bis hinter Arfeld hielt mich diese harte und unsichere Rüttelpiste auf Trab. Was solls, dachte ich. Licht ist da – einfach immer weiter. Einfach immer weiter. Schön konzentrieren, das Einschätzen der Piste im Leuchtenschein war auch nicht gerade leichter als im Tageslicht und die Temperaturen waren längst unter die Minus 10 Grad gefallen.

Faxen Dick. Kurze Pause zum Schnee wässern.

Faxen Dick. Kurze Pause zum Schnee wässern.

Aber wenn ich doch schon mal stehe. Kamera rausgeholt, Selbstauslöser und auf den Boden gestellt. Die Finger schon steif von der Kälte – aber ein bisschen Experimentieren lohnt immer:

Interessanter Nebenaspekt: Diese Bushaltestelle und Raststelle war schneefreier als die benachbarte Straße, die eine komplette Waschbrett-Piste aus hartgefahrenem Schnee-Eis war.

Interessanter Nebenaspekt: Diese Bushaltestelle und Raststelle war schneefreier als die benachbarte Straße, die eine komplette Waschbrett-Piste aus hartgefahrenem Schnee-Eis war.

Endlich: Ab Dotzlar bekamen meine Reifen dann wieder Asphalt ohne Schnee/Eis als Untergrund. Das Tempo konnte wieder etwas gesteigert werden und ab Raumland ging’s dann wieder den leichten Anstieg hoch zur Leimstruther Höhe. Ab da war ich dann fast zu Hause. In Erndtebrück angekommen wollte ich dann aber keinen Meter mehr weiter fahren. Ab in’s Warme und möglichst schnell unter die heiße Dusche…

Distanz: 116,6 km, Höhenmeter: 1145 m, Zeit: 6 h 40 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,5 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 20,9 km/h, Durchschnitts-HF: 126

Auf Strava:

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Matschweg Panda

Criss-Mas-Cross

Rad fahren

Das Giant fährt sich fantastisch. Und obwohl die Clément-Reifen leider über die Seitenwände Luft lassen, fühlen sie sich mit dem gewählten Druck toll an. Mit solcher Zuversicht bin ich auf so schmalen Reifen noch nicht Wittgensteiner Waldwege herunter gesaust. Und ich gehe fest davon aus, dass ich mir bei dieser Fahrweise mit dem Merida (Maxxis Reifen mit Butyl-Schläuchen) heute mindestens einen Platten geholt hätte.

Wettertechnisch hatte ich ein wenigstens von oben trockenes „Losfahrfenster“. Ansonsten natürlich jedem Menge braunes Wasser von unten und dann später Schneeregen von oben. Allerdings mehr Richtung Schnee als Regen. Immerhin. ^^

Cross mit Schnick und Schnack. Schiebepassage, tiefes Geläuf, Baumstämme (oder gleich ganze Bäume – siehe Foto) über dem Weg mit crossmäßigem Absteigen im Lauf. Nur das crossmäßige wieder Aufspringen habe ich mir erst mal gespart… ;-)

Sattelstütze rutscht noch etwas… da muss ich mal mit frischer Carbonpaste ran…

Matsch fun! ;-)

Distanz: 29,6 km, Höhenmeter: 460 m, Zeit: 2 h 02 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 17,8 km/h, Durchschnitts-HF: 141

Auf Strava:

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