Touren & Events

Orbit 360 Gravel Series 2021 und wahrscheinlich geänderter TCRNo8-Plan

Das Jahr 2021 ist bereits in vollem Gang, auch wenn sich der Frühling doch lange hat bitten lassen. Und selbst jetzt kann er sich noch nicht wirklich überzeugend präsentieren. Trübes Regenwetter hellt ja nicht gerade die Stimmung auf und die anhaltende Covid-Situation (für das weite Teile der Politik, der Wirtschaft und glücklicherweise nur ein kleiner, aber trotzdem in Teilen sehr lautstarker Teil der Gesellschaft ja aber auch wirklich alles tun, um sie Aufrecht zu erhalten anstelle ihr konzertiert und nachhaltig zu begegnen) tut ihr Übriges. Doch Licht scheint am Ende des Tunnels sichtbar und es ist nicht der entgegenkommende Zug. Die Impfungen nehmen schon seit einiger Zeit gute Fahrt auf und das freut mich. Es bleibt abzuwarten, ob eine einmalige Impfkampagne das Virus entscheidend in die Schranken weisen kann oder ob es in eine anhaltende Bemühung mit jährlich angepassten Impfungen münden muss.

Doch davon nicht viel mehr hier an dieser Stelle – das ist nicht das Thema meines Blogs. Hier nur genau soviel davon, um meine Beweggründe im Hinblick auf meine Freizeitgestaltung darzustellen, was Radfahren und Bikepacking ja nun mal für mich wie für fast alle von euch darstellt. Schauen wir uns die Inzidenzen quer durch Europa an, dann sind wir trotz aller Impfungen und „Wasch mich, aber mach die Wirtschaft nicht nass“&“Wählt mich ich bin der geilste Ministerpräsidentenhengst mit der geringsten Ahnung“ Mini-Einschränkungen (Lockdown war es ja eh nie) bei Inzidenzen, die im Vergleich selbst zur ersten (berechtigten) Panik von letzten Frühjahr riesig hoch sind. Kein Vergleich zum Sommer letzten Jahres, wo ich viel Freude beim Three Peaks Bike Race hatte, aber trotzdem in manchen Supermärkten ein mulmiges Gefühl hatte. Der Rest ging eigentlich.

Will sagen: bei allem segensvollen Alleinsein im Selbstversorgermodus unterwegs auf dem Rad, in der frischen Luft und mit Nächtigen im Freien kommt doch der Moment, wo man einkaufen muss. Bei einem Bikepacking-Rennen in der Hitze des Sommers mehrfach am Tag. Das fand ich bis auf wenige Ausnahmen im letzten Sommer vertretbar und sowieso besser und risikoärmer, als z.B. in einem Haushalt mit Schulkindern im Präsenzunterricht oder einem Lebenspartner mit Präsenzpflicht auf der Arbeit zu leben.

In diesem Sommer sieht es aber bis jetzt ganz so aus, als werden wir auf weiterhin hohen Zahlen im Vergleich zu letztem Jahr verbleiben. Zudem wäre es mehr als töricht, sich vor einer hoffentlich baldigen Impfung in entsprechendes Risiko zu begeben.

Transcontinental Race No 8

Langer Rede kurzer Sinn: Ob das TCRNo8, welches bereits schon von letzten Jahr auf diesen Sommer verschoben wurde, definitiv stattfindet, ist seitens der Organisation noch nicht entschieden. Verständlicherweise hat man bis jetzt zwei angedachte Fristen zur endgültigen Entscheidung (und dem Fällig werden der zweiten Teilnehmergebühr-Rate) verstreichen lassen, um weiterhin die Situation zu beobachten.

Von meiner Seite sieht die Situation aber so aus: Bis jetzt gab es noch keine Impfgelegenheit für mich. Voraussichtlich soll ja ab Juni die Möglichkeit geschaffen werden, dass sich nach den diversen Prioritäts-Empfängern jedermann bei den Impfzentren anmelden darf (so die derzeitige Lage in NRW). Gehen wir mal davon aus, dass ich in der Folge innerhalb von 2 Wochen einen Impftermin bekäme (ich habe keine Ahnung, ob das konservativ geschätzt ist oder ob da in der ersten Stunde das System zusammenbricht und wenn es wieder online ist, die Wartezeiten auf 2 Monate angestiegen sind). Mit einem mRNA Wirkstoff braucht es 6 Wochen bis zur zweiten Impfung (Ja, da wird seit einiger Zeit auch von 4-6 Wochen gesprochen, aber da ist wohl auch viel Wunschdenken und möglicherweise unangebrachte Eile dabei – wir werden sehen). Das wäre dann für zwei erfolgte Impfungen gerade mal im Optimalfall dann erst kurz vor dem Beginnn des TCR (Registrierung am 26.07.2021 in Brest).

Ich bin auch seit ein paar Wochen schon überhaupt nicht in Stimmung, muss ich sagen. Geplant habe ich sowieso noch keinen Meter der ungefähr wieder 4.000 km langen Route. Wozu auch, wenn eh noch nichts feststand und feststeht?

Andererseits würde ich so liebendgern wieder mal ein richtiges langes Rennen fahren. Und überhaupt – Rennen hin oder her – irgendwo im Süden und in der Sonne Rad fahren. In den Dolomiten vielleicht. Oder in der Provence. Aber das Transcontinental Race in diesem Sommer… das habe ich für mich fast gänzlich abgeschrieben. Ja – selbst, wenn ich morgen einen Impftermin bekäme, wäre ich mir nicht sicher und müsste wohl erst einmal neu Motivation und Verlangen aufbauen. Zu umständlich ist auch die (Impfung hin oder her) entsprechende Corona-konforme Anreise nach Brest und Rückreise von Thessaloniki.

Das führt mich dazu, dass die schon im letzten Jahr nicht nur von mir mit Begeisterung angenommene Orbit 360 Gravel-Rennserie dieses Jahr nicht nur zusätzlich zum TCRNo8 gefahren wird, sondern zum Hauptevent aufsteigt.

Orbit 360 Gravel Series 2021

Denn, juchuu, auch dieses Jahr wird es die Orbit 360 Rennserie geben! Mit komplett neuen Kursen und einem nur leicht angepassten Konzept. Man hat aus den Erfahrungen im letzten Jahr gelernt und verspricht, bei den neuen Kursen noch etwas mehr auf „Flow“ und Fahrbarkeit mit Gravelbikes geachtet zu haben. Die Kurse sind auch ganz leicht kürzer, bzw. besser gesagt, besser aneinander angeglichen worden. Denn so viel kürzer sind sie gar nicht geworden und was ich so sehe, verspricht nach wie vor, genauso herausfordernd zu werden wie schon im letzten Jahr. Es gibt aber keine Ausreisser mit deutlich über 200, ja, fast 300 km mehr. Sondern alle Kurslängen tummeln sich um die 170 bis 200 km. Eher auf der kurzen Seite, wenn mehr Höhenmeter zu bewältigen sind. Spaß und Herausforderung für einen Tag sind aber immer noch garantiert, denke ich.

Hier hatte ich ja die damals komplett neue Idee von Raphael und Bengt beschrieben. Drei der letztjährigen Routen habe ich auch im Racemodus zurückgelegt und ebenfalls darüber berichtet. Vielleicht hilft euch der Bericht zum Rheinland Pfalz Orbit am meisten, weil ich da auch einiges zur Raceday Vorbereitung und Tips und Tricks angesprochen habe: Rennbericht Orbit 360 RLP

Und dieses Jahr geht es in die zweite Runde: orbit360.cc/gravel-series-2021

Die Registrierung ist seit einigen Tagen offen und das Race-Window öffnet ab dem 1.6. und geht bis zum 15.8. Danach gibt es vom 19.-22.8. auch ein „Gravity Bike Festival“ zum krönenden Abschluss. Entgegen dem Namen ist das kein Downhill-Camp, wie jeder Radfahrer, der ein bisschen was von Mountainbikes gehört hat, sofort denken könnte, sondern soll wohl einfach nur das Orbit- und das gewählte Space-Sprach-Thema aufgreifen.

Dieses Abschlussfestival (von dem ich noch nicht weiss, ob mich Menschenansammlungen in diesem Sommer oder überhaupt in diesem Jahr reizen und somit werde ich mich damit sicher nicht anmelden) ist auch der Grund, warum das Rennfenster „nur“ bis zum 15.8. reicht. Denn Raphael hat Start des Rennfensters, der ursprünglich für den 1.5 vorgesehen war, um einen Monat nach hinten gelegt. Sehr sinnvoll und notwendig, weil gerade Ende April eine bundesweite Ausgangssperre verhängt wurde, die Anreise und entsprechende Übernachtungen nicht gestattet hätten.

Ich muss aber auch sagen – auch wenn ich schon seit Anfang des Jahres auf den 1.5. hingewartet habe, bin ich froh, dass es jetzt erst am 1.6. losgeht. Und das ursprüngliche Ende wäre mir viel zu früh gekommen. Klar kann ich sehen, dass Raphael nicht monatelang die Ranglisten pflegen will und kann. Aber wie schade um den ganzen Aufwand der Scouts und das hoffentlich kommende schöne Sommerwetter wäre es, wenn das Rennfenster nur vom 1.5. bis 30.6. gereicht hätte? Und was macht man dann, wenn man endlich Urlaub hat? Nee – so ist’s schon viel besser.

Die Kurse

Für dieses Jahr gibt es komplett neue Kurse. 18 an der Zahl. Herzlichen Dank an die vielen Scouts!

Hier eine Deutschlandkarte mit allen Kursen:

Übersichtskarte aller 18 Orbits für 2021

Den Vogel abgeschossen hat Hamburg. Gleich drei Kurse kann man quasi von der Haustüre beginnen und der vierte in Bremen ist auch gleich um die Ecke. Aber auch die Mitte Deutschlands braucht sich nicht grämen und insgesamt dürfte doch jeder mindestens einen Kurs in erreichbarer Schlagdistanz haben.

Ich bin sehr happy, denn ich habe tatsächlich auch einen Kurs, der direkt vor meiner Haustüre liegt. Das ist der von Jule gescoutete Ruhrgebiet-Orbit (ich erspare euch die spacigen Orbit-Namen, die dieses Jahr neu auf’s Tableau gekommen sind. Um die zu goutieren, müsste ich wohl erst mal zur nächsten Shisha-Bar. Tsts, diese Berliner… ;-))

Und ansonsten sieht mein Plan wie folgt aus:

Anreisedauern zu ausgewählten Orbits

Ihr seht hier, wie lang die Anfahrt mit dem Auto für die von meinen beiden Home Bases aus erreichbaren Orbits wäre.

Entsprechend habe ich schon 4 Favoriten-Orbits, die ich auf jeden Fall angehen möchte:

  • Ruhrgebiet mit 0 h Anfahrt (Hometurf)
  • Taunus mit 2 h Anfahrt (freue mich besonders auf den Track von Marion)
  • Hessische Röhn mit 2 h Anfahrt (wenn man Pfingsten dieses Jahr schon nicht in Bimbach fährt, dann werde ich trotzdem mal das Auto die bekannte Route über Alsfeld machen lassen…)
  • Deister mit 2:15 h Anfahrt von Wuppertal (vom Deister und gerade von Dans detaillierter Herangehensweise und Deisterkenntnis erwarte ich mir einiges :))

Dazu reizt mich natürlich sehr der Odenwald Orbit, der allerdings schon rd. 3 h Anfahrt erfordert. Hier gibt’s bestimmt das beste Eis, denn er ist von Andrea gescoutet, die ich in Marokko kennenlernen durfte. Außerdem geht es hier höhenmetermäßig ordentlich zu Sache.

Wenn ich dann noch Lust auf einen sechsten und siebten Orbit habe, dann sind ebenfalls in der 3-Stunden-Reichweite noch der Thüringen- und der Harz-Orbit.

Das wäre dann schon super ordentlich!

Ein Sommer-Urlaub im Süden Deutschlands?

Und dann gälte es ja noch das für mich nahezu ad acta gelegte Transcontinental Race zu kompensieren und zumindest einen kurzen Sommerurlaub zu planen. Was läge da näher, als innerhalb Deutschlands soweit nach Süden zu fahren, wie’s nur irgendwie geht und dabei dann auch Berge zu haben? Da gibt’s doch auch Orbits!

Genau, der

  • Allgäu-Orbit und der
  • Zugspitz-Orbit

Da könnte ich ja irgendwo in der Nähe eines dieser Orbits eine Ferienwohnung nehmen, mache einen auf Selbstversorger und fahre dann innerhalb einer Woche die beiden Orbits und radle sonst noch ein wenig herum. Guter Plan! Denn sowohl die einzelnen Orbits von daheim aus wie auch ein solcher Standort-Urlaub kann ich unabhängig von der (persönlichen) Impfsituation durchführen.

Aber wenn wir dann über den Sommer hoffentlich mehr und mehr geimpft sind und auch die Fallzahlen hoffentlich weiter rückläufig wären (und uns keine Mutation oder anderes dazwischen funkt), dann würde ich im Herbst (wo sich momentan ja sowieso die – auch zum x-ten Male verschobenen – Veranstaltungen tummeln) doch gern ein Bikepacking-Rennen bestreiten.

Ein Bikepacking-Event im (Früh-)Herbst?

Auch wenn ich gerade schrieb, dass sich im Herbst vermutlich die Veranstaltungen tummeln werden. So furchtbar viel Auswahl ist dann glaube ich doch nicht. Zumindest wenn man Bikepacken, racen, nicht zu weit von Deutschland weg, nicht zu viele Grenzen überschreiten bzw. am besten innerhalb eines Landes bleiben will. Aber was gäbe es denn Interessantes?

BBB Race

Am ehesten würde mir da das BBB Race liegen. Das Bohemian Border Bash Race.

Das BBB Camp ist ja nicht neu – und würde mich in einem normalen Jahr schon sehr reizen. Das BBB Race ist hingegen neu und sollte ursprünglich genau jetzt schon laufen (oder zumindest unmittelbar bevor stehen). Nun, ich klinge sicherlich nicht altklug wenn ich sage, dass es 100 % sicher war, dass das Rennen so nicht und nicht zu diesem Zeitpunkt würde statt finden können. Und dass schon im letzten Spätherbst bzw. Winter, wo die ersten Infos freigegeben wurden, so rein gar nicht auf diese uns alle umtreibenden Umstände und Eventualitäten und Fallback-Pläne eingegangen wurde, hat mich bei aller Sympathie für die Köpfe hinter dem Event dann doch etwas angemifft zurück gelassen. Auch fand und finde ich immer noch, dass die Teilnehmergebühr sowohl absolut gesehen als auch relativ zu dem, was geboten wird, doch eher an der hohen Seite liegt, um es zurückhaltend auszudrücken. Das wäre also definitiv ein Grund, das BBB Race nicht zu fahren.

Dennoch reizt die Strecke ein klein wenig bzw. verspricht sie auch, logistisch gut handhabbar zu sein. Ja – der äußerste Osten der Republik ist nicht gerade nah. Aber man kann mit dem Auto hinfahren, es am Start stehen lassen und das Ziel ist genau an der selben Stelle. Es handelt sich also um eine 1300 km lange Schleife – einmal entlang der ehemaligen Böhmischen Grenze. Und die Terminverschiebung legt das Rennen nun in den September. Start wäre am 4.9. und wer mag, kann sich danach im anschließend stattfindenden BBB Camp empfangen lassen. Das ist sicher reizvoll für viele (für mich nicht so). Seit der Terminverschiebung liest sich für mich die Kommunikation und die Motivation von Andrej aber auch viel sympathischer und emphatischer. Das ist schonmal nicht schlecht.

AMR2021

Hier ein Beispiel, wie man eine Eventankündigung in der Covid-Situation richtig adressiert. Mit klarer Ansprache und Anerkennung der Situation, sowohl für Veranstalter, potenzielle Teilnehmer und dem Austragungsland von der ersten Ankündigung an. Mit einem mehrstufigen Fallback-Plan in dem direkt ein fixer Ausweichtermin im Herbst (zum erstgewählten normalen Termin im Frühjahr) und dann ein Geld-Zurück bzw. Platz-Übernahme-Angebot für das Folgejahr gemacht wird. Ich hatte mich trotzdem nicht für einen Startplatz beworben. Zu genial waren noch meine Eindrücke von der Erstaustragung im letzten Jahr, die ich in der ungewissen Covid-Situation nicht schmälern wollte. Zudem wusste ich mit Sicherheit, dass der Februar-Termin nichts werden würde. Und ich hatte ja das TCRNo8, das mehr als ausreichend für mich war.

Der zweite Starttermin ist der 2.10. diesen Jahres. Ich weiss gar nicht, ob man sich noch nachmelden könnte (denn vermutlich wird der eine oder andere Teilnehmer doch auf den Februartermin gehofft haben, kann aber im Oktober nicht). Aber selbst wenn, wäre mir eine Flugreise dieses Jahr noch zu heikel, bzw. erscheint mir nicht angebracht. Und ich wäre mir auch gar nicht sicher, wie die Einreisesituation auch im Oktober aussehen würde.

TPRNo2

Wenn das TCRNo8 für den Impffortschritt leider zu früh kommt, was wäre denn mit dem TPRNo2 vom selben Organisator? Das Trans Pyrennees Race No1 hat mir sehr gut gefallen. Ihr könnt einen ersten Eindruck hier nachlesen.

Die Anreise ist zwar lang, aufgrund des Schleifencharakters des Rennens aber auch wieder schön logistisch einfach: Rad in den Kofferraum, nach Biarritz fahren, TPRNo2 fahren, Rad in den Kofferraum, Heim fahren. Aber hier sind schon längst alle Teilnehmerplätze vergeben. Und – ja, es ist eine wirklich lange Autofahrt bis nach Biarritz an den Atlantik. Und wettertechnisch hatten wir beim TPRNo1 wirklich Glück. Das kann zu dieser späten Jahreszeit auf den entsprechenden Pässen ganz bitter bis hin zu unbefahrbarem Schnee aussehen.

Badlands

Fast schon Marokko, den Gedanken hatte ich letztes Jahr, als ich die Bilder vom Badlands Event von Transiberica sah. Das ist (das neueste) von drei Events, die sich unter diesem Veranstalter versammeln. Und es läge vom Zeitpunkt her sehr interessant: 5.9. Und ich fände es ein sehr reizvolles Rennen. Mit Start und Ziel in Granada, 725 km offroad im Süden Spaniens. Aber: natürlich längst ausverkauft. Und noch weiter weg als Biarritz, uff.

Torino-Nice Rally

Die Torino-Nice Rally ist schon super lange auf meiner Bucket List. Ich habe mich bisher aber nie um eine Teilnahme bemüht, weil ich immer genug anderes zu tun hatte. Bzw. in diversen Jahren sonst gleich mehrfach in Nizza oder den Seealpen unterwegs gewesen wäre. Das muss ja auch nicht sein.

Natürlich ist auch die TNR ein Opfer von Covid. So ganz werde ich aus den Updates nicht schlau. Gibt es nun eine offizielle TNR dieses Jahr mit Kleingruppen am Start oder nur eine DIY-Version zum unabhängigen selber Touren? Oder gilt der DIY Modus für diejenigen, die sich bisher per Postkarte anmelden durften? Was aber auch irgendwie keinen Sinn macht, denn der Route – oder einer ähnlichen – folgen, dass kann man ja ohnehin jederzeit.

Wie dem auch sei – wenn, dann wäre es also ein Herbsturlaub. Mit dem Auto nach Turin, mit dem Fahrrad nach Nizza und auch direkt wieder zurück nach Turin. Müsste ich mal schauen, ob ich dafür die Zeit im Herbst finden kann und wie die Situation dann ist. Dann aber lieber einfach nur zu einem Standort-Urlaub in die Dolomiten (siehe weiter unten).

Sonstige (Eintages-) Events und DIY-Stuff wie Super-Randonneés etc.

Was gibt’s denn sonst noch so zu tun?

Gravelgames im September

Da wären die sogenannten Gravelgames, die keine „Spiele“ sondern eher ein Zweitages-Festival sind. Mit „Expo-Area mit Top-Bikes und Equipment der Aussteller, Test-Parcours, spannenden Wettbewerben, geführten Touren mit Guides – und vieles mehr.“ so der Text des Veranstalters. Ihhh, viele Menschen… aber: der Termin am 25. und 26.9. lässt hoffen und weil es halt in meiner Nähe ist – die Zeche Ewald/Herten ist der Veranstaltungsort – werde ich wohl mal vorbeischauen, wenn das Event stattfindet. Vielleicht / Hoffentlich kann man ja tatsächlich eine gute Bandbreite von interessanten Rädern wirklich testen.

Was heisst das?

Schlecht wäre, Rose und Cube stehen da mit 4 Backroads und 3 Nuroads in gerade mal 2 verfügbaren Größen und alle mit Shimano GRX (also nicht mal Variation in der Schaltung). Dazu gesellt sich vielleicht noch ein örtlicher Radhändler, der noch zwei Ausstellungsstücke gefunden hat, die ihm noch nicht aus den Händen gerissen wurden. Gähn.

Gut wäre, wenn da mindestens mal 5 bis 6 Hersteller mit unterschiedlich konzipierten Rädern da wären. Zwei, drei Reifenhersteller mit fertigen Laufradsätzen und unterschiedlichen Reifentypen und -breiten, die man selbst mal direkt gegeneinander vergleichen könnte. Cannondale mit ein paar Topstone Leftys und ein BMC Urs mit ihren Hinterbau-Dämpfungskonzepten. Dazu Lauf mit ihren Gabeln im direkten Vergleich. Und auch Räder mit der neuen Campagnolo Ekar. Natürlich in passenden Größen für alle und nicht mit dem beliebten Spielchen „ist zwar zu groß für dich, aber wir schieben den Sattel runter, dass reicht ja wohl für einen Eindruck“ …

Ok, ok, ich höre ja schon auf mit meinen Träumen. ;-) Realistisch werden sich die Möglichkeiten eher an Szenario 1 orientieren. Und damit sicher hilfreich für viele Besucher, aber auch absolut uninteressant für viele andere schon fortgeschrittenere Gravelbiker sein.

Superrandonnées

Zum quasi altehrwürdigen und von mir in meinen diversen Jahresüberlegungen schon einige Male erwähnten „Belchen satt“ haben sich im letzten Jahr einige Neuankömmlinge gesellt.

Da wäre z.B. die ganz neue Superrandonnée „Rheingold“

Sie führt vom Deutschen Eck in Koblenz durch die drei Mittelgebirge Taunus, Hunsrück und Eifel. Der Rhein wird trotz des Titels nur zweimal überquert und sonst links liegen lassen. Aber die Strecke liesst sich trotzdem sehr interessant: Unter anderem geht es entlang und über den Großen Feldberg, dem Erbeskopf, die Hohe Acht, dazu die Moselschleife bei Trittenheim, Vulkankegel, das Radioteleskop Effelsberg, die Burg Eltz usw. Ziel ist komischerweise Boppard. Aber Superrandonnée-Schmuperrandonnée – ihrer bürokratischen Korrektheit darf die ARA Niederrhein da ruhig fröhnen – alle anderen rollen einfach die paar Kilometer stromab des Rheins bis zum Ausgangspunkt Koblenz weiter. Bis nach Boppard sollen es 608 km und 11.000 Höhenmeter sein.

Hier die offizielle Anflaufstelle bei der ARA Niederrhein: https://www.audax-randonneure.de/node/222
Und hier der informative Forumsthread im Rennradnews-Forum.

Und dann gibt es ja schon bereits seit Anfang letzten Jahres die Super Randonnée Bergisches Land und Sauerland. Das ist ja sowas von Hometurf für mich. Ja – es verbindet meine beiden Lebensmittelpunkte Bergisches Land und Wittgensteiner Land in direkter Weise. Ich kann quasi egal ob von Wuppertal oder Erndtebrück aus direkt auf den Track und losfahren. Das wäre auf jeden Fall mal interessant. 600 km und 10.000 Höhenmeter stehen als Eckdaten dabei.

Auch hier der Link zum Forumsthread im Rennradnews-Forum. Und der Link zur „offiziellen“ Karte: https://www.openrunner.com/r/10745721

Bikepacking-Routenvorschläge

Nach dem Trend, direkt ein Bikepacking-Event zu organisieren scheint – nachvollziebarerweise gerade im letzten Jahr – der Trend zum Ausarbeiten und Verfügung stellen von „stehenden“ Routenvorschlägen neu zu wachsen. Wo also erstmal oder auch überhaupt nicht der Gedanke an ein organisiertes Massenstart-Event vorliegt, sondern einfach nur der Community und jedem Interessierten ein schönes Angebot gemacht werden soll. Und zwar abseits der bekannten Radwege oder gar Flusswanderwege (die aber auch ein lohnenswertes Ziel sein können).

Ein solcher Neuzugang ist z.B. die „Rhœn Divide V 1.0“ https://www.rhoendivi.de mit 260 km und 6.000 Höhenmetern durch die Röhn von Norden nach Süden von Jochen Kleinhenz.

Eine andere Routenidee wäre „Sweet and Sauerland“, die Lothar Linse geplant, gefahren und auf Bikepacking.com geteilt hat. 229 km und rund 5.600 Höhenmeter auch wieder quer durch meinen Hometurf. Vielleicht kenne ich den einen oder anderen Meter, den er da ausgewählt hat, schon längst. Trotzdem könnte das reizvoll sein. Für jemanden, der diese Region noch nicht kennt, würde ich eine absolute Empfehlung aussprechen. Hier geht’s zum Routeneintrag auf Bikepacking.com: https://bikepacking.com/routes/sweet-and-sauerland/

Herbsturlaub in den Dolomiten

Wenn sich mir kein gutes / interessantes / reizvolles längeres Event im Herbst bietet, aber Reisen noch oder wieder oder wie auch immer problemlos möglich ist, dann könnte ich meinen Reise-Hunger auch einfach mit einem ganz normalen Herbsturlaub in den Dolomiten stillen. Letztes Jahr war es ja mal ganz reizvoll, den noch gar nie besuchten Harz mal zu „beradeln“. Aber wenn ich in diesem Jahr sonst so gar nicht „rauskomme“, dann locken die Berge und etwas Dolce Vita doch zu sehr. Einfach für mindestens 7 Tage eine Ferienwohnung irgendwo um Alta Badia herum nehmen, und dort in den Dolomiten schwelgen, das wäre toll! Auf Asphalt und Gravel. Vielleicht passt es ja endlich mal, beim YOLOmites mitzufahren. Wobei das nur auf Einladung ist. Aber ich kann ja auch so durch die Berge juckeln, ohne Igor auf die Nerven zu gehen… ;-)

Zusammenfassung

So sehen meine aktuellen Vorstellungen also aus. TCRNo8 – egal ob es nun stattfindet oder vielleicht doch noch einmal verschoben wird – wohl eher nicht. Dafür werde ich bei der schon zuvor freudig erwarteten Orbit 360 Gravel Rennserie quasi „all in“ gehen. Und wohl auch einen kurzen Sommer-Urlaub mit Orbit-Inhalt in Allgäu und den Alpen einplanen.

Dies lässt mich allerdings ohne ein richtiges Mehrtages-Event zurück. Einige – die bis auf eines wohl alle schon längst ausgebucht sind – habe ich genannt. Fällt euch noch etwas in der Richtung und im entsprechenden Zeitraum Ende August, Anfang September bzw. bis Oktober ein?

Darüber hinaus gibt es durchaus genügend interessante Routen, die entweder recht neu sind oder die ich „schon immer einmal“ befahren wollte.

Ein-Tages-Events, von denen es sicher im Spätsommer und im Herbst wieder einige geben wird, die in Richtung eines typischen Massenevents gehen, werde ich aber nach wie vor nicht anstreben. So hat z.B. der Ötztaler Radmarathon verlauten lassen, dass er auf jeden Fall plant, am 29. August statt zu finden. Mit dem kleinen Nachsatz „sofern es die behördlichen Genehmigungen zulassen“. Nun – Genehmigung hin oder her: das wäre für mich in diesem Jahr nicht erstrebenswert.

Allenfalls – und hier sogar sehr gerne – würde ich ein Einzelstarter-Event wie z.B. das King of the Lake am Attersee bestreiten wollen. Das dann aber wenn, dann mit allem Pipapo. D.h. auch mit eigenem Zeitfahrrad. Da müsste es noch mehr coole Events und Jedermann-Wettkämpfe für geben, finde ich. Damit sich auch die Anschaffung lohnt. Aber auch der King of the Lake ist in diesem Jahr müssig. Typischerweise ist er sowieso immer überbucht und die Anmeldungen sind natürlich längst geschlossen. Aber: sollte hier zufälligerweise ein Hersteller von coolen Zeitfahrrädern mit einem Starterkontingent für den King of the Lake mitlesen und sich sagen: Mensch, dem Torsten müssen wir unbedingt eine coole Zeitfahrmaschine und einen Startplatz im September organisieren, dann wäre ich bereit. ;-)

Aber auch, wenn ihr gerade kein Zeitfahrrad für mich habt – fallen euch noch Events im Spätsommer und Herbst ein, von denen ihr denkt, dass sie für mich oder andere Leser interessant sein könnten? Wenn ja, dann freue ich mich auf eure Kommentare!

9 Kommentare

  1. Fahr unbedingt Belchen satt. Kann ich sehr empfehlen. Das ist ein unvergessliches Abenteuer. Im August startet übrigens auch 1001 Miglia in Italien. Und zu diesem Superrandonnee werde ich am Freitag starten. https://www.openrunner.com/r/11858991
    Heute in einer Woche kann ich – hoffentlich – berichten

  2. Im August gibt’s noch den/die „Hungarian Divide“ (1.400 km / 24.000 hm bzw. nur die Halbe Strecke) – https://en.bikepackinghungary.com/hungarian-divide-2021 – ist halt ein weiter Weg von deiner Homebase, aber empfehlenswert. Ich bin 2019 (die halbe) gefahren und hab 2020 einen DNF fabriziert – fahre aber heuer wieder.
    Sonst werde ich keine „Rennen“ fahren – Polen Anfang Juni wäre schön, aber ebenfalls Impf-Dilemma (weniger, einen Termin habe ich schon) und doch noch gewisse Einreise/Heimreise-Quartier-etc.-Sorgen.
    Ich werde Österreich erkunden und – wenn geht – Tschechien, Slowakei, Ungarn auf selbst geplanten Routen befahren.

    1. Hallo Rudi, Glückwunsch zum Impftermin. Hungarian Divide ist sicher ein interessanter Tip für Interessierte aus dem Raum Österreich oder auch für Leute, die weiter Anreisen möchten. Mir wär’s zu weit und vor allem noch zu früh.

    1. Hallo Marco, vielen Dank. Das Deadends and Cake fand ich damals schon ganz interessant, als es vorgestellt wurde. Kam für mich nicht in Frage, weil ich ja das TCR fahren wollte. Mittlerweile ist es schon längst ausgebucht. Und wäre mir auch zu früh. Interessierte können jedoch gerne dem Link folgen, denn die Veranstalter haben aufgrund des hohen Zuspruchs eine DIY-Variante mit Instagram-Challenge für den 1. Juli bis zum 30. September aufgelegt. Wer also eh Urlaub in der Schweiz macht und noch Streckeninspiration bräuchte, der findet vielleicht was Feines.

  3. Hallo Torsten, mit geht es wie dir. Die Motivation größere Radtouren zu planen will nicht so recht zünden. Meinen Helferplatz beim TCR habe ich mittlerweile aufgegeben und hoffe auf nächstes Jahr. Ursprünglich sollte das Teil einer Radreise sein. In meinem Fall Montenegro – Süddeutschland. Dolomiten kann ich dir sehr empfehlen. Ich bin letztes Jahr dort geradelt und würde da gerne noch mehr entdecken. Eine Empfehlung um in Deutschland eine weite Strecke zu fahren wäre noch Bikepacking Trans Germany. Zwar offroadlastig. Aber das könnte man ja auch auf Gravel/Allroad anpassen.

    1. Hallo Christian, interessant mit deinem Helferplatz. Ja – solche individuellen Entscheidungen könnten ja schon mehr bei Anna aufgelaufen sein. Bin mal gespannt, wie da die Entscheidung bezüglich einer Ausrichtung diesen Jahres endgültig fallen wird.

      Bikepacking Trans Germany hatte ich auch schon mal im letzten Jahresplan als Option geäußert. Als Route auf jeden Fall interessant. Aber dieses Jahr hätte ich da auch nicht die Lust, extra nach Süden zu fahren und dann von Rügen aus wieder zurück. Ist ja alles One-way.

      Ich glaube, es läuft auf die Dolomiten hinaus.

      Eine weiter Option wäre vielleicht noch der TwoVolcanoSprint (https://www.twovolcanosprint.com).

  4. Hallo Torsten, dann bin ich mal auf deinen Dolomiten-Artikel gespannt. ;) Eine höchst eindrucksvolle und wunderschöne Etappe war für mich für mich Laggio di Cadore – Sella die Razzo – Forcella Lavardet – Campolongo.

    Ich hatte den Helferplatz aufgegeben da es dann nur noch die Möglichkeit digitaler Streckenposten zu sein gab. Hoffentlich nächstes Jahr wieder vor Ort. Ich wünsche dir und euch trotzdem sehr dass es irgendwie stattfinden kann.

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