Sheltered from the Rain

Look Ma – Nu Wheelz! Neue Laufräder & Leistungsmessung für das Wilier Triestina GranTurismo

Produkttests, Rad fahren

KinLin XR-300 Felgen, hinten mit Powertap G3, vorne mit tune Mig 70 Nabe, an meinem GranTurismo:

Sheltered from the Rain

Weiß macht mächtig was her, nicht? ;-)
Ich finde sie richtig edel – und gleichzeitig richtig „Racy“.

Die Presse (ähm, Nutzerkommentare ;-)) urteilt: „Lecker, Lecker, Lecker!“, „…chique“, „Schön!“, „Laufräder stehen dem Rad gut!“, „Passt. :)“, „porn“

Nicht das ihr denkt, die Kommentare hätte ich mir als Stilmittel für diesen Beitrag ausgedacht. Brauchte mich da nicht anstrengen, sondern nur ein paar Reaktionen von Twitter, Flickr und Co hernehmen. :)

Wilier Triestina GranTurismo

Mein Wilier habe ich nun schon seit etwas über einem Jahr, über 9000 tolle Kilometer habe ich mit ihm mittlerweile zurückgelegt. Es sinnvoll zu tunen, fällt gar nicht so leicht. Laufräder kommen ja bei so etwas immer in Betracht. Warum es aber doch nicht so einfach damit getan ist, einfach teure und hochprofilige Carbon-Schlappen an’s Rad zu stecken, habe ich ausführlich in meinem letzten Blogeintrag über Laufräder für das Rennrad dargelegt.

Im Entscheidungsprozess war ich dann also trotz den scheinbar ubiqitären Systemlaufradsätzen bei handeingespeichten Laufrädern gelandet.

Alufelgen KinLin XR-300 in weiß

Nicht zuletzt, weil ich auch schon länger ein Leistungsmessgerät haben wollte.

Ich zeichne ja jetzt schon gerne jede meine Ausfahrten auf. Die Strecke per GPS, die Geschwindigkeit, den Puls, und die Trittfrequenz. Es macht Spaß, die Daten zu sammeln und auszuwerten, sie können sinnvoll für die Trainingsanalyse verwendet werden und nicht zuletzt ist es auch schön zu sehen, wann und wo man überall war (und wo man welche Fotos gemacht hat; den GPS-Track aus meinem Garmin nutze ich natürlich auch, um meine bei Touren gemachten Fotos zu georeferenzieren).

Eine Zeitreihe fehlte mir bis dato allerdings immer: Die Leistung.

Ja, eine Leistungsaufzeichnung ist nicht unbedingt nötig. Schon gar nicht im Hobbybereich. Aber doch mehr als nur nice to have. Und auf jeden Fall eine weitere, motivierende Kurve für mich als Datenjunkie. ;-)

Geschwindigkeit… toll, warst du alleine unterwegs, mit dem Wind, gegen den Wind, gegen wieviel Wind?
Waren viele Anstiege dabei, wenige? Haben Kälte, Schwüle, Stress oder Vorerschöpfung deinen Puls eher erniedrigt oder höher als normal getrieben?

Leistung – das ist die einzig wahre Maßzahl der objektiv gelieferten Arbeit (pro Zeit). Die Herzfrequenz zeigt den Aufwand, der dafür zu betreiben war.

Die Leistungsmessung am Rad ermöglicht unter anderem:

  • spezifische Ziele zu setzen
  • Leistungszonen für effektiveres Training zu bestimmen und zur Steuerung verwenden
  • Leistungsfortschritt objektiv messen (geht aber auch gut an einem bekannten Berg)
  • Trainingsbelastung zu quantifizieren und managen
  • An der eigenen Effizienz durch Beobachtung und Vergleich von Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Leistung arbeiten
  • zusätzliche Trainingsmotivation
  • das Pacing bei Dauerleistungen zu unterstützen

Außer Acht lasse ich jetzt mal die ganz spezifische Vorbereitung auf einzelne Rennen und das auf den Punkt in der Saison fit zu sein, das für mich als jemand, der das Rad fahren in der gesamten Saison genießen möchte, nicht so wichtig ist.

Laufradsatz mit KinLin XR-300 Felge und CycleOps Powertap G3

Welche maßgeblichen Optionen gibt es denn für die Leistungsmessung am Rad?

  • SRM (Kurbelsystem) (http://www.srm.de): Schoberer Rad Messtechnik ist quasi der Urvater der Leistungsmessung am bewegten Rad. Viele Profis nutzen es und die Qualität ist sicher eine der Besten. Aber der Preis ist prohibitv. Lohnt gar nicht, weiter darüber nachzudenken. Vor allem bei der Vielzahl der mittlerweile bestehenden anderen Optionen und derjenigen mehr, die gerade vor Markteinführung stehen.
  • Power2Max (Kurbelsystem) (http://www.power2max.de): Ebenfalls wie bei SRM wird die Leistung an der Kurbelspinne abgenommen. Sehr interessant vom Preis her. Bisher hört man fast nur Gutes. Einzige Sorge war bisher, dass die Einheiten keine Kompensation für Temperaturdrift aufwiesen. Auf der Eurobike wurde jetzt angekündigt, dass die Power2Max in zukunft mit Temperatursensoren ausgerüstet werden sollen. Mit persönlich gefiel aber nicht, dass der Einbau nicht ganz so ohne weiteres gemacht ist, wenn man eine Campa-Kurbel hat – wie immer bei Campa ;-)). Außerdem gefiel mir keine der Kurbeloptionen im Vergleich zur Chorus. Ein Behalten der Chorus-Kurbel ist nämlich bei der Power2Max leider nicht möglich. Auch das ganze Prozedere für Erwerb und Selbst-Einbau, welches auf der Power2Max Website erläutert ist, stieß bei mir nicht auf ungeteilte Freude. Hier fände ich die Option eines Rundum-Sorglos Einbaus aus Händlerhand sehr viel ansprechender.
  • Quarg (Kurbelsystem) (http://www.quarq.com) preislich ist es zwischen Power2Max und SRM angesiedelt. Gibt es auch schon länger als Power2Max. Entsprechend finden sich viele solcher Systeme bei ambitionierten Amateueren, aber auch Profis und Triathleten im Einsatz. Ohne die Systeme genau verglichen zu haben denke ich, dass Viele bei heutiger Neuanschaffung dann das auf exakt dem gleichen Prinzip beruhende Power2Max-System setzen würden. Auch hier gilt, wie auch bei SRM, man muss mit der Kurbelauswahl, die der Hersteller für seine Systeme kompatibel erachtet, zufrieden sein.
  • Powertap (Hinterradnabensystem) (http://www.cycleops.com) Auch die Powertap-Naben, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, sind preislich für den Hobby- und Amateurbereich sehr interessant. Dadurch, dass die Leistungsmessung im Hinterrad integriert ist, kann man diese auch auf mehreren Rädern einsetzen (z.B. Straßenrennrad und Zeitfahrmaschine), sofern dort das gleiche Schaltungssystem verwendet wird. Dafür ist man auf genau dieses Hinterrad aber auch angewiesen, möchte man die Leistungsmessung mitlaufen haben. Und kann nicht mal eben im Training diesen und im Rennen jenen Laufradsatz fahren. Oder für die Berge die kompakte Felge und für das Zeitfahren den Hochprofillaufradsatz hervorholen. Es sei denn, man rüstet jeden dieser Laufradsätze mit einer Powertap-Nabe aus.
  • Wie bei den Kurbelsystemen die Kurbel, so ist es hier die Nabe, bzw. der Laufradsatz, bei dem die Auswahl eingeschränkt ist. Es gibt seit diesem Jahr nur noch 2 Optionen von CycleOps direkt. Besser, man lässt sich von einem Laufradbauer was Schönes aufbauen, wie ich es jetzt habe machen lassen. Das geht auch mit Zipps oder anderen teuren Felgen, wenn gewünscht. Was nicht geht, ist die Verwendung von Systemlaufrädern.
  • Polar Look Keo (Pedalbasiert) (http://www.lookcycle.com) Diese ganz neue Art der Leistungsmessung finde ich grundsätzlich sehr interessant. Keine speziellen Laufräder und keine speziellen Kurbeln nötig. Man fährt dass, was man gerade hat oder will ohne Rücksicht auf verfügbare Optionen nehmen zu müssen. Gut, dafür muss man das Pedalsystem mögen. In diesem Fall das verbreitete Keo-System. Auch komplette Laien sollte das Wechseln von Pedalen vor keinerlei Probleme stellen. D.h. kaufen, anschrauben, losfahren. Und beim Radwechsel genauso: Loschrauben hier, randschrauben da, fertig.  Aber, der Teufel steckt im Detail: Ganz so einfach ist das mit dem Schrauben nicht. Es muss schon so einiges beachtet werden, damit kein Unsinn gemessen wird. Etwas Mühe hier wäre aber problemlos verschmerzbar.
  • Der Showstopper beim Keo-Power System ist:
    a) in meinen Augen viel zu teuer,
    b) kein Ant+ (unverzeihlich und damit selbst ins Aus geschossen. Derzeit also nur mit Polar-Headunits verwendbar, die zudem noch absolut ungenügend für das Powerbasierte Training sind.
    c) ich lese immer noch von Probleme beim Einsatz und beim Kunden
  • Garmin Vector (Pedalbasiert) (http://sites.garmin.com/vector/#power) Hier hatte ich hohe Hoffungen und sehr großes Interesse. Aus den prinzipiellen Vorteilen, die ich bei dem Polar-Look-Keo System erläutert hatte. Die Preisvorstellung fand ich auch im Rahmen und dieses System hätte auf den ANT+ Standard gesetzt. Wie man an den Problemen des Keo-Systems sieht, ist die Leistungsmessung am Pedal nicht ohne Probleme. Garmin hat sich daher entschlossen, die Markteinführung dieses Jahr wiederholt zu verschieben, anstelle das Produkt beim Kunden reifen zu lassen.

Das ist die aktuelle Situation verfügbarer und im verbreiteten Einsatz befindlicher (oder leider zurückgestellter) Leistungsmessgeräte. Wer noch ein paar Monate bis ein Jahr (oder länger?) warten kann, der wird sicherlich noch mehr Auswahl haben. Denn auf der kürzlich vergangenen Eurobike und auf der gerade laufenden Interbike wimmelte es quasi nur so vor in unterschiedlichen Markteinführungsstadien befindlichen Neuvorstellungen. Da wäre z.B. das neue kurbelbasierte System direkt von Rotor, ein sehr preiswertes Bluetooth Smart Powermeter welches die Leistung aber nicht direkt messen kann und daher nicht so ganz das Wahre sein kann, ein interessantes System von Pioneer welches aber von den Preisvorstellungen (no Way, José) und den vielen Teilen erst einmal Skepsis bei mir hervorruft und ein ganz ähnliches, aber sehr viel einfacheres und damit sowohl vom Design als auch vom Preis her vielversprechenderes System von StageONE.

Aber wie geschrieben: Diese Systeme sind erst vorangekündigt. Sie müssen zum Teil erst zur Marktreife gelangen. Rückschläge und Neubewertungen sind möglich. Die ersten Vorankündigungen des Garmin Vector Systems liegen z.B. schon Jahre zurück (war ein Konzept einer dann von Garmin aufgekauften Firma).

Von daher hatte ich mich bereits lange vor der Eurobike für eine Powertap-Nabe entschieden und bereue diese Entscheidung jetzt auch nicht.

Jedes System hat seine Fallstricke und kleinen Pferdefüße. Ich bin sicher, ich werde die der Powertap schon noch früh genug entdecken.

So oder so wird es sicher im Laufe der Zeit noch den einen oder anderen Blog-Beitrag zu diesem Themenbereich geben. :)

Powertap G3 mit Campagnolo-Freilaufkörper

Im letzten Herbst hatte Cycleops seine Naben-Familie komplett überarbeitet und das Line Up besteht für Rennräder nun aus der Powertap Pro, der Powertap G3 und der Powertap G3C, welche nach Herstellerangaben durch Verwendung von Keramiklagern nochmals 10 Gramm gegenüber der 325 Gramm leichten G3 einsparen soll. Dafür aber 400,- Euro Aufpreis? Nein.

Die 325 Gramm der G3, die jetzt auch einen sehr viel schlankeren Nabenkörper als frühere Ausgaben aufweist, stellen einen sehr guten Wert, verglichen mit anderen Hinterradnaben, dar. Verglichen z.b. mit einer Leichtbaunabe tune Mag 170 von 178 Gramm erhält man also ein Leistungsmess-System mit nur 147 Gramm Mehrgewicht. Bei schwereren Naben sieht das noch besser aus. Top! Zum Vergleich: ein Power2Max System bedeutet 190 bis 216 Gramm Mehrgewicht zur Originalkurbel.

Laufrad mit tune Mig 70 Vorderradnabe, Sapim-Speichen und KinLin XR-300 Felge

Vorne wollte ich eine tune Mig 70. Die nochmals leichtere Mig 45 hat mir nicht so gut gefallen.

Als Felgen wie eingangs erwähnt die KinLin XR-300.

Als Speichen wählte ich die Sampim CX-Ray. Mit 20 Speichen vorne und 24 Speichen hinten kommt der Laufradsatz auf folgende, von mir gewogene Werte:

Vorderrad 655 gr
Hinterrad 954 gr
Summe 1609 gr

Jeweils ohne Schnellspanner, ohne Ritzelpaket, aber mit leichtem Textilfelgenband.

Meine Fulcrum Racing 3 habe ich nach dem ummontieren auch gewogen:

Vorderrad 677 gr
Hinterrad 878 gr
Summe 1555 gr

Jeweils ohne Schnellspanner, ohne Ritzelpaket und ohne Felgenband, da dies bei den Racing 3 nicht nötig ist.

D.h. ich habe jetzt 54 gr Mehrgewicht zu vorher. Und das ist die Pulverbeschichtung der weißen KinLins. Aber weiß mussten sie halt sein. :) Schwarze KinLins wären 50 gr leichter.

Leider sind es auch ein paar Speichen mehr geworden – die Racing 3 haben weniger. Aber gut, das kann der Robustheit nur gut tun. Und die neuen Felgen sind leicht höher und vor allen Dingen: ich habe jetzt eine Leistungsmessung integriert!

Wo habe ich sie aufbauen lassen?

Ich hatte mich an Lightwolf gewandt. Da konnte ich auf seiner Webseite sehen, dass er schon des öfteren Powertap-basierte Laufräder aufgebaut hatte. Kann ich ihn empfehlen?

Hmm, da bin ich zwiegespalten. Zum einen muss der Laufradsatz sich erst noch länger in der Praxis bewähren. Ob er wirklich ohne Nachzentrieren tadellos schlagfrei bleibt und so weiter. Da legen die Laufradbauer ja immer sehr großen Wert drauf, dass das durch ihre gute Arbeit nicht nötig sei.

Dazu muss ich sagen: ich kenne es gar nicht anders. Bei mir hat noch kein Laufradsatz die Form verloren. Jaja, dann trete ich halt nicht rein wie ein Ochse und wiege halt nix, auch gut. ;-) Aber ich ballere auch schon mal sehr viel heftiger als mir lieb ist durch Schlaglöcher, Rillen, Riefen und Co – denke also schon, das ich als Belastungstester tauge.

Besonders herausragende Handarbeitsqualität kann ich auch nicht entdecken. Der Laufradsatz ist ok und gefällt mir. Nicht mehr, nicht weniger. Nichts, was ich nicht auch von massengefertigten Laufradsätzen oder von anderen Laufradbauern nicht auch erwarten, ja einfordern würde.

Was mir missfallen hat war die sehr lange Lieferzeit (gut, wusste ich vorher, aber Felix Wolf hat die avisierten 4-6 Wochen auch komplett ausgereizt), die Vorkasse (insbesondere im Licht der sehr langen Lieferzeit) und dieses kleine Detail hier an der Innenseite des Felgenhorns des Vorderrads:

Endkontrolle oder überhaupt Arbeitsbeginn an so einer Felge sollte anders aussehen.

Als ich die Laufräder aus ihrer guten Kartonverpackung zog und sie auf ihr Finish überprüfte (mich hätte nach 6 Wochen der Schlag getroffen, hätte ich sie zurückschicken müssen), entdeckte ich recht schnell diese vermeintlche „Schlacke“-Reste an einer Stelle. Also mein lieber Herr Wolf – wie oft hält man eine solche Felge beim Einspeichen in den Händen? Wie gut schaut man sich seine Werkstücke an, wenn man etwas herstellt, was 6 Wochen Lieferzeit hat? Und man Riesenbrimborium um solide Handarbeit macht?

Wäre das tatsächlich Metallschlacke oder irgendwelche festgebackenen Rückstände gewesen, wäre die Felge für den Eimer. Hätte man es nicht spurlos entfernen können, liefe jeder Reifen Gefahr, sich an dieser Stelle aufzuscheuern oder eine Vorschädigung zu erhalten.

Gott sei Dank erwies sich diese Stelle als Sinterrückstand oder Ähnliches von der Pulverbeschichtung und war problemlos mit dem Fingernagel entfernbar. Aber nochmal: Dies festzustellen, zu beheben oder einfach eine neue Felge aus dem Regal zu ziehen (oder Pronto zu besorgen) wäre Aufgabe des Laufradbauers gewesen.

Das eingelegte, selbsklebende Felgenband musste ich auch erst mal noch ein wenig richten. Und last, but not least – im Karton waren nur die Laufräder. Ich vermisste den Karton der Powertap, die Rechnung, Garantiebelege, Unterlagen zur Powertap und das zur Nabe gehörende Batteriedeckel-Werkzeug. Gut, das hatten sie vergessen – kann ja tatsächlich mal passieren. Kommt jetzt aber leider zu den anderen Sachen hinzu.

Von daher: gute Laufräder bauen sicher sehr viele Leute in Deutschland und der Welt. Leider scheint diese Kunst beim Radladen nebenan immer weniger gefragt zu sein. Aber auch wer da keinen an der Hand hat, findet einige überregionale Laufradbauer.

Ich habe da mal ein paar Links (in keiner besonderen Reihenfolge) zusammengestellt:

Lightwolf http://www.light-wolf.de
Whizzwheels http://www.whizz-wheels.de
radplan-delta http://www.radplan-delta.de
Komponentix http://www.komponentix.de
rad-spannerei.de http://www.rad-spannerei.de/laufradbau-komponenten.php
bike-exclusiv.de http://www.bike-exclusiv.de
und als Übersee-Variante z.B.: Wheelbuilder.com http://www.wheelbuilder.com

Was kostet so etwas?

Ich hatte mir im Vorfeld mal die Preise für die Einzelteile grob im Internet herausgesucht:

Für die Felgen etwa 100,- Euro pro Paar

Für die Vorderrad-Nabe Tune Mig 70: 119,-

Für die Sapim-Speichen so grob 88,-

Für die Powertap G3 z.B. 1.079,-

Mein Gesamtpreis war nur wenig teurer und ich fand ihn fair. Mit dem Aufschlag und der Händlereinkaufsspanne der Einzelteile sollte Lightwolf seinen auskömmlichen und rechtschaffenen Verdienst erhalten haben. Wenn jetzt bald mal das zur Nachsendung versprochene Paket mit den fehlenden Unterlagen ankommt und die Laufräder so bleiben, wie sie jetzt sind, bin ich auch mit Lightwolf zufrieden.

Mit dem Look und dem Fahrgefühl bin ich jetzt schon extrem zufrieden! Die Leistungsmessung funktioniert auch problemlos von der ersten Sekunde; das Pairing mit meinem Garmin Edge 800 war ein Klacks.

Jetzt bin ich motiviert am Daten sammeln, um die Leistungsdaten für meine Trainingssteuerung verwenden zu können. :)

Schnelle und rassige italienische Schönheit

Wilier Triestina GranTurismo. Sony RX100, 28mm (KB-äquival.), f/1.8, ISO 80, JPG ohne jede weitere Anpassung oder Schärfung. Klick für volle Auflösung.

Die Sony DSC-RX100 Kompaktkamera bei mir im Test. Erste Ergebnisse.

Fotografie, Produkttests

Seit Freitag habe ich die Sony DSC-RX100. Das ist eine Kompaktkamera (die diesen Namen zurecht trägt, sie ist nämlich wirklich kompakt) im Stile z.B. einer Canon Powershot S95 (die mir im letzten Jahr ein treuer und gering auftragender Begleiter bei meinen Rennradtouren war). In der Tat sind die Außenabmessungen fast gleich.

Aber: Die Sony RX100 featured einen nahezu 1 Zoll großen Bildsensor. Das ist für eine Kompaktkamera riesig! Von der Ausrichtung her ist diese Kamera genau das, was ich und andere Fotoenthusiasten immer gefordert, die arrivierten Kamerahersteller (sprich Canon oder Nikon) sich herzustellen aber nie gewagt, und andere Hersteller bis dato nicht gekonnt haben:

Maximale Bildqualität und Einstellmöglichkeiten im Stile einer Upper Class DSLR oder Spiegellosen Systemkamera im (vermeintlich) amateurhaften Kompaktkameragehäuse.

Die Eckdaten: 1 Zoll CMOS Sensor (d.h. rund 4 mal so groß wie übliche Kompaktkamera-Sensoren), 20 Megapixel Auflösung, Carl Zeiss 28-100 mm (Kleinbildäquivalent) Objektiv mit Maximalöffnung (allerdings nur im Weitwinkel) von f/1.8.

Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Bevor ich in weiteren Artikeln etwas mehr zur RX100 schreibe und auch Vergleiche zwischen ihr und der oben erwähnten Powershot S95, der Sony NEX-5n und vielleicht der Canon EOS 7D bringe, hier drei erste Aufnahmen in voller Auflösung; entstanden bei einem Radtraining am gestrigen Samstag.

Wilier Triestina oberhalb Richstein. Sony RX100, 28 mm (KB-äquival.), f/6.3, ISO 100, JPG (mit Minuskorrektur aufgenommen, alles bis auf Wolken in Lightroom etwas aufgehellt, Clarity und Dynamik leicht angehoben), Klick für volle Auflösung

Wilier Triestina GranTurismo. Sony RX100, 28mm (KB-äquival.), f/1.8, ISO 80, JPG ohne jede weitere Anpassung oder Schärfung. Klick für volle Auflösung.

Blütendolde und Fliegen, 28mm (KB-äquival.), f/1.8, ISO 80, JPG ohne jede weitere Anpassung oder Schärfung, Klick für volle Auflösung.

Was ein Kontrast – Zwei Rennradfahrten

Rad fahren, Uncategorized

Puh – was ein Kontrast!

Am Wochenende: Tagsüber gefahren, strahlender Sonnenschein, kurz-kurz, goldener Oktober, Spätsommer, Wilier GranTurismo Carbonrenner unter 8 kg, geschmeidige Ultremo ZX mit Maxxis Ultralight-Schläuchen.

Heute: Abends, komplett grauer Himmel, dadurch schon quasi ein Nightride, oben lang, unten 3/4 Hose, Herbst, Cube Streamer Aluhobel mit knapp 10 kg, Michelin Lithion.2 mit 08/15 Butyl-Schläuchen.

Habe das Cube ausgewählt, weil es zu Beginn erst ganz leicht nieselte und ich das Cube zum Herbst/Winter-Bike auserkoren habe. D.h. es hat ein Steckschutzblech hinten, Befestigung für Beleuchtung (Rückleuchte am Wilier kann erst wieder montiert werden, wenn ich eine gerade Sattelstütze habe) und 3M-Speichenreflektoren.

Ich kam mir teilweise (besonders ab Volkholz) so vor, als ob die Reifen förmlich auf der Straße kleben und mich zurückhalten. Zudem fiel mir das richtige reinpowern aufgrund der Dunkelheit erst mal wieder schwer. Ja, am Dille hoch fuhr ich geradezu wackelig, weil die Orientierung fehlte. War fast wie in Watte gepackt (obwohl es nicht neblig war).

Die Knog White Beetle Led-Frontleuchte ist ja auch nur ein Positionslicht und überhaupt nicht für die Straßenausleuchtung vorgesehen. Das hiess, dass es heute mit ihr auf der Eisenstraße schon grenzwertig war. Und je dunkler es wurde, um so mehr stört sie den Fahrer selbst. Während sie bei moderatem Umgebungslicht (in früher Dämmerung oder in den Lichtern geschlossener Ortschaften) nicht stört, lenkt sie, je dunkler es wird, den Blick des Fahrers um so mehr ab. Sie hilft auch nicht bei der Wegbeleuchtung sondern im Gegenteil verhindert die Dunkeladaption des Auges, so dass man von der Umgebung eher weniger sieht, als ganz ohne Leuchte. Aber sie ist halt wichtig, um gesehen zu werden.

Wird Zeit, dass meine bestellte Airstream Supernova ankommt.

War dann froh, als ich zu Hause war. Aber auch froh, draußen gewesen zu sein.

Wittgensteiner Pässe – Rennradtour über’s Harfeld, Didoll und Co

Rad fahren, Uncategorized

Für 3 Tage hat der Sommer, der höchstens noch durch einen blauen Himmel und Sonne, aber kaum noch durch schweißtreibende Temperaturen und Assoziationen mit Bikinis, Sonnenbaden, Freibad und laue Partyabende brillieren kann, ein Einsehen. Und beschert genau das erstgenannte: wenigstens einen herrlich blauen Himmel und Sonne. Nur wenige, schmückende Wölkchen am Himmel. Und das gegen Wochenende. Heute ist Samstag und ich will das für eine „Sommer“-Tour nutzen – denn morgen soll es schon wieder vorbei sein: Gewitter, Regen etc.

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Mittags, bevor ich loskomme, sind die Wolken zwar kurzzeitig etwas dichter, das legt sich Gott sei Dank aber schnell. Bei angenehmen Temperaturen von im Schnitt 24,3 ° rolle ich zufrieden los. Endlich noch mal richtig gutes Wetter. Die Landschaft sieht bei richtigem Sonnenwetter doch noch gleich dreimal so gut aus. Vor allem, wenn man sie in diesem Licht die letzten Monate so selten zu Gesicht bekommen hat! Balsam für die Seele.

Was aber nicht heissen will, dass ich die Beine genauso wie die Seele hab baumeln lassen, fern davon! ;-)

Die heutige Tour sollte mich nochmal über das Harfeld führen, mehr hatte ich nicht geplant. Herausgekommen ist dann eine Wittgensteiner „Pässe“ Tour, die mich gleich zweimal über’s Harfeld, über’s Didoll und über die Laibach samt weiteren Anstiegen geführt hat. An den Anstiegen habe ich auch immer gut reingehalten, insbesondere bei den ersten. Dazwischen habe ich allerdings ein klein wenig gebummelt, ein wenig ausgekundschaftet und heute eher mehr Fotos als sonst gemacht. Wunderbar!

Zu Anfang ist mir jedoch zum ersten Mal am Rennrad die Kette runtergesprungen. Leider so, dass ich sie auch nicht per Kurbeleinsatz einfach wieder auf’s Blatt heben konnte. Also mussten die Hände ran. Nach rund 6 km gab’s also die erste längere Pause, die ich mit Finger reinigen per örtlicher Blattvegetation verbrachte… Pflanzensäfte können so einiges. Und weisses Lenkerband will geschont werden. ;-) Jedenfalls suche ich nun einen guten Chaincatcher. Mal Andy Schleck fragen, was er so empfiehlt… ;-)

Danach ging es aber weiter, hoch zur Leimstruth und von dort nach Stünzel. Ah, am jetzigen Wochenende feiert Stünzel sein 300 Jahre Fest. Hätte es mir ja gerne kurz angesehen und wäre mit dem Rad etwas durch Stünzel gebummelt. Hätte mir vielleicht sogar eine unplanmäßige Waffel samt Kaffee gegönnt. Leider hatten die Stünzeler eine 3 Euro „Paywall“ um ihr Dorf errichtet. Sowas hab‘ ich auch noch nicht erlebt. Ziemlich blöd für zufällig vorbeikommende Wanderer und Ausflügler. Naja – wer nicht will, der hat schon… So kann ich also nicht berichten, ob es sich lohnen könnte, heute am letzten Tag der Feierlichkeiten vorbei zu schauen.

Aber ich wollte ja auch Rad fahren, also folgte ich der Abfahrt der L718 runter Richtung Bad Laasphe, bog dann aber vor der Bracht links ab auf die K53. Hier beginnt der Anstieg auf das Harfeld, der von dieser Seite her nicht so steil wie die übrigen Anfahrten ist. Aber wie alle Anfahrten schön durch lichten Wald und entlang einiger Wiesen führt. Kurz bevor man das Harfeld erreicht, kommt man an einem Teich und dem Forsthaus Hülshof vorbei. Oben auf der Höhe ruhte ich nicht aus, sondern forcierte sofort die Abfahrt Richtung Richstein. Hier muss man leider wie so oft auf den landschaftlich reizvollen, aber zu oft in schlechtem Zustand befindlichen Kreisstraßen auf Rillen und Absätze im mehr schlecht als recht gepflicktem Asphalt aufpassen. Auf halber Strecke machte ich dann aber den ersten Fotohalt. Samt Stativaufbau und Selbstportrait beim Vorbeifahren. Und weil es so schön war, gab es direkt auch noch eine Snackpause mit frisch selbst am Vortag zubereitetem Reiskuchen. :)

Danach fuhr ich zunächst nicht direkt nach Richstein hinein, da mich eine Abzweigung nach links neugierig machte. Nochmal eine Abzweigung nach links und ich befand mich auf einem ganz schmalen Weg, den man nur noch mit gutem Willen als asphaltiert bezeichnen kann, der mich aber kurzzeitig mit 18% zum Festplatz von Richstein, gleichzeitig dem Standpunkt der alten Burg Richstein brachte.

Von da aus fuhr ich über die Straße „Zur Burg“ hinunter nach Richstein, schaute kurz ins Haintal, war leider Sackgasse und fuhr dann weiter über die L903 aus dem Ort. Erspähte ein Holzschild „Elsoff“ und einen steil aussehenden Weg und dachte „Wow – probieren, ob der asphaltiert ist“. War er aber leider nur so 160 meter lang. Die Steigung wäre cool gewesen; auch hier 18%. Beim rumdrehen sah ich aber am Gegenhang auch ein schönes Sträßchen. Also wieder zurück, rein nach Richstein, direkt rechts auf die Lindenhof Straße und dann wieder links, dem Holzwegweiser zum „Harfeld“ gefolgt. Aha, hier hatte ich die eine Auffahrt zum Harfeld, die ich bisher noch nicht gefahren bin. Sie ist allerdings nur im ersten Teil eine Abwandlung der Strecke von der Richtsteiner Mühle und trift nach 1,2 km auf diese. Also war ich bald wieder auf dem Harfeld, diesmal von Richstein aus. Hinein ging es wieder in die Abfahrt Richtung Bad Laasphe.

Aus Laasphe heraus dann Richtung Puderbach, um das Didoll in Angriff zu nehmen. Auch eine sehr zu empfehlende, wunderbare Strecke. Leider ist die Anfahrt über Puderbach bei Quäldich.de ab Niederlaasphe eingstellt. Ich bitte euch – wieso von da? Ein sinnvoller Einstieg, gleichermaßen von Laasphe und Niederlaasphe aus Sinn machend, wäre die Ausfahrt des Kreisverkehrs vor Puderbach. Naja, egal. Hinter dem Didoll ging’s… natürlich wieder nach Richstein… ;-) Auf eine weitere Harfeld-Variante verzichtete ich aber und fuhr statt dessen nach Arfeld und von dort weiter nach Schwarzenau. Aber nicht über die L 553, sondern heute schaute ich mal, wo mich die Beschilderung des Ederauen-Radwegs hinführen würde. Sie führte mich schon sehr bald auf einen unbefestigten Weg, der auf der alten Bahntrasse entlang der Eder nach Schwarzenau führt. Auch sehr reizvoll. Und trotz fehlender Befestigung sehr gut mit dem Rennrad zu befahren. Sehr eben, fester untergrund, ganz feiner, im bindigen Boden eingebundener Splitt. Nur nach tagelangem Dauerregen würde ich da dann nicht herfahren wollen.

Hinter Schwarzenau fuhr ich über die L902 hinüber nach Elsoff und von da aus dann über die K40 und an Christianseck vorbei durch die Wittgensteiner Schweiz hoch zur Laibach (Auch hier ist die Streckenabgrenzung bei Quäldich.de jetzt nicht sooo schrecklich sinnvoll, da der Gipfelpunkt dort, wenn man schon mal da ist, selten das Dorf Laibach ist, sondern meist der höchste Punkt der L 717 zwischen Bad Berleburg und Diedenshausen. Dort ist auch eine Bushaltestelle und auch der Abzweig, dem man von Christianseck her kommend ebenfalls als Passhöhe erreicht. Von dort geht es dann am Gasthaus Erholung und dem Abzweig zu Laibach vorbei nach Bad Berleburg. Weiter fuhr ich dann über Berghausen, Birkefehl und Womelsdorf zurück nach Erndtebrück.

Distanz: 91,31 km, Höhenmeter: 1420 m, Zeit: 4 h 50 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,9 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,8 km/h, Durchschnitts-HF: 124

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