Up up up: Rapha Rising in one go! Mit Gedanken zu Rapha, Strava Challenges und Höhenmetern.

Rad fahren

Die Rapha Rising Challenge hat schon seit Jahren einen Platz in meinem Herzen.

Das ist eine sehr schöne Initiative und Motivation von Rapha. In Verbindung mit Strava.

Rapha, die Radsportbekleidungsmarke aus England, die ich bis dato wesentlich und schon langjährig mehr für ihre Fotostrecken und ihren Style sowie das sehr schön transportierte Gefühl mochte und mag als für ihre tatsächlichen Klamotten. Letztere ließen für mich immer schon eine große Lücke zwischen Anspruch und tatsächlichem Schnitt und Funktion (hier und hier). Das hat sich erst in jüngster Zeit geändert und von den aktuellsten Neuerscheinungen kann ich sagen: jawohl, das gefällt und passt mir. Habe jüngst ausführlich die Pro Team Aero Jerseys und die Pro Team Flyweight, Lightweight und Midweight Jerseys ausprobiert und mir ein Aero und ein Lightweight Jersey zugelegt. Genauso war ich jetzt von der Classic Bib Short in der neuen Version II sehr positiv überrascht. Die finde ich sehr gut – im Gegensatz zu den in meinen Augen richtig schlimmen Lightweight Bibshorts.

Strava, das motivierende Trainingsportal mit seinem damals innovativem Konzept der automatischen (und manuell, wenn gewünscht) Segmenterkennung und dem Führen von Ranglisten innerhalb dieser Segmente. Da macht auch heute Strava keiner was vor. 2009 wurde Strava gegründet. Heut zu Tage werden fast 10 Aktivitäten pro Sekunde auf Strava geteilt (2016).

Ich bin Strava-Mitglied seit 2010. Meine erste hochgeladene Aktivität stammt vom 09. Oktober 2010. Challenges, als weiteres Motivationselement, wurden meiner Meinung nach dann erst so 2012 eingeführt. Jedenfalls stammen meine ersten virtuellen „Pokale“ bzw. „Achievements“ aus diesem Jahr.

Was sind „Challenges“? Damals nur von Strava oder auch von ganz wenigen Dritten, allen ziemlich voraus, Rapha, initiierte Herausforderungen, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine bestimmte Kilometerzahl zurück zu legen. Oder eine bestimmte Höhenmetersumme zu akkumulieren. Oder an einem ganz bestimmten Tag auf das Rad zu steigen und x Stunden oder x Kilometer zu fahren.

Während solche Herausforderungen damals eher selten und noch etwas besonderes waren, sind sie just auch in diesem Jahr in meinen Augen fast schon inflationär. Man klickt sie an und nimmt sie quasi „im Vorbeigehen“ mit. Fahren tut man eh und eine „Herausforderung“ in einer Woche 4 Stunden auf dem Rad zu sitzen… nun ja, ich vermute mal, der durchschnittlich ambitionierte Radsportler verliert da keinen einzigen Gedanken drüber. Meist geht es heute dann auch darum, durch die Teilnahme in eine Verlosung hinein zu kommen. Ist ja auch schön.

Damals aber (jaja, Opa erzählt jetzt wieder vom Krieg… ;-)), da hat man noch seine Trainingswochen etc. nach den Challenges geplant. Und einfach nur Kilometer abreissen, dass konnte ja jeder und die Leute im Flachland sowieso viel zu einfach. Unsereins im Mittelgebirge musste dabei sowieso immer ordentlich Höhenmeter mit abspulen.

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Im Land der tausend Hügel. Panoramablick im Sauerland nahe Schmallenberg, Holthausen.

Deswegen waren mir die Höhenmeter-Challenges immer am liebsten. Sie waren (und sind auch heute noch) etwas besonderes und seltener. Für sie musste und muss man sich richtig ins Zeug legen und die Strecken auch entsprechend planen.

Und angefangen damit hat Rapha mit seiner Rapha Rising Challenge. Die erste gab es 2011. Die war glaube ich – ich bin nicht ganz sicher – noch außerhalb von Strava.

Aber seit 2012 habe ich jede Rapha Rising Challenge mitgemacht.

Meine virtuelle #RaphaRising Roundel Collection.

Meine virtuelle #RaphaRising Roundel Collection.

Das besonders schöne: Rapha lässt es sich nicht nehmen, jedem erfolgreichen Teilnehmer auch einen echten Stoff-Aufnäher im selben Design wie das virtuelle Herausforderungslogo zukommen zu lassen.

Interessanterweise wurde die 2015er Rapha Rising außerhalb von Strava durchgeführt. Man musste sich auf der Rapha Webseite direkt registrieren. Beleg für die Komplettierung war einfach nur auf Vertrauensbasis. 2016 gab es leider gar keine Rapha Rising Challenge. Dafür jetzt dieses Jahr wieder. Und zwar auch wieder auf Strava.

Hier ging und geht es nie einfach nur um das schnöde Klettern einer beliebigen Zahl und mit einem Monat Zeit. Hier wurde und wird immer eine passende Begebenheit, die Summe einer oder mehrerer ikonischer Bergetappen oder ein Jubiläum von Rapha aufgegriffen und als Herausforderung in einer Woche, 9 oder 14 Tagen zu komplettieren, gestellt.

Dieses Jahr ist (die aktuell noch laufende) Challenge eher von der nicht so herausfordernden Sorte, muss ich leider feststellen. Es gilt die vergleichsweise harmlose Höhe von nur 4600 m in der sehr auskömmlichen Zeitspanne vom 1. Juli 2017 — 23. Juli 2017 zu erklettern. Dafür gibt es ein Zusatz-Zückerli: Wer die Herausforderung in einem Tag meistert, kommt zusätzlich in die Verlosung einer tollen Reisemöglichkeit. Einen Cent Cols Challenge Trip mit Rapha Travel.

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Rapha Rising 2017 — 4600 m completed

Nun, wenn das nicht Motivation genug war, dann war es die Tatsache, dass so eine Fahrt ganz hervorragend in mein Training für das Transcontinental Race passte.

4600 Höhenmeter an einem Tag ist jetzt nichts besonderes, wenn man innerhalb des Challengezeitraums den passenden Alpenmarathon bestreitet. Bei der so von mir geliebten Maratona dles Dolomites würde es aber schon nicht reichen. Dort sammelt man über die 8 Pässe der langen Strecke „nur“ 4190 Höhenmeter. Allerdings auch über „nur“ 138 km.

Im Mittelgebirge sieht das schon anders aus. Da ist schon die Tourenplanung eine Herausforderung und ein Spaß für sich. Welchen Bergfaktor kann ich für eine sinnvolle Tour erreichen, ohne jetzt auf extra Gimmicks auszuweichen, wie einfach immer nur den selben Anstieg hoch und runter zu fahren?

Hier könnt ihr euch die Tour von GPSies.de herunterladen, die ich für letzten Samstag geplant hatte und abgefahren bin. Sie führt durch das wunderschöne Wittgensteiner Land und kettet dort eine Vielzahl von schon für sich alleine herausfordernden Anstiegen aneinander. Über Winterberg führt sie dann kurz nach der Halbzeit auf den Kahlen Asten. Nordrhein-Westfahlens höchsten auf Asphalt zu erreichenden Berg. Der zwei Meter höhere Langenberg ist unweit von dort, aber nicht auf der Route.

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Auf dem Kahlen Asten, mit 841 m ü. NN der (zweit)höchste Berg Nordrhein-Westfalens.

Sowohl in Winterberg (da mit immenser Auswahl) als auch direkt auf dem Kahlen Asten im Astenturm ist Einkehr möglich. Mein Tipp ist aber die Nordhang-Jause direkt am Fuß des kurzen Abzweigs hoch zum Astenturm. Schnelle und sympathische Bedienung, leckerer Kaffee und Kuchen und unkompliziertes Abstellen des Rades samt Nachfüll-Gelegenheit der Bidons.

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Yours Truly am Aufgang zum Asten-Turm. Ausguck, Station des Deutschen Wetterdienstes und Einkehrmöglichkeit eines Bistro. „Stilecht“ mit dem ersten von mir gut empfundenen Rapha-Trikot und der allerersten Fahrt damit.

Hier sind wir schon im Sauerland (wenn auch noch quasi in Rufweite des Altkreises Wittgenstein :)). Vom Kahlen Asten geht es hinab des oberen Lennetals und dann auch wieder durch ein Seitental hinauf nach Altastenberg um von dort eine Schleife Richtung Norden und dann zurück nach Süden durch das Sauerland zu ziehen. Über den Anstieg über Jagdhaus geht es dann wieder zurück in das Wittgensteiner Land.

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Gutes Wetter (trocken, heiter bis wolkig), schönes Licht und feine kleine Sträßchen. Meine Route durch das Rothaargebirge.

Nun liegt es in der Natur der Sache, dass geplante Höhenmeter nicht wirklich tatsächliche Höhenmeter sind. Wer dazu ausführliche Hintergründe erfahren möchte, möge sich diesen Artikel ansehen. Je nach zugrunde liegendem Geländemodell ergeben dann auch die unterschiedlichen Routenplaner unterschiedliche Ergebnisse. So war meine ursprünglich in Strava geplante Tour 205 km lang und weist dort 5000 Höhenmeter auf. Das hatte ich schon mit entsprechendem Puffer geplant, denn ich wusste ja, dass Strava, bzw. Geländemodelle, hier eher deutlich übertreiben. Also mehr Höhenmeter ausgeben, als man nach korrekter Bestimmung eigentlich wirklich klettert. Deswegen auch, liebe Leute, niemals ohne Not die „Höhenmeterkorrektur“ auf Strava oder auf eurem Garmin-Portal benutzen. Die „korrigiert“ die Höhenmeter nämlich nicht, sondern bläst sie meistens nur künstlich auf. Es gibt aber auch Gegenden, wo der Unterschied nicht so krass ausfällt. Mehr darüber, warum das so ist, erfahrt ihr im oben verlinkten Beitrag.

Diese Korrektur ist nur dann sinnvoll, wenn der eigene barometrische Höhenmesser in dem Radcomputer, den ihr hoffentlich habt (beim Smartphone ist Hopfen und Malz verloren ;-)), fehlerhafte Daten aufgezeichnet hat. Weil entweder ein richtig extremer Wettersturz mit einhergehender Luftdruckschwankung in eurer Fahrt auftrat oder weil strömender Regen die Messöffnung bzw. die Messung beeinträchtigt hat. Ein Phänomen, gegen dass mein Garmin Edge 1000 im Gegensatz zu anderen Edges und auch meinen Wahoo Elemnt erstaunlich widerstandsfähig, ja geradezu immun war. Dem hat selbst stärkster Regen auch im barometrischen Höhenprofil nie etwas ausgemacht.

Nun, zurück zur geplanten Strecke: In Strava werden für  diese 5000 Höhenmeter ausgegeben, GPSies ermittelt nach Import derselben Strecke für die 205 km knapp 4600 Höhenmeter – wäre also Punktlandung für die Rapha Rising Challenge. Tatsächlich war ich am Ende des letzten Anstieges in Schameder bei rund 4125 Höhenmeter. Das reichte also noch nicht!

Nun – es war schon Abend, 205 km und 4125 Höhenmeter waren schon in den Beinen. Still going strong, aber ich wusste schon, was ich getan hatte. Stetes auf und ab im Mittelgebirge kann beizeiten deutlich anstrengender als in den Alpen sein. Und auch langsamer. Die Gradienten sind meist steiler und die Abfahrten auf den kleinen Sträßchen verwinkelter als so mancher Pass. Man braucht also auch länger. Deswegen fuhr ich dann kurzerhand noch über Leimstruth hinab nach Amtshausen um von dort dann Richtung Dille zu fahren. Diesen Anstieg habe ich dann einfach 2 mal ganz und 1 mal etwas mehr als halb gefahren, damit ich am Schluss auf meine „echten“ 4600 Höhenmeter kam:

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4625 Höhenmeter bei einsetzender Dämmerung. Rapha Rising komplett.

Insgesamt wurden es so 225 km mit einem Nettoschnitt von 22,5 km/h über die reine Fahrtzeit in Bewegung von 10 Stunden.

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Wittgensteinisch-Sauerländisches Kletterfest: Rapharising in one go

Hier der Link zu meiner Aktivität auf Strava und hier nochmal der Link zum Herunterladen der geplanten Strecke auf GPSsies.

Gesammelte Fahrten zur Spoocha Spring Challenge 2015

Rad fahren

Strava_Wheel_Spoocha_SpringChallengeHier seht ihr meine Radfahrten vom 04.04. bis zum 26.04.2015 – dem Zeitraum der 3. Spoocha Spring Challenge. 1057 km in Flandern, im Bergischen, im Rothaargebirge und in der Wallonischen Region.

Wieder wurden für einen guten Zweck Kilometer gesammelt. Und zwar während der Frühjahrsklassiker, beginnend mit dem Wochenende der Flandern-Rundfahrt und endend mit Lüttich-Bastogne-Lüttich am heutigen Sonntag.

Wir haben es uns auch nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Frühjahrsklassiker mit unterschiedlicher Spoocha-Besetzung in den Jedermann-Versionen, jeweils am Tag vor dem entsprechenden Profi-Rennen, selber unter die schmalen Pneus zu nehmen.

So haben bei mir beispielsweise direkt am 04.04. die Ronde van Vlaanderen und gestern am 25.05. das älteste Eintagesradrennen der Welt, Lüttich-Bastogne-Lüttich Eingang in mein Palmares gefunden. Jeweils Klassiker-gerecht mit Pisswetter… ;-)

Wenn ihr wissen wollt, wo man solch nette Grafiken seiner Radtouren zusammenstellen kann: Die Fahrten müssen auf Strava hochgeladen sein und dann kann man mit Veloviewer noch weitere Auswertungen und Vergleiche anstellen. Und sich z.B. ein solches Activity-Wheel darstellen lassen.

Rund um den Rothaarkamm: Mit dem Rad von Erndtebrück über den Rhein-Weser-Turm nach Schanze und über Albrechtsplatz und Bad Berleburg wieder zurück

Rad fahren

In der letzten Woche war ich auffällig häufig rüber über den Rothaarkamm in den Schmallenberger Raum gefahren. Ich wollte das gute Wetter nutzen, zwei noch unerkundete Örtchen etwas genauer unter Augenschein zu nehmen. Das war zum einen Latrop, wo ich zumindest an dessen Zufahrtsstraße an einem sehr verregneten Sonntag mit dem Crosser vorbei kam. Und das andere Örtchen war Schanze. Beide Örtchen nur wenig voneinander entfernt, beide nur von einer Richtung zu erreichen.

Am letzten Sonntag war ich in Latrop – sehr hübsch, aber nicht Thema dieses Beitrages. Und am Dienstag und Freitag war ich mal in Schanze. Am schnellsten lässt sich Schanze von Erndtebrück aus über die L 720 über Womelsdorf nach Röspe und dann von dort der L 553 folgend nach Wingeshausen erreichen. Nun war erstere Landstraße letzte Woche aber noch voll gesperrt, so dass man aktuell einen Umweg über Schameder, Birkefehl und Berghausen fahren muss. So kamen hin und zurück am Dienstag immerhin knappe 84 km und 1229 Höhenmeter zusammen.

Wittgensteiner Höhen bei Birkefehl

Denn von Wingeshausen hoch nach Jagdhaus wird der Rothaarkamm am Grenzweg bezwungen (prägnanter Anstieg Nummer 1 – noch prägnanter in der Nordanfahrt auf dem Rückweg von Fleckenberg nach Jagdhaus) und aus Grafschaft heraus führt der Anstieg nach Schanze (prägnanter Anstieg Nummer 2). Ja, um den Anstieg geht einem als Rennradler hauptsächlich. Schanze als Ziel zum Selbstzweck ist ansonsten eher uninteressant. Eine toller Wanderpunkt, aber als Ort (wenige Häuser) jetzt nicht sooo pittoresk. Im Gegenteil: Im Vergleich zu den Nachbarorten Grafschaft oder Latrop geradezu langweilig (die Schanzer mögen es mir hier verzeihen). Ergo: Ausgangspunkt für Wanderungen am Rothaarsteig und in der Umgebung: Top! Zielpunkt für Wanderungen oder zum Spazieren durch Schanze selbst: Da würde ich doch eher Latrop, Grafschaft oder andere Orte in der Umgebung wählen.

Hier in Schanze scheint es ein paar Wanderwege zu geben…

Am Freitag hatte ich für eine längere Tour Gelegenheit und so blieb es nicht bei dem Hin- und Zurück auf kürzestem Wege wie am Dienstag (diese Ausfahrt hatte zunächst nur lockeren Erkundungscharakter und vor allen Dingen musste ich mich ja fast erst einmal an die Hitze gewöhnen. Das war tatsächlich der erste richtige Sommertag im Sommer 2012 überhaupt).

Meine Tour führte mich auf einer schönen Rundstrecke zunächst wieder über Birkefehl (ich fuhr es über Leimstruth und den Flugplatz Schameder an) und nach der folgenden Abfahrt nach Berghausen dann erst einmal auf glatt asphaltierter Rollerstrecke über Aue, Röspe bis nach Rüspe. Hier beginnt der Gradient langsam aber sicher anzusteigen, dabei aber nur im obersten Teil knapp über 5% zu erreichen, um hoch zum Rhein-Weser-Turm zu führen.

Hier war auch das erste Steigungssegment, dass ich zum Ausbelasten genutzt hatte. Sprich: Ziel war, so schnell wie möglich die Steigung zu erklimmen um eine neue persönliche Bestleistung und idealerweise auch den Bergpreis (den King of Mountain – KOM) dieses Segments auf Strava zu holen. Das ist immer eine gute Gelegenheit, über die Dauer eines Anstiegs (die je nach Strecke hier im Wittgensteiner und im Sauerland so zwischen 10 bis 20 Minuten betragen kann) möglichst nahe an, auf oder zum Schluss in den letzten Metern auch über der anaeroben Schwelle zu fahren und dabei auch entsprechend motiviert zu sein.

Dummerweise wurde ausgerechnet dieses Segment von Stravas Segmentmatching nicht meiner Strecke zugeordnet. Die Gründe sind mir aber bekannt und ich warte gerade auf die Beantwortung meines Support-Tickets. Ich will den KOM. ;-)

Vom Rhein-Weser-Turm geht es dann auf dem gleichen, neuen glatten Asphalt über mehrere Serpentinen hinab nach Oberhundem. Aber so schön der Asphalt (und auch der Ausblick über die Höhen des Sauerlandes ist), obacht in den Kurven. Traktoren, LKW oder wer auch immer schaffen es in schöner Regelmäßigkeit, etwas Schotter oder Splitt von den Banketten in die Kurven zu tragen. Also – wie immer gilt beim Rennrad fahren: nur so schnell in die Kurven einfahren, wie man nicht nur die Verkehrssituation, sondern auch Untergrundbeschaffenheit eindeutig erkennen kann.

Oberhundem wird mitsamt seinem Wasserschloss, Schloss Adolfsburg, rechts liegen gelassen (wobei ein hindurchschlendern durchaus lohnenswert ist) und der leicht abfallenden L 553 etwas weiter gefolgt, bis der Abzweig nach Selbecke erreicht wird. Hier biege ich ein, um zu einem sehr schönen Anstiegs-Schmankerl zu gelangen. Einer Strecke, ganz so, wie ich es mag. Ein kleiner, schmaler asphaltierter Weg führt ab Ortsausgang Stelborn unter Bäumen hindurch hoch in den Wald. Die Asphaltqualität ist hier nicht unbedingt die Beste, das kümmert beim Bergauf fahren jedoch nicht (sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden, wenn man die Strecke entgegengesetzt befährt).

Mit im Schnitt rund 6, in Spitzen allerdings bis zu 12 % geht es, oft unter schattigen Bäumen (sehr willkommen am auch heute endlich wieder sehr schön sonnigen Sommerwetter) hindurch, hoch zum so genannten Potsdamer Platz, einem Kreuzungspunkt verschiedener Wanderwege. Von hier aus ist es auch nur noch ein Katzensprung zum Alpenhaus – welches allerdings nicht auf aspaltiertem Weg zu erreichen ist.

Auch hier powere ich mich wieder voll aus. Ich weiss zwar, dass es diesen Anstieg auf Strava noch nicht gibt, ich ihn heute erst anlegen werde und somit als „Erstbefahrer“ auf Strava auch zwangsläufig der KOM sein werde. Aber das ist mir egal – eine gute Zeit vorlegen hat noch niemandem geschadet und hier geht es ja auch um den Trainingseffekt. Außerdem weiss ich, dass ich gleich im Anschluss des Anstiegs an einem sehr lauschigen Plätzchen werde Rast machen können.

Der Heiligenborn zwischen Stelborn und Milchenbach

Kurz hinter dem Gipfelpunkt erreiche ich die Quelle des Heiligenborn. Hier war ich im Frühjahr bereits schon einmal mit dem Crosser. Hier gibt es ein paar Bänke und Tische, Holzkreuz und Hinweistafel und die Quelle selbst, die in früheren Jahren als Heilquelle, insbesondere für Augenleiden galt. Auf der anderen Wegesseite mündet sie in einen kleinen Tümpel, bevor sie ihren weiteren Weg durch den Wald sucht.

Der Heiligenborn (die Sony DSC-RX100 macht sich übrigens mitsamt dem kleinsten Joby-Gorillapod hervorragend, um auch Langzeitaufnahmen verwischten Wassers zu erstellen)

Wenn das Wasser gegen Augenleiden geholfen haben soll, dann ist es bestimmt auch super geeignet, meine von Schweisstropfen verunzierte Brille zu reinigen. ;-)

Und zum Kühlen des Gesichts, des Nackens und der Arme… Ahhhh – welch Wohltat!

Rastplatz am Heiligenborn

Ich esse noch einen Riegel, mache noch ein paar Fotos und weiter geht es, jetzt auf viel besserer Asphaltqualität als im Anstieg, hinab nach Milchenbach und im Anschluss ins Tal der Lenne auf die B 236, der ich jetzt lenneauf an Fleckenberg vorbei bis nach Schmallenberg folge. In Schmallenberg biege ich auf die K 17 nach Grafschaft ab.

Grafschaft ist ein schöner kleiner Ort der u.a. eine sehr rührige Radsport-Abteilung besitzt, die überregional bekannte Rennrad- und vor allen Dingen Mountainbike-Rennen veranstaltet. Und der auch durch das Kloster Grafschaft geprägt wird, welches ich mir bei meiner Fahrt am Dienstag zum ersten Mal (trotz zahlreicher bisheriger Ortsdurchfahrten) etwas näher anschaue.

Kloster Grafschaft, gegründet 1072 als Benediktinerabtei, seit 1948 das Generalmutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Karl Borromäus und heute Fachkrankenhaus

Lauschiges Plätzchen für ein Wilier Triestina vor dem barocken Kloster Grafschaft

Im Ort selbst findet sich recht bald der Hinweispfeil nach Schanze, dem ich nun folge. Attacke! Da ich weiss, das für diesen Anstieg ein sehr starker KOM existiert, habe ich wenig Hoffnung, eben diesen zu erobern. Aber mal schauen was geht, auch hier wieder voll ausbelasten und einen starken zweiten Platz holen – ach, was rede ich, natürlich den KOM in meiner Altersklasse (hehe) – das ist das Ziel. Ahh, ich liebe es. :)

Ein solider Herzfrequenzschnitt von 170 über das gesamte Segment und damit in der oberen Hälfte der Zone 4 und ganz zum Schluss von 178, also bereits anaerob bringt ein ebensolches Ergebnis: 16,0 km/h im Schnitt, 18:10 Minuten für die 298 Höhenmeter auf 4,9 km Strecke und somit Platz 2 von 13 Strava-Aufzeichnungen von 8 unterschiedlichen Fahrern.

Ein Wartehäuschen in Schanze gegenüber Bräutigam-Hanses Gasthaus: Wilier Triestina vor Briefkasten, Wanderkarte und Defibrilator!
Alles beisammen: wenn man vom Bergsprint oben zusammenklappt, kann man sich wiederbeleben, auf der Karte schauen, wo man ist und per Post schreiben, wo man abgeholt werden kann… ;-)

Ein Strava- und Twitterkontakt aus Medebach (keine Namen, um die Schuldigen zu schützen…) empfahl die Skihütte in Schanze zur Einkehr. Nun kehre ich fast nie während meiner Rennradtouren irgendwo ein. Sei es, weil ich ohnehin nicht weit von daheim entfernt bin, sei es, weil ich einfach keine einladende Gelegenheit gerade dann finde, wenn ich es vom Pausenbedürfnis her erhoffte (und damit meine ich in der Regel Außengastronomie, windgeschützt, Ausblick, Gelegenheit mein Rennrad ganz nah am Tisch zu haben, schnelle Bedienung… eine seltene Kombination) oder weil ich in einer zwei, drei oder auch vier- und mehrstündigen Ausfahrt zwar gerne 10 bis 30 minütige Fotopausen mache, wenn es sich ergibt, aber nicht so lange und länger tatenlos wegen Nahrungsaufnahme herumhocken will.

Wie dem auch sei – ein, zweimal im Jahr kann man so etwas ja machen…

Skihütte also. Gut. Außengastronomie, Windgeschützt, Rennrad am Tisch, schnelle Bedienung (ja, war zunächst ziemlich alleiniger Gast) passte. Ok. Ich wählte einen Apfelstrudel mit Vanillesauce und einen Kaffee. Keine gute Wahl. Aus zweierlei Gründen. Der Kaffee war gut. Nichts zu meckern. Die Apfelstrudel- und vor allen Dingen Vanillesauce-Portion war sehr reichlich. Das ist ja eigentlich gut, nur von Art der Speise und Menge dann doch der folgenden Weiterfahrt eher abträglich. Und das einzig gute, was ich über den Apfelstrudel selbst sagen kann, ist, dass er essbar war. Soeben. Hätte wohl doch besser die angebotenen Waffeln mit frischen Erdbeeren oder einen klassischen Käsekuchen wählen sollen.

Apfelstrudel in der Skihütte Schanze

Naja – und Handy-Empfang gibt’s da auch nicht. Also bezahlen und weiter. Rollen. Sehr gemächlich. Oh, mein Magen…

Was gibt’s denn noch so in Schanze? Wenn man die Straße durch den Ort verfolgt, so geht diese wenige Meter hinter Bräutigam-Hanses Gaststätte (oder sogar Hotel?) in einen Wanderweg über. Und noch ein paar wenige Meter weiter steht man vor einem Tor zum Rothaarsteig. Wenn ich auch die paar Häuser von Schanze weiter oben im Text ein klein wenig gedisst habe: Region hat es hier.

Bewaldete Höhen und Täler – Ausblick von Schanze

Und man ist zentral am Rothaarkamm und in der direkten Nachbarschaft vieler Wander-Highlights, wie dem Rothaarsteig oder dem Waldskulpturenweg.

Ein Tor zum Rothaarsteig – dem Weg der Sinne.

Immer noch zu allem oberhalb lockerer Grundlagenanstrengung unfähig, lasse ich mich durch das Gewicht des hochkomprimierten Gummi-Apfelstrudels wieder herab nach Grafschaft beschleunigen. Jetzt muss ich über einen kleinen Zwischenanstieg, um nach Oberkirchen zu gelangen. Vorher mache ich lieber noch ein paar Fotos, aber es hilft nichts: schön piano rolle ich im Anschluss mich, den Apfelstrudel und die Vanillesauce den Berg hoch und dann wieder hinab nach Oberkirchen.

Weide hinter Grafschaft

Oberkirchen ist auch ein sehr schmucker Ort im Lennetal. Ein paar weitere Fotos später fühle ich mich auch wieder halbwegs fähig, normalen Druck auf die Pedale zu bringen und folge der B480 hoch zum Albrechtsplatz.

Die Lenne in Oberkirchen

Zwar gibt es auch hier ein Strava-Segment (wie überall hier im Umkreis), aber meine drei vorgesehenen KOM-Efforts habe ich für heute erledigt. Ab dem Albrechtsplatz bin ich auch fast schon wieder daheim – kein direkter Anstieg folgt mehr, die zügige und lange Abfahrt vom Albrechtsplatz geht in eine Rollerstrecke über, die durch Bad Berleburg hindurch über Weidenhausen bis zur Leimstruther Höhe und von da dann über Schameder wieder nach Erndtebrück führt.

Distanz: 111,7 km, Höhenmeter: 1567 m, Zeit: 5 h 55 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,0 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,8 km/h, Durchschnitts-HF: 134

auf Strava:

November Rain im Juli. Regenfahrt zum Auftakt der Rapha Rising Challenge.

Rad fahren

kurzer Fotohalt oberhalb Schameder

So, gestern noch Pause (hatte mir also 2 sehr lockere Wochen nach dem Maratona dles Dolomites gegönnt) und heute wollte ich dann laut Planung wieder richtig (also nicht mit einem Paukenschlag, aber doch wieder mit Anspruch) in das Training einsteigen. Laut Wettervorhersage war das bis gestern auch clever. Schließlich war für den gestrigen Samstag noch richtig Regen vorhergesagt (und so kam es auch) und für den heutigen Sonntag war weitgehende Trockenheit in Aussicht gestellt. Tja – bis gestern abend. Da wechselte dann die Vorhersage auf ähnliche Mengen wie schon gestern zu erdulden.

Naaa toll! -.-

Kurze, halbwegs trockene Phase – aber die Wolken über Schameder sind keine leere Drohung…

Rollentrainer war aber keine Alternative. Erstens wollte ich mal wieder raus an die frische Luft und zum zweiten startete heute die Rapha Rising Challenge auf Strava.

Es gilt, von heute an bis zum kommenden Sonntag 6.881 Höhenmeter zu erklettern – die kumulierten Höhenmeter des sogenannten Circle of Death. Denn heute, am 15. Juli 2012 kommt die Tour in den Pyrennäen an. Am 18. Juli wird das Peloton den Circle of Death, die ehrfurchtsgebietende Schleife mit dem Col d’Aubisque (1,709 m), Col du Tourmalet (2,114 m), Col d’Aspin (1,489 m) und dem Col de Peyresourde (1,569 m) unter die Räder nehmen.

Tja – und auf dem Rollentrainer kommen nun mal leider keine Höhenmeter zusammen…

Nun ja, ich wollte ja schon immer mal meine Regenausrüstung, allen voran meine neue Regenjacke, auf Tauglichkeit testen.

Wasser auf allen Wegen…

Während es draußen in Strömen goss, öffnete ich mal wieder den schon seit letztem Herbst ungenutzten Karton mit den Roadracer mk2 crudguards. Schaute mir auch nochmal das Montierungstutorial Video an. Und brachte es immerhin dazu, nach dem Maßnehmen das hintere Schutzblechteil passend per Säge abzulängen (war beim GranTurismo erforderlich). Tja und dann – dann hatte ich mal wieder keine Lust, den Kram samt Kabelbindern und Co zu befestigen (obwohl es eigentlich gut aussah – nun, so gut, wie solch Kram an einem Rennrad halt aussehen kann).

Ich packte alles wieder in den Karton und beschloss, wieder den Crosser her zu nehmen. Der kann auch ruhig vollgesaut werden und samt Schaltung und allem drum und dran im Regen unter Wasser gesetzt werden. Die SPD-Pedale erlaubten zudem das Verwenden der wasserdichten Winterschuhe (ja, Winterschuhe…).

Oberhalb Fleckenberg. Unter dunklen Wolken und im Regen.

Angezogen habe ich: besagte Winterschuhe, meine Winterlauftight über normalen Bibshorts, das übliche Kurzarmfunktionsunterhemd, ein Kurzarmtrikot darüber und on Top die Gore Bike Wear Gore-Tex Active Shell Jacke Oxygen AS. Ein Hammerteil! Soviel kann ich jetzt schon vorweg nehmen. Eine hervorragende Regenjacke. Toller Sitz, schön eng ohne einzuengen. Auch beladene Trikottaschen führen zu keinem schlechten Sitz. Schöner verlängerter Rücken. Gut sitzende, lange Ärmel, die nicht flattern und einen tollen Handgelengsabschluss haben, der bis über den Handrücken führt.

Den Regenschutt heute hat sie super weg gesteckt. Abfahrten waren absolut kein Problem (ob heute im Regen oder auch letztens die Abfahrt vom Grödner Joch in den Dolomiten) und auch Bergauf war ich damit gut angezogen. Nun muss man dazu sagen, dass die Temperaturen heute auch keine Waschküche erzeugt hatten. Fern davon. Es war im Schnitt 10,2 °C wa… kalt. 10,2! Verdammte Hacke… im Juli!

Auf dem Kopf hatte ich unter dem Helm eine Castelli-Baumwoll-Radlerkappe und über dem Helm einen Sugoi-Überzieher. Der ist aus Textilmaterial und somit nicht 100 % wasserdicht – dafür aber auch keine Transpiration abwürgende Duschhaube und er sitzt gut und ohne Flattern und Geräusche auf dem Helm. Nass wurde ich so auf dem Kopf kaum. Lediglich beim stärksten Schutt wurde es von der Stirn her nass bzw. feucht. Weiss jetzt aber nicht, ob es da dann durchkam oder ob das Wasser vom durchtränkten und tropfenden Schild der Kappe nach oben hin gezogen wurde.

Yours Truly, Rain Edition.

An Handschuhen hatte ich Endura-Handschuhe für die Übergangszeit an. Die waren trotz Imprägnierungsspray-Behandlung dann recht Bald im Regen durchweicht, boten aber nach wie vor angenehmes Tragegefühl und Wind hatte keine Chance, mir klamme Finger zu bescheren.

Interessanterweise war mir auch an den Beinen nicht kalt und ich hatte auch weitestgehend kaum Nässegefühl, obwohl die Lauftight dem Regen nun rein gar nichts entgegen zu setzen hatte außer einfach nur da zu sein. Na, immerhin. Hier wäre aber durchaus noch Optimierungspotenzial. Auch, weil der Beinabschluss nicht dazu angetan ist, über die Schuhschäfte gezogen zu werden. Und so lief (oder zog) dann irgendwann das Wasser von oben in die Schuhe. Aber auch hier blieben die Füße auch bei Abfahrten warm, weil halt gar kein Wind dran kommen konnte.

Wenigstens ist Regen toll für die Vegetation. Und Fotos davon. :)

Tja – November im Juli. Toll. Nicht. Aber egal. Es war heute trotz allem angenehm genug, dass ich selbst im Regen mit der Kamera herumexperimentierte. :)

Das einzige Ausrüstungsteil, das heute teilweise versagte, war der Garmin Edge 800. Der ist zwar Wasserdicht, aber die barometrische Höhenmessung hatte heute versagt. Vermutlich hat Spritzwasser die entsprechende Öffnung außer Gefecht gesetzt. Als ich das gegen zweitem Drittel der Strecke merkte, versuchte ich den Garmin mal zu schütteln bzw. auf dem Lenker zu klopfen. Für wenige Sekunden zeigte er dann wieder plausible Steigungsprozente, um dann (trotz Anstieg) sofort wieder auf Minus-Prozente und dann auf Null Prozent zu wechseln. Das wiederholte ich mit selben Ergebnis drei mal und liess es dann auch gut sein. Ausgerechnet! Wo ich doch das alles hauptsächlich machte, um Höhenmeter zu sammeln! Gnarf. Nun ja, dann musste es im Nachgang halt die Elevation Correction auf Basis des digitalen Geländemodells richten.

Merida Cyclocross 4D

Distanz: 60,90 km, Höhenmeter: 1036 m, Zeit: 3 h 05 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,7 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,2 km/h, Durchschnitts-HF: 127

auf Strava:

Mache mehr aus Strava. Externe Webtools für das Online-Trainingsportal.

Rad fahren

Strava ist cool. Oder auch nicht – sie wollten mich nicht in das Strava-Ambassador Programm aufnehmen. Obwohl ich hier schon wieder ungefragt Werbung für sie mache… Ok, vergesst, was ich gesagt habe… ;-)

Sei es drum: Hier habe ich im letzten Jahr schon etwas über Strava geschrieben.

Diese kleine Infografik zeigt, was Strava-Athleten (Radfahrer und seit einiger Zeit auch Läufer) zusammen geleistet haben.

Strava ist kein Ersatz für ein Trainingstagebuch bzw. eher, Trainingsanalyseprogramm. Aber auch bei dem, wofür es sich gut eignet, gibt es hier und da noch offene Wünsche.

Und einige dieser Wünsche können 3rd Party Webtools bereitstellen.

Track-Export als GPX-Datei

Selbst hochgeladene Strecken, bzw. Trainings, kann man auch selbst im Nachhinein wieder aus Strava exportieren. Es gibt rechts am Rand einen Drop-Down-Button, der unter anderem die Aktion „Export GPX“ bereithält. Bei Fahrten anderer Strava-Mitglieder geht das aber nicht.

Was, wenn die Ausfahrt der Freunde oder Vereinsmitglieder nur all zu interessant aussieht und man sie unbedingt nachfahren möchte? Nichts leichter als das. Man nehme: Cosmo Catalanos GPX Export Script.

Wo bin ich schon überall gewesen? Welche „Pfade“ habe ich schon beschritten / befahren?

So etwas habe ich mir schon seit langem gewünscht. Ich dachte eigentlich, ich würde es zuerst in Form eines Plugins für die Trainingssoftware SportTracks oder ähnlicher GPS-Software finden. Aber vor kurzem wurde ich auf folgendes tolles Web-Tool aufmerksam: der Multiple Ride Mapper bzw. das Strava Multiple Ride Mapping Tool, programmiert von Jonathan O’Keefe.

Einfach z.B. eine Rider-ID (es muss nicht die eigene sein) eingeben und alle öffentlich geflaggten Trainings (auch Subsets, z.B. nach Datumsbereichen eingegrenzt) lassen sich darstellen. So kann man wunderbar schauen, wo man denn schon überall war, welche Strecken man besonders häufig (bewusst oder unbewusst) unter die Räder nimmt, wo noch Lücken im eigenen Wegenetz sind (Jäger und Sammler oder Open-Street-Mapper) etc. Ich finde so etwas total faszinierend.

Aber man kann noch mehr damit machen. Z.B. in Verbindung mit dem nächsten externen Tool feststellen, welche Touren ein entsprechendes Segment gemeinsam haben. Sagen wir, ein interessantes Segment, ein bekannter Anstieg, soll auch mal in das eigene Palmarés übernommen werden. Jetzt kann man die ID dieses Segmentes eingeben und schauen, welche beliebten Touren, also welche verschiedenen Anfahrtswege und Verknüpfungsstrecken, häufig zu diesem Segment führen.

Schließlich könnte man ja versucht sein, eine neue Bestleistung an diesem Segment zu erbringen und so den Titel des KOM, des King of Moutain (oder der Queen of Mountain) zu holen. Hierfür gibt es zwei weitere niftige Web-Apps:

Segment Details

Auch von Jonathan O’Keefe und unter diesem Link zu finden.

Hier werden die Segmente erweitert analysiert und mit verschiedenen tabellarischen (und grafischen) Details aufbereitet. Zeitlicher Verlauf der KOMs, jährliche Zusammenfassungen etc.

Und über den linken Reiter kann man direkt auf das vorgenannte Multiple-Mapping-Tool für das entsprechende Segment zugreifen.

Weiterhin gibt es bei Jonathan einen „KOM Notifier“. Diesen Dienst bietet Strava mittlerweile aber auch nativ an. Man bekommt eine E-Mail, sobald ein eigener KOM durch jemand anderen geschlagen wurde.

Raceshape.com

Wer das dann natürlich nicht auf sich sitzen lassen möchte – oder einfach nur aus Spaß an der Freude die eigenen und die Leistung der anderen an diversen Anstiegen bzw. Segmenten besser und umfangreicher analysieren möchte, als dies auf der Strava-Webseite möglich ist, der schaut sich Raceshape.com an.

Hier kann man sehr schön grafisch und mit direktem Feedback verschiedene Fahrten gegenüberstellen, sortieren, die Abstände zwischen zwei Fahrten/Fahrern nach Wegstrecke etc. analysieren. Wo war ich besonders stark? Wo habe ich wertvolle Sekunden verloren? Hier gibt es die Antwort.

Schaut es euch an: es ist sowohl für den Datenjunkie als auch für den KOM-Sniper aber auch für den entspannten Radler, der die Landschaft genießen und dafür interessante Touren nachfahren möchte, alles dabei. :)

Wenn ihr also durch meine Streckenbeschreibungen Interesse an der einen oder anderen Tour habt und ich diese nicht explizit auf GPSies.com abgelegt habe, könnt ihr mit obigen Tools (z.B. GPX-Export) auch immer meine Strava-Strecken herunterladen. Viel Spaß dabei!

Noch überhaupt nicht „ausgetretene“ Pfade: meine Rennrad, Mountainbike und Joggingstrecken der letzten Jahre in und um Siegen-Wittgenstein