Nebeneinander gestellter Vergleich der unterschiedlichen Bestimmungsmethoden GPS, DGM und barometrisch.

Höhenmeter-Angaben. Wie werden Höhenprofile ermittelt und warum unterscheiden sie sich je nach Fahrt oder je nach Quelle?

Rad fahren

Neben der Streckenlänge in Kilometern und der so berüchtigten Frage nach der Durchschnittsgeschwindigkeit sind es die Höhenmeter, die den Radfahrern sehr am Herzen liegen. Sei es, um die eigene Leistung einzuschätzen, sei es, um mit der Leistung zu prahl… um die eigene Leistung zu präsentieren (was ich hier auf diesem Blog ja auch gerne tue ;-)) oder sei es, um die Leistung anderer bzw. eine geplante Strecke einzuordnen.

Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass ich ab und an Fragen zu diesem Thema bekomme oder das sich auf Twitter bzw. in Foren immer mal wieder entsprechende Fragen finden. Eine typische Frage ist z.B., warum bei der Aufzeichnung mit dem Smartphone und einer App die Höhenmeterangabe innerhalb der App und innerhalb eines weiteren Webdienstes (Sportics, Trainingstagebuch.org, Strava und wie sie alle heissen) unterscheiden.

Daher nun dieser Beitrag. Die einfache und schonungslose Wahrheit zuerst: Bei den Höhenmetern gibt es keinen wirklich „wahren“ Wert.

Da wäre zum einen die „Messgenauigkeit“ der verwendeten Methoden:

– Höhenermittlung per GPS

Das Global Positioning System (GPS) ist ein System von Satelliten, welches auch für zivile Zwecke seit dem Abschalten der künstlichen Signalverschlechterung (Selective Availability) eine Ortungsgenauigkeit von rund und meist besser als 10 Meter (und, das ist für diesen Bezug wichtig: horizontal) ergibt. Dadurch, dass fortlaufend die Position ermittelt wird, ergeben sich aber meist sehr gute und auch problemlos z.B. für die Geschwindigkeitsauswertung mehr als taugliche) Tracks. Meist liegen diese Tracks auch deckungsgleich auf den entsprechenden Wegen in den Karten wie z.B. GoogleMaps und weiteren Kartengrundlagen. Ab und an (besonders unter dichtem Laub oder auch in engen Straßenschluchten) kann es je nach Satellitensichtbarkeit und Empfängerqualität) schon mal zu partiellen Abweichungen und Ausreißern kommen. Hinzu kommt, dass sowohl die GPS-Sensoren in Smartphones wie auch die Auswertealgorithmen entsprechender Apps meist nicht die Spitze des Machbaren darstellen.

Die Höhenbestimmung geschieht zwar nach dem gleichen trigonometrischen Prinzip wie die Lagemessung, aber die relativen Satellitenpositionen sind von den Winkeln her für die Höhenbestimmung viel ungünstiger (siehe z.B. hier für eine schöne Grafik  und hier für eine Aufzählung von möglichen Fehlereinflüssen).

Dazu kommen noch Transformationsfehler von einem Höhenbezugssystem auf das andere. Während also 10 Meter (und meist besser, vielleicht um die 0,5 bis 2 Meter) für die Lage für unsere Zwecke (und die vielen anderen alltagsbekannten Einsatzmöglichkeiten von GPS) völlig ausreichend sind, sind solche und größere Bestimmungsfehler für ein qualitativ hochwertiges Höhenprofil sehr, sehr schlecht.

Weiters kommt noch hinzu, dass aufgrund der Fehlernatur die Höhenprofile ein und derselben Strecke bei mehrmaligem Befahren völlig unterschiedlich aussehen können. Siehe z.B. folgende Grafik von zwei Fahrten über eine meiner Hausrunden, der LPGCoiW.

GPS-basierte Höhenprofile zweier unterschiedliche Fahrten über die selbe Strecke übereinander gelegt (habe leider nicht mehr von dieser Strecke).

– Höhenermittlung per Digitalem Geländemodell

Weil die per GPS-ermittelten Höhenprofile auf deutsch gesagt ziemliche Grütze sind (natürlich immer noch besser als gar keine Höheninformation zu haben und das Gesamtbild geben sie natürlich trotzdem wieder), kann man versuchen, auf anderem Wege zu einem verbesserten Höhenprofil zu gelangen.

Aufgrund der Natur der Sache liegt bei einer GPS-aufgezeichneten Strecke ja der horizontale Streckenverlauf vor. Diesen in der Lagebestimmung recht guten Track kann man nun mit einer Karte von Höheninformationen verschneiden, einem sogenannten Digitalen Geländemodell (DGM oder auf englisch DEM, von Digital Elevation Model). Einen Eindruck kann man sich z.B. bei den Geodaten-Zentralen der Länder, hier NRW verschaffen (auch hier wird sich gerne und öfters mal umbenannt, Landesvermessungsamt war NRW zu Schnöde, es wurde 2008 als Geobasis NRW in die Bezirksregierung Köln integriert ;-))

Es hängt nun von der Genauigkeit und der Auflösung des DGM ab, welche potenzielle Genauigkeit das daraus abgeleitete Höhenprofil haben kann.

Gerne, weil online frei und global verfügbar, werden auch die Daten der Shuttle Radar Topography Mission (SRTM) benutzt.

Die Fehler des solcherart ermittelten Profils leiten sich nun aus der Kachelgröße (sprich Rasterung) des DGMs und dem Verlauf der Strecke ab. Selbst bei einem relativ hochauflösendem DGM kann es vorkommen, dass anstelle der eigentlichen Straßenhöhe die Höhe des daneben liegenden Geländes maßgebend für den aktuellen Rasterpunkt bzw. die Kachel ist. Bei steilem Gelände, kurvigen Strecken und vielleicht sogar noch leichter Verschiebung des GPS-Tracks so, dass er tatsächlich mal mehr, mal weniger in der Böschung liegt, kann es also mehr oder weniger ausgeprägte Fehler geben. Denke hier z.B. an eine serpentinenreiche Strecke, bewaldet, im Gebirge. Alle Schwierigkeiten sind darin versammelt.

Dennoch ist dieses Profil meist sehr viel besser als ein rein GPS-ermitteltes Profil. Trotzdem wird man in eigentlich konstant ansteigenden Streckenbereichen örtliche Steigungswechsel, Sprünge oder auch mal kurze Gefälle haben, die dort in der Realität gar nicht vorhanden sind – nur halt weniger als bei GPS-Profilen. Und da diese Bestimmungen von dem Verlauf des Tracks abhängen, kann sich je nach Überschneidung der oben genannten Einflüsse auch hier von Fahrt zu Fahrt immer noch ein größerer Unterschied ergeben):

DGM-basierte Höhenprofile zweier unterschiedliche Fahrten über die selbe Strecke übereinander gelegt.

– barometrische Höhenermittlung

Hier wird sich die Änderung des Luftdrucks mit der Höhenlage zu Nutze gemacht. Druck P ist gleich Dichte mal Erdbeschleunigung mal Höhe. Wenn wir also die Luft als ideales Gas betrachten und auch erst mal beiseite lassen, dass sich mit der Temperatur auch die Dichte der Luft ändert und weitere meteorologische Einflüsse wie Luftfeuchtigkeitsverteilung und Durchzug von Wetterfronten den Luftdruck beeinflussen, ist es recht einfach, aus dem gemessenen Druck direkt die Höhe zu ermitteln. Wenn zunächst mal auch nur eine relative Höhe (aufgrund der genannten Randbedingungen).

Für ein Höhenprofil würde uns das schon reichen. Wenn wir wissen wollen, wie steil dieses oder jenes Streckenstück gewesen ist oder wie viele Höhenmeter wir denn auf unserer Fahrt gesammelt haben, ist das alles, was wir brauchen. Damit wir auf der Höhenskala auch noch absolute Werte eintragen können, müssen diese relativen Höhendaten noch mit einer Ausgangshöhe verknüpft werden. In dem man z.B. dem Höhenmesser, dem Altimeter (bzw. dem Radcomputer mit integriertem Höhenmesser) am Start der Strecke die absolute Höhe mitteilt.

Die kann man z.B. auch fest für eine Position einprogrammieren. Das kann die Höhe vom Bahnhof des Ortes sein, eines Pass-Schildes, die Höhe, die aus einer Landkarte entnommen wurde usw. und so fort. Oder man überlässt es dem Gerät, welches dann z.B. aus einer GPS-Messung einmalig eine Starthöhe ermittelt (jetzt wird es dann kompliziert, denn wie und wann ein spezielles Gerät eine Korrektur vornimmt, ist gerade bei Garmin meist schlecht dokumentiert. Ich denke, die neueren Edge-Modelle nehmen immer nur eine einmalige Korrektur vor, wenn Start/Stop gedrückt wird – oder bei entsprechender Einstellung, wenn eine längere Pause einen Autostop ergab. Hier ist es aber selbst in einschlägigen Foren schwer, einen Konsens zu finden).

Wie dem auch sei, mit der barometrischen Höhenermittlung bekommt man in der überwiegenden Anzahl der Fälle sehr schöne, stimmige und auch weitestgehend reproduzierbare Höhenprofile. Diese lassen hervorragend zu, Angaben über die tatsächliche Steigung entsprechender Abschnitte zu machen und damit auch sehr gut die dafür benötigte Leistung auszuwerten. Ebenfalls werden die gefahrenen Höhenmeter nicht durch ständiges Auf- und Abgezappel künstlich aufgebläht.

Barometrisch ermittelte Höhenprofile 7 zufällig herausgegriffener unterschiedliche Fahrten über die selbe Strecke übereinander gelegt. Es ist zu sehen, dass es auch eine im Anfang stärker abweichende Fahrt gibt. Im großen und ganzen gibt es aber eine sehr gute Konsistenz und auch einen gleichmäßigen Verlauf, den man von einer ordentlich gebauten Straße erwartet und kennt.

Vorsicht ist allerdings dann geboten, wenn während der Fahrt größere Veränderungen in der Temperatur auftreten, z.B. bei Fahrten von niedrige auf sehr große Höhe (auf einen hohen Pass, z.B.) oder aufgrund von Wetterumschwüngen. Letztere werden zudem ohnehin durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Änderung des Luftdrucks begleitet werden, so dass dadurch die bestimmte Höhe verfälscht wird.

Zieht z.B. eine Tiefdruckfront durch, so kann der barometrische Höhenmesser in diesem Moment nicht erkennen, ob der geringere Luftdruck durch diese Wetteränderung oder durch gewonnene Höhe erzeugt wurde – und schreibt natürlich letzteres in die Datei.

Oder, was allerdings eher selten der Fall sein dürfte, aber hier auch mal gezeigt werden soll: In einer heftigen Regenfahrt ist mir der Garmin Edge quasi abgesoffen. Also, dem Edge hat es eigentlich nichts gemacht, der ist wasserdicht. Aber die barometrische Höhenmessung hatte versagt. Vermutlich hat Spritzwasser die entsprechende Öffnung außer Gefecht gesetzt. Als ich das gegen zweitem Drittel der Strecke merkte, versuchte ich den Garmin mal zu schütteln bzw. auf dem Lenker zu klopfen. Für wenige Sekunden zeigte er dann wieder plausible Steigungsprozente, um dann (trotz Anstieg) sofort wieder auf Minus-Prozente und dann auf Null Prozent zu wechseln. Das wiederholte ich mit selben Ergebnis drei mal und ließ es dann auch gut sein. Hier war dann wieder die Höhenermittlung per DGM gefragt.

Barometrische Höhenmessung außer Gefecht gesetzt. Vergleich mit Höhenkorrektur per DGM (SRTM).

So, also bisher haben wir mehr oder weniger Fehlereinflüsse bei den genannten drei Methoden – diese sind aber die einzig zweckmäßigen für die Höhenermittlung unterwegs. Möchte man es ganz genau wissen, muss man ein Nivellement der gefahrenen Strecke erstellen. Oder, das wäre ebenfalls noch recht genau, einen per Differential GPS sehr genau bestimmten Track mit einem hochauflösendem Geländemodell einer Rasterweite von 1 m (DGM1) verschneiden.

In Ergänzung sei noch gesagt, dass man ein Höhenprofil natürlich auch auf die ganz klassische Methode entweder im Nachgang oder bei der Planung einer Tour bestimmen kann. Man nehme eine großmaßstäbliche Karte die auch möglichst enge Höhenlinien aufweist und misst jeweils die Streckenlänge zwischen zwei Höhenlinien (ob klassisch Papier oder digital computerunterstützt). Je nach Genauigkeit der Karte und verwendeter Mühe bekommt man so auch ein Höhenprofil.

Die beste der drei Methoden für mobil aufgezeichnete Strecken ist für unsere Zwecke die barometrische Höhenmessung. Hier mal ein Vergleich der aus den vorhergehenden Grafiken bereits bekannten Strecke. Rund 35 km auf für Mittelgebirgsverhältnisse vergleichsweise flacher Strecke.

Zuerst der Vergleich zwischen GPS-Bestimmung der Höhe und DGM-basierter Höhenbestimmung ein- und derselben Fahrt:

Vergleich zwischen GPS-Bestimmung der Höhe und DGM-basierter Höhenbestimmung ein- und derselben Fahrt.

Dann ein Vergleich zwischen DGM-basierter Höhenbestimmung und barometrischer Höhenbestimmung:

Vergleich zwischen DGM-basierter Höhenbestimmung und barometrischer Höhenbestimmung.

Und zum Schluss ein nebeneinander gestellter Vergleich der unterschiedlichen Bestimmungsmethoden:

Nebeneinander gestellter Vergleich der unterschiedlichen Bestimmungsmethoden GPS, DGM und barometrisch.

Und wie hoch waren die daraus ermittelten Gesamthöhenmeter für diese 35 km Runde?

Aus GPS ermittelt: 572 Höhenmeter.
Aus der selben Fahrt per DGM-Korrektur (in Sporttracks) ermittelt 408 Höhenmeter.
Aus einer anderen Fahrt derselben Strecke barometrisch ermittelt: 200 Höhenmeter.

Noch Fragen?

Kein Wert davon ist absolut korrekt. Aber die ersten zwei sind deutlich weiter von der Wahrheit entfernt, als das barometrische Profil.

Aber was ist eigentlich „Wahrheit“ in diesem Fall?

Nehmen wir jetzt aber hypothetisch mal an, wir hätten die perfekte Strecke unter den perfekten Bedingungen für alle drei uns zur Verfügung stehenden Methoden gefahren: Die Höhenlage der Straße weicht nicht von der Höhenlage des umliegenden Geländes ab (wichtig für die DGM-basierte Höhenbestimmung zur Vermeidung von möglichen Fehlern), die Gradienten sind nicht zu steil, aber auch nicht zu flach (so dass sich kleine Höhenfehler schon zu maßgeblichen Fehleranteilen summieren können), das Wetter und die Temperaturen sind konstant und auch die Satelliten stehen optimal und es können genügend von ihnen vom Gerät „gesehen“ werden (aber trotzdem wird die GPS-Höhe fluktuieren). Warum sind meine Höhenmeter, dargestellt und ermittelt von Software x unterschiedlich denen, dargestellt und ermittelt von Online-Trainingslogbuch y? Und warum (wenn ich ein bestimmtes Rennen gefahren bin) sind die Angaben des Veranstalters nochmal anders?

Wann ist ein Höhenmeter ein Höhenmeter? Oder warum ist die Küste Großbritanniens unendlich lang?

Nun, mit den Angaben des Veranstalters ist das im Zweifel recht einfach. Neben der Länge der Strecke sind es natürlich die Höhenmeter, die die Schwierigkeit der Strecke und damit Anspruch aber auch Protzerei-Potenzial (sowohl des Veranstalters als auch der Zielgruppe) bestimmen. 200 km und 5000 Höhenmeter hören sich einfach viel besser an als 197 km und 4765 Höhenmeter. Gerade bei Schwellenwerten wird da sicher gerne aufgerundet. Oder es werden seit Jahr und Tag die gleichen Daten für den Werbeflyer verwendet, auch wenn sich die Streckenführung ab und an mal geändert hat.

Aber auch bei bestem Wissen und Willen und höchstgenauer Bestimmung können die Höhenmeterangaben mehr oder weniger stark differieren.

Ab wann zähle ich denn Höhenmeter?

Wenn ich auf flacher Runde mal einen Meter gewonnen, dann wieder verloren habe (diese Höhenunterschiede aber nie spürte) – war ich dann ganz flach unterwegs (0 Höhenmeter) oder habe auf einer 30 km Runde durch die Marsch sagenhafte 200 Höhenmeter gesammelt?

Im Extrem: Wenn ich jeden Millimeter, den das Rad aufgrund des rauhen Asphalts nach oben und unten zittert, aufsummiere, komme ich auf sehr, sehr große Höhenmeterzahlen ohne je auch nur einen Zentimeter Höhe gewonnen zu haben.

Deswegen antworte ich auf Anmerkungen zu unterschiedlichen Höhenmeterangaben oft mit einem Verweis auf die fraktale Natur der Sache. Hier sei euch Benoît Mandelbrot ans Herz gelegt (z.B. hier: Die Küste Großbritanniens: eine unendlich lange Kurve).

Wenn ich im Mittelgebirge vom Start eines Anstiegs auf 450 m über NN (Normal Null) in 4 Kilomtern zum Ziel auf 630 m über NN gefahren bin, schreibe ich mir dann 180 Höhenmeter auf? Oder waren es doch vielleicht 200, weil es auch stellenweise mal kurz wieder bergab ging?

Ist für mich selbst ein Anstieg von 10 m über 5 Kilometer überhaupt ein Anstieg, den ich als geleisteten „Anstieg“ in meiner Statistik sehen möchte?

Aus diesem Grunde muss man die (ja auch in unterschiedlicher Auflösung vorliegenden Datenpunkte der Strecke – habe ich z.B. im Sekundenintervall aufzeichnen lassen oder in längeren Intervallen, weil ich vielleicht mit einem Smartphone habe aufzeichnen lassen) irgendwie filtern, bzw. glätten.

Und diese Glättung fällt von Software zu Software, bzw. von System zu System unterschiedlich aus.

In der Software SportTracks hat man zusätzlich noch die Möglichkeit, Anstiegs-Zonen zu definieren. Dort kann man z.B. einstellen, dass „Eben“ alles von -1,0 bis +1,0% Neigung ist und das Anstiege erst ab +1,0% Neigung beginnen. Entsprechend werden für die Gesamthöhenmeterangabe nur diese Anstiege gezählt.

Meine Vergleichsgrafiken in diesem Post entstammen übrigens alle dieser Software. Hier gibt es auch die Möglichkeit, per Befehl „Elevation Correction“ und „undo Elevation Correction“ sehr einfach DGM basierte (SRTM) Höhenkorrekturen (oder auch Verschlimmbesserungen, im Falle eines guten barometrischen Profils) anzubringen.

Strava verwendet z.B. in den USA die Daten des USGS National Elevation Dataset, für den Rest der Welt einen Mix aus ASTER und SRTM. Diese haben eine Raster-Auflösung von 30 bzw. 90 Metern.

Die Moral von der Geschicht‘:

Insgesamt bleibt festzuhalten: Je nach Länge der Strecke lohnt es nicht, sich über Differenzen von 100 bis 300 Höhenmetern in der Gesamtangabe beim Upload ein- und derselben Daten in unterschiedliche Software bzw. auf unterschiedliche Trainingslogbuch-Webseiten zu wundern.

Wichtiger ist da in meinen Augen schon die Qualität der Höhenprofile, was den stimmigen Verlauf angeht. Und da liegt die barometrische Höhenmessung meist vorne. Insgesamt ist diese den anderen Methoden vorzuziehen, kann aber auch ihre Tücken haben.

Noch überhaupt nicht "ausgetretene" Pfade: meine Rennrad, Mountainbike und Joggingstrecken der letzten Jahre in und um Siegen-Wittgenstein

Mache mehr aus Strava. Externe Webtools für das Online-Trainingsportal.

Rad fahren

Strava ist cool. Oder auch nicht – sie wollten mich nicht in das Strava-Ambassador Programm aufnehmen. Obwohl ich hier schon wieder ungefragt Werbung für sie mache… Ok, vergesst, was ich gesagt habe… ;-)

Sei es drum: Hier habe ich im letzten Jahr schon etwas über Strava geschrieben.

Diese kleine Infografik zeigt, was Strava-Athleten (Radfahrer und seit einiger Zeit auch Läufer) zusammen geleistet haben.

Strava ist kein Ersatz für ein Trainingstagebuch bzw. eher, Trainingsanalyseprogramm. Aber auch bei dem, wofür es sich gut eignet, gibt es hier und da noch offene Wünsche.

Und einige dieser Wünsche können 3rd Party Webtools bereitstellen.

Track-Export als GPX-Datei

Selbst hochgeladene Strecken, bzw. Trainings, kann man auch selbst im Nachhinein wieder aus Strava exportieren. Es gibt rechts am Rand einen Drop-Down-Button, der unter anderem die Aktion „Export GPX“ bereithält. Bei Fahrten anderer Strava-Mitglieder geht das aber nicht.

Was, wenn die Ausfahrt der Freunde oder Vereinsmitglieder nur all zu interessant aussieht und man sie unbedingt nachfahren möchte? Nichts leichter als das. Man nehme: Cosmo Catalanos GPX Export Script.

Wo bin ich schon überall gewesen? Welche „Pfade“ habe ich schon beschritten / befahren?

So etwas habe ich mir schon seit langem gewünscht. Ich dachte eigentlich, ich würde es zuerst in Form eines Plugins für die Trainingssoftware SportTracks oder ähnlicher GPS-Software finden. Aber vor kurzem wurde ich auf folgendes tolles Web-Tool aufmerksam: der Multiple Ride Mapper bzw. das Strava Multiple Ride Mapping Tool, programmiert von Jonathan O’Keefe.

Einfach z.B. eine Rider-ID (es muss nicht die eigene sein) eingeben und alle öffentlich geflaggten Trainings (auch Subsets, z.B. nach Datumsbereichen eingegrenzt) lassen sich darstellen. So kann man wunderbar schauen, wo man denn schon überall war, welche Strecken man besonders häufig (bewusst oder unbewusst) unter die Räder nimmt, wo noch Lücken im eigenen Wegenetz sind (Jäger und Sammler oder Open-Street-Mapper) etc. Ich finde so etwas total faszinierend.

Aber man kann noch mehr damit machen. Z.B. in Verbindung mit dem nächsten externen Tool feststellen, welche Touren ein entsprechendes Segment gemeinsam haben. Sagen wir, ein interessantes Segment, ein bekannter Anstieg, soll auch mal in das eigene Palmarés übernommen werden. Jetzt kann man die ID dieses Segmentes eingeben und schauen, welche beliebten Touren, also welche verschiedenen Anfahrtswege und Verknüpfungsstrecken, häufig zu diesem Segment führen.

Schließlich könnte man ja versucht sein, eine neue Bestleistung an diesem Segment zu erbringen und so den Titel des KOM, des King of Moutain (oder der Queen of Mountain) zu holen. Hierfür gibt es zwei weitere niftige Web-Apps:

Segment Details

Auch von Jonathan O’Keefe und unter diesem Link zu finden.

Hier werden die Segmente erweitert analysiert und mit verschiedenen tabellarischen (und grafischen) Details aufbereitet. Zeitlicher Verlauf der KOMs, jährliche Zusammenfassungen etc.

Und über den linken Reiter kann man direkt auf das vorgenannte Multiple-Mapping-Tool für das entsprechende Segment zugreifen.

Weiterhin gibt es bei Jonathan einen „KOM Notifier“. Diesen Dienst bietet Strava mittlerweile aber auch nativ an. Man bekommt eine E-Mail, sobald ein eigener KOM durch jemand anderen geschlagen wurde.

Raceshape.com

Wer das dann natürlich nicht auf sich sitzen lassen möchte – oder einfach nur aus Spaß an der Freude die eigenen und die Leistung der anderen an diversen Anstiegen bzw. Segmenten besser und umfangreicher analysieren möchte, als dies auf der Strava-Webseite möglich ist, der schaut sich Raceshape.com an.

Hier kann man sehr schön grafisch und mit direktem Feedback verschiedene Fahrten gegenüberstellen, sortieren, die Abstände zwischen zwei Fahrten/Fahrern nach Wegstrecke etc. analysieren. Wo war ich besonders stark? Wo habe ich wertvolle Sekunden verloren? Hier gibt es die Antwort.

Schaut es euch an: es ist sowohl für den Datenjunkie als auch für den KOM-Sniper aber auch für den entspannten Radler, der die Landschaft genießen und dafür interessante Touren nachfahren möchte, alles dabei. :)

Wenn ihr also durch meine Streckenbeschreibungen Interesse an der einen oder anderen Tour habt und ich diese nicht explizit auf GPSies.com abgelegt habe, könnt ihr mit obigen Tools (z.B. GPX-Export) auch immer meine Strava-Strecken herunterladen. Viel Spaß dabei!

Noch überhaupt nicht „ausgetretene“ Pfade: meine Rennrad, Mountainbike und Joggingstrecken der letzten Jahre in und um Siegen-Wittgenstein

iPhone Fahrrad App Mountain Bike Pro von runtastic heute Gratis

Computer, Rad fahren

Wer ohnehin Mitglied bei runtastic ist und/oder immer schon mal deren Logging- und Radcomputer-App Mountain Bike PRO ausprobieren wollte, der kann sich heute 4,99 € sparen und die App gratis downloaden. Seid euch aber bewusst, dass ohne einen Account bei Runtastic da leider gar nichts geht – sofort als erstes nach App Start muss man sich einloggen.

runtastic Mountainbike Pro iTunes Store Grafik (Hersteller-Grafik)

runtastic Mountainbike Pro iTunes Store Grafik (Hersteller-Grafik)

Ob sich das lohnt, müsst ihr aktuell selbst herausfinden. Ich selbst bevorzuge sowohl für das Nachfahren vorrausgeplanter Routen als auch für Logging und Trainingssteuerung einen „richtigen“ Radcomputer. In meinem Fall der Garmin Edge 800. Zu mehr Hintergründen siehe meine ausführliche Besprechung zum Thema „Das iPhone als Radcomputer“ in drei Teilen.

Interessant an der Mountainbike Pro App erscheint allerdings, dass sie die Möglichkeit zur Offline-Karten-Nutzung bereit hält und auch mit externen Sensoren umgehen kann. Entweder mit einem runtastic Empfänger, der in die Kopfhörer-Buchse gesteckt wird und für den runtastic Pulsfrequenz-Brustgurt vorgesehen ist oder über einen ANT+ Empfänger-Dongle für den Multiport. Mit letzterem können dann alle ANT+ tauglichen Sensoren, wie etwa Garmin-Brustgurte, Trittfrequenz-Sensoren u.a., ausgelesen werden.

bike-arena.de: you’re doing it right

Rad fahren, Uncategorized

Hier mal ein Shoutout zu unseren direkt angrenzenden nördlichen Nachbarn, dem Sauerland, Land der 1000 Berge. Naja, ob’s 1000 sind und ob es richtige Berge oder eher Hügel sind… alles ist ja schließlich relativ. Aber wunderbar zum Wandern, Moutainbiken und Rennradfahren ist es allemal. Aus aktuellem Anlass, nämlich der Einbindung eines neuen Tourenportals, möchte ich die Bike Arena Sauerland lobend erwähnen. Zumindest was die Webpräsenz samt Informationsbereitstellung und Promotion von Trekking- und Mountainbiking und auch Rennradfahren angeht, finde ich das Angebot beispielhaft. Auch die Ausschilderung von entsprechenden MTB- und Radtouren ist recht dicht, nach allem, was ich bisher so erfahren habe.

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Schön ausgearbeitete Touren samt herunter ladbarer GPX-Datei und PDF-Routenblatt gab es dort schon immer. Seit kurzem gibt es aufbauend auf die mir sehr gefallenden outdooractive.com Karten ein neues Tourenportal, separat für Trekkingbike-, Mountainbike- und Rennrad-Touren. In diesem wurde die verfügbare Tourenanzahl nochmal deutlich erhöht. So findet man aktuell 35 Rennradtouren von kompakt (rund 40 km) bis zum kompletten Sauerlandmarathon (243 km). Meistens liegen die Touren aber um die 100 km und verknüpfen dabei oft auch Sauer- mit Sieger- oder dem Wittgensteiner Land. Ein paar Abschnitte dieser Touren gehören zu meinen Hausstrecken, andere wiederum machen auch bei mir Lust auf mehr und ich werde mir sicherlich viele dieser Touren ganz herunterladen oder teilweise in geplante Touren einbauen. :)

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Innerhalb des Tourenportals kann man übrigens problemlos zwischen den verschiedenen Fortbewegungsmethoden per Bike wechseln. Oder sich auch Wanderstrecken ansehen. Die entsprechende Seite dient auch für andere Tourismusseiten des Sauerland als Tourenportal. Sehr schön finde ich neben der schnellen Übersicht und dem zwingenden Standard „GPX-Datei herunterladen“, dass man auch sehr attraktive und lesefreundliche PDF-Übersichten und Blattwerke der ausgewählten Touren generieren, abspeichern und drucken lassen kann.

Das iPhone als Radcomputer: Teil 2 von 3 – Der LiveRider

Rad fahren, Uncategorized

In Teil 1 dieses Beitrags schrieb ich am Ende über einige Nachteile einer iPhone-basierten Radcomputer-Lösung. Einige davon möchte das folgende Paket aus App und Hardware aufheben: Der LiveRider von NewPotatotech.

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Die folgenden Informationen beruhen auf der verlinkten Website, den dortigen Materialien einschließlich dieses Videossowie einer eMail-Nachfrage beim Hersteller, die mir auch prompt beantwortet wurde.

Das Paket basiert auf der LiveRider App, einer Lenker-Halterung für das iPhone, einem Funk-Dongle, der in den Multiconnector-Port des iPhone gesteckt wird und einem kombinierten Trittfrequenz/Geschwindigkeitssensor, welcher per Funk abgefragt wird und an der linken Kettenstrebe montiert wird.

Somit hat man stets die Geschwindigkeit des Rades verfügbar. Ohne, dass durch schlechten GPS-Empfang die Güte der Darstellung bzw. Aufzeichnung beeinträchtigt wird. Und ohne, dass während der gesamten Tour das GPS-Modul aktiviert sein muss. Und dies trägt nicht unerheblich zur längeren Akkulaufzeit des iPhones bei. Bei Bedarf kann man in der App trotzdem schnell auf eine Kartendarstellung wechseln, um sich zu orientieren, ohne die App zu verlassen. Leider muss man dazu die Touraufzeichnung pausieren.

Weiterhin bekommt man eine Zusatz-Info. Neben der Geschwindigkeit wird auch die Trittfrequenz angezeigt und aufgezeichnet.

Am Ende einer Tour kann man sich die Trackdaten, leider nur Streckenlänge, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzverlauf, per E-Mail im .csv Format (comma separated values) für die Auswertung am heimischen Computer zusenden.

Wem also ein schnöder Sigma-Radcomputer der Preisregion um 10 Euro viel zu un-geeky ist, die Geschwindigkeit und Trittfrequenz unterwegs wichtig ist und wer sich dabei akkusparend nur ab- und zu orientieren möchte – für den könnten die 79,90 Euro (Arktis-Versand) vielleicht lohnen und der soll nicht weiter lesen.

Für alle anderen möchte ich die gravierenden Nachteile, die dieses System nach meinem persönlichen Anforderungsprofil aufweist, aufzählen.

  • Die Elastomer-Lenkerhalterung für das iPhone erscheint mir zwar besser, als manch anderer einfacher Halter, aber nach Betrachten des Videos hätte ich trotzdem meine Bedenken, dass starke Schläge (Rennrad über Schlagloch oder Schienen, Mountainbike über Wurzeln) das iPhone aus dem Halter werfen könnten.
  • Der Funkdongle ist relativ groß und viel schlimmer: verhindert das Andocken von externen Akkupacks, wenn die Tour doch mal etwas länger sein soll.
  • GPS-Tracks werden nicht aufgezeichnet. Um die Karte anzeigen zu können, muss die Aufzeichnung pausiert werden.
  • Export nur als .csv-Datei möglich (kein direkter Import in gängige Trainingsverwaltungssoftware wie z.B. SportTracks, kein enthaltener GPS-Track)
  • Neben der Geschwindigkeit bekommt man die Trittfrequenz angeboten, was ich sehr informativ finde. Aber viel wichtiger für die Trainingssteuerung sowie den allgemeinen Gesundheitsaspekt (z.B. bei der Nutzung des Rads für den Einstieg in leichtes Ausdauertraining) wäre zunächst einmal die Herzfrequenz. Doch deren Messung und der Empfang ist nicht vorgesehen.
  • Die Funkübertragung verwendet ein(e) proprietäres Protokoll / Frequenz und nicht z.B. das ANT+ Protokoll (http://www.thisisant.com/). Würde LiveRider ANT+ verwenden, wäre es ohne weiteres möglich, einen Brustgurt von z.B. Garmin für die Herzfrequenznutzung zu verwenden – natürlich müsste die App das dann auch unterstützen.

Mein Fazit: Wie in der Mitte des Beitragsteils schon angedeutet: für einen gewissen Anwenderkreis vielleicht eine nette Spielerei, mehr allerdings nicht!

Wer immer noch nicht aufgegeben hat und nicht sowieso einen dedizierten Radcomputer vorzieht (nun, ich tue dies ;-) oder der meint: „ANT+ Protokoll… ja liese sich denn damit dann nicht ein volltauglicher Radcomputer aus dem iPhone machen?“ für den ist der dritte und letzte Teil dieses Beitrags. :)