Ich starte beim TCRNo8! Startplatz-Zusage und Ausblick auf 2020 vom AMR2020 bis zu lokalen Fahrtideen.

Aller guten Dinge sind hoffentlich Drei. Das vergangene Wochenende bescherte gute Neuigkeiten:

„Congratulations! Your application was successful and we are pleased to offer you a place on Transcontinental Race No.8. „

Yess!

Diesen Sommer werde ich also zu meinem dritten Transcontinental Race starten können!

Dieses Mal geht es vom Atlantik 4200 km quer durch Europa an das Schwarze Meer! Unter Umkehrung der Start- und Zielorte der letztjährigen Austragung geht es von Brest in der französischen Bretagne nach Burgas in Bulgarien.

Ende 2016 fasste ich den Entschluss, mich ohne jede Brevet-, Langstrecken- oder Globetrotting-Erfahrung für das im Folgejahr anstehende TCRNo5 anzumelden, bzw. mein ernsthaftes Interesse zu bekunden und den Bewerberungsprozess zu starten an dessen Ende mit Glück ein Startplatz stehen würde. Ich hatte Glück, erhielt einen Startplatz und ein spannendes halbes Jahr voller Vorfreude und Kurzweil bei der Vorbereitung dieses damals für mich unfassbaren Abenteuers später stand ich dann am Start in Geraardsbergen, Belgien. Zusammen mit rund 280 Startern, dem bis jetzt größten Starterfeld des Transcontinental Race. Und es war magisch! Runde 3400 km später musste ich dann zwar in Bulgarien das Rennen aufgeben – vor allem eine gebrochene Felge und zum Schluss zwei Tage Ausfall durch Durchfall liessen mich hoffnungslos aus der zu ambitioniert kurz geplanten Urlaubszeit gleiten – aber ich war ein für alle mal angesteckt! Vom Faszinosum Selbstversorger-Langstrecke und der besonderen Atmosphäre innerhalb eines Transcontinental Rennens. 

Me on Monte Grappa

Zurecht fand es bereits viele Nachahmer und es ist ja auch nicht das erste Event seiner Art. Und doch – für viele und so auch für mich ist es das ikonische Bikepacking-Rennen schlechthin. Bei all dem Jahr für Jahr zunehmenden Angebot an teilweise wirklich spannenden Alternativen melde ich mich seither jedes Jahresende wieder von neuem an und hoffe auf einen Startplatz. Und der ist bei weitem nicht garantiert! Die Nachfrage ist hoch und die Plätze begrenzt. 

2018 hatte ich erst kein Glück und erhielt eine Absage, meldete mich trotz einer gerissenen Großzehensehne für ein alternatives und etwas kürzeres Event, das Three Peaks Bike Race (welches großartig war). Durch glückliche Fügung und Nachfrage der Veranstalter erhielt ich im April des Jahres aber dann doch noch einen Startplatz für das TCRNo6. Da musste ich erstmal schlucken aber letztendlich gab es nur eine Entscheidung: Natürlich fahre ich! Endlich Kalambaka, welches in 2018 wieder als Zielort auserkoren war. Und es war überwältigend!

Ende 2018 musste ich mich natürlich wieder anmelden, obgleich ich der 2019er Route etwas gemischte Gefühle gegenüber brachte. Erstmals von West nach Ost. Kein Starten in Geraardsbergen, keine zunehmendes „Abenteuer-Gefühl“ vom bekannten Urlaubs-West-Europa in und durch den Balkan. Kein „exotisches“ Ziel im warmen Süd-Ost-Europa sondern als Ziel das verregnete Brest an der Bretagne… Wie würde das werden, wie würde es mir gefallen? Trotzdem war ich doch etwas enttäuscht, keinen Startplatz zu erhalten. Das gab mir aber die Möglichkeit, mich wieder für das Three Peaks Bike Race anzumelden. Und das war wieder mal toll und hatte beim Zielort dieses gewisse Etwas, das prickelte und animierte: Pyrenäen und Barcelona – da wollte ich endlich mal hin. Und ich erhielt einen Startplatz für das erstmalig ausgetragene Trans Pyrenees Race. Ebenfalls von Lost Dot, den Organisatoren des Transcontinental Race ausgetragen. Das war auch ein wirklich tolles Rennen und eine tolle Erfahrung. So war auch das letzte Jahr in Sachen Ultra-Racing sehr und spitzenmäßig ausgefüllt.

Ja und? War es das dann? Natürlich nicht! Natürlich habe ich mich stante pedes wieder an die Bearbeitung der Bewerbung für das diesjährige TCRNo8 gemacht, sobald sie im vergangenen Dezember frei geschaltet wurde. :)

Die äußeren Enden des Rennens sind zwar zum vergangenen Jahr hin gleich geblieben. Wieder Brest und wieder Burgas. Aber die Reihenfolge ist umgedreht. Der Start ist also in Brest und es geht wieder in der (sicher nicht nur für mich) das Transcontinental Race ausmachenden Richtung von West / Nordwest quer durch Europa Richtung Osten / Südosten und mit dem Balkan gegen Ende. 

Dies sind die Kontrollpunkte dieses Jahr:

Control Point (CP) 1: Vélodrome André-Pétrieux, Roubaix

Control Point (CP) 2: Grosser Speikkogel, Austria

Control Point (CP) 3: Durmitor National Park, Montenegro

Control Point (CP) 4: Transalpina, Romania

Mit dem CP1 erweist das TCR der Hölle des Nordens seine Ehre und zum Kontrollpunkt zugehörig wird ein Parcours sein, der einige härteren berühmten Kopfsteinpflaster-Passagen von Paris-Roubaix beinhaltet. 

Der große Speikkogel liegt abseits der klassischen Alpenpässe und -Berge, darf aber nicht unterschätzt werden. Wir brauchen uns sicher keine Sorgen zu machen, dass der entsprechende Parcours zu einfach wird. Ganz im Gegenteil. Vermutlich wird es auch über ein gutes Stück unbefestigten und nicht zu knapp steilen Weges gehen.

Auf den Kontrollpunkt im Durmitor Nationalpark freue ich mich besonders. Montenegro fand ich schon im Rahmen des TCRNo6 toll und fand es sehr schade, dass ich nachts durch die Schlucht der Tara gefahren bin, welches die tiefste und längste Schlucht Europas ist.

Und mit der Transalpina, dem CP 4, wird es ein Wiedersehen mit den Südkarpaten bzw. den Transsilvanischen Alpen geben. Nur zwei Pässe weiter östlich überquerten die Teilnehmer des TCRNo5, darunter ich, den damaligen Kontrollpunkt-Parcours in Form der Transfagarasan über den Teil der Südkarpaten, der als Fagaras-Gebirge bekannt ist. Die Fahrt durch Siebenbürgen ist mir immer noch in sehr guter Erinnerung. Ich fühlte mich wie aus der Zeit gefallen und in 1910 gelandet. Auf die streunenden Hunde und die gnadenlosen Auto- und Lkw-Fahrer in Rumänien kann ich jedoch gut verzichten. 

Road to Fagaras

Mit vermutlich 4200 km Streckenlänge wird es eine der längeren Ausgaben werden und in Abhängigkeit von dem noch festzulegenden Start (der entweder Abends spät am Freitag, dem 24.7. oder früh am folgenden Samstag stattfindet) werden wir mal gerade im Maximum 15 Tage Zeit haben, wenn die Finisher Party am 8.8. erreicht werden soll. Das macht rein rechnerisch Tag für Tag 280 km. Das wird wahrhaftig kein Zuckerschlecken!


Und sonst so in 2020?

Ich freue mich aber schon sehr und werde dieses Jahr dann jetzt nichts großartig Anderes mehr Planen. 

Der Start des Atlas Mountain Race ist jetzt nur noch 4 Wochen entfernt. Dann werde ich in Marrakesch am Start stehen. Da freue ich mich schon riesig drauf! Das wird noch mal was ganz Neues. Auch jedes Transcontinental Race oder Three Peaks Bike Race und andere sind jedes Mal eine neue Herausforderung, dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden und benötigen Zeit und Präzision bei der Vorbereitung. Und selbst mit perfekter Vorbereitung kann auch den fittesten und erfahrensten Leuten immer etwas passieren. Aber die Parameter sind mir da mittlerweile halt doch bekannt. Die Ausrüstung und das Rad ist erprobt und zuverlässig und steht bereit. Es wird nur hier und da etwas gefeilt, verbessert oder besonderen Routen-Ansprüchen hin gerecht gemacht.

Das Atlas Mountain Race ist aber doch noch eine andere Hausnummer. Nicht in Europa, viel abgelegener, kaum Asphalt sondern hoher Pisten- und Offroad-Anteil, größere klimatische Bandbreite und in der Folge ein ganz anderes Rad (Mountainbike) und ein anderes Setup. Und ich bin schon sehr auf das Erleben der Geographie, der Schluchten, der Oasen und der Felsen sowie der Lehmbauten usw. gespannt. Auch auf die marokkanischen Nächte.

Mit dem AMR2020 und dem TCRNo8 habe ich also wieder zwei tolle und recht verschiedene Ultra-Rennen im Bikepacker-Selbstversorgermodus fix. Dafür verwende ich auch den Großteil meines Urlaubes. 

Da brauche ich im Frühling keine Trainingslagerwoche auf Mallorca, obwohl es natürlich sehr schön wäre. Ich will auch nicht hier und da schon wieder Termine fix machen, bei denen es mir schon vor der langen Anfahrt graut. Klar wäre es schön, mal einen Rando-Imperator mit zu fahren oder diverse Gravelrennen irgendwo in Venetien oder der böhmischen Schweiz anzugehen. Das will ich nicht ausschließen, falls sich da was im Laufe des Jahres zwanglos ergibt. Aber lieber bleibe ich daheim und mache mit meinem „Deutschland von der Haustüre aus“ Erkunden weiter. Mit Brückentagen werde ich lokale Trainingslager bauen oder mal wieder zu so etwas wie meinem letztjährigen Osterbikepacking aufbrechen. Wenn es passt, werde ich mal wieder in die Eifel fahren. Vielleicht zum „Eifelturm-Höhenmetersammeln“ bei Holger in Klotten. 

Pfingsten fährt man im Bimbach. Und da das von mir nicht sehr weit weg ist, werde ich mich um einen Startplatz bemühen. Letztes Jahr fiel es für mich ja leider in’s Wasser, weil ich noch mit einem grippalen Infekt zu tun hatte. Meine geliebten Dolomiten sollen dieses Jahr dann auch dran glauben – ich bin zwar auch schon mal nur für ein langes Wochenende mit Brückentagen da runter gefahren, wenn es sich günstig mit der Giro d’Italia-Route verbinden lies, die ist für meine bevorzugten und gut erreichbaren Orte dort aber heuer nicht so naheliegend. Wieder einiges an Fahrtzeit im Auto und Spritkosten gespart, die ich lieber im Sattel verbringen (und für Kuchen ausgeben) will.

Kurz noch mal zum Frühjahr und Ostern: Im Hinblick auf den CP1 des TCRNo8 könnte ich vielleicht doch noch mal Lust an der Paris-Roubaix-Challenge haben. Bzw. Lust habe ich schon, das war die letzten Jahre immer eine tolle Veranstaltung, auch mit dem Besuch des Profirennens am Tag drauf. Bei der Anfahrt und besonders bei dem zähen Karfreitagsverkehr in Luxemburg habe ich aber immer geflucht. Mal sehen.

Immer ein Lächeln im Gesicht, auch über dem höllischsten aller Pavés. Beim Reintreten der Watt immer noch Augen für den Fotografen. Ok, es hat definitiv geholfen, dass dies mein erster Sektor des Tages war. :) Paris Roubaix Challenge, im Wald von Arenberg. Photo: Maindru photo.

Und nach dem TCR gilt es erst einmal zu chillen. Direkt nach dem Rennen in Burgas bzw. an der „Riviera des Schwarzmeeres“ und danach dann daheim. Ich habe mal eine weitere Urlaubswoche im Herbst eingeplant, die sich entweder mit dem Schwarzwald-Ultra-Radmarathon oder evtl. dem King-of-the-Lake Zeitfahren verbinden liesse. Beides Dinge, die ich ja immer mal noch machen möchte: einen der Schwarzwald-Marathons fahren und auch mal ein richtiges Zeitfahren bestreiten. Ich hätte ja auch gerne ein Zeitfahrrad… Oh man, wann soll ich dass denn noch fahren…? ;-)

Auf eine Sache bin ich noch sehr gespannt: das wird wieder der Votec Gravel Fondo sein. Heuer wird das 5-jährige Jubiläum gefeiert und bis jetzt habe ich an jeder Ausgabe teilgenommen. Zweimal davon so gerade erst leidlich wieder hergestellt nach dem Transcontinental Race. Auch dieses Jahr wird’s wieder knapp. Als Termin ist das letzte Wochenende des August vorgesehen. Wo es dieses Jahr hingeht, ist noch nicht verraten. Ich bin schon sehr gespannt!

Ihr könnt euch also über weiteren Content hier in meinem Blog freuen. Über Erfahrungen beim Atlas Mountain Race wie zur Vorbereitung auf das TCRNo8 und alles weitere drum herum und was mir sonst noch so einfällt und gefällt. 

Kette Rechts!

16 Kommentare zu „Ich starte beim TCRNo8! Startplatz-Zusage und Ausblick auf 2020 vom AMR2020 bis zu lokalen Fahrtideen.

    1. Hallo Frank – ach, noch viel zu wenig! Gut, dass ich noch 6 Tage vom vergangenen Jahr mit herüber nehmen konnte. :)

      Thüringen ist bestimmt auch sehr schön. Da wünsche ich dir schon mal weiterhin guten Zuspruch und tolles Wetter! :)

      1. Ja, dass ist schon echt ein super bike … ! Suche genau so eines in Carbon für Race, sub 8kg – Ribble ist nahe dran, aber leider ohne Befestigungs-Möglichkeiten … bin jetzt langsam alle durch: entweder zu gemütliche Geometrie, zu schwer oder nicht verfügbar … hast Du noch neue Vorschläge?

      2. Mein Drifter ist Sub 8kg… ^^

        Hmm, Carbon – was ich ja trotz allem mal interessant zum probefahren fände wäre tatsächlich mal das neue Cervelo und im Vergleich das mittlerweile ja fast altehrwürdige ( ;-) ) Open UPPER. Leichter als das wird man kaum werden können.

  1. Wenn alles so kommt, kann man zurecht von einem Jahr der Höhepunkte reden. Ausrüstung für das Atlas Rennen komplett?
    Drücke dir die Daumen! 👍😎

    1. Hallo Marco, vielen Dank. Ja, alles komplett. Eigentlich. ;-) Überlege noch an einem paar Offbike-Schuhe (Flug, Marroko generell und ggfs. Rivercrossings). Vielleicht die Lizard Cross Ibrido.

      1. Waas? No way, so ein Quatsch kommt mir nicht an die Füße. Schon gar nicht für ein Ultra-Race wo es auf Vielseitigkeit, Leichtigkeit im An- und Ausziehen, Robustheit und möglichst geringes Gewicht ankommt. Der Ibrido ist so ein Cross-Over aus Schuh und Sandale und soll daher recht leicht und gut zu verstauen sein. Außerdem läuft Wasser sofort wieder raus, wenn’s mal reinkommt. Das könnte ganz praktisch sein. Hab den aber noch nicht selbst am Fuß gehabt.

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