Paris-Roubaix 2017

Paris-Roubaix! Die Hölle des Nordens, L’enfer du Nord! Die Königin der Frühjahrsklassiker! Das eine Radrennen, dessen Name neben der Tour de France jeder kennt, egal ob er sich für Radsport interessiert oder nicht.

Letztes Wochenende fand bei besten Bedingungen die bereits 115. Ausgabe dieses Monuments des Radsports statt. Und ich war bereits zum zweiten Mal dabei. Sowohl am Samstag zur eigenen Teilnahme an der Paris Roubaix Challenge als auch zum Zuschauen am Sonntag. Ein großartiges Erlebnis und ein tolles Wochenende, dass ich jedem Radsportbegeisterten nur empfehlen kann!

Wie ist es mir ergangen, welche Eindrücke habe ich mitgebracht? Was kann ich mir und euch nach nun zwei Teilnahmen an Tipps und Tricks festhalten und mitgeben?

Das Jedermann-Rennen am Samstag

Nun ja, Rennen… die A.S.O. betitelt es als „Challenge“. Es ist kein Rennen, aber in der Tat: es ist eine Herausforderung! Eine tolle Herausforderung, wie es sie – Streckenlänge, Dauer, Höhenmeter und Berge hin oder her – im Radsport kaum ein zweites Mal gibt.

Ja, natürlich: Man kann sein Mountainbike mit Vollfederung und dicken Reifen einpacken, die 70 km Runde wählen, etwas durch die nordfranzösische Landschaft rollen und sich wundern, was denn nun so besonders an den huppelig-ruppigen Passagen zwischendurch ist. Zumindest, so lange es trocken ist. Bei Nässe sieht auch schon das wieder ganz anders aus.

Oder man nimmt sein Rennrad oder auch Crossrad (wie es seit jeher auch die Profis immer mal wieder machten, ganz in Abhängigkeit vom Material, mit dem sie sonst im Jahr ausgestattet sind) und erfährt die brutale Härte der zu recht gefürchteten Secteurs Pavé, deren grobe, schief und teilweise spitz hervorstehenden Pflaster-Brocken (Stein würde da viel zu harmlos klingen) so rein gar nichts mit allem dem gemein haben, was man für gewöhnlich als Kopfsteinpflasterpassage aus Altstädten oder selbst von historischen Hohlwegen kennt. Allein der Unterschied zu den Kasseien und Bergs der Flandern-Rundfahrt, die beileibe schon nicht ohne sind, ist noch einmal riesig.

Camphin-en-Pévèle, nach dem Rennen. 2016.

Einen regelmäßigen Verband gibt es kaum, die Fugen sind riesig und die Kanten laufen mal kreuz, mal quer und senden das Rad mal hier mal dahin verspringend. Und wenn sie feucht sind, macht der Schmier aus Staub und Lehm die Oberfläche der Steine zu schmierglatten Abschussrampen. Glücklicherweise, muss ich sagen, habe ich solche Bedingungen noch nicht kennenlernen müssen. Außer ein klein wenig im Wald von Arenberg. Der ohnehin einer der schlimmsten und härtesten Sektoren ist. Dort ist es fast immer ein wenig feucht (außer am letzten Wochenende) und die Fugen – nein eher Täler zwischen den Steinen – sind moos- bzw. grasbewachsen. Ein zu jederzeit trügerisches und gefährliches Stück. Jede Abweichung von einer möglichst graden Linie, durch die ausgeprägte Dachform der Pavésektoren meist in der „Weg“-Mitte noch am besten, kann dann Desaster bedeuten. Bei trockenen Bedingungen wird es einfach nur nochmal komplizierter, die Schläge nochmal brutaler und die Kunst, das Rad die richtige Bahn finden zu lassen und dabei nicht über den Lenker, in den Randstreifen oder in den Nachbarn zu fliegen nochmals schwieriger.

Und: das muss man unweigerlich auch tun, denn: man möchte ja an den Leuten vor einem vorbei…

Aber der Reihe nach, Modus und Anmeldung:

Es ist also eine Herausforderung. Aber kein Rennen. Der Modus sehr einfach, gut organisiert und entspannt zu befolgen. Im Grunde mit sehr wenig Extraaufwand, fast wie eine RTF (Rad-Touristik-Fahrt).

Man kann sich unkompliziert anmelden (über die Webseite), die maximale Teilnehmerzahl ist sehr hoch und sehr auskömmlich, so dass man sich oft bis kurz vor dem Rennwochenende noch anmelden kann (Obacht, das ist keine Garantie, besser man meldet sich schon so im Januar oder Februar an. Bei der eine Woche vorher stattfindenden Flandernrundfahrt könnte das aber auch schon zu spät sein, da macht man das besser schon im Dezember). Man kann aus drei Streckenlängen, 70, 145 und 172 km, auswählen und (für die mittlere Runde) zwischen 6 Uhr morgens und 10:00 Uhr vormittags starten.

Auch das Abholen der Startunterlagen ist kein großer Akt. Eine Woche vor dem Event bekommt man seine Teilnehmerbestätigung gemailt, druckt diese aus und bringt sie samt Ausweis zum Einschreiben mit. Das habe ich jetzt schon zum zweiten Mal direkt vor dem Rennen gemacht. So zwischen 09:00 und 09:30 herum war das nie ein Problem. Keine Schlange vor dem Counter, 5 Meter zwischen Rad abstellen, Tür und Counter. Startzettel abgegeben, kleinen Umschlag mit Startnummer für Trikot und fürs Rad erhalten und wieder raus. Die Lenkernummer an’s Rad gezippt und noch einen Gratis-Kaffee abgeholt und schon kann es losgehen. Im Gegensatz zu italienischen GranFondos benötigt man hier keine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Startnummer und Cuesheet befestigt. Es kann losgehen.
Wichtig zu wissen: Wann gibt’s wieder was zu essen, wann fängt es wieder an zu rütteln…

Die 70 und 145 km Runden beginnen und enden in Roubaix, am Velodrom. Ich finde solche Rundkurse logistisch immer am angenehmsten. So muss man sich nicht mit irgendwelchen Transporten von Mensch und Maschine entweder frühmorgens zum Start oder nach dem Rennen vom Ziel zum Startort belasten. Die 172 km Runde startet in Busigny. Es werden auch Shuttle-Bus-Services angeboten, hier sollte man die Webseite der Veranstaltung zu Rate ziehen und sicher auch frühzeitig buchen.

Unterkunft:

Ich ziehe wie gesagt, einen Rundkurs vor. Steige dazu in einem Hotel vor Ort ab. Das war letztes Jahr in Richtung Lille gelegen, dieses Jahr eher nördlich, hinter Tourcoing. Von beiden Orten bin ich über rund 11 km gut mit dem Rad zum Start und vom Ziel wieder zum Hotel gefahren. Ein schöner lockerer Start in den Tag.

Letztes Jahr war meine Ausrichtung: „Ach, ein kurzes Luxus-Wochenende – nimm’ mal ein schönes Zimmer mit schöner Frühstücksmöglichkeit“. Dieses Jahr war sie eher: „Ist eh nur ein kurzes Wochenende – Hauptsache ein preiswertes Bett und direkte Parkmöglichkeit vor Ort“. Frühstück: vorbereitetes Müsli, fertig selbst gemixt und samt Milch und anderem Kram in der Kühlbox mitgenommen.

Und so habe ich mal die „Premiere Class“ Hotelkette ausprobiert. Interessantes Konzept, kannte ich noch gar nicht, so etwas. Der Name Premiere Class hat nun so gar nichts mit Erster Klasse zu tun, das ist eher ein Null-Sterne-Hotel. Das man sogar nachts von außen per Check-In-Automat buchen könnte. Ein einfaches Frühstück kann man optional hinzuordern. Jedes Zimmer wird von außen erreicht und ist quasi eine in sich abgeschlossene Kabine mit einer separaten Nasszelle, die nur wenig über dem Charme eines Dixie-Klos hinausgeht. Aber funktional und der eigentliche Raum ganz ok. Sogar Wifi gab es, entgegen der Hotelwebseite, nicht nur im Rezeptionsbereich, sondern auf jedem Zimmer. Und sogar in einer guten Geschwindigkeit.

Canyon Ultimate CF SLX
Die Waffe der Wahl für die diesjährige Ausgabe: mein Canyon Ultimate CF SLX.
Premiere Class Hotelzimmer. Wifi gut, Rad direkt im Zimmer, Matratze ok – mehr braucht es nicht.

In Summe also: gutes Wifi, Eingang von außen und Rad in die Bude schleppen somit gar kein Problem, no Questions asked. Parken direkt vor dem Eingang… Was will man (manchmal) mehr? Oropax sollte man dabei haben; diese Hotels sind meist verkehrsgünstig an Autobahnzubringern gelegen.

Mein Rennen:

Samstag morgen, das Handy klingelt. Ich schlüpfe nach der Morgentoillette in die vorbereitet hingelegten Radklamotten. Morgens ist es noch frisch, rund 6 Grad Celsius. Trotz Sonnenschein soll es am Samstag noch nicht sehr warm werden, maximal 16 °C sind vorhergesagt.

Ideale Bedingungen für die Castelli Gabba Convertible. Gut, jetzt heisst sie ja Perfetto. Diese Umbenennung finde ich zwar ungeschickt von Castelli, denn Gabba ist der gut eingeführte und klangvolle Name. Aber – sie haben ja recht. Das Ding ist einfach perfekt. Gerade in der Variante als Convertible, d.h. mit den per Reisverschluss abzippbaren langen Ärmeln. Ich finde es sitzt gut, der Stoff fühlt sich angenehm an, der Kragen ist genau richtig und der allzeit vorhandene Windschutz ist einfach genial. Da braucht es gar nicht regnen – dass man allezeit gegen Fahrtwind geschützt ist ist das Geniale für mich. Besonders, da man sich da auch nie gekocht oder schwitzend vorkommt, wie es schon mal mit Funktionsunterhemden mit Windbreak-Layer der Fall sein kann. Klar – oberhalb 20 Grad wird’s auch langsam mal zu warm für das Gabba. Aber ansonsten – eines meiner Lieblingsstücke und genau richtig für heute.

Dazu dann Knielinge, die zusammen mit den eigentlich zu hohen Socken (aber dafür steht auf ihnen „Belgian the Fuck up“ und ich habe sie im letzten Jahr in Arenberg gekauft… ;-)) eigentlich ein voll bedecktes Bein ergeben. Und noch Zehenüberzieher für die Radschuhe.

Zu lange Socken und zu luftige Radschuhe. Da wollt ihr nicht, dass ich davon anfange ein Lied zu singen.

Zu lange Socken und zu luftige Radschuhe. Da wollt ihr nicht, dass ich davon anfange ein Lied zu singen. Wer hat eigentlich den Trend mit diesen fast schon an Kniestrümpfe heranreichenden Radsocken losgetreten? Ich kenne viele Leute, die da immer die neuesten Kaufen, denen sie aber überhaupt nicht stehen. Wir sind halt nicht alle Basketballspieler und haben gertenlange Gliedmaßen. Bei Menschen mit normalen oder eher sogar schon kurzen Beinen passt es einfach nicht, wenn der Sockenbund schon knapp oder sogar halb in den Wadenmuskel-Ansatz hineinschneidet. Deswegen verstehe ich auch nicht, warum diese ganzen hippen Sockenlabels (scheint mir ein schönes Betätigungsfeld für design-affine Radsportenthusiasten mit geringen Einstiegshürden der Herstellung zu sein) immer diese zu langen Socken und nicht mal kürzere Socken zur Auswahl herstellen. Es gäbe ja ganz Nette Designs, nur würde ich diese gerne auf Socken tragen, und nicht auf zu kurz geratenen Kniestrümpfen… ;-)

Zu luftige Radschuhe. Klar. Wir Rennradfahrer wollen alle möglichst leichtes Equipment. Und es gibt ja tatsächlich so etwas wie Hitzestau oder „qualmende Socken“. Das lässt sich für die Hersteller leicht kombinieren und vermarkten. Neu! Jetzt noch leichter! Der leichteste seiner Klasse! Noch bessere Belüftung!
Ja, schon… Aber nicht alle leiden unter schwitzenden Füßen. Und so schön es auch sein mag – nicht immer können wir in Sonnenschein in südlichen Gefilden umher radeln. Nein – ganz im Gegenteil: Heiße Sommertage gibt es nur wenige im Jahr. Mindestens 330 Tage sieht die Realität ganz anders aus. Ein zu kalter Sommertag. Ungemütliche Übergangszeit. Kalte Morgen, kühle Nächte, Regen und Dreck. Von Winter will ich noch gar nicht reden. Wieso will man mir Schuhe für 30 Tage verkaufen? Ich will Schuhe für 330 Tage. Wo ich nicht direkt Krämpfe unter der Fußsohle bekomme, weil der kalte Fahrtwind durchpfeift. Wo ich nicht sofort und unnötigerweise nasse Socken habe, nur weil morgens die Straßen noch feucht vom Morgentau sind und anfangs Feuchtigkeit hochspritzt oder ich mal durch eine einzige Pfütze gefahren bin…

Ah… aber zurück zum Thema. Aus diesem Grunde halt: Zehenüberzieher über die Schuhe zur Rettung. :)

Ich löffele mein Müsli, verfolge währenddessen die Social Media Streams und dann radele ich entspannt zum Start.

Aus meinem erweiterten Bekanntenkreis und dem noch darüber hinausgehenden Social-Media-Kreisen sind nicht wenige am Start. Lee wird mit seiner Belgian Connection wie üblich die lange Runde von Busigny aus in Angriff nehmen und wird vermutlich schon längst gestartet sein. Hier könnt ihr übrigens eine Fotostrecke zu seinem Legend-Rad sehen, mit dem er auch dieses Jahr wieder die Klassiker in Angriff genommen hat. Wir hofften uns zwar zu treffen, es hat – anders als im letzten Jahr – aber leider nicht geklappt.

Mit den Jungs von Good Times Roll bin ich letztens noch gemeinsam den Kuchen und Raketen Ride im Rahmen der Cyclingworld Düsseldorf gefahren und von der Wuppertaler Crosser-Connection war „Janelli“ am Start. Beim nächsten Mal müssen wir einen definitiven Treffpunkt ausmachen, sonst wird das nichts. Nun ist das Rennen und auch das Zielareal nicht soooo groß, aber immerhin groß genug, dass man nicht zwingend ineinander rennt.

Aber an Kurzweil und netten Gesprächen herrscht auch so kein Mangel. Und es gibt ja so viel zu tun, zu erleben, unbedingt zu fotografieren, zwingend vorbeizuschauen etc… schwupps, ist es schon Abend… :)

Aber erst mal muss es ja los gehen. Um etwa viertel vor Zehn rolle ich entspannt über die Startlinie.

Erst ging es im RTF-Style ganz locker durch die Vorstadtbereiche. Etwa einrollen, mit dem (Straßen)verkehr mitschwimmen. Einfach hinter einer Kleingruppe bleiben, auch wenn sie total langsam rollt. Schließlich muss man anfangs nicht den Proleten raushängen lassen und sich vor Abbiegungen oder Ampeln irgendwo vorbeiwuseln. Schließlich kommt man aber so langsam in den ländlichen Bereich. Bzw. in aufgelöstere Besiedelung. Ich nehme etwas Fahrt auf, bin da dann erst im Grundlagenbereich und bald kommt eine etwas größere Gruppe mit ordentlich Geschwindigkeitsüberschuss vorbei. Ich überlege kurz und hänge mich dann einfach dran.

Junge junge. Das wurde dann bis zur ersten Labe ein ausgewachsener Race-Mode mit teilweise Kriteriums-würdigen Kurven-Sprints. Da habe ich auch die höchsten Watt (bis zum Bandensprint im Velodrom) gefahren.

Danach ging es dann „normal“ in kleiner Gruppe bis zum Wald von Arenberg und dort dann hinein in den ersten Kopfsteinplaster-Sektor der 145er Runde und in den ersten der drei 5-Sterne-Secteurs des Rennens: Trouée d’Arenberg. Mit offizieller Zeitnahme. Danach gab’s nur noch mal zeitweise bis zum nächsten Secteur etwas Gruppe und ab da dann nur noch Solofahrten im Wind. Was ich aber ganz und gar nicht verkehrt finde. Spätestens da ist das „Rennen“ dann so versprengt, dass es zwar noch Gruppen gibt, die aber alle ein anderes Tempo fahren. Warum soll ich da Energie sparen und mit 100 bis 160 Watt irgendwo im Windschatten bummeln? Selbst wenn ich alleine nur wenig schneller bin (oft sehr viel schneller, manchmal natürlich auch sehr viel langsamer als vielleicht andere, die mich wiederum überholen) ist mir das lieber und angenehmer, mein eigenes Tempo zu fahren. Es geht ja um nichts als um das eigene Erlebnis und das eigene Training. Energiesparen für eine goldene Ananas? Nicht bei diesem Modus.

Aber zurück zum Wald von Arenberg: Meine. Güte! Letztes Jahr (mein erstes Paris-Roubaix) war ich mit dem Giant TCX Advanced Pro1 und 32 mm Tubeless Reifen am Start. Mit rund 2,8 Bar Druck. Und da hatte ich ziemlichen Respekt, es war auch eher voll da. Und ein klein wenig feucht und schmierig. Und so war ich nicht voll gefahren. Und hatte auch mittendrin für ein Selfie angehalten. Also kann man die Zeiten leider nicht vergleichen.

Heute war ich mit dem Canyon Ultimate CF SLX unterwegs. Vorne 28 mm Clincher mit Schlauch (4,5 bar, war gut) und hinten 25 mm Schlauchreifen (4,2 bar, ging auch gut). Und ich habe Druck gegeben. Sagte ich schon meine Güte? Teilweise versprang das Rad schon halb, besonders dann, wenn ich vom Weg-Scheitel auf eine der Seiten ausweichen musste, um vor mir fahrende Teilnehmer zu überholen. War aber geil. Irgendwie endlose Minuten. Wie lang kann der Sektor sein? Immer noch nicht zu Ende? Im Nachgang werde ich feststellen: 5 Minuten und 10 Sekunden habe ich gebraucht. Voll Gas, voll durchgeprügelt. Ich das Rad, der Arenberg mein Rad und mich.

Arenberg Smiles
Immer ein Lächeln im Gesicht, auch über dem höllischsten aller Pavés. Beim Reintreten der Watt immer noch Augen für den Fotografen. Ok, es hat definitiv geholfen, dass dies mein erster Sektor des Tages war. :) Paris Roubaix Challenge, im Wald von Arenberg. Photo: Maindru photo.

Danach nur kurz angehalten. Ungläubig geguckt, dass tatsächlich alles noch ganz war. Bei dem gnadenlosen Geprügel erwartet man eigentlich beim Blick nach unten nur noch Geklump zu sehen. Dem war aber nicht so. Alles schien noch an Ort und Stelle und Heil zu sein. Na dann – dann also sofort wieder weiter.

18 Kopfsteinpflaster-Sektoren beinhaltet die 145 km Runde. 1 durch, 17 to go. Mein Plan war: dieser Tag wird ein intensives Intervalltraining. Es heisst ja, wenn man nur schnell genug über das Pflaster fährt, ist es weniger schlimm, da man quasi von Kuppe Kuppe gleitet. Gleiten ist natürlich das völlig falsche Wort. Und das Stichwort hier ist auch „weniger“ schlimm. Ein Fitzelchen weniger schlimm als die unendliche Agonie des Gerüttel und Geprügel, die die schonungslose Realität der Pavés von Paris-Roubaix darstellt. Wo schon 2-Sterne Sektoren, wo schon jeder einzelne Stein das Potenzial hat ein Laufrad zu ruinieren, einen Reifen die Luft zu nehmen oder einen Fahrer zu Fall bringen. 2-Sterne heisst manchmal doch eben nur, dass diese Strecke etwas kürzer, aber nicht weniger schlimm ist.

Ganz in diesem Sinne war es für mich im Grunde ein G1-G2-Ride mit 14 EB- bis VO2-Max Intervallen. Jeder Pavé-Secteur: Go! Bis auf die 4/5 Letzten. Gut das Gruson eh so kurz ist und das letzte Pavé, Willems nach Hem , bin ich nur noch Piano über die (ebenfalls holprigen) Asphalt-Randbereiche geschlichen und hätte am liebsten die Hände ganz vom Lenker genommen. Die Auswertung zeigt: 48 Min Tempo-Bereich (Zone 3, G2), 28 Min Schwelle (Zone 4, EB), 16 Min VO2 max (Zone 5), 10 Min Anaerobic (Zone 6) und 6 Minuten noch drüber (Zone 7). Ächz.

Bei allem muss aber auch mal kurz für ein Foto angehalten werden. Auch wenn es dieses Jahr nur zweimal kurz der Fall war. Einmal hier vor Pont Gibus selbst ein Foto gemacht…

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Pont Gibus ist schon eine ikonische und markante Stelle im Rennen. Sie befindet sich im Pavé-Secteur Wallers à Hélesmes.

… und danach beim Weiterfahren selbst fotografiert worden…

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Yours truly at Pont Gibus. Secteur Wallers à Hélesmes. Photo by Maindru photo

und einmal die unglaubliche Flachheit des Seins in Nordfrankreich dokumentiert:

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Die höchsten Erhebungen in Paris-Roubaix sind meist neben Bäumen die Torbögen zum Start und Ende der Kopfsteinpflaster-Sektoren. Hier im Hintergrund der Beginn des Sektors Auchy-Lez-Orchies à Bersée.

Als Neuerung hat die A.S.O. dieses Jahr eine schöne Farbmarkierung der Sektoren zusätzlich zur Klassifizierung der Sektoren zwischen 2 und 5 Sternen ergänzt. So sind die Torbögen der 4-Sterne-Sektoren z.B. rot:

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Roter Sektor. 4 Sterne. Pavé Secteur 12: Auchy-Lez-Orchies à Bersée.

Die drei 5-Sterne Sektoren tragen Schwarz:

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Schwarz – schlimmer geht’s nimmer! 5 Sterne, Pavé Secteur 19, Trouée d’Arenberg.

Beim viertletzten Sektor, Camphin-en-Pévèle, war ich schon ziemlich cooked; der Tank fast leer. Die Hände taten schon seit dem fünftletzten, Bourghelles to Wannehain, richtig weh. Für das drittletzte und das dritte von den drei ehrfurchtgebietenden 5-Stern-Pavés, Carrefour de l’Arbre, hab‘ ich trotzdem nochmal Druck (so viel halt noch da war) gegeben und die Hände ignoriert. Aber im Schnitt waren’s nur noch 182 Watt. Hört sich sehr wenig an, gefühlt waren’s aber mindestens 250 – vom Pflaster will ich gar nicht erst reden. Meine Güte, das ist schon _der_ Kracher so ziemlich gegen Ende.

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Hört es denn nie mehr auf zu rütteln? Nicht mehr so enthusiastisch bei Carrefour de l’Abre. Photo by Maindru photo.

Die Technik:

Paris-Roubaix ist auch deswegen eines der interessantesten Rennen, weil es durch seine (für die Profis 55 km) Kopfsteinpflasterpassagen besondere Herausforderungen an das Material stellt. Wenn noch nicht so sehr für die anderen Kopfsteinpflaster-Klassiker, aber auf jeden Fall für Paris-Roubaix wird dann alles an Tricks und Spezialrädern an den Start gebracht, was das Arsenal so her gibt. Gerne auch mal von anderen Herstellern als den eigenen Sponsoren (da werden dann auch schon mal Markennamen mit Eddings geschwärzt oder ganz falsche Label aufgeklebt). Gerne auch mal alte Technik von vor 10 Jahren und aus der mittleren Preisgruppe der Hersteller. Z.B. werden da schon mal 10 Jahre alte Shimano-Bremsen gehortet, die zwar schwer sind, aber es zulassen, 28 oder 30 mm Reifen da drunter zu montieren.

Durch den Trend hin zu breiteren Reifen (z.b. 25 oder auch 28 mm) auch unter Aeroaspekten und Rollreibungsaspekten sind solcherlei Griffe in Altbestände aber heute immer weniger nötig. Oft bringen auch schon die neuesten Rennräder wieder mehr Reifenfreiheit mit. Und Bremsen mit Direktmontage bzw. auch die neueste Dura-Ace-Gruppe von Shimano lassen Reifenbreiten von 28 mm von Hause aus zu.

28 mm bekomme ich übrigens auch in meinem Rennrad unter. Mein Canyon Ultimate CF SLX hat damit keine Probleme. Zumindest nicht bei adäquaten Luftdrücken. Wie ich im Vorfeld von Paris-Roubaix selbst getestet habe.

Dieses Jahr stand ich vor der Wahl: Entweder wieder mit meinem Crosser, dem Giant TCX Advanced Pro 1 fahren? Im letzten Jahr ging das hervorragend. Auch wenn die Reifen vielleicht nicht die Besten für schnellste Asphaltfahrten und vor allem, schnelle Asphaltkurven, waren. Die Challenge X’plor USH waren tubeless gefahren sehr schön und in meinen Augen mit meinen gewählten 2,5 – 2,8 bar bei 32 mm Breite für die Kopfsteinpflaster ideal. Aber ihre diamantförmigen Schulternoppen waren mir in Kurven auf hartem Untergrund (Asphalt, Pflaster) nicht wirklich geheuer.

Aber selbst diese Reifen und zugehörigen Laufräder habe ich nicht mehr in dieser Kombi und am Crosser momentan nur Stollenschlauchreifen auf Carbonfelgen geklebt. Ich habe zwar ganz neue und schöne Scheibenbremsen-Laufräder von Hunt Bike Wheels – die sind aber für das im Zulauf befindliche Titanrad und ich wollte die jetzt davor nicht unbedingt für’s Giant umrüsten (15 mm Steckachsadapter einsetzen, 6-bolt-Scheiben-Adapter einsetzen) und mit dem Pavé von Paris-Roubaix maltraitieren.

Gut, die andere Alternative war: mein auch noch nicht so altes Canyon Ultimate CF SLX maltraitieren… Hmm. Ok, ich habe mich für letzteres Entschieden. Problem nur: Laufräder. Eigentlich wäre ich liebend gerne mit meinen Schlauchreifen gefahren. Aber das Vorderlaufrad hatte wenige Wochen zuvor das Ende seiner Laufzeit erreicht. Die Bremsflanke begann dort, sich ab zu lösen. Meine Zipp 404 Firecrest wollte ich nun aber auch nicht verwenden. Ich erinnerte mich an meine alten Fulcrum Racing 3 Laufräder im Keller. Die wollte ich mit 28mm Clinchern, aber tubeless nutzen. Schwalbe Pro One hatte ich bereits bestellt. Ich stellte dann fest, dass das Vorderrad der Fulcrums nur 20 Speichen hatte… Ok, das war mir selbst als nicht all zu schwerer Radfahrer für die brutalen Pflastersektoren zu gewagt.

Was also nun tun? Kurzerhand schaute ich, was es denn so an günstigen Alternativ-Laufrädern gibt. Bei Amazon wurde ich fündig: 29,95 für ein Vorderrad mit Shimano-Nabe, moderner Innweite von 19 mm und 36 Speichen, geöst. Na, wenn das nicht halten würde… 36 Speichen sind eine Menge… ;-) Gut, das Ventilloch war für ein Autoventil, aber sei’s drum.

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Nicht mal 1 Euro pro Speiche: 36 Speichen und 30 Euro. Mein vorderes Laufrad für Paris-Roubaix. Hier an der Labe bei Orchies.

Bestellt, angekommen, einen Schwalbe AV 17 Schlauch (der fast schon einen guten Tick zu groß für den Reifen war) samt Schwalbe Pro One aufgezogen. Et Voilá!

Mit 4,5 Bar über harmloses Pflaster und Bordsteinkanten probegefahren und für gut befunden. Und wie gesagt: der Reifen passte in’s Canyon und vor allem auch in die Campagnolo Super Record Bremsen. Selbst bei dieser breiten Felge. Gut, testweise auf bis 9 bar aufgepumpt, drückt schließlich der Reifenscheitel von unten gegen die Bremse. Aber ich würde diesen Reifen auf Asphalt mit maximal 5 bis 5,5 bar fahren (ich fahre 25er Conti und auch Veloflex üblicherweise mit 6 bar) und da passt er. Und mit 4,5 bar passt er auf jeden Fall.

So war ich also für Paris-Roubaix gerüstet. Das Laufrad musste ich bei der Orchies-Labe komplett nachzentrieren, danach hielt es aber. :)

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Mein zuverlässiges ‚Roß‘ – geschüttelt, nicht gerührt, nach 18 Kopfsteinpflaster-Sektoren der 145 km Runde des Paris-Roubaix Jedermann-Events am Samstag. Toller Tag in Frankreich, harte Sache aber beste Bedingungen.

Das Ziel:

Nach dem letzen Sektor gibt es nochmal eine kurze Fahrt über Asphalt und schließlich hinein nach Roubaix. Ab da muss man auch wieder auf Ampeln und auf den Stadtverkehr achten. Das gilt besonders für die letzte Zufahrt zum Velodrom-Areal. Erst kurz vor dem Velodrom erinnert man sich wieder: Ah ja, jetzt folgt keine übliche GranFondo- oder sogar nur RTF-Zieleinfahrt, jetzt kommt wieder die Verbindung zur historischen Radsport-Atmosphäre: Die Einfahrt in das Velodrom von Roubaix!

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Am Ziel! Photo by Maindru photo.
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Historische Steilkurve. Das berühmte Velodrom von Roubaix.

Und nach der Zieleinfahrt gibt es die Finisher-Medaillie und man kann sich auf dem Rasen im Inneren des Velodroms hinflegeln. Oder man holt sich ein verdientes Bier bzw. ersteht einen der weltbesten leckeren Cheeseburger mit handgeschnittenen Pommes Frites und diversen Saucen. Mmmmmh! :)

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Panorama des Velodroms von Roubaix. Am Ziel des Monuments.

Das Profi-Rennen am Sonntag:

Wie im vergangenen Jahr fahre ich nach dem Frühstück zunächst wieder nach Arenberg. Da bin ich in rund 30 Minuten Fahrt, parke ein gutes Stück vor Arenberg am ersten noch freien Stück seitlich der Straße und editiere erst mal noch ein Ruhe ein paar Fotos, bevor ich mich auf den Fußmarsch zum Beginn des Kopfsteinpflaster-Sektors mache, wo wieder eine Public-Viewing-Area mit Großbildschirm und diverse rustikale Imbiss-Stände und ein paar Souvenir-Stände und Kinderbespaßungsareale aufgebaut sind. Leider ist ordentlicher Kaffee oder überhaupt Kaffee dort Mangelware bzw. überhaupt nicht vorhanden… Seufz… Franzosen… Aber zugegeben: strahlend blauer Himmel und public viewing, da denken nicht nur Franzosen (und viele Belgier und Holländer) doch eher oder fast nur an Bier…

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Gut besucht, beste Bedingungen, super informiert und hautnah am Geschehen: Public Viewing direkt am Eingang des berühmtesten aller Sektoren: Der Wald von Arenberg.

Im vergangenen Jahr habe ich zuvor noch die alten Minen-Gebäude und Fördertürme von außen erkundet. Dieses Jahr setze ich mich (nach meiner erfolglosen Suche nach einer Tasse Kaffee) auch mal entspannt hin und verfolge das Rennen auf dem Großbildschirm, bevor ich mich eine knappe Stunde vor Ankunft der ersten Fahrer direkt an die Strecke begebe.

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Da geht’s rein. Der Wald von Arenberg.
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Im Wald von Arenberg, direkt unter der Brücke. Viel los, tolles Wetter, Mörderstimmung und „Sänger“-Wettstreit zwischen belgischen Fans links und französischen Fans rechts. :)

Es dauert nicht lang und dann kommen schon die ersten Autos als Vorhut, dann ein paar Motorräder, dann wieder nichts, dann noch ein UCI-Auto, dann neutrale Service-Wagen, dann neutrale Motorräder, dann wieder Polizeimotoräder… unglaublich, wie langgezogen die Spitze eines Profi-Rennens ist. Dann wieder längere Pause und wieder eine Reihe von Motorrädern, offiziellen Organisations-Autos und dann – man hört es schon am Johlen der Menge – die ersten Fahrer und sofort dahinter das Hauptfeld. Unglaublich – mit mindestens 50 Sachen sind sie im Nullkomma-Nichts vorbei. Dieses Jahr gibt es auch glücklicherweise keinen Sturz dort.

Greg van Avermaet, BMC Racing Team und Alexander Kristoff, Team Katusha Alpecin
Der diesjährige Gewinner von Paris-Roubaix. Er hat die Kopfsteinpflaster-Klassiker dieses Frühjahres wirklich dominiert: Greg van Avermaet, BMC Racing Team, im Wald von Arenberg. Gefolgt von Alexander Kristoff, Team Katusha Alpecin.

Und bei kaum einem Rennen gibt es so viele Kleingruppen und Einzelfahrer. Nach der ersten Gruppe gibt es noch lange was zu sehen…

MORKOV Michael, Team Katusha Alpecin
Michael MORKOV, Team Katusha Alpecin
DELKO MARSEILLE PROVENCE KTM Team Car im Wald von Arenberg
Eher selten: selbst im Wald von Arenberg staubtrocken. Delko Marseille Provence KTM Team Car, Trouée d’Arenberg.

Was bleibt?

Ein wiedermal toll sonniger Tag in der Gegend um Roubaix.

Ein sehr reizvoller Kurs, der mir von den Häuschen und Orten und Äckern und Rapsfeldern, an denen man vorbeikommt, noch mal ein gutes Stück mehr gefällt als die Ronde – also die Flandernrundfahrt. Gut, man kann beide Rennen nicht vergleichen, aber – das hätte ich vor meinem ersten Mal Paris-Roubaix nicht gedacht. Dazu mag ich Hügel und Anstiege zu sehr und finde Flach viel zu langweilig und öde. Aber die Kopfsteinpflaster-Sektoren lassen bei Paris-Roubaix gar keine Langeweile aufkommen. :)

Vor die Wahl gestellt, in einem Jahr nur die Flandernrundfahrt oder nur Paris-Roubaix zu fahren, würde ich wohl wieder Paris-Roubaix wählen.

Es bleibt auch die Erkenntnis, dass mit 4 bis 7 mm weniger Reifenbreite und mit 1,4 -1,7 Bar mehr Druck die Pavés nochmals brutaler sind und dass das mit ähnlich dünnem Lenkerband und mit den gleichen Handschuhen 2016 gar kein Problem war und ich dieses Mal an beiden Handflächen und -ballen je 1 offene und zwei noch kleinere geschlossene Blasen habe.

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Zarte Büro-Hände und nur kleine Weh-Wehchen. Kein Vergleich zu so manchen Fotos von maltraitierten Profihänden diverser Editionen.

Und die Tatsache dass ich fast schon Kopfschmerzen von dem Gerüttel bekommen habe. Die aber danach sofort wieder weg waren.

Und vor allem bleibt: Das unvergleichliche Erlebnis Paris-Roubaix. Wo für mich am direktesten (noch viel viel direkter als z.B. Lüttich-Bastogne-Lüttich und auch noch mal mehr als schon bei der unvergleichlichen Ronde van Vlaanderen) das Jedermann-Event am Samstag und jeder einzelne Meter dessen die Verbindung zur Historie und zum Mythos Paris-Roubaix erweckt! Und wo schließlich mit der Zielankunft im berühmten Velodrom von Roubaix eine tolle Atmosphäre in historischer Radsportumgebung erschaffen wird.

Wer mag, schaut sich noch die berühmten Duschen an, liest die Namen der vergangenen Sieger und erschafft sich in Verbindung mit dem Besuch des Profirennens am Sonntag ein grandioses Radsport-Wochenende.

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Sightseeing auf dem Weg vom Ziel zurück zum Hotel. Innenstadt von Tourcoing. Ein weiteres Foto für meine „Life behind bars“ Serie. :)
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Klassisches Schwarzweiss für klassischen Frühjahrsklassiker. Photo by Maindru photo.
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12 Kommentare zu „Paris-Roubaix 2017

  1. Hallo Torsten,
    was für ein schöner Beitrag, toll beschrieben, so lebhaft, dazu wunderbare Bilder.
    Währe ich Deinen Beitrag lese, schaue ich auf dem anderen Monitor gerade die Eurosport Aufzeichnung, die erste Stunden ist geschafft…., könnte eine lange Nacht werden ;-)
    Die technischen Apskete Deiner Materialwahl sind ebenso interessant, wie auch die Beschreibung der Randparameter, wie der Unterkunft, den Events an der Strecke etc., ich werde mich an so eine anspruchsvolle Strecke wohl nie heran trauen, bin mit fast 50 aber etwas alt dafür, hätte das mal früher angehen sollen.

    Dennoch, ich kann ja wenigstens passiv über Beiträge wie Deinen daran teilhaben.

    Danke Dir dafür und allzeit die Kette rechts,
    Martin

    1. Hi Martin,
      fast 50… äh, da will ich gar nicht drüber nachdenken. Man ist so alt, wie man sich fühlt. Demnach habe ich gefühlt noch viele Jahre bis 50… gefühlt… ;-)

      Also, nur Mut. Solltest du es nicht all zu weit nach Nordfrankreich haben und eine gewisse Affinität für die Gegend mitbringen oder sie dir einfach im Rahmen eines tollen Rad-Wochenendes mal ansehen wollen… Es lohnt sich und es geht auch mit „fast 50“ :)

      Überhaupt, es gibt da nicht wenige coole Recken (die wahrscheinlich schon ihr ganzes Leben Rad fahren) die ich da 60 oder fast schon 70 plus schätzen würde. Wenn mir das in ebensolcher Form gelingt, bin ich froh.

      Und im letzten Jahr habe ich einen Teilnehmer auf einem Hochrad (Penny Farthing) gesehen und fotografiert. Dieses Jahr war ein überaus beleibter Teilnehmer dabei, der die Pavés mit einem hölzernem Laufrad (Freiherr von Drais lässt grüßen) bezwungen hat. Großen Respekt dafür!

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, solche Rückmeldungen freuen mich immer. :)

      Frohe Ostern!

      1. Ich habe auch irgendwie zu viele Interessen. Jetzt geht es demnächst wieder auf die Spezi nach Germersheim, Liegeräder, Lastenräder und Falträder schauen und probefahren, Tretroller und anderes. Spitzenleistung ist weniger meins, eher etwas wie ein Tweed Run, L’Eroica etc., langsam aber sicher nähere ich mich ja auch dem fortgeschrittenen Alter ;-)
        Dennoch, meinen Carbon Renner schätze ich auch sehr, aber mein altes Stahl Pinarello mit der Campa Record Titan fehlt mir. Der Rahmen war zu groß, hätte mir einen kleineren besorgen sollen.
        Frankreich lockt mich eher weniger, ich hänge mehr an britischen Inseln und auch sehr an den Niederlanden und Belgien, habe dort aber eher immer mein Brompton dabei, für Familienurlaube zweckmäßiger, eine Rennrad Tour an der Küste und über die großen Sperrwerke wäre aber auch was…
        Man kann einfach nicht alles machen, vielleicht im zweiten Leben…, wichtig ist nur, an dem was wir tun, sollten wir Spaß haben und ich glaube das können wir beide für uns beanspruchen.

        Dir dann auch noch schöne Rest Ostern, bei mir nähert sich langsam der Feierabend, mal kucken, dass ich später noch auf’s Rad komme, wenigstens eine kleine müde Ausfahrt.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Carolyn. Ach – Radbeherrschungsmäßig sind wir doch alle kein Sagan. Und mit Respekt bist du schon genau richtig und ausreichend bewaffnet, um Paris-Roubaix in den Angriff zu nehmen. :)

      Aber klar, es gibt so viele Dinge zu tun und so viele verlockende Radsportziele – da muss man schon sortieren und wo die Berge bei dir doch so schön nah sind… :)

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