Am Burgholzbach

TCX Advanced Pro 1 – Erste Ausfahrt: Samba in Burgholz

Rad fahren

Yehaaaa! :) Endlich wieder auf dem Bock! :)

Nicht nur, das mich eine heftige Erkältung zwei Wochen lang von jeglichem Training abgehalten hat. Nein, seit einer Woche habe ich endlich meinen neuen Crosser daheim. Und auf den habe ich seit der Bestellung schon einiges warten müssen.

Von daher war das Wetter (das sich natürlich überhaupt nicht kooperativ, sondern nasskalt ungemütlich und extrem windig zeigte) egal. Ich habe mich warm, winddicht und wasserabweisend eingepackt und dann ging’s los mit dem neuen Bike.

Zunächst mal die Uellendahler Straße hinunter und dann beim Mirker Bahnhof ein Stück auf die am Freitag offiziell eröffnete Nordbahntrasse. Uff – Gegenwind deluxe. Ich dachte, in den tief eingeschnittenen Stücken sei es etwas windgeschützter und wenn ich dann den Tunnel Dorp erreiche, würde es nochmals etwas weniger mit dem Gegenwind. Pustekuchen! Eine Eins A Düsenwirkung herrschte dort. Nicht von schlechten Eltern!

Von daher bin ich noch gar nicht so sicher, wie denn nun die Clément Reifen so rollen. Wenn ich nach diesem Part gehe – gar nicht. ;-)

Runter zur Wupper, kurzer Fotostop, dann zur Sambatrasse und rauf auf artgerechtes Geläuf. Also von Asphalt zunächst mal auf die auch mit dem Rennrad sehr gut zu befahrende feste Sand/Splitt-Oberfläche der Trasse der ehemaligen Burgholzbahn.

An der Wupper. Orange liegt im Trend. Auch bei der Schwebebahn.

An der Wupper. Orange liegt im Trend. Auch bei der Schwebebahn.

Die Kettenblätter sind übrigens nur temporär. Originalausstattung sind schwarze Rotor-Kurbelblätter. Ich habe aber bei der Bestellung direkt auf die Rotor Power LT aufgerüstet. Leider zog der Radladen den falschen Lochkreisdurchmesser aus der korrekt beschrifteten Verpackung. Daher wird die richtige Kurbel nachgeliefert. Der Radladen hat schon mal Austausch-Blätter in 50/34 montiert, damit ich nur noch die Kurbel tauschen muss.

Die mechanische Ultegra funktioniert problemlos und schaltet schnell, sauber und mit wenig erforderlicher Handkraft. Das kann Shimano. Was Shimano nicht so gut kann, ist  die Tasteranordnung und deren Feedback bei ihren elektronischen Schaltung. Das ist schon ohne Handschuhe und „in Ruhe auf der Straße“ nicht wirklich gut. Mit Handschuhen und/oder bei typischen Crossersituationen ist das gar nicht nach meinem Geschmack. Nicht nur deshalb ist daher am Crosser die mechanische Schaltung meine Wahl (zumindest so lange, bis Campagnolo eine Variante der EPS mit hydraulischen Scheibenbremsen herausbringt).

Der Sambatrasse folgte ich zunächst aufwärts bis zum kleinen Bahnhof Burgholz (heute eine kleine Gaststätte mit Biergarten direkt an der Trasse), um dort von der gesplitteten Trasse auf „richtige“ Waldwege zu wechseln. Und die sind heute und dort oben im Staatsforst Burgholz nicht von schlechten Eltern. Dick mit Herbstlaub bedeckt und vom Regen der vergangenen Tage (und des heutigen Tages…) aufgeweicht, bilden sie eine Herausforderung.

Aber es hat Laune gemacht! :)

Das TCX Advanced Pro steuert sich souverän, die Lenkung ist positiv unauffällig. Bzw. was auffällt, ist das absolute Vertrauen vom ersten Meter an. Auf einem abschüssigen Singletrail mit weichem Boden, Laub, der einen oder anderen Wurzel ist die Gabel mit der Steckachse ein Traum. Teils muss der Hintern hinter den Sattel – passt! Die erste kleine Schleife bei der Kaiserlinde hat schon mal Spaß gebracht.

Bahntrassen-Tristesse an der Sambatrasse bei Küllenhahn

Bahntrassen-Tristesse an der Sambatrasse bei Küllenhahn

Wieder auf der Sambatrasse ging es bis zum alten Küllenhahner Bahnhof.

Giant TCX Advanced Pro 1 am Bahnhof Küllenhahn

Giant TCX Advanced Pro 1 am Bahnhof Küllenhahn

Übrigens: Das Schutzblech hinten ist das Vorderschutzblech eines SKS Raceblade XL Sets. Habe ich einfach mal zum Ausprobieren bestellt und es macht sich recht gut. Schaut meiner Meinung nach auch viel besser aus als die Teile, die man an die Sattelstütze mehr schlecht als recht schraubt oder klemmt. Natürlich ist das nichts für Matschschlachten auf einer echten Cross-Strecke. Da fährt man ohnehin ganz ohne.

Irgendetwas quietschte aber noch, wenn es schnell und holprig bergab ging. Ob es das Schutzblech war? Vielleicht aber auch die Spacer am Vorbau? Ich werde weiter testen.

Schrieb ich oben etwas von aufgeweicht? Wie wär’s mit aufgeweicht und zusätzlich noch aufgewühlt?

Weich, matschig, tief? Läuft... ;-)

Weich, matschig, tief? Läuft… ;-)

Bei den Reifen war ich mir für die heutige Streckenwahl gar nicht so sicher. Wenn ich den Crosser nur für solche Ausflüge in den regendurchweichten Wald vorgesehen hätte, dann hätte ich irgendwelche Stollenreifen ausgewählt. Ich wollte aber mal etwas anderes probieren. Reifen, die auch auf Asphalt gut rollen. Reifen, die aber auch vor Feld, Wald und Wiese nicht kapitulieren. Reifen, die aber schon auch im feuchten und auf etwas weicheren Boden mehr Traktion als ein Slick bieten.

Bei den heutigen Bedingungen war ich aber doch leicht in Sorge. Aber: diese Clément X’plor USH waren gar nicht so schlecht trotz ihrer winzigen Seitenstollen und der flachen Mittelspur. Mit Stollenreifen wäre zwar sicher noch mehr Kontrolle vorhanden gewesen – aber das fühlte sich auch so gar nicht schlecht an. Hat sogar richtiggehend Spaß gemacht. Auch Traktion war doch ausreichend da. Ob’s am geringen Druck gelegen hat? In Tubeless rollten die sehr gut und geschmeidig. Und wenn ich dem Manometer meiner Standluftpumpe vertrauen kann, war ich so mit etwa 1,5 bis 2 Bar unterwegs. Das ist ziemlich wenig. Funktionierte aber gut.

Tiefes Geläuf

Tiefes Geläuf

Lediglich an einem steilen Stück (gar nicht mal das steilste) mit lehmigen Untergrund war ich auch mit normalen Pedalieren an der Traktionsgrenze. Auch an anderen Stellen waren diese Reifen sicher nicht dazu gemacht, auf rutschigem Boden maximale Kurvengeschwindigkeiten oder maximale Antritte zu erzeugen. Aber hier musste ich schon bewusst pedalieren und möglichst viel Gewicht auf’s Hinterrad legen. Ging. Von daher – Ziel erreicht, wenn ich mit den Clément auch auf solch Untergründen voran komme, dann ist das ok. :)

Aber auch hier: ich muss noch mal mit anderen Drücken und anderen Untergründen Erfahrung sammeln.

So wie das Wasser fließt, so "flowig" ist das TCX Advanced unterwegs

So wie das Wasser fließt, so „flowig“ ist das TCX Advanced unterwegs

Die Runde war auf jeden Fall sehr Klasse für einen Crosser. Und was „für’s Auge“ gab es auch. Trotz des miesen Wetters. Denn das Gebiet des Burgholzer Forsts bietet so einiges, wie ich bei meiner ersten Exkursion am Samstag feststellen konnte. Und ich habe noch gar nicht alles gesehen. Alleine der Burgholzer Bach ist mit seinen Zuläufen und den Spuren der historischen Wasserkraftnutzung ein reizvolles Ziel. Ob zum Wandern oder mit dem Crosser bzw. Mountainbike.

Am Burgholzbach

Am Burgholzbach

Kurz drauf unterquere ich die stark ausgebaute L 74 und bin wieder an der Wupper. Entlang des Radweges fahre ich nach Sonnborn hinein. Der Radweg ist dort übrigens in sehr schlechtem Zustand. Mit dem Rennrad bin ich ihn einmal gefahren – und nie wieder. Betonplatten mit ziemlichen Fugenversätzen sind Killer, wenn man nicht alle 5 Meter das Vorderrad lupft. Auch daher: Hier und heute mit dem Crosser gar kein Problem. :)

Von Sonnborn aus gondele ich über den Radstreifen entlang der B7 zum Robert-Daum-Platz und von dort gemächlich durch das Luisenviertel, um zumindest mal vom Rad einen Blick auf die Weihnachtsbuden entlang der Einkaufspassagen zu werfen.

Auf dem Rückweg über die Uellendahler Straße fängt es jetzt richtig an zu schütten. Egal – es hat Spaß gemacht und ich bin überzeugt: das TCX Advanced Pro 1 war die richtige Wahl! :)

Giant by the water

Giant by the water

Und es hebt sich auch bei tristen Bedingungen gut vom Hintergrund ab. 1A-Fotomotiv. ;-)

Distanz: 40,1 km, Höhenmeter: 557 m, Zeit: 3 h 17 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,2 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 15,0 km/h, Durchschnitts-HF: 125

auf Strava:

20141220_Strava

8 Gedanken zu “TCX Advanced Pro 1 – Erste Ausfahrt: Samba in Burgholz

  1. Iss schon ein geiles Bike. Durfte in Cochem auf mal ein paar Meterchens drauf machen. Wenn man an den „Carbonrohren“ auch mal was dran machen könnte und wenn nur optional, soetwas wie ein Tourengepäckträger in S ( leichtes Gepäck ), dann würde ich da wahrscheinlich auch noch schwach werden.
    Aber eine Stromschaltung kommt mir nicht in´s Haus. Ganz ehrlich ? Bin damit nicht klar gekommen.

    Die Idee mit dem hinteren Schmutzfänger finde ich aber mal genial. Das werde ich mal abbuchen bei mir im Schädel.

    Viel Spaß noch !

    1. Hallo Alex,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ist schon ein tolles Ding. In dem Fall Carbon: für maximalen Fun auf dem Trail.

      Wenn’s um Vielseitigkeit – auch hinsichtlich vielleicht Randonneuring und Co – mit Gepäckträger- und Schutzblechösen und auch mit Alu-Sattelstütze, um da eine größere Tasche dranzuklemmen geht, dann ist die Alu-Variante vom TCX Advanced auf jeden Fall vorzuziehen.

      Bei der E-Schaltung gebe ich dir recht – wenn es um die Shimano DI2 am Rennrad geht. Deren Schalttaster sind gelinde gesagt eine ergonomische Katastrophe. Campagnolo ist da wesentlich besser und ein absoluter Traum! :)

      1. Ganz ergonomische Katastrophe würde ich jetzt vllt. nicht sagen aber ich habe auch keinen Campagnolo Vergleich.
        Das es mit Voll-Handschuhen Schei.. ist, hab ich aber bei meinem Aeroad auch festgestellt. Dann aber die Sprinter Shifter am Unterlenker ausprobiert. Die lassen sich auch mit Handschuhen wunderbar bedienen!
        Das mit der freien Belegung und Anordnung von Knöppen ist bei der Di2 schon schick. Kann das die EPS auch?

      2. Waren die Sprinter Shifter beim Aeroad standardmäßig verbaut?

        Sowas gibt’s bei Campagnolo nicht. Da ist Shimano im Vorteil, was das umfangreiche Customizing angeht. Dann widerum – die ganzen Sprintershifter in Daumenhöhe und Lenkerinnenseite, die man so oft (mal mehr, mal weniger elegant aus dem Lenkerband rausgeschnitten) sehen kann, liegen nahezu da, wo die Taster viel schöner und von vornherein sinniger bei Campa am Bremsgriffkörper angesiedelt sind.

      3. Ja genau. Beim Aeroad sind die im Standard mit dabei und auch sehr sauber integriert. Hier auf dem Bild kann man es schön sehen:
        Canyon Aeroad CF SLX

        Nett daran ist, dass du die Schalter für die Bergfahrer auch nach oben an den Lenker packen kannst oder wo auch immer. Zusätzliche zu den schon installierten geht natürlich auch.

        Ich seh schon, muss mir doch mal ein Campa EPS Rad schnappen und ne Runde drehen.

    1. Im großen und ganzen zufrieden. Schöne Dosierbarkeit. Komplett unproblematisch bisher bei allen Bedingungen. Haben mich z.B. auch gut durch eine nasse Flandernrundfahrt gebracht. Die Frontbremse könnte für meinen Geschmack gerne etwas bissiger sein. Hatte im Frühjahr auch ein elendes Quietschen entwickelt. Habe nun neue Bremsbeläge vorn eingesetzt und es herrscht wieder Ruhe. Die Bremshebelgummis dürften gerne etwas handschmeichelnder sein und formschlüssiger an das Lenkerband anschließen. Sind halt keine Campagnolo Hebel. Oder Dura Ace.

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