Mein Transcontinental Race 2017 – Teil 3: Von CP 1 nach CP 2. Über die Alpen von Deutschland über Österreich nach Italien

Von Schloss zu Schloss

Der dritte Tag des Transcontinental Race. Es geht von Schloss zu Schloss mit einem nächtlichen Endspurt über den Fernpass.

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Schloss Lichtenstein hoch über Honau

Das erste Schloss ist Schloss Lichtenstein. Gestern abend war ich ja am Kontrollpunkt 1 (CP1) in Honau angekommen und hatte mir meinen Stempel geholt. Verbrachte die Nacht aber in Pfullingen im Hotel. Von Frühstück frisch gestärkt und meine Sachen zum Rad getragen, in die Taschen gepackt und Sonnencreme aufgetragen war ich dann immerhin schon um 09:08 abfahrbereit. Leichte Verbesserung gegenüber gestern.

Erst mal musste ich leider ganze 7,5 Kilometer Weg von gestern wiederholen, um zum Einstieg des Parcours hoch zum Schloss Lichtenstein zu gelangen. Dann ging es in den asphaltierten Anstieg hoch zum Schloss Lichtenstein. Schon nach zwei Kurven erspähte ich einen Stoppomat! Ach, dachte ich, den Spaß gönnst du dir. Schön, dass es diese Dinger auch in Strava-Zeiten noch gibt. Ich habe mir also eine Karte herausgezogen und meine Daten per Kuli notiert. Als „Verein oder Gruppe“ habe ich „TCR No5“ eingetragen. Und dann zum Losfahren gestempelt.

Man fährt dann die Anstiegsstrecke findet die „Gipfelstation“ des Stoppomaten und steckt dann seine Karte wieder ein. Dort wird dann die Zielzeit aufgestempelt. Die Karte wirft man dann in den Kartenschlitz und der betreuende Verein wertet später die Karten aus und führt eine Bestenliste (www.stoppomat.de).

Natürlich habe ich im Anstieg nicht auf die Tube gedrückt. Mir ging es nur um den Spaß. Leider führt wohl die Stoppomat-Strecke nicht ganz bis zum Schloss sondern biegt irgendwo im oberen Bereich anders ab. So habe ich leider nie die obere Stempelstation gesehen. Schade. Trotzdem war es mir die ausgefüllte Karte wert. :)

Wert war mir auch das kurze Herumschlendern durch den Schlossbereich von Schloss Lichtenstein. Anstelle mich also nach erfolgreich absolviertem Parcours vor dem Tor vom Schloss einfach wieder umzudrehen und weiter zu fahren, bin ich erst mal durch das Tor hinein gegangen und habe mich umgesehen. Schließlich war ich ja noch nie dort.

Ein lohnenswertes Ziel. Man hat einen sehr schönen Blick hinab in das Tal und auch schöne Ausblicke die klassische Ansicht des Schlosses auf seinem Felssporn. Leider war der Burgfried komplett eingerüstet, aber es machte dennoch was her.

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Am Morgen des Dritten Tages. Den Parcours zum Schloss Lichtenstein frisch gemeistert.

Nach diesem kurzen Intermezzo stand ich dann bald wieder vor dem Schlosstor und konnte zum ersten Mal einen neuen Routenabschnitt starten. Das war für sich dann auch jedesmal nach einem Kontrollpunkt oder nach einem Parcours ein Meilenstein und ein sehr befriedigender Akt. Ich hatte meine Routen immer von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt (bzw. kurz dahinter, Parcours-Ende o.ä.) geplant. Ich hatte also 5 Routen zwischen 600 und etwas über 1000 km auf dem Wahoo, die ich jeweils geladen hatte. So hatte ich nicht zu viele Strecken, aber auch nicht alles in einer großen Datei. Und ich konnte mir immer die Kilometer bis zum nächsten Kontrollpunkt anzeigen lassen. Sehr toll, wenn irgendwann aus 700 km ein Tagesabschnitt wird, oder wenn da nur noch 100 km stehen und somit der Kontrollpunkt quasi „direkt um die Ecke liegt“.

Jetzt, hier oben an Schloss Lichtenstein wähle ich auf dem Wahoo also Strecke 2 aus. Entfernung zu CP 2: 560 km.

Wo will ich heute abend sein, was will ich schaffen? Über den Fernpass, da will ich schon drüber kommen. Ich peile also Telfs als Ziel an. Na dann! Frisch an’s Werk! :)

Meine Route führt mich ziemlich geradeaus von der Alb in das Allgäu.
Die Landschaft und meine Routenwahl dazwischen ist sehr schön. Ich habe verkehrsarme Straßen, schöne Blicke, schöne Gegenden. Mehrfach muss ich feststellen, wie wunderschön doch unser Deutschland ist. So geht es mal mehr mal weniger wellig Richtung Allgäu.

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Schöne, einsame kleine Sträßlein.

In Biberach an der Riß will ich nicht schon wieder Tankstellenzeugs. So ein Burgerking oder McDonalds wäre jetzt fein. Laut Google Maps müsste in Richtung Ortsausgang ein McDonalds recht nahe meiner Route liegen. Und so ist es auch – dem Radweg folgend, sehe ich alsbald die Goldenen Bögen und praktischerweise führt ein kleiner Abzweig direkt vom Radweg zu dem Areal, wo der McD liegt. Noch bevor ich richtig da bin und überlege, wo ich mein Rad hinstelle, sehe ich schon im Außenbereich wen sitzen? Den Christopher wieder! Wie toll. Er hat schon eine Zeit dort verbracht, will aber auch noch nicht aufbrechen. D.h. wir haben Gelegenheit, uns weiter auszutauschen. Er will noch bis Kempten überlegen sagt er. Und dort entscheiden, ob es Richtung München, Richtung Rennaufgabe und Richtung gemeinsamer Radurlaub mit der Freundin oder Richtung Süden und Richtung Transcontinental-Fortsetzung geht. Er wird sich später für ersters Entscheiden.

Ich stelle fest, dass ich nach den Fritten und der Cola keinen Appetit auf meinen Big Mac habe. Lieber will ich noch eine Cola und ein Eis. Hier zeichnet sich schon ab, wie sich mein Appetit in den kommenden Tage zusammensetzen wird. Eigentlich unterwegs nichts warmes oder herzhaftes mit Fleisch oder ähnliches. Eher Flüssigtreibstoff in Form von Zuckerwasser wie Cola und noch lieber Fanta. Oder Creme-Treibstoff in Form von Joghurt oder Eis. #FueledbyIcecream wird ein Hashtag, den ich des öfteren Verwenden werde. Den BigMac packe ich in meine Musette. Da ist ja immer noch auch der Helium Solo Schlafsack drin. Was mich zunehmend zu nerven beginnt.

Es ist ja eh total warm. Und nachts werde ich überwiegend in Hotels schlafen. Oder wenn gar nichts geht, dann halt irgendwo in einer Bushaltestelle zur Not auch ohne Schlafsack. Top – TCR Zen schnell erreicht. Ich beschließe, in Kempten Schlafsack und SeatoSummit Schlafmatte nach Hause zu senden. Man muss auch los lassen können… ;-)

Nach knapp 150 km ist Kempten dann auch erreicht. Hat eigentlich eine ganz nette Innenstadt. Ich war auf der Suche nach einem Supermarkt mit DHL-Filialstelle und hatte mir über Google-Maps eine Rewe-Filiale ausgeschaut, die ich zielgerichtet ansteuerte. Nicht ohne beim überqueren einer Straße einen vorbeifahrenden anderen TCR-Teilnehmer zu sehen und zu winken.

Man geht dann so durch einen Supermarkt und überlegt, auf was man so eigentlich Hunger hat. Bei mir war es jetzt das Verlangen nach frischen, kühlen Sachen in fruchtiger oder cremiger Konsistenz. Nix zum Kauen. Viel lieber was, was schnell runter geht und was erfrischt. Am Ende hatte ich, was sich zum einen zum typischen Standard für meine Supermarkt- und Tankstellenstopps entwickelte:

  • Mineralwasser für den Durst und für’s Trinkflaschen nachfüllen,
  • Cola oder Fanta auch für den Durst und für die Erfrischung und flüssige Kohlenhydrate
  • und Joghurt, gerne auch mit Cornflake oder Müsli-Topping
  • hier und heute dazu noch einen Extra-Smoothie und Wassermelone.
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Rewe Kempten Food Haul

Das musste erst mal rein in mich, bevor ich an das Versenden des Schlafsacks ging. Packkarton erworben, zurechtgefaltet, eingepackt, Adressetikett geschrieben, bezahlt und weg damit. Super, ein Problem weniger, weiter geht’s.

Von Kempten aus ist es ein Katzensprung zum Königswinkel. Die Alpen sind schon erkennbar. Langsam kommt Bergfeeling auf. Aber erstmal nur als Fotomotiv und als Voralpen-Umrahmung des Radweges von Nesselwang nach Füssen.

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Alpen in Sicht! Auf dem Radweg von Nesselwang nach Füssen.

Ich fahre aber über Steinach nach Vils und bin jetzt in Österreich. Schnell bin ich auch in Reutte. Dort dient der örtliche McDonalds als Pausenstation. Erst mal Bewertung der Lage: Es ist schon recht spät. Ich bin schon 10,5 Stunden und 200 km unterwegs. Klappt das heute noch mit der Fernpass-Überquerung? Wieviel Kilometer sind es bis nach Nassereith? Oder gar Telfs? Puh, nein. Bis Telfs wären es 60 km und das über den Fernpass. Jetzt ist es kurz vor 8 Uhr am Abend. 60 km mit Schnitt 20 wären 3 Stunden… Und erst mal geht’s bergauf. Sehr ambitioniert. Was sagen denn die verfügbaren Unterkünfte? Hmm, auch nicht so viel Auswahl. Weder über HRS, noch über Booking.com noch direkt über Google Maps. Ich rufe in einer Pension in Nassereith an. Nein, alles belegt. Dann fällt mir ein, dass ich ja immer mal im Schlosshotel Fernsteinsee einkehren wollte. Da fahre ich ja häufig auf dem Weg in den Dolomitenurlaub vorbei. Ich rufe an und in der Tat – sie haben noch ein Zimmer! Super! Wie lange ist denn die Rezeption besetzt? Ja, normalerweise nur bis 22:30 Uhr… Hmm, könnte sehr knapp werden. Ja, aber der Chef würde dann auch noch einlassen können, wenn es später würde und ich jetzt schon mal meine Buchungsdaten durchgeben würde… Na prima. Das Problem also gelöst. Ich werde es heute also wie geplant schaffen, über den Fernpass zu kommen und habe auch schon eine Unterkunft sicher.

Ich kann also erleichtert aufbrechen – das hat mich da schon etwas am McDonalds aufgehalten, bis ich das klar gemacht hatte. Währenddessen hatte ich dort eine Erdbeer-Topfen-Tasche, 1 Donut, 1 kleine Fanta und 1 großen Cappuccino zu mir genommen.

Jetzt geht’s über den Fernpass

Eigentlich ist der Fernpass für einen Radfahrer ja die Hölle. Deswegen bin ich auch nur rund 20 %, eigentlich erstmal nur den Einstieg, auf der Passstraße gefahren. Recht bald bin ich dann auf den Imst-Fernpass-Radweg gewechselt (hatte somit dessen Schotterpassagen umfahren) und von diesem dann auf die alte Fernpass-Straße. So bin ich auch durch Leermoos und Biberwier gefahren und natürlich nicht durch den Fernpass-Tunnel. Das war auch ganz angenehm.

Dort hatte ich auch Paula wieder getroffen. Wie schon zwei Tage vorher auch mal. Paula Regener ist ja ein Viertel des Adventure Syndicates. Und kurz zuvor noch eine Dame. Das war toll. Ich hatte beide gefragt, was sie sich denn als Tagesziel ausgeguckt hatten. Wow – beide wollten eigentlich noch Innsbruck erreichen. Es war da 9 Uhr am Abend… Tough Ladies!

Kurz hinter Biberwier stößt die alte Fernpassstraße auf die neue und da muss man die verbleibenden rd. 2 km bis zur Passhöhe über diese fahren. Um die Uhrzeit war aber nichts los. Jetzt stand nur noch die Abfahrt zum Fernsteinsee und meinem Hotel für die Nacht an. Ich war dick in der Zeit, weil ich mit Spaß und guter Laune den Fernpass hindurch ab Reutte mit vollem Druck in Zone 3 bis teilweise Zone 4 gefahren bin. Das war im kühlen Abend richtig toll. Und toll war auch, die Beine dafür zu haben. Ob das allerdings unter Langzeitgesichtspunkten so schlau war? Ich war jedenfalls sehr zufrieden, dass das so gut klappte.

Ich war also um 22:15 am Schloss Hotel angekommen. Und wie urig das war, entdeckte ich dann im Folgenden:

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A Night at the castle

Geniale Sache und ein toller Tag. Unterwegs viele andere Teilnehmer getroffen. Auch von einem neugierigen österreichischen Rennradfahrer angesprochen worden, der mir erst entgegenkam und dann umdrehte, um mich einzuholen. Was wir denn für Leute wären und was wir hier machen. Er hätte schon den ganzen Nachmittag über solche Radfahrer mit bepackten Rädern gesehen…

Mit Klamottenwäsche, Einstöpseln meiner elektronischen Geräte in die Ladenetzteile und dem Verzehr eines kalten Big Macs endete dann der Tag. Ja, der Big Mac vom McDonalds nicht in Reutte, sondern vom Mittag in Biberriss. Glorreiches Luxusleben des Transcontinental… Auf dem Bett lagen noch zwei Schokoherzchen. Etwas für den hohlen Zahn – aber ich hatte auch danach immer noch Hunger aber nichts mehr zum Essen da. Ok, also schnell Schlafen, damit dann das Frühstück kommt…

Tag 4: Heute geht’s über den Brenner

Aber erst mal raus aus den Federn. Und über eine Stiege vom hoch gelegenen Burgbereich zum unteren Hotelgebäude mit den Frühstücksräumen. Tolle Blicke und ein leckeres Frühstück haben mich wohl sehr gefesselt. Irgendwann war auch über Twittern und Co der dritte Kaffee genossen. Kaffee-Flash. Groggy vom Frühstück. Das wird schon wieder nix mit Start vor 9… Naja, start late and rested, cycle faster.

Das wurde heute aber schon sehr spät. 10:37 starte ich erst! Oh je. Schlaf und Frühstück waren wohl doch nötig.

Einschub – Wehwehchen und Einfinden in das Rennen

Muss ich eigentlich was über Weh-Wehchen, Schwierigkeiten, Probleme usw. schreiben? Damit es richtig episch wirkt? Nein, glaube ich nicht. Ich habe gelesen, dass man bei Ultradistanzrennen so in etwa drei Tage benötigt, um wirklich ins Rennen zu finden. Wo nach drei oder auch nach 5 Tagen – vielleicht je nach Tagesleistung – sich sowohl Körper als auch die Mentale Einstellung auf das ungewohnte eingestellt haben und (hoffentlich) zum gewohnten machen. Auch körperliche Dinge oder Erschöpfungen kommen dann erst wirklich zu Tage. Zwei Tagen durchfahren oder zwei Tage hintereinander sehr anstrengende Tagesausfahrten – das wird jeder schon mal an einem Wochenende oder im Urlaub gemacht haben. Im Rahmen der Vorbereitung eines Transcontinental ganz gewiss sogar. Mindestens. Aber dann noch einen Tag und vielleicht noch einen Tag… Ein leichtes Unwohlsein oder Zwicken hat sich dann spätestens nach drei Tagen in beginnende Probleme gewandelt. Irgend etwas, was nicht wirklich passt, wird sich dann schon offenbart haben oder zumindest anklingen…

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Pills’n cables ’n stuff and a rider in good mood before breakfast (Zahnputzbesteck, Sudocrem, Aminosäure- und Mineralsalz-Kapseln)

Auch der Kopf muss sich vielleicht erst einfinden… Aber diesbezüglich fand ich es erstaunlich, dass ich da im Nachhinein wirklich keinen Zeitpunkt ausmachen kann, dass ich mich irgendwie „einfinden“ musste. Ich bin losgefahren und alles hat sich entwickelt und war super…

Oder vielleicht doch… In den ersten zwei Tagen habe ich schon auch immer in mich hineingehört. Kommt da was? Passt alles? Ich hatte unmittelbar vor dem TCR noch neue Pedalplatten an die Rennradschuhe geschraubt. Eigentlich wollte ich ja mit Mountain-Bike-Schuhen fahren. Der Vielseitigkeit halber. Egal was kommt – Laufen durch lange Supermarkt-Regalflure oder Rad schieben über felsige Irrwege – mit MTB-Schuhen und Cleats wäre ich für alles gerüstet gewesen. Allein – ich habe bei allem Durchprobieren keinen wirklich 100% passenden und für mich Irritationsfreien MTB-Schuh finden können. Also blieb ich bei meinen bewährten Rennradschuhen. Aber die Cleats mussten ausgetauscht werden. Meine alten waren schon zu abgenutzt, um auch noch das Transcontinental zu überstehen. Nun habe ich natürlich größte Sorgfalt bei der exakten Montage und dem Beibehalten der Position der alten Cleats walten lassen. Und trotz Verwenden der roten Lookpedalplatten, die etwas seitliches Spiel gewähren, war ich dennoch gedanklich während der ersten zwei Tage immer dabei: „Ist die Position richtig? Muss ich die linke Pedalplatte nicht doch noch einen halben Millimeter weiter drehen?“, „Ich spüre doch latent was am Knie, oder?“ und „Heute abend nehme ich mir die Schuhe mal vor…“ Was ich dann doch nicht gemacht hatte. Und auch vor oder nach dem Frühstück nicht. Da hatte ich andere Dinge zu tun und wollte schnell wieder auf die Straße… Am dritten oder nach dem dritten Tag hatte ich daran oder an irgendeiner anderen Einstellung am Rad keinen Gedanken mehr verschwendet. Alles war, wie es ist. Alles passte, alles schien ja super zu funktionieren. Prima. Dann doch. :)

Was sich aber dann trotzdem an harten, fühlbaren körperlichen Fakten manifestierte, waren zwei Problemzonen:

Die erste merkte ich schon am Ende des zweiten Tages: Ich hatte mir zwar meinen Sitzbereich mit Ilon-Protectsalbe eingecremt, aber augenscheinlich noch nicht weit genug die richtigen Stellen an den Innenseiten der Oberschenkel, die auch noch Sattelreibung erfuhren. Da merkte ich: Hupps, das scheint schon leicht wund… jetzt schnell auch immer mit eincremen und hoffen, dass es jetzt nicht schlimmer wird. Ich habe dann auch direkt am Abend nach dem Duschen Sudocrem zur Heilbeschleunigung aufgetragen und bin der Meinung, dass es leicht geholfen hat.

Daher schreibe ich am heutigen Frühstückstisch am Fernsteinsee auch noch folgenden Tweet:
„Illon chamois cream for the day, Sudocrem for the night. My champion duo! How long can they delay the inevitable?“
Ich muss rückblickend sagen – das haben sie in der Kombination mit meiner Assos-Hose und meinem Brooks Cambium-Sattel bis ganz zum Ende geschafft.

Das zweite war die linke Achillessehne und später auch Wade. Hier würde ich erst am 3. August, also am Tag 6 und am Morgen nach dem Monte Grappa nebenbei schreiben, dass es flach ist und ich und meine Achillessehne das gut finden. Erste Ansätze, dass ich die Sehne merke, hatte ich wohl schon am heutigen Tag. Es war aber alles kontrollierbar und für mich auch nicht komplett neu. Dass ich nach sehr harten Trainingsphasen dort leichte Ansätze von Erholungsbedarf manifestieren, kenne ich aus der Vergangenheit. Das kommt aber vielleicht 2 bis 3 mal im Jahr vor. Ich weiss dann, dass ich etwas zurücknehmen muss und der nächste Erholungstag oder auch die nächste leichte Woche kommt ja regelmäßig im Trainingszyklus. Nicht so während eines Transcontinental Race… Da muss man dann durch. Durch die vielen auch flachen Abschnitte, durch gutes und flüssiges Pedalieren und durch abendliches Eincremen mit Ibuprofen-Salbe (auch nicht jeden Tag gemacht) hatte ich da aber bis ganz zum Ende und den letzten beiden Tagen keine wirklichen Probleme mehr.

— Ende Einschub

Das soll den Einschub beenden. Wie gesagt, alles hat sich ganz von allein entwickelt und ich war sehr gut drauf. Kein Wunder, denn es gab erst mal keine wirklichen Probleme und das Wetter war super! Vor mir lag eine tolle Zeit und tolle Erfahrungen – daran hatte ich überhaupt keinen Zweifel.

Noch galt es erst einmal, den Fernpass ganz zu Ende herunter zu rollen. Super, um das Frühstück zu verdauen. Der Magen musste sich aber recht schnell erst mal gedulden, denn meine geplante kurze und verkehrsruhig geplante Route überraschte mich mit einem in seiner Heftigkeit unerwarteten Steigung durch den Wald von Nassereith über Dormitz und Aschland. Dahinter schloss sich dann aber wieder eine superlange Abfahrt bis hinunter in den Inn-Talgrund bei Telfs an.
Hier dachte ich, die ganze Zeit schnell und komfortabel zugleich in den Aufliegern liegend: „Oha, diese Abfahrt bei Nacht und sehr müde… da könnte ich mir vorstellen, dass es bei manchen Leuten (und bei mir?) zu Sekundenschlaf kommen könnte…“

Hier und jetzt während dieses sonnigen Vormittages war es aber einfach nur toll! Ab Telfs folgte ich mehr oder weniger die ganze Strecke bis nach Innsbruck dem Inntal-Radweg. Ein schönes Fahren. Ab – ich glaube – Kematen kannte ich die Strecke vom Ötztaler Radmarathon. Ich hatte genau die gleiche Route über den Brenner geplant. Innsbruck wurde also nur am Rand tangiert und es ging sofort hinauf auf die eigentlich sehr angenehm befahrbare und nur moderat ansteigende B182 zur alten Brennerstraße.

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Oberes Inntal bei Mieming, noch vor Telfs.

Eigentlich. Uneigentlich zeigte mir schon der Blick auf die Wetter-App beim Frühstück, was mich wohl erwartete. Starkwind- bzw. Sturmwarnung für Innsbruck und Umgebung. Und Hitze. Wie sich herausstellte, hatte die Wetter-App recht und der Wind kam auch noch von Süden, den Brenner herab. Na prima… Bergauf im Gegenwind-Backofen, so hatte ich auch die heutige Strecke auf Strava benannt. Bis Innsbruck war ich vom Wind verschont geblieben. Ab Innsbruck hatte ich (und alle anderen Teilnehmer) brutalen Gegenwind den ganzen Brenner hinauf. Und heiss war es… Uff! Ich bin den Brenner bisher einmal im Rahmen des Ötztaler Radmarathons und einmal im Rahmen einer Transalp-Etappe gefahren. Aber hier und heute, das war die härteste Auffahrt von allen dreien. Ich twittere…

This was the most brutal climb up the Brenner I ever did. Hot Hot Hot. Brutal Headwind. #Brennero #TCRNo5 #TCRNo5cap052 #bakingonthebike

Übrigens tweetete ein ehemaliger TCR-Teilnehmer an diesem Tag: „My IG and twitter feed is packed with cyclists cursing the heat and mountains. I. Am. So. Flippin. Jealous. #tcrno5“

Haha, ja, zu Recht. Es war natürlich bei aller Anstrengung trotzdem toll. Trotz, dass zu allem Übel im oberen Bereich sogar noch Asphaltarbeiten durchgeführt wurden. Na super… wie kann man so einen Gegenwind-Backofen noch besser machen? Na klar, die Unterhitze noch richtig hochdrehen und schön über heißen, frischen Asphalt fahren… Ich war froh, dass es die Reifen mitgemacht haben.

Irgendwo auf halber Strecke des Brenners hatte ich zuvor noch interessante Kontakte zu anderen Teilnehmern. Auf der Ausschau nach einem schattigen Fleckchen zum Anhalten und für eine kurze Pause (Trinken, Essen) fand ich ein kleines Rasenstück im Schatten einer Stützmauer nach einer Straßeneinmündung. An einem dort aufgestellten Verkehrstafel baumelte an einem Querholm ein Transcontinental Rad. Der dazugehörige Fahrer saß im Schneidersitz davor und beschäftigte sich mit seinem Vorderrad. Zwei weitere Teilnehmer waren dort auch bereits und pausierten. Der Fahrer, der dort aufwendig sein komplettes Vorderrad zentrierte, war Zygmunt aus Polen. Tcrno5cap118. Er war in einem Tunnel bei glücklicherweise ganz langsamer Fahrt mit seinem Vorderrad in einen Schlitz gefallen. Kaum breiter als der Reifen selbst hatte er genau ein Loch getroffen! Kam mehr oder weniger abrupt zum Stop indem sein Rad auf den Ausfallenden bzw. auf den Speichen knapp vor der Nabe auf den Boden traf. Glücklicherweise hat er sich dabei nicht überschlagen. Hier versuchte er nun, wenigstens das notwendigste für eine Weiterfahrt zu richten. Diese Geschichte erzählte er, während ich da war, knappe 4 mal. Denn es kam noch der eine oder andere TCR-Teilnehmer vorbei. Und klar – wenn da zwei, drei oder vier TCR-Fahrer am Rand stehen, dann hält man mal kurz an. Einer von denen, die noch vorbeikamen, war Andis aus Letland, #TCRNo5cap141. Nach dem wir beide kurze Zeit später weiter gefahren sind, war mal der eine, mal der andere voraus (natürlich immer deutlich außerhalb Windschattenreichweite). Und auch im weiteren Verlauf des TCR hatte ich ihn noch zwei drei Mal getroffen. Er musste sehr viel später – ziemlich nahe an meinem Ausstiegspunkt, ebenfalls in Bulgarien – das Rennen aufgeben, weil er eine Kollision mit einem Pferd hatte und sich unter anderem 3 gebrochene Rippen zuzog…

Nun ja… irgendwann war also auch der Brenner erobert. Oben auf der Passhöhe genehmigte ich mir erst mal eine Kuchenpause. Gedeckter Blaubeerkuchen und ein Cappuccino gab es. Und dann endlich die verdiente Abfahrt vom Brenner im Grunde ununterbrochen bis zu meinem Tagesziel, dem Ort Auer hinter Bozen.

Wenn ich den Tag also zusammenfasse: Zwei brutale Anstiege, der kurze Kicker nach Holzleiten ganz zu Beginn und der Brenner in Hitze und Gegenwind, und der Rest entspanntes Rollen bei 130 bis 150 Watt hinab oder auf flachen Stücken auf schönen Radwegen.

Denn nach der Brenner-Passhöhe bin ich sofort auf den Eisacktal-Radweg gewechselt. Der führt, wie ich im Nachhinein gelernt habe – auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen der Passhöhe und Gossensass schlussendlich bis zur Franzensfeste und danach noch weiter über Brixen bis nach Bozen.

Ich hatte auch direkt unterhalb der Passhöhe tolle Blicke in das Wipptal und über die Berge des Pflerschtals.

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Wipptalblick
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Gossensass und Brennerautobahnbrücke im Wipptal.

Eine Kehrschleife bzw. ein Hinweisschild erscheint mir in die falsche Richtung und in ein Nebental zu führen, deswegen folge ich geflissentlich meiner über Komoot.de vorgeplanten Route auf meinem Wahoo. Ich kann auch schon im Tal sehen, wo ich plane, wieder heraus zu kommen. Was ich noch nicht sehen kann, ist der steile, schottrige, Singletrail-Abschnitt kurz vor Gossensass. Naja, er war fahrbar und eine gute Abkürzung. :)

Kurz vor Sterzing wechsle ich vom Radweg auf die Hauptstraße. Hier beginnt der Radweg, blöd zu werden. Er hat keinen Flow, führt mal hinter einem Gebäude her, nur um danach wieder um 90 Grad abzuknicken und zur Straße und auf den Bordstein zu führen usw… Das hält nur auf und ist bemühte Radwegführung, liebe Verkehrsplaner. Über die Straße fährt es sich wesentlich direkter, schneller und sogar entspannter. Hinter Sterzing führt mich die SS12 ebenfalls superschnell und gut durch das Eisacktal. Kurz vor Auerhöfe wechsle ich dann wie vorgeplant doch wieder auf den Eisacktalradweg und ab da fährt er sich auch wieder sehr schön. Er führt mich vorbei an der Franzenfeste und hinein nach Brixen. Hinter Brixen geht es dann wieder direkt und recht reizvoll an der Eisack entlang. Der Weg ist zwar durchgehend asphaltiert, hat aber ab diesem Stück häufige Asphaltblasen und Wurzelaufwölbungen. Da muss man ein wenig aufpassen.

Ich ertappe mich dabei, für das fotografische Notizbuch und für spätere Fahrten (hört, hört) einige der tollen Rastplätze entlang des Radweges zu fotografieren. Tolle Biwak-Plätze, denke ich. Nur nicht für mich und für heute. Die Sonne ist gerade erst dabei, hinter den Bergen zu verschwinden. Noch ist die Zeit für ein Nachtlager längst nicht gekommen.

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Wunderbare Abend Licht- und Schattenspiele auf dem Eisacktalweg hinter Brixen.

Ich will heute noch über Bozen hinaus kommen. Auer habe ich mir im Vorfeld schon als Etappenort ausgewählt. Das liegt etwa 20 km hinter Bozen, recht nahe am Radweg. Vor Bozen führt der Eisacktal-Radweg noch durch einige ausgedehnte Galeriestrecken. Sehr alte und pittoreske Tunnelbauten mit aufgelösten Torgalerien zur Eisack hin. Sehr interessant. Und auch wieder mit viel Gelegenheit für diverse Biwaks. In Bozen selbst war sehr viel auf den Radwegen los. Sehr schön und kurzweilig. Hinter Bozen dann wieder: Ruhe und Einsamkeit. Mit Einbrechen der Dämmerung rolle ich nach Auer hinein. Per HRS App hatte ich in mittlerweile gewohnter Manier am frühen Abend ein Zimmer in einem Hotel in Ortsmitte gebucht. Das war in Auer aber so ziemlich der erste und eigentlich einzige Hotel-Fail meines TCR. Später habe ich übrigens auf Booking.com gewechselt. Nicht wegen des schlechten bzw. überteuerten Hotels sondern weil ich feststellte, dass die Auswahl von verfügbaren Unterkünften bei Booking.com deutlich höher als bei HRS war. Zumindest galt das für meine Strecke ab Italien an.

Nun, mit dem Hotel Elefant in Auer war ich absolut unzufrieden. Gut – die Gegend direkt um Bozen ist, was Hotelpreise angeht, wohl etwas über dem Durchschnitt. Aber dass Zimmer, dass ich nach dem Öffnen der Tür erblickte, habe ich auf gar keinen Fall mit den 96 Euro Übernachtungspreis zusammenbringen können. Ich hätte dieses sehr kleine und unterdurchschnittlich ausgestattete Zimmer nicht mal mit einem Preis von 40 Euro zusammenbringen können… Zudem war es unter dem Dach, es war entsprechend schlecht belüftet und zu warm. Mein Rad konnte ich auch nicht mit auf’s Zimmer nehmen, sondern musste es in der Garage des Hotels unterbringen. Diese war obendrein nicht mal am oder im Hotel selbst, sondern ein Hotel-Bediensteter musste mich erst durch ein paar Gässchen zu einem anderen Hotel und der Garage dort führen… What… The… Fuck…! Natürlich hatte ich meine Kritik bei der Rezeption zum Ausdruck gebracht. Mich auch zuvor versichert und zurück gefragt, ob es sich nicht um einen Irrtum handele… Die Dame dort war allen Ernst es der Auffassung, dass ihre Offerte absolut toll wäre und Preis und Leistung sich vollends decken würden… Ich bin nicht der allerjüngste und war schon in vielen Ländern und in diversen Hotels. Das war allerdings das erste Mal, dass ich wirklich über die gebotene schlechte Leistung erzürnt war. Was bleibt also von der Übernachtung zu konstatieren? Wäre ich mal besser weiter gefahren und hätte draußen biwakiert! Hotelzimmer war blöd, gut schlafen konnte ich wegen der Hitze und dem Dachzimmer auch nicht, das Essen dort im Lokal war nicht besonders Lecker und der Aufwand mit der Radunterbringung unschön!

Tag 5: Molto Caldo – bei weiter heißem und sonnigem Wetter zu CP 2. Zum Monte Grappa.

Heute werde ich zwei großartige Radwege befahren, die mich nahezu komplett bis ganz zum Kontrollpunkt 2 zu Fuße des Monte Grappa bringen werden.

Vom Hotel aus, dass ich nach dem Frühstück und dem wieder aufsammeln und fahrbereit machen des Rades (erst mal wieder mein Geraffel von der Musette in die Packtaschen stopfen, Sonnencreme auftragen und ich glaube, an diesem Morgen checke ich auch mal den Luftdruck und Pumpe etwas nach, schnell verlasse bin ich alsbald wieder auf dem Radweg. Etschtal-Radweg heisst er ja südlich von Bozen. Er fährt sich super! Dem sanften Gefälle des Etschtales folgend führt der Radweg über superglatten Asphalt gen Süden. Stets ein toller Blick über den schmalen, flachen Talgrund und die imposanten Bergflanken bietend. So bin ich in Nullkommanichts nördlich von Trento und biege in das Val Sugana ab. Fahre also vom Etschtal-Radweg auf den Valsugana-Radweg, die Via del Brenta.

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Eingang in das Suganer Tal, bzw. das Valsugana

Der Fluss Brenta fließt durch das Tal und auch durch zwei Seen bei Levico und Caldonazzo auf die man von oben kommend auch einen kurzen, aber tollen Blick hat. Weiter führt der Radweg dann super schön und auch mal ganz leicht auf und ab entlang der Brenta. Das war für mich der bisher schönste Radweg, den ich je kennen gelernt habe. Top of the World Class! Um aber auf diesen Radweg zu kommen und nördlich von Trento in das Valsugana einzufahren, muss ich erst mal eine Knie- und wadenmordende Steigung durch ein kleines Wohngebiet erklimmen. Die Hauptverkehrstraße in und durch das Valsugana ist die SS 47. Sie ist eine der wenigen, offiziell durch die TCR-Rennorganisation für das Rennen verbotenen Straßen. Man muss sie auch gar nicht befahren. Wie gesagt, der Radweg ist absolut top und es wäre sehr schade, ihn nicht zu befahren. In der Routenplanung hatte ich im Vorfeld daher aber Wert darauf gelegt, auf gar keinen Fall die SS 47 zu berühren. Das bedeutete, dass ich von der Via Bolzano aus die nächste Möglichkeit nach links und durch das kleine Örtchen Martignano ausgewählt hatte. Hätte ich mal ganz genau auf die Höhenlinien geschaut. Aber ich habe schon so viel Zeit im Vorfeld mit der Routenplanung verbracht… Jeden Meter konnte und wollte ich mir auch gar nicht anschauen.

Junge, Junge, das war knackig! Salita Melta-Martingnano heisst dieses 1,1 km lange Stück als Segment in Strava. Durchschnittliche 14 % waren in Teilbereichen sicher an die 19 %… Ich bin aber erst nach dem steilsten Stück angehalten. Mit Schweiss aus allen Poren stand ich da und aß ein vom Frühstück mitgebrachtes Brötchen… Ein freundlicher älterer Herr sprach mich aus seinem Auto an und erzählte mir, dass es ab jetzt flacher würde und wie toll der Weg durch das Valsugana wäre, nachdem ich im sagte dass ich Richtung Monte Grappa wollte…

Und das war er auch, ein echt toller Abschnitt meiner Fahrt durch Europa. Vom Levicosee erhasche ich hoch über ihm einige Blicke, bevor ich durch Levico Terme rolle. Bei Marter finde ich einen schönen kleinen Rastplatz und einen Brunnen extra am Radweg. Super, denn ich muss ohnehin meine Flaschen auffüllen.

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Top-Infrastruktur am Valsugana-Radweg. Trinkwasserbrunnen.

In Borgo Valsugana führt der Radweg mitten durch die Altstadt. Hach, schöne Abwechslung.

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In Borgo Valsugana

Und weiter geht es über den Radweg entlang der Brenta. Super abwechslungsreich und total reizvoll.

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Valsugana-Radweg. Herrlich!

Einige schattige Abschnitte, sei es in entlang steilerer Berghänge oder unter Bäumen sorgen zwar für leichte Abkühlung, aber es ist heiss. Die Hitzewelle „Luzifer“ hat in diesen Tagen die Region südlich der Alpen im Griff. Und sie macht sehr vielen Rennteilnehmern das Leben schwer. Nicht wenige entscheiden sich auch gerade wegen der Hitze, mit der sie nicht so klarkommen, das Transcontinental abzubrechen. Entweder hier kurz vor oder nach dem Monte Grappa. Ich bleibe von der Hitze natürlich auch nicht unberührt und habe dann auch irgendwann nicht nur Hunger sondern auch das Verlangen nach einer kühlen Erfrischung. In Tezze Valsugana, einem kleinen Örtchen, angekommen folge ich den Hinweisschild auf einen Supermarkt in der Ortsmitte. Ein klein wenig verwinkelt finde ich ihn. Ein Coop, der allerdings Mittags geschlossen ist… Hmm, also wieder auf den Radweg, hier ist sonst nichts, was offen ist. Glücklicherweise folgt sehr bald ein anderes Hinweisschild auf dem Radweg: „Bici Grill Tezze“ steht da geschrieben… ahhhh, mal schauen, was das ist.

Yeah, ein Luxus-Radweg-Rastplatz mit Kiosk, Cafébar und Bedienung! Trinkwasserbrunnen, Reifendruckluft, alles da. Ich nehme zwei Eis, eine Cola und einen Cappuccino. #FueledbyIcecream, wie üblich.

Während ich dort sitze kommt ein mal wieder ein TCR-Teilnehmer vorbei. Ich winke und rufe Hallo und er setzt sich zu mir. Es stellt sich heraus: Auch ein Deutscher. Michael aus Berlin. TCR Cap Nummer 115. Er fährt ein schickes Stahl-Colnago, das schon so manches gesehen haben muss in seinem Dasein.

Michael fährt zwar etwas vor mir wieder los, ich habe ihn nach meiner Pause aber schnell wieder ein- und überholt. Der Radweg führt mich noch bis nach Campese und dort verlasse ich ihn und überquere über eine interessante Wehrbrücke den Fluss Brenta.

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Dieser Steg läuft über die Kopfbalken eines Stauwehres in der Brenta.
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Leider kein perfekt stichtendes Panorama. Aber ich zeige es trotzdem, um die Dimensionen besser zu verdeutlichen.

Am späten Vormittag oder eher am Mittag hatte ich Eingangs des Valsugana erstmals Silviu aus Rumänien getroffen. Cap No 57. Er frug mich da, ob wir es wohl bis zum Kontrollschluss zu CP2 schaffen würden. Ach ja… Kontrollschluss. Den gibt es ja auch. Heute ist ja schon Mittwoch… 17:00 Uhr ist Kontrollschluss im Kontrollpunkt in Semonzo. Gut erreichbar, aber zu locker fahren sollte man daher nicht. Kurz nach Drei Uhr nachmittags rolle ich auf das Gelände des Campingplatzes und direkt auf das Pavillionzelt des Kontrollpunktes zu.

Jawoll: der zweite Meilenstein, CP 2, ist erreicht. Zufrieden kann ich meine Brevetkarte vorweisen, um die Zeit eintragen zu lassen und den Stempel zu bekommen.

CP 2 war die Pedal Ed Kontrolle. Und hier war zu meiner Ankunft und danach noch einiges Los. Es gab Dusch- und Waschmöglichkeit und viele Teilnehmer nutzten dies. Oder standen und saßen etwas erschöpft im Schatten. Die meisten, um sich auf den nach dem Kontrollpunkt anschließenden Parcours hoch zum Gipfel des Monte Grappa vorzubereiten. Der eine oder andere vielleicht auch schon vom wieder Herunter fahren. Das waren aber, wenn überhaupt, die wenigsten. Nicht für jeden würde seine Route auch wieder den selben Weg hinab führen. Meine Route tat dies z.B. nicht. Unter anderem war René auch am Kontrollpunkt. Er hatte erst superschnell losgelegt, wurde dann aber durch einen Schnupfen kalt erwischt. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, war er zum Zeitpunkt meiner Ankunft schon zwei Tage dort und wollte dann jetzt abreisen.

Ich quatsche noch mit diversen Leuten. Rishi ist auch da und sieht, wie wir alle wohl mehr oder weniger, ziemlich von der Hitze gezeichnet aus. Den meisten Teilnehmern flösste der bevorstehende Anstieg großen Respekt ein. Nicht wenige wollten länger Pause machen und sich erst am späten Nachmittag auf den Weg machen. Um so vielleicht etwas kühlere Bedingungen vorzufinden. Ich selbst mache mich kurz darauf erst mal auf den Weg zurück in den Ort, um mir Verpflegung zu kaufen, bevor ich mich auf den Parcours hinauf zum Monte Grappa begeben will. Leider finde ich keinen richtigen Laden und bleibe daher erst mal bei einem kleinen Eiscafé hängen. Ok… wie war das? FueledbyIcecream, richtig! Einen Cappuccino und mal was anderes – einen Eisbecher nach Art des Hauses, yeah. :)

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#FueledbyIcecream… und Cappuccino.

Danach will ich aber noch Proviant und Getränke. Prima – ich finde doch noch einen kleinen Obsthandel, der auch Getränke verkauft. Ich fahre nochmal zum Kontrollpunkt, weil der auf meiner Route zum Start des Parcours liegt und schaue daher noch mal da vorbei. Mittlerweile ist tatsächlich auch der Kontrollschluss um. Aber natürlich kommen immer noch Fahrer an. Ich trinke aber nur kurz eine mitgebrachte Cola dort und fahre dann sofort weiter. Yay, Monte Grappa!

Schon am Morgen beim Frühstück hatte ich den geneigten Followern auf Twitter per Link einen tollen Artikel von Jered Gruber ans Herz gelegt: „Riding Monte Grappa“. Jered macht nicht nur ganz herausragende Rennrad- und Radsport-Fotos, sondern hat auch eine gute Schreibe. Sein Artikel im Pelotonmagazin beleuchtet und verknüpft ganz hervorragend die zwei Welten des Monte Grappa. Die des Aussichtsberges des den Dolomiten vorgelagerten Monte Grappa, der unmittelbar und hoch über die venezianische Ebene hinausragt und die von Wanderern, Gleitschirmfliegern und auch und gerade von vielen Rennradfahrern als ebenso anspruchsvolles wie reizvolles Ziel angesehen wird. Und die seiner Geschichte, die den Monte Grappa im 1. Weltkrieg zum Wendepunkt für Italien, aber auch zum Grab vieler tausende von Soldaten in einem erbarmungslosten Stellungskrieg machte. Auf seinem Gipfel findet sich deshalb seit 1930 eine ausladende, monumentale Gedenkstätte mit dem Ossarium (Beinhaus), in dem die Überreste von rund 12.000 italienischen und 10.000 österreichischen Soldaten ruhen.

Und so fahre ich die Auffahrt hinein. Es ist die Südauffahrt von Semonzo. 16,8 km lang, 1530 Höhenmeter am Stück, sagt Quäldich.de und weisst sie damit als mit eine der steilsten Auffahrten zum Gipfel aus. Erst geht es über viele Serpentinen und durch viele Bäume beschattet konstant nach oben. Rund 8 % Steigung hat es dort schon. Liess sich aber gut fahren. So wirklich nachhaltig war mein Nachmittags-Eis aber leider nicht und ich erliege der Versuchung und auch dem Bedarf, auf etwa halber Strecke auf etwas über 1000 m Meereshöhe einzukehren. Dort folge ich einem Schild und einen kurzen Weg zu einer Malga, einer bewirteten Alm. Dort esse ich ein leider etwas auf der trockenen Seite befindliches Schinken-Pannini und trinke ein alkoholfreies Bier. Mal eine Abwechslung von dem ganzen Eis und der ganzen Cola und Fanta! Von der einen oder anderen Kehre konnte ich schon einen tollen Ausblick über die weite Ebene genießen. Aber es ist doch recht dunstig, so dass ich nicht unbedingt ein Foto machen will. Ich genieße nur einfach die Blicke und pedaliere weiter.

Irgendwann wird es erst ein klein wenig flacher, bevor es dann steiler als zuvor wird. Bis zum Gipfel wird es noch ein gutes Stück Arbeit, aber jetzt kann ich ihn schon in der Ferne sehen. Beeindruckend. Auch durch die Wolken, deren ich jetzt zum ersten Mal gewahr werde.

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Das erste Erblicken des Gipfels und des Ossario dort. Und der Blick auf genau die Wolken, die eine der wundervollsten Sonnenuntergangsstimmungen dort oben erzeugen würden.
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Ein Renn-Genosse in der Abfahrt vom Monte Grappa nach einem kurzen Wortwechsel. Ich bin auf dem Weg zum Gipfel. Zu einem Abend, der einer der unvergesslichsten meines ganzen Transcontinental war.

Eine tolle Spätnachmittagsstimmung. Oder frühe Abendstimmung. Aber in mir keimt die Sorge „oh oh, werden die Wolken den Gipfel verschlucken? Werde ich am Ende nicht den Gipfel genießen können, sondern in kalte und feuchte Nebelsuppe eintauchen?“ Wird es ein Wettlauf mit dem Wetter? Naja – erst mal weiter…

Dann bin ich oben am Rifugio. Die Straße führt einmal um das Rifugio Bassano herum und wird dann zu einem Parkplatz. Hmm, aber ich bin noch gar nicht oben. Zur Gedenkstätte geht es noch weiter nach oben. Natürlich halte ich also nicht beim Rifugio und am Ende des Parcours an, sondern rolle also weiter. Auffi muas i. Auffi aufn Berg! Die Wolkensituation hat gehalten, bzw. sie entwickelt sich zu prächtig zu einem der genialsten Lichtstimmungen, die man sich nur wünschen kann. Das will ich mir von der Gedenkstätte aus ansehen. Und mir die Gedenkstätte selbst ansehen. Und den Rundumblick genießen. Ich fahre also das letzte Stück über Schotterwege hinauf zur Gedenkstätte… Wow!

Diese Sicht und diese Stimmung… Mit dem Licht und dem Wissen, welche Bedeutung dieser Berg und diese Gedenkstätte hier hat… Mir laufen jetzt noch Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke… Nicht Schauer des Horrors oder des Gedenkens. Sondern die Erinnerung an diese ganz besondere gemischte Stimmung von Bürde der Geschichte, aber auch von der Erhabenheit der Natur. Hier, oben hoch über den Weiten der venezianischen Ebene, in einem durch den nahen Sonnenuntergang und zarte Wolkenumschlingung goldenem Licht mit gedämpften, warmen Kontrasten.

Ich muss innehalten und kann erst dann beginnen zu fotografieren.

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L’ossario del Monte Grappa

Und während ich das tue, winken mir drei italienische junge Damen und kommen auf mich zu. Sie bieten mir sofort an, ein Foto von mir zu machen. Es wird eines meiner Lieblingsfotos des gesamten TCR :)

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Me on Monte Grappa

Und möchten, dass ich Fotos von Ihnen mache, was ich nur zu gerne tue. Anschließend bekomme ich von ihnen – sie sind hochgewandert und haben Proviant in ihren Rucksäcken – frisches, geschnittenes Obst angeboten. Honigmelone und Ananas. Immer noch ausgelaugt von der Hitze und die Anstrengung des Tages und des Anstieges in den Knochen ist es die köstlichste und erfrischenste Honigmelone und Ananas, die ich je gekostet habe…

Ah… la dolce Vita! :)

Ich schlendere anschließend weiter über das Areal und fotografiere. Es ist einfach nur toll hier. Transcontinental Race? Ja Race – aber diese Zeit hier oben möchte ich um nichts in der Welt missen.

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Wegweiser zum Sonnenuntergang

Als ich wieder etwas nach oben spaziere, weiter fotografierend, kommt mir eine der Frauen wieder entgegen. Schnell, schnell, bedeutet sie mir. Kann ich noch mal ein Foto von den Dreien (samt Hund) machen? Na klar kann ich. Ich sehe auch den Grund der Eile. Die Sonne wird nun untergehen. Schnell noch Fotos gemacht. Erst die Damen mit Hund, dann ich mit Damen und Hund. Und danach gab’s die nächste Dose. Da waren lecker Kekse drinnen… Und zum Schluss und Abschied noch Umarmungen und einen Kuss :)

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Three lovely Italian ladies at sunset. And a dog.

In der Tat, dolce Vita… :)

So, jetzt dann aber mal wirklich zum Rifugio und schauen, wen ich da noch so treffe und ob ich da noch was zu essen und trinken bekomme. Mittlerweile ist es schon recht spät – ich schätze so etwa halb neun. Aber die Wolkenstimmung ist einfach nur Grandios!

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Abendwolken über und rund um das Rifugio Bassano Cima Grappa. Der Endpunkt des Parcours von CP2 aber noch nicht das Ende des Tages.

Grandios ist auch, dass die Volunteers, die bis zum Kontrollschluss heute nachmittag unten den CP2 bedient hatten, nun quasi in ihrem Feierabend hoch zum Rifugio gefahren waren und dort alle Teilnehmer, die ihren Parcours beendeten erwarteten und mit denen Bier, Kaffee usw. tranken und quatschten. Das stellte ich fest, als ich dann von der Gedenkstätte dort ankam. Ich holte mir noch schnell, bevor das Rifugio schloss, einen Cappuccino, eine Cola und ein Stück Kuchen. Das konnte ich dann alles draußen essen und hatte auch da noch eine tolle Zeit mit den Volunteers und dem einen oder anderen Teilnehmer, der währenddessen auch angekommen war. Wir waren so etwa 6 bis 8 Leute. Das war auch super. Schlussendlich wurde es langsam dunkel und ich wollte dann doch noch weiter. Meine Planung sah vor, den Monte Grappa auf Ostseite hinab zu fahren und dann in der Ebene etwas Strecke zu machen. So weit ich an dem Abend noch kommen würde.

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Rifugio Bassano Cima Grappa

Glücklicherweise hielt das Wetter, was man bei den sich hoch auftürmenden Wolkenbergen nicht unbedingt erwarten konnte. Im Dunklen fuhr ich also den Monte Grappa herab. Ohne das Höhenprofil genau verinnerlicht zu haben, stellte ich bald fest… oh, Gegenanstieg… Dreck… Wie lang mag der denn nun sein? Wie lang genau wird es dauern, bis ich unten angelangt bin? Das hätte mich noch etwas über Gebühr aufhalten können. Naja, irgendwann ging es doch wieder bergab… Und bald tauchten auch die ersten Lichter wieder auf. Zivilisation! :) Zu Fuße des Monte Grappa rollte ich dann flach, aber doch stets mit leichtem Gefälle durch ausgedehnte Vororte und Gewerbezonen, dann wieder auch durch Ortschaften. Liess sich gut fahren und meine Augen wanderten immer nach rechts und links: Was steht da, was bietet sich eventuell für ein Biwak für die Nacht an. Hier eine Treppenaufstieg, da vielleicht ein zurückgesetzter Eingangsbereich? Irgendwann kam ich auf die Idee: Hmm, so eine überdachte Veranda oder Terasse einer Trattoria mit Tischen und Bänken wäre doch vielleicht nicht schlecht? So bin ich noch etwa 20 km durch die Nacht gefahren, denn ich hatte nach dem Monte Grappa erst knappe 180 km für den Tag zurück gelegt und wollte die 200 km noch voll machen.

Kurz, bevor ich die erreicht hatte, leuchtet mein Smartphone auf und ich bekomme eine Message von Fabian… „Krasser Shice, du fährst ja immer noch…!“ Das waren so die kleinen, aber so tollen und viel Unterstützung bietenden Zusprüche die mir zeigten, wow: selbst um die Uhrzeit hier schauen sich Leute deinen Dot an… Super Toll und vielen, vielen Dank noch mal dafür! Aus der Ebene hinaus folgt nun ein kurzer Anstieg hinauf in ein kleines Örtchen. Colalto heisst es. Jupp, kann ich nachvollziehen. Aber besser als die Steigung ist die Trattoria, an der ich vorbei fahre. Wow, Bingo. Genau das habe ich gesucht. Eine überdachte Veranda mit Tischen und Bänken und das sogar von der Straße abgewand und nicht direkt beleuchtet und ruhig. Das wird mein Plätzchen für die Nacht! Auf den Tischen steht sogar noch Olivenöl und eine angebrochene Flasche Wein. Beides lasse ich aber in Ruhe… ;-)

Bedacht darauf, dass mich niemand entdeckt und stört suche ich mir den hintersten Winkel aus, wo ich mein Rad abstelle und mich der Einfachheit halber gar nicht auf so eine Bank, sondern direkt auf den warmen Boden lege. Schlafsack und Schlafmatte habe ich ja längst nicht mehr. Als „Polster“ für den Rücken muss die Off-Bike-Shorts und das T-Shirt sowie die Endura-Weste herhalten. Und das reicht interessanterweise auch aus. Meine Decke für die Nacht ist meine Goretex-Regenjacke… War gut.

23:40 Uhr stoppe ich den Wahoo nach 200,9 km für den Tag. Die gefahrenen knappen 2600 Höhenmeter gehen rund 1700 (Auf und Abfahrt mit Gegenanstieg) fast nur auf das Konto des Monte Grappa. Ein toller Tag mit so vielen unterschiedlichen aber jeweils für sich herausragend tollen Eindrücken!

Wahnsinn: 2 Kontrollpunkte von vieren sind schon abgehakt, aber die Hälfte des Transcontinental ist bei weitem noch nicht erreicht. 1241,5 Kilometer habe ich bis zu dieser Trattoria hinter dem Monte Grappa seit dem Start zurück gelegt. 13250 Meter Anstieg akkumuliert. Und ich bin seit 5 Tagen unterwegs. Es ist Mitternacht, der Tag wechselt von Mittwoch auf Donnerstag, den 3. August. Ich schlafe ein. Bis hier hin: Gute Nacht!

Die Strava-Links der drei Stints von CP1 bis CP2:

Strava_Screenie_Stint04
TCRNo5 Stint 4: Von Schloss zu Schloss mit Endspurt über den Fernpass
Strava_Screenie_Stint05
TCRNo5 Stint 5: Bergauf im Gegenwind-Backofen
Strava_Screenie_Stint06
TCRNo5 Stint 6: Molto Caldo – geilster Radweg und Monte Grappa

Im Nächsten Teil geht es durch die Hitzewelle Luzifer weiter, durch das Friaul, durch das Kanaltal und über den Ciclovia Alpe Adria Radweg hinein nach Österreich und Richtung Slowakei, Richtung Hohe Tatra, Richtung Kontrollpunkt 3! Bleibt mir gewogen und bis dahin: Happy Riding!

Und während ich das tue, winken mir drei italienische junge Damen und kommen auf mich zu. Sie bieten mir sofort an, ein Foto von mir zu machen. Es wird eines meiner Lieblingsfotos des gesamten TCR :)Und während ich das tue, winken mir drei italienische junge Damen und kommen auf mich zu. Sie bieten mir sofort an, ein Foto von mir zu machen. Es wird eines meiner Lieblingsfotos des gesamten TCR :)MerkenMerken

 

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13 Kommentare zu „Mein Transcontinental Race 2017 – Teil 3: Von CP 1 nach CP 2. Über die Alpen von Deutschland über Österreich nach Italien

  1. Habe Deine Fortschritte während des Rennens und jetzt deine ausführlichen Berichte sehr interessiert, aber bisher unkommentiert und „undercover“ (;-)) verfolgt. An dieser Stelle muss ich aber ein großes Lob an Dich loswerden! Sowohl für den tollen und angenehm zu lesenden Schreibstil, als auch für die schönen Bilder, die deinen Berichten das gewisse Etwas verleihen. Beides vermittelt einen guten Eindruck davon, wie es dir während des Rennens ergangen ist und macht einfach Spaß!

  2. Hallo Torsten,
    danke für deinen spannenden Bericht zum TCR bis hierher! Geht’s bald weiter mit dem nächsten Teil? Ich kann es kaum erwarten. Übrigens fand ich deinen Bericht über die Ausrüstung (The Good, the Bad and the Ugly) auch sehr inspirierend!
    Viele Grüße aus Duisburg,
    Markus

    1. Hallo Markus, ja vielen Dank für Dein Interesse und die positive Rückmeldung. In der Tat, Teil 4 ist gerade in der Mache und ich hoffe, dass ich ihn bis spätestens zum Ende des Wochenendes online haben werde.
      viele Grüße,
      Torsten

  3. Bin zwar noch nicht ganz durch mit dem Bericht – vorausgeschickt: er ist wieder klasse!!!!! … ein paar bekannte Bilder sind mir aber beim runterscrollen gleich ins Auge gestochen … Radweg bei uns. Stimmt beim Brenner folgt der Radweg der alten Bahnlinie und scheint in die falsche Richtung zu gehen, aber das sind nur etwa 3 Kilometer … flowig mit dem RR, weil es immer leicht abwärts geht. Wenn man will, kann man abkürzen … ein Asphaltsträßchen, sobald man in der Tiefe Gossensaß sieht. Ab Sterzing sind drei bis vier Kilometer durch die Dörfchen, auch dann bis Mittewald super Radweg und immer leicht runter … Ab Mittewald dann leider bis Franzensfeste Straße. Radweg war Fehlplanung und verläuft inzwischen völlig mit Schutt zugemurt und mit unangenehmen Steigungen im Wald (gesperrt).
    Und dann: Val Sugana – wouw – schön, nachdem man sich mal von Trient hochgearbeitet hat bis zum Radweg. Der Grappa!!! Wunderbarer Berg mit immensen Möglichkeiten, sei es mit Rennrad als auch mit MTB!!! Und der Aufstieg von Semonzo – den finde ich wunderschön. Eine Rad-Freundin hat genau diese Strecke vor ein paar Wochen für ihren „Everesting“ gewählt (siehe Seite Hell500 oder everestingitaly auf fb). Cool! Da sie (Loretta Pavan) aus der Gegend ist und 56 Jahre … ist eines ihrer vielen Ziele in diesem Jahr das Massiv 56x zu erklimmen mit dem RR. Inzwischen ist sie glaub ich schon bei der vorletzten … im Schnee ….) – ein verrücktes Huhn … aber das sind wir doch alle, die auch nur im Entferntesten an so crazy Events denken, geschweige denn umsetzen …
    A propos: wir waren vor zwei Wochen am Grappa: megatoll!!
    Wen einige Inputs interessieren: https://gabiwinck.wordpress.com/2017/11/04/monte-grappa/
    Sorry, wenn ich deine Seite hier so zumülle … aber wenn ich mal in Fahrt gerate … (nicht nur bildlich gesprochen …)
    LG und schöne Radfahrten noch!!!
    Gabi

    1. Hallo Gabi – hach… ich bin ja schon ein bisschen neidisch auf deinen Wohnort. Fahre ich doch so super gerne in den Dolomiten Rad. Und würde das auch gerne noch ein bisschen ausdehnen. Wie z.B. nochmal Monte Grappa und weitere Routen dort. Und just heute bin ich auf den TDW Transdolomitcsway (http://www.dolomitics.it/tdw/) gestoßen. Kennst du das bzw. die 24h oder Rando-Versionenen?

      viele Grüße,
      Torsten

      1. Hallo Torsten, kenne die nur vom Hörensagen, ist aber auf meiner to do -Liste … harter Brocken …
        Für dich wäre auch die Tour d’Ortles was … Rando mit einer Menge Höhenmetern Start und Ziel Meran 250km/5700Hm
        http://www.athleticlubmerano.it/? page_id=56 (Tour d’Ortles auch in Eigenregie als permanente Rando machbar)
        Interessant wäre auch die Monte Grappa Challenge. Es gab sie als organisiertes Event (informiere mich, ob das wieder stattfindet) oder glaube als permanente Randonneé. http://www.montegrappachallenge.org/index.php – es gibt da verschiedene Stufen: das extremste ist 6x auf verschiedenen Aufstiegen und heißt genau so: „brevetto extrem“ (es gibt 1 bis 6 zu erreichen, jeder nach seinem Durchhaltevermögen)
        LG Gabi

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