Canyon Road Ride zum Open House Day

Koblenz. Deutsches Eck. Kaiser-Wilhelm. Der Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Rhein- und Moselromantik. Wein, Schlösser und Festung.

Für sich genommen also schon eine Reise Wert. Und das auch zum Radfahren.

Aber, da ist ja noch mehr. Richtig! Canyon.Home!

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Canyon.Home

Canyon hatte vergangenes Wochenende zum Saisonabschluss (wie jetzt, Saisonabschluss? Die Saison endet nie… ;-)) zum Open House Day eingeladen. Ich persönlich finde ja den Canyon Showroom in Koblenz immer eine Reise wert. Ich kenne bisher keinen Radladen oder Concept Store, der auch nur annähernd an den Umfang der Koblenzer herankommt, wenn es darum geht, wirklich jedes Rad der Produktpalette nicht nur anfassen, sondern sich auch ausführlich vorstellen zu lassen und sich für wenigstens eine paar Vergleichsrunden auf dem Showroomgelände auf das Rad setzen zu können.

Gerade, wenn es um hochwertigere Räder geht, ist man bei vielen Händlern (wenn man erst mal einen gefunden hat, der diese Räder auch führt), schnell allein gelassen, wenn es um das tatsächliche Ausprobieren geht. Ich will das hier gar nicht vertiefen, ich habe vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben: Gute Rennradläden – eine (viel zu) seltene Spezies. Und Probefahrtwüste Deutschland.

Die Quintessenz ist: Je nachdem, für was für ein Rad ihr euch interessiert, müsst ihr eh‘ durch die halbe Republik oder sogar in’s Ausland fahren, um eine adäquate Auswahl und   Testmöglichkeit vorzufinden. Oder bestellt es euch gleich per Versand, nachdem ihr es auf einem Test-Event, Festival oder wo auch immer habt testen können.

Enter: Canyon. In meinen Augen eine der besten (in meinem Fall: Rennrad-) Marken. Und das coole: Die Designs sind nicht nur gut, die Technik ist nicht nur gut, das Fahrverhalten ist nicht nur überragend und auch die Wettkampf-Erfolge sind nicht nur super (für den, der diesen Nimbus braucht) – nein, ich kann mich davon auf einfachste Weise auch noch selbst überzeugen, in dem ich einfach nach Koblenz fahre und mir da von den wirklich engagierten Mitarbeitern alles erklären lasse. Oder ich bestelle einfach und schnell und bekomme das Objekt der Begierde sogar noch bis vor die Tür gebracht. Ihr merkt vielleicht: ich habe noch gar nicht vom Preis geredet. Der kommt für mich an letzter Stelle. Erst, wenn sonst alles andere stimmt. Und wow – der Preis ist dann auch noch absolut wettbewerbsfähig. Jetzt bin ich hier ziemlich am schwärmen, merke ich gerade. Das liegt aber wirklich an vielen Tests und vielen Enttäuschungen mit dem sogenannten Fachhandel. Soviel sei daher noch angemerkt: auch andere Marken machen geile Räder und ihr solltet das eine oder andere auch selbst an einem Rad schrauben können. Aber trotzdem noch eine Warnung: Das solltet ihr auch, wenn ihr ein Rad bei einem Händler in der Nähe oder auch in der Ferne kauft. Nicht alle können wirklich gut schrauben und nicht alle sind immer für euch da, wenn ihr kurzfristig ein Problem habt.

Ah ja – so viele Worte wollte ich gar nicht darüber verlieren. Mir geht es nur darum:

Der Canyon.Showroom ist immer mal eine Reise wert. Egal ob ihr euch eines der Siegerräder der letzten Grand Tours, Eintagesklassiker oder eines Ironmans anschauen wollt, egal ob ihr einfach nur mal die verschiedenen Räder ganz genau unter die Lupe nehmen wollt oder einen leckeren Cappuccino oder einen Kuchen genießen wollt. Auf ein Rad setzen und ausprobieren könnt ihr da auch und wenn ihr es etwas ausführlicher Probefahren wollt, meldet ihr euch zu einem Canyon Road Ride an. Canyon führt zu diversen Terminen (ich vermute einfach mal aus der Vergangenheit: immer an Samstagen) geführte Rennradausfahrten durch und bietet im Vorfeld eine Auswahl von Rädern aus dem Bikepool an, aus denen man sich eines reservieren kann.

Das ganze ist kostenlos und man fährt dann auf einem schicken Canyon-Rad durch die schöne Moselregion und lernt ein paar schöne Seitentäler kennen. Und hat danach dann noch Gelegenheit, auf einen Kaffee und Kuchen im Canyon.Home zu verweilen oder sich noch weiter mit der Radauswahl zu beschäftigen, denn Canyon hat auch Samstags bis 18:00 Uhr geöffnet.

Nun wollte und will ich mir aktuell gar kein neues Rad kaufen… also, nicht mehr als eigentlich jeden Tag… ahemm… ;-)

Aber ein Bekannter wollte und so ergab es sich, dass wir uns zu dritt für eine gemeinsame Ausfahrt bei Canyon verabredet hatten. Zumal ich vom Norden und Martin und Fabian von Süden aus Richtung Koblenz anreisten. Passt! Ich habe dann gesehen, dass am gleichen Wochenende auch der Open House Day war. Mit Extra-Programm (Grill-Verköstigung, Möglichkeit von Fabrikbesichtigungen etc.). Um so mehr Anreiz.

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Canyon Open House Day.

Wahrscheinlich dachten sich das ein paar mehr rennradaffine Menschen. Ich glaube, wir waren am letzten Samstag also rund 60-70 Teilnehmer zum Canyon Road Ride.

Wir wurden daher in zwei Gruppen (eine etwas schnellere und eine etwas langsamere) eingeteilt. Zuvor bekam jeder sein Rad, dass er vor-reserviert hatte. Das war gut organisiert, bis es dann aber losging verging trotzdem 1,5 Stunden vom Treffen um 9:00 Uhr.

Insgesamt war es eine ganz nette Runde. Aber wer schon etwas Erfahrung mit solchen Ausfahrten hat, kann sich denken, dass da auch so ein paar langweilige Parts dabei sind. Na klar, erst mal in der großen Gruppe raus aus Koblenz und entlang der Straße an der Mosel. Das ging diszipliniert und schön in Zweier-Reihe vonstatten, war aber selbst mit lockeren Gesprächen etwas langweilig. Bzw. man muss sich schon zügeln, denn so eine zusammengewürfelte Gruppe (auch wenn sie schnelle Gruppe heisst) läuft langsam und der Ziehharmonikaeffekt sorgt auch auf gerader Strecke ohne jede Kurve dafür, dass man ständig im Freilauf rollt, und dann wieder leicht beschleunigen muss und eigentlich nie wirklich im Flow und auch nicht in einem Tempo ist, in dem man sich warm fahren könnte.

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Reizvolle Straßen auf den Ebenen links und rechts oberhalb der Mosel.

Naja, die Blicke auf die Mosel entschädigten und nach 15 km waren wir dann endlich am  Canyon Stoppomaten und damit einem schönen Anstieg über etwa 9 km in ein kaum befahrenes Seitental angelangt, wo jeder sein eigenes Tempo fahren konnte. Das, die folgende lange Abfahrt und ein weiteres kleines Sträßlein ein anderes Tal hinauf sowie die weiten Blicke oben auf der Ebene waren für mich die Highlights und machten die Ausfahrt auch lohnenswert. Das anschließende hineinrollen wieder entlang der Mosel und in disziplinierter Zweierreihe ging schon ein kleines bisschen geschmeidiger als das morgendliche Herausfahren, war aber immer noch ein sehr unterforderndes Rollen mit hohem Freilaufanteil.

Aber: alles gut! Schönes Wetter, tolle Wolken dazu, und danach noch ein paar schöne Unterhaltungen bei Cappuccino und leckerem Kuchen.

Und danach habe ich mir dann noch ein paar andere Räder angesehen und Probe gefahren. Das Canyon Speedmax CF SLX und das neue Inflite CF SLX. Beides für ihre Kategorie sehr durchdachte und solide Räder. Mit dem Inflite war ich auch kurz auf dem Pumptrack. Macht einen guten Eindruck.

Für den Road Ride hatte ich mir ein Canyon Aeroad CF SLX Disc 9.0 SL ausgesucht. Das Ultimate CF SLX fahre ich ja selber. Da wollte ich mal einen Fahreindruck vom Aeroad erhalten. Und das auch gleich mit Disc. Erhalten habe ich ein pfuschneues Rad des Modelljahres 2018 mit Sram Red etap HRD und hochprofiligen 62 mm Reynolds Strike Laufrädern. Schickes Ding und lief auch sehr schön. Unauffällig gut und schön. Was meine ich damit? Die Sram Red etap HRD fahre ich an meinem Titanrad und hatte jetzt 3400 km quer durch Europa Zeit, mich an sie zu gewöhnen und ihre Vorteile schätzen zu lernen (und mit den paar leichten Nachteilen zu leben). Und die Geometrie des Aeroad ist zwar ganz leicht different zum Ultimate, aber wirklich nur gerade eben so. Ich habe mich also sofort darauf wohl gefühlt.

Wenn ich mir also Stand heute ein neues Rennrad zulegen müsste und vor der Wahl zwischen Aeroad und Ultimate stünde… ich glaube, ich wäre kein bisschen Weiter… ;-) Bzw., ich würde vermutlich wieder das Ultimate wählen. Aero mag zwar everything sein, aber der Name des Ultimate sagt es schon aus: das ultimative Bike ist eben das Ultimate CF SLX. :) Auf dem habe ich auch am darauf folgenden Sonntag wieder gesessen und es über sämtliche Untergründe von Asphalt über Gravel bis hin zu Wiese (ja, richtig gelesen) getrieben. Auf und Ab – bummelnd und schnell – die wahre Freude. :)

Könnte ich beim Aeroad schwach werden? Ja, vielleicht. Wenn Canyon sich endlich mal entschlösse, es in dem Matt-Hellrot des Katusha-Teamrades zum Verkauf anzubieten. Oder wenigstens in dem Matt-Silbergrau, wie mein Ultimate oder in dem Matt-Titan… Und wenn es dann noch ein Bundle mit Zipp-Laufrädern und sogar Campagnolo EPS gäbe… Shut up and take my money, oder wie sagt man…  In dem Glossy Schwarz und dem glossy Cherry Pepper… nicht so sehr. Das Rot – auch wenn ich es in einigen Winkeln des Lichteinfalls gut fotografieren konnte, gefällt mir live einfach nicht. Bzw. das Katusha-Rot wirkt so viel toller am Aeroad, da fällt das Cherry Pepper leider voll durch…

Naja – so freut sich mein Geldbeutel und das N+1 kann anderweitig gestillt werden.

Happy riding!

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Ride into the sky
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6 Kommentare zu „Canyon Road Ride zum Open House Day

  1. Hallo Torsten, total cooler Blog, wie immer mit phantastischen Bildern! Macht total Spaß zu lesen.
    Wann immer ich in der Nähe von Koblenz bin, was gelegentlich vorkommt, schaue ich im canyon.home vorbei. Ich kann Deine Aussagen dazu nur doppelt unterstreichen. Eines hast Du vergessen: neben dem richtig leckeren Cappuccino gibt es mittags immer so für um die 5 Euro eine richtig leckere sportlergerechte Mittagsmahlzeit. Superlecker und gesünder kann man sich als Radsportler nicht ernähren. Sportliche Grüße aus Marburg, Jens

    1. Hallo Jens, ach – da gibt’s im Café auch noch Anderes außer Kuchen? Um so besser! :)

      Marburg – schöne Stadt. Da fahre ich von Erndtebrück aus gerne schon mal hin. Schönes Rennradziel.

      1. Und ich komme immer mal wieder von Bottenhorn, Hirzenhain über die Haincher Höhe, Eisenstraße, Benfe nach Erndtebrück. Und dann nach Zwischenstopp in der Bäckerei Birkelbach über Feudingen, Ilsetal, Banfe, Hesselbach wieder retour. Eine meiner Lieblingsrunden, sehr zu empfehlen!
        Wetschestee wos bess do schee! Meine Oma stammt(e) aus Schameder und ich aus Siegen, also irgendwie Heimatgefühle… Sportliche Grüße

  2. Nachdem ich dem Fachhandel jahrelang die Treue gehalten habe, dann aber doch immer wieder enttäuscht wurde, habe ich mich damals auch bei Canyon umgesehen. Beratung war Top, echt toller Showroom und die dann doch länger als geplante Lieferzeit wurde mit ein paar „Goodies“ versüßt. Über die Qualität der Räder muss man eh nix mehr sagen…

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