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Gute Rennradläden – eine (viel zu) seltene Spezies. Und Probefahrtwüste Deutschland.

Rad fahren

Wolltet ihr schon mal ein Rad kaufen? Genauer, ein Rennrad?
Hattet ihr schon etwas genauere Vorstellungen als „Ich würde gerne ein Rennrad kaufen, so eines mit dünnen Rädern und einem Rennlenker“?

Und? Wie ist es euch ergangen? Direkt fündig geworden? Konnte euch ein Fachhändler in der Umgebung weiterhelfen? Oder habt ihr überhaupt einen Fachhändler in eurer Umgebung gefunden, der für euch interessante Rennradmarken und Modelle führte?

Hiervon soll dieser Beitrag handeln. Ein Hadern mit dem Rennradmarkt in Deutschland und eine Darlegung für willige Händler, dass es einen Markt gibt und dass es Bedarf gibt. Für qualifizierte Beratung. Aber vor allem für die Akzeptanz mündiger und solventer Kunden (frei nach dem Motto „cycling is the new golf“), die ein Produkt vor Kauf selbst ausprobieren wollen. Aus einer Produktauswahl, die global nach den persönlichen Vorlieben zusammengestellt ist, und nicht aus 5 bis 6 Radmodellen, die der nächstgelegene Händler zufällig in seinen Laden gestellt hat.

Und auch eine Beschreibung, wie ich mir den Kontakt zu einem Händler vorstelle und was ich von ihm möchte.

Aber auch eine Darlegung von Gründen, warum besonders mir ein persönliches Erfahren von möglichen neuen Rädern so wichtig ist. Etwas, wo ich selbst bei nicht wenigen Teilnehmern meiner Twitter-Timeline teilweise auf Unverständnis stoße. Was widerum bei mir auf völlige Unverständnis stösst… ;-)

Also entweder wissen die mehr als ich – kann ja sein. Und trifft für viele Dinge sicher auch zu. Oder viel weniger – kann auch sein, glaube ich aber nicht. Nicht für alle Bereiche. ;-) Oder es ist ihnen egal – kann ich auch nicht wirklich glauben. Vielleicht sind sie aber auch einfach mit dem zufrieden, was sie gerade haben und möchten auch gar nicht sonderlich hochpreisig einsteigen. Ist ja ok. Oder sie haben den supergenialen Radhändler, dessen Urteil sie voll vertrauen, der auch genau die Radmarke führt, die ohnehin von Ihnen favorisiert wird und was es sonst noch so gibt, ist für sie nicht so interessant… Na gut, kann ja sein. Ich halte dies aber für eine rare Zusammenkunft von sehr glücklichen Umständen. Warum, lest ihr in der Folge:

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Punkt Nr. 1: Der ideale Rennradladen

Naja, der ideale Rennradladen führt alle Marken, hat alle Modelle in allen Größen nicht nur zum Ansehen und Anfassen, sondern sogar zum Probefahren da.
Darüber hinaus nicht nur Handelsmarken, sondern auch Auswahlmodelle der größeren Custom-Hersteller, wie z.B. Baum Cycles, Firefly, Moots etc.

Ok – wir wollen realistisch bleiben.

Wie sieht also ein sehr guter Rennradladen aus? Einer, für den man man auch mal gut und gerne 100 bis 150 km Anfahrt in Kauf nimmt (und leider sicher auch in den meisten Teilen Deutschlands auch muss). Es sollte ein Laden sein, der eine Auswahl hat, die einem mehr als 10 Minuten beschäftigt, die ausgestellten Rennräder zu inspizieren. Sprich, er sollte schon mindestens 3 verschiedene Rennradmarken führen, sonst wäre die Auswahl zum einen einseitig, zum anderen müsste man zum Vergleichen ja schon wieder zu einem anderen Radladen fahren. Und er sollte nicht nur die günstigsten Einstiegsmodelle da haben, sondern die komplette Modellpalette bzw. wenigstens Basis, gute und obere Mittelklasse und die Topmodelle.

Denn Katalog (oder Internetfotos) anschauen ist das eine, einen Rahmen wirklich inspizieren zu können und die Fertigungswertigkeit spüren, das andere. Wie ist die Lackqualität, an welchen Stellen sind überall unötige und billige Sticker angebracht  (Bullshit-Phrasen-Krankheit vieler Hersteller, die sonstwo am Rahmen platziert werden als ob man einen billigen Intel Inside Laptop vor sich hat), Ausarbeitung von Details, Passgenauigkeit und Art der Anbringung von Sattelstützenklemmen (z.B. eine Schwachstelle des sonst so wunderbar designten Bianchi Oltre XR2 Rahmens) etc.

Selbstredend sollte man diese Räder auch testfahren können bzw. der Händler sollte in solch gutem Standing bei den Herstellern stehen, dass dieser ihm bei Bedarf Testräder für seine Kunden zur Verfügung stellt.

Dann gibt es dort Zubehör zu kaufen, idealerweise auch zum Ausleihen und Testen. Was ja direkt auch in einen Kauf bzw. in eine Übernahme münden kann. Z.B. von Hochprofil-Laufrädern. Kleidung verschiedener Marken gibt es dort auch. So dass man vor Ort auch verschiedene Größen anprobieren kann (gerade Rennradbekleidungs-Größenangaben differieren wild zwischen den einzelnen Marken).

Bei einem solchen Laden wird es kaum anders möglich sein, dass der Inhaber nicht auch Rennrad- und Radsport-Enthusiast mit entsprechender Expertise ist. So dass für kompetente Beratung, Service und Radfitting gesorgt ist.

Das ist natürlich ein hoher Anspruch. Und um diesen zu Erfüllen, kann ein solcher Radladen nicht von Laufkundschaft und kleinem Einzugsgebiet leben. Dafür, dass muss man leider konstatieren, sind Rennradfahrer und Rennradkäufer ein wohl zu kleiner Anteil der Konsumgesellschaft Deutschlands. Ganz natürlich gibt es also nur wenige solcher Läden. Sehr zu meinem Bedauern. Ich kenne aus persönlicher Erfahrung nur einen einzigen. Das ist il Diavolo in Bad Honnef. Auch dort gibt es natürlich noch viel Verbesserungspotenzial. Aber in der Tat war das auch der Laden, zu dem ich damals 140 km fahren musste, um fündig zu werden.

Punkt Nr. 2 – Der „normale“ (Renn)radladen und die scheinbare Händlerabdeckung der Marken

Ok, man interessiert sich für Marke x. Schaut auf deren Website. Informiert sich etwas. Jetzt will man so ein Rad mal probefahren. Aber soweit sind wir noch gar nicht. Erst mal will man wissen, wo man sich ein entsprechendes Rad überhaupt mal anschauen und evtl. später auch kaufen kann. Nichts leichter als das: Jeder Hersteller hat ja auf seiner Webseite einen Punkt: Händler finden. Schön nach Stadt, Postleitzahl oder Kartenauswahl. Vielleicht sind dann zwischen 2 bis 4 Händler im Umkreis von 50 km (wenn man in dichter besiedelten Gegenden wohnt) oder wenigstens 100 km dabei.

Ihr könnt davon ausgehen, dass 3 oder alle dieser Händler nicht die Rennräder, sondern nur die Mountainbikes oder Familienräder der entsprechenden Marke führen. Wenn man Glück hat, ist ein Händler dabei, der auch Rennräder führt. Wenn man sehr viel Glück hat, ist ein Händler dabei, der auch wirklich eine Auswahl da hat und nicht nur das preiswerteste Einsteigermodell (weil er die teuren Modelle ohnehin nie verkauft). Und das ist von mir nicht übertrieben. Das gilt nach eigener Erfahrung sowohl für die Region Siegen-Wittgenstein als auch für das Bergische Städtedreieck Wuppertal-Solingen-Remscheid samt direkt benachbartem Ruhrgebiet (und wenn es hier kein Einzugsgebiet für Kundschaft gibt, dann weiss ich es nicht…).

Ich habe sogar mal mit Wilier Triestina direkt kommuniziert (habe da lockeren Kontakt zu) und um zur Verfügungstellung von Testrädern (ein Cento1 SR und ein Cento1 Air) gebeten. Ich solle ihnen bitte Händler in meiner Nähe nennen. Auf ihrer Website nachgeschaut und einen eigentlich vielversprechenden Laden in Düsseldorf entdeckt. Die Antwort war: Nein, der wäre nicht gut. Ganz schlechter Kunde, nähme nichts ab und würde auch nichts verkaufen. Besser wäre – jetzt kommt’s – il Diavolo…

Natürlich gibt es immer mal wieder einen kleinen Laden, der zwar nichts interessantes im Laden da hat. Weil er sich es einfach von seinem Umsatz und seinem Kundenstamm nicht leisten kann. Der aber trotzdem engagiert ist und dessen Kontakte es ihm ermöglichen, bei Kundennachfrage vom Hersteller wenigstens ein Testrad in passender Größe zu erhalten. Immerhin etwas. Aber es ist sehr mühsam, solche Läden zu finden. Dann auf eine tatsächliche Testfahrt zu hoffen und zu warten und danach dann für das nächste Modell den nächsten Laden suchen zu müssen.

Beispiel: Habe in Überruhr einen solchen Laden entdeckt, der BMC und Look führt. Natürlich hat er weniger Rennräder als MTBs im Laden stehen. Natürlich hat er nur die preiswerten Looks in vielleicht 5 Exemplaren da stehen. Aber: er wollte mir ein BMC SLR01 zum Testfahren besorgen und auch einen Look Aerolight Rahmen bestellen, den ich dann zwar nicht testfahren, aber wenigstens anschauen könne. Das sollte zwei Wochen dauern. Es war vor mittlerweile über 3 Wochen und ich warte immer noch…

Punkt Nr. 3: Warum überhaupt selbst anschauen und auch noch Probefahren wollen. Ist ja unerhört! Helfen da nicht Test- und Erfahrungsberichte?

„Direktes Handling, aber stets beherrschbar.“
„Sportiliche Sitzposition, aber nicht extrem gestreckt.“
„Handling ist direkt und lebendig, zeigt aber nicht die Spur von Nervosität.“
„Sitzposition ist sportlich, aber doch komfortabel genug, um die Auszeichnung ‚marathontauglich‘ zu verdienen.“

Solche und ähnliche Testeindrücke stehen bei den Tests der Rennradzeitschriften oder auch bei (teilweise sehr viel ausführlicheren und aussagekräftigeren) Tests und Bewertungen auf Internetseiten von Rennrad-Blogs.

Aber wem helfen solche, gerade in obig lapidarer Kürze beliebig über das (meist auch nur einen viel zu kleinen Marktausschnitt abdeckende) Testfeld austauschbaren Floskeln? Wie schlägt sich das für die eigene Präferenz nieder? Was bedeutet es für den eigenen Körperbau, den eigenen Trainingszustand, die eigene Flexibilität?

Was für den einen eine sportlich gestreckte Sitzposition ist, ist für den anderen schon unereichbar unbequem und für widerum den nächsten zu gedrungen.

Welchen Fahreindruck erhalte ich von dem Rad?

Und vor allen Dingen: in meiner Rahmengröße. Die Geometrie der meisten Rennräder ändert sich mit der Rahmengröße. Wo bei einer 52er Rahmengröße der Sattelrohrwinkel vielleicht 74° beträgt, liegt er bei einer 54er Rahmengröße bei 73,5° und bei einer 56er bei 73°. Ähnliches gilt für den Steuerrohrwinkel. Alleine das sorgt schon für unterschiedliche Geometrien und Handlings. Kommt jetzt noch hinzu, dass aber immer die gleiche Gabel, bzw. die gleiche Gabelvorbiegung (Fork rake) verwendet wird, so hat jede Rahmengröße einen unterschiedlichen Nachlauf (Trail). Beim BMC GF01 führt das z.B. dazu, dass fast jede Rahmengröße einen unterschiedlichen Nachlauf hat. In Rahmengröße 48 cm mit 71° Steuerrohr 6,42 cm bis zur Rahmengröße 61 cm mit 72,5° Steuerrohrwinkel und 5,48 cm Nachlauf. Vom 54er bis zum 61er Rahmen erhält man ein Rad mit tollem Lenkantwortverhalten, das 51er ist schon recht träge und das 48er fährt sich wie ein Schulbus.

Nun, vielleicht bevorzugt der eine oder andere ja eher das eine oder das andere Extrem. Aber das zeigt auch: ich muss ein Rad in meiner Größe testfahren. Beliebige Testprosa eines Rennradmagazins hilft da wenig weiter.

Und das erklärt vielleicht (aber auch nur zum Teil) mögliche, widersprüchliche Bewertungen unterschiedlicher Quellen ein und desselben Radmodells.

Und alle diese Beschreibungen können mir nicht diese Erfahrung im Wortsinne geben, die mir meine persönliche Neugierde stillt. Die unter viel zu vielen Rennrädern, die einem vom Aussehen und den technischen Daten reizen und begehrlich erscheinen lassen, entscheiden lassen, wo zigtausend Euros besser versenkt sind?

Wie fühlt sich ein Bianchi Oltre XR2 tatsächlich an? Ist demgegenüber ein Cannondale Supersix Hi-Mod EVo der agilere oder einfach bessere Hobel? Ist die Aero-Sattelstütze des Oltre XR2 nicht zu steif? Wie wirksam ist die Counterveil Technologie eines Bianchi Infinito CV wirklich? Ist da ein BMC SLR nicht eigentlich genauso komfortabel, bei allerdings spürbar besseren Vortrieb? Trek Madone oder Domane? Wäre ein Titanrad (schön mit Carbonfelgen und Co) was für mich oder ist das viel zu viel Aufwand (Warten, customfit) und ein schönes Colnago wäre eher was für mich? Fragen über Fragen. Das führt mich zum…

Punkt Nr. 4: Wenn du dich ohnehin ganz weit umsiehst, auch Custom-Hersteller in Betracht ziehst – warum gibt’s du denen nicht einfach einen Auftrag und vertraust ihrer Expertise?

Firefly, Moots, Vanilla Workshop oder Baum machen schon ganz tolle Renn- (und auch andere) Räder. Und ich denke bei allen diesen, ja, Manufakturen, ist geballtes Fachwissen ober Rahmenbau und Fahrverhalten etc. vorhanden. Z.B. bei Darren Baum.

Das Problem: Die sitzen z.B. in Boston oder in Australien. Haben buchstäblich jahrelange Wartelisten. Ich bin überzeugt, das mir alle vier genannten Hersteller ein Spitzenrad herstellen würden. Aber will ich da Jahrelang drauf warten? Nein. Will ich da jahrelang drauf warten und vorher nicht mal wissen, ob mir die generelle Charakteristik eines Titan- oder auch eines Stahlrahmens gegenüber Carbon so gut gefällt, dass ich da Jahre drauf warte? Habe ich bisher genügend Räder gefahren, um meine wirkliche Präferenz auch selbst zu kennen? Ich könnte denen nur sagen, dass ich ein Rad für das Mittelgebirge und die Alpen haben will…

Also, erst mal ein Titanrad probefahren. Probefahren – da ist es wieder, das Ausgangsproblem…

Punkt Nr 5: Leben mit dem Machbaren und das Abklappern von halbwegs brauchbar erwarteten Rennradhändlern

Eines meiner Hauptärgernisse bei der Kontaktaufnahme mit Radläden: Sie erwidern nicht das Medium mit dem ich Kontakt aufnehme. Ergo: keine Einstellung auf den Kunden. Ich erwarte eine gute Webseite. Gut – haben die wenigsten. Ich arbeite lange und konzentriert. Ich werde nicht tagsüber zum Telefonhörer greifen, um hinter Rennradläden hinterher zu telefonieren. Ich habe abends Zeit, wenn die Geschäftsöffnungszeiten längst vorbei sind. Ich bevorzuge ohnehin E-Mail als Kommunikationsmedium: Präzise Fragen, sauber formuliert.

Ich erwarte, dass mich ein Laden ernst nimmt und, sofern er mich als Kunden möchte, er ernsthaft versucht, meine E-Mail in Gänze zu beantworten. Und nicht lapidar schreibt, ich solle ihn anrufen. Selbst wenn er es ein wenig begründet. Wenn nicht mal der Versuch einer Teilantwort gemacht wird, denke ich mir meinen Teil: Er ist schreibfaul oder er kann mir ohnehin nicht helfen und will mir am Telefon etwas ganz anderes verkaufen.

Ein guter Laden ist einer, dessen Mailantwort ich einen (oder auch zwei, drei) Tag(e) später lesen kann. Entweder, wenn im Arbeitstag mal kurz Luft ist oder halt später am Abend.

Ich befasse mich seit Monaten mit der latenten und seit vielen, vielen Wochen mit der konkreten Kaufabsicht verschiedener Räder. Ich habe nichts gegen angeregte Kettengespräche, sollte ich mit Zeit mal ohnehin bei ihm im Laden stehen. Idealerweise zu einem vereinbarten Probefahrttermin. Aber ich will nicht von ihm im Vorfeld mit Prosa zugetextet werden. Das hilft mir nicht. Siehe oben. Er kann davon ausgehen, dass ich zu den Rädern, die mich interessieren, schon so ziemlich alles Wissen angezapft habe, was es an guten Quellen im Internet und sonstwo gibt. Ich will jetzt einfach noch für mich selbst ausprobieren und vergleichen.

Entweder der Händler kann mir eine solche Probefahrt ermöglichen – dann bitte sofort einen Termin machen. Oder er kann es eben nicht. Dann habe ich aktuell keinen Bedarf, mich mit ihm weiter zu befassen. Bitte dabei zu berücksichtigen, dass er als Radladen eben auch nicht nebenan ist, sondern ich mir richtig Zeit nehmen muss, um frühzeitig das Büro zu verlassen oder sogar einen ganzen Tag Urlaub nehmen muss, um zu ihm zu gelangen. Zeit kostet Geld. Anfahrt kostet Geld. Zeit habe ich nicht bzw. stecke ich lieber in’s Rennradfahren und oder Fotografieren. Da will ich schon einen passenden Termin sicher vereinbart haben. Danke schön.

Punkt Nr 6: Wunschrad zum Test bestellen

Ja, das ist noch eine Marktlücke. Leider kann man Rennräder nicht einfach online bestellen. D.h. man kann natürlich schon. Mein Merida Cyclocross 4-D hatte ich z.B. einfach auf gut Glück bestellt. Gut, es war ein super preiswertes Schnäppchen, da gab es nichts zu verlieren. Mit einem 8.000 Euro Rad würde ich das eher nicht machen. Und zum Testen ist das – entgegen z.B. Fotozubehör – leider wenig praktikabel. Zum einen würde es etwas viel Kapital binden, würde man einfach mal 4 Räder in der Absicht bestellen, 3 davon wieder zurück zu senden. Zum zweiten muss man Rennräder aufbauen, dreckig machen und abnutzen, um sie zu testen. Ganz im Gegenteil z.B. zu Kameras, die man vergleichen möchte.

Wenn man beim Hersteller oder einem Radverleihdienst anrufen könnte und für ein Testwochenende das Rennradmodell seiner Wahl ordern könnte – das wäre eine echte Marktlücke. Das würde ich mir auch gerne etwas Kosten lassen. Ich denke auch, dass dafür ein Markt gegeben wäre. Also, liebe Hersteller, nur zu!

Und wenn sich ein Hersteller (oder gerne auch Rennradhändler) jetzt bei der Ehre gepackt sieht und mir seine Topmodelle zu einem ausführlichen Test zukommen lassen will – nur zu gerne. Ich mache auch schöne Fotos von eurem Rad und lobe den Service, falls es ihn irgendwo gibt…

17 Gedanken zu “Gute Rennradläden – eine (viel zu) seltene Spezies. Und Probefahrtwüste Deutschland.

    1. Hallo Lars,

      Danke :)

      Übrigens warst du es, der mal auf Twitter sinngemäß äußerte: bestell doch einfach bei einem Rahmenbauer, der baut dir schon ein Rad mit genau für dich passendem Fahrverhalten. ;-)

      1. Das stimmt, dazu stehe ich auch. Deshalb würde ich auch kein Baum oder Firefly als Testrad erwarten. Ein Titanrad mal probefahren würde ich hingegen schon, bevor ich mir eins bauen lasse ;)

        Bei dem Rest sprichst du mir dann aber aus der Seele ;)

  1. Mit Deinen Vorraussetzungen bist Du eher ein Nischen-Kunde. Fachwissen, gut informiert, Vorgaben, >3000€, Beratung(fragen) per e-mail. Und da wird wohl auch nur eine Nischen-Radladen in Frage kommen. 95% Der Läden sind halt für den Durchschnittskunden, und damit verdienen sie ihr Geld. Eigentlich kann man das niemand vorwerfen, denn ein Kunde wie Du kommt vielleicht nur einmal im Jahr. Und schon ist das Dilemma da. Natürlich ist das unbefriedigend, aber der Einzelhandel kämpft mittlerweile glaube ich eher ums Überleben, als darum auch den Nischenkunden zu erfreuen.
    Kennst Du diesen Laden in Hattingen schon? Ich habe keine Erfahrung damit, aber ich bin halt mit dem Rad schon ein paar mal vorbei gekommen, und hab ins Fenster gelugt.
    http://karbo-cycle.de/

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch viel Glück und vor allem Erfolg bei Deiner Suche.

    1. Hallo Martin,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar und den Tip zu karbo-cycle. Schau‘ ich mir mal an.

      Ja, Nischen-Kunde. Ja. Und Nein.

      Sind wir als Rennradfahrer nicht alle Nischen-Kunden? Und als solche auch schon wieder eine spezfische Nische, die einen – nicht zu knappen – Markt ausmacht? Diese Nische muss übrigens gar nicht so abgehoben sein. Solche Probleme hatte ich schon, als ich seinerzeit mein Wilier Triestina GranTurismo kaufen wollte. Und so teuer ist das nun auch wieder nicht.

      Ich wollte damit einerseits etwas ventilieren, aber andererseits auch genau diese Marktchance aufzeigen, die noch zu wenige Läden bedienen. Mit Service und mit einem klaren Kundenprofil im Blick.

      Und letzten Endes: Wir sind natürlich alle mittlerweile durch Film, Funk und Fernsehen… äh, ja, und auch Internet ;-)) „verdorben“. Egal was es ist – bei uns werden ganz spezielle Wünsche geweckt. Wünsche, die der Einzelhandel schon seit Jahren nie wirklich kompetent abdecken konnte. Das ging mir schon vor Amazon und Co in anderen Konsum- bzw. Technikbereichen so. Z.B. der Fotografie. Auch da konnten mir vor Jahrzehnten schon keine Fotoläden um die Ecke, sondern nur große Versender und die Photokina selbst behilflich sein.

      Das man mit dem Bedienen von Nischen richtig groß werden kann, zeigt Amazon. Wenn man weltweite Märkte mit guter Logistik bedienen kann, kann man alle diese Nischenmärkte bedienen. Und die Massenmärkte von morgen definieren sowie die von heute erobern.

      Nun zählen Rennräder leider nicht zu den sonderlich gut per Bestellung erwerbbaren Gütern. Siehe mein Punkt 6. Wäre dem nicht so, hätte ich gar kein Problem.

  2. Toll wie ausführlich und detailliert du es dargestellt hast. Werden wir auch vielleicht mal in einem der nächsten velosnakks besprechen, denn es ist ja durchaus interessant…
    Im Urlaub bin ich zumindest mal nen look und nen Bianchi Probe gefahren. Einfach in den Urlaub fahren, dort jeden Tag ne neues Rad mieten und du hast zumindest in / Tagen 7 Räder getestet und kannst dir ein genaueres Bild – ich sag bewusst nicht genaues – Bild machen und weiss vielleicht etwas genauer in welche Richtung es geht.

    1. Hallo Christian,
      ja gerne – ist sicher ein Thema auch für Velosnakk.

      Der Tipp mit dem Urlaub ist gut. Hatte ich auch schon mal gemacht. Als ich auf einem Wanderurlaub mit Freunden in Sölden war, hatte ich mir mal ein BMC für einen Tag geliehen, um das Timmelsjoch zu befahren.

      Einerseits wirklich eine gute Möglichkeit – denn an spezifischen „Rennraddestinationen“ gibt es Leihmöglichkeiten. Andererseits ist das ja genau auch mein Problem: Extra Urlaub und Riesen-Anfahrten in Kauf nehmen zu müssen, um vielleicht mal ein spezielles Rad probefahren zu können.

  3. Und mir auch. Schaue seit geraumer Zeit nach einem neuen Rad und man bekommt immer das Angebot der Bestellung. Das Erfahren ist also meilenweit entfernt von mir.

  4. Ganz schwieriges und komplexes Thema das ganze. Grundsätzlich stimme ich dir zu und ja, es wäre toll wenn es Radsportläden wie Autohändler gäbe. Andererseits ist das ja auch nur die Sicht eines Kundens auf das Thema: Welche Möglichkeiten haben eigentlich Händler? Wenn ich meinen Händler vor Ort frage ob er mit Rädern Geld verdient, sagt er klar: kaum. Und dann gibt es die Kunden wie du die am liebsten verschiedene Rädern in verschiedenen Rahmengrössen vor Ort haben wollen. Räder nehmen Platz, kosten Geld und haben relativ geringe Gewinnmargen. Ein Händler wird das kaum Stemmen können. Andere Möglichkeiten haben da vermutlich „Ketten“, so wie Zweirad-Stadler die sicher auch mal aus ihrem Lagern Zeug holen können. Aber halt, das sind dann eben nicht die Supercoolen Läden und viele machen nen Bogen drum (ich im übrigen nicht, in Leipzig und Umland ist es DIE Adresse wenn man Campagnolo-Teile nicht erst bestellen, sondern direkt mitnehmen will).

    Als Händler ist es Teilweise auch schwierig Marken ins Programm zu nehmen da Marken teilweise irre Anforderungen haben: mindestens x qm Showroom usw. usf.. Da ist sicher auch immer viel im Fluss, aber so einfach wie man sich das vorstellt ist es leider nicht für die Händler und ich denke die Hersteller sind gefragt. Hier gibt es deutliches Verbesserungspotential.

    Aber über was reden wir hier? Du sprichtst eine Preiseklasse an die am oberen Ende liegt. Ganz oben. Und wenn ich nochmal an die Autohändler denke: Autohändler die am oberen Ende Arbeiten gibts auch nicht neben jeder Tankstelle. Wenn ich mich also in dem Preissegment bewegen will und keine Massenware muss ich mich selbst eben auch etwas mehr Bewegen, also unter Umständen mal nach München in den Bianchi-Store usw. usf. Ich weiss, das kostet Zeit und Geld – ist denke ich aber der Realität näher als das was du beschreibst. Den ganz ehrlich (auch Zuspitzung): Wenn du tagsüber es nicht schaffst mal nen fünfminütiges Telefonat zu führen, wann willst du deine Testfahrten machen oder gar nen Händler in den Öffnungszeiten besuchen wollen? Du muss hier dich glaub ich schon auch etwas bewegen und der Beitrag klingt mir hier ganz schön nach Jammern auf hohem Niveau. Klar, ich würde das auch alles so begrüssen wie du es wünschst, aber das geht nunmal nicht.

    Und naja, zum Punkt eMail: Mail hat seine Berechtigung, hat aber auch seine Nachteile. Und kein Medium ist unverbindlicher. Wenn ich schaue was ich selbst (ich bin Selbstständig tätig) an Anfragen via eMail bekommen, dann entsteht genau daraus nur sehr sehr selten ne Auftrag. Bei Anfragen via Telefon ist das ganz anders. Und ich rede jetzt von neuen Kunden und Erstkontakten. Man kennt sich also nicht schon. Ich kann das also nachvollziehen (teilweise) aus Händlersicht.

    Jedes Problem hat zwei Seiten und hoffe ein wenig Verständnis für die andere erzeugt zu haben. Auch wenn ich selbst im Bereich Radsport eigentlich der Kunde bin :)

    p.s.: Ne ganz andere Sache: ich glaub im übrigen auch kaum daran, das die ganzen Unterschiede wirklich in Testfahrten spürbar sind. Das sind heute sicher oft auch nur messbare Werte und ich finde für mich, ist die Wahl des Rades auch die Wahl mehr ein emotionaler Akt, weniger eine Performance Entscheidung. Ich will Spass damit haben, ich will es gern vorzeigen und fahren. Da kommt es mir nicht auf die Performance des Rades an. Wie sagte Jens Voigt mal: Radsport ist was für Arbeiter. Erst am Ende kommt Ernährung und Material. :)

    1. Ja, der Einzelhandel mag vielleicht in der einen oder anderen Branche (oder generell? Wobei, dass glaub‘ ich weniger) nicht auf Rosen gebettet sein.

      Aber das ist gar nicht das Thema. Wirklich gutes Angebot und guter Service setzt sich durch. Und ich sehe ja durchaus den Punkt Angebot und Nachfrage bzw. nötigen Umsatz über Einzugsgebiet etc.

      Ich habe durchaus Verständis – zum Teil – für die andere Seite. Wenn Sie mir aber nicht helfen können, können sie mir auch gestohlen bleiben. Da bin ich recht unsentimental und weiss, wie wenig ich am sogenannten Fachhandel vor Ort habe. Wie gesagt, nicht erst seit gestern und nicht nur im Bereich Rennrad.

      Zum erfahrbaren Unterschied. Der mag zwischen einigen Modellen, wenn sie ein ähnliches Konzept verfolgen und die gleiche Geometrie haben (und auch sonst gleich ausgestattet sind), wirklich marginal sein.

      Wenn ich mir so einige längere und erkennbar mit Expertise geschriebene Berichte (nicht von Rennrad-Bravos, um das mal auszuschließen) ansehe, dann kann es aber auch bei solchen Bikes recht große Unterschiede geben.

      Und solche Aspekte wie unterschiedliche Winkel zwischen den Rahmengrößen und die Resultate habe ich extra auch noch mal im Text erwähnt.

      Und dann wird sich sicher ein BMC GranFondo sehr unterschiedlich fahren und anfühlen wie eine BMC Teammachine. Wenn nicht, wäre das eine Riesenüberraschung. Und für sich auch schon wieder eine echt hilfreiche Erkenntnis einer Probefahrt.

      Zum Thema Arbeit und Spaß: Wenn ich mit meinem Merida oder mit meinem Wilier auf der Straße bin, dann weiss ich, wo weniger Arbeit und ganz unabhängig von der Arbeit wesentlich mehr Spaß drin steckt. Und das liegt nicht nur am Gewicht oder an den Stollenreifen am Merida. Sondern vorrangig an der Geometrie, aber auch an Übersetzung, Gruppe und Rahmen. Gut, Spaß habe ich damit auch, wenn ich auf dem Rad unterwegs bin. Ich weiss aber auch, dass es viel besser geht und dass ich dieses Rad wirklich extrem günstig als Crosser-Einstieg geschossen habe.

  5. Sehr schöner Beitrag!

    Ich möchte ein neues Langstreckenrad im oberen Preissegment kaufen und versuche seit einiger Zeit, ein Bianchi Infinito in meiner Größe Probe zu fahren – no way. Ich wohne in einer süddeutschen Großstadt mit einem „guten“ Händler, aber
    1. hat er das Rad nicht in der Größe da und will es auch nicht auf Verdacht ordern
    2. und wenn er es da hätte: Max. 10 Minuten in der Stadt.

    Prima. Das ist ja auch für gewöhnlich die Geografie, in der ich mich mit einem Langstreckenrad bewege. Am besten noch auf Radwegen. Und auch etwa die Zeit, die man so braucht, um rauszubekommen, ob das Rad passt. Wie nutzlos…

    Ich verstehe, dass man sich als kleiner Händler nicht von jedem Rad in jeder Größe ein Exemplar in den Laden stellt. Was ich nicht verstehe, ist das Desinteresse am Kunden. Da ist jemand bereit, über 5000 EUR auszugeben, und der Händler sieht nur Probleme. Da gehe ich doch woanders hin. Und nehme notfalls sogar eine andere Marke. Die Borniertheit einiger Händler macht mich immer wieder fassungslos. Als wäre es eine Gnade, dass ich mit so einem absurden Wunsch überhaupt angehört werde.

    Einen anderen Weg geht Specialized: Die neuen Concept Stores waren für die kleineren Händler das Aus, sind aber für die Kundenberatung letztlich doch gut. Dort gibt es alle Räder in fast allen Größen, und das Probefahren ist zumindest einfacher. Gut, geht auch nicht mit jedem Rad in jeder Größe, aber die Stores werden – besonders im oberen Preissegment – auch mal direkt für eine Testfahrt beliefert. Dazu gibt es zahlreiche Testevents in Deutschland. Nur gefällt mir das Roubaix leider gar nicht. Und größere Preisabschläge kann man seit der Erfindung der Concept Store natürlich auch vergessen. Was sicherlich eine Hauptmotivation für Specialized war, die Stores einzuführen.

    Als ich um das Jahr 2000 mein erstes vollgefedertes Specialized Stumpjumper gekauft habe, hat der Händler (damals gab es die Concept Stores noch nicht) mir ohne dass ich gefragt hätte sofort angeboten, das Rad übers Wochenende Probe zu fahren. Aber so richtig, mit Dreck und Schotter. Wenn es mir gefällt, dann ist alles gut. Wenn nicht, sollte ich 50 Mark Leihgebühr bezahlen, die ich beim Kauf eines anderen Rades aus seinem Laden erstattet bekommen hätte. So soll es sein!

    Rose macht es ähnlich: Dort kann man für ein Wochenende sein Wunschrad bestellen. Kostet nicht viel, wird Freitags geliefert und Montags wieder abgeholt. Rose hat kein Filialnetz, da geht das wohl einfacher. Nur will ich kein Rose… Das Design vom Gran Fondo ist nicht meins. Probefahren werde ich es wohl trotzdem mal.

    Und nun?
    Es soll wohl irgendwann mal Testevents von Bianchi geben. Nur weiß der Händler nicht wann, und Bianchi selbst antwortet nicht auf meine Anfrage.
    Ich werde wohl im nächsten Urlaub im Bianchi-Mutterland einen größeren Händler aufsuchen. Da gibt es einige große, und vielleicht zeigt man sich da ja kooperativer.

    Und wenn es zu schwierig wird: Dann eben eine andere Marke.

    Unterm Strich bleibt aber doch genau das Gefühl, was Torstenfrank schon beschrieben hat: Eine gewisse Ratlosigkeit.

    1. Hallo Rennradfahrer, vielen Dank für deinen sehr ausführlichen Kommentar!

      Deine Erfahrungen kann ich sehr gut nachvollziehen; führten sie doch zur Motivation meines Artikels. Und sie bestätigen mich, das so ein Problem auch nicht auf mangelndes Einzugsgebiet beschränkt ist, wenn man auch im Süden Deutschlands in großen Städten da Probleme hat.

      Bianchi scheint es nicht nötig zu haben, mit bestehenden oder potenziellen Kunden in Kontakt zu kommen. weder über ihren Twitter-Stream, noch über E-Mail. Shame on Bianchi! Ich hatte sie auch mal direkt bezüglich ihrer Sattelstütze des Oltre XR2 angeschrieben. Keine Antwort.

      Wo ich letztens sehr gute Erfahrungen gemacht habe, war bei einem Grill and Ride event von BMC. Da konnte ich bei einem nicht allzuweit entfernten Händler (nur 35 Min Autofahrt, immerhin) die gesamte Straßenradflotte von BMC ausführlich probefahren. Das möchte ich aber als Glücksfall postulieren. Und eigentlich hätte ich das schon Wochen vorher gewollt. Und so etwas gibt es nur einmal im Jahr dort!

      Und es war dennoch Kompromissbehaftet. das GF01 war nicht in der mich eigentlich interessierenden Disc-version da, ein 2014er SLR01 nur in viel zu großer 58er Rahmengröße. Gott sei Dank war auch ein 53er Vorjahresmodell der Teamfahrerin dabei…

      Und was hätte ich dafür gegeben, wenn ich auch das Trek Domane am selben Tag über die selbe Strecke hätte testen können…

      Diesen Conceptstores stehe ich aus dem gleichen Grunde wie du sehr positiv gegenüber. Händler der jeweiligen Konkurrenzmarken stehen ihnen immer kritisch gegenüber, bzw. können anführen, warum sie da nicht mitmachen. Meist muss man da nämlich als Händler erhebliche Zugeständnisse machen, muss vielleicht Mindestmengen abnehmen und darf keine anderen Marken führen. Was für mich als Kunden dann auch wieder doof ist, da ich wieder nicht an einem Ort „objektiv“ beraten werden kann und ausprobieren kann. Die Händler werden da aber durch die Hersteller teilweise auch ziemlich in Stich gelassen – das muss man auch sehen. Erst müssen sie sich teure Räder hinstellen und ein Jahr später werfen manche Hersteller die Vorjahresrahmen über Großhandelsketten zum Sonderpreis auf den Markt…

      Aber für uns als Kunden bleibt alles sehr mühsam. Viel mühsamer, als es müsste. Ich bin aber mittlerweile soweit, dass ich endlich einige Testfahrten beisammen habe und verschiedene Charakteristiken als Bereich der Möglichkeiten hinsichtlich Fahrqualität und -Gefühl kennengelernt habe.

      Dennoch werde ich aus dem Gesamten gelernten jetzt ein Rad kaufen, auf dem ich nur kurz gesessen habe. Werde das aber ganz bewusst als Testballon sehen. Zur Not werde ich es auch zurückgeben können. Insofern wird es eine Fortführung des Testens. Aber eine Fortführung, wo ich ein gutes Gefühl habe. :)

      1. Das mit den Concept Stores ist eine sehr gute Sache für den Kunden und viele Hersteller haben sicherlich auch Events in Deutschland.
        Specialized hat zum Beispiel „Test The Best“, Canyon ist auf einigen Events und bietet dort Probefahrten an.

        Schade daran finde ich persönlich, dass diese Termine über das ganze Jahr verstreut liegen und man einfach jede Menge Geduld bräuchte um diverse Marken durch zu testen.

        Auch Stadler in Hannover mit einem riesigen Angebot verleiht anscheinend keine Räder. Dabei könnte es vielleicht sogar wirtschaftlich sein ein Rad für 40€ oder 50€ Probefahren zu können.

        Canyon hat eine Probefahrtenbörse, wo Privatleute ihr Bike für eine Probefahrt zur Verfügung stellen.
        Sicherlich eine gute Idee aber bestimmt auch großer Ärger wenn mal jemand ein Bike zu schrott fährt.

        Eine zentrale Probefahrtenbörse z. B. als Bereich in großen Foren der Szene würde bestimmt vielen Leuten helfen, das Problem hier ist natürlich das nur die allerwenigsten gerade das neuste Rad haben werden, da so ein Renn- oder Mountainbike ja zum Glück auch ein paar Jahre (halten kann) hält.
        Cool wäre so eine Funktion auch bei Apps wie Strava, da könnte man dann gleich das Rad vom KOM austesten, wenn er/sie möchte.

    2. Da Du Rose erwähnst, da gibt es zumindest ein paar der gewünschten Elemente:
      Die antworten auf Mails und es stehen haufenweise (Renn-)Räder und Zubehör zum anfassen herum.
      Je nachdem, wo man wohnt, ist Bocholt aber doch ein Stück weg und ich habe auch nicht gefragt, ob man mit einem der Räder mal eine halbe Stunde raus darf.

  6. Vielen Dank für Deinen schönen Beitrag, der auch mir aus der Seele spricht. Dabei bin ich durchaus ein anderer Käufer, nämlich jemand dessen Budget bei 3000 Euro endet und der gar nicht die High-End-Maschinen testen will. Aber selbst wenn man „nur“ ein schönes (!) Einsteigerrennrad kaufen möchte, stösst man auf einige Schwierigkeiten, die Du beschrieben hast. Gerade die oft fehlende Möglichkeit einer ausführlichen Probefahrt, lässt eigene Erfahrungen erst gar nicht zu. Auch der von Dir so gepriesene RR-Laden Il diavolo in Bad Honnef bietet zwar eine erstklassige Beratung, zudem ein sehr tiefes Produktsortiment der geführten Marken Wilier, Colnago und einiger anderer, aber Probefahrten sind dort eben auch nicht möglich, da die Räder erst individuell aufgebaut werden.

    Viele Räder kann sich nur ein richtig großer Store hinstellen und einige Deiner gesuchten Merkmale erfüllen die Shops von Canyon und Rose. Da kann man zumindest sehr viele unterschiedliche Modelle mit unterschiedlicher Ausstattung mal über den Parkplatz fahren. Das kommt dem Autohausgedanken schon recht nahe, nur wünschte ich mir das eben für viele andere Marken. Das könnte wohl nur eine Kette leisten, auch wenn auf diese immer geschimpft wird. Immerhin hat Stadler von seinen geführten Modelln relativ viele Rahmengrößen im Laden stehen, wenn auch nicht im ganz hochpreisigen Bereich. Letzlich führt er aber auch nur sehr wenige Modelle.

    Im Grunde wünschte ich mir ein „Amazon“ des Fahrradhandels, bei dem man sich gegen Gebühr drei Räder bestellen kann, die nach einer Woche wieder abgeholt werden. Die Leihgebühr wird bei Kauf angemessen verrechnet.

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