Ok, wer hätte gedacht das es auch für die IR-Fotografie gilt: Sonnenschein ist meist viel schöner als trübes Licht... ;-)
Eine nachgereichte, an späterem Tag angefertigte Aufnahme.

Sony DSC-RX100, Test Teil 4, Infrarot

Fotografie, Produkttests

Ok, wer hätte gedacht das es auch für die IR-Fotografie gilt: Sonnenschein ist meist viel schöner als trübes Licht… ;-)
Eine nachgereichte, an späterem Tag angefertigte Aufnahme. Sony DSC-RX100 mit Hoya R72 IR-Filter.

Vorab – ich bin wirklich keine Infrarot-Koryphäe. Ich habe vor Jahren mal ein paar Infrarot-Filme belichtet. Ebenfalls vor Jahren hatte ich auch mal ausprobiert, ob das an einer EOS DSLR gut funktioniert. Tat es nicht, jedenfalls nicht nach meinen Qualitätsansprüchen. Durch den IR-Schutzfilter vor dem Sensor der EOS-Reihen war/ist die Empfindlichkeit für Infrarotlicht ohne Modifikation einfach zu niedrig.

Seit mehreren Monaten hatte ich aber die Idee im Hinterkopf, nun doch noch mal zu testen, wie denn heute meine Sony NEX-5n mit der Infrarotfotografie kompatibel sein könnte. Und irgendwo las ich in den vergangenen Tagen auch die Frage nach entsprechenden Fähigkeiten der Sony RX100.

Also habe ich heute mal meinen Infrarot-Filter von damals hervorgekramt. Einen Hoya R72 Infrarotfilter. Das Kürzel R72 bedeutet, dass dieser Filter nur Wellenlängen größer 720 nm durchlässt. Es gibt noch stärkere Filter, z.B. Hoya RM90, die nur Wellenlängen größer 900 nm durchlassen. Diese sind also für unser Auge absolut undurchsichtig. Der R72-Filter hingegen lässt nach etwas Adaption ein sehr dunkles, rötliches Bild der Umgebung an unser Auge dringen.

Nichtsdestotrotz sieht man selbst, bzw. auch die Kamera, erst mal kein normales sichtbares Licht mehr. Demzufolge fällt erst einmal Autofokus flach. Je nach Emfpindlichkeit der Kamera in Bezug auf IR-Licht kann AF- und automatische Belichtungssteuerung dann doch noch funktionieren, wenn die Belichtungszeit entsprechend angepasst wird. Aber obacht, die automatischen Belichtungsprogramme sind auf diese Situationen nicht geeicht und so kann etwas experimentieren sinnvoll sein.

Das mit dem AF durch den Filter ist mir allerdings erst im Nachhinein eingefallen, ich habe heute lieber erst einmal ohne Filter manuell vorfokussiert. Dabei muss man beachten, dass sich mit der Wellenlänge des vorrangig empfangenen Lichtes auch der Fokus verschiebt. Ich habe ein wenig experimentiert und war dann mit einem deutlichen Fokus nahe der Kamera für das untenstehende Motiv zufrieden.

Das Resultat in Kürze:

Bei beiden Kameras funktioniert die IR-Fotografie mit dem Hoya R72 scheinbar ganz annehmbar. Dabei ist die Sony NEX-5n allerdings deutlich unempfindlicher als die Sony RX100. Wo die NEX ISO 800 und 30 sec. bei f/5.6 benötigt, begnügt sich die RX100 mit vergleichsweise sehr schnellen ISO 125 bei 4 sec. bei f/5.6. Das sind fast 6 Blenden Unterschied! Die Lichtsituation war heute eher bescheiden (wobei ich nicht sagen kann, ob das auch für den IR-Anteil galt), denn es gab nur wenige Wolkenlücken und kein direktes Licht auf die Vegetation im Bildausschnitt.

Allerdings zeigt das Objektiv der Sony RX100 leider einen deutlichen Hot-Spot in der Mitte (siehe zur Erläuterung z.B. hier diesen Quick Primer zur IR-Fotografie, etwas herunterscrollen). Dieser Hotspot hingegen lässt sich, wie ich finde, recht gut und schnell mit dem Anpassungspinsel in Lightroom beseitigen. Außerdem brauchte ich dies bei meinen Testmotiven gar nicht mal durchführen. Denn durch die Schwarz/Weiss-Konversion und leichter Lichter-Anpassung für das Gesamtbild war der Hotspot schon automatisch verschwunden.

Mein Resultat:

Ja, die NEX scheint sich zur Infrarot-Fotografie zu eignen. Benötigt aber längere Zeiten und höhere ISO. Durch das sehr gute Rauschverhalten ihres Sensors ist letzteres überhaupt kein Problem. Längere Zeiten sind allerdings ein Problem bei windigem Wetter.

Ja, die RX100 scheint sich sehr gut zur Infrarot-Fotografie zu eignen. Das Objektiv zeigt einen deutlichen Hotspot, der sich jedoch in der Weiterverarbeitung absolut problemlos erweist.

Die Testfotos:

Sony NEX-5n, Sony E18-55mm F3.5-5.6 OSS, 30 sec., f/5.6, ISO 800, JPG konvertiert aus RAW (Adobe LR), verkleinert, geschärft

Sony NEX-5n, Sony E18-55mm F3.5-5.6 OSS, 30 sec., f/5.6, ISO 800, JPG konvertiert aus RAW, Schwarz/Weiss-Konversion (Adobe LR), verkleinert, geschärft

Sony DSC-RX100, 4 sec., f/5.6, ISO 125, JPG out of Cam, verkleinert, geschärft

Sony DSC-RX100, 4 sec., f/5.6, ISO 125, JPG out of Cam, Schwarz/Weiss-Konversion (Adobe LR), verkleinert, geschärft

Sony DSC-RX100, jeweils 4 sec., f/5.6, ISO 125, JPG out of Cam, Hotspot Vergleich, drei Brennweiten weites Ende (28 mm KB equiv.), mittig (56 mm KB equiv.), langes Ende (100 mm KB equiv.) (Fokus nicht nachgeführt, daher rechtes Foto etwas unschärfer, hier geht es nur um den Hotspot).

7 Gedanken zu “Sony DSC-RX100, Test Teil 4, Infrarot

  1. Frank, I’d like to ask you something. How do you carry your RX100 on bike? Do you use some kind of small bag or you simply put it into rear jersey pocket?

    Best regards!
    Matt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s