Mythos Tour de France im Café Vélo

Mittagspause im Café Vélo, Düsseldorf

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Mythos Tour de France im Café Vélo

Wer weiss es nicht: 2017 ist das Jahr für Düsseldorf und Deutschland. Jedenfalls aus sportlicher Sicht. Am 1. Juli 2017 startet die Tour de France in Düsseldorf. Rund um den Grand Départ gibt es jede Menge Programm. Und zwar sowohl unmittelbar um die 1. und 2. Etappe herum als auch schon im weiten Vorfeld.

Eine große Chance für Düsseldorf, für die Landeshauptstadt, Sport, Tourismus und Freizeit sowie auch den Radverkehr. Wie man das so mitbekommt, macht da Düsseldorf sehr viel richtig und ich freue mich auch schon auf den Sommer.

In diesem Rahmen wurde auch im vergangenen Dezember das sogenannte Café Vélo eröffnet. Als „für die Stadt kostenneutrale Zwischennutzung“ ist direkt am Markt mitten in Düsseldorf hier ein „Treffpunkt für Radsport- und Fahrradbegeisterte“ entstanden, so die Stadt Düsseldorf in ihrer Pressemitteilung.

Jo, das wollte ich mir doch einmal anschauen. Schließlich ist Ver- und Einkehr dort ja auch was für die gute Sache. So zeigt man direkt seine Unterstützung und Radbegeisterung. ;-)

Heute hat es im Rahmen einer Mittagspause mal gepasst. Ich habe mir etwas verfrüht am Tag (obwohl, Kuchen geht immer ;-)) ein Stück Käsekuchen und einen Cappuccino gegönnt.

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Käsekuchen, Cappuccino und Fahrradmagazin im Café Vélo

Der Käsekuchen war einfach, aber gut. Der Cappuccino war einfach ok. Wenn man das Klischee vom nicht so berauschenden französischen Kaffee glauben mag, dann landet das Cafè Vélo kaffeeseitig damit einen Volltreffer im Versprühen von französischem Ambiente ;-).

Sagen wir es mal so: wegen dem Kaffee muss man da nicht hineingehen. Vor allem, da es schräg gegenüber die Rösterei VIER gibt, die ich im Anschluss erstmals kurz besucht und mir einen Cappu to go mitgenommen habe. Oh yeah! Da muss ich doch nochmal hin und die Rösterei VIER am besten mal zu dem Ziel eines Coffeeneuring machen und deren Bohnen mal mitnehmen. :)

Doch zurück zum Cafè Vélo und dessen französischem Ambiente und Radsportflair. Hach, ich weiss ja nicht: einfach nur französische Chansons auf der Playlist und ein paar Fahrräder hineingestellt und fertig? Ich fand’s für einmal besuchen ganz nett und habe auch die (paar) Räder diverser Epochen befingert. Und ich konnte ganz entspannt in ein paar dargebotenen Radmagazinen blättern. Mein ganz persönlicher Fall ist die Wahl der Ausstattung und der gebotenen Atmosphäre aber nicht. Und ich glaube, das Thema „Radsport-Café“ und Tour de France kann man bestimmt noch anders angehen und transportieren.

Sehr gut gefallen haben mir aber die hell hinterleuchteten Radmotivplakate und ein paar Fotos, die auf die Ausstellung „Mythos Tour de France“ hinwiesen, die von Mai bis Juli im NRW Forum Düsseldorf stattfinden wird. Am dominantesten dabei an der Stirnwand in der oberen Etage das die gesamte Wand hinterleuchtend einnehmende Radsportfoto von Richard Kalvar (Magnum Photos) von der Tour de France in Paris 1978.

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Im Café Vélo in Düsseldorf

Es waren trotzdem ein paar kurzweilige und entspannende Minuten, die ich auch für diverse iPhone Fotos genutzt habe. Insgesamt aber eine zwiespältige Empfehlung – schaut trotzdem mal rein und freut euch ansonsten mit mir auf den Grand Départ. :)

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Galerie im Café Vélo

 

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Die Tour de France 2016 ist Geschichte – Langweilig? Von wegen! Gefährlich? Eher weniger als sonst.

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Was für eine tolle Frankreich-Rundfahrt liegt hinter uns!

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Tour de France Peloton, Foto by なまがき (Namagaki), Flickr, Licence CC BY-SA 2.0 

Auch dieses Jahr hat die große Schleife nicht enttäuscht. Grandiose Landschaften, mythische Pässe, tolle Zuschauermengen (manchmal zu viele), sportliche Höhepunkte und Drama. Die Tour ist eben die Tour!

Dazu gehören aber auch zwei weitere Dinge, auf die man jedes Jahr zählen kann. Bzw. zwei „Anklagen“ oder Vorwürfe, die man Jahr für Jahr hören kann. Auf diese zwei Dinge möchte ich kurz eingehen und dann festzustellen, dass es eine der tollsten und spannendsten Touren der letzten Jahre für mich war.

Punkt 1: Jedes Jahr wird gefragt: Wird die Tour von Jahr zu Jahr gefährlicher?

Und – Punkt 2 – es wird standardmäßig gesagt: Es fehlt der Tour an Spannung.

Wird die Tour von Jahr zu Jahr gefährlicher?

Wenn sich auch vielleicht die diesjährige Tour selbst für den unreflektierendsten Zuschauer ganz offensichtlich einen willkommen sturzarmen Anfang erfreuen konnte, so dass die reflexhafte (und meist nicht durch Tatsachen unterstützte) Frage diesmal kaum gestellt wurde. Das ist ein valider Punkt und eine valide Frage, wo verschiedene Faktoren mit hinein spielen.

Z.B. in erheblichen Maß durch die zunehmende und sich in meinen Augen schon längst ins Gegenteil verkehrten Maßnahmen zur (in Teilen vermeintlichen) Erhöhung der Verkehrssicherheit. Streetfurniture, bzw. Straßenmöblierung bzw. Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie Kreisel, „Speedbumbs“ (stumme Polizisten), Verkehrsinseln (nicht selten extra nachträglich in eine perfekte Straße nur zum Zweck der Geschwindigkeitsreduzierung eingebaut), mehr und mehr Markierungen (Rutschgefahr), Hochborde etc. Das stört die Sichtlinien (soll ja teilweise sogar so sein, um die Anfahrtsgeschwindigkeiten der Kfz auf diese Weise zu mindern), führt aber auch für den Kfz-Verkehr alleine schon teilweise zu unnötigen und prekären Situationen – mehr noch in Verbindung mit übrigen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern oder Radfahrern.

Auch die Räumfähigkeit solcher Straßen im Winter ist stark herabgesetzt. Und bei so mancher Maßnahme, an der ich selbst vorbeikomme, fasse ich mir an den Kopf und frage mich, ob der planende Ingenieurskollege schon mal an andere Dinge wie Müllabfuhr, Rettungskräfte oder verbleibenden Straßenquerschnitt im Winter Gedanken gemacht hat… Für Radfahrer im Allgemeinen und Rennradfahrer im Besonderen sind viele solcher Dinge (insbesondere auch „Holperschwellen“) Gesundheitsrisiken allererster Güte. Und wie das für ein rasendes Peloton nochmals bedenklicher wird, brauche ich nicht zu erläutern.

Der zweite Punkt sind die vermeintlich höheren Investitionen in die Teams und das Ziel Tour de France. Das muss sich lohnen, das darf nicht durch eine verpasste Gruppenteilung bei windiger Flachetappe oder vor wichtigen Anstiegen schon in den ersten Tagen verpasst werden. Ein enormer Druck wird von allen Seiten auf die Teams und Fahrer und innerhalb der Teams aufgebaut. Alle Fahrer, egal ob Sprinter oder Klassement-Fahrer müssen und sollen nach vorne gebracht werden, damit auch ja keiner hinter einem möglichen Sturz in der Endphase einer Etappe hängen bleibt. D.h. da wo sich früher nur die Sprinter mit ihren Teams geknubbelt haben, spielen jetzt auch noch die Gesamtklassement-Aspiranten mit ihren Helfern mit. Das kann ja nicht gut gehen.

Und der dritte Punkt sind die im vergangenen im bisherigen letzten Jahr schon viel zu oft und viel zu tragisch als Verursacher von auch tödlichen Unfällen aufgetretenen Motorräder. Natürlich wollen wir alle Live-Bilder vom Renngeschehen sehen. Natürlich gehören Polizeimotorräder dazu, um die fliegenden Sperren und Streckensicherungen durchzuführen. Aber wir brauchen nicht x Fotografen, die das 120ste Foto der Etappe vom Motorrad aus machen oder sich an fotogene Streckenpunkte fahren lassen, sich dort vor die Zuschauer stellen (mag ich ja besonders gerne… nicht), schnell ein paar Fotos vom durchjagenden Feld machen und dann wieder auf’s Motorrad hüpfen.

Es gibt da ein paar gute erfahrene Teams aus Fotografen und Fahrern – aber bestimmt auch nicht so gute. Und generell sind es zu viele. Und sie fahren zum Teil ungeeignete Maschinen. Und: die geilsten Fotos von Grand Tours der letzten Jahre machen Leute wie Jered und Ashley Gruber (Gruberimages) oder Beardy McBeard. Die fahren nicht mit Motorrädern durch das Peloton, sondern suchen sich im Vorfeld tolle Fotopositionen (und erreichen die auf Nebenstrecken – eine stressige und hohe Kunst). Generell muss mit den Motorrädern etwas passieren!

Der denkwürdigste Moment dieser Tour wurde dann auch durch ein Motorrad verursacht – aber nur mittelbar. Das Motorrad konnte da wahrscheinlich relativ wenig machen, es ging am Mt. Ventoux einfach plötzlich nicht weiter, da die Menschenmassen zu dicht standen.

Ganz im Gegenteil zu meinen aufgeführten wichtigen Problempunkten war die diesjährige Ausgabe der Tour de France aber besonders in der – auch diesmal wieder hektischen – Startwoche von außergewöhnlich wenigen Stürzen und von absolut keiner Aufgabe gekennzeichnet! Bis zur Etappe Nr. 8 waren alle Mannschaften noch komplett! Erst in dieser musste der Däne Michael Mørkøv seinen Verletzungen aus der ersten Etappe Tribut zollen. Insgesamt sind über die folgenden Etappen 24 von 198 Fahrern ausgestiegen; als letztes Tony Martin auf der letzten Etappe. Er führte Knieschmerzen an (die wahnsinnig gewesen sein müssen – umsonst gibt kein Rennfahrer das Rennen am letzten Tag 50 km vor dem Ziel auf)!

Und Alberto Contador hatte es wieder mal erwischt. An zwei aufeinander folgenden Tagen sogar. So sehr ich ihn früher nicht leiden konnte – wegen seines Clenbuterol-Dopings (Clenbutador) und vor allem seiner mehr als kindischen und dem sportlichen Gegenüber respektlosen Geste des „Pistoleros“ nach Siegen. So sehr habe ich später seinen Renninstinkt, seinen Willen, Rennen zu animieren und seine Radfahrer-Qualitäten schätzen gelernt. Aber er scheint auch ein regelmäßiger Kandidat dafür zu sein, aus Grand Tours heraus zu crashen bzw. sich dort „auf die Schnauze“ zu legen. Und dass ist mal keine Qualität eines Siegfahrers oder Grand-Tour-Contenders. Mit anderen Worten: Das ist man bei Contador mittlerweile fast gewohnt, dass er hohe Chance hat, von Stürzen erwischt zu werden.

Aber sonst wie gesagt: Eine wirklich für die Fahrer sichere und von den meisten Unbillen verschonte Anfangsphase der Tour und eine gute Tour insgesamt in der Hinsicht. Trotz der Sturzorgien auf der vorletzten, verregneten Bergetappe vergangenen Freitag in den Alpen.

Punkt 2: Die Tour langweilig? Niemals – Fern davon!

Ja klar, spannender geht immer. Aber wirklich nagelkauende Spannung, Etappe für Etappe, von Tag 1 bis zu den Champs-Élysées, von Start jeder einzelnen Etappe bis zu deren Zielstrich…? Nein, das kann man doch nicht wirklich erwarten, oder?

Auch, das zwei, besser noch drei oder vier Siegkandidaten wirklich über 3 Wochen sekundennah beisammen bleiben oder sich zumindest immer wieder Verschiebungen ergeben, dass wäre zwar nicht schlecht, aber ist auch nicht wirklich erwartbar noch notwendig für Spannung.

Auch eine, zwei oder drei Minuten können als Vorsprung schon auf einer einzigen Bergetappe oder eine Windkantengeschüttelten Flachetappe zunichte gemacht werden. Auch ein kompromisslos auf den Toursieg ausgerichtetes Team muss ständig auf der Hut sein, geschickt agieren und ist kein Garant, selbst einen bestehenden Zwei-Minuten-Vorsprung ständig zu halten.

Natürlich kann man sagen: Kein anderes Team als Sky war so geschickt und kompromisslos auf den Toursieg ihres Leaders ausgerichtet. Und da ist was dran – Movistar wäre gut beraten gewesen, neben reinen Kletterern auch ein, zwei Lokomotiven für die windigen Flachetappen mitgenommen zu haben. So mussten sie ihre Kletterer dort schon verschleissen. Und in den Bergen war es letzten Endes nur Valverde, der Quintana zur Seite stehen konnte. Das hat er auch super loyal gemacht, aber er ist halt nicht der typische Domestike und in dieser Unterstützungsrolle sicher auch nicht so geübt.

Was einige GC-Aspiranten tatsächlich sagten, ist, dass sie teilweise in den Bergen gar nicht gewagt hätten, Sky unter Druck zu setzen oder den ersten Schritt zu machen, weil sie wussten oder annehmen mussten, dass sie erst Froomes Helfer einen nach den anderen ausschalten mussten, bevor sie an Froome selbst knabbern hätten können.

Und das führt zu der von Froome selbst, mittlerweile aber auch von Prudhomme vorgeschlagenen und in meinen Augen auch einzigen sinnvollen Maßnahme, die Teamgröße leicht zu reduzieren. Prudhomme spricht aktuell von 8 statt von jetzt 9 Fahrern. Kleinere Fahrerfelder tragen auch zur Sicherheit und weniger Gedränge im Zielbereich bei und so muss sich ein Team zumindest ein klein wenig mehr Gedanken machen, wieviel Bergfahrer sie mitnehmen oder wo sie ihre Stärken sehen wollen. Und ein Froome kann im Maximum eben nicht mehr 8 Leute, sondern nur 7 Leute am Berg vor sich haben (effektiv natürlich noch weniger, da in einem robusten Team nicht alle Domestiken Bergfahrer sein können).

Aber sonst – die Tour sei langweilig gewesen? Keine Spannung!? Davon kann mal wieder absolut keine Rede sein. Fern davon!

Ja, Contador mit wenig Biss (und leichter Krankheit) wegen der Stürze raus… Schade. Richie Porte fing sich in der ersten Woche direkt einen Minutenrückstand durch eine Platten kurz vor der Zielphase ein. Sehr schade für ihn. Bei Quintana durften wir wieder einmal rätseln: Wann will er denn nun endlich mal angreifen? Auch wieder am letzten Berg, wenn es zu spät ist? Und durften Frotzeln, dass er Froome nicht vom Hinterrad gewichen ist. Um dann in der 3 Woche spätestens zu erkennen: Quintana ist dieses Jahr nicht in der Verfassung der vergangenen Jahre. Daniel Martin: er war da, auch am spitzen Ende des Rennens, aber die Attacken immer kurzlebig, wenn sie denn mal kamen.

Überraschend – nein, eigentlich nicht wirklich: die gute Form von Bauke Mollema. Wirklich überraschend und erfrischend sowie für die Zukunft vielversprechend: Adam Yates bei seiner ersten Grand Tour souverän in das Weiße Trikot gefahren und das Podium nur um 21 Sekunden (10 davon waren eine diskussionswürdige Jury-Strafe) am Podium vorbei.

Roman Bardet hat den Franzosen endlich zur 19. Etappe erst kurz vor Toresschluss ihren Etappensieg geschenkt und fuhr sich damit von „Ferner liefen“ auf Platz 2 des Gesamtklassements. Generell gab es viele Umstürze in den Top Ten gerade auf den letzten Alpenetappen. Nur halt nicht auf Position 1.

Ein geschickt und glücklich agierender Chris Froome war nicht nur optimal durch sein Team unterstützt, sondern zeigte auch ganz neue und spannende Erweiterungen seines Arsenals. Die Attacke nach der letzten Bergwertung in der Abfahrt vom Col de Peyresourde in Etappe 8? Genial vorbereitet und genial ausgeführt. Und er hat Moviatar und Quintana blöde aussehen lassen, die da wirklich nicht aufgepasst haben. Nebenbei: Froome hat sich auch selber ziemlich blöde aussehen lassen. Er ist nun mal wirklich nicht der Eleganteste auf dem Rad und im Aero-Tuck noch pedallierend setzte er dem ganzen nochmal die Krone auf. Aber es brachte ihm wertvolle Sekunden. Und Sympathien der Zuschauer (gemixt mit Lästereien ob des Stils… Der Gute kann ja nunmal wenig dafür).

So war auch meine Reaktion: Sieht super Scheisse aus, aber Hut ab. Froome kann abfahren und attackiert geschickt. Er und Sky sind kein One-Trick-Pony mehr (stoisch mit Bergfahrern, die in anderen Teams Leader wären, die Konkurrenz durch eine Mörderpace kontrollieren und dann an einer oder zwei Bergankünften die Nähmaschiene für einen Tagessieg und 2 Minuten Zeitvorsprung anwerfen), sondern nutzen auch Abfahrten und sogar Flachetappen für Sekundengewinne.

A pro pos Flachetappen: Wann bitte hat man zum letzten Mal das Grüne und das Gelbe Trikot einen Zielsprint ausfechten sehen? Auf einer Flachetappe als Ausreisser vor dem jagenden Feld!? Hallo, wie geil war dass denn bitte?

Und dann der (leider nicht sportliche) aber trotzdem in die Annalen der Tour eingehende Zwischenfall mit den Zuschauern und dem Motorrad auf dem Mont Ventoux? Durch starken Wind und Sturmwarnungen wurde die Etappenankunft vom Gipfel hinab zum Chalet Reynard verlegt. Die zum Nationalfeiertag angereisten Zuschauermengen mussten sich also auf viel kürzere Strecke verteilen und zudem konnten nicht alle Absperr-Elemente in den neuen Zielbereich transferiert werden. Das hat sicher dazu beigetragen, dass es noch etwas enger als sonst wurde.

Aber das kennen wir ja schon seit über 20 Jahren. Diese mich schon seit früher zum Herzklabaster treibenden Menschenmengen aus fanatischen Zuschauern, die sich vor den Fahrern erst im letzten Moment teilen. Wie erleichtert war und bin ich immer, wenn die Fahrer dann in den letzten 3 Kilometern und den Absperrungen angelangt sind. Ich erinnere mich da immer an 1999, die Etappe nach Alpe d’Huez und den Zuschauer, der für ein Foto auf die Strecke lief und den in Führung liegenden Italiener Giuseppe Guerini (Team Telekom) zu Fall brachte… Glücklicherweise hatte es ein Happy End und Guerini konnte Etappe trotzdem noch gewinnen…

Aber während früher die Zuschauer die Fahrer angebrüllt hatten oder, wenn sie neben ihnen hergelaufen sind, die Fahrer angefeuert haben, machen es die meisten heute, um ins Fernsehen zu kommen. Sie schauen dann auch nicht auf die Fahrer, sondern sonstwo hin oder in die Kamera, während sie dämliche Plakate schwenken. So unwesentliche Dinge wie Fahrer, die um den Sieg kämpfen oder Kameramotorräder werden da gerne mal übersehen… Früher gab es außerdem viele Leute, die natürlich zu so einem Ereignis ihre Kamera dabei hatten. Es waren aber nicht alle und die meisten Leute wussten grob, was sie damit machen sollten und konnten.

Heute hat ja fast nun jeder ein Smartphone am Anschlag, am Besten noch mit Deppenszepter (aka Selfiestick), um damit dem Nachbarn ein Auge auszustechen. Und weil nun plötzlich nicht 10 % oder 30 % mit Kameras einen guten Winkel auf die Radfahrer haben wollen, sondern gefühlt 90 % – dann drücken sich die natürlich noch mehr und mehr als sonst schon immer weiter nach vorne und machen jede verfügbare Gasse zu.

Dazu kommt noch, dass, wenn ein Fahrer vorbei ist, sofort das Foto geshared werden muss. Der Fahrer – und die nächsten kommenden Fahrer scheinen dann komplett ausgeblendet…. Leute… Hirn einschalten bitte…

Dennoch – den Mann im Gelb am Berg in Radschuhen laufen sehen… meine Güte. Drama, Gesprächs- und Diskussionsstoff ohne Ende…

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Nur 3 von zahlreichen Froome running Memes

Die vorletzte Etappe der Alpenetappen, leider mit vielen Stürzen im Regen und den Abfahrten. Aber alles ohne gefährliche gesundheitliche Folgen und dafür mit mehr Drama für das Rennen und das Gesamtklassement. Selbst Froome und Nibali sind dort gestürzt. Das zeigt, wie unsicher so ein Tour-Gewinn wirklich bis zu den Champs-Élysées selbst ist. Und: was wäre passiert, wäre Nibali nicht gleichzeitig mit Froome gestürzt?

Roman Bardet gewann diese Etappe und für den folgenden Tag war auch durchwachsenes bis schlechtes Wetter zu erwarten. Im Setup der Etappe konnte man recht bald ablesen – oh, da könnte Ag2R La Mondiale mit Bardet etwas vorhaben. Es wäre nicht undenkbar gewesen, hätte Bardet tatsächlich versuchen können, auf der letzten Bergetappe sich nicht nur mit dem gerade am Vortag erst eroberten 2. Podiumsplatz zufrieden zu geben, sondern sogar Froome anzugreifen. Die Bedingungen waren aber dann doch viel zu schlecht, so dass er lieber den sicheren zweiten Platz nachhause „geschwommen“ hat, während Movistars Izzaguirre eine irre Abfahrt (Nomen est omen ;-)) an der Haftgrenze zum Tagessieg genutzt hat. Also auch in der Gesamtwertung: Spannung bis zum Schluss innerhalb der kompletten Top Ten!

Sagan… brauche ich mehr zu sagan (hüstel ;-))? Wow, was für ein Fahrer. Was für eine Freude, ihm zu zu sehen. Dieses Jahr 3 Etappensiege (Knoten geplatzt), das grüne Trikot (wie eigentlich immer ;-)) und die Auszeichnung des angriffslustigsten Fahrers.

Auch von deutscher Sicht war die Tour de France 2016 wirklich nicht schlecht:

Buchmann und das ganze Team Bora Argon 18 haben in der ersten Woche ein Super Bild abgegeben.
Paul Voß holt sich das erste gepunktete Trikot des Bergpreis-Führenden auf der ersten Etappe (leider muss er es Tags darauf wieder abgeben – aber tolle Leistung und tolle Publicity für Bora Argon 18).

Die lange Duo-Flucht von Panzerwagen Tony Martin mit Alaphillipe im Schlepptau – schon ein bisschen zum Augenreiben. Aber cool.

Unsere Sprinter waren diesmal nicht so erfolgreich, aber immerhin: zwei Tagessiege. Greipel dazu auf der prestigereichen Schlussetappe in Paris! Damit hält er übrigens seine beeindruckende Serie aufrecht, seit 2007 in jeder Grand Tour, in der er teilnahm, mindestens einen Etappensieg zu erringen!

Bei Kittel muss man sich aber etwas wundern. Vielleicht auch Sorge haben? Wie kommt er im neuen Team an, wie geht es weiter? Sicher war es ein Gutes, dass er mit frischem Elan und Frühform in den ersten Rennen des Jahres gezeigt hat, wo der Hammer hängt. Vor allem auch seinem neuen Team. Da war er der Sprinter, an dem keiner vorbei kam. Hat ihm das für die Tour geschadet? Schadet ihm die Tour für die weitere Zukunft? Eine Etappe hat er gewinnen können. Aber sicher hätte es Cavendish (der in Bezug auf die Tour ein beeindruckendes Come Back zeigte) deutlich schwerer gehabt, wäre Kittel in der Form des Frühjahrs gewesen.

Degenkolb wurde auch bereits wieder in aussichtsreicher Position bei ihm liegenden Zielsprints gesehen. Da scheint das Comeback gut zu verlaufen, er braucht aber wohl sowohl noch mehr Form (ihm fehlen ja quasi 7 Rennmonate) und auch Zutrauen (Bremsen mit seinem Finger, „richtig reinhalten“). Da wünsche ich ihm weiterhin gute Besserung und Formwiederherstellung.

Also – eine der spannendsten und denkwürdigsten Tour de France Ausgaben seit langem!

Sie fahren die Tour de France…

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„We study race profiles, we study French, we study power files, we study nutrition plans, we study recovery technique. More than ever before in our lives, we are students of the bike.“

Réve gibt es schon seit mind. 2 Jahren. Gerade lese ich den Bericht von Heidi Swift im Peloton Magazine: Sie und 5 weitere Frauen, Amateure bzw. Hobby-Rennradfahrerinnen, werden jede einzelne Etappe des bekanntesten Rennens des Rennradkalenders fahren. Jeden Kilometer. Alle 3.479. Und das immer einen Tag, bevor das Profi-Peloton die jeweilige Etappe bestreitet.

Neid! :)

„We will climb and laugh and cry and probably, at some point (or several some points) crack. Unlike the men behind us, our only goal is to survive – to finish. 

To that end, we’ll work together. To that end, we’ll ride our bicycles obsessively from now until the end of June. To that end, we’ve rearranged our lives and asked our families to forgive our absences. We’ve adjusted daily schedules and created training hours where it seemed impossible. We have located the longest, steepest climbs in near proximity to our homes and devoted ourselves to those grades.“

Rennradfahren ist Toll!

Timelapse & Fake Tilt-Shift Canyon OPL Tour de France Video

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Timelapse, Fake Tilt-Shift und natürlich Slider Moves. Wenn etwas die letzten zwei Jahre fast schon zu sehr zum Selbstzweck benutzt wurde, dann das. Aber natürlich gibt es auch darunter wirkliche Juwelen.

Als Juwel will ich folgendes Video jetzt zwar nicht bezeichnen, aber immerhin doch als ein sehr interessantes und gut gemachtes Zeitraffer-Video zur diesjährigen Tour de France. Aus der Warte von Canyon und dem Omega Pharma Lotto Team:

Die 98. Tour de France ist gestartet :)

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Nun ist sie gestartet, das Peloton fährt im Prolog gerade über die Passage du Gois. Von heute, dem 2. Juli bis zum 24. Juli werden auf 21 Etappen hoffentlich wieder tolle Radsport-Bilder aus Frankreichs unterschiedlichen Regionen geliefert werden. Für mich einer der Hauptgründe, die Tour gerne zu schauen. „Nur der Sport“ bzw. oft die Flachetappen und ganz sicher nicht die unrühmlichen Dopinggeschichten, die dieses Jahr mit dem immer noch schwebenden Alberto Clenbutador Verfahren einer Farce gleichen, die sind es sicher nicht. Aber das Gesamtpaket aus Historie, der Strecke, der Landschaft, den sportlichen Leistungen – das macht die Tour aus. Nebenbei bemerkt: wer auf sauberen Sport steht, der darf wohl leider nur Hallenhalma schauen und dort mitfiebern. Schlimm, aber ob’s Fußball mit Wettskandalen, Doping und was sonst noch schnupfenden, verwöhnten Millionensöhnchen als nur einen Teil der Protagonisten ist, oder nordische Sportarten – von Leichtathletik will ich gar nicht erst anfangen – schöner, ehrlicher, fairer sind auch diese und andere Sportarten alle nicht. Eher wohl im Gegenteil. Leider, muss man sicher sagen.

Sei’s drum – viel Spaß mit der Tour de France. Ich freue mich drauf :)

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Obige Grafik via: USDish.com

Hier gibt’s einen sehr netten interaktiven Tour-Guide vom Guardian.