Mit dem Mountainbike durch die Wiege von Sieg, Eder und Lahn

Rad fahren

Trecker fahn! ;-)

Mir war mal nach Ausgleich im Ausgleich. Also mal nicht Rennrad und auch nicht der Crosser. Sondern ich habe mal wieder mein Cannondale SuperV 900 aus dem Keller geholt. Vor dem Einsatz musste ich aber erst mal die Reifen aufpumpen und auch dem Antrieb etwas Pflege gönnen. Aber sonst: Sofort einsatzbereit wie eh und je. :)

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Mein Cannondale SuperV 900 nahe Großenbach in der Nähe der Siegquelle.

Wie ihr seht – das ist nicht gerade ein aktuelles Modell. Nein – und das ist gut so. Fast bin ich geneigt, diesen Meilenstein der frühen Full Suspension Kunst als „Vintage“ zu bezeichnen. Bau- und Kaufjahr müsste irgendwo im Bereich 1997 herum liegen. Markenzeichen sind das Y-Design, mehr aber noch die voluminösen und dünnwandigen Alu-Rohre und vor allem die Headshock-Federgabel.

Anfangs war es erst mal wieder sehr ungewohnt in Geometrie und „Bequemer Sessel“-Gefühl. Insgesamt habe ich mit dieser Tour nur ganze 133 km in den letzten Jahren mit dem SuperV geloggt. Sackschwere 13,6 kg habe ich mir als Gewicht notiert. Die wollten erst mal die Waldwege hochgekurbelt werden. Das ging dann aber sehr gut. Selbst die eine oder andere Stufe oder auch mal ein gekonnter Abstieg direkt nach hinten – klappte. :)

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Frisch eingeschlagene Holzstöße oberhalb von Glashütte.

Es kam die Sonne heraus und ich fuhr somit schön in’s Blaue hinein. Oder eher ins tiefmatschig Braune. Oder ins wurzelig Singletrailige. Ohne festen Plan fand ich mich alsbald in der Wiege von Sieg, Eder und Lahn wieder.

Auch an der Ilsequelle und Ilmquelle kam ich vorbei.

An der heilkräftigen Ilsequelle

An der heilkräftigen Ilsequelle

Die Ilsequelle zählte im Mittelalter zu den bekanntesten Heilquellen. Der sogenannte „heilige Born“ war jahrundertelang Ziel und Hoffnung vieler „Presshafter“. Das und mehr tut eine ausführliche Hinweistafel kund. Dieser Nimbus umweht die reizvoll gelegene Quelle nahe der Siedlung Heiligenborn noch heute. Einheimische kommen oft mit Wasserflaschen und Schöpfgefäßen vorbei, um das gute Ilsequellenwasser nach Hause mit zu nehmen. Auch als ich vorbeikam, waren zwei Familien während ihrer Sonntagswanderung mit Wasserflaschen und dem Abfüllen beschäftigt.

So oder so ist das Ilsetal, die ganze Umgebung und auch der sich anschließende (kurze) Singletrail sehr zu empfehlen.

Ich folgte weiter dem Rothaarsteig, der es auf der Strecke zwischen Lahnhof und Siegquelle darauf anlegt, unaufmerksame Wanderer dem (kaum vorhandenen) Autoverkehr zum Opfer fallen zu lassen. So oft kreuzt er fast bemüht die Eisenstraße, die ohnehin wie gesagt wenig befahren ist. Mir war das aber egal, es ging mir um das Weg abfahren und um das Techniktraining. Denn gewisse Bikehandling-Fähigkeiten werden bei der erheblichen Wurzeldichte auf fast dem gesamten, oft singletrailigen, Streckenabschnitt benötigt.

Das Quellenreich Siegquelle nimmt auch weitere Formen an. Auf neuen Holzstegen zwischen Siegquelle und Wanderparkplatz kam fast schon ein bisschen Northshore-Feeling für Arme auf. Fehlen noch die Anlieger (die ich eh nicht fahren kann). ;-)

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Ein Hauch von Northshore an der Siegquelle.

Insgesamt eine schöne Ausfahrt durch den Wittgensteiner Wald und das Rothaargebirge. Mit tiefem Geläuf und wurzeligen Singletrails waren es am Ende:

Distanz: 43,6 km, Höhenmeter: 871 m, Zeit: 3 h 26 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,5 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 14,6 km/h, Durchschnitts-HF: 127

auf Strava:

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Herbstlicher Foto-Cross-Bummel

Fotografie, Rad fahren

Ende Oktober. Ist jetzt gerade noch Saison und kann die Form des Spätsommers zu tollen langen Ausfahrten im Goldenen Oktober genutzt werden? Gilt es noch? Ist die Form noch da, um den einen oder anderen KOM (King of Mountain) Versuch zu wagen? Muss ich – nein, will ich noch raus, auch wenn’s regnet und stürmt? Denn für die Saisonpause ist es ja noch zu früh. Oder?

Auf dem Ederhöhenweg (der hier gleichzeitig auch der Rothaarsteig ist) am Oberlauf der Eder.

Auf dem Ederhöhenweg (der hier gleichzeitig auch der Rothaarsteig ist) am Oberlauf der Eder.

Das sind so immer meine Gedanken um diese Zeit. Einfach so rausnehmen ist aber auch nicht. Aktivität muss sein. Sorgt für Ausgleich, lässt nicht einrosten, sorgt für frische Luft. Obwohl – es gäbe ja auch so viel Anderes zu tun…

Wenn diese Gedanken kommen, dann ist sie da: Die Offseason! Das habe ich gestern für mich entschieden. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein kann sie durchaus noch bis Anfang November in Schach halten. Aber wenn das Wetter – besonders zu den Wochenenden – nicht mitspielt, ist es aus. Denn da ist noch der zweite Punkt: Spätestens mit der heutigen Zeitumstellung sind nun in der Woche definitiv Nightrides am Start. Kann auch mal Nett sein – ist aber untrügliches Zeichen: Jetzt kommt bald der Winter…

Also, was macht man da? Richtig, man holt den Crosser raus! :)

Aber: es ist ja Off-Season. Momentan gilt es keine Höchstleistungen zu vollbringen und der nächste Trainingsplan soll noch ein wenig der Definition harren. Bewegung an der frischen Luft, vielleicht die eine oder andere herbstliche Fotogelegenheit finden und durch den schönen Wittgensteiner und Siegerländer Wald cruisen, während die Temperaturen noch mal „unten kurz“ gestatten – das habe ich gestern gemacht.

Der Ederhöhenweg, herbstlich feucht und dunkel. Auf Flickr habe ich auch eine Schwarz-Weiß-Version davon (http://www.flickr.com/photos/torsten_frank/10510552196/)

Der Ederhöhenweg, herbstlich feucht und dunkel. Auf Flickr habe ich auch eine Schwarz-Weiß-Version davon

Es war von der Temperatur sehr angenehm. Ab und an etwas sonnig. Wobei die Sonne später davon nichts mehr wissen wollte. Aber es blieb von oben trocken, so blieben auch meine erworbenen Matsch-Sommersprossen von drohendem Abspülen bis zum Schluss verschont.

In der Mitte von Nirg... in der Mitte des Kreises Siegen-Wittgenstein. So sagt es die am Stein angebrachte Plakette. Von hier ist nur noch ein Katzensprung bis zur Ederquelle.

In der Mitte von Nirg… in der Mitte des Kreises Siegen-Wittgenstein. So sagt es die am Stein angebrachte Plakette. Von hier ist nur noch ein Katzensprung bis zur Ederquelle.

Eine schöne kurze Tour mit meinem Cyclocross 4D ohne großartige Anstiege über fast ausschließlich Waldwege. Zuerst von Erndtebrück durch den Pulverwald nach Altenteich, weiter immer dem Ederhöhenweg bzw. auch Rothaarsteig folgend bis zur Ederquelle. Dort bin ich ausnahmsweise mal nicht dem Kohlenweg zur Eisenstraße gefolgt, sondern schräg einem Weg in den Wald. Einfach aus Neugier. Das sorgte dann auch für eine kurze Crossgemäße Tragepassage, um dann ebenfalls die Eisenstraße zu erreichen.

An Forsthaus Hohenroth vorbei und unterhalb der Eisenstraße über jetzt im Herbst schöne Aussicht bietende Wanderwege über den steil abfallenden Schluchten zu Sohlbach und Afholderbach fahrend geht es dann noch ein Stück über die Eisenstraße nach Lützel und dort hoch zum Giller und weiter zur Ginsburg.

Die Ginsburg, im Wald zwischen Hilchenbach-Grund und Lützel.

Die Ginsburg, im Wald zwischen Hilchenbach-Grund und Lützel.

Hier wurde Geschichte geschrieben: 1568 plante nämlich niemand geringerer als Wilhelm I. von Oranien-Nassau auf dieser Burg seinen Feldzug zur Befreiung der Niederlande von der spanischen Herrschaft. Heute kann man oben vom Turm seinen weiteren Weg oder unten im an Wochenenden und Feiertagen offenen kleinen Café die Art und Weise seines Hunger stillens planen.

Immer mal wieder was Neues: Seit wann es diese  Aktionen an der Ginsburg gibt, ist mir nicht bekannt.

Immer mal wieder was Neues: Seit wann es diese Aktionen an der Ginsburg gibt, ist mir nicht bekannt.

Von der Ginsburg fahre ich zunächst bergab bis zum Wanderparkplatz bei Hilchenbach-Grund, um dann wieder hoch über den Kolbeholzweg zum Höhenrücken hinter dem Giller zu fahren. Dicke Wackersteine ragen in dichter Folge über das Wegeniveau heraus. Das war schon eine gute Holperstrecke. Auch hier befinde ich mich noch auf dem Rothaarsteig. Wie so oft heute bedeckt ein dichter Teppich aus Herbstlaub die Wege.

Zwar sehr schön anzuschauen, aber auf Abfahrten und auch sonst galt es immer Aufmerksam und nicht zu schnell zu fahren. Wer weiß, was sich unter dem hohen Laubmeer verbirgt.

Ein dichter Teppich auf Buchen- und Eichenlaub.

Ein dichter Teppich aus Buchen- und Eichenlaub.

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Auf belaubten Pfaden…

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Aber Vorsicht ist stets geboten: Mit Rutschgefahr und unerkannten Steinen, Ästen und Löchern ist stets zu rechnen.

Es liess sich dennoch angenehm ohne üble Überraschungen fahren. Ich fuhr weiter Richtung Ferndorfquelle und Dreiherrenstein. Das Gebiet im Grenzbereich zwischen Siegerland und dem Kreis Olpe, zwischen Ferndorf-, Elberndorfer  und Zinse-Bachtal ist auch als Oberndorfer Höhe bekannt. Hier führt auch eine sehr nette Steigung für Rennradfahrer von Helberhausen nach Heinsberg vorbei.

Immer noch am Rothaarsteig, finde ich einen schönen Fliegenpilz an einem Wegekreuz.

Ein Fliegenpilz.

Ein Fliegenpilz.

Unter den Hut geschaut.Unter den Hut geschaut.

Pilze suchen per Rad ;-)

Pilze suchen per Rad ;-)

Durch eine Furt überquere ich den Elberndorfer Bach, folge dem Rothaarsteig noch ein Stück den Berg hoch, um ihn dann zu verlassen und lieber dem Verlauf des Baches zu folgen, in dessen Talgrund ich dann später auch wieder gelange. Bis kurz vor Erndtebrück geht es flott über wassergebundene Deckschicht und nach einem kleinen „Hüpfer“ über die K33 bin ich wieder daheim.

Rund um den Rothaarkamm: Mit dem Rad von Erndtebrück über den Rhein-Weser-Turm nach Schanze und über Albrechtsplatz und Bad Berleburg wieder zurück

Rad fahren

In der letzten Woche war ich auffällig häufig rüber über den Rothaarkamm in den Schmallenberger Raum gefahren. Ich wollte das gute Wetter nutzen, zwei noch unerkundete Örtchen etwas genauer unter Augenschein zu nehmen. Das war zum einen Latrop, wo ich zumindest an dessen Zufahrtsstraße an einem sehr verregneten Sonntag mit dem Crosser vorbei kam. Und das andere Örtchen war Schanze. Beide Örtchen nur wenig voneinander entfernt, beide nur von einer Richtung zu erreichen.

Am letzten Sonntag war ich in Latrop – sehr hübsch, aber nicht Thema dieses Beitrages. Und am Dienstag und Freitag war ich mal in Schanze. Am schnellsten lässt sich Schanze von Erndtebrück aus über die L 720 über Womelsdorf nach Röspe und dann von dort der L 553 folgend nach Wingeshausen erreichen. Nun war erstere Landstraße letzte Woche aber noch voll gesperrt, so dass man aktuell einen Umweg über Schameder, Birkefehl und Berghausen fahren muss. So kamen hin und zurück am Dienstag immerhin knappe 84 km und 1229 Höhenmeter zusammen.

Wittgensteiner Höhen bei Birkefehl

Denn von Wingeshausen hoch nach Jagdhaus wird der Rothaarkamm am Grenzweg bezwungen (prägnanter Anstieg Nummer 1 – noch prägnanter in der Nordanfahrt auf dem Rückweg von Fleckenberg nach Jagdhaus) und aus Grafschaft heraus führt der Anstieg nach Schanze (prägnanter Anstieg Nummer 2). Ja, um den Anstieg geht einem als Rennradler hauptsächlich. Schanze als Ziel zum Selbstzweck ist ansonsten eher uninteressant. Eine toller Wanderpunkt, aber als Ort (wenige Häuser) jetzt nicht sooo pittoresk. Im Gegenteil: Im Vergleich zu den Nachbarorten Grafschaft oder Latrop geradezu langweilig (die Schanzer mögen es mir hier verzeihen). Ergo: Ausgangspunkt für Wanderungen am Rothaarsteig und in der Umgebung: Top! Zielpunkt für Wanderungen oder zum Spazieren durch Schanze selbst: Da würde ich doch eher Latrop, Grafschaft oder andere Orte in der Umgebung wählen.

Hier in Schanze scheint es ein paar Wanderwege zu geben…

Am Freitag hatte ich für eine längere Tour Gelegenheit und so blieb es nicht bei dem Hin- und Zurück auf kürzestem Wege wie am Dienstag (diese Ausfahrt hatte zunächst nur lockeren Erkundungscharakter und vor allen Dingen musste ich mich ja fast erst einmal an die Hitze gewöhnen. Das war tatsächlich der erste richtige Sommertag im Sommer 2012 überhaupt).

Meine Tour führte mich auf einer schönen Rundstrecke zunächst wieder über Birkefehl (ich fuhr es über Leimstruth und den Flugplatz Schameder an) und nach der folgenden Abfahrt nach Berghausen dann erst einmal auf glatt asphaltierter Rollerstrecke über Aue, Röspe bis nach Rüspe. Hier beginnt der Gradient langsam aber sicher anzusteigen, dabei aber nur im obersten Teil knapp über 5% zu erreichen, um hoch zum Rhein-Weser-Turm zu führen.

Hier war auch das erste Steigungssegment, dass ich zum Ausbelasten genutzt hatte. Sprich: Ziel war, so schnell wie möglich die Steigung zu erklimmen um eine neue persönliche Bestleistung und idealerweise auch den Bergpreis (den King of Mountain – KOM) dieses Segments auf Strava zu holen. Das ist immer eine gute Gelegenheit, über die Dauer eines Anstiegs (die je nach Strecke hier im Wittgensteiner und im Sauerland so zwischen 10 bis 20 Minuten betragen kann) möglichst nahe an, auf oder zum Schluss in den letzten Metern auch über der anaeroben Schwelle zu fahren und dabei auch entsprechend motiviert zu sein.

Dummerweise wurde ausgerechnet dieses Segment von Stravas Segmentmatching nicht meiner Strecke zugeordnet. Die Gründe sind mir aber bekannt und ich warte gerade auf die Beantwortung meines Support-Tickets. Ich will den KOM. ;-)

Vom Rhein-Weser-Turm geht es dann auf dem gleichen, neuen glatten Asphalt über mehrere Serpentinen hinab nach Oberhundem. Aber so schön der Asphalt (und auch der Ausblick über die Höhen des Sauerlandes ist), obacht in den Kurven. Traktoren, LKW oder wer auch immer schaffen es in schöner Regelmäßigkeit, etwas Schotter oder Splitt von den Banketten in die Kurven zu tragen. Also – wie immer gilt beim Rennrad fahren: nur so schnell in die Kurven einfahren, wie man nicht nur die Verkehrssituation, sondern auch Untergrundbeschaffenheit eindeutig erkennen kann.

Oberhundem wird mitsamt seinem Wasserschloss, Schloss Adolfsburg, rechts liegen gelassen (wobei ein hindurchschlendern durchaus lohnenswert ist) und der leicht abfallenden L 553 etwas weiter gefolgt, bis der Abzweig nach Selbecke erreicht wird. Hier biege ich ein, um zu einem sehr schönen Anstiegs-Schmankerl zu gelangen. Einer Strecke, ganz so, wie ich es mag. Ein kleiner, schmaler asphaltierter Weg führt ab Ortsausgang Stelborn unter Bäumen hindurch hoch in den Wald. Die Asphaltqualität ist hier nicht unbedingt die Beste, das kümmert beim Bergauf fahren jedoch nicht (sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden, wenn man die Strecke entgegengesetzt befährt).

Mit im Schnitt rund 6, in Spitzen allerdings bis zu 12 % geht es, oft unter schattigen Bäumen (sehr willkommen am auch heute endlich wieder sehr schön sonnigen Sommerwetter) hindurch, hoch zum so genannten Potsdamer Platz, einem Kreuzungspunkt verschiedener Wanderwege. Von hier aus ist es auch nur noch ein Katzensprung zum Alpenhaus – welches allerdings nicht auf aspaltiertem Weg zu erreichen ist.

Auch hier powere ich mich wieder voll aus. Ich weiss zwar, dass es diesen Anstieg auf Strava noch nicht gibt, ich ihn heute erst anlegen werde und somit als „Erstbefahrer“ auf Strava auch zwangsläufig der KOM sein werde. Aber das ist mir egal – eine gute Zeit vorlegen hat noch niemandem geschadet und hier geht es ja auch um den Trainingseffekt. Außerdem weiss ich, dass ich gleich im Anschluss des Anstiegs an einem sehr lauschigen Plätzchen werde Rast machen können.

Der Heiligenborn zwischen Stelborn und Milchenbach

Kurz hinter dem Gipfelpunkt erreiche ich die Quelle des Heiligenborn. Hier war ich im Frühjahr bereits schon einmal mit dem Crosser. Hier gibt es ein paar Bänke und Tische, Holzkreuz und Hinweistafel und die Quelle selbst, die in früheren Jahren als Heilquelle, insbesondere für Augenleiden galt. Auf der anderen Wegesseite mündet sie in einen kleinen Tümpel, bevor sie ihren weiteren Weg durch den Wald sucht.

Der Heiligenborn (die Sony DSC-RX100 macht sich übrigens mitsamt dem kleinsten Joby-Gorillapod hervorragend, um auch Langzeitaufnahmen verwischten Wassers zu erstellen)

Wenn das Wasser gegen Augenleiden geholfen haben soll, dann ist es bestimmt auch super geeignet, meine von Schweisstropfen verunzierte Brille zu reinigen. ;-)

Und zum Kühlen des Gesichts, des Nackens und der Arme… Ahhhh – welch Wohltat!

Rastplatz am Heiligenborn

Ich esse noch einen Riegel, mache noch ein paar Fotos und weiter geht es, jetzt auf viel besserer Asphaltqualität als im Anstieg, hinab nach Milchenbach und im Anschluss ins Tal der Lenne auf die B 236, der ich jetzt lenneauf an Fleckenberg vorbei bis nach Schmallenberg folge. In Schmallenberg biege ich auf die K 17 nach Grafschaft ab.

Grafschaft ist ein schöner kleiner Ort der u.a. eine sehr rührige Radsport-Abteilung besitzt, die überregional bekannte Rennrad- und vor allen Dingen Mountainbike-Rennen veranstaltet. Und der auch durch das Kloster Grafschaft geprägt wird, welches ich mir bei meiner Fahrt am Dienstag zum ersten Mal (trotz zahlreicher bisheriger Ortsdurchfahrten) etwas näher anschaue.

Kloster Grafschaft, gegründet 1072 als Benediktinerabtei, seit 1948 das Generalmutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Karl Borromäus und heute Fachkrankenhaus

Lauschiges Plätzchen für ein Wilier Triestina vor dem barocken Kloster Grafschaft

Im Ort selbst findet sich recht bald der Hinweispfeil nach Schanze, dem ich nun folge. Attacke! Da ich weiss, das für diesen Anstieg ein sehr starker KOM existiert, habe ich wenig Hoffnung, eben diesen zu erobern. Aber mal schauen was geht, auch hier wieder voll ausbelasten und einen starken zweiten Platz holen – ach, was rede ich, natürlich den KOM in meiner Altersklasse (hehe) – das ist das Ziel. Ahh, ich liebe es. :)

Ein solider Herzfrequenzschnitt von 170 über das gesamte Segment und damit in der oberen Hälfte der Zone 4 und ganz zum Schluss von 178, also bereits anaerob bringt ein ebensolches Ergebnis: 16,0 km/h im Schnitt, 18:10 Minuten für die 298 Höhenmeter auf 4,9 km Strecke und somit Platz 2 von 13 Strava-Aufzeichnungen von 8 unterschiedlichen Fahrern.

Ein Wartehäuschen in Schanze gegenüber Bräutigam-Hanses Gasthaus: Wilier Triestina vor Briefkasten, Wanderkarte und Defibrilator!
Alles beisammen: wenn man vom Bergsprint oben zusammenklappt, kann man sich wiederbeleben, auf der Karte schauen, wo man ist und per Post schreiben, wo man abgeholt werden kann… ;-)

Ein Strava- und Twitterkontakt aus Medebach (keine Namen, um die Schuldigen zu schützen…) empfahl die Skihütte in Schanze zur Einkehr. Nun kehre ich fast nie während meiner Rennradtouren irgendwo ein. Sei es, weil ich ohnehin nicht weit von daheim entfernt bin, sei es, weil ich einfach keine einladende Gelegenheit gerade dann finde, wenn ich es vom Pausenbedürfnis her erhoffte (und damit meine ich in der Regel Außengastronomie, windgeschützt, Ausblick, Gelegenheit mein Rennrad ganz nah am Tisch zu haben, schnelle Bedienung… eine seltene Kombination) oder weil ich in einer zwei, drei oder auch vier- und mehrstündigen Ausfahrt zwar gerne 10 bis 30 minütige Fotopausen mache, wenn es sich ergibt, aber nicht so lange und länger tatenlos wegen Nahrungsaufnahme herumhocken will.

Wie dem auch sei – ein, zweimal im Jahr kann man so etwas ja machen…

Skihütte also. Gut. Außengastronomie, Windgeschützt, Rennrad am Tisch, schnelle Bedienung (ja, war zunächst ziemlich alleiniger Gast) passte. Ok. Ich wählte einen Apfelstrudel mit Vanillesauce und einen Kaffee. Keine gute Wahl. Aus zweierlei Gründen. Der Kaffee war gut. Nichts zu meckern. Die Apfelstrudel- und vor allen Dingen Vanillesauce-Portion war sehr reichlich. Das ist ja eigentlich gut, nur von Art der Speise und Menge dann doch der folgenden Weiterfahrt eher abträglich. Und das einzig gute, was ich über den Apfelstrudel selbst sagen kann, ist, dass er essbar war. Soeben. Hätte wohl doch besser die angebotenen Waffeln mit frischen Erdbeeren oder einen klassischen Käsekuchen wählen sollen.

Apfelstrudel in der Skihütte Schanze

Naja – und Handy-Empfang gibt’s da auch nicht. Also bezahlen und weiter. Rollen. Sehr gemächlich. Oh, mein Magen…

Was gibt’s denn noch so in Schanze? Wenn man die Straße durch den Ort verfolgt, so geht diese wenige Meter hinter Bräutigam-Hanses Gaststätte (oder sogar Hotel?) in einen Wanderweg über. Und noch ein paar wenige Meter weiter steht man vor einem Tor zum Rothaarsteig. Wenn ich auch die paar Häuser von Schanze weiter oben im Text ein klein wenig gedisst habe: Region hat es hier.

Bewaldete Höhen und Täler – Ausblick von Schanze

Und man ist zentral am Rothaarkamm und in der direkten Nachbarschaft vieler Wander-Highlights, wie dem Rothaarsteig oder dem Waldskulpturenweg.

Ein Tor zum Rothaarsteig – dem Weg der Sinne.

Immer noch zu allem oberhalb lockerer Grundlagenanstrengung unfähig, lasse ich mich durch das Gewicht des hochkomprimierten Gummi-Apfelstrudels wieder herab nach Grafschaft beschleunigen. Jetzt muss ich über einen kleinen Zwischenanstieg, um nach Oberkirchen zu gelangen. Vorher mache ich lieber noch ein paar Fotos, aber es hilft nichts: schön piano rolle ich im Anschluss mich, den Apfelstrudel und die Vanillesauce den Berg hoch und dann wieder hinab nach Oberkirchen.

Weide hinter Grafschaft

Oberkirchen ist auch ein sehr schmucker Ort im Lennetal. Ein paar weitere Fotos später fühle ich mich auch wieder halbwegs fähig, normalen Druck auf die Pedale zu bringen und folge der B480 hoch zum Albrechtsplatz.

Die Lenne in Oberkirchen

Zwar gibt es auch hier ein Strava-Segment (wie überall hier im Umkreis), aber meine drei vorgesehenen KOM-Efforts habe ich für heute erledigt. Ab dem Albrechtsplatz bin ich auch fast schon wieder daheim – kein direkter Anstieg folgt mehr, die zügige und lange Abfahrt vom Albrechtsplatz geht in eine Rollerstrecke über, die durch Bad Berleburg hindurch über Weidenhausen bis zur Leimstruther Höhe und von da dann über Schameder wieder nach Erndtebrück führt.

Distanz: 111,7 km, Höhenmeter: 1567 m, Zeit: 5 h 55 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,0 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,8 km/h, Durchschnitts-HF: 134

auf Strava:

Lasso zum Alpenhaus

Rad fahren

Dritter Tag Training in Folge. Heute aber trotz Regen (immerhin nicht so viel wie gestern) keine Lust auf Rolle gehabt. Also das Merida, meinen Crosser, genommen. Denn das hat ein Steckschutzblech hinten (und verhindert somit einen feuchten Hintern) und SPD-Pedale (und somit die Möglichkeit, die warmen und wasserfesten Rose-Winterschuhe anzuziehen). Noch eine lange Lauftight über die Bibshort (gegen den Regen und gegen die Kühle – äh, Kälte: 7 °C im Mittel über die Fahrt heute) und die Softshell angezogen. Allerdings hätte es unten drunter anstelle nur des Kurzarm-Funktionsshirts gerne etwas wärmeres sein dürfen – wurde in den Abfahrten und Fotopausen doch ungemütlich kalt! Unter den Helm noch die Unterziehkappe mit kurzem Schirm und fertig war die Regenkluft. Und bis auf dem kurzen Unterhemd auch fast schon wieder die Winterausstattung, grmpf.

Aber egal: Gelassen ging es somit trotz leichtem Regen nach draußen. Alles eine Einstellungssache. :)
Eigentlich wollte ich heute aufgrund der beiden Tage Vorbelastung und wegen der etwas engeren Crosser-Übersetzung nur geringe Gradienten befahren. Bis über den Rhein-Weser-Turm und nach Oberhundem hinein hat das auch geklappt…

Bin übrigens nach Langem nochmal in Oberhundem selbst gewesen – meist lasse ich es ja vom Rhein-Weser-Turm kommend auf dem Weg ins Lennetal rechts liegen. Sehr zu unrecht, wie ich heute fand.

In Oberhundem fand mein Entschluss mit den geringen Gradienten auch ein jähes Ende, wie ich erst etwas später nach meinem Entschluss feststellen musste, der Beschilderung „Zum Alpenhaus“ zu folgen und damit mich auf den mit „X“ markierten Waldweg einzulassen. Bis über 16 % ging es in der Spitze. Später kurz vor dem Alpenhaus kurzzeitig noch etwas höher. Naja, wird halt mit niedriger Kadenz etwas Kraft trainiert… ;-)

Ausblick vom Alpenhaus

Beim Alpenhaus war ich bisher erst einmal. Auch schon wieder sehr, sehr lange her. Ich genoß kurz den Ausblick von der Terasse und fuhr dann fix weiter. Ich wollte mir den Höhenweg anschauen, der von Stelborn nach Milchenbach führt und der nach kurzer Abfahrt vom Alpenhaus erreicht wird. In der Tat: asphaltiert. Prima – diese Route wird also demnächst auch mal mit dem Wilier unter die Räder genommen. :)

Und das wird sich lohnen: 170 Höhenmeter mit im Mittel 8 % muss man von Stelborn bis zum Potsdamer Platz, eine Wanderwegkreuzung mitten im Wald auf dem Kulminationspunkt der Straße, überwinden. Kurz darauf kommt man zu einem wunderschönen Rast- und Quellplatz, dem Heiligenborn. Nein, nicht der Heiligenborn im oberen Ilsetal, bzw. Langenbachtal. Hier nahe Milchenbach gibt es auch einen. Hat mir sehr gefallen, gerade bei diesem Wetter. Aber echt kalt war es.

Heiligenborn

Nach der Fotopause bin ich also runter nach Stelborn gefahren und fuhr dann über Oberhundem dieselbe Strecke über den Rhein-Weser-Turm zurück, die ich auch hergefahren bin.

Am Heiligenborn

Distanz: 53,58 km, Höhenmeter: 923 m, Zeit: 3 h 13 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 20,7 km/h, Durchschnitts-HF: 122

auf Strava:
http://app.strava.com/rides/8005827

Samstagscrosser-Tour auf Ederauenweg und Rothaarsteig

Rad fahren, Uncategorized

Puh, richtig kalt war es wieder geworden. Am Samstag war es auch stark bedeckt und es regnete über Mittag ein klein wenig. Deswegen bin ich erst sehr spät losgekommen. Und habe entschieden, den Crosser zu nehmen, um mich auch vor dem sehr starken Wind im Wald etwas zu verstecken. Bin einfach ohne auf den Computer zu schauen gefahren. Durch das sehr späte losfahren war das Frühstück schon lange her – trotzdem hatte ich die Fahrt über nichts gegessen. Ob das wirklich was für den Fettstoffwechsel und damit die Optimierung der Leistungseffizienz ingesamt bzw. auf langen Strecken bringt? Wer weiß.

Ich war gut eingemummt im kompletten Winterdress. War auch nötig: im Mittel hatten wir 1,2 °C, Windgeschwindigkeiten bis 22,9 km/h und ab und an Schneeflocken in der Luft. Naja, besser als Regen. ;-)

Von der Strecke her bin ich zunächst dem Ederauen-Radweg bis nach Aue gefolgt (bereits hier braucht man den Crosser – der Weg ist dort nicht asphaltiert), dort über Wingeshausen mit kleinem Umweg über den Abzweig zum Casimirtal hoch zur Höhe auf die K42. Dort wird auf halber Strecke zwischen Wingeshausen und Jagdhaus bereits ein Planum für den zukünftigen Besucherparkplatz des neuen Schaugeheges für die Wisent-Wildnis Wittgenstein bereitet.

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[Bauarbeiten für den Besucherparkplatz bei der Wisent-Wildnis Wittgenstein]

Kurz darauf kam blinzelte kurz etwas die Sonne zwischen Wolkenlücken hervor.

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[An der K42 zwischen Wingeshausen und Jagdhaus]

Lang dauerte dieses Intermezzo allerdings nicht an und lang war ich auch nicht mehr auf der K42 – kurz vor Jagdhaus bog ich rechts in den Wald und auf den Rothaarsteig ein. An der Millionenbank machte ich einen weiteren kleinen Fotostop.

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[Millionenbank am Rothaarsteig]

Warum die Millionenbank diesen Namen hat, hab‘ ich mich auch immer schon gefragt. Eine Webrecherche brachte vorrangig zwei Deutungen zu Tage: Und zwar soll in der Inflationszeit der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts dort eine Buche gefällt worden sein. Das Holz war zwar Millionen Wert; aber bereits am Folgetag hätte man sich kaum etwas dafür kaufen können. Und so verarbeitete man ihr Holz kurzerhand an Ort und Stelle zu einer Bank. Eine andere Erklärung könnte aus der damaligen Grenzlinie herrühren, die heute noch in Form des damaligen Grenzweges und heute des Rothaarsteigs existiert. So sollen Millionengeschäfte unter Umgehung des Zolls gemacht worden sein. Auch heute noch markiert dieser Weg die Grenze zwischen dem Sauerland und dem Wittgensteiner Teil des Kreises Siegen-Wittgenstein; Zoll wird aber eher selten fällig. ;-)

An der Millionenbank teilt sich auch der Rothaarsteig für 14 km in eine Tal- und eine Kammvariante. Nur deswegen trifft man hier mitten auf der Strecke auf einen Markierungsstein mit der Kilometrierung 0.

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[Kilometerstein]

Ich folgte aber zunächst der Kammvariante Richtung Kühhude, bog aber vor Erreichen des Weilers auf einen Weg ab, der mich auf zunächst längerer Abfahrt schließlich zum Schützenplatz oberhalb von Bad Berleburg brachte. Von dort wählte ich eine schnelle Abfahrt nach Berghausen, um dann aufgrund der späteren Stunde zügig auf normalen Straßen über Raumland, Weidenhausen und Leimstruth zurück nach Erndtebrück zu fahren.

Distanz: 50,32 km, Höhenmeter: 748 m, Zeit: 3 h 04 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 19,2 km/h, Durchschnitts-HF: 124

auf Strava:

http://app.strava.com/runs/5992239/embed/86e537718bef365386c27ad2c59b4157ae0da7fa