Up up up: Rapha Rising in one go! Mit Gedanken zu Rapha, Strava Challenges und Höhenmetern.

Rad fahren

Die Rapha Rising Challenge hat schon seit Jahren einen Platz in meinem Herzen.

Das ist eine sehr schöne Initiative und Motivation von Rapha. In Verbindung mit Strava.

Rapha, die Radsportbekleidungsmarke aus England, die ich bis dato wesentlich und schon langjährig mehr für ihre Fotostrecken und ihren Style sowie das sehr schön transportierte Gefühl mochte und mag als für ihre tatsächlichen Klamotten. Letztere ließen für mich immer schon eine große Lücke zwischen Anspruch und tatsächlichem Schnitt und Funktion (hier und hier). Das hat sich erst in jüngster Zeit geändert und von den aktuellsten Neuerscheinungen kann ich sagen: jawohl, das gefällt und passt mir. Habe jüngst ausführlich die Pro Team Aero Jerseys und die Pro Team Flyweight, Lightweight und Midweight Jerseys ausprobiert und mir ein Aero und ein Lightweight Jersey zugelegt. Genauso war ich jetzt von der Classic Bib Short in der neuen Version II sehr positiv überrascht. Die finde ich sehr gut – im Gegensatz zu den in meinen Augen richtig schlimmen Lightweight Bibshorts.

Strava, das motivierende Trainingsportal mit seinem damals innovativem Konzept der automatischen (und manuell, wenn gewünscht) Segmenterkennung und dem Führen von Ranglisten innerhalb dieser Segmente. Da macht auch heute Strava keiner was vor. 2009 wurde Strava gegründet. Heut zu Tage werden fast 10 Aktivitäten pro Sekunde auf Strava geteilt (2016).

Ich bin Strava-Mitglied seit 2010. Meine erste hochgeladene Aktivität stammt vom 09. Oktober 2010. Challenges, als weiteres Motivationselement, wurden meiner Meinung nach dann erst so 2012 eingeführt. Jedenfalls stammen meine ersten virtuellen „Pokale“ bzw. „Achievements“ aus diesem Jahr.

Was sind „Challenges“? Damals nur von Strava oder auch von ganz wenigen Dritten, allen ziemlich voraus, Rapha, initiierte Herausforderungen, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine bestimmte Kilometerzahl zurück zu legen. Oder eine bestimmte Höhenmetersumme zu akkumulieren. Oder an einem ganz bestimmten Tag auf das Rad zu steigen und x Stunden oder x Kilometer zu fahren.

Während solche Herausforderungen damals eher selten und noch etwas besonderes waren, sind sie just auch in diesem Jahr in meinen Augen fast schon inflationär. Man klickt sie an und nimmt sie quasi „im Vorbeigehen“ mit. Fahren tut man eh und eine „Herausforderung“ in einer Woche 4 Stunden auf dem Rad zu sitzen… nun ja, ich vermute mal, der durchschnittlich ambitionierte Radsportler verliert da keinen einzigen Gedanken drüber. Meist geht es heute dann auch darum, durch die Teilnahme in eine Verlosung hinein zu kommen. Ist ja auch schön.

Damals aber (jaja, Opa erzählt jetzt wieder vom Krieg… ;-)), da hat man noch seine Trainingswochen etc. nach den Challenges geplant. Und einfach nur Kilometer abreissen, dass konnte ja jeder und die Leute im Flachland sowieso viel zu einfach. Unsereins im Mittelgebirge musste dabei sowieso immer ordentlich Höhenmeter mit abspulen.

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Im Land der tausend Hügel. Panoramablick im Sauerland nahe Schmallenberg, Holthausen.

Deswegen waren mir die Höhenmeter-Challenges immer am liebsten. Sie waren (und sind auch heute noch) etwas besonderes und seltener. Für sie musste und muss man sich richtig ins Zeug legen und die Strecken auch entsprechend planen.

Und angefangen damit hat Rapha mit seiner Rapha Rising Challenge. Die erste gab es 2011. Die war glaube ich – ich bin nicht ganz sicher – noch außerhalb von Strava.

Aber seit 2012 habe ich jede Rapha Rising Challenge mitgemacht.

Meine virtuelle #RaphaRising Roundel Collection.

Meine virtuelle #RaphaRising Roundel Collection.

Das besonders schöne: Rapha lässt es sich nicht nehmen, jedem erfolgreichen Teilnehmer auch einen echten Stoff-Aufnäher im selben Design wie das virtuelle Herausforderungslogo zukommen zu lassen.

Interessanterweise wurde die 2015er Rapha Rising außerhalb von Strava durchgeführt. Man musste sich auf der Rapha Webseite direkt registrieren. Beleg für die Komplettierung war einfach nur auf Vertrauensbasis. 2016 gab es leider gar keine Rapha Rising Challenge. Dafür jetzt dieses Jahr wieder. Und zwar auch wieder auf Strava.

Hier ging und geht es nie einfach nur um das schnöde Klettern einer beliebigen Zahl und mit einem Monat Zeit. Hier wurde und wird immer eine passende Begebenheit, die Summe einer oder mehrerer ikonischer Bergetappen oder ein Jubiläum von Rapha aufgegriffen und als Herausforderung in einer Woche, 9 oder 14 Tagen zu komplettieren, gestellt.

Dieses Jahr ist (die aktuell noch laufende) Challenge eher von der nicht so herausfordernden Sorte, muss ich leider feststellen. Es gilt die vergleichsweise harmlose Höhe von nur 4600 m in der sehr auskömmlichen Zeitspanne vom 1. Juli 2017 — 23. Juli 2017 zu erklettern. Dafür gibt es ein Zusatz-Zückerli: Wer die Herausforderung in einem Tag meistert, kommt zusätzlich in die Verlosung einer tollen Reisemöglichkeit. Einen Cent Cols Challenge Trip mit Rapha Travel.

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Rapha Rising 2017 — 4600 m completed

Nun, wenn das nicht Motivation genug war, dann war es die Tatsache, dass so eine Fahrt ganz hervorragend in mein Training für das Transcontinental Race passte.

4600 Höhenmeter an einem Tag ist jetzt nichts besonderes, wenn man innerhalb des Challengezeitraums den passenden Alpenmarathon bestreitet. Bei der so von mir geliebten Maratona dles Dolomites würde es aber schon nicht reichen. Dort sammelt man über die 8 Pässe der langen Strecke „nur“ 4190 Höhenmeter. Allerdings auch über „nur“ 138 km.

Im Mittelgebirge sieht das schon anders aus. Da ist schon die Tourenplanung eine Herausforderung und ein Spaß für sich. Welchen Bergfaktor kann ich für eine sinnvolle Tour erreichen, ohne jetzt auf extra Gimmicks auszuweichen, wie einfach immer nur den selben Anstieg hoch und runter zu fahren?

Hier könnt ihr euch die Tour von GPSies.de herunterladen, die ich für letzten Samstag geplant hatte und abgefahren bin. Sie führt durch das wunderschöne Wittgensteiner Land und kettet dort eine Vielzahl von schon für sich alleine herausfordernden Anstiegen aneinander. Über Winterberg führt sie dann kurz nach der Halbzeit auf den Kahlen Asten. Nordrhein-Westfahlens höchsten auf Asphalt zu erreichenden Berg. Der zwei Meter höhere Langenberg ist unweit von dort, aber nicht auf der Route.

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Auf dem Kahlen Asten, mit 841 m ü. NN der (zweit)höchste Berg Nordrhein-Westfalens.

Sowohl in Winterberg (da mit immenser Auswahl) als auch direkt auf dem Kahlen Asten im Astenturm ist Einkehr möglich. Mein Tipp ist aber die Nordhang-Jause direkt am Fuß des kurzen Abzweigs hoch zum Astenturm. Schnelle und sympathische Bedienung, leckerer Kaffee und Kuchen und unkompliziertes Abstellen des Rades samt Nachfüll-Gelegenheit der Bidons.

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Yours Truly am Aufgang zum Asten-Turm. Ausguck, Station des Deutschen Wetterdienstes und Einkehrmöglichkeit eines Bistro. „Stilecht“ mit dem ersten von mir gut empfundenen Rapha-Trikot und der allerersten Fahrt damit.

Hier sind wir schon im Sauerland (wenn auch noch quasi in Rufweite des Altkreises Wittgenstein :)). Vom Kahlen Asten geht es hinab des oberen Lennetals und dann auch wieder durch ein Seitental hinauf nach Altastenberg um von dort eine Schleife Richtung Norden und dann zurück nach Süden durch das Sauerland zu ziehen. Über den Anstieg über Jagdhaus geht es dann wieder zurück in das Wittgensteiner Land.

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Gutes Wetter (trocken, heiter bis wolkig), schönes Licht und feine kleine Sträßchen. Meine Route durch das Rothaargebirge.

Nun liegt es in der Natur der Sache, dass geplante Höhenmeter nicht wirklich tatsächliche Höhenmeter sind. Wer dazu ausführliche Hintergründe erfahren möchte, möge sich diesen Artikel ansehen. Je nach zugrunde liegendem Geländemodell ergeben dann auch die unterschiedlichen Routenplaner unterschiedliche Ergebnisse. So war meine ursprünglich in Strava geplante Tour 205 km lang und weist dort 5000 Höhenmeter auf. Das hatte ich schon mit entsprechendem Puffer geplant, denn ich wusste ja, dass Strava, bzw. Geländemodelle, hier eher deutlich übertreiben. Also mehr Höhenmeter ausgeben, als man nach korrekter Bestimmung eigentlich wirklich klettert. Deswegen auch, liebe Leute, niemals ohne Not die „Höhenmeterkorrektur“ auf Strava oder auf eurem Garmin-Portal benutzen. Die „korrigiert“ die Höhenmeter nämlich nicht, sondern bläst sie meistens nur künstlich auf. Es gibt aber auch Gegenden, wo der Unterschied nicht so krass ausfällt. Mehr darüber, warum das so ist, erfahrt ihr im oben verlinkten Beitrag.

Diese Korrektur ist nur dann sinnvoll, wenn der eigene barometrische Höhenmesser in dem Radcomputer, den ihr hoffentlich habt (beim Smartphone ist Hopfen und Malz verloren ;-)), fehlerhafte Daten aufgezeichnet hat. Weil entweder ein richtig extremer Wettersturz mit einhergehender Luftdruckschwankung in eurer Fahrt auftrat oder weil strömender Regen die Messöffnung bzw. die Messung beeinträchtigt hat. Ein Phänomen, gegen dass mein Garmin Edge 1000 im Gegensatz zu anderen Edges und auch meinen Wahoo Elemnt erstaunlich widerstandsfähig, ja geradezu immun war. Dem hat selbst stärkster Regen auch im barometrischen Höhenprofil nie etwas ausgemacht.

Nun, zurück zur geplanten Strecke: In Strava werden für  diese 5000 Höhenmeter ausgegeben, GPSies ermittelt nach Import derselben Strecke für die 205 km knapp 4600 Höhenmeter – wäre also Punktlandung für die Rapha Rising Challenge. Tatsächlich war ich am Ende des letzten Anstieges in Schameder bei rund 4125 Höhenmeter. Das reichte also noch nicht!

Nun – es war schon Abend, 205 km und 4125 Höhenmeter waren schon in den Beinen. Still going strong, aber ich wusste schon, was ich getan hatte. Stetes auf und ab im Mittelgebirge kann beizeiten deutlich anstrengender als in den Alpen sein. Und auch langsamer. Die Gradienten sind meist steiler und die Abfahrten auf den kleinen Sträßchen verwinkelter als so mancher Pass. Man braucht also auch länger. Deswegen fuhr ich dann kurzerhand noch über Leimstruth hinab nach Amtshausen um von dort dann Richtung Dille zu fahren. Diesen Anstieg habe ich dann einfach 2 mal ganz und 1 mal etwas mehr als halb gefahren, damit ich am Schluss auf meine „echten“ 4600 Höhenmeter kam:

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4625 Höhenmeter bei einsetzender Dämmerung. Rapha Rising komplett.

Insgesamt wurden es so 225 km mit einem Nettoschnitt von 22,5 km/h über die reine Fahrtzeit in Bewegung von 10 Stunden.

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Wittgensteinisch-Sauerländisches Kletterfest: Rapharising in one go

Hier der Link zu meiner Aktivität auf Strava und hier nochmal der Link zum Herunterladen der geplanten Strecke auf GPSsies.

Huegelreiter does Huegelfest! Oder: Maratona dles Volme-, Nahmer und Lennetalschluchten.

Rad fahren

In der letzten Woche lief auf Strava die Rapha Rising Challenge. Zu Ehren der 100sten Tour de France mit dem Beinamen „La Centième“.

GranTurismo im Kornfeld

GranTurismo im Kornfeld

Leider sind solche Höhenmeter- bzw. Kletterchallenges viel zu selten auf Strava. Bei den ganzen Kilometer-Sammel-Challenges fühle ich mich immer benachteiligt bzw. nicht entsprechend gewürdigt. Ich bin mit Bergfaktoren um 10 (also Höhenmeter pro gefahrenem Kilometer) schon richtig flach unterwegs, hab‘ also auf 100 km mindestens 1000 Höhenmeter im Sack – und muss dafür schon suchen. Meistens sind es noch mehr. Andere Leute rollen dagegen ihre Kilometer im Flachen und im Windschatten einer Gruppe zusammen… Naja, auch das ist ja ein schöner von vielen schönen Aspekten des Radsports…

In der Rapha Rising Challenge ging es also darum, die kombinierten Höhen (jeweils von Meereshöhe an) des Peyresourde, Ventoux und Col de Sarenne vom 14. bis zum 21 Juli per Rad zu erfahren: 7235 Höhenmeter in 8 Tagen.

Ok, um das in meinen normalen Wochenkilometern unterzubringen, muss man sich auch in Mittelgebirgsregionen schon etwas strecken.

Genug Motivation also, einen richtigen Kracher zu fahren. Ich präsentiere: Das Hügelfest! (Hier erstmal der Link von Speichennippel – sehr gute Nachfahrqualität, sollte trotzdem an zwei, drei Stellen etwas angepasst werden.)

Nun muss ich zugeben, während ich schon früher gerne mal Anstiege planend so miteinander verknüpft habe, dass möglichst viele Höhenmeter pro Tour herauskommen – _dieses_ Hügelfest ist nicht von mir, sondern vom Mitglied Speichennippel des Rennrad-News.de Forums, aktiv beim RV Adler Lüttringhausen.

Und, was soll ich sagen: Top-Route, wirklich schön! Und hart. Denn hier sind nicht einfach nur ein paar Anstiege möglichst eng hintereinander gestellt. Nein, diese Anstiege weisen meist auch in weiten Anteilen 10, 12, 15 und im Maximum sogar bis zu 21 Prozent Steigung auf! Genau das richtige zum Klettern und genau das richtige für ein Climbfest, bzw. ein Hügelfest! :)

Hinterher standen 3132 Höhenmeter auf dem Radcomputer. 3132 „mundgeklöppelte“, barometrisch gemessene (auch das unterliegt natürlich leichten Schwankungen) und nicht per Smartphone App und Co per Geländemodell aufgeblähte Höhenmeter. Und das auf 153,5 km. Zum Vergleich: Der Dreiländergiro mit Start in Nauders, u.a. über Stilfser Joch und Ofenpass führend, weist auf 168 km Strecke 3.300 Höhenmeter auf. Wer braucht da noch Alpenmarathons? Nun gut – jeder. Schließlich sind die Alpen toll! ;-) Aber um für Alpenmarathons zu trainieren, ist man auch hier daheim bestens aufgehoben. :)

Die urprüngliche Route startet und endet in Lüttringhausen, führt aber recht bald sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückstrecke durch Beyenburg. Sehr schön, dennn in Beyenburg bin ich recht fix aus Wuppertal entlang der Beyenburger Straße.

Und direkt nach der Brücke über den Beyenburger Stausee geht es links hoch nach Königsfeld. Es ist bestes Wetter, denn ich bin erst Mittags los. Vorher war es ganz im Gegensatz zur ganzen letzten Woche vollständig bedeckt. Aber jetzt kommt die Sonne hervor und es wird ein strahlender Sommertag. Meine 2 Flaschen sind voll und die Trikottaschen habe ich mit einer Waffel und so vielen Rice Cakes in Alufolie, wie hineinpassen vollgestopft. Das langt für 5 Stunden – all zu viel ist es nicht, denn wie üblich sind natürlich auch Kompaktkamera, Handy, Luftpumpe und Schlüssel (und heute auch noch eine Windweste) in den Trikottaschen.

Staying hydrated...

Staying hydrated…

Der erste richtige „Klopper“ ist die Willringhauser Straße, die mich steil aus dem Ennepetal hoch nach Rüggeberg führt. Ich überhole einen Fußgänger. Er ruft „Hast es bald geschafft, sind ja nur 14%!“. Ich entgegne „Schade!“ und „Jo, max sogar 16!“ und ziehe an (nun gut, da wurde es etwas flacher… ;-))

Ortsmitte Höhendorf Rüggeberg mit dem Schmittenboom

Ortsmitte Höhendorf Rüggeberg mit dem Schmittenboom

Wie gewonnen, so (mit viel Spaß) wieder zeronnen. Das Motto der Tour. ;-) Wobei ich sagen muss: trotz des ständigen Auf und Ab – die Route hat „Flow“. Nichts wirkt bemüht oder abgehackt. Der Straßenbelag ist weitestgehend ok bis gut. Da bietet das Bergische viel, viel Schlechteres. Die Straßen führen der Natur der Sache steil aus den eng eingeschnittenen Tälern von Volme, Nahmerbach und Lenne und zwar meist in Form von schmalen, kaum befahrenen Sträßchen durch den Wald. Die ganze Tour ist supereinsam, kaum störender Verkehr. Auf den steilsten Strecken, die im unteren Teil oft lauschig dicht beschattet sind und sich weiter oben dann zu tollen Blicken auf bewaldete Höhenrücken und Talhänge, auf Höhendörfer oder mal kecke Brückenabschnitte der A45 lichten, ist mir kein einziger Mensch begegnet.

Ein Kornfeld nahe Waldbauer.

Ein Kornfeld nahe Waldbauer.

Aber natürlich führt die Strecke auch durch einige Orte. Wiblingwerde z.B., welches sich auf der Ortstafel als höchstes Kirchdorf der Mark (462 m ü NN) bezeichnet.

Hallo Wiblingwerde.

Hallo Wiblingwerde.

Hier öffenen sich weite Blicke zu allen Seiten. Ob in Rennerde oder auf der Strecke hinunter nach Nachrodt. Hier kann ich schon die ersten Blicke auf Burg Altena erhaschen.

Weiter Blick nach Norden zwischen Wiblingwerde und Rennerde.

Weiter Blick nach Norden zwischen Wiblingwerde und Rennerde.

Die Abfahrt von Wiblingwerde nach Nachrodt. In der Ferne über dem Lennetal die Burg Altena.

Die Abfahrt von Wiblingwerde nach Nachrodt. In der Ferne über dem Lennetal die Burg Altena.

Ein erster Blick auf die Burg Altena aus der Ferne.

Ein erster Blick auf die Burg Altena aus der Ferne.

In Altena angekommen, wird nochmal die Burg abgelichtet…

Die Burg Altena oberhalb der Lenne.

Die Burg Altena oberhalb der Lenne.

…und dann geht es in eine Anstiegsschleife hoch zum Wixberg (ja, der heißt wohl so… ;-)). Hier sehe ich auch ein Hinweisschild auf ein Café-Restaurant „Zum Windsack“. Bei genügend Zeit sicher eine angenehme Einkehr am fernsten Punkt der Route. Meine Vorräte (sowohl fest als auch flüssig) gehen zwar zu Neige, einkehren möchte ich aber nicht. Weiter geht’s, wieder hinab nach Altena. Nicht ohne vorher noch den Blick als Panorama fest zu halten.

Bewaldete Höhenrücken oberhalb der Lenne.

Bewaldete Höhenrücken oberhalb der Lenne.

So ähnlich wie hier sahen viele der kleinen Waldsträßchen aus:

Waldstraße am Wixberg oberhalb Altena.

Waldstraße am Wixberg oberhalb Altena.

In Altena denke ich mir, „hier muss doch irgendwo eine Tankstelle sein…“ Fahre etwas an der Lenne entlang, sehe zwar eine Open-Air-Cocktailparty, aber weder eine Tankstelle noch ein offenes Kiosk etc. Viel weiter will ich aber nicht fahren und bummle durch die Fußgängerzone wieder zurück auf meine Route. Also mit den letzten Schlucken erst mal noch den heftigsten Anstieg der heutigen Runde fahren: Kreinberger 21!

So habe ich das entsprechende Segment auf Strava genannt, welches den Anstieg von Einsal bzw. Opperhusen nach Wiblingwerde kennzeichnet. Auf Quäldich.de sprechen sie davon, dass sich eine härtere Prüfung als besagte Ostanfahrt hoch nach Wiblingwerde im Sauerland kaum finden liese. Ich bin geneigt, dem Recht zu geben. Hatte ich im Frühjahr dort auf einigen Anteilen bis zu 21 % auf dem Radcomputer stehen, sprang meine Anzeige heute im Maximum auf 19 %, mal ganz kurz auf 20 %. Nun ja, solche Messungen sind halt nie ganz absolut.

Ein Windrad auf der Höhe neben der A45.

Ein Windrad auf der Höhe neben der A45.

Oben in Wiblingwerde wusste ich: der härteste Anstieg ist geschafft. Aber auch: ich bin noch längst nicht zu Hause. Aber auch meinen letzten Rice Cake hatte ich noch unten im Tal gegessen… Die Flasche war auch fast leer. Jetzt war es etwas blöd, dass die Tour so einsam war. Am Garmin schaute ich auf der Karte, wo wohl der nächste wenigstens etwas größere Ort kommen würde. Und mit Navigon auf dem iPhone suchte ich die nächste Tankstelle. Heedfeld. Bingo – sogar fast genau auf der Strecke. Sehr fein.

Danke, Tanke!

Danke, Tanke!

Einmal Auftanken, bitte: Ein Salami-Brötchen mit Tomate, ein kleines Twix mit auf den Weg. Eine Gatorade, eine kleine Flasche Wasser. Ach  ja, und noch eine Packung AAA-Batterien. Die vorherigen sind mir beim Sturz letztens aus dem aufgeplatzen Rücklicht verlustig gegangen. Bestens: jetzt konnte es weitergehen. Sogar mit Licht, denn die Dämmerung würde bald einsetzen. Einsame Anstiege durch den Wald gab es jetzt auch nicht mehr, aber neben Landstraßen blieben mir die kleineren Nebensträßchen doch erhalten.

So kam ich bei Burg wieder im Ennepetal an, fotografierte den in den letzten Farben leuchtenden Abendhimmel und machte mich auf den nächsten Anstieg wieder hoch nach Rüggeberg.

Abenddämmerung im Ennepetal

Abenddämmerung im Ennepetal.

Hinab in das Tal der Heilenbecke (ganz nahe bei der Heilenbecker Talsperre) und wieder hinauf nach Remlingrade. Und schon war ich wieder in Beyenburg.

Ab hier ging es im Zeitfahrmodus flach die Beyenburger Straße auf selbem Wege zurück wie ich heute mittag hergefahren war. Meine Verpflegungsstrategie ist voll aufgegangen. Immer schön vom Start weg alle rd 45 bis 50 Minuten eine kleine Portion essen und das durchgehend. Dabei ordentlich trinken. So hatte ich auf dieser Strecke noch richtig guten Druck auf den Pedalen und auch in Wuppertal fuhr sich der Akropolis-Schlenker locker-flockig mühelos. Auch wenn ich dann später daheim erstmal ächzend auf den Stuhl sank – im Grunde hätte ich so auch nach 154 km noch sehr gut weiterfahren können. Optimal! :)

Distanz: 153,5 km, Höhenmeter: 3132 m, Zeit: 8 h 19 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,7 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 22,7 km/h, Durchschnitts-HF: 130

auf Strava:

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November Rain im Juli. Regenfahrt zum Auftakt der Rapha Rising Challenge.

Rad fahren

kurzer Fotohalt oberhalb Schameder

So, gestern noch Pause (hatte mir also 2 sehr lockere Wochen nach dem Maratona dles Dolomites gegönnt) und heute wollte ich dann laut Planung wieder richtig (also nicht mit einem Paukenschlag, aber doch wieder mit Anspruch) in das Training einsteigen. Laut Wettervorhersage war das bis gestern auch clever. Schließlich war für den gestrigen Samstag noch richtig Regen vorhergesagt (und so kam es auch) und für den heutigen Sonntag war weitgehende Trockenheit in Aussicht gestellt. Tja – bis gestern abend. Da wechselte dann die Vorhersage auf ähnliche Mengen wie schon gestern zu erdulden.

Naaa toll! -.-

Kurze, halbwegs trockene Phase – aber die Wolken über Schameder sind keine leere Drohung…

Rollentrainer war aber keine Alternative. Erstens wollte ich mal wieder raus an die frische Luft und zum zweiten startete heute die Rapha Rising Challenge auf Strava.

Es gilt, von heute an bis zum kommenden Sonntag 6.881 Höhenmeter zu erklettern – die kumulierten Höhenmeter des sogenannten Circle of Death. Denn heute, am 15. Juli 2012 kommt die Tour in den Pyrennäen an. Am 18. Juli wird das Peloton den Circle of Death, die ehrfurchtsgebietende Schleife mit dem Col d’Aubisque (1,709 m), Col du Tourmalet (2,114 m), Col d’Aspin (1,489 m) und dem Col de Peyresourde (1,569 m) unter die Räder nehmen.

Tja – und auf dem Rollentrainer kommen nun mal leider keine Höhenmeter zusammen…

Nun ja, ich wollte ja schon immer mal meine Regenausrüstung, allen voran meine neue Regenjacke, auf Tauglichkeit testen.

Wasser auf allen Wegen…

Während es draußen in Strömen goss, öffnete ich mal wieder den schon seit letztem Herbst ungenutzten Karton mit den Roadracer mk2 crudguards. Schaute mir auch nochmal das Montierungstutorial Video an. Und brachte es immerhin dazu, nach dem Maßnehmen das hintere Schutzblechteil passend per Säge abzulängen (war beim GranTurismo erforderlich). Tja und dann – dann hatte ich mal wieder keine Lust, den Kram samt Kabelbindern und Co zu befestigen (obwohl es eigentlich gut aussah – nun, so gut, wie solch Kram an einem Rennrad halt aussehen kann).

Ich packte alles wieder in den Karton und beschloss, wieder den Crosser her zu nehmen. Der kann auch ruhig vollgesaut werden und samt Schaltung und allem drum und dran im Regen unter Wasser gesetzt werden. Die SPD-Pedale erlaubten zudem das Verwenden der wasserdichten Winterschuhe (ja, Winterschuhe…).

Oberhalb Fleckenberg. Unter dunklen Wolken und im Regen.

Angezogen habe ich: besagte Winterschuhe, meine Winterlauftight über normalen Bibshorts, das übliche Kurzarmfunktionsunterhemd, ein Kurzarmtrikot darüber und on Top die Gore Bike Wear Gore-Tex Active Shell Jacke Oxygen AS. Ein Hammerteil! Soviel kann ich jetzt schon vorweg nehmen. Eine hervorragende Regenjacke. Toller Sitz, schön eng ohne einzuengen. Auch beladene Trikottaschen führen zu keinem schlechten Sitz. Schöner verlängerter Rücken. Gut sitzende, lange Ärmel, die nicht flattern und einen tollen Handgelengsabschluss haben, der bis über den Handrücken führt.

Den Regenschutt heute hat sie super weg gesteckt. Abfahrten waren absolut kein Problem (ob heute im Regen oder auch letztens die Abfahrt vom Grödner Joch in den Dolomiten) und auch Bergauf war ich damit gut angezogen. Nun muss man dazu sagen, dass die Temperaturen heute auch keine Waschküche erzeugt hatten. Fern davon. Es war im Schnitt 10,2 °C wa… kalt. 10,2! Verdammte Hacke… im Juli!

Auf dem Kopf hatte ich unter dem Helm eine Castelli-Baumwoll-Radlerkappe und über dem Helm einen Sugoi-Überzieher. Der ist aus Textilmaterial und somit nicht 100 % wasserdicht – dafür aber auch keine Transpiration abwürgende Duschhaube und er sitzt gut und ohne Flattern und Geräusche auf dem Helm. Nass wurde ich so auf dem Kopf kaum. Lediglich beim stärksten Schutt wurde es von der Stirn her nass bzw. feucht. Weiss jetzt aber nicht, ob es da dann durchkam oder ob das Wasser vom durchtränkten und tropfenden Schild der Kappe nach oben hin gezogen wurde.

Yours Truly, Rain Edition.

An Handschuhen hatte ich Endura-Handschuhe für die Übergangszeit an. Die waren trotz Imprägnierungsspray-Behandlung dann recht Bald im Regen durchweicht, boten aber nach wie vor angenehmes Tragegefühl und Wind hatte keine Chance, mir klamme Finger zu bescheren.

Interessanterweise war mir auch an den Beinen nicht kalt und ich hatte auch weitestgehend kaum Nässegefühl, obwohl die Lauftight dem Regen nun rein gar nichts entgegen zu setzen hatte außer einfach nur da zu sein. Na, immerhin. Hier wäre aber durchaus noch Optimierungspotenzial. Auch, weil der Beinabschluss nicht dazu angetan ist, über die Schuhschäfte gezogen zu werden. Und so lief (oder zog) dann irgendwann das Wasser von oben in die Schuhe. Aber auch hier blieben die Füße auch bei Abfahrten warm, weil halt gar kein Wind dran kommen konnte.

Wenigstens ist Regen toll für die Vegetation. Und Fotos davon. :)

Tja – November im Juli. Toll. Nicht. Aber egal. Es war heute trotz allem angenehm genug, dass ich selbst im Regen mit der Kamera herumexperimentierte. :)

Das einzige Ausrüstungsteil, das heute teilweise versagte, war der Garmin Edge 800. Der ist zwar Wasserdicht, aber die barometrische Höhenmessung hatte heute versagt. Vermutlich hat Spritzwasser die entsprechende Öffnung außer Gefecht gesetzt. Als ich das gegen zweitem Drittel der Strecke merkte, versuchte ich den Garmin mal zu schütteln bzw. auf dem Lenker zu klopfen. Für wenige Sekunden zeigte er dann wieder plausible Steigungsprozente, um dann (trotz Anstieg) sofort wieder auf Minus-Prozente und dann auf Null Prozent zu wechseln. Das wiederholte ich mit selben Ergebnis drei mal und liess es dann auch gut sein. Ausgerechnet! Wo ich doch das alles hauptsächlich machte, um Höhenmeter zu sammeln! Gnarf. Nun ja, dann musste es im Nachgang halt die Elevation Correction auf Basis des digitalen Geländemodells richten.

Merida Cyclocross 4D

Distanz: 60,90 km, Höhenmeter: 1036 m, Zeit: 3 h 05 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,7 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,2 km/h, Durchschnitts-HF: 127

auf Strava: