kurzer Fotohalt oberhalb Schameder

November Rain im Juli. Regenfahrt zum Auftakt der Rapha Rising Challenge.

Rad fahren

kurzer Fotohalt oberhalb Schameder

So, gestern noch Pause (hatte mir also 2 sehr lockere Wochen nach dem Maratona dles Dolomites gegönnt) und heute wollte ich dann laut Planung wieder richtig (also nicht mit einem Paukenschlag, aber doch wieder mit Anspruch) in das Training einsteigen. Laut Wettervorhersage war das bis gestern auch clever. Schließlich war für den gestrigen Samstag noch richtig Regen vorhergesagt (und so kam es auch) und für den heutigen Sonntag war weitgehende Trockenheit in Aussicht gestellt. Tja – bis gestern abend. Da wechselte dann die Vorhersage auf ähnliche Mengen wie schon gestern zu erdulden.

Naaa toll! -.-

Kurze, halbwegs trockene Phase – aber die Wolken über Schameder sind keine leere Drohung…

Rollentrainer war aber keine Alternative. Erstens wollte ich mal wieder raus an die frische Luft und zum zweiten startete heute die Rapha Rising Challenge auf Strava.

Es gilt, von heute an bis zum kommenden Sonntag 6.881 Höhenmeter zu erklettern – die kumulierten Höhenmeter des sogenannten Circle of Death. Denn heute, am 15. Juli 2012 kommt die Tour in den Pyrennäen an. Am 18. Juli wird das Peloton den Circle of Death, die ehrfurchtsgebietende Schleife mit dem Col d’Aubisque (1,709 m), Col du Tourmalet (2,114 m), Col d’Aspin (1,489 m) und dem Col de Peyresourde (1,569 m) unter die Räder nehmen.

Tja – und auf dem Rollentrainer kommen nun mal leider keine Höhenmeter zusammen…

Nun ja, ich wollte ja schon immer mal meine Regenausrüstung, allen voran meine neue Regenjacke, auf Tauglichkeit testen.

Wasser auf allen Wegen…

Während es draußen in Strömen goss, öffnete ich mal wieder den schon seit letztem Herbst ungenutzten Karton mit den Roadracer mk2 crudguards. Schaute mir auch nochmal das Montierungstutorial Video an. Und brachte es immerhin dazu, nach dem Maßnehmen das hintere Schutzblechteil passend per Säge abzulängen (war beim GranTurismo erforderlich). Tja und dann – dann hatte ich mal wieder keine Lust, den Kram samt Kabelbindern und Co zu befestigen (obwohl es eigentlich gut aussah – nun, so gut, wie solch Kram an einem Rennrad halt aussehen kann).

Ich packte alles wieder in den Karton und beschloss, wieder den Crosser her zu nehmen. Der kann auch ruhig vollgesaut werden und samt Schaltung und allem drum und dran im Regen unter Wasser gesetzt werden. Die SPD-Pedale erlaubten zudem das Verwenden der wasserdichten Winterschuhe (ja, Winterschuhe…).

Oberhalb Fleckenberg. Unter dunklen Wolken und im Regen.

Angezogen habe ich: besagte Winterschuhe, meine Winterlauftight über normalen Bibshorts, das übliche Kurzarmfunktionsunterhemd, ein Kurzarmtrikot darüber und on Top die Gore Bike Wear Gore-Tex Active Shell Jacke Oxygen AS. Ein Hammerteil! Soviel kann ich jetzt schon vorweg nehmen. Eine hervorragende Regenjacke. Toller Sitz, schön eng ohne einzuengen. Auch beladene Trikottaschen führen zu keinem schlechten Sitz. Schöner verlängerter Rücken. Gut sitzende, lange Ärmel, die nicht flattern und einen tollen Handgelengsabschluss haben, der bis über den Handrücken führt.

Den Regenschutt heute hat sie super weg gesteckt. Abfahrten waren absolut kein Problem (ob heute im Regen oder auch letztens die Abfahrt vom Grödner Joch in den Dolomiten) und auch Bergauf war ich damit gut angezogen. Nun muss man dazu sagen, dass die Temperaturen heute auch keine Waschküche erzeugt hatten. Fern davon. Es war im Schnitt 10,2 °C wa… kalt. 10,2! Verdammte Hacke… im Juli!

Auf dem Kopf hatte ich unter dem Helm eine Castelli-Baumwoll-Radlerkappe und über dem Helm einen Sugoi-Überzieher. Der ist aus Textilmaterial und somit nicht 100 % wasserdicht – dafür aber auch keine Transpiration abwürgende Duschhaube und er sitzt gut und ohne Flattern und Geräusche auf dem Helm. Nass wurde ich so auf dem Kopf kaum. Lediglich beim stärksten Schutt wurde es von der Stirn her nass bzw. feucht. Weiss jetzt aber nicht, ob es da dann durchkam oder ob das Wasser vom durchtränkten und tropfenden Schild der Kappe nach oben hin gezogen wurde.

Yours Truly, Rain Edition.

An Handschuhen hatte ich Endura-Handschuhe für die Übergangszeit an. Die waren trotz Imprägnierungsspray-Behandlung dann recht Bald im Regen durchweicht, boten aber nach wie vor angenehmes Tragegefühl und Wind hatte keine Chance, mir klamme Finger zu bescheren.

Interessanterweise war mir auch an den Beinen nicht kalt und ich hatte auch weitestgehend kaum Nässegefühl, obwohl die Lauftight dem Regen nun rein gar nichts entgegen zu setzen hatte außer einfach nur da zu sein. Na, immerhin. Hier wäre aber durchaus noch Optimierungspotenzial. Auch, weil der Beinabschluss nicht dazu angetan ist, über die Schuhschäfte gezogen zu werden. Und so lief (oder zog) dann irgendwann das Wasser von oben in die Schuhe. Aber auch hier blieben die Füße auch bei Abfahrten warm, weil halt gar kein Wind dran kommen konnte.

Wenigstens ist Regen toll für die Vegetation. Und Fotos davon. :)

Tja – November im Juli. Toll. Nicht. Aber egal. Es war heute trotz allem angenehm genug, dass ich selbst im Regen mit der Kamera herumexperimentierte. :)

Das einzige Ausrüstungsteil, das heute teilweise versagte, war der Garmin Edge 800. Der ist zwar Wasserdicht, aber die barometrische Höhenmessung hatte heute versagt. Vermutlich hat Spritzwasser die entsprechende Öffnung außer Gefecht gesetzt. Als ich das gegen zweitem Drittel der Strecke merkte, versuchte ich den Garmin mal zu schütteln bzw. auf dem Lenker zu klopfen. Für wenige Sekunden zeigte er dann wieder plausible Steigungsprozente, um dann (trotz Anstieg) sofort wieder auf Minus-Prozente und dann auf Null Prozent zu wechseln. Das wiederholte ich mit selben Ergebnis drei mal und liess es dann auch gut sein. Ausgerechnet! Wo ich doch das alles hauptsächlich machte, um Höhenmeter zu sammeln! Gnarf. Nun ja, dann musste es im Nachgang halt die Elevation Correction auf Basis des digitalen Geländemodells richten.

Merida Cyclocross 4D

Distanz: 60,90 km, Höhenmeter: 1036 m, Zeit: 3 h 05 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,7 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,2 km/h, Durchschnitts-HF: 127

auf Strava:

Berleburg-Winterberg-Siedlinghausen-Großes Bildchen-Sorpetal-Jagdhaus Runde

Berleburg-Winterberg-Siedlinghausen-Großes Bildchen-Sorpetal-Jagdhaus Runde

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Heute war M1, Tempo, angesagt. Ich habe jetzt nicht auf einen bestimmten Zeitabschnitt für Zone 3 geachtet (eigentlich wären 1 h 10 Min bzw. 1 h 20 Min dran gewesen) – sondern bin einfach so los gefahren. Zielsetzung war, einen Schnitt von 25 km/h über alles zu fahren. Dabei fuhr ich erst in Zone 2 los, mir war aber egal, wenn ich in Zone 3 kam. Und an Anstiegen strebte ich keine Bestzeiten an, aber wollte sie aber auch mit Druck fahren. Resultat waren 1h 41Min in Zone 3 (45 % der aktiven Fahrzeit).

Die Anfahrt zum Albrechtsplatz (Quaeldich.de Eintrag) hoch bin ich recht konstant mit weitestgehend 91er Kadenz gefahren, Resultat war meine bisher zweitschnellste Zeit dort hoch (wenn auch mit etwas Abstand zu meiner Bestzeit (17.0 km/h im Vergleich zu 19.7 km/h Schnitt). Aber auch schneller als die drittbeste Zeit vom 1. April mit gleichem Puls-Durchschnitt und im Mittel 15.9 km/h.

Oben am Albrechtsplatz waren dann die Straßen nass. Und blieben es bis hinter Winterberg. Wenigstens blieb es von oben trocken. Frischhaltefolie unter den Belgian Booties – dass ist Gold! ;-) Trocken blieb es wie gesagt, aber es dräuten doch immer dunkle Wolken – erst auf der zweiten Hälfte wurde es etwas aufgelockerter. Und so fühlte ich mich auch nicht sonderlich zu Fotopausen motiviert. Die einzigen beiden Stops waren ein ganz kurzer in Winterberg und ein etwas längerer (für ein paar Fotos und einen Riegel) am Großen Bildchen (Pass-Eintrag bei Quaeldich.de).

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Das Große Bildchen wird nach der Steigungsstrecke aus Siedlinghausen der Sorpestraße folgend erreicht. Eine sehr abwechslungsreiche Strecke durch ein schönes und vielfältiges Tal, durch welches der kleine Bach Neger fließt, dem wir bis zu seinen Quellbereichen folgen. Neben der Straße gibt es mal engen Talgrund, mal weitere Lichtungen, im unteren Bereich die eine oder andere sehr interessante Bebauung und im oberen Bereich Wald zu sehen. Auch der Steigungsverlauf ist abwechslungsreich – oder unrhytmisch, wie man es nimmt.

Abwechslungsreich ist auch der Straßenbelag; er ist auf sehr viele verschiedene Arten mies… ;-)

Dennoch, eine wirklich schöne Strecke, für die ich meine Empfehlung ausspreche.

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Oben am großen Bildchen folge ich der L742 das Sorpetal herunter. Zuerst den kalten Wind verfluchend und vorsichtig auf nasser, steiler Straße, dann endlich nach abflachen des Gradienten und geraderer Strecke ab Obersorpe wieder richtig Fahrt machend.

Bei Winkhausen wird das Tal der Lenne erreicht. Zuerst links, dann wieder rechts geht es aber nicht über die B236, sondern über asphaltierte Feldwege über den Höhenrücken am Fraunhofer-Institut vorbei nach Grafschaft. Von Grafschaft nach Schmallenberg und von dort nach Fleckenberg, wo der letzte (und steilste) Anstieg des Tages wartet: die Fahrt hoch nach Jagdhaus (Quaeldich.de Eintrag).

Schnell bin ich danach unten in Wingeshausen und folge der L553 mit guter Kadenz und weiterhin Druck auf dem Pedal. Aber kurz vor Röspe muss ich Druck rausnehmen, aus dem Sattel gehen und den Rücken strecken… nach der ganzen, stark gefahrenen Strecke ist es der untere Rücken, der zuerst aufgibt. Puh – etwas rollen, strecken und danach bewusst in gestreckte Arme gestemmt, erhole ich mich etwas, um dann nach 101 km wieder daheim in Erndtebrück anzukommen.

Distanz: 101,42 km, Höhenmeter: 1343 m, Zeit: 4 h 02 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 25,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 26,7 km/h, Durchschnitts-HF: 136

auf Strava:

http://app.strava.com/runs/6727817/embed/f42ade1f9dd3a7a865a7215e74324bb8202b631c

Ronde van RouheHaareren

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Am letzten Sonntag war der Tag der Flandern-Rundfahrt, der Ronde van Vlaanderen. Das war ja schön und gut – aber besser als Radsport-Übertragungen zu schauen ist allemal, selbst mit dem Rad zu fahren. Also machte ich mich zu meiner eigenen Ronde auf, die ich einfach mal Ronde van RouheHaareren getauft hab. ;-) Weniger aufgrund vergleichbarer Streckencharakteristiken, mehr aufgrund verspielter Phonetik. Schließlich gibt es zahlreiche Namensdeutungen bezüglich der Namensherkunft des Rothaargebirges. Der Flurname Rouhe Haar spielt da auch mit hinein.

Die sonntägliche Ausfahrt stand unter der Prämisse: M1, Tempo. Durchweg Zone 3.  Eine Stunde Puls 142-148 bzw. 134-148 (je nach Bestimmung). Eingebunden in eine E2 (also Endurance / Ausdauer, sprich, GA1) Einheit. Da ich aufgrund der Cross-Einlage vom Vortag die M1-Einlage auf heute verschoben hatte, habe ich sie also mehr oder weniger direkt an den Anfang gepackt. Und zwar stellte ich fest, dass ich nach der Abfahrt die Rohrbach hinunter und dem Flachstück bis nach Rinthe schon bei 150er Puls war. Also definierte ich: „warmgefahren“ und „dann kannst auch ab jetzt die volle Stunde M1 in Zone 3 laufen lassen“. Gesagt und noch mehr getan: Nach diversen Methoden bestimmt, sollte Zone 3 eigentlich irgendwo zwischen Puls 142 und 148 liegen. Gefahren bin ich aber munter im EB-Bereich meist oberhalb 155 und bis zu 165 – im Mittel über 50 Minuten bei Puls 157 und über 1 h bei Puls 155. Nach 50 Minuten ab Ortseinfahrt Rinthe war ich „leider“ ;-) schon oben am Albrechtsplatz, dem Gipfelpunkt meiner Runde auf 742 m ü. NN, angelangt. Ich glaube, der Stumpf auf der maximalen Herzfrequenz basierende Ansatz, der z.B. bei Strava die Zoneneinteilung bestimmt, kommt der Wahrheit näher. Demnach läge der Z3-Tempo Bereich bei mir zwischen Puls 141-159. D.h. im Mittel war ich da an der oberen Grenze dieses Bereichs bis etwas drüber in Z4. Yo! :)

Das Wetter war am Sonntag deutlich freundlicher als am Samstag. Schön sonnig. Kalt war es zwar auch noch sehr mit im Mittel 7,2 °C, aber das wurde durch die Sonne doch ein klein wenig gemildert; durch den auch noch sehr kräftig blasenden Wind aber wieder nach unten gedrückt. Resultat: Schön, aber kalt.

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Kurz unterhalb des Albrechtsplatzes, nur ein kleines Stück in der Abfahrt Richtung Oberkirchen, gibt es einen kleinen Rastplatz. Hier bietet sich der im Panorama festgehaltene weite Blick über die Höhen und Täler des Sauerlandes in Richtung Schmallenberg. Im Sommer halten sich hier leider immer sehr gerne Motoradfahrer auf. Während es auch unter diesen sicherlich viele sympathische Mitmenschen gibt, führt eine Parkmöglichkeit an kurviger Steigungsstrecke leider unweigerlich dazu, dass sich Möchtegern-Heizer auf ihren Joghurtbechern gegenseitig zeigen müssen, wer tiefer in die Kurve, dämlicher rausbeschleunigen und lautere illegale Auspuffanlagen plärren lassen kann. Leider sah man sich deshalb dort gezwungen, einige Gummischwellen über die Straße anordnen zu müssen, um die schlimmsten Dummheiten zu verhindern. Also etwas Obacht beim Abfahren vom Albrechtsplatz. Gott sei dank sind die Gummischwellen nur dort oben. Den Rest der Strecke kann man als Rennradler gut Tempo bis nach Oberkirchen hinein machen.

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In Oberkirchen bog ich links ab und fuhr über Grafschaft, streifte Schmallenberg nur kurz und ging dann bei Fleckenberg in den Anstieg nach Jagdhaus. Dieses Goodie sollte sich kein Radfahrer entgehen lassen, der in der Nähe ist. Eine schöne, etwas anspruchsvollere, Steigung durch den Wald bis in den kleinen Ort Jagdhaus. Die beiden Fotos sind nach der ersten Doppelkehre aufgenommen. Das steilste Stück direkt aus Fleckenberg heraus liegt da zwar schon hinter mir, aber auch hier erreicht die Steigung Werte von bis zu 12 %.

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Distanz: 67,53 km, Höhenmeter: 987 m, Zeit: 3 h 09 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,4 km/h, Durchschnitts-HF: 137

http://app.strava.com/runs/6043416/embed/d1e4bfef1d5ffdfe0c4a5d779b3ffaaac24127d2

Samstagscrosser-Tour auf Ederauenweg und Rothaarsteig

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Puh, richtig kalt war es wieder geworden. Am Samstag war es auch stark bedeckt und es regnete über Mittag ein klein wenig. Deswegen bin ich erst sehr spät losgekommen. Und habe entschieden, den Crosser zu nehmen, um mich auch vor dem sehr starken Wind im Wald etwas zu verstecken. Bin einfach ohne auf den Computer zu schauen gefahren. Durch das sehr späte losfahren war das Frühstück schon lange her – trotzdem hatte ich die Fahrt über nichts gegessen. Ob das wirklich was für den Fettstoffwechsel und damit die Optimierung der Leistungseffizienz ingesamt bzw. auf langen Strecken bringt? Wer weiß.

Ich war gut eingemummt im kompletten Winterdress. War auch nötig: im Mittel hatten wir 1,2 °C, Windgeschwindigkeiten bis 22,9 km/h und ab und an Schneeflocken in der Luft. Naja, besser als Regen. ;-)

Von der Strecke her bin ich zunächst dem Ederauen-Radweg bis nach Aue gefolgt (bereits hier braucht man den Crosser – der Weg ist dort nicht asphaltiert), dort über Wingeshausen mit kleinem Umweg über den Abzweig zum Casimirtal hoch zur Höhe auf die K42. Dort wird auf halber Strecke zwischen Wingeshausen und Jagdhaus bereits ein Planum für den zukünftigen Besucherparkplatz des neuen Schaugeheges für die Wisent-Wildnis Wittgenstein bereitet.

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[Bauarbeiten für den Besucherparkplatz bei der Wisent-Wildnis Wittgenstein]

Kurz darauf kam blinzelte kurz etwas die Sonne zwischen Wolkenlücken hervor.

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[An der K42 zwischen Wingeshausen und Jagdhaus]

Lang dauerte dieses Intermezzo allerdings nicht an und lang war ich auch nicht mehr auf der K42 – kurz vor Jagdhaus bog ich rechts in den Wald und auf den Rothaarsteig ein. An der Millionenbank machte ich einen weiteren kleinen Fotostop.

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[Millionenbank am Rothaarsteig]

Warum die Millionenbank diesen Namen hat, hab‘ ich mich auch immer schon gefragt. Eine Webrecherche brachte vorrangig zwei Deutungen zu Tage: Und zwar soll in der Inflationszeit der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts dort eine Buche gefällt worden sein. Das Holz war zwar Millionen Wert; aber bereits am Folgetag hätte man sich kaum etwas dafür kaufen können. Und so verarbeitete man ihr Holz kurzerhand an Ort und Stelle zu einer Bank. Eine andere Erklärung könnte aus der damaligen Grenzlinie herrühren, die heute noch in Form des damaligen Grenzweges und heute des Rothaarsteigs existiert. So sollen Millionengeschäfte unter Umgehung des Zolls gemacht worden sein. Auch heute noch markiert dieser Weg die Grenze zwischen dem Sauerland und dem Wittgensteiner Teil des Kreises Siegen-Wittgenstein; Zoll wird aber eher selten fällig. ;-)

An der Millionenbank teilt sich auch der Rothaarsteig für 14 km in eine Tal- und eine Kammvariante. Nur deswegen trifft man hier mitten auf der Strecke auf einen Markierungsstein mit der Kilometrierung 0.

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[Kilometerstein]

Ich folgte aber zunächst der Kammvariante Richtung Kühhude, bog aber vor Erreichen des Weilers auf einen Weg ab, der mich auf zunächst längerer Abfahrt schließlich zum Schützenplatz oberhalb von Bad Berleburg brachte. Von dort wählte ich eine schnelle Abfahrt nach Berghausen, um dann aufgrund der späteren Stunde zügig auf normalen Straßen über Raumland, Weidenhausen und Leimstruth zurück nach Erndtebrück zu fahren.

Distanz: 50,32 km, Höhenmeter: 748 m, Zeit: 3 h 04 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 19,2 km/h, Durchschnitts-HF: 124

auf Strava:

http://app.strava.com/runs/5992239/embed/86e537718bef365386c27ad2c59b4157ae0da7fa

170 ist das neue 160, Sweetspot Training über 4h

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Am Samstag gaben sich nach der verregneten letzten Wochenhälfte nochmal sommerlich warme Temperaturen ein Stelldichein und es war weitesgehend heiter. Also noch mal Gelegenheit, eine etwas weitere Strecke zu planen und nicht einfach nur nach Sicht „von wo kommen die dunkelsten Wolken“ loszufahren. Kurzentschlossen klickte ich mir in GPSies nach längerem mal wieder eine Tour Richtung Winterberg zusammen. Nach Winterberg wollte ich nach Siedlinghausen fahren und von dort die Sorpestraße hoch zum Großen Bildchen unter die Räder nehmen und dann durch das Sorpetal, Grafschaft, Schmallenberg und Fleckenberg über Jagdhaus zurück nach Erndtebrück.

Noch in Siedlinghausen fanden sich aber Sperrschilder mit Hinweis „Keine Wendemöglichkeit in 4,5 km“. Ich fuhr erstmal zögerlich weiter; in Hoffnung, doch bis zum Großen Bildchen zu kommen. Bald kamen mir jedoch Gott sei Dank ein paar Rennradler entgegen, die schon direkt zuriefen „ist gesperrt, musst umdrehen“. Kurzer Blick auf den Garmin und ich entschied mich, über Altenfeld und Gellinghausen nach Schmallenberg zu fahren. Auch diese Strecke kannte ich noch nicht. Von daher war es auch interessant. In Gellinghausen schienen an diesem Samstag gleich zwei Ereignisse statt zu finden. Almabtrieb und ein Motorrad-Hillclimb.

Leistungstechnisch war es diesmal ein ganz besonderes Training. So hab ich bei einem auf 100 km und rd. 4 h geplanten Training noch nie reingehalten. In der Tat, so hätte ich bis vor wenigen Wochen nicht mal zu wagen geglaubt, eine 2 bis 3 h Strecke absolvieren zu können.

Das ich die Strecke von Erndtebrück bis nach Bad Berleburg nun fast jedesmal im Zeitfahrmodus absolviere, scheint Tradition zu werden (Tip: Verabredet euch mit jemandem und fahrt viel zu spät los – Super Trainingsmotivation ;-) und funktioniert wie am Samstag gesehen auch ganz ohne Verabredung: Ein Schnitt von 34,8 km/h über die 15 km. Aber danach hielt ich die Anstrengung hoch. Es lief super und machte richtig Spaß. Die Hochintensität-Einheit zum Sufferfest-Video Angels am Donnerstag auf der Rolle hatte wohl ein paar Ventile geöffnet. ;-)

Ich wollte zwar auf dem Anstieg der B480 von Dödesberg bis rauf zum Albrechtsplatz einen neuen Rekord aufstellen, konnte und wollte mich vorher in der Anfahrt zwischen Bad Berleburg und Dödesberg trotzdem nicht zügeln. Und so kam ich schon mit hohem 150er Pulsschnitt (Irgendwo Übergang zw. GA2 und EB) über die letzte Strecke bis zum Fuß der Steigung. Diese Strecke von Dödesberg zum Albrechtsplatz ist eigentlich super angenehm, steigt recht gleichmäßig mit gerade einmal 4,5% im Schnitt. Aber wie anstrengend etwas ist, darüber entscheidet man als Rennradler ja selbst. Recht bald war mein Puls bei 170 und ab da blieb er weitestgehend auf 172-174 festgenagelt. Wow! So hoch, das ist schon verdammt selten. Aber über 170 und das über 15 Minuten durchhalten? Das hätte ich unten im Anstieg nie gedacht! It’s a Mind Thing. Hohe Kadenz von im Schnitt 87 sorgte allerdings dafür, dass die Beine nicht all zu „dick“ wurden. Aber mehr war auch definitiv nicht drin. War absolut im roten Bereich. Sehr fein. Toll, wie erholsam Puls 140 im Vergleich dazu sein kann. Mit diesem Schnitt ging es nämlich über die Höhe mit ordentlich Druck weiter nach Winterberg.

In Winterberg kurz zum sehen und gesehen werden auf den Marktplatz gerollt und meinen ersten Silberling verzehrt. Danach ging’s weiter nach Silbach und Siedlinghausen. Da war ich bisher noch nicht. Ist ja ‚ ne ziemliche Heizerstrecke da runter. Prompt kam es zum ungewollten Motorpacing als ich hinter einem LKW mit 55 „herbummeln“ musste und hohe Kadenzen übte (für abfallende Strecken ist 50-12 nicht die beste Übersetzung ;-)) Apropos hinter anderen Verkehrsteilnehmern herbummeln… das hatte ich auch noch in Bad Berleburg, wo 3 Motorräder nur mit 30 km/h durch die Bahnhofsstraße fuhren (wollte mich schon neben den letzten setzen und fragen, ob sie nicht mal ihre Maschinen tunen wollten – wäre ja peinlich, aber der schwenkte zuviel hin und her über die Fahrbahn) und auch ein paar Autos zwischen Henkels Wiese und Bad Fredeburg, die durch einen Rentner im Mercedes Kombi ausgebremst wurden.

An der letzten großen Steigung von Fleckenberg nach Jagdhaus fehlten dann durch die bis dahin 3 Stunden Hatz etwas die Körner. Wäre gern noch etwas schneller hochgefahren, aber war trotzdem ein Super-Anstieg.

Insgesamt richtig geile 4 h und rund 100 km. Bin jetzt gerade dabei, das zu analysieren und hoffentlich für die Ableitung neuer Trainingsbereiche zu nutzen. Insgesamt würde ich sagen, dass es ein ganz starkes Zone 3 bzw. Sweetspot Training war.

Distanz: 104,40 km, Höhenmeter: 1303 m, Zeit: 4 h 00 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 26,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 27,6 km/h, Durchschnitts-HF: 141

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