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Pfingstkilometer – Ersteinsatz des neuen 2015er Kit des Radteams Wittgenstein

Rad fahren

Zu Pfingsten war ich wieder im Wittgensteiner Land unterwegs. Samstag und Sonntag wurde kräftig Rennrad gefahren. :)

Der Samstag stand unter dem Oberthema: Kletternd zum Stoppomat und der Sonntag unter dem Oberthema: Rollend zum Edersee. :)

Leider war das Wetter nicht so sonnig, wie in der Woche zuvor aufgrund der Vorhersage noch erhofft. Beide Tage waren daher nicht zum Sonnen und zur weiteren Pflege der Tan Lines angetan. Auch nicht, um unsere neuen Kurzarmtrikots so wirklich im Sonnenschein zu präsentieren. Aber dafür herrschten gute Bedingungen für das Radfahren – es war definitiv nicht zu heiss. ;-)

Samstag: Hügelige Trainingstour durch das Sauerland mit Fabian, Jochen und Roland

In Rönkhausen im Sauerland gibt es jetzt seit kurzem auch einen Stoppomat. Das Ding ist quasi ein „analoges“ Strava-Segment. ;-)

Am Stoppomat in Rönkhausen

Am Stoppomat in Rönkhausen

Man entnimmt eine Karte, schreibt seinen Namen, e-Mail und Verein drauf. Und wenn man die Karte dann mit dem Timecode stempelt, läuft die Zeit! Dann gilt es so schnell wie möglich (oder gewünscht ;-)) zur Top-Station zu fahren. Dort wird die Karte erneut gestempelt. Da auch in den Briefkasten eingeworfen und diverse Tage später wird die eigene Zeit dann in die Stoppomat-Bestenliste eingetragen.

Bis wir da waren, galt es allerdings 75 km Anfahrt möglichst kurzweilig zu verbringen. Kurzes Beispiel: „Hey, wollen wir auch noch kurz zur Hohen Bracht hoch?“ Gesagt, auch gegen verhaltenen Protest getan ;-).

Auf der hohen Bracht. Wie man sieht - mir war's zu kühl, um das neue Trikot anzuziehen. Hatte mein Windbreaker-Unterhemd auch in der Wäsche. Da musste Gabba mal wieder den Tag retten. Das ist wirklich ein sowas von geiles Teil... ^^

Auf der hohen Bracht. Wie man sieht – mir war’s zu kühl, um das neue Trikot anzuziehen. Hatte mein Windbreaker-Unterhemd auch in der Wäsche. Da musste Gabba mal wieder den Tag retten. Das ist wirklich ein sowas von geiles Teil… ^^

Jochen, Roland und Fabian auf der Hohen Bracht.

Jochen, Roland und Fabian auf der Hohen Bracht.

Am Stoppomat nach diversen Hübbelchen und zügigem Ziehen gegen dem Wind angekommen, haben wir uns alle nicht Lumpen lassen und haben jeder für sich einen ordentlichen Bergsprint über die 4,5 km von Unter- zum Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks Rönkhausen hingelegt. Ich muss aber sagen: für mich ist diese Stoppomatstrecke zu flach. Es geht unten komplett flach los, geht dann in den Anstieg, wird aber nie richtig steil. Und wird im oberen Bereich nochmals relativ flach und auch der Wind stand da auf der Geraden.

Roland füllt die Stoppomat-Karte aus.

Roland füllt die Stoppomat-Karte aus.

Nach dem Stoppomat-Intermezzo folgte ein weiterer kurzer Anstieg zur Faulen Butter (ja, solche Namen gibt’s im Sauerland). Es gab eine leider viel zu lange Rast am dortigen Gasthaus. Was allein an der sehr langsamen Art der Bedienung dort lag. Der Kaffee war zwar brauchbar, Preis/Leistung ok und die Bockwurst mit Fritten tauglich. Aber dafür eine Stunde rumzugammeln – selbst mit kurzweiligen Gesprächen eher unschön.

Danach ging’s Schlag auf Schlag mit weiteren kleinen Hübbelchen weiter und zum Schluss gab’s noch mal den Scharfrichter in Form des Anstiegs von Fleckenberg nach Jagdhaus. Der fängt auch schön steil schon direkt in Fleckenberg an.

Am Ende standen 162,4 km und 2.442 Höhenmeter „auf der Uhr“ :)

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Sonntag: Solo und „Flach“ zum Edersee und zurück

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Entlang der Eder zwischen Herzhausen und Frankenberg

Sonntags war’s ein kleines bisschen wärmer und ein winziges bisschen sonniger. Die Chance, nach der Hose gestern heute auch das neue Trikot des Teams Wittgenstein auszutesten.

Oh Hai - I can has greetz in new kit? ;-)

Oh Hai – I can has greetz in new kit? ;-)

Grün – wie schon das letzte Kit. Schließlich ist der Kreis Siegen-Wittgenstein mit 70 % Waldanteil der waldreichste Kreis Deutschlands. Diesmal von Bioracer. Das Race Proven Shirt kenne ich schon vom Spoocha Trikot und habe es damit schon schätzen gelernt. Hose und Trikot machen einen sehr guten Eindruck und tragen sich sehr angenehm. Schönes Detail: Am Rücken haben wir alle Ortsnamen des Altkreises in Wittgensteiner Platt von A wie Aalertshause bis Z wie (ee da) Zaeinse aufgelistet. Wer also im Windschatten fährt, kann gleich ein bisschen auf Platt lesen, wo wir alle herkommen ;-)

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Sinnierend am See. Ich mit dem neuen Team Wittgenstein Kit und mein Canyon Ultimate mit den immer noch vergleichsweise neuen Criterium-Carbon-Hochprofil-Laufrädern.

Richtung Edersee und zurück kann man von Erndtebrück aus gut Tempo machen. So ganz ohne die eine oder andere Steigung geht es bei uns ja nie – aber überwiegend geht es topfeben oder leicht ab- und ansteigend über glatten Asphalt. In der gewählten Strecke zwar immer entlang der Straße – aber dort ist fast immer ein guter und freier Seitenstreifen vorhanden.

On the line

On the line

Nur – wo wollen die ganzen Leute am Pfingstsonntag in Hessen mit ihren Autos hin? Ist ja schlimm! Und wo wollen die ganzen Fliegen bzw. Blattläuse hin? Meine Güte…

Pandaaaaa!

Pandaaaaa!

Egal – es war eine schöne Rollertour zum Edersee, da gab’s lecker Kaffee und Kuchen und eine kleine Fotosession. Mit Nilgänsen, Enten, Canyon Carbon-Ross und einem Protagonisten im Team Wittgenstein Kit.

Anschließend führte mich der Heimweg wieder nach Frankenberg. Dort bin ich – was ich ja so gerne mache – ein bisschen über Altstadpflaster per Rad flaniert und bin dann weiter nach Erndtebrück zurückgefahren.

Das Frankenberger Rathaus gilt als eines der ältesten Fachwerkrathäuser in Deutschland.

Das Frankenberger Rathaus gilt als eines der ältesten Fachwerkrathäuser in Deutschland.

Anfangs hatte ich von der Leimstruther Höhe bis kurz vor Holzhausen mit noch etwas Gesellschaft mit Fabian. Alles andere bin ich heute wie üblich allein gefahren.

Auch hier waren es dann am Ende 151,2 km und 955 Höhenmeter. Also gerade mal Bergfaktor 6,3 und damit wirklich total flach (alles ist relativ ;-)).

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Am Südufer des Edersees nahe Harbshausen.

Ein Rennrad-Wochenende mit Eder und Edersee

Rad fahren

Das vergangene Rennrad-Wochenende stand unter dem Hauptthema Eder. Frei nach dem Motto: „Wir sind Kinder von der Eder (sing) – Einmal hängt er, einmal….“  ;-)

Am Samstag wollte ich es flach und lang. Und ich wollte auch noch mal an den Edersee. Zum letzten Mal war ich zu Ostern 2012 dort. Da bin ich allerdings mit dem Auto nach Herzhausen gefahren und dann von dort mit dem Crosser über den Urwaldsteig los.

Dieses Mal bin ich nicht mit dem Auto, sondern mit dem Rennrad von Erndtebrück aus zum Edersee gefahren. Das ist dann quasi fast von der Quelle der Eder bis zum Edersee. Als Speedfahrt der Einfachheit halber komplett über normale Straßen. Das ist im Wittgensteiner Land meist sowieso gleichbedeutend mit angenehmen Fahren. Ob über Land-, Kreis- oder auch Bundesstraßen. Im Hessen ist da auf den Straßen schon deutlich mehr los. Und es gibt auch einige lange Geraden, wo vom motorisierten Verkehr schon hohe Geschwindigkeiten an den Tag gelegt werden.

Im großen und ganzen fährt es sich aber sehr angenehm und zum großen Teil entlang der Eder und immer mit schöner Landschaft um sich herum. Und die gut ausgebaute B 252 zwischen Frankenberg und dem Edersee hat auch breite Seitenstreifen, die am Samstag auch picobello sauber waren. Oftmals liegt dort ja – da nicht durch Autoreifen immer frei geräumt – irgendwelcher Dreck, Steinchen, möglicherweise Scherben und ähnliches. Hier nicht.

Und so lief es sehr flott bei schönem Wetter gen Edersee. Es gab endlich mal wieder richtig Sonne. Seit Wochen habe ich daher noch mal deutlich Bräune zugelegt. Und ich brauchte nur ein Kurzarmtrikot. Keine Windweste, keine Gabba, keine Armlinge oder ähnliches. Eigentlich wie Sommer – kennt man von diesem Jahr ja kaum…

Das einzige, was ich mir am Samstag gewünscht hätte, wären Aero-Laufräder gewesen. Sooo flach mit so wenigen Höhenmetern war ich selten mal unterwegs gewesen.

Der eine Tag Sommer konnte natürlich so nicht weiter gehen. Das wäre ja zu schön gewesen. Aber immerhin war es auch am Sonntag trocken. Und am Nachmittag kam tatsächlich zunächst ein wenig, dann etwas mehr die Sonner wieder hervor. Richtig blauer Himmel stellte sich aber nicht ein.

Nichts desto trotz war auch der Sonntag recht angenehm und ich widmete mich wieder der Eder auf ihrem Weg ins Hessen hinein. Diesmal aber über den Eder-Radweg. Für mich dort ab Hatzfeld eine Erstbefahrung. Hätte ich ruhig schon mal vorher machen können. Natürlich sind solche Radwege, gerade auch, wenn sie auf alten Bahntrassen laufen, gern von anderen Menschen als schnellen Rennradfahrern frequentiert. Familien auf Radausflug sind da noch der harmloseste Mitnutzer. Skater mit ausladenden Schritten oder auch Hundeführer mit meterlangen Leinen oder unangeleinten Hunden sind da deutlich unangenehmer und teilweise richtig gehend gefährlich.

Oh, wie ich es liebe, wenn ein Hundebesitzer bei (viel zu spätem) Bemerken von sich nähernden anderen Spaziergängern, Joggern oder mich als Radfahrer, besorgt auf ihren Hund blicken oder mit sorgenvoll beschleunigten Schritten und Rufen versuchen, ihrem Tier habhaft zu werden. Es sind gefühlt mindestens 50 % aller Hundebesitzer die augenscheinlich genau wissen, dass sie nicht die Kontrolle haben (aber trotzdem das Tier unangeleint herumlaufen lassen).

Naja – es gibt genügend Gründe, warum ein stark frequentierter Radweg nicht der richtige Platz für zügiges Vorankommen ist. Und dafür muss ich nicht mal rennrad-typische Geschwindigkeiten auf der Ebene heranziehen. Aber ich weiche ab.

Auf dem Abschnitt zwischen Hatzfeld und Dodenau bin ich am Sonntag keinem einzigen Hundebesitzer begegnet. Und auch keinem Skater (das einzige Skater-Pärchen kam mir schon vor Hatzfeld entgegen). Dafür habe ich ein paar Radausflüger überholt. So etwas lasse ich mir ja gerne gefallen.

Von den Ausblicken und der Landschaft kann ich den Eder-Radweg auch sehr empfehlen. Nach einem schönen Bogen und der Überquerung von zwei reizvollen Stahlträger-Eisenbahnbrücken wartet ein weiteres Highlight – der (sehr dunkle) Eisenbahntunnel vor Dodenau.

Von Dodenau bin ich dann über die K130 über den Wolpfad wieder vom Hessen in das Wittgensteiner Land zurück und hinein nach Elsoff gefahren. Von da über die Teiche und Laibach hinunter nach Bad Berleburg und über Berghausen und Aue nach Erndtebrück zurück.

Dabei habe ich ein paar KOMs samt einer neuen 2-Minuten-Maximal-Leistung mitgenommen. Trotz der langen Vorbelastung von gestern.

Samstag:

Distanz: 165,7 km, Höhenmeter: 915 m, Zeit: 7 h 06 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,3 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 29,4 km/h, Durchschnitts-HF: 141

auf Strava:Strava_140906_Edersee

Sonntag:

Distanz: 87,3 km, Höhenmeter: 874 m, Zeit: 3 h 41 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 26,7 km/h, Durchschnitts-HF: 132

auf StravaStrava_140907_Eder8

Unterwegs von Dietzhölztal Richtung Bad Laasphe

Wittgenstein-Siegerland-Hessen-Runde Rouleur-Style

Rad fahren

Nach der leichten Woche geht’s jetzt wieder richtig weiter.  Heute E2, durchgehend Zone 2, immer Druck auf dem Pedal (außer, als ich durch langsamen Lkw und Pkw dahinter auf der B62 ausgebremst war). Ohne Pause durchgefahren. Sehr schönes Training.

Am Anfang bin ich etwas missmutig, aber stoisch ob des wie dieses Jahr üblich beschissen kaltem und überhaupt nicht sonnigem Wetter samt starkem Gegenwind losgefahren. Zwar kurz-kurz, aber mit warmer Weste und den ständigen Überlegungen „soll ich nun die Armlinge anziehen oder nicht“ im Sinn.
Sagte mir dann, dass es unten in Netphen und in der Folge wieder ein Ticken wärmer sein würde.

Unterwegs von Dietzhölztal Richtung Bad Laasphe

Und höre und staune, die graue Wolkendecke machte in der Folge sogar blauem Himmel mit vereinzelten Schäfchenwolken Platz. Prima – wenigstens etwas für’s Gemüt. Den Temperaturen hat es nicht so wirklich geholfen. 15,6 °C im Schnitt und zum Schluss 13 °C waren es.

Von der Streckenwahl war es für meine Verhältnisse mit 864 Höhenmeter auf den 78,61 km verhältnismäßig flach. Dazu kam, dass die enthaltenen Anstiege weitestgehend alle unter 6 % lagen. Dazu noch lange Geraden (z.B. die in der Abfahrt mit sehr rauem Asphalt versehene Strecke von der Haincher Höhe nach Dietzhölztal) und laaaange Flach- bzw. sanft abfallende (Rittershausen nach Steinbrücken, Fischelbach nach Bad Laasphe) oder nur gering ansteigende Stücke (Steinbrücken nach Mandeln, Bad Laasphe nach Saßmannshausen) hintereinander folgend prädestinieren diese Runde als richtiggehende Rollerstrecke.

Auch landschaftlich ist sie, wie könnte es hier im Wittgenstein, Siegerland und in den heute befahrenen Ausläufern des Westerwaldes, des Dilltales bei Dietzhölztal, anders sein, sehr reizvoll. Z.B. bei Mandeln, wie es das Panoramafoto zeigt, oder auch sehr schön das ganze Tal von Fischelbach über Banfe bis nach Bad Laasphe.

Distanz: 78,61 km, Höhenmeter: 864 m, Zeit: 2 h 38 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 29,7 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 30,1 km/h, Durchschnitts-HF: 132

auf Strava:

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Rennrad-Tour Erndtebrück – Marburg und zurück

Rad fahren
Panoramablick vom Schloss über Marburg

Panoramablick vom Schloss über Marburg

Am letzten Samstag hatte ich mir vorgenommen, mal Marburg mit dem Fahrrad zu besuchen.

Ich ging es allerdings zunächst recht verhalten an. Hatte es auch so für den Samstag von der Intensität her geplant. Wollte langsam rein kommen. Hatte auch ganz leichte Kopfschmerzen beim Losfahren gehabt. Toll, die Kopfschmerzen waren bald weg und es ging auch bald insgesamt besser. Trotzdem bin ich auf dem ganzen Hinweg nach Marburg bis zum ersten Gegenanstieg hinter Friedensdorf lockeres E2 gefahren. Vorher machte ich in Biedenkopf noch ein paar Aufnahmen des Schlosses und der darunter liegenden Kirche.

Biedenkopf: evangelische Stadtkirche und Schloss

Biedenkopf: evangelische Stadtkirche und Schloss

Der Anstieg zwischen Friedensdorf und Damshausen über die K 73 ist sehr schön. Insgesamt 160 Höhenmeter werden mit angenehmen knapp 6 % Anstieg im Mittel schön laubbaumbeschattet zurückgelegt. Währenddessen lassen sich schöne Blicke auf die Damshäuser Kuppen bzw. das Lahn-Dill-Bergland erhaschen.

leuchtender Raps und Wilier Triestina GranTurismo

leuchtender Raps und Wilier Triestina GranTurismo

Kurz vor Weitershausen hielt ich an und machte einige Fotos von leuchtendgelben Rapsfeldern (sieh auch die Galerie am Ende dieses Artikels). Weiter folgte ich der L 328 über Dilschhausen, bog dort auf die K72 nach Elnhausen ab und nach dem interessanten Anstieg durch Wehrshausen kam ich auch schon nach Marburg. Eine kleine Tal- und Bergfahrt (letztere über einen Fußweg) später kam ich zum Gisonenweg, der direkt zum Schloß führt. Ich sollte beim nächsten Mal versuchen, vorher etwas weiter über die K72 zu fahren, und dann den schmalen Sandweg zu nehmen.

Rapsfeld und Wilier

Rapsfeld und Wilier

Am Schloß hielt ich mich etwas auf, machte Fotos und entschied mich dann aufgrund vorgerückter Stunde, einfach den selben Weg wieder zurück zu fahren.
Jetzt wollte ich relativ zügig wieder zuhause ankommen, hatte aber sowohl eine mehr oder weniger stetig steigende Strecke flussauf der Lahn nach und auch den Wind gegen mich. Übrigens kann ich die niedrige Gegenwindangabe des Wetter-Plugins (welches ich in meiner Trainingssoftware Sporttracks nutze) irgendwie nicht wirklich glauben. Zwischen Biedenkopf und Wallau musste ich mich teilweise bewusst nach rechts gegen den Wind neigen, um eine stabile Fahrtlage zu behalten. Das, und oder der Effekt der False Flat (die Strecke führt deutlicher bergauf, als es einem vorkommt) führten dazu, dass ich einfach reingehalten habe und so auch im Unterlenkergriff in der „Geraden“ auf Pulswerte von immer wieder deutlich über 150 und im Schnitt von 148 zwischen Friedensdorf und Saßmannshausen kam.

Landgrafenschloss Marburg

Landgrafenschloss Marburg

Ab dem Aufbruch vom Schloss fuhr ich also durchgehend für 50 min mit Pulsschnitt 142, machte dann kurz  5 min Pause für ein Telefonat und einen Haferkeks bei Friedensdorf und fuhr dann weitere 1 h 07 min mit Pulsschnitt 149 bis oben zur Leimstruther Höhe. Ab da ließ ich es lockerer angehen (hatte den unteren Rücken schon vor Saßmannshausen gemerkt) und brauchte dann noch 12 min mit Pulsschnitt 132 bis nach Erndtebrück. Schön war allerdings, dass ich auch nach der ganzen Zeit auch hinter Laasphe noch eine schöne 100er Kadenz fahren konnte.

Distanz: 114,99 km, Höhenmeter: 923 m, Zeit: 5 h 38 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,9 km/h, Durchschnitts-HF: 129

auf Strava:

Indian-Summer-Tour vom Wittgenstein ins Hessen und zurück: Sackpfeife, Wetter, Münchhausen und Battenberg

Rad fahren

Die letzten Wochen waren sehr ereignisreich. Tolle Fahrten, ein kurzer, aber toller Urlaub in den Dolomiten aber auch einiges zu Tun, um das alles und die Arbeit samt einer Konferenz zu ermöglichen. Von daher komme ich erst jetzt dazu, die letzten Ausfahrten Revue passieren zu lassen und samt den Fotos und Trackdaten ins Blog zu stellen.

Am Samstag, den 24. September, wollte ich das tolle Wochenend-Wetter nutzen und nach fast einem Jahr nochmal Richtung Sackpfeife aufbrechen und plante also noch eine weitere Schleife durch das angrenzende Hessen über Wetter und Battenberg. Zum letzten (und man höre und staune überhaupt zum ersten) Mal war ich da am 10. Oktober letzten Jahres.

Wie schon die letzten Ausfahrten (hmm, eigentlich seit dem Dreiländergiro) war ich komplett ohne Trainingsplan, dafür aber mit Riesenlaune, einfach „reinzuhalten“ und zu schauen, wohin es mich (von den Reserven her) führt, unterwegs. Man könnte auch Sweet Spot Training dazu sagen. Und ja, diese Ausfahrten vor allem mit All-Out Anstrengungen, um an Anstiegen möglichst gute Bestzeiten hinzulegen, die scheinen mir echt viel zu bringen. Heute war das Ziel, die Südanfahrt zur Sackpfeife voll zu nehmen, um zu schauen, was geht.

Trotzdem hielt ich mich vorher auch nicht zurück. In den knapp 26 km bis zum Einstieg beim Kreisverkehr in Ludwigshütte war ich mit einem passablen Schnitt von 31 km/h unterwegs. Ab dem Kreisverkehr verläuft der Anstieg über 7,0 km und 339 Höhenmeter bis zum Eingang der Aufweitung des Parkplatzes oben bei der Sackpfeife. 22 Minuten an der Schwelle später war ich oben, resultierend in einem Schnitt von 18,9 km/h und einer rechnerischen Durchschnittsleistung von 236 Watt.

Hier das Segment bei Strava: http://app.strava.com/rides/1738257#27823895

Auf Quaeldich.de ist die Sackpfeife (Quäldich.de-Eintrag) auch eingetragen, leider geht die Quäldich-Definition bis zum Sendemast; das ist mir aber nicht allgemein genug, da viele wohl zur Sackpfeife selbst fahren werden. Zum Sendemast müsste man noch ein paar Meter links ab in den Wald auf einem Stück Asphalt.

Wie ich letztes Jahr schon schrieb: Die Sackpfeife ist ein lohnenswertes Ziel mit dem Bike. Schöne Anfahrt und schöne Gegend da oben. Ich genoss erst mal einen Riegel und beschäftigte mich mit dem Anfertigen von Selbstportraits mit Bike. ;-)

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Nachdem das Wetter so herrlich war, wollte ich aber nicht einfach wieder weiter fahren, sondern wollte mal schauen, was es mit dem Aussichtsturm auf sich hat, dessen Existenz verschiedene, in den Wald weisende Wanderschilder versprachen. Neugierig machte ich mich mit meinem Wilier Triestina auf in den Wald. Manch einer mag vielleicht mit dem Rennrad vor Waldwegen zurückschrecken; wohlmöglich beim Gedanken an die Kombination Carbon und Schotter Alpträume bekommen… aber das muss das Material abkönnen. Mit Gedanken an Paris-Roubaix bzw. mehr noch Strade Bianche rollte ich durch lichten sonnendurchfluteten Spätsommerlaubwald.

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Wenige hundert Meter weiter und ein paar Meter höher leuchtete der Aussichtsturm, der Kaiser Wilhelm II.-Turm,  in hellem Weiß auf einer Lichtung voraus. Zu seinen Füßen steht die Schutzhütte des OHGV Biedenkopf, die samstags und sonntags geöffnet und bewirtet ist (Samstags 11-18:00 und sonntags 10-18:00 Uhr) und mit echt fairen Preisen – etwa 1,- € für ein Bier oder einen Kaffee – lockt. Tipp!

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Nach weiteren Fotos war es an der Zeit, der Sackpfeife auf Wiedersehen zu sagen und weiter ging’s Richtung Nordwesten. Weniger Kurven später wird die B 253 verlassen und auf die L 3091 eingebogen, die mich rund 15 km später nach Wetter bringt.

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Bevor ich da ankam, war aber erst mal Zeit für… Pandaaaa! ;-)

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Wetter selbst ist ein hübsches kleines Städtchen mit einem engen mittelalterlichen Kern. Es macht mir immer viel Spaß, auf dem Rad solche Orte im Rahmen einer Ausfahrt zu erkunden. Hier z.B. ein Foto des Diebsturms.

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Von Wetter fuhr ich auf der B 252 nach Battenberg. Ziemlich auf der Mitte der Strecke liegt Münchhausen. Ob das was mit dem gleichnamigen Baron zu tun hat? Bevor ich mir dies beim Durchfahren von Münchhausen durch den Kopf gehen lies, schob ich allerdings erst einmal eine kleine Motorpacing-Aktion hinter etwas Verkehr ein. 55 km/h auf ebener, gaaaanz leicht ansteigender Strecke – nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen. Wo ich aber doch schon mal weit oben im Puls war, hielt ich auch auf der folgenden Strecke gut rein, um aus dem im Vergleich zum Rothaargebirge hier eher flachen hessischen Ederbergland wieder an die Kante des Rothaargebirges zu kommen. Dies hatte ich dann in Battenberg an der Eder erreicht. Dessen historischer Ortskern thront samt Schloss auf einer Bergkuppe über der Eder und folglich bietet sich ein weiter Blick entlang der Eder Richtung über Allendorf Richtung Frankenberg.

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Übrigens war das Schloss Battenberg (erstmals im Jahre 1214 erwähnt) Sitz der Grafen von Wittgenstein. 1231 erfolgt dann die Teilung in die Grafschaft Wittgenstein und die Grafschaft Battenberg. 1310 war’s aber schon wieder mit dem Battenberg’schen Zweig zuende. Tja, so kann’s gehen. Erst seit Mitte des 19. Jahrunderts ist der Name Battenberg wieder als Adelsname in Gebrauch; es bestand Bedarf, ein paar Zöglingen des Großherzogs von Hessen wohlklingende Prinzen und Prinzessinnennamen zu verpassen ;-) Und mit ein paar weiteren Wendungen findet sich der anglizierte Name „Mountbatten“ als Bestandteil des englischen Königshauses wieder (http://www.battenberg-eder.de/texte/seite.php?id=25204). Soweit der Exkurs in die Adelsgeschichte.

Wenn ich mal vom Adel zu Exklusivität komme (einfach nur als Überleitung, kein zwingender Zusammenhang meinerseits hergestellt…): Mein Wilier Triestina GranTurismo ist schon recht exklusiv ;-) Wurde ich doch kurz nach dem Wochenende im Rennradforum per PM angeschrieben, ob gerade ich das gewesen wäre, der am Samstag durch Battenberg gefahren sei. Der Fragesteller fährt selbst ein GranTurismo und hat mich dort gesehen. Aufgrund meines Blogs dachte er, dass ich das wohl gewesen sein könnte… Bingo! :)

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Von Battenberg folgte ich weiter der Eder flussaufwärts. Über Dodenau, dann Hatzfeld bis hin Arfeld. Dort wandte ich mich von der Eder ab und fuhr über kleine Wirtschaftswege quer über die Hügel von Dotzlar nach Weidenhausen. Diese Strecke führt einen direkt an den Windrädern oberhalb von Weidenhausen vorbei.

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Erstmal von Weidenhausen oben an der Leimstruther Höhe angelangt, ist man auch fix wieder in Erndtebrück. Nach der sanften Abfahrt bis Leimstruth folgt eine im Schnitt 1,1% abfallende Rollerstrecke, die immer viel Spaß macht und in kürzester Zeit heim führt.

Distanz: 117,71 km, Höhenmeter: 1394 m, Zeit: 5 h 36 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,0 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 26,2 km/h, Durchschnitts-HF: 132

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http://app.strava.com/rides/1738257/embed/781a1e3978a3fde3c039c84cd3f85230ba2a5ed2