Königswinkel-Cross: Aus dem Nebel die Sonne erstiegen

Rad fahren

Herbsturlaub. Ich wollte mal eine Woche wandern. Ja – Schockschwerenot: Zu Fuß gehen. ;-) Na ok, das Rad habe ich trotzdem in den Kofferraum gepackt… :)

Zur Auswahl standen Dolomiten oder das Allgäu. Darauf fiel diesmal die Wahl. Wieso? In den Dolomiten bin ich oft und gerne. Deshalb hätte ich mir diesmal ein etwas anderes Eckchen ausgesucht. So Richtung Eggental. So ganz konnte ich mich da dann aber doch nicht für erwärmen. Im Oktober muss man dort schon schauen: Was hat noch offen, was macht gerade Urlaub, um im November wieder in die Wintersaison einzusteigen… Doch lieber wieder in’s Gadertal oder Richtung Seiser Alm etc.?

Hmm. Warum nicht mal das Allgäu. Entspannender Urlaub fängt mit kurzer Anreise an. Im Allgäu bin ich definitiv schneller als in den Dolomiten. Ich war auch noch nie bei den Königsschlössern. Und: #Crosstober. Cremacycles lud mal wieder zum Crosstoberfest. Interesse hatte ich ja schon. Aber wirklich mal mitmachen? Zwar wecken die sicher sehr tollen Rahmen- und Radkreationen von Ken Bloomer bei mir jetzt nicht den Habenwollen-Reflex, aber das Programm des Crosstoberfestes hört sich schon liebevoll ausgestaltet an.

Also Allgäu! Vorrangig aber tatsächlich zum Wandern und ein klein wenig Fotografieren und einfach nur zum erholen. Ich hatte mir den Hopfensee als Aufenthaltsort ausgewählt. Das erwies sich als eine tolle Ausgangslage. Das Hotel wäre auch super, wenn entweder das hoteleigene WiFi oder wenigstens das Mobilfunknetz irgendeinen Anschein von Geschwindigkeit gezeigt hätte. Beides war dort unterirdisch, so dass ich das Hotel leider nicht weiterempfehlen kann.

Zum Crosstoberfest hat es dann doch nicht gereicht. Eine Anreise am Freitag bereits war von meinem Terminplan nicht drin. So bin ich gemütlich am Samstag angereist. Somit war Crossrennen und die Crossklinik schon außen vor. Das Abendessen hörte sich interessant an. Aber zum einen war ich nicht alleine unterwegs und zum zweiten wollte ich dann nicht erst abends zu so einem Event zustoßen. Und nur den Sonntag zum Crossfondo mitfahren? Ich hatte das zunächst überlegt, aber mich haben da ein paar Dinge abgehalten: Registration nur für den Sonntag und kurzfristig beim Aufschlagen vormittags dort? Hmm, weiss nicht. Das Wetter für Sonntag war auch nicht super vorhergesagt, aber für Montag schon mit Sonne. Und der Hauptgrund: Mal die Gruppe dort kennenzulernen, wäre sicher nett gewesen, aber im Rahmen des letzten Teils eines Wochenendes sicher auch nicht optimal. Und wenn ich schon in einer landschaftlich tollen Gegend bin, dann möchte ich die in meiner eigenen Geschwindigkeit erkunden. Dort anhalten, wo ich will. Dort lange Fotos machen, wo ich will. Und die Umgebung in mich aufnehmen. Das geht nicht, wenn man mit der Gruppe beschäftigt ist, mit Leuten quatscht oder einfach nur dem Vordermann hinterher fährt – und aufpasst, dass man ihm nicht drauffährt.

Ok, also am Sonntag durch den Nebel wandern und direkt mal Neuschwanstein und die umherliegenden Wege erkunden und am Montag dann selbst auf den Crosser – so wurde es gemacht. :)

Schloss Neuschwanstein nahezu so weiß wie der Himmel - im Gegensatz zum bunten Herbstlaub.

Schloss Neuschwanstein nahezu so weiß wie der Himmel – im Gegensatz zum bunten Herbstlaub.

Um es vorweg zu nehmen: sooo viel Sonne hatte ich am Montag auch nicht. Aber es war noch der bei weitem beste Tag der Wanderwoche, die sogar Schnee brachte und sich standhaft weigerte, die Berge zu zeigen. Bis auf Mittwoch und Donnerstag morgen gab’s auch vom Hopfensee aus nix zu sehen.

Ich hatte mir aus GPSies und Strava-Kursen (auch des Crossfondos vom Vortag) meine eigene Radtour geplant. Vom Hopfensee aus ging es zunächst zum Weissensee, von dort zum kleinen aber sehr feinen Alatsee und über einen winzigen Höhenrücken dann herüber nach Österreich ins Vilstal. Immer noch keine Sonne, aber Hoffnung, dass sie so langsam dann doch den Hochnebel besiegen könnte. In Unterpinswang war es dann soweit. Und ich dachte, es würde noch besser… Naja, auf dem Talniveau war das der Höhepunkt. Recht bald kam wieder die übliche komplett dichte Hochnebelsuppe auf. Zunächst gab’s aber den ersten kurzen „Offroad“-Kontakt. Von Unterpinswang auf den Fürstenweg, der geschottert ein paar Serpentinen hoch und dann zu einem kleinen Grenzübergang im Wald führt.

Cxploring zwischen Tirol/Österreich und Allgäu/Deutschland in den Allgäuer und Ammergauer Alpen. Von Pinswang kommend auf dem Weg zum Alpsee mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1.

Cxploring zwischen Tirol/Österreich und Allgäu/Deutschland in den Allgäuer und Ammergauer Alpen. Von Pinswang kommend auf dem Weg zum Alpsee mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1.

Ab da wechselt dann bald der Fürstenweg zur Fürstenstraße und führt wieder asphaltiert aber recht reizvoll am Alpsee vorbei. Viele Sichtmöglichkeiten auf den See gibt es aber von dort nicht, da ist der Wanderstieg südlich der Straße besser geeignet.

Die Fürstenstraße am Alpsee im Herbstornat. So sah es auch bei meinem Königswinkel-Cross aus. Das Foto stammt aber von einer Wanderung drei Tage später.

Die Fürstenstraße am Alpsee im Herbstornat. So sah es auch bei meinem Königswinkel-Cross aus. Das Foto stammt aber von einer Wanderung drei Tage später.

Bei Hohenschwangau rollte ich durch das geschäftige Touristentreiben aus Besuchern aller Herren Länder und fand mich direkt nach einem der Autoparkplätze auf einem kleinen Singletrail wieder, der mich bald wieder als Wanderweg zur ausgebrannten Gipsmühle führte.

Von der ehemaligen Gipsmühle steht nur noch eine Fassade und dahinter ist noch etwas Holzgewerk, etwas Fluder und das rückschlächtige Wasserrad erhalten. Interessanterweise ist auf einer Tafel vor der Fassade ein unterschlächtiges Rad dargestellt. Seltsam.

Von der ehemaligen Gipsmühle steht nur noch eine Fassade und dahinter ist noch etwas Holzgewerk, etwas Fluder und das rückschlächtige Wasserrad erhalten. Interessanterweise ist auf einer Tafel vor der Fassade ein unterschlächtiges Rad dargestellt. Seltsam.

Ab hier hatte mich der Hochnebel und das trübe Wetter komplett wieder. Es war auch entsprechend nasskühl. Um die 5° C. Naja, man muss es halt nehmen, wie es kommt…

Weiter ging es über einen Wanderweg bis zur Talstation der Tegelbergbahn. Dort hatte mich der Asphalt wieder und jetzt kam der anspruchsvolle Teil. Jetzt ging es nach oben. :) Zunächst sehr lange über eine asphaltierte Forststraße. Der Asphalt war sicher nicht der tollste, aber hier überlegt ich schon, warum man so eine Strecke als Crossfondo betitelt. Das war bis jetzt alles super mit einem Rennrad befahrbar.

So ein, zwei Kilo weniger (Unterschied zwischen Crosser und Rennrad) wären gerade hier auch sicher angenehm gewesen. Denn hier ging’s jetzt steil und nicht zu knapp zur Sache. 520 Höhenmeter über 5,1 km war der Aufstieg zur Rohrkopfhütte. Also im Schnitt 10%. Das ist schon amtlich. Im unteren Part war ich noch voll im Exploring-Mode. Fand am Wanderparkplatz Drehhütte z.B. ein Schild zu einem Erlebniszentrum  Adlerhorst und bin aus Neugier in den Zufahrtsweg eingebogen und habe mir die Location kurz angesehen, bevor es dann weiter hinauf ging. Hinter dem Hammergraben packte der Anstieg dann auch den Hammer aus: Die restlichen 320 Höhenmeter wurden nie flacher als 14 % und das 1,5 km lange Stück bis zur Drehhütte hatte liebliche 17 % im Schnitt zu bieten. Am Abzweig vor der Drehhütte wechselte der Belag auf feinen Schotter und führt mit rd. 14 % weiter zum Rohrkopf. Der Nebel wurde auch heller. Würde es reichen, die Sonne zu sehen?

Mit dem Crosser an der Rohrkopfhütte. Nach rund 520 m Anstieg mit durchschnittlich 10 % und in Teilen im Schnitt 17 % kam ich endlich aus der zähen Suppe aus Hochnebel und tiefhängender Wolkendecke hervor. Aussicht gab es trotzdem keine. Aber Sonnenschein für's Gemüt. :)

Mit dem Crosser an der Rohrkopfhütte. Nach rund 520 m Anstieg mit durchschnittlich 10 % und in Teilen im Schnitt 17 % kam ich endlich aus der zähen Suppe aus Hochnebel und tiefhängender Wolkendecke hervor. Aussicht gab es trotzdem keine. Aber Sonnenschein für’s Gemüt. :)

Jaaaa, es reichte. Soeben. Eigentlich hatte ich gehofft, vielleicht von dort oben das Schloss Neuschwanstein sehen zu können. Ist das von da aus möglich? Ich weiss es nicht. Eine Nebelzunge leckte immer wieder über den Hang. Trotzdem. Hier hielt ich sofort an und fotografierte das Schauspiel auf unterschiedliche Weise und freute mich an der Sonne. Hmm – das war leider noch mitten im entsprechenden Strava-Segment. ;-)

Aber egal, darauf kam’s mir nicht an und das hatte ich ja auch schon unten beim Abzweig zum Adlerhorst verbummelt. ;-) Interessanterweise wurde ich hier oben gleich zweimal auf mein Rad angesprochen. „Wie kommst du denn wieder runter?“ Ähh, mit dem Rad…  Und ein anderer Wanderer etwas später „Ist das eigentlich ein gutes Rad für solche Wege?“ ;-)

Ich überlegte kurz, bei der Rohrkopfhütte einzukehren. Aber für draußen war’s zu kalt und der Nebel schwappte immer über die Terasse. Und das Rad bei der doch heute gut frequentierten Hütte einfach draußen stehen lassen, wollte ich auch nicht. Also ging’s bald weiter. Riegel habe ich auch keinen gegessen. Vielleicht hatte ja die Drehhütte auf… Nein, hatte sie heute nicht. Dann später unten im Tal? Nein, da war nichts ansprechendes. Am Forggensee? Ah nee, keine Außengastronomie – alles kalt und trübe und irgendwann auch spät… Resultat mal wieder: nix gegessen außer irgendwann ein Riegel. Hmm, geht doch – extra energiesparend und fettstoffwechselfördernd unterwegs… Natürlich fehlte dann am Abschluss entlang des Forggensees und den lustigen kleinen (wirklich klein und sanft) Wellen des Allgäus der Druck auf dem Pedal.

Aber soweit war ich ja noch nicht. Erst mal wurde vom Rohrkopf wieder in den Nebel hinabgetaucht. Kurze Abfahrt über den Schotterweg, dann an der Drehhütte vorbei über einen etwas steinigen Wanderweg, der alsbald schmal und sehr steil wurde. Ah ok. Eine kurze Tragepassage, dachte ich.

Yours truly mit Sack und Pack :) Der Sack ist mein getreuer Camelbak Blowfish, den ich wegen seiner schmalen Ausmaße gerne nutze und das Pack ist das in bester Crossermanier geschulterte Giant TCX Advanced Pro 1.

Yours truly mit Sack und Pack :) Der Sack ist mein getreuer Camelbak Blowfish, den ich wegen seiner schmalen Ausmaße gerne nutze und das Pack ist das in bester Crossermanier geschulterte Giant TCX Advanced Pro 1.

Für solche Touren habe ich ab und an auch mal einen Rucksack dabei. Hier habe ich dann zwar nie eine Trinkblase, aber Kleinkram, der sonst in den Trikottaschen ist, dabei. Und die Micro Four Thirds Ausrüstung. Heute bestehend aus der Olympus OMD E-M5 und drei Objektiven (7-14, 20 und 45 mm).

Ich wusste nicht, was danach noch kommt. Hier sieht es ja noch ganz harmlos aus...

Ich wusste nicht, was danach noch kommt. Hier sieht es ja noch ganz harmlos aus…

Neblig isses.

Da geht's hoch.

Da geht’s hoch.

Bäume im Nebel

Wirklich neblig.

Aber wenn man nach oben schaut…

Aufstieg zum Pechkopf

Aufstieg zum Pechkopf

Ich hoffte, dass ich nochmal in die Sonne kam. Und dass der Weg, der nun immer schmaler wurde, bald wieder befahrbar wurde.

Wurde er aber erst mal nicht. Sondern entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Bergpfad, steil am Hang klebend. Puh, dachte ich. Wenn ich hier wieder umdrehen müsste, hätte ich ein Problem. Und: hier kann doch keiner ernsthaft eine Gruppenfahrt hoch geplant haben… Ist doch viel zu eng und mit dem Rad bergseits muss man ja fast Angst haben, entweder an einem Busch hängen zu bleiben oder abzusegeln…

Naja, wenigstens war ich bald aus dem Nebel und plötzlich…

Einen steilen Bergsteig emporkletternd stieß ich plötzlich aus den Wolken hervor. Ich fand diese überwältigende Aussicht über das Wolkenmeer. Vor mir linkerhand der Tegelberg.

Einen steilen Bergsteig emporkletternd stieß ich plötzlich aus den Wolken hervor. Ich fand diese überwältigende Aussicht über das Wolkenmeer. Vor mir linkerhand der Tegelberg.

Ohhhh! Ahhhh! Wow! Berge! Endlich. Dafür hatte sich die Plackerei gelohnt. Sonne! Aussicht! Etwas herbstliche Wärme. Hach. Da musste ich doch sofort diverse Fotos machen. Oben und unten je ein Panorama aus mehreren Aufnahmen.

Tegelberg und Wolkenmeer

Alles mitten in diesem steilen Pfad.

Velo-Mountaineering und Crossploring at it's best! Mit dem Rad am Berg. :)

Velo-Mountaineering und Crossploring at it’s best! Mit dem Rad am Berg. :)

Hier dachte ich noch: Ok, hier ist keiner am Sonntag hergekommen, du hast da was anderes geplant. Bis weiter oben der Pfad am Kamm tatsächlich wieder flacher und befahrbar wurde und ich dort auf dem Boden ein Cinelli-Lenkerendstopfen fand… Donnerwetter! Geiler Scheiß, Ken, das als Gruppenevent zu planen. :)

Und später auf Strava habe ich gesehen, dass das sogar als Segment angelegt wurde. :)

Extra-Credit, haha :)  Natürlich weisse ich von den 21 Befahrern den abgeschlagen letzten Platz auf. Aber von den anderen hatte auch keiner Sonne und einen solchen Ausblick da. :)

Oben teilte mir dann ein Wegweiser mit, dass ich mich auf 1400 m Höhe und am Pechkopf befand.

Wanderwegweiser und Crossrad.

Wanderwegweiser und Crossrad.

Yay, ein flowiger Singletrail:

Singletrail am Pechkopf

Singletrail am Pechkopf

Der wurde alsbald etwas tief, so dass ich zum ersten Mal etwas Matsch aufsammelte. Und ich fand mehr Spuren von schmalen Reifen. Und sehr bald öffnete sich der Wald und ich war auf einer ebenfalls noch in der Sonne liegenden kleinen Alp.

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 auf dem vorderen Mühlberger Älpele

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 auf dem vorderen Mühlberger Älpele

Lensflare und Purple Flare Galore. Das Pana 7-14 ist an der OMD 'ne ganz besondere Bitch. Hier passt es ganz gut.

Lensflare und Purple Flare Galore. Das Pana 7-14 ist an der OMD ’ne ganz besondere Bitch. Hier passt es ganz gut.

Aha, mein weisser Bruder: Hier sind sie vorbeigekommen. Die Spuren sind höchstens einen Tag alt… ;-)

Spuren

Hmm, schön so in der Sonne. Doch es führte kein Weg daran vorbei. Ich musste wieder herunter vom Berg. Und damit in die Wolken und den Nebel…

Wolkenmeer, die Zweite.

Wolkenmeer, die Zweite.

Zuvor kam ich an einem Punkt vorbei, der auf Openstreetmap den Eintrag „Seenblick“ hat. Ich hatte mir ihn extra als Waypoint markiert.

Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten

Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten „Seenblick“ stehend. Nun – statt mehreren Seen gab es ein einziges Meer – ein Meer von Wolken! :)

Seen gab’s nicht zu sehen. Aber anstelle dessen ein Meer – ein Wolkenmeer. Für mich eines der schönsten Bilder der Tour. Ein ganz tolles Naturschauspiel, ein wunderbares Herbstseitenlicht. Der blaue Crosser ein toller Farbtupfer im herbstlichen und hohen Gras… eine schön ausbalancierte Komposition – für mich stimmt hier alles im Bild (als Fotograf hat man ja eigentlich an allen seinen Bildern etwas zu kritteln… :)

Ein letzter sehnsuchtsvoller Blick das Sträßlein hinauf…

So unterschiedlich kann der Aufstieg zum Älpele sein. Eine kleine Forststraße wie hier. Oder ein steiler, schmaler Bergpfad, wie auf der anderen Seite des Pechkopfes...

So unterschiedlich kann der Aufstieg zum Älpele sein. Eine kleine Forststraße wie hier. Oder ein steiler, schmaler Bergpfad, wie auf der anderen Seite des Pechkopfes…

… und dann ging es endgültig wieder in den Nebel hinein. Die Temperaturaufzeichnung meines Garmins zeigt sehr schön die kurzen Sonnenmomente am Berg:

Temperaturkurve

Im Schnitt 6 °C für die gesamte Tour. Im Tal bzw. Vorland immer bei oder unter 5 °C und dann scharfe Peaks auf 21 °C in der Sonne oben am Rohrkopf und dann am Pechkopf. Dann wieder Bibbern bei nebelfeuchtkalten 4 °C…

Die Abfahrt war ganz nett, führte teils über Waldwege und teils über asphaltierte Forststraßen. Alles in allem schätze ich für die gesamte Tour 60 % Asphalt (Straße, Radweg, Forststraße), 24 % glatter Forstweg, 10 % rauherer Forstweg (trotzdem super zum drüberrollen), 3 % Singletrail und 3% Gebirgssteig (Tragepassage). Also, wenn man nicht zu zimperlich ist und vielleicht generalisiert: Anstelle den 3 % Gebirgssteig hätte man ein Rennrad auch noch über die 3 % Singletrail tragen können und den Rest einfach mit dem Renner (aber dann guten Reifen) fahren können. Trotzdem war der Crosser sicher die bessere Wahl. Zumal mein TCX Advanced ja auch ein super Roller und Tourer ist. Die Clement X’Plor USH Reifen sind dafür wie gemacht!

Es gab im Tal ab Halblech noch eine schöne Hatz über einen sanft abfallenden, aber teils doch etwas gröberen (hielt sich aber in Grenzen) Wald- bzw. Schotterweg entlang eines Bergbaches mit gleichem Namen. Da war sicher der Crosser auch wieder besser als ein Rennrad. Hatte auch Spaß gemacht, da Schub zu geben. :)

Danach umrundete ich dann den Forggensee auf seiner Ost- und Nordseite. Aussicht gab’s leider keine. Soweit, dass ich mich deswegen in’s Wasser stürze, ist es dann soeben nicht gekommen… ;-)

Am Forggensee

Am Forggensee

Ob man hier jemals Berge sehen kann…?

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 im Forggensee.

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 im Forggensee.

Gut, ich hätte mir eine herbstliche Tour im Allgäu auch ganz anders vorstellen können. War überwiegend halt einfach nur zu kalt für die Jahreszeit und ohne Aussicht. Dafür an wenigen Stellen aber um so grandioser! Ich bin froh, dass ich auf diese Weise den Königswinkel mit dem Crosser erkunden konnte. :)

Ich habe die Tour auch auf GPSies abgelegt. Ihr könnt Sie euch dort anschauen und herunterladen.

Natürlich steht sie auch auf Strava. Hier die Tourdaten:

Distanz: 76,8 km, Höhenmeter: 1398 m, Zeit: 06 h 56 m (brutto), Durchschnittsgeschwindigkeit: 11,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 16,2 km/h, Durchschnitts-HF: 123

Strava_20151012

Der November kann auch sonnig.

Rad fahren

Ein gewisser N.W. zieht leider nach Bayern um. Nun ja positiv sehen – so ein Besuch in Bayern ist bestimmt nett… ^^

Das war der Grund, um zu einer Abschiedsrunde im Hometurf zwischen dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land zu laden. Und so fanden wir uns zu zwölft am Fuße des Wodantals in Velbert-Langenberg zusammen.

Ein vom morgendlichen Start an wunderschöner Tag. Wer hätte gedacht, dass der November auch so freundlich kann? Um 10:00 Uhr hole ich Georg ab, um mit ihm gemeinsam zum Treffpunkt zu fahren. Während er mit iPhone, Snapseed und Instagram (brrr) herumfuhrwerkt, nutze ich die Zeit, um mit einer richtigen Kamera richtige Fotos zu machen… ;-) Und das herumfuhrwerken mache ich wie immer lieber daheim am Rechner mit Lightroom.

Ein schöner Novembermorgen. Start um 10:00 Uhr am Mettberg.

Ein schöner Novembermorgen. Start um 10:00 Uhr am Mettberg.

Der "Häuptling" ^^

Der „Häuptling“ ^^

Insgesamt war es eine wunderbare Ausfahrt bei für diese Jahreszeit allerbesten Bedingungen. Ein höhenmeterlastiges Auf und Ab oft über die vielen kleinen Nebenstraßen in der Elfringhauser Schweiz. Da ging der Puls an den Anstiegen doch öfters bis in den Zone 4 Bereich. Eigentlich nicht das, was ich nach 3 Wochen Trainingspause unter „lockerem Wiedereinstieg“ verstehe – aber sei’s drum. ;-)

Bei einer Solo-Ausfahrt hätte ich wahrscheinlich deutlich mehr Fotos gemacht. Fast eine Sünde, dies bei so tollen Bedingungen nicht zu tun. Dafür war aber die Ausfahrt in der Gruppe mehr als Ausgleich. So hat es aber nur für die paar Fotos, zum Teil auch aus der Fahrt geschossen, gereicht.

Am "Baum".

Am „Baum“.

Chartreuse oder eher grün-gelb-fluo war doch sehr angesagt bei der Kleiderwahl.

Ein sehr Chartreuse-lastiges Peloton.

Ein sehr Chartreuse-lastiges Peloton.

Den „Baum“ musste ich natürlich auch fotografieren:

In der Elfringhauser Schweiz.

In der Elfringhauser Schweiz.

Eingekehrt sind wir gegen Ende dann auch noch. Zu lecker Apfelkuchen und Kaffee im Freien am Baldeney-See. Eine sehr schöne Ausfahrt mit den Stravaholics und Spoocha-Jungs.

Distanz: 81,6 km, Höhenmeter: 1216 m, Zeit: 4 h 47 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,8 km/h, Durchschnitts-HF: 141

auf Strava:

Strava_20131116

Herbstlicher Foto-Cross-Bummel

Fotografie, Rad fahren

Ende Oktober. Ist jetzt gerade noch Saison und kann die Form des Spätsommers zu tollen langen Ausfahrten im Goldenen Oktober genutzt werden? Gilt es noch? Ist die Form noch da, um den einen oder anderen KOM (King of Mountain) Versuch zu wagen? Muss ich – nein, will ich noch raus, auch wenn’s regnet und stürmt? Denn für die Saisonpause ist es ja noch zu früh. Oder?

Auf dem Ederhöhenweg (der hier gleichzeitig auch der Rothaarsteig ist) am Oberlauf der Eder.

Auf dem Ederhöhenweg (der hier gleichzeitig auch der Rothaarsteig ist) am Oberlauf der Eder.

Das sind so immer meine Gedanken um diese Zeit. Einfach so rausnehmen ist aber auch nicht. Aktivität muss sein. Sorgt für Ausgleich, lässt nicht einrosten, sorgt für frische Luft. Obwohl – es gäbe ja auch so viel Anderes zu tun…

Wenn diese Gedanken kommen, dann ist sie da: Die Offseason! Das habe ich gestern für mich entschieden. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein kann sie durchaus noch bis Anfang November in Schach halten. Aber wenn das Wetter – besonders zu den Wochenenden – nicht mitspielt, ist es aus. Denn da ist noch der zweite Punkt: Spätestens mit der heutigen Zeitumstellung sind nun in der Woche definitiv Nightrides am Start. Kann auch mal Nett sein – ist aber untrügliches Zeichen: Jetzt kommt bald der Winter…

Also, was macht man da? Richtig, man holt den Crosser raus! :)

Aber: es ist ja Off-Season. Momentan gilt es keine Höchstleistungen zu vollbringen und der nächste Trainingsplan soll noch ein wenig der Definition harren. Bewegung an der frischen Luft, vielleicht die eine oder andere herbstliche Fotogelegenheit finden und durch den schönen Wittgensteiner und Siegerländer Wald cruisen, während die Temperaturen noch mal „unten kurz“ gestatten – das habe ich gestern gemacht.

Der Ederhöhenweg, herbstlich feucht und dunkel. Auf Flickr habe ich auch eine Schwarz-Weiß-Version davon (http://www.flickr.com/photos/torsten_frank/10510552196/)

Der Ederhöhenweg, herbstlich feucht und dunkel. Auf Flickr habe ich auch eine Schwarz-Weiß-Version davon

Es war von der Temperatur sehr angenehm. Ab und an etwas sonnig. Wobei die Sonne später davon nichts mehr wissen wollte. Aber es blieb von oben trocken, so blieben auch meine erworbenen Matsch-Sommersprossen von drohendem Abspülen bis zum Schluss verschont.

In der Mitte von Nirg... in der Mitte des Kreises Siegen-Wittgenstein. So sagt es die am Stein angebrachte Plakette. Von hier ist nur noch ein Katzensprung bis zur Ederquelle.

In der Mitte von Nirg… in der Mitte des Kreises Siegen-Wittgenstein. So sagt es die am Stein angebrachte Plakette. Von hier ist nur noch ein Katzensprung bis zur Ederquelle.

Eine schöne kurze Tour mit meinem Cyclocross 4D ohne großartige Anstiege über fast ausschließlich Waldwege. Zuerst von Erndtebrück durch den Pulverwald nach Altenteich, weiter immer dem Ederhöhenweg bzw. auch Rothaarsteig folgend bis zur Ederquelle. Dort bin ich ausnahmsweise mal nicht dem Kohlenweg zur Eisenstraße gefolgt, sondern schräg einem Weg in den Wald. Einfach aus Neugier. Das sorgte dann auch für eine kurze Crossgemäße Tragepassage, um dann ebenfalls die Eisenstraße zu erreichen.

An Forsthaus Hohenroth vorbei und unterhalb der Eisenstraße über jetzt im Herbst schöne Aussicht bietende Wanderwege über den steil abfallenden Schluchten zu Sohlbach und Afholderbach fahrend geht es dann noch ein Stück über die Eisenstraße nach Lützel und dort hoch zum Giller und weiter zur Ginsburg.

Die Ginsburg, im Wald zwischen Hilchenbach-Grund und Lützel.

Die Ginsburg, im Wald zwischen Hilchenbach-Grund und Lützel.

Hier wurde Geschichte geschrieben: 1568 plante nämlich niemand geringerer als Wilhelm I. von Oranien-Nassau auf dieser Burg seinen Feldzug zur Befreiung der Niederlande von der spanischen Herrschaft. Heute kann man oben vom Turm seinen weiteren Weg oder unten im an Wochenenden und Feiertagen offenen kleinen Café die Art und Weise seines Hunger stillens planen.

Immer mal wieder was Neues: Seit wann es diese  Aktionen an der Ginsburg gibt, ist mir nicht bekannt.

Immer mal wieder was Neues: Seit wann es diese Aktionen an der Ginsburg gibt, ist mir nicht bekannt.

Von der Ginsburg fahre ich zunächst bergab bis zum Wanderparkplatz bei Hilchenbach-Grund, um dann wieder hoch über den Kolbeholzweg zum Höhenrücken hinter dem Giller zu fahren. Dicke Wackersteine ragen in dichter Folge über das Wegeniveau heraus. Das war schon eine gute Holperstrecke. Auch hier befinde ich mich noch auf dem Rothaarsteig. Wie so oft heute bedeckt ein dichter Teppich aus Herbstlaub die Wege.

Zwar sehr schön anzuschauen, aber auf Abfahrten und auch sonst galt es immer Aufmerksam und nicht zu schnell zu fahren. Wer weiß, was sich unter dem hohen Laubmeer verbirgt.

Ein dichter Teppich auf Buchen- und Eichenlaub.

Ein dichter Teppich aus Buchen- und Eichenlaub.

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Auf belaubten Pfaden…

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Aber Vorsicht ist stets geboten: Mit Rutschgefahr und unerkannten Steinen, Ästen und Löchern ist stets zu rechnen.

Es liess sich dennoch angenehm ohne üble Überraschungen fahren. Ich fuhr weiter Richtung Ferndorfquelle und Dreiherrenstein. Das Gebiet im Grenzbereich zwischen Siegerland und dem Kreis Olpe, zwischen Ferndorf-, Elberndorfer  und Zinse-Bachtal ist auch als Oberndorfer Höhe bekannt. Hier führt auch eine sehr nette Steigung für Rennradfahrer von Helberhausen nach Heinsberg vorbei.

Immer noch am Rothaarsteig, finde ich einen schönen Fliegenpilz an einem Wegekreuz.

Ein Fliegenpilz.

Ein Fliegenpilz.

Unter den Hut geschaut.Unter den Hut geschaut.

Pilze suchen per Rad ;-)

Pilze suchen per Rad ;-)

Durch eine Furt überquere ich den Elberndorfer Bach, folge dem Rothaarsteig noch ein Stück den Berg hoch, um ihn dann zu verlassen und lieber dem Verlauf des Baches zu folgen, in dessen Talgrund ich dann später auch wieder gelange. Bis kurz vor Erndtebrück geht es flott über wassergebundene Deckschicht und nach einem kleinen „Hüpfer“ über die K33 bin ich wieder daheim.

October Rides, Part 3: Südwittgensteiner Bergland

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So, dritter und letzter Nachhol-Blogeintrag aus dem Oktober :) Vom Samstag, den 22.10.2011.

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Mit durchschnittlichen 6,7 °C trotz des strahlenden Sonnenscheins war es doch deutlich kühler, als zuletzt gewohnt. Aber dies machte bei dem tollen Wetter natürlich überhaupt nichts aus. Da kam einfach zum ersten Mal in diesem Herbst die Helmunterzieh-Mütze zum Einsatz, desweiteren leichte Stoffhandschuhe, Beinlinge, Softshell Jacke und über den Schuhen die Wilier Belgian Booties und ich war bestens gerüstet. Goldener Oktober, ich komme. Wie auch schon die letzten Tage und Wochenenden – Herrlich! :)

Planlos bin ich erstmal flach Richtung Schameder losgefahren und entschied mich dann für die Weiterfahrt über  Leimstruht und hinab in steter Abfahrt und in der folge sanft abfallendem Tal bis zum Ortseingang von Bad Laasphe. Das ist daher eine wunderbare „Heizerstrecke“. Ich bog in der Folge Richtung Banfe ab. Jetzt war bis kurz vor Hesselbach sanft ansteigendes Tal angesagt. Insgesamt eine sehr schöne Strecke.

In Hesselbach angekommen, stellte ich fest, dass der Innenanschlag des vorderen Umwerfers plötzlich zu weit innen war. Die Kette schliff im kleinen Blatt. Nach dem ich dies behoben hatte, suchte ich im Ort zunächst nach einem Weg Richtung Forsthaus Ditzrod. Musste aber feststellen, dass diese Wege nicht asphaltiert waren. Schade eigentlich, denn zwischendrin war mal kurzzeitig eine Steigung von über 14% enthalten :)

Aber der der Anstieg der K 36, die von Hesselbach Richtung Laasphe führt, ist ja auch ganz nett. Von Hesselbach kommend, werden allerdings nur kurz am Ortsausgang 10,8 % Anstieg erreicht. Insgesamt sind es aber nur 5,6 % und auch nur 120 Höhenmeter bis zur „Passhöhe“. Kurz unterhalb davon hat man Richtung Bad Laasphe fahrend wunderbare Blicke. Z.B. auf das Forsthaus Ditzrod linkerhand im Tal oder auf die Hügel des Südwittgensteiner Berglandes, zwischen denen ein Teil der Häuser von Bad Laasphe hervor lugen.

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Wieder in Laasphe angelangt, bummelte ich durch die Ortsmitte und fuhr dann nach dem Ortsausgang am Kreisel links Richtung Puderbach, um über das Didoll nach Richstein zu gelangen. Unsere Buchen verfärben sich ja immer relativ zurückhaltend, trotzdem ergeben sich wunderbar angenehme Herbstansichten. Daher musste ich vor Puderbach auch erst mal wieder ein paar Fotos machen. :)

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Von Richstein aus fuhr ich über Arfeld, Dotzlar, Sassenhausen, Stünzel und Schameder wieder nach Hause.

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Distanz: 70,9 km, Höhenmeter: 1014 m, Zeit: 3 h 49 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,9 km/h, Durchschnitts-HF: 124

auf Garmin Connect:

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/123491912

 

auf Strava:

http://app.strava.com/runs/2063532/embed/211f41d913dfa349564111221cc4858b6a8314ac

Hallo-November-Ride

Rad fahren, Uncategorized

Ist jetzt eigentlich noch 2011er Saison Endphase oder 2012er Saison Trainingsstart? Wahrscheinlich irgendetwas dazwischen. Aber keine Pause. Zum Pause machen war mir der Oktober noch zu schön. Und jetzt schon bierernst mit dem Winter- bzw. Aufbautraining für die nächste Saison beginnen? Mein „Rennkalender“ fängt erst im Frühsommer an, ich will und muss nicht schon zu den Frühjahrsklassikern in Wettkampfform sein. Ist ja ohnehin nur „just for fun“. Aber eine, zwei oder sogar drei bis 4 Wochen Pause machen? No way. Dafür ist etwas Bewegung viel zu gesund und dringend angeraten, wenn man sonst den ganzen Tag auf dem Bürostuhl verbringt. Außerdem könnte mich eine Phase komplett ohne Sport noch früh genug in Form eines grippalen Infekts irgendwann im Winter ereilen.

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[Sieh da, im Sauerland kommt etwas Sonne durch den Hochnebel. Hier vor Werpe]

Also das Beste draus machen: Die Intensität und auch Häufigkeit pro Woche etwas reduzieren und es locker angehen lassen, dabei aber trotzdem sowohl intensive Einheiten als auch längere lockere Einheiten durchführen und sich des Herbstes erfreuen. Seien es sonnige Tage  mit wunderbar leuchtendem Herbstlaub oder stimmungsvoll neblige Tage. Heute war einer der letzteren.

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[Die Kapelle bei Wormbach]

Nun, auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich noch abtrainiere oder schon wieder aufbaue – heute mit dem 1. November ist dann doch die 2011er Saison ausgeklungen. Und wenn ich’s auch nur am Start der Winterzeit am Sonntag fest mache. Gut, dass ich noch dran gedacht hatte, die Supernova Airstream mitzunehmen. Ich bin zwar am späten Mittag los, kam aber mit den etwas über drei Fahrstunden erst im Dunkeln wieder heim. Auch der Hochnebel, der Siegerland und Wittgenstein fest im Griff hatte, sorgte für Spätherbststimmung.

Die eigenen Atemzüge im Ohr, von links dringen tief und lang drei Muhlaute eines Ochsen, rechts im Tal das Zwitschern eines kleinen Vogelschwarms; so nähere ich mich bald nach Tourbeginn ohne all zu hohe Anstrengung der kaum zu erahnenden Grenze zwischen nicht ganz so dichtem Hochnebel und dichterer Wolkenunterkante Richtung Jagdhaus.

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[Im Anstieg (der hier eine kleine Steigungspause einlegt) von Wingeshausen nach Jagdhaus]

Auf der folgenden Abfahrt Richtung Fleckenberg wird die Wolkendecke lichter. Der Wetterbericht hatte recht: Hochnebel im Wittgenstein, sonniger im Sauerland. In Fleckenberg angekommen esse ich einen Riegel während ich überlege, wo ich nun lang fahre.

Direkt Richtung Anfahrt Rhein-Weser-Turm will ich noch nicht. Ich entschließe mich für eine kleine Extraschleife über Schmallenberg und Werpe. Das gibt ein paar mehr Höhenmeter und lässt mich vor allem eine geniale Wolkenstimmung über schön gestaffelten Höhenrücken (und auch schön geschlängelter Straße) erleben. Sehr schade, dass ich noch nicht die bestellte Sony NEX-5n dabei habe. Nun ist die Canon Powershot S95 schon sehr gut und besser als die meisten Kompakten (und als Smartphone-Kameras sowieso). Aber genau für solche Momente möchte ich noch bessere Qualität auch unterwegs beim Radtraining erzielen können. Ich hoffe, die NEX wird sich als tauglich für die Trikotmitnahme erweisen; ein entsprechender Testbericht wird hier in Bälde folgen.

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[Tolle Abendstimmung zwischen Werpe und Harbecke]

Hinter Harbecke stoße ich dann auf die B236 und folge ihr und der Lenne talabwärts nach Saalhausen. Von dort geht’s über den Berg nach Würdinghausen und dann an Oberhundem vorbei hoch zum Rhein-Weserturm. Mittlerweile ist es auch schon dunkel. Aber heute, bei weitestgehend trockenen Straßen, bietet die Supernova Airstream auch für moderate normale Geschwindigkeiten gutes Licht auf der Straße (wobei man natürlich nie genügend Licht haben kann). Entspannt und glücklich erreiche ich das heimatliche Erndtebrück.

Distanz: 68,5 km, Höhenmeter: 1000 m, Zeit: 3 h 14 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 24,2 km/h, Durchschnitts-HF: 125

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