Hier, etwas oberhalb Wingeshausen bietet sich dieser (rundherum) sehr schöne Blick. Noch ein Stück weiter befindet sich die Wisent-Welt Wittgenstein.

Wie man sieht, gab es an diesem Tag voller heftiger Schauer (und im letzten Drittel auch Hagel, Blitz und Donner) auch schöne sonnige Abschnitte mit trockenen Straßen (allerdings ein seltenes Gut in diesem mitteldeutschen August)

Stichstraßen-Klettern im Wittgensteiner Land – Nasse Straßen, etwas Sonnenschein, Regen und Hagel

Rad fahren

Der August 2014 ist ja leider sehr verregnet. Da machte auch das Wochenende vom 23. bis 24. August keine Ausnahme. Für den Samstag war daher wie fast üblich Regenschauer bzw. Regen vorhergesagt. Aber es nutzt aber ja nix: Es war Wochenende und ich wollte und musste ja raus.

Musste, weil ich einerseits wollte (das ist schon mal ein starkes ‚Muss‘ ;-)) und weil ich auch mitten in der Strava-Climbing-Challenge der CTS Bucket List befand. Dort gilt es, angelehnt an das Profi-Radrennen der USA Pro Cycling Challenge in der dünnen Bergluft Colorados, einen Anstieg von 12.063 m in 14 Tagen zu bewältigen. Das ist eine sehr heftige Hausnummer, von der ich an diesem Wochenende noch nicht wusste, ob ich sie schaffen könnte. Denn das bedingte schon, sämtliche Ausfahrtkilometer auf das Ziel der maximalen Höhenmeter auszurichten. Und das Klettern kostet Zeit.

Und wenn man nur rauf und runter fährt, um maximale Höhenmeter pro Zeit zu gewinnen, dann wird es irgendwann schon von der Motivation mühsam. Irgendwann will man dann nämlich mal irgendwo hin fahren. Ein tatsächliches Ziel haben. Auch mal in den Flow kommen. Und nicht nur rauf fahren und dann wieder irgendwo vorsichtig runterbremsen (weil: die Straßen mit den meisten Höhenmetern im Wittgensteiner Land und im Bergischen sind eng, die Kurven auch und bei Nässe liegt auf den Wegen Schmodder – Vorsicht ist also angesagt).

Aber am Samstag war davon noch keine Spur. Die Motivation war super und ich hatte mir einen Track zusammengestellt, der den Schwerpunkt auf Stichstrecken sowie Anstiege legte, die ich länger nicht mehr befahren hatte. Und vom Trainingsverlauf her passte es auch, dass ich die Anstiege mit hoher Intensität fahren wollte und konnte.

KOM-Tries waren also angesagt. Und KOMs wurden abgeliefert. :)

Anfangs habe ich auf nassen Straßen bergab noch gebremst und mitgetreten. Wollte mir sowohl nicht schon vom Start nasse Füße holen als mich auch möglich fix aufwärmen. :)

Das war nach dem ersten Anstieg über den Zinser Rücken dann erledigt. :) Die KOMs da fielen Leicht. Aber der KOM hoch zur Ginsberger Hochheide… au au. All out bis zum letzten… Gleiches Spiel dann hoch zur Kühhude – uff.

Davor hab ich noch einen Regen- und Hagelschutt in Berleburg abgewartet. Das abflauen des Niederschlags hat aber nicht lange gehalten. Die letzte Hälfte hoch zur Kühude voll im Regen und Runter voll im Hagel und mit Blitz und Donner. 7,5 °! Das tat im Gesicht weh und war mächtig kalt. Ohne Castelli Gabba wäre ich da wohl im kalten Fahrtwind elendig eingegangen…

Endlich zweistellig mit zarten 10 ° wurde es dann erst später im Anstieg nach Birkefehl…

Hat trotz allem viel Spaß gemacht! :)

Distanz: 114,8 km, Höhenmeter: 2.071 m, Zeit: 5 h 35 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 22,6 km/h, Durchschnitts-HF: 129

auf Strava:

Strava_20140823_HailtotheKing

Ein fast schon klassisches Panorama für mich. Die 2014er Ausgabe mit Canyon Ultimate CF SLX.

Maianfang im Wittgensteiner Land

Rad fahren

Was für ein Wetterchen war das am ersten Samstag im Mai. Hach!

Naja – von der Optik her. Eigentlich war es ja saukalt. Und windig. Gegenwind aus kalter und somit dichter Luft. Beim Anziehen schwitzen. Beim windgeschützten in der Sonne stehen zweifeln, ob man nicht viel zu dick angezogen ist. Im Rollen und im Schatten fast frieren. Nää, Nää.

Dann über Pulsaufzeichnung ärgern. Aber über den tollen, blauen Himmel freuen. Und über die schöne Wittgensteiner Landschaft. Und das frische Grün und dass der Löwenzahn hier (im rauhen Ländchen) jetzt schön Gelb und nicht verblüht wie im Bergischen ist. Heisskalte Gefühle. :)

Daher dauerte es auch, bis ich halbwegs in die Gänge kam. Sowohl vom Körpergefühl, vom Drive und vom Fotografieren her.

War demzufolge lange vorrangig im Scouting Modus. Was sich aber auch sehr anbot. Der Tag und meine Route hielt viele schöne Blicke und Fotogelegenheiten bereit. Und: das Canyon kann auch Waldwege. Ganz hervorragend sogar :) Hatte sowohl bei Wemlighausen (hinter dem Rüsselbachtal bis hoch zur Wegkuppe von Hof Dambach nach Girkhausen) als auch hinter Girkhausen bis nach Sohl oberhalb von Wunderthausen schöne Forstwege unter den 23 mm Mavics :)

Unterwegs war ich von Erndtebrück aus fahrend über Birkelbach und Bad Berleburg hinaus im Bereich Wemlighausen, Girkhausen und Wunderthausen. Die Fotos habe ich in der obigen Galerie untergebracht.

Distanz: 90,6 km, Höhenmeter: 1772 m, Zeit: 6 h 28 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 18,1 km/h, Durchschnitts-HF: 135

auf Strava:

20140503_Strava

KB-Format, DSLR, Spiegellos, NEX und MFT mal wieder neu bewertet – Ergebnis: die Olympus OM-D E-M5 zieht ein

Fotografie, Produkttests
Olympus OM-D EM-5

Olympus OM-D E-M5

Es begab sich im Oktober diesen Jahres. Eindrücke eines Photokina-Besuches, trotz diverser Kamerasysteme immer noch unerfüllte Wünsche in der Kombination von Bildqualtität, Transportabilität und Funktionalität sowie absehbar zu erwartendes tolles Herbstwetter ließen den Entschluss reifen: Schluss mit klein-klein, jetzt wird einmal richtig in’s Testen investiert. Und so orderte ich eine Canon EOS 5D Mk II und eine Olympus OM-D E-M5 samt Kitobjektiv M.Zuiko Digital ED 12-50mm F3.5-6.3 EZ und dem Panasonic Lumix G Vario 7-14mm F4.0.  Entsprechend war ich im Oktober mit verschiedenen Kameras und Objektiven im intensiven Herbsttest (Sony NEX-5n, Canon EOS 5D Mk II, Canon EOS 7D, Olympus OM-D).

Mit ein Grund war, weil ich mir noch einmal vor Augen führen wollte, ob ich aus dem Unterschied zwischen KB-Format (5D Mk II) und APS-C-Format (7D) innerhalb des EOS Systems irgendeinen Gewinn ausmachen konnte. Ebenfalls, wie sich die 5D II gegen die hervorragende Sony NEX-5n schlägt und vor allem auch, weil ich nicht auf das sich noch (hoffentlich) zu beweisende WW-Zoom Sony SEL 10-18mm für die NEX warten wollte. Außerdem wollte ich verschiedene Photokina-Erkenntnisse umsetzen.

Diese lauteten:

– Die Fuji X in Form der Fuji X-Pro 1 war wie erwartet eine Katastrophe vom Hybrid-Mess-Sucher-Ansatz, da war die X-E1 schon besser (eben durch den Verzicht darauf) und ihre leicht kompaktere Form. Sie besitzt auch eigentlich schöne Bedienelemente, aber die Haptik des MF an den Objektiven hat mir nicht gefallen. Zusammen mit der RAW-Problematik und der auch bei der X-E1 nicht berühmten AF-Performance nix für mich. Um nicht noch mehr Geld unnötig in die Schwebe zu legen und den Testumfang nochmals zu erhöhen, verzichtete ich also auf die für meine Anforderungen in zu vielen Bereichen kritisch gehandicapte Fuji.

– Die Olympus OM-D hingegen, die ich eigentlich nur mal so befingert hatte, war ganz im Gegensatz meiner Erwartungen eine interessante und prompt in allen Dingen reagierende Kamera – das machte mich auf einen ausführlichen Test neugierig. Und ich muss sagen, ihr Sensor enttäuscht (erstmals für MFT) nicht, wenn ich das einmal bereits vorweg nehmen darf.

– Die neuen NEX, 5r und 6, hatten dagegen keinen unmittelbaren Update-Wunsch meiner NEX-5n aufkommen lassen. Nach wie vor scheint bei Sony im NEX-Format zu gelten: Entweder keinen elektronischen Sucher zu bieten, dann darf das entsprechende Modell einen Touchscreen haben. Oder eben einen EVF direkt einzubauen, dann hat das entsprechende Modell aber keinen Touchscreen. Sehr schade. Auch das InCamera-App System hat mich nun wahrlich nicht vom Hocker gehauen. Und bei der OM-D habe ich festgestellt, dass ich (wenn es nicht auf Trikottaschentauglichkeit ankommt) einen eingebauten zusätzlichen Sucher sehr zu schätzen finde.

Olympus OM-D EM-5 mit dem Kit-Objektiv 12-50mm

Olympus OM-D E-M5 mit dem Kit-Objektiv 12-50mm

Und so zog ich los. Mal nur mit den beiden EOS; wäre die 5DII zur 7D für mich ein wesentliches Up- oder Sidegrade? Ist da vielleicht doch abseits von einem Quentchen weniger Schärfentiefe doch mehr „Plastizität“ bei leicht größerem Sensorformat zu Erreichen? Antwort: Nein. Ist das getreue EF 17-40mm f/4 L, welches ich schon an der EOS 50E benutzte (hah, KB-Vollformat ;-)) vielleicht die bessere Superweitwinkeloption als das EF-S 10-22, welches ich mir die letzten Jahre einknickend als erstes (und bisher einziges) Crop-Objektiv für die Canon EOS 7D holte?

Mal vom heimischen Balkon und mal im Bad Berleburger Schlosspark mit Stativ und vollem Testpark. Alle Kameras an gleichen Objektiven (per Adapter und mit jeweils äquivalenter Brennweite) – um rein den Sensor und die Abbildung zu bewerten. Alle Kameras mit ihren jeweiligen nativen Objektiven – um das System als jeweiliges ganzes zu bewerten.

Dann habe ich mal nur die EOS 5D II mitsamt dem EF 70-200 f/2.8 L in einem speziellen Sportrucksack, dem LowePro Photo Sport 200 AW auf dem Rennrad und beim Laufen getestet. Auch mal zusätzlich zur EOS 7D mit 17-40 und 70-200 noch eine 5D Mk II oben reingepackt und das dickste Gorillapod an die Seite.

Das passt alles sehr gut aber irgendwie scheint mir der Rucksack nicht für den gekrümmten Rücken auf dem Rennrad gemacht. Hatte immer das Gefühl, dass er unschön nur auf wenigen Wirbeln und nicht auf dem vollen Rücken aufliegt. Egal wie eng oder weit ich die Gurte gezogen hatte. Ich meine, mit dem Camelbak Mule nie solche Druckgefühle gehabt zu haben.

Sinn des kleinen Einschubs: es führte mir trotz guten Willens noch einmal vor Augen, dass ich eine KB- oder auch eine APS-C-DSLR auf gar keinem Fall mit zum Rennradfahren oder zum Laufen mitnehmen möchte. Selbst für ganz spezielle Foto-Shooting-Ausfahrten eher weniger.

Am Rösper Weiher: Canon EOS 5D Mk II, leichter Aufhellblitz mit Canon 580 EX II, processing in Lightroom

Und dann wieder mal ganz entspannt mit kleinem Stativ, der Olympus OM-D und der Sony NEX-5n samt dreier Objektive im erwähnten kleinen Camelbak Mule Rucksack ebenfalls per Rennrad nach Bad Berleburg und anderswo hin und diese Kameras nutzend.

Herausgekommen sind über 1500 Aufnahmen im Oktober (die nicht alle reine Testaufnahmen waren). Das anschließende bzw. währenddessen stattgefundene ausführliche Pixelpeepen habe ich mit Notizen begleitet. Und auch nur diese Notizen möchte ich euch hier leicht aufbereitet wiedergeben. Die zu den jeweiligen Schlussfolgerungen gehörigen Fotos für eine von dritten nachzuvollziehende Form der Präsentation aufzubereiten, würde den Rahmen des von mir hierfür zu leisten wollenden Aufwandes sprengen. Dem Notizcharakter ist ebenfalls eine stenohafte und teilweise „direkte“ Sprache geschuldet.

LR Screenshot mit einem Teil der Testaufnahmen

Auf der Suche nach dem weiten Winkel:
Canon EOS 5D MkII, 17-40 mm bei 17 mm, Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Bei f/4 im Zentrum scharf, äußerste Ecken sehr matschig. Zentrumsschärfe ist bei f/5.6 und f/8 noch einen Hauch besser als bei Anfangsblende f/4. Bei f/11 wieder gleich wie bei f/4. Und bei f/16 wird es ein klein wenig und bei f/22 merklich schlechter als bei f/4.
Ecken sind ab f/8 nicht mehr totale Matsche. Bei f/11 langsam im Bereich halbwegs ok (vor allem, wenn es nicht um Architekturaufnahmen geht) und bei f/16 ok. Bei f/22 wirkt die Diffraktion und die Qualität wird insgesamt wieder etwas schlechter.
Canon EOS 5D MkII, 17-40 mm bei 23 mm, Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Hier gilt im Zentrum das Gleiche wie bei 17 mm. Die äußersten Ecken sind bei Offenblende bei 23 mm nicht ganz so matschig, aber immer noch extrem weich. Bereits ab f/11 aber durchaus ok (also etwa eine Blende besser als bei 17mm).
Olympus OM-D, Pana 7-14 bei 7 mm (entsprechend 14 mm KB), Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Bei f/4 im Zentrum scharf, äußerste Ecken weich, aber bei weitem nicht so matschig und weit ins Bild reichend wie das 17-40 bei 17mm an der EOS 5D Mk II.
Zentrumsschärfe ist bei f/4 und f/5.6 gleich gut, bei f/8 fast auch, aber ab hier könnte schon die Diffraktion in nachteiliger Wirkung ganz leicht begonnen haben. F/11 deutlich abfallend gegenüber den unteren Blenden, Bild aber noch voll ok. F/16 sichtbar weich über das gesamte Bild, f/22 total weich und unbrauchbar. Bei diesem Pixelpitch des kleinen MFT-Sensors klar nicht zu gebrauchen.
Äußerste Ecken ab f/5.6 schon richtig brauchbar, ab f/8 sogar ok. Für f/11 und f/22 gilt das für das Zentrum gesagte.
Olympus OM-D, Pana 7-14 bei 9 mm (entsprechend 18 mm KB), Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Toll, keine schlechten Ecken, nahezu komplett Randscharf und das schon bei Offenblende!
Ansonsten gilt für den gesamten Bildinhalt das für das Zentrum bei 7 mm geschriebene: Bei f/4 und f/5.6 gleich gut, bei f/8 fast auch. F/11 deutlich abfallend, aber noch ok, f/16 sichtbar weich und f/22 unbrauchbar weich.
Olympus OM-D, Pana 7-14 bei 12 mm (24 mm KB) und 14 mm (28 mm KB), Blendenreihe f/4.0 bis f/22
Toll, randscharf. Rest wie bei 9 mm.
Sony NEX-5n, Sony 16mm f/2.8 + ECU1 Weitwinkelkonverter = 12 mm (entsprechend 18 mm KB)
Blendenreihe f/2.8 bis f/22, also eine ganze Blende größere Offenblende als die beiden Vorgänger
Bereits bei f/2.8 im Zentrum gut, aber nochmal deutlich sichtbar etwas besser bei f/4.0 und f/5.6. F/8 eigentlich auch noch genau so gut. Bei f/11 wieder gaaanz leicht abfallend, ähnlich, aber vielleicht ein Hauch besser wie bei Offenblende f/2.8. F/16 dann sichtbar weich, aber noch brauchbar, 22 nochmals weicher, aber noch keine komplette Katastrophe.
Ecken sehr matschig.
Ecken werden ab f/8 halbwegs passabel, bei f/11 noch ein Ticken besser. Aber randscharf wird es nie. Bei f/16 kaum Änderung in den Ecken zu f/11, wenn, dann eher schlechter. Und bei f/22 nochmals leicht schlechter durch Diffraktion.
Auch die Ränder in den Seitenmitten sind von f/2.8 bis f/5.6 weich. Erst ab f/8 sind diese ok.
Sony NEX-5n, Sony 16mm f/2.8 (entsprechend 24 mm KB)
Blendenreihe f/2.8 bis f/22, also eine ganze Blende größere Offenblende als die beiden Vorgänger
Bereits bei f/2.8 im Zentrum gut, aber nochmal deutlich sichtbar etwas besser bei f/4.0 und f/5.6. F/8 eigentlich auch noch genau so gut. Bei f/11 wieder gaaanz leicht abfallend, ähnlich, aber vielleicht ein Hauch besser wie bei Offenblende f/2.8. F/16 dann sichtbar weich, aber noch brauchbar, 22 nochmals weicher, aber noch keine komplette Katastrophe. Insofern im Zentrum genau gleich wie mit dem Konverter. Konverter verschlechtert also im Zentrum nichts.
Ecken sehr matschig.
Ecken werden ab f/8 passabel, bei f/11 noch ein ticken besser. Insgesamt leicht doch besser als mit dem ECU1-Konverter. Aber randscharf wird es nie. Bei f/16 kaum Änderung in den Ecken zu f/11, wenn, aber eher schlechter werdend. Und bei f/22 nochmals leicht schlechter durch Diffraktion.
Auch die Ränder in den Seitenmitten sind von f/2.8 bis f/4 etwas weich; betrifft aber nur kurze Seite und nur den äußersten Rand. Ab f/5.6 ok.
Vergleiche der Kamera-Objektiv-Kombinationen untereinander:
Die EOS 5DII mit 17-40 bei 17 mm und Sony NEX-5n mit 16mm+ECU1 tun sich in den Ecken fast nichts. Beide gleich katastrophal.
Bezüglich der Jaggies, die manchmal bei der 5n auftauchen: die finden sich auch im aktuellen (wie oben erläutert, hier nicht dargestelltem) Testmotiv. Am besten sichtbar an der Dachantenne. Aber latent auch in den Dachrelingskanten, der hinteren oberen Seitenfensterkante, Rückleuchteneinfassung links und auch dem Radkasten zu erkennen. Beim Kennzeichen ist es auch sehr deutlich. Ärgerlich. Interessanterweise, wenn man drauf geeicht ist, könnte man auch der EOS einen wiiinzigen Anflug von Jaggies an der Dachantenne, aber nur dort, attestieren.
Über die Blendenreihe verhalten sich die Ecken bei beiden Kombis gleich. Hier ist keiner Kombi den Vorzug zu geben (Weitere Anmerkung zu den Jaggies, dies ist zum großen Teil auch dem Processing bzw. dem Demosaicing aus dem RAW geschuldet. Im JPG, aber auch mit anderen RAW-Prozessoren, z.B. Aperture, stellt sich die Sache teilweise anders dar. Auch z.b. durch Einschalten der Korrektur für CA in Lightroom lässt sich der Eindruck verbessern).
Wäre die Sache mit den Jaggies bei der Sony nicht, wären beide Kamera-Objektiv-Kombinationen (Sony und Canon) auch insgesamt relativ vergleichbar, mit leichtem Vorteil für die EOS 5Dii – aber das wäre nicht kaufentscheidend. Weitwinkelverdikt beider Kombinationen also: ungenügend.
Vergleich der Olympus OM-D mit Panasonic 7-14 bei 9 mm (entsprechend 18 mm KB) und Sony NEX-5n mit 16mm+ECU1. Wie vor mit der EOS: die Oly ist mit dem Pana bis zum Rand scharf, die Sony verhält sich wie die EOS. Klarer Punktsieg für die Oly-Kombo. Von der Textur erscheinen bei diesem Motiv (Balkonausblick bei bewölktem Himmel) beide 16 MP Sensoren ähnlich. Insgesamt erscheint die Oly bereits im RAW schärfer abgestimmt. Das war zumindest mein Eindruck; dass es von der Abstimmung bzw. einem weniger starken Antialiasing-Filter oder anderer Faktoren und nicht der (Zentrums-)Schärfe der Objektive abhängt. Aber auch hier: Vorteil für das Olympus-Panasonic-Gespann. Jaggies weisst diese auch nicht auf.
Übrigens, die Canon EOS 7D mit dem EF-S 10-22 ist ein starker Mitbewerber; diese Kombo ist nahe an der Olympus mit dem Panasonic in Bezug auf Randschärfe.
Olympus OM-D EM-5 mit adaptiertem Leitz-Wetzlar Elmar-C 90mm

Olympus OM-D EM-5 mit adaptiertem Leitz-Wetzlar Elmar-C 90mm

Schlossparktests Bad Berleburg

Olympus OM-D Vergleich EF 17-40 @ 20 mm zum Oly 12-50
EF 17-40 im Zentrum Hauch schärfer. Wärmer. Mehr Mikrokontrast. Ecken: EF 17-40 besser, 12-50 zeigt leichten Abfall.
Hatte mit dem 12-50 auch mal sowohl manuell als auch mit AF (selber Zielpunkt) fokussiert und mir erscheint die manuelle Fokussierung einen Hauch treffsicherer und schärfer.

Sony NEX-5n Vergleich EF 17-40 @ 27 zum Sony 18-55
EF 17-40 insgesamt gleich scharf bis Hauch schärfer. Sony 18-55 fällt an den Ecken nicht ab wie das Oly 12-50, ist aber im Randbereich auch etwas schwächer wie das EF 17-40. Auch gegenüber dem Sony 18-55 zeigt das EF 17-40 mehr Mikrokontrast (sichtbar z.b. im Laub des Baums vor dem Turm, im Gras in der Böschung oder dem Lattenzaun oben auf der Schlossmauer – auch hier wieder gemäß obiger Erläuterung ohne Darstellung der entsprechenden Aufnahmen).
Auch mit der Sony und dem 18-55 habe ich sowohl manuell als auch mit AF im Vergleich fokussiert. Beide exakt gleich treffsicher. Vorteil NEX.

Vergleich Oly OM-D mit Oly 12-50 vs Sony NEX mit Sony 18-55:
Im direkten Vergleich der Kitzooms fällt ein Ranking schwer. Bildmitte scheinen von der Schärfeleistung beide gleichauf. Vielleicht Sony einen Hauch Vorteil. Allenfalls bei der Grastextur in der Böschung (schwach) und beim Zaun (deutlicher) deutlicherer Vorteil für das Sony. In den Ecken Vorteil für das Sony.

Leitz Wetzlar Elmar-C 1:4/90 vs. Mamiya Sekor C 80mm
Hier fand ich das Fokussieren auch aus der Hand mit dem stabilisierten Liveview an der OM-D toll, musste jedoch feststellen, dass ich dann doch nicht den richtigen Schärfepunkt getroffen hatte. Und zwar deutlich. Die ersten beiden Aufnahmen waren aus der Hand mit IS (unverwackelt, aber halt unscharf). Die nächsten dann vom Stativ und hier stellte ich fest, dass ich nachfokussieren musste. Also ein gutes Feature (denn ohne stabilisierten Bildausschnitt wäre es noch viel schlechter), welches aber dennoch Übung verlangt. Da sind mir Aufnahmen vom Stativ doch wesentlich lieber.

Vom Stativ ist das Leica 90 mm toll, muss sich jedoch dem nochmal besseren (aber leider auch größerem, immerhin ist es ein Mittelformatobjektiv) Mamiya 80 mm geschlagen geben. Das ist randscharf, während das Leica abseits des Zentrums im Vergleich zur Mitte doch einen leichten Abfall zeigt.

Vergleich Zentrum und Rand - Leitz Wetzlar Elmar-C 1:4/90 und Mamiya Sekor C 80mm, beide an der Olympus OM-D EM-5

Vergleich Zentrum und Rand – Leitz Wetzlar Elmar-C 1:4/90 und Mamiya Sekor C 80mm, beide an der Olympus OM-D EM-5

Schloss vom Waldrand aus: Olympus mit Olympus M.Zuiko 12-50 mm und Sony mit Sony 18-55 mm
Kein Vergleich, das Oly 12-50 ist einfach klar schlechter als das Sony 18-55. Punkt. Trotz sorgfältigster Fokussierung (AF mit Lupenkontrolle) ist das Ergebnis des 12-50 unbefriedigend! (Nachtrag 30.12.: Ohne definitive Tests, einfach aus den bisher gemachten Aufnahmen drängt sich in mir die Vermutung auf, dass das 12-50 auf nahe bis mittlere Entfernungen ganz passabel ist, auf längere Fokusdistanzen aber ziemlich stark abfällt – dies würde auch unabhängig von Serienstreuungen die unterschiedlichen Meinungen – mit dem Schwerpunkt, dass das 12-50 eher schlecht ist – im Netz erklären helfen).

Weil mir das Motiv so gefiel, bin ich an einem anderen Tag (und besserer Tageszeit) noch einmal extra mit dem Rennrad hingefahren. Im Gepäck dann neben der OM-D auch das Mamiya 80 mm:

Berleburger Schloss im goldenen Oktober (Olympus OM-D E-M5 mit Mamiya Sekor C 80 mm)

Berleburger Schloss im goldenen Oktober (Olympus OM-D E-M5 mit Mamiya Sekor C 80 mm)

Butter bei die Fische: Rauschverhalten in der Dämmerung, Sensorreserven

Sparkasse, Dämmerung, jeweils Canon EF 17-40 L @ 20, 28, 40mm mit allen Kameras adaptiert (MFT, NEX, EOS KB), fokussiert jeweils auf Sparkassen-Leuchtschrift über deren Eingang.

Von der Schärfe her alle drei ungefähr gleich auf, keine Beschwerden hier. Alle schön scharf.

Rauschverhalten auch ungefähr gleich, Donnerwetter!

Dann, bei zunehmender Dunkelheit, Test mit ISO 100 (ISO 200 für die Oly) bei Langzeitaufnahme. 30 Sek für EOS 5Dii und Sony NEX, 15 Sek für Oly.
Donnerwetter – EOS 5Dii und Oly liegen gleichauf, sogar mit Hauch Vorteil für die Oly! Die war allerdings mit Langzeit-Darkframe-Einstellung unterwegs (d.h. nach jedem Foto nochmal so lange Darkframe für Rauschunterdrückung. Schärfe schien aber nicht zu leiden).
Im Vorteil gegenüber beiden: Die Sony NEX.

Bei ISO 800: Vorteil für EOS 5Dii. Deutlich vor der Oly, Knapp vor bis gleichauf mit der Sony (je nachdem, wo im Bild ich geschaut habe). Aber soo schlecht ist der Olysensor nicht, der ist sehr sehr nah dran.

Bei ISO 1600: irgendwie alle gleich auf. Choose your Poison. Hier mal vielleicht anderes Rauschverhalten, mal gröber, mal feiner in der Struktur – aber insgesamt von der Wirkung her bei allen gleich schwerwiegend und abschreckend auf 100%. Für eine Webverkleinerung taugen sie allemal, aber gut ist das nicht mehr (Hier spricht deutlich der Qualitätsfanatiker – viele Andere würden allen drei Kameras tolles Rauschverhalten attestieren).

ISO 100 Langzeitbelichtung partiell mit Belichtungspinsel 1 Blende aufgehellt:
Interessant: EOS 5Dii und Olympus OM-D verhalten sich ziemlich gleichauf. Bei beiden ok, bzw. im Himmel und auf der geschieferten Dachfläche nicht wirklich ok. Es wird halt heller, gleiches Rauschmuster bleibt weitgehend bestehen (bei der EOS hatte ich das Gefühl, dass im Himmel schon leichtes Banding erscheinen möchte).
Die NEX hingegen… da zeigen sich in der geschieferten Dachfläche plötzlich die Schieferstrukturen. Jepp, der Sensor ist den beiden anderen in dieser Hinsicht überlegen. Ganz vorne also NEX (APS-C), dann mit etwas Abstand Olympus OM-D (MFT) und dann erst die Canon EOS MkII (KB-Vollformat – und weiss Gott kein schlechter Sensor).

Verdikt:

Mit der Olympus OM-D bzw. deren Sensor ist MFT erwachsen geworden. Damit kann man sehr gut arbeiten. Kein Vergleich zu den im Frühjahr getesteten MFT-Kameras /-Sensoren einschließlich dem ebenfalls nominell 16 MPixel bietenden Sensor der Panasonic GX1. Wenn es allerdings um Manipulationsmöglichkeiten in Schattenarealen bzw. um Langzeitbelichtungen geht, muss er sich dennoch dem Sensor der Sony NEX-5n geschlagen geben. Nicht jedoch dem der EOS 5D Mark II. Und das finde ich doch mal eine sehr reife Leistung.

Die 5D Mark II ist natürlich dennoch im Bereich der Detailauflösung und der Gesamtqualität noch vor der Olympus OM-D. Gemessen an ihren sonstigen Eigenschaften und auch den Ergebnissen mit den nicht gerade schlechten Canon-L-Objektiven in meinem Besitz schwindet der Vorteil gegenüber der Olympus OM-D mit den auch ganz absolut gesehenen Schätzen an Objektiven wie dem Panasonic Lumix 7-14 mmm oder dem M.Zuiko 45mm f/1.8 sehr schnell. Und bezieht man erst den Gewichts- und Größenvorteil mit ein, gerät die EOS 5D II, aber auch andere DSLRs, stark ins Hintertreffen.

Natürlich ist auch bei der Olympus OM-D nicht alles eitel Sonnenschein. Irgendwas ist ja immer (TM).

Daher hier eine Pro- und Contra-Liste zur OM-D (insgesamt und in Vergleich zur Sony NEX):

  • (+) EVF (elektronischer Sucher)
  • (+) Schwenkdisplay
  • (+) Remote-Auslöser per Kabel anschliesbar (sehr wichtig für mich, habe hier gerade einige Pixel Pawn Funk-Kamera und -Blitzauslöser getestet. Super Sache)
  • (-) Dafür keinen eingebauten Infrarot-Auslöser (aber Funkauslösung über Remote-Anschluss ohnehin zuverlässiger)
  • (+) jede Menge Zubehör, auch Blitze usw. verfügbar (ein wesentlich erwachseneres System als beispielsweise das Sony NEX-System)
  • (+) viele verschiedene Objektive (Zooms wie Festbrennweiten), teils in hervorragender Qualität verfügbar
  • (-) Sony Kitzoom 18-55 wesentlich besser als Oly Kitzoom 12-50
  • (+) Das 7-14 mm ist toll. Alleine das wäre schon ein trefflicher Anschaffungsgrund. (aber es ist auch sehr flare-empfindlich, wenn die Sonne im Bild ist)
  • (+) Tap to Focus und Shoot (ein Merkmal des toll ansprechenden Touchscreens der OM-D)
  • (-) Die kleinen Tasten und Knöpfe am Rückteil der OM-D sind schon enorm diffizil zu drücken. Andere Kameras haben auch kleine Tasten und Bedienelemente, sind aber, da nicht gegenseitig zugebaut, besser erreich- und bedienbar.
  • (+) bis zu 60″ Belichtungszeit einstellbar (anstelle nur bis zu 30″ wie bei sonst allen Kameras, die ich kenne)
  • (+) nicht nur bulb, sondern auch „live time“ : Einmal Auslöser startet Belichtung, nochmal Auslöser beendet sie wieder. Dazwischen wird die vergangene Zeit auf dem Display angezeigt und auch die zunehmende Bildbelichtung wird in Intervallen auf dem Display angzeigt – genial!
  • (+) Einschaltzeit quasi „Instant“
  • (-) in homogenen gräulichen Flächen (ferner Wald ohne Details im Dunst z.B.) offenbart die Oly in LR-Standard-Schärfung ein zwar schwaches, aber merkbares Rauschmuster, das z.b. die NEX-5n nicht zeigt. Himmelsblau ist gleich bzw. ok.
    • Mögliche Anpassung: „Once I got OMD, I removed sharpening in LR from default 25 to 0. Images are sharp enough and are smoother this way.“
      –> Verschiedene Einstellungen ausprobiert. Schwanke zwischen:
      – Einfach einen etwa halbierten Schärfebetrag auszwählen: LR – Schärfen B 12 – R 1,0 – D 25
      – oder bei gleichbleibenden Betrag und Radius einfach die Details von 25 auf 0 zu setzen. Nahezu ähnliches Ergebnis, vielleicht Hauch glatter – aber ein bisschen Grundrauschen ist als Basis nie verkehrt (Stichwort glatte Farbverläufe und Posterisierung, sowie lebende, nicht artifizielle Textur)
      – wenn’s Glatt bei nach wie vor super Schärfe sein soll, dann z.B. Schärfen Standard (25 1,0 25) und Rauschreduzierung Luminanz 16
      oder auch Rauschreduzierung Luminanz 25 und Details auf 100.Ziehe ich eine anschließende Photoshop-Schärfung in Betracht (Unscharf Maskieren Stärke 151, Radius 0,3, Schwellenwert 1), dann kommt letzteres Knackscharf und ohne Rauschen rüber: LR Standardschärfung (25 1,0 25) und Rauschreduzierung Luminanz 25 und Details auf 100.also in LR:
      – normal Einfach einen etwa halbierten Schärfebetrag auszwählen: LR – Schärfen B 12 – R 1,0 – D 25
      – wenn’s Glatt bei nach wie vor super Schärfe sein soll, dann Schärfen Standard (25 1,0 25) und Rauschreduzierung Luminanz 25 und Details auf 100.
  • (-) Stativgewinde nicht in Objektivachse
  • (+) Klappen für Akku und Speicherkarte getrennt und solide einrastend.
  • (-) bei Zeiten um 1/80, 1/100, 1/125 öfters leichte Doppelkonturen (eher nur in Form von leichten Unschärfen erkennbar), wenn Nutzung des Bildstabilisators (IS). Der ist aber bei z.B. Verwendung des 45mm auch bei diesen Zeiten angeraten und sollte funktionieren. Bei 1/20 oder 1/25 tut er es mit selbem Objektiv ja auch.
    Ein IS, bei dem man die Belichtungszeiten im Auge haben muss und je nachdem an oder ausschalten muss, ist nicht nur immens nervig, sondern kostet auch wertvolle, unwiederbringliche Aufnahmemomente.
    Ergänzung: Möglicherweise hängt es eher mit Verschlusserschütterung zusammen: siehe hier: Micro 4/3 Shutter Shock Revisited [OMD-EM-5]
    Hach, irgend etwas ist ja immer… Nun braucht man sich bei spiegellosen Systemen keine Sorge um Spiegelschlag bei kritischen Zeiten und Brennweiten zu machen und dann halt Spiegelvorauslösung zu wählen (nur vom Stativ aus sinnvoll), jetzt muss man bei bestimmten Kameras anscheinend auf solche Nachteile achten. Aber ganz augenscheinlich habe ich eine passable Lösung gefunden: Antishock-Einstellung auf 1/8 Sekunde einstellen und nutzen. A pro pos Antishock:
  • (+) Über Spezialmenü E, Einstellung „Anti-Shock“ kann man die Selbstauslösezeit (wenn auch etwas umständlich) noch etwas weiter anpassen und verlängern. Von 0,5 bis 30 Sekunden zusätzlich zur Direktauslösung, zu den 2 oder zu den 12 Sekunden Selbstauslösezeit.
  • (+) umfangreichst konfigurierbar
Olympus OM-D EM-5 mit Lumix 7-14mm f4.0 auf Stativ

Olympus OM-D EM-5 mit Lumix 7-14mm f4.0 auf Stativ

In der Summe aller Punkte bin ich von der kleinen Olympus OM-D sehr angetan und es macht viel Spaß mit ihr zu Fotografieren. Und das ist ja die Hauptsache. Dem NEX-System werde ich nicht gänzlich abtrünnig werden. Die Sensoren sind Klasse und einen Nachfolger der NEX 7 werde ich mir aufmerksam ansehen. Idealerweise hätte er zusätzlich zum EVF dann auch ein Touchdisplay sowie einen Anschluss-Stecker für Remote-Auslöser. Sonys Weitwinkelzoom SEL 10-18mm F4 OSS scheint, jetzt wo aussagekräftigere Bildbeispiele verfügbar werden, ganz ansprechend gelungen zu sein, wenn auch nicht ganz die Liga des exzellenten Panasonic 7-14mm erreichend. Mal sehen, was die angekündigten Zeiss-Festbrennweiten im nächsten Jahr für das NEX-System bringen werden.

Dann wiederum – die Olympus OM-D ist die klar erwachsenere Kamera im Vergleich zur Sony NEX-5n. Nicht ganz so taschentauglich, aber auf jeden Fall ganz ähnlich leicht zu tragen. Auch ist die Objektivauswahl, was exzellente „High Grade“ Optiken angeht, deutlich besser im MFT-System. Nach allem, was man so sehen und lesen kann, sind das Olympus 60mm Makro und das 75mm f/1.8 absolut Topklasse-Objektive. Auch die neuen Panasonic Zooms 12-35 mm f/2.8 und 35-100 mm f/2.8 scheinen sich hinter den jeweiligen KB-Format Profi-Pendants nicht verstecken zu müssen. Gute Zeiten!

Zum Abschluss noch einige Fotos (Draufklicken führt zur entsprechenden Flickr-Seite mit weiteren Infos):

Halbmond (OM-D + EF 300 f4 + Ex 2x)

Sonnenuntergang über bewaldeten Höhen (OM-D + EF 70-200 f2.8)

Ederwehr Alter Arfelder Hammer (OM-D + M.Zuiko 45 f1.8)

Looking back (OM-D + M.Zuiko 45 f1.8)

Goldener Herbst am Stünzelplatz (OM-D + Lumix G Vario 7-14 f4)

Im Ilsetal

Pfingsttouren mit dem Rennrad. Zu Dritt durch das Wittgensteiner Land.

Rad fahren

Vor einiger Zeit kontaktierte mich Katrin, ein netter Twitterkontakt. Den ich auch gar noch nicht so lange habe. Augenscheinlich hatten meine Tourbeschreibungen und Fotos in ihr die Motivation geweckt, sich die landschaftlichen Reize des Rothaargebirges aus eigenen Augen anzuschauen und gleichzeitig ein paar Höhenmeter zu sammeln.

Im Ilsetal

Über Pfingsten buchte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Gerry in einer Pension nahe des Berleburger Schlosses ein. Dem Wunsch im Vorfeld, ihr doch ein paar Strecken zu empfehlen, kam ich gerne nach. Überlegte ich im Vorfeld noch, eventuell über Pfingsten beim Bimbacher Radmarathon in der Rhön zu starten, verwarf ich das und plante zwei schöne Touren (und eine dritte, kurze als Montagsreserve), um im Idealfall zwei neue Fans des Wittgensteiner Lands zu gewinnen und auf jeden Fall zwei angenehme Ausfahrten in Gesellschaft und durch ein paar Highlights der Region genießen zu können.

Das Wetter spielte auch mit, besonders am Samstag, und so konnten wir zu dritt zwei tolle Pfingsttouren von Bad Berleburg aus auf schmalen Reifen durch das Rothaargebirge unternehmen.

Ich hatte die Strecken jeweils mit Start und Ziel in Bad Berleburg geplant. Schließlich waren Katrin und Gerry dort untergebracht. Die Touren habe ich auch bei GPSies abgelegt. Wer sie nachfahren möchte, kann sich also dort die Strecken anschauen und im gewünschten Format für das GPS-Gerät oder den Radcomputer der Wahl herunterladen. Oder er liest sich erst mal die beiden folgenden Berichte von Samstag und Sonntag durch… :)

Samstag, 26. Mai, Rennrad-Tour Nord und Süd vom Rothaarkamm rund um die Wittgensteiner Schweiz bis zum Dach Westfalens und durch das Sauerland

Ausgangspunkt Bad Berleburg bedeutete für mich als Erndtebrücker natürlich zuerst mal, nach dem Frühstück von Erndtebrück nach Berleburg zu radeln. Dort hatten wir uns am Bahnhof verabredet. Heute war ich früh genug, dass es nicht in ein Zeitfahren ausarten musste. Zu Hilfe kam mir dabei, dass ich mittlerweile auch so schon eine ganz angenehme Reisegeschwindigkeit anschlagen kann, ohne in den Entwicklungsbereich zu kommen.

Pünktlich um 11:00 Uhr kam ich am Bahnhof an und sah die beiden schon. Erkennen fiel leicht. Etwas dabei geholfen hat natürlich der Umstand, dass sonst keine Radfahrer und ganz speziell keine Rennradfahrer in der Nähe waren. Ein Umstand, den die beiden in beiden Tagen öfters erstaunt erwähnten. Sie konnten sich, völlig zurecht, wie ich meine, kaum vorstellen, dass es in einem solch tollen Revier so wenige Rennradler gibt. Tja – da sind wir hier noch Entwicklungsregion. Aber, wie mir die beiden auch bestätigten, wir haben hier alles da: schöne Straßen, tollste Landschaft, anspruchsvolle Strecken (da könnte der Hase im Pfeffer liegen, Punkt 1) und wenig Verkehr (Hase im Pfeffer, Punkt 2 – wenig Verkehr wegen wenigen Leuten = wenig potenzielle Radfahrer, die zudem auch häufig unsere waldreiche Heimat per Mountainbike erkunden).

Ich fand die beiden auf Anhieb sympathisch und nett und dafür hätten sie auch gar nicht so ausführlich mein Wilier Triestina GranTurismo bewundern müssen. ;-)
Vor allem, da auch Gerry mit seinem schwarzen Look einen wirklich edlen und geschmackvoll ausgestatteten Renner unter den Beinen hatte und Katrins Cannondale SuperSix einfach ein typischer, schöner und sehr guter Cannondale Klassiker ist.

Nach etwas Kettengesprächen schlug ich dann als erste Tour diejenige mit den meisten Höhenmetern als Tour des Tages vor. Stark anfangen und direkt zum Dach Westfalens war die Devise.

Und so führte ich die beiden vom Bahnhof über den Kreisel und der Straße am Sähling direkt über Nebenstraßen nach Wemlighausen, wo auch schon das erste Schmankerl der Tour wartete: der recht knackige Anstieg zum kleinen Weiler Laibach. Auch landschaftlich finde ich diese Ecke (und auch die folgenden) besonders reizvoll. Und wie ich an den Blicken sah und mir auch wortreich bestätigt wurde: da war ich nicht alleine… ;-)

Nach dem Durchschaufen ging es durch lichten Laubwald zunächst bergauf, dann flach weiter. Zur Belohnung winkte der Blick über das Edertal bei Schwarzenau. Nach einer Abfahrt und etwas Rollerstrecke kamen wir nach Elsoff. Wie gut, dass ich im Vorfeld alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte, und das Elsoffer Schützenfest extra auf Pfingsten legen liess… *Hust* ;-) So präsentierte sich Elsoff noch herausgeputzter als sonst schon und bot mit Willkommenskränzen, Wimpeln und Birkenreisern entlang der Straßen ein einladendes Bild. Da hab ich extra eine kleine Schleife durch das Dorf eingebaut, um etwas mehr an Eindrücken sammeln zu können.

Aus Elsoff heraus schlugen wir die Richtung nach Alertshausen ein. Hier bogen wir am Hinweisschild zum Grillplatz über den Bach links ein. Der folgende Anblick des im Einstieg kurz an die 12/13 % steilen Sträßchens machte Eindruck ;-). So steil bleibt es aber nicht und im weiteren folgten wir der kleinen Straße „Zum Katzensprung“ bergauf vorbei an Wiesenflächen, Lichtungen und schließlich Nadelwald, um uns kurze Zeit später unweit von Hof Teiche schon wieder scharf in eine Waldabfahrt nach Diedenshausen zu wenden. In Wunderthausen, meine Tourgäste kennen das Prozedere mittlerweile, folgt natürlich der nächste Anstieg. Der ist aber relativ verhalten, bietet aber deswegen nicht minder schöne Ausblicke. Wie hier vom Kraftsholz.

Kraftsholz

Vom Kraftsholz geht es auf schneller Abfahrt bergab. Wir nehmen aber nicht den gesamten Schwung in die anschließende Flachstrecke, sondern biegen am Wittgensteiner Angelparadies scharf rechts ab, um wieder wieder auf schmalem Wirtschaftsweg durch den Wald zu rollen. Vorbei am Hof Dambach geht es über eine Kuppe hinüber nach Girkhausen. An der Wallfahrtskirche vorbei folgen wir der sanft ansteigenden L 721 um etwas später doch steiler hoch nach Neuastenberg zu fahren. In der Folge fahren wir nicht direkt bis nach Winterberg, sondern biegen vorher nach links Richtung Altastenberg ab.

oberhalb von Girkhausen

Wir hatten uns vorher etwas über Strava unterhalten und als wir gerade abbogen meinte Katrin, sie würde dann lieber runterschalten. Ich meinte, ich würde hochschalten, ich müsse ein paar Holländer versägen, es gäbe hier ein entsprechendes Segment. Gerry meinte nur: „Go for it!“ ;-)

Dieses Segment ist recht kurz, es ist nur rund 1,3 km lang und weist 68 Höhenmeter vom Abzweig der Landstraße bis zum Kahlen Asten auf. Nach kurzem Halt vor dem Abbiegen aufgrund Gegenverkehr trat ich dann richtig rein (natürlich alles im Rahmen meiner immer noch bescheidenen Möglichkeiten). Puh, das war hart, ich ging sofort in den anaeroben Bereich und erfuhr somit eine neue HFmax (von 182 auf 183). Konnte mich aber stabilisieren und ohne zu platzen bis ganz nach oben fahren. Bin wirklich mit mir zufrieden, auch wenn ich den KOM (King of Mountain) um nur 3 Sekunden verpasste. 3 Min 20 Sek und ein resultierendes Mittel von 23,6 km/h und den zweiten Platz im Ranking erreichte ich. Blöd, dass mein lokaler (und wesentlich jüngerer ;-p) Strava-Kontakt Julian aus Medebach sich dadurch angestachelt sah (ich hatte ihn nämlich auch übersprintet ;-)) eine neue Anstrengung dort zu unternehmen und sich einen Tag später den KOM zu holen. Na, auch gut – damit ist der Kahle Asten wenigstens wieder in lokaler Hand. Aber: Ist Strava nicht ein cooles, motivierendes Radportal? Ja, ist es! :)

Kahler Asten

Kurze Zeit nach mir kam dann auch Gerry und in der Folge dann Katrin oben am Gebäude am Kahlen Asten an. Das Dach der Tour ist gleichzeitig das Dach Westfalens: Der Kahle Asten! Hier genossen wir erst mal die Aussicht, schauten uns die Leute an, die hier auch Rast machten (viele Motorrad-Fahrer) und verpflegten uns. Lecker Apfelstrudel mit Vanillesoße. Mjamm! Leider dauerte es etwas, bis wir diese auch tatsächlich auf dem Tablett, und in der Folge bezahlt, hatten. Zu viele Motorradfahrer in der Schlange an der Theke vor uns, die vom Gashebel drehen dermaßen erschöpft schienen, dass sie ihre leeren Speicher mit Mengen an Pommes Frites und Currywurst wiederbefüllen mussten…

Frisch gestärkt folgt jetzt eine lange Abfahrt. Zunächst vom Kahlen Asten nach Altastenberg, von dort über das große Bildchen und durch das Sorpetal bis nach Winkhausen. Von dort fahren wir direkt wieder über Wirtschaftswege nach Grafschaft und weiter nach Fleckenberg, um die letzte große Herausforderung des Tages anzunehmen: der Anstieg nach Jagdhaus. Das ist einer von drei Anstiegen, den die Bike-Arena Sauerland mit kleinen Kilometermarkern versehen hat, um den geneigten Radler anzuzeigen, wie lange er noch zu leiden hat, äh – wie er sich die Kräfte einzuteilen hat. ;-)

Vorher passe ich die Tour ein klein wenig an, um Katrin und Gerry noch ihre Flaschen nachfüllen zu lassen. Hier erfahre ich auch, dass man selbst mit der Farbe des Sportgetränks ein Fashion Statement, äh, Rennrad Style betreiben kann. Es geht dabei aber nicht um Anwesende… :)

In Fleckenberg geht der Anstieg zum Jagdhaus sofort mit einem Ausrufezeichen los: Mit 11 % fährt man aus Fleckenberg heraus. Wie im Vorfeld schon praktiziert, fahren wir in Anstiegen jeder unser eigenes Tempo bzw. ich fahre mit Gerry vorn.
So ist optimales Raufkommen auf den Berg gegeben, ohne dass man sich quälen muss oder sich aus falschem Ehrgeiz platt fährt. Schliesslich soll die Ausfahrt ja auch genossen werden. Ich begleite Gerry, der eine starke Leistung an den Tag legt. Obwohl älter als ich und nicht im Mittelgebirge heimisch, kam er da super hoch. Ich war auch schon in Zone 3 und 4. Und war selbst erstaunt, dass ich dabei schön ruhig und locker atmete. Gerry meinte dann auch zu mir, ich könne doch bitte wenigstens mal etwas lauter atmen… ;-)

Jagdhaus

Geschafft! und QOM ;)

Auf der Abfahrt von Jagdhaus nach Wingeshausen kamen wir an der Wisent-Wildnis Wittgenstein vorbei. Die Wisente sind schon drinnen; eröffnet wird das Schaugehege allerdings erst im Sommer 2012. In Wingeshausen angekommen folgen wir der Eder (mit Sonne in den Speichen, wie Katrin bemerkt) bis nach Berghausen, um dort über den Stöppel wieder nach Bad Berleburg zu kommen. Hier wartet noch der Schlossberg mit einer kurzen, aber knackigen Bergankunft auf uns, die wir im Anschluss sofort mit einem großen, alkoholfreiem Weizen draußen vor der Alten Schule begießen. Herzlichen Dank noch mal für das Einladen dazu, und auch für den Apfelstrudel. :)

Nachdem wir bei dem Weizen in der Sonne die Eindrücke der Tour rekapitulierten, wünsche ich den beiden einen schönen Abend und fahre über Weidenhausen und Leimstruth nach Erndtebrück zurück.

Distanz: 130,4 km, Höhenmeter: 2095 m, Zeit: 8 h 05 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,8 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 22,2 km/h, Durchschnitts-HF: 130

GPS-Track zum Download auf GPSies

auf Strava:

Sonntag, 27. Mai, Rennrad-Tour von Bad Berleburg über Feudingen durch das Ilsetal und entlang der Eisenstraße ins Sieger- und dann Sauerland…

… und über den Rhein-Weser-Turm zurück.

Und inklusive meiner gewählten An- und Abfahrt von und nach Erndtebrück habe ich da aber eine schöne Track-Grafik gemalt, fällt mir beim Download der Streckendaten von meinem Garmin Edge auf:

Heart of the Rothaar Mountains

Erinnert mich an ein Herz. Il cuore delle montagne Rothaar (auf italienisch, denn der Giro d’Italia wird heute auf seine finale Etappe gehen) oder Heart of the Rothaar Moutains.

Auch am Sonntag wollen wir uns zur gleichen Zeit am Bahnhof in Berleburg treffen. Ich muss mich etwas mehr sputen, da ich vor dem Losfahren nochmal Druck auf das Hinterrad geben muss (wie ich beim Routinecheck vor dem losfahren unerwartet feststelle). So fahre ich in einer knappen halben Stunde mein erstes Intervall des Tages und komme gut aufgewärmt bei Katrin und Gerry an.

Heute fahren wir zuerst auf langgezogener, sehr verhaltener Steigung in Richtung Südwesten zur Leimstruther Höhe. Hier geht es über bester Oberfläche mit geschwungen Kurven bergab bis nach Holzhausen. Eine schöne Rollerstrecke, die ich sehr gerne bis Sassenhausen und dann flach weiter entlang der Lahn bis nach Bad Laasphe fahre. Heute biege ich mit Katrin und Gerry aber Richtung Steinbach ab. Die Abfahrt, aber auch der Blick in das Nebental Richtung Steinbach und Rückershausen, verfehlt ihre Wirkung nicht. Hätte ich im Vorfeld gar nicht so erwartet, wurde mir aufgrund der Reaktionen von Katrin und Gerry auch heute wieder des öfteren (an erwarteten, aber auch nicht erwarteten Stellen) verdeutlicht: Wittgenstein macht Eindruck. :)

Licht- und Schattenmuster, Leuchtendes Laub

Bald sind wir in Feudingen und fahren zum Einstieg des Ilsetals und dann immer der Ilse folgend zuerst sanft, und am Ende vor Heiligenborn, sehr steil bergauf. Für mich ist das Ilsetal das Kleinod des Wittgensteiner Lands. Ein wunderbares, kleines und schmales Tal, in dem natürlich gerade im Mai frisches Grün von Wiesen und Bäumen richtiggehend strahlt, ein kleines (leider in schlechtem Zustand befindliches) Sträßchen hindurch und Richtung Heiligenborn und Eisenstraße führt und im Talgrund die Ilse plätschert.

Gerry und Katrin im Ilsetal

Mein Wilier Triestina in HeiligenbornOben an der Eisenstraße angekommen, fahren wir an der Lahnquelle vorbei zur Siegquelle und schauen uns diese kurz an. Weiter führt die Eisenstraße mit ihren charakteristischen, langen Geraden durch den Wald, die Katrin an beinahe schon kanadische Verhältnisse erinnert. Hier oben habe ich wohlweisslich einen kleinen Abstecher zum Forsthaus Hohenroth, bzw. zum dortigen Café Waldland, eingeplant. Hier gibt es an Sonn- und Feiertagen leckeren, selbstgebackenen Kuchen. Bzw. frische Waffeln. Ich nehme welche mit Zimt und Zucker und Katrin und Gerry mit Puderzucker. Zusammen mit einem Pott Kaffee kann man es da aushalten. Schön, auch mal in Gesellschaft zu radeln – alleine kehre ich nur alle Jubeljahre mal irgendwo zu Kaffee oder Kuchen ein.

Im Ilsetal

Nach einem kurzen Blick auf die Hirsche im Wildgehege fahren wir entlang der Eisenstraße weiter bis Lützel Siedlung, nicht ohne vorher an der „Schönen Aussicht“ eben diese weit über die Höhen des Siegerlandes auf uns wirken zu lassen. Jetzt ging es die B 62 und dann die B 508 herab bis nach Hilchenbach. Wieder eine schöne Abfahrt, wo man es geschmeidig laufen lassen kann. Das wurde am Sonntag allerdings etwas durch den starken Verkehr Richtung des in unmittelbarer Nähe befindlichen Giller und des bekannten Pfingsfestivals KulturPur getrübt. In Hilchenbach angekommen, wurde es dann aber wieder ruhiger. Sanft ansteigend bis nach Oberndorf, dann „etwas“ weniger sanft. Ich war mit Gerry vorne und erwähnte es noch „guck mal, überall vor uns Wald, wir kommen hier nicht mehr raus“ und dann „gleich wird’s steiler“. Leider hatte Katrin das Memo nicht gekriegt… ;)

Der Anstieg zur Oberndorfer Höhe weist mehrere Spitzen bis knapp über 13 % und im Mittel gute 11,5 % auf. Ahemm. Aber ich hatte im Vorfeld meiner Planungen extra gefragt, wie steil es denn maximal werden dürfe und als Antwort 16 % erhalten… Und ich wusste, sie hatte auf meine Empfehlung ein angepasstes Ritzelpaket montiert… also… ;-)

Oberndorfer Höhe. Zu erschöpft, um mich zu erwürgen - puh, noch mal Glück gehabt... ;-)

Nun ja, somit war quasi der sonntägliche Königsanstieg erklommen (zwar nicht der höchste, aber der härteste) und es wartete nur noch der Anstieg zum Rhein-Weser-Turm. Dieser wurde auch nach der Abfahrt bis nach Würdinghausen und der Anfahrt Richtung Oberhundem erreicht. Viele Serpentinenkurven bedeuten allerdings einen sehr komfortablen Steigungsschnitt von unter 5 % im Mittel. Der im letzten Jahr frisch sanierte Asphalt tut ein übriges. Geschmeidig erklimmen wir den Gipfelpunkt der heutigen Tour. Nicht ohne wieder ein paar tolle Blicke über die Höhen des Sauerlandes zu erhaschen. Leider (und schon total verwöhnt durch die sehr ruhige gestrige Tour) müssen wir uns diese schöne Strecke aufgrund des Feiertags mit nicht wenigen Motorrädern teilen. Das ist hier zwar noch relativ verhalten, aber Sauerland und die Hotspots wie Rhein-Weser-Turm und Co sind halt nicht nur Anziehungspunkte für kurven- und anstiegssüchtige Rennradfahrer…

Ab dem Rhein-Weser-Turm geht es erst in einer sehr schönen Abfahrt und dann auf toller Rollerstrecke mühelos bis ganz nach Bad Berleburg. Ein letzter Hüpfer über den Stöppel und dann wieder die Bergankunft zum Schlossberg und wir können wieder am gleichen Tisch mit dem gleichen Getränk auf die gelungenen zwei Tage anstoßen. Es hat mich sehr gefreut, dass es Katrin und Gerry so gut gefallen hat und dass ich wir auch tolles Wetter hatten. Das können wir gerne mal wiederholen.

Natürlich waren die beiden von ihrer Heimat her keine Anstiege wie hier gewöhnt. Daher sind wir, von Anstiegen abgesehen, auch von der Durchschnittsleistung und Durchschnitts-HF sehr entspannt gefahren. Nichtsdesto trotz fand ich es nicht nur angenehm, sondern fühle auch einen schönen Trainingseffekt. Bis zu diesem Wochenende hatte ich vom Trainingsplan (und den vorgesehenen/ zur Verfügung stehenden Stunden) her nämlich erst einmal eine maximale Streckenlänge von 114 km zurückgelegt. Und an diesem Wochenende mit meinen An- und Abfahrten von Erndtebrück je zweimal etwa 140 km. Sehr schön!

Distanz: 139,3 km, Höhenmeter: 1525 m, Zeit: 7 h 29 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,2 km/h, Durchschnitts-HF: 127

GPS-Track zum Download auf GPSies

auf Strava:

Galerie mit weiteren Fotos:

Auf und nieder im Nordosten Wittgensteins oder: "Holla, wer hat den Sommer angeknipst" Tour

Auf und nieder im Nordosten Wittgensteins oder: „Holla, wer hat den Sommer angeknipst“ Tour

Rad fahren, Uncategorized

Wie herrlich – Donnerstag noch mit langem Unterhemd, Softshell, langer Hose, Handschuhen unterwegs gewesen… und heute: Knipps, Sommer!

Ich will mich da wirklich nicht beschweren – aber ein etwas allmählicherer Übergang wäre auch ok und sicher besser gewesen.

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Heute Mittag habe ich mir extra vor der Ausfahrt noch einen Track erstellt, den ich nachfahren wollte. Gestern suchte ich mir eine Tour von letzem Jahr aus, wollte dabei auch noch den kleinen steilen Stich mit bis zu 16 % von Balde zur Leimstruther Höhe einbauen und wollte auch den neu auf Quäldich.de entdeckten (da auch recht neu eingetragen) „Pass“ von Alertshausen Richtung Hof Teiche, den „Katzensturz“ fahren. Und so hatte ich mir eine schöne Strecke von Erndtebrück in den „wilden“ ;-) Nordosten Wittgensteins auf GPSies.com zusammengestellt.

Wer möchte, kann natürlich den unten in Strava dargestellten Track aus Strava herunterladen und nachfahren. Die geplante Strecke, die ich auch so 1:1 abgefahren bin, liegt aber auch auf GPSies bereit.

Sehr zum nachfahren empfohlen. Umso mehr bei solch herrlichem Wetter wie heute. Ach, du mein Wittgenstein! :)

Es sind sowohl ein paar schöne Rollerstrecken zum Speed machen auf sanft oder auch etwas stärker abfallenden Geraden enthalten (z.B. von der Leimstruther Höhe bis nach Bad Berleburg und von Girkhausen nach Bad Berleburg), aber auch zahlreiche schöne Steigungsstrecken. Und das alles auf wunderbaren kleinen Sträßchen in kleinen Tälern; durch den Wald und schöne kleine und interessante Orte wie Elsoff oder Alertshausen. Sogar die Asphaltqualität ist fast ausnahmslos richtig gut – da gäbe es, gerade bei den ganz schmalen Wirtschaftssträßchen durch den Wald, ganz andere Beispiele, die aber in der heutigen Tour nicht enthalten sind.

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In der Ortsmitte Erndtebrück geht es los. Entspannt und flach rollt es sich zunächst über Schameder bis Leimstruth. Hier biege ich Richtung Balde ab und hole in der folgenden Abfahrt richtig Schwung, den ich in den folgenden Gegenanstieg mitnehme. In Balde geht es dann scharf rechts in eine kleine Einfahrt, die bald zum Wirtschaftsweg wird. Schnell ist der Gradient bei 12, 13 %, um dann kurz auf bis zu 15, 16 % anzusteigen. Eine radfahrende Familie auf Sommerausflug oder auch ein Genußradler wird dieses Teilstück verfluchen, sollte er meinen Track nachfahren. ;-)

Das kurze Stück ist nur just for fun drinnen und sorgte auch immerhin heute dafür, dass ich meinen Maximalpuls von 182 erreichte. Die folgende Rollerstrecke entlang der (wenig befahrenen) B 480 bis nach Bad Berleburg hinein eignet sich gut zum durchatmen – ist aber viel zu schön zum Bummeln. Also wird mit 100er Kadenz schön Speed gemacht. Durch Bad Berleburg über die Bahnhofstraße und am Kreisel die Sählingstraße nehmend, fährt es sich bald wieder auf schönem Wirtschaftsweg ruhig bis nach Wemlighausen, wo der erste längere Anstieg des Tages wartet: Hoch zum Laibach (Quäldich.de Eintrag).

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Hinter dem Gasthof Aderhold liegt der Einstieg; rechts geht es in die kleine Straße „Zum Heidebach“. Bald windet sie sich als glatt asphaltierter, schmaler Wirtschaftsweg den Hang hinauf. Alles da: glatter Asphalt, Serpentinen, schöne, fotogene Ausblicke über das Tal und eine schöne Steigung mit im Mittel knapp 9 %, in der Spitze kurz rd. 12 %. Auch hier habe ich gut reingehalten – sehr feine Sache. Wer die bisherige Strecke schon ausreichend für eine Einkehr fand, der kann nach kurzer Abfahrt zur L717 im Gasthaus „Erholung“ eine Pause machen. Ich fuhr weiter über die K 44 Richtung Schwarzenau. Auch diese Straße ist, ganz im Gegensatz zur etwas weiter östlich über Christianseck führende K 40, in hervorragendem Zustand. Zuerst kurz mit rd. 10 Prozent ansteigend, dann leicht wellig verlaufend, führt sie schmal und kurvig durch schönen Laubwald.

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Vorbei an kleinen Hofeinfahrten mit den Namen „Latzbruch“ und „Rübengrund“ komme ich bald zu einem sich nach Nordosten über den Talgrund Schlade öffnenden Blick. Hier mache ich erst mal ein paar Fotos. Danach rolle ich kurz weiter bis zur Ortslage „Oberes Hüttental“ hoch über Schwarzenau. Weiter geht es mit dem Genießen der Sonne und mit Fotografieren. Ohne Fahrtwind merke ich hier schon, wie stark die Sonne wirklich ist. Gut, dass ich vor dem Losfahren Sonnencreme aufgetragen habe.

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Nach diesen ausgiebigen Fotopausen geht es jetzt weiter nach Elsoff (Foto Tag). Ein hübscher Ort, durch dem man mal durchradeln sollte, wenn man ihn noch nicht kennt. Ich halte mich aber nicht weiter auf und fahre sofort weiter nach Alertshausen. Auch dies ein hübscher kleiner Ort, der zum kurzen Verweilen einlädt.

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Hier geht es über den Elsoffbach nach links, der Beschilderung „Zum Katzensturz“ nach. Lustiger Name, der auch mit entsprechenden Holzschildern samt eingeschnitzter Katze öfters am Wegesrand dargestellt ist. Was es damit auf sich hat? Leider keine Ahnung. Aber auf jeden Fall ist das eine wunderbare Straße mit nicht zu steilen, wechselnden, teils sanften Gradienten entlang von offenen Wiesen, Einblicken in schöne Täler und im oberen Teil durch lichten Wald. Herrlich! (hier geht es zum Quäldich.de-Eintrag)

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Oben am Kulminationspunkt angekommen, könnte man noch kurz weiter zum bekannten Hof Teiche fahren (wie ich höre, soll man da recht gut einkehren können). Ich biege aber scharf rechts ab und folge der Abfahrt nach Diedenshausen. Die ist auch sehr reizvoll, aber herber als die Auffahrt von Alertshausen. Zudem ist hier die Asphaltqualität nicht sehr gut. Durch den dichteren Wald war es hier auch noch etwas feucht. Also obacht vor Lärchennadeln und Dreck sowie dem einen oder anderen offenen Deckenbereich. Insgesamt aber alles harmlos und kein Problem für Rennradler.

Unten in Diedenshausen (Foto Tag) gönne ich mir hinter der alten Mühle (nach rechts schauen, da sieht man das alte oberschlächtige Wasserrad in einer Überbauung aus Beton) einen Riegel und schätze den Durchfluss in dem kleinen Obergraben parallel zur Straße. Geschätzte 20 bis 30 l/s werden da wohl schmal und flach dahinplätschern.

Von Diedenshausen folge ich der L717 nach Wunderthausen (Foto Tag) . Schön – wie oft im Wittgenstein und hier besonders: kaum bis überhaupt kein Verkehr unterwegs. Nichts stört die Ruhe und das schnelle dahingleiten. Durch Wunderthausen folge ich der K 51 und der Beschilderung Richtung Wemlighausen. Hier geht es hoch bis aufs Kraftholz. Die steilere Variante ist die Anfahrt von Wemlighausen, die ich heute als Abfahrt unter die Räder nehme.

Im Talgrund angekommen wird aber stark verzögert – ich will rechts ab. Die nächste schmale, schöne Straße durch den Wald nehmen. Abgebogen wird also scharf bei der Beschilderung „Wittgensteiner Anglerparadies„. Hier darf man auch selber Angeln, oder sogar einen ganzen Weiher mieten oder einfach nur das ganze Jahr hindurch frischen Fisch kaufen. Ist ewig her – aber als Kind war ich hier mal und habe geangelt :). Heute folge ich aber den Wegweisern zum „Hof Dambach“ und werde mit einer weiteren Steigungsstrecke durch lichten Wald und schöne Gegend belohnt. Über den Höhenkamm komme ich dann hoch über Girkhausen mit tollen Blicken über die Täler aus dem Wald. Unten in Girkhausen angekommen beginnt die sanft abfallende Rollerstrecke, die mich heute auch mit Rückenwind schnell nach Bad Berleburg bringt.

Aus Bad Berleburg fahre ich über den Stöppel nach Berghausen und durch das Altmühltal finde ich die letzte Steigung des Tages nach Birkefehl. Hier lasse ich es nicht mehr ganz so stark angehen und fahre dann in der Folge über die kleinen Dörfer Birkelbach und Womelsdorf zurück nach Erndtebrück.

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Trainingstechnisch war das heute ein astreines Sweetspot-Training. Bei Zeitpunkt 1:54 h – 1:58 h waren die Pulswerte in der Originalaufzeichnung fehlerhaft (gingen bis zu 200 in der Abfahrt – wohl durch flatternde Windweste verursacht?). In Sportracks korrigiere ich solche Fehler – beim Direktupload zu Strava sind solche Sachen natürlich immer noch drin.

Distanz: 83,46 km, Höhenmeter: 1231 m, Zeit: 3 h 58 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,0 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,9 km/h, Durchschnitts-HF: 136

auf Strava:

http://app.strava.com/runs/7503922/embed/1e447c2748c6bb46c447b1c148a208c78b7a0697