Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten "Seenblick" stehend. Nun - statt mehreren Seen gab es ein einziges Meer - ein Meer von Wolken! :)

Königswinkel-Cross: Aus dem Nebel die Sonne erstiegen

Rad fahren

Herbsturlaub. Ich wollte mal eine Woche wandern. Ja – Schockschwerenot: Zu Fuß gehen. ;-) Na ok, das Rad habe ich trotzdem in den Kofferraum gepackt… :)

Zur Auswahl standen Dolomiten oder das Allgäu. Darauf fiel diesmal die Wahl. Wieso? In den Dolomiten bin ich oft und gerne. Deshalb hätte ich mir diesmal ein etwas anderes Eckchen ausgesucht. So Richtung Eggental. So ganz konnte ich mich da dann aber doch nicht für erwärmen. Im Oktober muss man dort schon schauen: Was hat noch offen, was macht gerade Urlaub, um im November wieder in die Wintersaison einzusteigen… Doch lieber wieder in’s Gadertal oder Richtung Seiser Alm etc.?

Hmm. Warum nicht mal das Allgäu. Entspannender Urlaub fängt mit kurzer Anreise an. Im Allgäu bin ich definitiv schneller als in den Dolomiten. Ich war auch noch nie bei den Königsschlössern. Und: #Crosstober. Cremacycles lud mal wieder zum Crosstoberfest. Interesse hatte ich ja schon. Aber wirklich mal mitmachen? Zwar wecken die sicher sehr tollen Rahmen- und Radkreationen von Ken Bloomer bei mir jetzt nicht den Habenwollen-Reflex, aber das Programm des Crosstoberfestes hört sich schon liebevoll ausgestaltet an.

Also Allgäu! Vorrangig aber tatsächlich zum Wandern und ein klein wenig Fotografieren und einfach nur zum erholen. Ich hatte mir den Hopfensee als Aufenthaltsort ausgewählt. Das erwies sich als eine tolle Ausgangslage. Das Hotel wäre auch super, wenn entweder das hoteleigene WiFi oder wenigstens das Mobilfunknetz irgendeinen Anschein von Geschwindigkeit gezeigt hätte. Beides war dort unterirdisch, so dass ich das Hotel leider nicht weiterempfehlen kann.

Zum Crosstoberfest hat es dann doch nicht gereicht. Eine Anreise am Freitag bereits war von meinem Terminplan nicht drin. So bin ich gemütlich am Samstag angereist. Somit war Crossrennen und die Crossklinik schon außen vor. Das Abendessen hörte sich interessant an. Aber zum einen war ich nicht alleine unterwegs und zum zweiten wollte ich dann nicht erst abends zu so einem Event zustoßen. Und nur den Sonntag zum Crossfondo mitfahren? Ich hatte das zunächst überlegt, aber mich haben da ein paar Dinge abgehalten: Registration nur für den Sonntag und kurzfristig beim Aufschlagen vormittags dort? Hmm, weiss nicht. Das Wetter für Sonntag war auch nicht super vorhergesagt, aber für Montag schon mit Sonne. Und der Hauptgrund: Mal die Gruppe dort kennenzulernen, wäre sicher nett gewesen, aber im Rahmen des letzten Teils eines Wochenendes sicher auch nicht optimal. Und wenn ich schon in einer landschaftlich tollen Gegend bin, dann möchte ich die in meiner eigenen Geschwindigkeit erkunden. Dort anhalten, wo ich will. Dort lange Fotos machen, wo ich will. Und die Umgebung in mich aufnehmen. Das geht nicht, wenn man mit der Gruppe beschäftigt ist, mit Leuten quatscht oder einfach nur dem Vordermann hinterher fährt – und aufpasst, dass man ihm nicht drauffährt.

Ok, also am Sonntag durch den Nebel wandern und direkt mal Neuschwanstein und die umherliegenden Wege erkunden und am Montag dann selbst auf den Crosser – so wurde es gemacht. :)

Schloss Neuschwanstein nahezu so weiß wie der Himmel - im Gegensatz zum bunten Herbstlaub.

Schloss Neuschwanstein nahezu so weiß wie der Himmel – im Gegensatz zum bunten Herbstlaub.

Um es vorweg zu nehmen: sooo viel Sonne hatte ich am Montag auch nicht. Aber es war noch der bei weitem beste Tag der Wanderwoche, die sogar Schnee brachte und sich standhaft weigerte, die Berge zu zeigen. Bis auf Mittwoch und Donnerstag morgen gab’s auch vom Hopfensee aus nix zu sehen.

Ich hatte mir aus GPSies und Strava-Kursen (auch des Crossfondos vom Vortag) meine eigene Radtour geplant. Vom Hopfensee aus ging es zunächst zum Weissensee, von dort zum kleinen aber sehr feinen Alatsee und über einen winzigen Höhenrücken dann herüber nach Österreich ins Vilstal. Immer noch keine Sonne, aber Hoffnung, dass sie so langsam dann doch den Hochnebel besiegen könnte. In Unterpinswang war es dann soweit. Und ich dachte, es würde noch besser… Naja, auf dem Talniveau war das der Höhepunkt. Recht bald kam wieder die übliche komplett dichte Hochnebelsuppe auf. Zunächst gab’s aber den ersten kurzen „Offroad“-Kontakt. Von Unterpinswang auf den Fürstenweg, der geschottert ein paar Serpentinen hoch und dann zu einem kleinen Grenzübergang im Wald führt.

Cxploring zwischen Tirol/Österreich und Allgäu/Deutschland in den Allgäuer und Ammergauer Alpen. Von Pinswang kommend auf dem Weg zum Alpsee mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1.

Cxploring zwischen Tirol/Österreich und Allgäu/Deutschland in den Allgäuer und Ammergauer Alpen. Von Pinswang kommend auf dem Weg zum Alpsee mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1.

Ab da wechselt dann bald der Fürstenweg zur Fürstenstraße und führt wieder asphaltiert aber recht reizvoll am Alpsee vorbei. Viele Sichtmöglichkeiten auf den See gibt es aber von dort nicht, da ist der Wanderstieg südlich der Straße besser geeignet.

Die Fürstenstraße am Alpsee im Herbstornat. So sah es auch bei meinem Königswinkel-Cross aus. Das Foto stammt aber von einer Wanderung drei Tage später.

Die Fürstenstraße am Alpsee im Herbstornat. So sah es auch bei meinem Königswinkel-Cross aus. Das Foto stammt aber von einer Wanderung drei Tage später.

Bei Hohenschwangau rollte ich durch das geschäftige Touristentreiben aus Besuchern aller Herren Länder und fand mich direkt nach einem der Autoparkplätze auf einem kleinen Singletrail wieder, der mich bald wieder als Wanderweg zur ausgebrannten Gipsmühle führte.

Von der ehemaligen Gipsmühle steht nur noch eine Fassade und dahinter ist noch etwas Holzgewerk, etwas Fluder und das rückschlächtige Wasserrad erhalten. Interessanterweise ist auf einer Tafel vor der Fassade ein unterschlächtiges Rad dargestellt. Seltsam.

Von der ehemaligen Gipsmühle steht nur noch eine Fassade und dahinter ist noch etwas Holzgewerk, etwas Fluder und das rückschlächtige Wasserrad erhalten. Interessanterweise ist auf einer Tafel vor der Fassade ein unterschlächtiges Rad dargestellt. Seltsam.

Ab hier hatte mich der Hochnebel und das trübe Wetter komplett wieder. Es war auch entsprechend nasskühl. Um die 5° C. Naja, man muss es halt nehmen, wie es kommt…

Weiter ging es über einen Wanderweg bis zur Talstation der Tegelbergbahn. Dort hatte mich der Asphalt wieder und jetzt kam der anspruchsvolle Teil. Jetzt ging es nach oben. :) Zunächst sehr lange über eine asphaltierte Forststraße. Der Asphalt war sicher nicht der tollste, aber hier überlegt ich schon, warum man so eine Strecke als Crossfondo betitelt. Das war bis jetzt alles super mit einem Rennrad befahrbar.

So ein, zwei Kilo weniger (Unterschied zwischen Crosser und Rennrad) wären gerade hier auch sicher angenehm gewesen. Denn hier ging’s jetzt steil und nicht zu knapp zur Sache. 520 Höhenmeter über 5,1 km war der Aufstieg zur Rohrkopfhütte. Also im Schnitt 10%. Das ist schon amtlich. Im unteren Part war ich noch voll im Exploring-Mode. Fand am Wanderparkplatz Drehhütte z.B. ein Schild zu einem Erlebniszentrum  Adlerhorst und bin aus Neugier in den Zufahrtsweg eingebogen und habe mir die Location kurz angesehen, bevor es dann weiter hinauf ging. Hinter dem Hammergraben packte der Anstieg dann auch den Hammer aus: Die restlichen 320 Höhenmeter wurden nie flacher als 14 % und das 1,5 km lange Stück bis zur Drehhütte hatte liebliche 17 % im Schnitt zu bieten. Am Abzweig vor der Drehhütte wechselte der Belag auf feinen Schotter und führt mit rd. 14 % weiter zum Rohrkopf. Der Nebel wurde auch heller. Würde es reichen, die Sonne zu sehen?

Mit dem Crosser an der Rohrkopfhütte. Nach rund 520 m Anstieg mit durchschnittlich 10 % und in Teilen im Schnitt 17 % kam ich endlich aus der zähen Suppe aus Hochnebel und tiefhängender Wolkendecke hervor. Aussicht gab es trotzdem keine. Aber Sonnenschein für's Gemüt. :)

Mit dem Crosser an der Rohrkopfhütte. Nach rund 520 m Anstieg mit durchschnittlich 10 % und in Teilen im Schnitt 17 % kam ich endlich aus der zähen Suppe aus Hochnebel und tiefhängender Wolkendecke hervor. Aussicht gab es trotzdem keine. Aber Sonnenschein für’s Gemüt. :)

Jaaaa, es reichte. Soeben. Eigentlich hatte ich gehofft, vielleicht von dort oben das Schloss Neuschwanstein sehen zu können. Ist das von da aus möglich? Ich weiss es nicht. Eine Nebelzunge leckte immer wieder über den Hang. Trotzdem. Hier hielt ich sofort an und fotografierte das Schauspiel auf unterschiedliche Weise und freute mich an der Sonne. Hmm – das war leider noch mitten im entsprechenden Strava-Segment. ;-)

Aber egal, darauf kam’s mir nicht an und das hatte ich ja auch schon unten beim Abzweig zum Adlerhorst verbummelt. ;-) Interessanterweise wurde ich hier oben gleich zweimal auf mein Rad angesprochen. „Wie kommst du denn wieder runter?“ Ähh, mit dem Rad…  Und ein anderer Wanderer etwas später „Ist das eigentlich ein gutes Rad für solche Wege?“ ;-)

Ich überlegte kurz, bei der Rohrkopfhütte einzukehren. Aber für draußen war’s zu kalt und der Nebel schwappte immer über die Terasse. Und das Rad bei der doch heute gut frequentierten Hütte einfach draußen stehen lassen, wollte ich auch nicht. Also ging’s bald weiter. Riegel habe ich auch keinen gegessen. Vielleicht hatte ja die Drehhütte auf… Nein, hatte sie heute nicht. Dann später unten im Tal? Nein, da war nichts ansprechendes. Am Forggensee? Ah nee, keine Außengastronomie – alles kalt und trübe und irgendwann auch spät… Resultat mal wieder: nix gegessen außer irgendwann ein Riegel. Hmm, geht doch – extra energiesparend und fettstoffwechselfördernd unterwegs… Natürlich fehlte dann am Abschluss entlang des Forggensees und den lustigen kleinen (wirklich klein und sanft) Wellen des Allgäus der Druck auf dem Pedal.

Aber soweit war ich ja noch nicht. Erst mal wurde vom Rohrkopf wieder in den Nebel hinabgetaucht. Kurze Abfahrt über den Schotterweg, dann an der Drehhütte vorbei über einen etwas steinigen Wanderweg, der alsbald schmal und sehr steil wurde. Ah ok. Eine kurze Tragepassage, dachte ich.

Yours truly mit Sack und Pack :) Der Sack ist mein getreuer Camelbak Blowfish, den ich wegen seiner schmalen Ausmaße gerne nutze und das Pack ist das in bester Crossermanier geschulterte Giant TCX Advanced Pro 1.

Yours truly mit Sack und Pack :) Der Sack ist mein getreuer Camelbak Blowfish, den ich wegen seiner schmalen Ausmaße gerne nutze und das Pack ist das in bester Crossermanier geschulterte Giant TCX Advanced Pro 1.

Für solche Touren habe ich ab und an auch mal einen Rucksack dabei. Hier habe ich dann zwar nie eine Trinkblase, aber Kleinkram, der sonst in den Trikottaschen ist, dabei. Und die Micro Four Thirds Ausrüstung. Heute bestehend aus der Olympus OMD E-M5 und drei Objektiven (7-14, 20 und 45 mm).

Ich wusste nicht, was danach noch kommt. Hier sieht es ja noch ganz harmlos aus...

Ich wusste nicht, was danach noch kommt. Hier sieht es ja noch ganz harmlos aus…

Neblig isses.

Da geht's hoch.

Da geht’s hoch.

Bäume im Nebel

Wirklich neblig.

Aber wenn man nach oben schaut…

Aufstieg zum Pechkopf

Aufstieg zum Pechkopf

Ich hoffte, dass ich nochmal in die Sonne kam. Und dass der Weg, der nun immer schmaler wurde, bald wieder befahrbar wurde.

Wurde er aber erst mal nicht. Sondern entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Bergpfad, steil am Hang klebend. Puh, dachte ich. Wenn ich hier wieder umdrehen müsste, hätte ich ein Problem. Und: hier kann doch keiner ernsthaft eine Gruppenfahrt hoch geplant haben… Ist doch viel zu eng und mit dem Rad bergseits muss man ja fast Angst haben, entweder an einem Busch hängen zu bleiben oder abzusegeln…

Naja, wenigstens war ich bald aus dem Nebel und plötzlich…

Einen steilen Bergsteig emporkletternd stieß ich plötzlich aus den Wolken hervor. Ich fand diese überwältigende Aussicht über das Wolkenmeer. Vor mir linkerhand der Tegelberg.

Einen steilen Bergsteig emporkletternd stieß ich plötzlich aus den Wolken hervor. Ich fand diese überwältigende Aussicht über das Wolkenmeer. Vor mir linkerhand der Tegelberg.

Ohhhh! Ahhhh! Wow! Berge! Endlich. Dafür hatte sich die Plackerei gelohnt. Sonne! Aussicht! Etwas herbstliche Wärme. Hach. Da musste ich doch sofort diverse Fotos machen. Oben und unten je ein Panorama aus mehreren Aufnahmen.

Tegelberg und Wolkenmeer

Alles mitten in diesem steilen Pfad.

Velo-Mountaineering und Crossploring at it's best! Mit dem Rad am Berg. :)

Velo-Mountaineering und Crossploring at it’s best! Mit dem Rad am Berg. :)

Hier dachte ich noch: Ok, hier ist keiner am Sonntag hergekommen, du hast da was anderes geplant. Bis weiter oben der Pfad am Kamm tatsächlich wieder flacher und befahrbar wurde und ich dort auf dem Boden ein Cinelli-Lenkerendstopfen fand… Donnerwetter! Geiler Scheiß, Ken, das als Gruppenevent zu planen. :)

Und später auf Strava habe ich gesehen, dass das sogar als Segment angelegt wurde. :)

Extra-Credit, haha :)  Natürlich weisse ich von den 21 Befahrern den abgeschlagen letzten Platz auf. Aber von den anderen hatte auch keiner Sonne und einen solchen Ausblick da. :)

Oben teilte mir dann ein Wegweiser mit, dass ich mich auf 1400 m Höhe und am Pechkopf befand.

Wanderwegweiser und Crossrad.

Wanderwegweiser und Crossrad.

Yay, ein flowiger Singletrail:

Singletrail am Pechkopf

Singletrail am Pechkopf

Der wurde alsbald etwas tief, so dass ich zum ersten Mal etwas Matsch aufsammelte. Und ich fand mehr Spuren von schmalen Reifen. Und sehr bald öffnete sich der Wald und ich war auf einer ebenfalls noch in der Sonne liegenden kleinen Alp.

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 auf dem vorderen Mühlberger Älpele

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 auf dem vorderen Mühlberger Älpele

Lensflare und Purple Flare Galore. Das Pana 7-14 ist an der OMD 'ne ganz besondere Bitch. Hier passt es ganz gut.

Lensflare und Purple Flare Galore. Das Pana 7-14 ist an der OMD ’ne ganz besondere Bitch. Hier passt es ganz gut.

Aha, mein weisser Bruder: Hier sind sie vorbeigekommen. Die Spuren sind höchstens einen Tag alt… ;-)

Spuren

Hmm, schön so in der Sonne. Doch es führte kein Weg daran vorbei. Ich musste wieder herunter vom Berg. Und damit in die Wolken und den Nebel…

Wolkenmeer, die Zweite.

Wolkenmeer, die Zweite.

Zuvor kam ich an einem Punkt vorbei, der auf Openstreetmap den Eintrag „Seenblick“ hat. Ich hatte mir ihn extra als Waypoint markiert.

Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten

Auf meiner Königswinkel-Cross-Tour mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1. Hier vom Pechkopf (ein kleiner Gipfel auf 1400 m über dem Meer) kommend und am so genannten „Seenblick“ stehend. Nun – statt mehreren Seen gab es ein einziges Meer – ein Meer von Wolken! :)

Seen gab’s nicht zu sehen. Aber anstelle dessen ein Meer – ein Wolkenmeer. Für mich eines der schönsten Bilder der Tour. Ein ganz tolles Naturschauspiel, ein wunderbares Herbstseitenlicht. Der blaue Crosser ein toller Farbtupfer im herbstlichen und hohen Gras… eine schön ausbalancierte Komposition – für mich stimmt hier alles im Bild (als Fotograf hat man ja eigentlich an allen seinen Bildern etwas zu kritteln… :)

Ein letzter sehnsuchtsvoller Blick das Sträßlein hinauf…

So unterschiedlich kann der Aufstieg zum Älpele sein. Eine kleine Forststraße wie hier. Oder ein steiler, schmaler Bergpfad, wie auf der anderen Seite des Pechkopfes...

So unterschiedlich kann der Aufstieg zum Älpele sein. Eine kleine Forststraße wie hier. Oder ein steiler, schmaler Bergpfad, wie auf der anderen Seite des Pechkopfes…

… und dann ging es endgültig wieder in den Nebel hinein. Die Temperaturaufzeichnung meines Garmins zeigt sehr schön die kurzen Sonnenmomente am Berg:

Temperaturkurve

Im Schnitt 6 °C für die gesamte Tour. Im Tal bzw. Vorland immer bei oder unter 5 °C und dann scharfe Peaks auf 21 °C in der Sonne oben am Rohrkopf und dann am Pechkopf. Dann wieder Bibbern bei nebelfeuchtkalten 4 °C…

Die Abfahrt war ganz nett, führte teils über Waldwege und teils über asphaltierte Forststraßen. Alles in allem schätze ich für die gesamte Tour 60 % Asphalt (Straße, Radweg, Forststraße), 24 % glatter Forstweg, 10 % rauherer Forstweg (trotzdem super zum drüberrollen), 3 % Singletrail und 3% Gebirgssteig (Tragepassage). Also, wenn man nicht zu zimperlich ist und vielleicht generalisiert: Anstelle den 3 % Gebirgssteig hätte man ein Rennrad auch noch über die 3 % Singletrail tragen können und den Rest einfach mit dem Renner (aber dann guten Reifen) fahren können. Trotzdem war der Crosser sicher die bessere Wahl. Zumal mein TCX Advanced ja auch ein super Roller und Tourer ist. Die Clement X’Plor USH Reifen sind dafür wie gemacht!

Es gab im Tal ab Halblech noch eine schöne Hatz über einen sanft abfallenden, aber teils doch etwas gröberen (hielt sich aber in Grenzen) Wald- bzw. Schotterweg entlang eines Bergbaches mit gleichem Namen. Da war sicher der Crosser auch wieder besser als ein Rennrad. Hatte auch Spaß gemacht, da Schub zu geben. :)

Danach umrundete ich dann den Forggensee auf seiner Ost- und Nordseite. Aussicht gab’s leider keine. Soweit, dass ich mich deswegen in’s Wasser stürze, ist es dann soeben nicht gekommen… ;-)

Am Forggensee

Am Forggensee

Ob man hier jemals Berge sehen kann…?

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 im Forggensee.

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 im Forggensee.

Gut, ich hätte mir eine herbstliche Tour im Allgäu auch ganz anders vorstellen können. War überwiegend halt einfach nur zu kalt für die Jahreszeit und ohne Aussicht. Dafür an wenigen Stellen aber um so grandioser! Ich bin froh, dass ich auf diese Weise den Königswinkel mit dem Crosser erkunden konnte. :)

Ich habe die Tour auch auf GPSies abgelegt. Ihr könnt Sie euch dort anschauen und herunterladen.

Natürlich steht sie auch auf Strava. Hier die Tourdaten:

Distanz: 76,8 km, Höhenmeter: 1398 m, Zeit: 06 h 56 m (brutto), Durchschnittsgeschwindigkeit: 11,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 16,2 km/h, Durchschnitts-HF: 123

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Aufwärts zum Sustenpass. Das wunderschöne Gadmental.

Rennradurlaub in der Schweiz

Rad fahren

Aufwärts zum Sustenpass. Das wunderschöne Gadmental.

Ich komme gerade von einer ganzen Urlaubswoche in der Schweiz zurück.

Ein effektives (so hoffe ich) Trainingscamp und ein schöner, erholsamer Urlaub liegen nun hinter mir.

Zum ersten Mal war ich in einem dediziertem Rennrad-Urlaub, zum ersten Mal bin ich eine ganze Woche Pässe gefahren (und zwar sowohl sehr schöne, als auch sehr steile) und war dabei im 3×2 Modus unterwegs. Also jeweils 2 Tage Training, ein Tag Erholung. Den verbrachte ich jedesmal oben auf dem Grimsel. Komplett entspannen, mal eine Führung durch die KWO (Kraftwerke Oberhasli), ansonsten einfach nur auf der Höhe (so zwischen 1800 und 2300 m über dem Meer) sein, entspannen, lesen, die Stauseen anschauen.

In Zahlen:
637,4 km und 12.680 Höhenmeter waren es insgesamt.

In Steno:
Landschaft, Wälder, Berge, Seen, Pässe und Gipfel – allererste Luxusklasse.
Knackig steile Anstiege, tolle Abfahrten, quälend schöne Ausblicke – einfach genial!

Auf Strava:
Alle Rides als Gesamtübersicht im Multiple segment mapper.

Die einzelnen Tourberichte folgen. :)

Ah ja, irgendwie hat sich das WisentWelt Wittgenstein und Radteam Maskottchen mit in’s Trainingslager geschmuggelt…

Wisent Paulchen knüpft im Trainingslager Kontakte zu den Einheimischen. Beobachtet am Oberaarstausee, Grimsel, Oberhasli.

Curves Magazin Ausgabe Schweiz / Italien: Borders

Mein Curves Magazin ist angekommen

Fotografie, Rad fahren

Curves Magazin Ausgabe Schweiz / Italien: Borders

Heute war mein Curves Magazin in der Post. Es ist die Ausgabe Nummer 2. Borders: Entlang der schweizer-italienischen Grenze.

Laut dem Verlag Delius Klasing sei CURVES ein Magazin für Menschen, die schon die Planung einer Reise zelebrieren. Für die Schwärmer und Schwelger, die die Fahrt im Geiste durchleben, bevor sie sich dem echten Abenteuer hingeben.

Großformatige Fotos, oft auch Luftaufnahmen.

Im Rahmen einer fünftägigen Reise werden Stilfser Joch, Albula, Flüela, Maloja, der alte Gotthardpass, die „Tremola“, Susten-, Grimsel-, Furka-, Simplon und der San-Bernadinopass mit Geschichten, Insiderwissen und vor allen Dingen tollen Fotos von Stefan Bogner präsentiert.

Dafür habe ich gerne die 15,- Euro ausgegeben. Da trifft es sich gut, dass ich wohl in Bälde selbst mal wieder gen Schweiz aufbrechen möchte. :)

Mehr Info und Bestellmöglichkeit hier auf der Seite zum Curves-Magazin.

October Rides, Part 2: Die Sellaronda in den Dolomiten mit dem Rennrad

Rad fahren, Uncategorized

Nach dem tagesaktuellen Blog zur vorgestrigen Ausfahrt geht es weiter geht’s mit dem Posts nachholen. Zwei habe ich noch. Es ist wieder Oktober, zweite Woche und wir sind in den Dolomiten :).

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Ich glaube, ich bin verliebt. In die Dolomiten. Ich bin ja oft und gerne in den Alpen unterwegs. Sie sind mein bevorzugtes Urlaubs- und Fotoreiseziel. Und – seit ich letztes Jahr intensiv mit dem Rennrad fahren begonnen habe – auch der Ort, wo es die ganzen mythischen Pässe gibt, die man als Rennradfahrer gerne selbst unter die eigenen Räder nehmen möchte. Mythische Pässe (z.B. aus der Historie des Giro d’Italia), die gibt es aber auch in den Dolomiten. Und auch tolle Fotomotive, wohin das Auge blickt.

So mag es verwundern, dass ich nun in diesem Oktober tatsächlich zum ersten Mal die Dolomiten selbst besucht habe (während ich durchaus schon zwei, drei Mal in Südtirol, nahe dran oder durch es hindurch gefahren war).

Was soll ich sagen? Eine wunderbare Woche im Oktober mit kristallklaren Fernsichten, blauem Himmel, täglichem Alpenglühen-Schauspiel, kleinen Pässen und schöner Gegend satt. Da der Oktober, wie ich gelernt habe, auch komplette „Nicht“-Saison ist (Nebensaison wäre noch übertrieben), war es auch überall schön ruhig und es gab wenig Verkehr. Der Nachteil ist halt, dass fast alle Bergbahnen und nahezu sämtliche Berghütten Ende September schon den Betrieb einstellen. Auch offene Restaurants und Gaststätten findet man nicht überall. Das fand ich schon sehr interessant, denn der Oktober scheint mir gerade in den Dolomiten _der_ Monat für wunderbare Herbstwanderungen zu sein.

In der Woche bin ich hauptsächlich gewandert (die Fotoergebnisse werden nach und nach auf meinem Flickr-Account zu finden sein), wollte aber auch unbedingt an einem Tag mal ein paar Pässe fahren. Seit meiner Dreiländergiro-Teilnahme in diesem Sommer durch das Stilfser Joch „angefixt“, juckt es mich jedesmal, wenn ich in die Nähe von bekannten Pässen komme. Das war letztens in Sölden der Fall, wo ich mir an einem Tag ein Rad für das Bezwingen des Timmelsjoches auslieh, und das war auch wieder so bei der Planung dieser Urlaubswoche in den Dolomiten. Passo Giau, Passo Pordoi, Mortirolo, das sind nur einige der klingenden Namen die zur Seele des italienischen Radsports gehören.

Und dann der Maratona dles Dolomites (http://www.maratona.it/home.php). Schon im letzten Frühjahr überlegte ich, ob das mein diesjähriges Saisonziel werden sollte. Er war mir dann für meinen ersten Alpenmarathon etwas zu groß und es gab dann auch schon keine Plätze mehr. Seine Strecke, die zunächst mit der Sellaronda startet, schien mir die weitestgehend mögliche Essenz dieser Pässe zu einer einzigen Tagesrundfahrt zu sein. Die Sella Ronda, ja, die wollte ich fahren!

Am Sonntag, dem Anreisetag, hatte es frisch geschneit. Schon vor der abendlichen Ankunft in St. Kassian hatte ich daher meine ersten Aufnahmen von frisch gezuckerten Dolomitengipfeln im Abendlicht im Kasten :). Den Montag, der etwas wolkig vorausgesagt war, verbrachte ich mit einer ersten Erkundung der näheren Umgebung per Auto. D.h. ich fuhr erst mal die Sellaronda mit dem Auto, schaute mal hier und da, schaute mir unter anderem schon das Fausto Coppi Denkmal auf der Passhöhe des Pordoi und auch den dort ebenfalls, allerdings erst in diesem Jahr aufgestellten, Gedenkstein zu Ehren von Gilberto Simoni, der seine lange Karriere bei Lampre und auf Wilier Triestina Rennrädern beendete. Deswegen wurde sein Wilier Triestina Cento Uno, mit dem er im letzten Jahr in die Arena von Verona einrollte, nun diesem Fels eingelassen. Bin gespannt, wie lange das halbwegs ansehnlich bleibt…

[Kehre 21 des Passo Pordoi am Montag in frischem Schnee. Mal Blick bergan, mal Blick gen Tal]

[Raggiungere i propri sogni scalando una montagna è la vittoria più bella.]

Am Mittwoch war es dann soweit: Nach dem Frühstück fuhr ich zum nahegelegenen Alta Badia Bike Center in St. Kassian (http://www.altabadiabikes.com/). Dort lieh ich mir für den Tag ein DeRosa Rennrad. Ein schönes Carbonrad, ausgestattet mit Ultegra Compact Gruppe. Sehr zu empfehlen, der Shop. Top und netter Service, gut gewartete, qualitativ gute Bikes und man bekommt Satteltasche samt Ersatzschlauch, CO2-Patrone und Trinkflasche dazu. Die Trinkflasche durfte ich sogar behalten. Für die 35 Euro hätte ich das Rad bis zum nächsten Tag um 9 oder 11 Uhr behalten dürfen.

Zurück zum Hotel und in die Radklamotten gestiegen (nicht ohne Grübelei, was nun direkt angezogen wird und was ich alles mitnehmen muss – und vor allem, wo ich es samt Powershot S95 und Verpflegung unterbringe). Resultat war, dass ich die mitgelieferte Satteltasche dankend angenommen habe, aber den Ersatzschlauch samt CO2-Patrone und Reifenheber rausnahm und meine Vaude-Windjacke samt Knog-Patches Kit darin unterbrachte.

[Ein De Rosa Rennrad in Arraba. Im Hintergrund der Sellastock]
Los ging es bei traumhaftem Wetter in kurz-kurz. Zunächst von St. Kassian hinunter nach Stern, bzw. La Ila aka La Villa (im Ladinischen sind alle Ortsbezeichnungen dreisprachig). Stern ist auch der Startort des alljährlich stattfindenden Maratona dles Dolomites. Von Stern aus führt die Strecke leicht ansteigend zum kurz darauf folgenden Corvara. Ich wollte die Sellaronda im Uhrzeigersinn fahren. Dies ist wohl die am häufigsten gewählte Variante, da sie auch den großen Vorteil bietet, dass man quasi mit der Sonne fährt. Es ist auch die Richtung, die der Dolomiti nimmt. D.h. von Corvara aus ging es als ersten Pass auf den Campolongo. Dessen Passhöhe liegt bei 1875 m und er bietet somit vom bei rund 1500 m hoch liegenden Corvara kommend einen willkommenen, nicht allzu langen und hohen Einstieg in die Sellaronda. Oben an der Passhöhe verlässt man auch Südtirol und befindet sich nun bis zur Passhöhe des Pordoi in der Region Venetien, der Provinz Veneto.

Von der Passhöhe sind es nur rund 5 km Abfahrt, bevor der Talort Arraba erreicht wird. Bis zum Ende der Sellaronda, der Wiederankunft in Corvara, wird es der einzige richtige Talort und auch der einzige richtige Ort, der durchfahren wird, sein. Denn alle weiteren Passabfahrten (und folglich auch Auffahrten) werden im Rahmen der Sellaronda nicht bis zum nächsten Talort befahren sondern es geht jeweils vorher von einer Abfahrt direkt per Abzweig in den nächsten Aufstieg, um den Sellastock zu umrunden.

[Hallo vom Pordoi (direkt hinter Kehre 21) mit dem Sellastock im Rücken]

Aus Arraba weiterfahrend aber kann der nun folgende Pass mit Fug und Recht als komplett vom Tal bis Passhöhe befahren ins eigene Palmarès eingetragen werden: Der Passo Pordoi! Die 33 Kehren des Campionissimo. Fausto Coppi erreichte zwischen 1947 und 1954 viermal als Erster den 2239 m hohen Sass Pordoi. Unterbrochen wurde seine Serie, sofern der Pordoi Etappe des Giro war, nur 1950 durch Jean Robic und 1953 durch Hugo Koblet. Daher wurde ihm zu Ehren auch ein Denkmal dort aufgestellt. Und zwar ein recht aufwendiges und, wenn ich das mal aus Fotografensicht bewerten darf, endlich auch mal eines mit einem ordentlichen, bzw. nicht durch beliebige Bauten zugestellten, Hintergrund. Eine Besichtigung und Fotos waren natürlich Pflicht.

[Fausto Coppi Denkmal]

[passo Pordoi m. s.l.m. 2239]

Aber schon vor dem Erreichen der Passhöhe ist der Pordoi aller Ehren wert. Tolle Aussichten hat jeder Pass der Sellaronda, aber besonders beim Pordoi empfand ich die vielen Kehren als besonders elegant von der Strecke aus zurückblickend in die Landschaft eingebettet. Mit einer Maximalsteigung von 8% ist er auch wunderbar zu befahren. Ob das ein Grund ist, warum der Giro bereits 35 mal den Passo Pordoi erklommen hat?

[Wunderbarer Rückblick auf die Kehren des passo Pordoi von Arraba kommend]

Oben auf dem Pordoi ziehe ich mir für die folgende Abfahrt allerdings erstmal Beinlinge an und auch die Windjacke über. Auf über 2000 Meter wäre es auch ohne Wind im Oktober sehr kühl. Mit Fahrtwind sehr kühl und mit der frischen Brise, die dort oben weht, definitiv zu kühl, um kurz-kurz abzufahren.

[Abfahrt vom Pordoi]

Der Belag ist super, aber ich komme kaum zum Fahrt aufnehmen. Zu toll die Ausblicke, zu oft der Impuls, anzuhalten und ein paar Fotos zu machen. Herrlich! Aber es ist ja auch nicht sehr weit. Nach etwas über 6 km ist bereits der Abzweig zum nächsten Pass erreicht. Auf geht’s zum Sellajoch. Aber zunächst mal wird sich wieder der Beinlinge und der Windjacke entledigt. Es ist Herbst und ich bin in den Bergen – da ist bei gutem Wetter halt etwas Kleidungsakrobatik angesagt :).

[Blick auf die Langkofelgruppe]

Der Anstieg zum Sellajoch ist schon etwas steiler als der Passo Pordoi. Es werden im Maximum wohl an die 11 % gewesen sein. Aber immer noch nichts ernsthaftes. Man ist aber doch schon etwas mehr beschäftigt als bei der vorhergehenden Auffahrt. Aber die Blicke sind nach wie vor traumhaft. Teilweise kommt man den senkrechten aufragenden Wänden ganz nahe – überwältigend. Und auf dem Sellajoch selbst bietet sich dann ein toller Blick auf die Langkofelgruppe. Gut, dass sich der Betrieb im Oktober in Grenzen hielt. Wenn hier im Sommer Heerscharen von Touristen kreuz und quer über die Straße laufen bzw. überall Autos parken und Busse die Pässe hoch- und herunterkriechen… So aber war es sehr angenehm. Wenn auch windig. Noch windiger als am Pordoi. Noch bevor ich meine Haferkekse rausholte oder mich der Fotografie widmete, zog ich daher erstmal sowohl Beinlinge, Armlinge und Windjacke an sowie den Buff als Helmunterzieher an.

Nach dem Snack und ausgiebigen Aufnehmen des dargebotenen Panoramas ging es in die Abfahrt. Auch die war mit rund 5 km fast viel zu schnell wieder zu Ende und der Einstieg zum Grödner Joch erreicht. Dessen Bezwingung erwies sich als relativ leicht, liegt doch der Einstieg schon auf rund 1900 m Höhe und die verbleibenden etwas über 200 Höhenmeter verteilen sich auf eine dreigeteilte Strecke: ein Drittel Anstieg, ein Drittel flach, ein Drittel Anstieg. Auch hier bieten sich tolle Ausblicke auf die Langkofelgruppe und auf Cir-Spitzen und Puez-Gruppe.

War der Anstieg zum Grödner Joch auch nur sehr kurz, so konnte ich nun eine umso längere Abfahrt genießen. Über rund 10 km ging es hinab bis in Corvara die Sellaronda komplett war. Von dort rollte ich wieder auf leicht abfallender Strecke hinab bis nach Stern, fuhr dann aber noch etwas weiter bis Badia um eine kleine Schleife über St. Leonhard und die Wiesen bis nach St. Kassian anzuschließen. Ich wollte halt noch etwas auf dem Rad sein und mir auch noch ein paar Ecken im Gadertal auf zwei Rädern anschauen. Bald darauf kam ich wieder in St. Kassian bei meinem Hotel an.

Was eine tolle, geniale Tour! Überwältigende Landschaft, wunderbare Aussichten und ein wunderschön sonniges Oktoberwetter. Hier werde ich auf jeden Fall noch öfters mit dem Rennrad unterwegs sein. Ein Termin dafür steht auch jetzt schon fest: am 1. Juli 2012 findet der Dolomitenmarathon statt. Nach dieser Tour will ich auf jeden Fall teilnehmen. Auf die Verlosung wollte ich mich nicht verlassen, also habe ich ein Pauschalpaket samt Unterkunft schon jetzt gebucht und bin mit Glück noch über die Warteliste hineingerutscht. Dolomiten, ich komme wieder :)

Distanz: 75,6 km, Höhenmeter: 2045 m, Zeit: 5 h 41 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 13,3 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 18,6 km/h, Durchschnitts-HF: 132

auf Garmin Connect:

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/122237842

auf Strava:

http://app.strava.com/rides/1951285/embed/1cd2651846c28f8c227e3b2fd454aec81567f691

Timmelsjoch und Venter Tal

Rad fahren, Uncategorized

Ein Aufenthalt mit Bekannten in Sölden; Kurzurlaub bzw. luxuriös verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Dienstag mit dem Ziel, am Sonntag zur Siegerlandhütte zu wandern und nach Übernachtung dort am Montag wieder hinunter nach Sölden zu wandern.

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Aber da ist ja noch der Freitag und Samstag. Und das Timmelsjoch. Angefixt vom Dreiländergiro und meinem ersten Alpenbesuch mit dem Rennrad ist mir klar: da nehm‘ ich doch das Rennrad samt Klamotten mit und nutze einen Tag allein für mich und entweder eine Tour über das Timmelsjoch oder zum Rettenbachferner. Das Mitnehmen des Rades scheitert leider in buchstäblich letzter Minute aufgrund Epic Fails von Europcar. „Alle unsere Wagen sind sorgfältig gewartet und auf tadellose Ausrüstung kontrolliert“ – so etwas findet sich sinngemäß auf kleinen Schildern, die in dort gemieteten Wagen baumeln. My Ass! Der eigentlich vom meinem Kollegen weit im Voraus reservierte Vito wies bei Abholung am Vorabend allerdings völlig heruntergefahrene Reifen, einen getapeten Kotflügel und eine Servicemeldung im Tacho, dass die letzte Inspektion seit 30.000 km überfällig sei, auf! Der Ersatzwagen, ein Citroën C4, bot allerdings soeben Platz für alle Mitfahrer samt normalem Gepäck – aber ohne ein Fahrrad.

So nahm ich trotzdem meine Radklamotten mit und wollte mir in Sölden ein Rennrad leihen. Nur an welchem Tag? Freitag 30/70 Prozent Regenwahrscheinlichkeit vormittags/nachmittags, Samstag 40/80 Prozent. Na toll. Sommer geht anders. Aber sei’s drum – je schlechter das Wetter, um so epischer der Passerfolg, oder? ;-)

Und so lieh‘ ich mir am Freitag Vormittag also bei Sport-Brugger (gleichzeitig BMC-Testcenter) ein hübsches BMC Roadracer SL01. 35 € für einen Tag sind allerdings eine Ansage und kein billiges Vergnügen. Wenigstens war das Rad dafür ein feines Teil und mit Shimano Ultegra Compact und 11-27 Ritzelpaket hinten adäquat ausgestattet. Fährt sich gut, muss ich sagen. Kommt für mich aber nicht ganz an mein Wilier GranTurismo ran. Was auch etwas störend war, war die Resonanz der innenverlegten Züge bei schlechtem Belag, wie z.B. bei gefräster Fahrbahn. Das ist bei meinem Wilier deutlich besser.

Leider hatte ich keinen Quartermount für meinen Garmin Edge 800 dabei und Sport-Brugger konnte mir leider auch keinen leihen (tsts, schlecht sortiert – Garmin ist nun wirklich einer _der_ Radcomputerhersteller, insbesondere, wenn GPS involviert ist). Flaschenhalter war auch nur einer am BMC montiert. Was ich mir auch noch gewünscht (und bei dem Wetter gebraucht hätte) wäre eine kleine Rücklicht-LED-Lampe und ein Frontstrahler. Im Rückblick muss ich sagen: stolzer Preis, Sport-Brugger, dafür muss eigentlich noch mehr kommen! Für Vorne hatte ich ein Knog Froglight dabei, für hinten konnte ich aufgrund der eckigen BMC-Sattelstütze meine mitgebrachte Leuchte leider nicht montieren. Na, wenigstens konnte ich im Nebel und in den Galerien und kurzen Tunnels für entgegenkommende Fahrzeuge etwas Positionslicht zeigen. Der Garmin wurde kurzerhand in die Rückentasche gestopft und daher kann man der von ihm aufgezeichneten Temperatur keine Bedeutung beimessen.

Apropos Temperatur: Sonne lies sich keine blicken und ab der Mautstation des Timmelsjoch war ich in der Wolkendecke angelangt. Für den Aufstieg war daher die Temperatur ideal. Für die Abfahrt allerdings… Brrr.

Ich hatte mich also doch für das Timmelsjoch (Quäldich.de Eintrag) entschieden. Von Sölden aus führt die Straße zunächst steil ansteigend aus dem Ort heraus, um dann leicht nach Zwieselstein abzufallen. Von dort beginnt der Aufstieg zum Timmelsjoch, der allerdings erst ab dem Abzweig vor Obergurgl so heisst. Wenige Kehren später (die Strecke von Sölden aus hat eigentlich kaum Kehren) kam ich schon an der Mautstation vorbei und war ab da in den Wolken. Kurz darauf begann die Straße deutlich abzufallen und ich frug mich schon, ob dass gerade eben die Passhöhe darstellen sollte. Aber so ganz ohne Schilder? Und jetzt schon? Aber da ging es auch schon wieder im Nebel weiter bergauf. Man konnta aber noch weit genug sehen, um den sich langgestreckt das Hochtal entlangziehenden Straßenverlauf und die noch bevorstehende Leistung erahnen zu können.

Immer mal wieder einige Trekking- und Rennradfahrer überholend, die allerdings alle mehr oder weniger Gepäck am Rad hatten (zählt also nicht, Grummel ;-)) arbeitete ich mich doch verhältnismäßig locker und gleichmäßig nach oben. Obgleich ich zum ersten mal mit einer Compact-Übersetzung und nicht mit Dreifach-Kettenblatt vorne (also 34-27 anstelle 30-27) in den Alpen unterwegs war, ging das erstaunlich gut. Fein! Erst kurz vor der Passhöhe holte mich ein Rennradfahrer ein, mit dem ich ein paar Worte wechselte und anschließend gemeinsam in der Hütte am Pass einen Cappuccino trank. Dort trafen wir noch ein Trio, das gerade eine Alpenüberquerung per Pedes durchführte.

Da es auf italienscher Seite auch nicht besser aussah, fuhr ich danach wieder Richtung Sölden ab. Aua! Hätte ich nur meinen Buff dabei gehabt. Bis auf’s Gesicht passte alles: Die Seal Skinz Socken in den Rennradschuhen ohne Überzieher: perfekt. Beinlinge: gut und Muss. Über der Mavic Softshell (drunter Langarm-Funktionshemd und Kurzarm-Trikot) für die Abfahrt noch die Vaude Air Windjacke gezogen: sehr zu empfehlen und voll ok. Handschuhe: natürlich. Aber das Gesicht: meine Herren, das war …kalt. Konnte kaum das Zähneklappern unterdrücken; die Kiefermuskeln waren ordentlich am zittern… Obendrein war’s im oberen Teil nun am Nieseln und die Straße war feucht. Nicht fein.

Immer noch ohne Sonne wechselte ich ab da in den Sightseeing-Modus. Bog nach Obergurgl ab und radelte kurz durch den winzigen, aber sehr effektiv durch den Wintersport verschandelten Ort und wieder zurück auf die Abfahrt Richtung Zwieselstein. In Zwieselstein bog ich links in das Venter Tal (Quäldich.de Eintrag) ab. Sehr schönes Tal. Wie ein verdichtetes und hochkonzentriertes Ötzal war mal links, mal rechts ein hübscher kleiner Wasserfall zu sehen, der in die Venter Ache stürzt.

Vent selbst… naja, bot jetzt auch nicht so viel mehr zu sehen als Obergurgl. Dennoch, eine lohnenswerte Stichfahrt in ein sehr reizvolles Tal.

Ich fuhr dann wieder nach Zwieselstein und anschließend nach Sölden zurück, drehte im Ort noch ein paar Runden und gab dann anschließend sehr zufrieden das geliehene Rad zurück.

Distanz: 78,14 km, Höhenmeter: 2116 m, Zeit: 5 h 23 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,5 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 18,2 km/h, Durchschnitts-HF: 129

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/103664861