Zelt, Tarp oder Bivy – Shelter für das Atlas Mountain Race

Da ich im Februar beim Atlas Mountain Race starten werde, bin ich mitten in den Vorbereitungen. Dazu gehört das Überprüfen meiner Ausrüstung im Hinblick auf die spezifischen Bedingungen dieses Rennens. Darunter fällt das Terrain (Arten der Untergründe von asphaltierter Straße über Sandpiste oder Graveltrail bis hin zum Maultierpfad), vorgefundene Gradienten, Höhe (Gebirge), Jahreszeit, Klimazone, Besiedelungsdichte und Infrastruktur (alle 20 km eine Tankstelle oder keine menschliche Behausung im Umkreis von 12 Stunden) und Hygienestandards sowie Wasserversorgungs- und Verpflegungsmöglichkeiten.

Marokko ist für mich unbekanntes Terrain. Weder war ich jemals dort noch sonstwo in Nordafrika. Darüber hinaus bin ich weder erfahrener Globetrotter noch ein Outdoorspezialist. Behaltet das im Hinterkopf, wenn ich gleich über Zelte oder Tarps rede. Ich lasse euch also daran teilhaben, wie ich meine Hausaufgaben mache. Hier und heute soll es um das Schlafsystem gehen und im Speziellen darum, ob ich erstmals ein Zelt, ein Tarp oder ein substanzielleres Bivy als bei meinen bisherigen Bikepacking-Rennteilnahmen mitnehme.

Ausgangspunkt:

So sieht mein normales Schlaf-Setup für ein Bikepacking-Rennen im Sommer aus. Für mich eine ideale Minimal-Lösung, mit der ich mittlerweile sehr zufrieden bin. So könnt ihr sie auch in meiner Bikepacking-Liste Stück für Stück nachvollziehen, die ich kürzlich ausführlich erläutert habe. Die Sea to Summit Ultralight Regular Schlafmatte wiegt 395 g und ist ausreichend komfortabel. Ich schiebe sie in mein Ultralight Bivy aus Dyneema bzw. Cuben Fiber von Borahgear. Das wiegt nur lächerliche 147 g und packt sich auch superkompakt. So ist die Luftmatratze auch vor Verschmutzung und vor dem direkten Kontakt mit Steinchen etwas geschützt. Nur bei Bedarf lege ich tatsächlich das Moskitonetz über meinen Kopf und schließe dann den Reisverschluss (z.B. wenn mich abends beim Setup schon die Mücken umschwirren). Was – und das hätte ich davor gar nicht gedacht – sogar tatsächlich ein bisschen die ansonsten kaum vorhandene Wärmeleistung des Bivy erhöht.

Einen Schlafsack nutze ich im Sommer typischerweise gar nicht. Ich habe zwar einen sehr leichten und kompakten Schlafsack von Mountain Equipment, den Helium Solo. Aber selbst dessen minimale 1,9 l und 415 g sind mir zu viel Gewicht und vor allem das Tröpfchen zu viel Volumen! Ohne Schlafsack wäre es aber nur in Tropennächten (Temperatur fällt nicht unter 20 °C) wirklich warm genug, ohne weiteres auf der Schlafmatte und im Borahgear-Bivy zu schlafen. Vielseitiger, leichter und auch besser verstaubar als selbst ein ultraleichter Sommer-Schlafsack ist da die Verwendung einer gefütterten Jacke. Z.B. meiner Patagonia Micro Puff Jacket. Die wiegt nur 270 g und eignet sich hervorragend als Isolationsschicht entweder allein oder unter/über einer Regenjacke bei extremer Kälte, z.B. in den frühen Morgenstunden, bevor die Sonne aufgeht oder in alpinen Abfahrten. Damit schläft es sich im Sommer wunderbar.

Anforderungen für Marokko

Was fehlt meinem bisherigen Schlaf-Setup? Witterungsschutz und Wärmeleistung im Bereich an den Gefrierpunkt heran (oder sogar darunter).

Ich vermute mal, ich werde in Marokko bzw. im Hohen Atlas Schwierigkeiten haben, eine Bushaltestelle oder einen Supermarkt oder eine Tankstelle zu finden, wo man sich hinein, davor, oder dahinter legen kann und wind und vor allem regengeschützt liegt. Das ist natürlich ironisch gemeint – ganz bestimmt sogar wird es so sein.

Darüber hinaus findet das Rennen im Februar statt. In der Nacht werden die Temperaturen auch in moderaten Höhen empfindlich nah in Richtung Gefrierpunkt fallen können. Und während man nicht unbedingt an den Passhöhen von 2000 m und darüber übernachten sollte, werden wir hunderte Kilometer in Höhen von 1300 bis 1700 m zurücklegen müssen. Da kann dann auf jeden Fall der Gefrierpunkt erreicht werden und wenn es regnet, kann es auch schneeregnen oder schneien.

Schon das gerade beendete Trans Pyrenees Race war in dieser Hinsicht speziell (siehe meinen ersten Bericht dazu hier). Herbst, kühle Temperaturen, für Europäische Verhältnisse entlegene Landstriche und Neben- oder gar keine Saison. D.h. man musste sich sehr genau überlegen, ob man noch diesen oder jenen Pass gegen Abend oder sogar am späten Nachmittag in Angriff nahm, weil der nächste Ort mit möglichen Unterkünften ggfs. viel zu spät erreicht worden wäre. Mitten im Nirgendwo ohne Schlafsack ein Notbiwak einzulegen wäre keine wirklich gute Alternative gewesen. Eher durchfahren. Das war schon trickreich in einem Land, das man ansonsten kennt und über asphaltierte Straßen, über die man seinen Fortschritt recht gut einschätzen kann.

Niemand von uns kann aber für das Atlas Mountain Race allein vom Blick auf den Kilometerzähler abschätzen, wie schnell er die verbleibende Strecke bis zum nächsten möglichen Ort zurücklegen kann und wie es dort wirklich um Schlafmöglichkeiten bestellt ist, wenn er da um 10 oder sogar um 1 Uhr in der Nacht aufschlägt. Die Strecke kann super fahrbar sein, sie kann sehr schwer befahrbar sein oder sie kann sogar Schiebepassagen beinhalten. Um also nicht schon um 5 Uhr nachmittags irgendwo anhalten zu müssen, weil man das Risiko nicht einschätzen kann ob eine weitere Unterkunftsmöglichkeit erreicht werden kann oder nicht, muss ein fähiges Schlafsystem her. Es muss dafür geeignet sein, bei Null Grad und auch Regen oder Schnee eine halbwegs brauchbare Nachtruhe zu finden. Gut – wenn die Wetteraussichten wirklich mies sind, dann wird auch das seine Berücksichtigung darin finden, ob man am frühen Abend noch auf einen bestimmten Streckenabschnitt aufbricht oder lieber doch in einer gerade erreichten Unterkunft bleibt. Aber ansonsten gilt: vom Grunde her sollte auch eine Nacht mit Regenschauern gut verbracht werden können.

Nun ist man in Marokko und auch im Hohen Atlas dann aber trotzdem nicht aus der Welt gefallen. Im Race Manual für das AMR findet sich eine Tabelle mit einem kurzen Überblick über Resupply Points. Small Shop hier, Quellwasser da, Auberge/Restaurant dort usw. Die Abschnitte dazwischen sind überschaubar: von 5 km über 14 bis 30 km. Aber auch mal 50, 60 und zweimal auch über 90 km. Gut, je nach Strecke können schon 30 km verdammt weit sein. Oder lang werden, wenn man sie z.B. komplett schiebend zurücklegen müsste. Die Bedingungen sind aber dann doch noch etwas anders als z.B. beim Schwesterrennen des AMR, beim Silkroad Moutain Race, welches auch länger dauert. Da mag dann die Wagschale etwas eher und leichter in Richtung eines Zeltes gehen.

Ich will aber nicht Campen oder sogar noch Kochen oder sonstwas machen, ich will so schnell wie möglich voran kommen. Hilft mir dabei ein Zelt oder hindert es mich eher? Genau das ist hier die Frage: Zelt, Tarp oder Bivy?

Zeltüberlegungen und eine Auswahl von interessanten Zelten

Camping beim Gravel Fondo 2019

Da seht ihr meine gefühlt einzige Zelterfahrung in den letzten… 20 und mehr Jahren. Und das besonders schöne daran war, dass die Zelte für uns schon aufgebaut waren und die Dusche am Forsthaus im Hintergrund zur Verfügung stand. Ihr seht, ich bin also Zeltexperte. Ähmm… ;-) Nein, Camping ist nun wirklich nicht mein bevorzugtes Hobby. Irgendwo hin fahren, da dann nachmittags schon das Zelt aufbauen und sich dann auf ein selbst gekochtes Abendmahl freuen kann ja bestimmt ganz nett sein. Und dann am Morgen gemütlich ausschlafen, in der Apside des Zeltes auf dem Spirtusbrenner oder mit dem Jetboil einen leckeren Coffee outside zubereiten und in die Landschaft schauen, auch.

Darum geht es hier aber nicht. Es geht darum, im Bedarfsfall (ich rechne mit 2 bis 4 Nächten) eine erholsame Nachtruhe zu erhalten, egal wo ich gerade auf der Strecke bin. Mit minimalsten Aufwand für das Setup, um kälte- und regengeschützt zu sein. Weder will ich abends oder morgens witterungsgeschützt noch irgendein warmes Mahl zubereiten (was ein Grund für ein Zelt mit entsprechender Apside oder für ein Tarp sein könnte), noch brauche ich besonders viel Platz um mich herum, weil ich auch tagsüber irgendwelche Witterungsunbillen aussitzen will oder muss. Klar, ich würde mich nicht dagegen wehren, etwas Platz zu haben, um mich auch im Siffwetter geschützt an- und ausziehen zu können (Hygiene ist wichtig und in nassen Klamotten will auch niemand wirklich schlafen). Aber da ich auch mit Zelt keine heisse Dusche dabei haben werde, ist das dann jetzt auch nicht ausschlaggebend.

Gäbe es aber Zelte, die sowohl vom Packmaß, vom Gewicht und auch vom Aufbauaufwand im Wortsinne (er)tragbar erscheinen? Ja, da gibt es mittlerweile eine ganz gute Auswahl für gewichtssensitive Bikepacker und Thruhiker bzw. Ultrarunner. Ich liste im Folgenden die Favoriten aus meiner Recherche auf:

Bikepacking-Zelte, meine subjektive Auswahl

  • Big Agnes Copper Spur HV UL1 Bikepack
    • 1,05 kg Trail Weight + 170 g Extra Footprint (Groundsheet) = 1,22 kg
    • Packmaß: 14 x 33 cm
    • Innenmaße: 71/97 x 224 x 97 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Pros: Freistehend, Schöne Bikepacking-Verpackung (Packsack mit Daisychain-Webbing), gutes Volumen, großes Vestibül, nutzbare Taschen innendrin.
    • Preis: 399,95 $
  • Big Agnes Fly Creek HV UL1 Bikepack
    • https://www.bigagnes.com/Fly-Creek-HV-UL1-Bikepack
    • 850 g Trail Weight + 142 g Extra Footprint = 992 g
    • Packmaß: 13 x 30 cm
    • Innenmaße: 71/97 x 219 x 97 cm
    • Einstieg von Kopfseite
    • Pros: Freistehend, Schöne Bikepacking-Verpackung (Packsack mit Daisychain-Webbing)
    • Preis: 359,95 $
  • Vaude Lizard GUL 1P
    • https://www.vaude.com/de-DE/Produkte/Zelte/1-Personen-Zelte/Lizard-GUL-1P
    • 690 g Gesamtgewicht
    • Packmaß: 10 x 39 cm
    • Innenmaße: 60 x 210 x 75 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Vorteil: sehr leicht
    • Nachteil: Nicht freistehend. Gerade der Hauptträger muss unverrückbar in den Boden, sonst geht da gar nichts. So ein Konzept erscheint mir zu anfällig, dass auch genau das immer gewährleistet ist. Und gerade für den in Marokko erwartbaren Untergrund denke ich, wird das eher versagen als das es funktionieren wird.
  • Tarptent Aeon Li
    • https://www.tarptent.com/product/aeon-li/
    • 496 g + Packsack + Treckingstock?
    • Packmaß: 10 x 36 cm
    • Innenmaße: 76 x 224 x 119 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Nachteil: Single Wall (Kondensation), Single Pole (Innenraum kleiner als Grundfläche vermuten lässt, schneller Kontakt mit Außenhaut und damit dann Kondenstropfen auf Schlafsack oder Kopf. Nicht freistehend, damit hoher Zug auf den Heringen und kein Aufbau auf Felsen und Probleme auf sandigem Boden.
    • Ist der Pole nun im Gewicht inkludiert oder muss man da den Trekking-Stock noch einrechnen?
    • Vorteil: Dynema, d.h. superleicht, im Feld problemlos, super Regendicht
    • 535 $ + Pole
  • Zpacks Plexamid Tent
    • https://zpacks.com/products/plexamid-tent
    • 431g (inkl. Packsack) + Treckingstock oder Centerpole + 10 Stakes (not included)
      • 10 Stakes sind entweder 54 g ( 6″ UL Titantium) oder 125 g (7″ Super Sonic Stake)
      • 48″ Carbon Fiber Tent Pole: 71 g
      • macht also alles zusammen: 556 g – 627 g
    • Packmaß: 15 x 30,5 cm
    • Innenmaße: 71/97 x 230 x 122 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Nachteil: Single Wall (Kondensation), Single Pole (Innenraum kleiner als Grundfläche vermuten lässt, schneller Kontakt mit Außenhaut und damit dann Kondenstropfen auf Schlafsack oder Kopf. Nicht freistehend, damit hoher Zug auf den Heringen und kein Aufbau auf Felsen.
    • Vorteil: Dynema, d.h. superleicht, im Feld problemlos, super Regendicht
    • Nicht viel anders als das Tarptent Aeon Li, scheint mir aber ein winziges bisschen durchdachter.
    • 549 $ + Stakes und Pole

Nicht mal oder knapp 500 g für ein ganzes Zelt hört sich irre an. Und beim Nordisk Lofoten ist dieses geringe Gewicht auch mit gleichfalls niedrigem Packmaß verbunden, wow! Was gibt es daran dann noch auszusetzen (außer dem Preis vielleicht)? Nun – die Praktikabilität und der Aufwand beim Auf- und Abbau. Zwar lese ich da bei einigen Produktbeschreibungen: „Aufbau in 2 Minuten“ aber da glaube ich nicht dran. Unter optimalsten Bedingungen, mit bereit gelegtem Zeug, auf einem perfekten Platz und im Tageslicht vielleicht. Nicht aber für den nur moderat geübten und erschöpften Bikepacker, der im Dämmerungslicht oder in der kompletten Dunkelheit erst zum Aufbau schreitet. Der weder den perfekten Untergrund vorfindet noch im Schein der Kopflampe alles sofort 100 Prozent beurteilen kann. 10 Stakes (aka Heringe) gilt es z.B. beim Zpacks Plexamid Tent passend in den Boden zu bringen. Zehn! Das macht man nicht in 2 Minuten. Von den genannten Zelten erscheinen mir die beiden Big Agnes Zelte am persönlich ansprechendsten. Trotzdem erscheint mir ein Zelt für das Atlas Mountain Race als Overkill und ich will mich mit dem Aufbauaufwand nicht belasten. Gerade, wenn ich nur 2 bis 3 Mal in die Verlegenheit käme.

Also doch nur ein Biwacksack, bzw. ein Bivy? Ja, das wäre sicher am leichtesten und ist mit dem geringsten Aufwand versehen. „Problem“: Mein UL-Bivy hat im Kopfbereich nur ein Insektenschutznetz und ist damit nicht vollständig Regengeeignet.

Kann ich es vielleicht doch nehmen, aber mit einem Tarp ergänzen? Welche Vor- und Nachteile könnte das haben?

Tarp-Überlegungen bzw. Tarp & Bivy

Warum Tarp und Bivy?

Nur ein Tarp ohne Bivy wäre mir zu offen. D.h. einfach nur im Schlafsack unter dem abgespannten Tarp zu nächtigen. Hauptsächlich würde ich den Insektenschutz vermissen (Fliegen, Mücken, Zecken, Moskitos, Spinnen, Skorpione). Auch wenn im marrokanischen Winter nicht alles (oder hoffentlich das wenigste) davon zu erwarten ist, gehört für mich in „der Wildnis“ der Schutz vor allem möglichen was krabbelt, fliegt oder kriecht unbedingt dazu.

Gleichzeitig wäre mir das Herstellen eines komplexeren Tarp-Setups, welches auch erweiterten Windschutz bietet, viel zu aufwendig. Auch dafür soll der Biwaksack zuständig sein bzw. beide (Bivy und Tarp) sollen sich hier ergänzen.

Warum nicht nur ein Biwacksack, ganz ohne Tarp? Ja – das wäre eine gute Lösung und von mir auch eigentlich bevorzugt, da man dann ein Teil (das Tarp samt Abspannschnüren usw) komplett weglassen kann und auch nicht auf- und abbauen muss. Setzt voraus, dass das verwendete Bivy absolut Regendicht ist, auch wenn es heftiger regnet und dass es in der entsprechenden Konfiguration auch nicht zur übermäßigen Kondensation im Inneren neigt.

Ein Tarp kann hier den Regenschutz bei gleichzeitiger besserer Belüftung des Bivys (dessen Regenklappe oder Kopfteil dann aufbleiben kann) gewährleisten und sogar auf Teile des oder gleich direkt auf das ganze Rad ausdehnen.

Bike-Tarp-Setups:
Ganz nett könnte sein, das Tarp direkt mit Hilfe des Fahrrads aufzustellen bzw. abzuspannen. Z.B. Vorderrad raus, Lenker an Hörnchen links und rechts (oder am Sattelgestell mit Mikrokarabiner) abgespannt und dann Tarp drüber. Vorteil: großer Teil des Rades ist dann auch Regengeschützt und es kann auch nicht geklaut werden. Die Variante ohne Abspannung des Rades wäre, das Rad umzudrehen und auf Lenker und Sattel abzustützen. Gerade ein MTB mit Flatbars wird so erstaunlich umkippstabil durch die modernen, sehr weiten Lenker. Davon würde ich aber aus mehreren Gründen abraten:

  1. versaut ihr euch auf diese Art und Weise Sattel, Lenker und Lenkergriffe und Schalthebel plus Bremsen.
  2. kollidiert das mit weiteren Anbauteilen und Taschen, die ihr üblicherweise beim Bikepacking am Rad habt (Aerobars, Computer-, Telefon- und Gopro-Halter, Satteltasche usw.).
  3. Ist das weder für hydraulische Bremsen noch für Federgabeln gut, wenn sie kopfüber gelagert werden.

Wie man es wohl richtiger macht, und wie das dann aussehen könnte, zeigt dieses Video:

Das hätte auch den Vorteil, dass man einen Montage- bzw. Abspannpunkt, der sonst vielleicht ein Baum sein müsste, schon mal nicht suchen muss. Das Rad könnte man bestimmt auch anders herum einbauen, so dass das Tarp vom Lenker über das ganze Rad hinweg reicht.

Nachteil eines Tarp-Setups: Es muss halt abgespannt werden und so leicht sind Tarps auch nicht. Sil-Nylon Tarps wiegen immer noch 650 g bei 9 m2 (z.B. das Nordisk Voss 9 m² SI 139,- €)

Es geht aber viel Leichter: Das Zpacks 7′ x 9′ Flat Tarp wiegt nur 148 g bei 2,1 x 2,7 m Ausmaßen und kostet dafür aber auch 259 $.

Und mit etwas Größenbeschränkung wird es extrem leicht: 76 g wiegt das „Lightwave Starlight 1 Cuben Tarp Shelter“ mit 2,35 m Länge und 1,80 m Breite vorn und 1,00 m hinten.

Was ebenfalls zu berücksichtigen ist – auf felsigem oder sandigen Grund ist jegliche Abspannung mit Kopfschmerzen verbunden. Zumindest stelle ich mir das so vor und zumindest finde ich genau diese Hinweise auch immer in Entsprechenden Foren und Bewertungen. So ein 400 g Tarpzelt mit einem Pole und 6 Heringen hört sich für manchen vielleicht interessant an. Alles was mir dazu einfällt ist: OMG, ich muss 6 Schlaufen lokalisieren, da Schnüre einhängen / einclipsen / einknoten (noch schlimmer) und dann an 6 verschiedenen Orten versuchen, einen Hering in den Boden zu bekommen. Und zwar so, dass er hält und nicht sofort wieder herausgezogen wird. Auf Fels, auf rolligen Boden oder auf sandigen Boden. Oder, wenn man Glück hat, auf Beton oder Asphalt an einer Mauer oder so. Und wenn das nicht geht, mich umschauen und nach passenden Bäumen oder Steinen suchen. Im Dunklen, nach einem harten Tag auf dem Rad oder vielleicht sogar im einsetzenden Regen… Nope – das stelle ich mir zu aufwendig vor.

Vielleicht könnte so ein Ultralight Tarp-Poncho interessant sein? Hmm, da wäre der „Six Moon Designs Gatewood Cape Tarp-Poncho
Mit nur 300 g ist das Gewicht akzeptabel. Wenn’s wirklich schüttet und man sich irgendwo hinhocken will, kann man ihn einfach als Poncho überwerfern und muss sonst gar nichts machen und man könnte ihn sogar bei Schiebepassagen im üblen Wetter tragen. Beim Fahren wohl weniger, außer, man findet einen guten Weg, dass kein Ende irgendwo zwischen die Speichen oder in die Bremsen gerät. Und man kann ihn als Tarpzelt mit einer Bodenbreite und -Länge von 70 x 220 cm abspannen. Braucht dann aber auch wieder 6 Heringe…

Nein, alles zu viel extra Volumen und extra Aufwand. Wie sieht denn die Lage bei den Biwaksäcken aus? Da gibt’s doch welche, die einem im Wortsinn noch etwas mehr Luft über dem Kopf verschaffen. Manche sind fast kleine Minizelte, nur ohne den Aufbauaufwand.

Bivys mit Supportstruktur

Bivys mit Support-Struktur bieten im Optimalfall geringste Aufstellarbeit und sind dabei komplett selbsttragend. Trotzdem gewährleisten sie etwas mehr „Atemraum“ und vermeiden, dass die Biwakhülle direkt auf dem Gesicht aufliegt. Und bieten so zugleich bessere Belüftungsmöglichkeit bei trotzdem 100 % Regenschutz – so zumindest die Theorie. Idealerweise passt auch noch etwas Ausrüstung (Kamera, Handy etc. innenrein und eine Mini-Apside kann Schuhe und Helm schützen. Das alles kann z.B. das Snugpak Stratosphere. Das könnte aber gerne noch etwas leichter sein. Mit seinen 1130 g ist es mindestens so schwer wie ein vollständiges UL-Zelt. Dafür ist es preiswert und extrem Robust und Regendicht (Die Groundsheet Fabric ist mit 8000 mm HH und die outer Fabric mit 5000 mm HH angegeben, wo typische UL-Zelte 1600 mm HH aufweisen. Trotzdem Vorsicht – andere Hersteller bewerten solche 5000 mm Werte trotzdem nur mit „für moderaten Regen“ und alles hängt auch an einer frischen und funktionierenden Imprägnierung).

Das sogenannte Wet out kann im Dauerregen ein Problem werden. Auch Kondensation gerade bei den weiter unten vorgestellten Outdoor Research Bivys, da im geschlossenen Zustand keine Ventilation stattfinden kann. Bei den Snugpak und Geertop Bivys geht das, da die Kopfenden-Ventilation durch eine abspannbare Regenschürze offenbleiben und trotzdem kein Regen eindringen kann. Hier ist eine passende Diskussion auf reddit verlinkt.

Outdoorgearlab scheint da anderer Meinung zu sein (wobei ich da etwas vorsichtig sein würde – alle eher kommerziellen bzw. „Magazin-ähnlichen“ Tester sind eher auf der unkritischen und auf der „alles-lobenden was nicht gerade grundheraus schlecht ist“ Seite. Trotzdem ist es vielleicht interesant, deren Rankings im Hinblick auf Wetterschutz und Ventilation zwischen 9 Biwaksäcken anzuschauen (darunter beide Outdoor Research Bivys Helium und Alpine).

Damit komme ich dann auch zu meiner Liste an solchen Biwaksäcken mit Supportstruktur:

  • Snugpak Stratosphere
    • https://www.snugpak.com/outdoor/tents-shelters/stratosphere
    • 1130 g Gesamtgewicht
    • Packmaß: 14 x 31 cm (sieht aber sehr viel kompakter aus als der reine Wert vermuten lässt)
    • Innenmaße: 60/70 x 230 x 50 cm
    • Einstieg von der Kopfseite
    • Vorteil: Fast schon ein Minizelt, zumindest im Kopf und Brustbereich, kann auch ohne jede Abspannung verwendet werden.
    • £ 159,95
  • Outdoorresearch Helium Bivy
  • Outdoorresearch Alpine Bivy (neue Version Spring 2019)
  • Nemo Equipment Gogo Elite
    • https://www.nemoequipment.com/product/gogo-elite/
    • 800 g Gesamtgewicht
    • Packmaß: 10 x 15 cm
    • Innenmaße: 104 x 274 x 69 cm
    • Vorteil: Airbeam Support Technologie und mehr Minizelt als die restlichen hier vorgestellten Bivys
    • Nachteil: deutlich mehr Abspannarbeit nötig
    • 449,95 $
  • GeerTop Plume Bivy II Ultralight 1-Person Waterproof Camping Hiking Tent

Es gibt noch ein paar mehr, zB. den Black Diamond Spotlight Bivy (erscheint mir das Konzept nicht wirklich zu nutzen) oder den RAB Ridge Raider (vergleichsweise teuer, doch wieder zu Abspannintensiv), den Carinthia Observer (viel zu groß und heavy duty) oder wohl diverse Militär-Biwaksäcke (uninteressant für meine Zwecke). Leider scheint noch kein wirklicher Ultralight-Hersteller das Konzept aufgegriffen und eine Bivy-Version z.B. eines Snugpak Stratosphere aus Dyneema / Cubenfiber und mit Carbon- statt Alugestänge entwickelt zu haben. Damit käme man sicher auf 450 g oder sogar noch weniger tutto completti.

Hier gibt es noch einen interessanten Direktvergleich zwischen dem Snugpack Stratosphere und dem Outdoor Research Helium: https://www.youtube.com/watch?v=XvGh6DxJBvE

Fazit

Nun wiegt zwar ein Snugpak Stratosphere oder auch ein Geertop Plume Bivy knapp 1000 oder sogar 1130 g und damit ziemlich genau so viel wie ein „ausgewachsenes“ Big Agnes 1 Personenzelt, ist aber trotzdem noch einen Hauch kompakter und vor allen Dingen viel einfacher und schneller aufgebaut. Gerade die beiden genannten Biwaksäcke gefallen mir am meisten. Wenn sie noch einen Ticken leichter wären, wäre meine Entscheidung schon gefallen. So überlege ich noch, wie relevant die Kondensationsproblematik der beiden Outdoor Research Bivys für mich und für die Bedingungen in Marokko sein werden. Um das etwas in Relation zu rücken: Jeder „normale“ Biwaksack, der kompletten Regenschutz bietet und dafür ganz ohne Supportbogen auskommen muss, lässt dieselbe Kondensationsproblematik erwarten. Sogar noch viel eher. Auch die Snugpak und Geertop Bivys sind wie alle einwändigen Shelter nicht davor gefeit. Und wenn es gar nicht regnet, kann das Kopfteil der beiden Outdoor Research Bivys auch komplett offenbleiben und das Problem wird minimiert. Dann wären mir die 445 g des OR Helium (zuzüglich einer Minimalaustattung mit 3 Heringen) schon deutlich lieber als die 1130 g des Snugpak oder des Geertop. Zwischen diesen drei Biwaksäcken wird wohl meine Entscheidung fallen.

Bisher bin ich auch nicht weiter auf Schlafsack und Schlafmatte eingegangen, das war nicht der Hauptzweck dieses Artikels. Aber klar: im Vergleich zu Sommerrennen komme ich für das AMR nicht um einen Schlafsack herum. Es muss aber jetzt kein dicker Daunenschlafsack mit Komfortbereich bis unter Null Grad sein. Wofür habe ich denn den ganzen anderen Kram dabei? Auch hier werde ich die Vorteile von modularen Systemen nutzen. Da ich ja eh eine passende Isolier-Jacke dabei haben werde, kann ich in der auch hervorragend schlafen. Vielleicht tut es daher schon mein Mountain Equipment Helium Solo Schlafsack, dessen Komfortlimit bei 10° C liegt. Und vielleicht sollte ich meine Sea to Summit Schlafmatte (R-Wert von 0,7) gegen die Iso-Variante mit einem R-Wert von 3,3 austauschen. Das wäre es dann aber auch schon.


Aktualisierung 20.11.2019

Ihr konntet ja die Diskussion in den Kommentaren soweit mit verfolgen. Sehr hilfreiche Tipps und weitere Überlegungen darunter. Auch auf Twitter habe ich mich über das Thema unterhalten, noch weitere Threads in diversen Foren gelesen, diverse weitere Youtube Videos angeschaut und auch in facebook etwas diskutiert. Unter anderem auch der Martin von biketour-global.de, der auch das AMR2020 (gemeinsam mit einem Partner in der Duo-Wertung) bestreiten wird, war eigentlich schon auf eine Biwak-Lösung festgelegt, hatte es sich dann aber auch noch einmal überlegt und ebenfalls nochmals weiter recherchiert (obgleich er schon das eine oder andere Zelt besessen hat und auch noch besitzt).

Ihr seht also, nicht nur ich mache es mir da nicht einfach. ;-) Ist es ja auch nicht, weil es die ideale Lösung da nicht gibt. Man sagt ja immer so schön und richtig: „Leicht, stabil und billig – wähle zwei.“ Entweder ist etwas leicht und stabil, aber nicht billig. Oder leicht und billig, aber nicht stabil, ihr kennt das. Nun, beim Übernachtungssystem bzw. beim Zelt gibt es (gerade im Hinblick auf Bikepacking-Rennen) noch weitere Parameter: Packvolumen, Geschwindigkeit bei Auf- und Abbau, Kondensationsneigung, Einsatztauglichkeit auf verschiedenen Untergründen bzw. Witterungsverhältnissen.

Das ideale Zelt gibt es halt für mich nicht. Das wäre ein maximal 1 l großes Paket, maximal 1 kg schwer, welches aus der Verpackung genommen von selbst aufploppt (ihr kennt diese Strandmuscheln bzw. Fotografen kennen die Stoffreflektoren mit Spannringen – dies ist das Prinzip), freistehend und dabei windstabil ist, Schneelast abkann, doppelwandig mit perfekt dichter und stabiler Bodenwanne (keine Erfordernis eines separaten Groundsheets, auch bei Felsen, Dornen etc.) sowie Moskitonetz daher kommt, ordentlich Platz sogar für die Ausrüstung mitbringt und eine schöne Apside für witterungsgeschütztes Kochen (was ich aber eh nicht vorhabe) bietet. Unmöglich überein zu bringen. Wenn es ginge, würde ich dafür sogar 1,5 bis 2 kg Gewicht in Kauf nehmen.

Aber selbst die teuersten Dyneema-Konstruktionen müssen in Sachen Volumen Kompromisse eingehen. Bzw. kommen um die simple Menge an Materialfläche nicht drum herum, die benötigt wird, um selbst ein winziges 1-Personenzelt zu formen.

Wie ist also meine persönliche Entscheidungsfindung weiter gegangen?

Ich habe mir diverse weitere Zelte (per Webseite, Foreneindrücken und Videos) angesehen. Bevor jetzt einer schreibt: „Ja, guck dir die doch mal im wahren Leben an, z.B. beim Outdoor-Handel oder bei einem Bekannten und teste doch mal den Aufbau selbst“. Vollkommen richtig, und ich hatte auch schon ein hilfreiches Angebot diesbezüglich. Beim Outdoor-Handel weiss ich gerade nicht, ob es da Läden gibt, wo man tatsächlich mal diverse Zelte probe aufbauen darf.

Aber so weit sind wir noch (fast) gar nicht. Dieser Entscheidungsprozess schreibt und ließt sich viel länger, als er ja tatsächlich ist (naja, im übertragenen Sinne wenigstens ;-)). Man sollte auch sowieso schon mit diversen Vorstellungen in die Auswahl gehen, bevor man versucht, Geschäfte ausfindig zu machen, die diese Zelte (oder andere Ausrüstungsgegenstände der Wahl) sowohl im Angebot führen als auch zum Befingern vorrätig haben. Und dann nicht nur zum Befingern vorrätig haben, sondern auch qualifizierte Beratung bieten können und einem das selbst testen lassen. Wahrscheinlich gibt es vereinzelt solche Läden. Aber meine Lebenserfahrung – und auch die Webseiten diverser Handelsketten („Dieser Artikel ist nicht in unserer Filiale Düsseldorf vorrätig“) – zeigt, dass da noch wesentlich mehr Zeit und Aufwand und echtes Geld (Sprit, Parkticket oder Zugticket usw., Anfahrt zu verschiedenen Zeiten in verschiedene Städte zu verschiedenen Läden) erforderlich ist, als sich das Wissen aus dem Netz zu holen und erst dann (sofern noch erforderlich) einen Fachhändler passend zur Auswahl herauszusuchen. Im Übrigen musste ich auch für andere Interessensfelder schon vor und seit vielen Jahren so vorgehen und das noch vor den Zeiten des ach so bösen, den Einzelhandel zerstörenden Internets. Da habe ich eine sehr viel differenziertere Meinung dazu. Aber ich schweife ab.

Also, ich habe mir diverse weitere Zelte angesehen. Darunter alle die in den Kommentaren angesprochenen. Hatte mir dann u.a. auch noch das

Nemo Hornet Elite 1P 2019 mit nur 650 g für allerdings 499,95 € angesehen (Link).

War mir aber aufgrund der eigentlich gesuchten, hier aber auch fehlenden Freistehend-Qualitäten und der im Starkwindfall wohl gerne abfallen Mini-Strebe, die oben das Dach etwas breiter macht, nicht so sicher. Auch was die Stabilität der Materialien insgesamt angeht. Insgesamt aber ein hübsches und schön minimalistisch zu verpackendes und sehr leichtes Zelt, was auch gar nicht so teuer ist, aber wo 500 € für die angestrebte geringe Benutzung für mich dann doch schon sehr in die Schmerzgrenze drücken. Vor allem auch unter dem Aspekt, dass es mein erstes „richtiges“ Zelt wäre.

Denn, und ich greife hier etwas vor: Irgendwann ist mal der Marktrecherche Genüge getan und man muss einfach mal ein Zelt hernehmen und in der Praxis für sich selbst testen. Wie aufwendig ist der Aufbau wirklich und welche Eigenschaften nerven wirklich. Womit kann man gut leben und was stellt sich als auf dem Papier vielleicht schlecht dar, hindert aber für den eigenen Einsatzfall dann doch kaum?

Dann hatte ich mir auch das

BigSky Chinook 1Plus mit einem Komplettgewicht von 1.647 g (noch ohne Heringe und Abspannschnüre) für 499,- € angesehen (Link).

Das ist natürlich vom Gewicht ein fetter Brecher (auch das Packmaß unterliegt da gewissen Grenzen). Aber: wohl Ganz-Jahres-tauglich, mit einem 3-Stangen-Exoskelett auch für extreme Wetterlagen (Wind) und Schnee auf dem Zelt geeignet. Und wenn es nicht windet, auch kaum oder gar nicht abzuspannen, also freistehend aufgebaut werden kann. Warum ist das so wichtig, bzw. wieso hat das so einen extremen Charm für mich? Man muss sich halt über den Boden überhaupt keine (also nur wenige) Gedanken machen. Hauptsache, man hat genug ebene Grundfläche für den Zeltboden. Das kann ja vielleicht sogar eine Beton- oder Pflasterfläche in einer Garage oder einem Stall sein, wo man zwar das Mückennetz bzw. Zelt gegen Mücken, Krabbeltiere und auch als zusätzlichen Wind- und Wärmeschutz braucht, aber noch besser wetter- oder sichtgeschützt ist. Und man muss halt eben nicht noch nach Steinen für das Abspannen suchen oder sich mit den Heringen befassen. Das Bigsky hat auch den Vorteil, dass Innen- und Außenzelt miteinander verbunden sind, also in einem Arbeitsgang auf- und abgebaut werden. Was (hoffentlich) schneller geht und vor allen Dingen das Innenzelt trocken hält, wenn man das Zelt im Regen aufbauen muss. Aber – nein, das war mir trotz allem zu schwer, zu voluminös und auch zu teuer.

Eine Zwischendurch-Überlegung war: Was kommt denn bei Amazon raus, wenn ich da die Suchfunktion bemühe und schaue, wie schwer das günstigste Zelt ist, bzw. besser gesagt, wie preiswert ein halbwegs interessant aussehendes 1-Personen-Zelt ist? Heraus kam z.B. ein ALPS Mountaineering Lynx 1 für 109 €, welches dann 1,9 kg bei einem Packmaß von 15 x 44,5 cm wiegt, dafür aber sogar freistehend aufgebaut werden kann. Das wäre auch so stabil, bzw. auch preiswert, dass kein extra Footprint nötig wäre. Wenn man dann noch die Zelttasche daheim lasen könnte, eine interne Media-Tasche ausklippst und weglässt, nur 4 statt 8 Heringen mitnimmt… dann wären wahrscheinlich 1,7 oder sogar 1,6 kg erreichbar. Das wäre gar nicht mehr so viel Unterschied zu einem Big Agnes Copper Spur mit seinen 1,22 kg (inklusive Footprint)!

Aber Achtung, da gibt es noch mehr (auch direkt in über Amazon beziehbar), was in meiner ersten Suche gar nicht auftauchte. Es gibt den chinesischen Outdoor-Hersteller Naturehike. Der auch quasi ein Vollsortimenter in Bezug auf Camping und Outdoor-Ausrüstung ist. Wie sehr sich seine Produkte an bestehende Produkte anderer Hersteller anlehnen, kann ich in der Gänze nicht sagen. Aber das von mir betrachteten Zelt Cloud-up 1 sieht für mich 1 zu 1 wie ein Big Agnes FlyCreek 1 Klon aus. Nun weiss ich nicht, wer dieses sogenannte Hub pole Design erfunden hat (also zwei kurze und ein langes Bogensegment, die an einem kleinen runden Knotenpunkt mit einander verbunden sind und so eine unterstützte steil aufragende Wandarchitektur erzeugen), denn neben Big Agnes setzen noch eine Reihe weiterer Zelthersteller auf solche Zeltdesigns. Aber die Ähnlichkeit auch aller weiteren Gestaltungselemente ist doch frappierend.

Das Naturehike Cloud-up 1 wiegt 1,1 kg ohne Heringe und kostet bei einem Packmaß von 12 x 45 cm nur erstaunliche 99 € (Link). Dabei machen die Materialien und alle Details gemäß diversen Youtube-Videos einen sehr guten Eindruck und obendrein gibt es das Cloud-up auch in einem schönen Orange (wohin gegen das BA Flycreek in Deutschland irgendwie nur in Grau erhältlich zu sein scheint). Das wäre echt eine Überlegung, vor allem aus dem Aspekt heraus: „einfach mal ein Zelt kaufen und in der Praxis testen“. Das mache ich ja sowieso gerne: Nach der entsprechenden Vorrecherche wird das entsprechende Teil gekauft und ausprobiert. :)

Martin von biketour-global hat sich für folgendes Zelt entschieden:

Vango F10 Helium UL1. Das ist ein Tunnelzelt, welches komplett mit Heringen und Co nur 1,23 kg wiegt und ein sehr kompaktes Packmaß von 9 x 43 cm aufweist (Link). Kostet derzeit direkt vom Hersteller 279,- €, ich habe es aber auch schon einmal für 199,- € gesehen. Wie schon beim BigSky geschrieben, bietet auch das F10 Helium All-in-One-Pitching, d.h. das Innenzelt wird gemeinsam mit dem Außenzelt aufgebaut. Mit der Bogen-Tunnel-Konstruktion und noch zusätzlichen inneren Sturmabspannleinen sollte dieses Zelt auch problemlos sehr windige Nächte überstehen. Und schon die eingebaute Bodenplane scheint mit 70D Nylon trotz des geringen Gewichts des Zelts eine Stufe robuster als bei so manch anderem Zelt ähnlichen oder leichteren Gewichts. Eine separate Bodenplane (aka Footprint) ist aber wohl dennoch zu empfehlen. Mir war das aber trotzdem immer noch zu viel Abspannaufwand bzw. halt nicht freistehend oder wenigstens semi-freistehend aufbaubar.

Minimallösung aus bestehendem Bivy:

Zwischendurch war ich auch wieder bei dem Gedanken: „Ach – alles viel zu aufwendig und zu teuer! Sowieso, wenn man es nur für den Fall der Fälle mitschleppt und von 6 oder 7 Nächten dann doch 3 oder 4 irgendwo geschützt liegen kann oder in einer Herberge (z.B. bei den Kontrollpunkten) ist. Verschenktes Packvolumen (darauf kommt es mir am meisten an) und verschenktes Gewicht. Ergo: mein Boragear-Bivy bietet alles, was ich brauche. Regenschutz wird nur bei Bedarf für den Oberkörper hergestellt (weil mein Bivy Bag im Kopfbereich nur das Mückennetz hat und daher dort nicht regentauglich) und zwar im Minimalfall durch ein Mini-Tarp bzw. durch eine Notfalldecke (Rettungsdecke). Kondensation ist dann kein Thema (eben aufgrund des großflächigen Netzbereiches meines Bivys). Aber ich muss ja auch meinen eigenen inneren Schweinehund berücksichtigen. Ich tue mir sicher viel leichter, auch am Abend noch von einem Checkpunkt oder einem Ort mit Herberge aus in eine möglicherweise regenschwangere Nacht aufzubrechen, wenn ich nicht nur das Nötigste, sondern schon noch einen guten Witterungsschutz dabei habe.

Doch ein Mid?

Zwischendurch war ich deswegen bei dem Gedanken, das Thema „freistehend“ gar nicht mehr zu berücksichtigen und war halbwegs willens, mich doch auf das Thema „Abspann-Aufwand“ und zur Not Steine suchen einzulassen. Sogenannte MIDs (Kurzform für Pyramid) sind sehr einfache, aber auch klassische Zelte, die sowohl superleicht sein können als auch prinzipbedingt extrem gut mit starken Winden und auch Schnee umgehen können. Anders als ein Tarp gibt es sie auch mit einhängbaren Innenzelten, Mückennetzen und oder separaten Bodenwannen. Aber auch wenn man sie ohne dies alles benutzt, sind sie durch ihre Vorformung und mit einem Reisverschluss für den Eingang schneller und einfacher aufzubauen als ein Tarp (beinharte Tarp-Fans mögen hier widersprechen, wie ich in diversen Foren verfolgen konnte ;-)), welches man natürlich ganz ähnlich als Pyramide aufbauen und abspannen kann. Meine Wahl wäre da das

Mountain Laurel Designs SoloMID (Link)

Das gibt es in verschiedenen Materialien, wobei ich aus Preis- und Robustheitsgründen die Standard SilNylon-Variante wählen würde. Die geringen Gewichtsersparnisse beim eigentlichen Zelt sind mir die Mehrpreise von 175 $ derzeit nicht wert. Das Zelt selbst wiegt in der SilNylon-Variante nur 395 g und kostet 255 $. Aber obacht! Zwingend erforderlich sind darüber hinaus noch der Carbon Pole für 60 $ und mit 85 g, da ich ja keinen Trekking-Stock dabei habe, der ansonsten den Mittelpfosten darstellt. Weiterhin das zwingend notwendige Seam Sealing bei der SilNylon-Variante für 40 $ (wenn man es nicht selber macht), was in etwa 28 g ausmacht, dann noch das Set aus 4 Titan- und 4 Alu-Heringen für 25 $ und die Guyline für 6 $. Macht in der Summe ganze 386 $ und ein Gesamt-Trailgewicht von 640 g! Das ist zwar immer noch leicht und das Packmaß (was nicht angegeben ist) wird auch sehr gut sein. Aber schon viel Geld für die 640 g die dann weder einen Boden noch ein Mückennetz beinhalten. Es wäre also wirklich nur ein sehr klein und leicht verpackter Witterungsschutz für den Fall der Fälle. Der jedoch in einem solchen Fall auch alles aushalten kann – von stärksten Winden bis zu Schnee. Ich muss aber zwingend noch mein Bivy mitbringen (bei einem anderen Zelt könnte ich es zu hause lassen) und eine weitere Bodenplane (z.B. Rettungsdecke) wäre ebenfalls hilfreich (wobei ich eine Rettungsdecke sowieso mitnehmen werde und auch mitnehmen muss).

Meine Bewertung: nein, doch zu viel Geld für zu wenig Zelt im Vergleich. Das SoloMID ist bestimmt super, aber da sammle ich lieber erste Erfahrungen mit einem Naturehike Cloud-up 1 für 99 € und habe sogar das Mückennetz und alles weitere schon dabei.

Oder halt doch ein Bivy!

Denn da bin ich auf etwas Neues bzw. von mir beim ersten Durchgang Übersehenes gestoßen! Outdoor Research (ich habe weiter oben ja bereits deren Helium und Alpine Bivy aufgeführt) haben nämlich in diesem Frühjahr (vorgestellt wohl schon auf diversen Messen im letzten Jahr) zwei sehr interessante weitere Bivys ins Programm genommen. Das

Outdoor Research Interstellar Ascentshell Bivy, 546 g, 275 $ (Link) (279 € in Deutschland)
und
Outdoor Research Stargazer Ascentshell Bivy, 535 g, 259 $ (Link)

Die Unterschiede (die sich von der Produktbeschreibung nur nach vielem Stöbern und weiterer Recherche außerhalb erkennen lassen): Im Interstellar kann man aufsitzen, die Arme separat ausstrecken und trägt den Kopfteil wie eine Art Sombrero. Ist somit trotzdem vor Regen und Mücken geschützt und kann im Camp hantieren.
Das Stargazer bietet diese Aufsitzfunktion nicht und hat dafür einen leicht erweiterten Kopfteil, der für das geschützte Verstauen von etwas weiterer Ausrüstung (z.B. einem kleineren Rucksack) gedacht ist. Ohne Inhalt dort soll der Kopfbogen sich auch eher zur Nase herunterneigen, als er das vielleicht beim Interstellar tut. Das sind die einzigen Unterschiede. Beides sind Vier-Jahreszeiten-Bivys und beide erhalten von den wenigen Berichten, die ich gefunden habe, glaubhaft gute Noten in Bezug auf Wettertauglichkeit und vor allen Dingen Kondensationsneigung (ohne das die Berichte kritiklose und überschwängliche Begeisterung zum Ausdruck bringen). Wunder kann auch dieses Material (Ascentshell) sicher nicht vollbringen und wenn sich in besonders starkem Regen eine Wasserschicht über dem an sich dicht haltenden Material bildet, leidet auch dort die Dampfdurchlässigkeit. Alles in allem liest sich das aber, als wären die beiden Interstellar und Stargazer Bivys bis dato so ziemlich die beste Schnittmenge aus allen erforderlichen bzw. wünschenswerten Eigenschaften ohne großartige Nachteile. D.h. wirklich regengeschützt übernachten können, ohne dass es durch irgendwelche Öffnungen, Nähte oder gar das Material durchdrückt, wesentlich geringere Kondsensationsneigung als bei üblichen Materialien und ein klein wenig geschaffener Kopfraum der ebenfalls beim Thema Kondensation wie auch Krabbel- und Stechviecher-Schutz von Vorteil ist. Denn auch durch ein Nichtabgespanntes und direkt auf dem Gesicht aufliegendes Moskitonetz könnte im Extremfall gestochen werden. Beide Bivys dürften gerne etwas mehr Umfang im Brustbereich haben, lese ich aus einigen Kommentaren heraus, was gerade für den vorgesehenen Vier-Jahreszeiten- und damit Wintereinsatz von Interesse ist, weil man da tendenziell dickere Schlafmatten und Schlafsäcke verwendet. Aber ansonsten bin ich von dem, was ich bisher zu diesen beiden Bivys (meist nur zum Interstellar) gefunden habe, sehr angetan. Hier gibt es z.B. ein sehr hilfreiches Video.

Im selben Zuge soll auch das Mountain Laurel Designs eVent Soul Bivy nicht unerwähnt bleiben (Link) welches mit seinem eVent-Material in Punkto Regendichtigkeit und Atmungsaktivität deutlich besser als klassisches Goretex sein soll und auch von Benutzern viel bessere Noten in Bezug auf Kondensation als z.B. die Helium- oder Alpine Bivys von Outdoor Research bekommt. Aber dieses Bivy kommt halt ohne jede weiteren Support-Strukturen daher.

Finale Auswahl meines Schlafsystems:

Meine Entscheidung wird zwischen dem Outdoor Research Bivy, hier würde ich das Interstellar wählen, und dem Naturehike Cloud-up 1 Zelt fallen.

Vielleicht bestelle ich das Naturehike sowieso einfach mal und teste es direkt – dafür ist es preiswert genug. Mit dem Naturehike hätte ich dann ein vergleichsweise leichtes, und immer noch klein verpacktes Zelt, was fix aufbaubar ist und im Minimalfall (wirklich kein Wind) sogar komplett freistehend aufbaubar ist. Sieht dann zwar aus „wie Hund“ aber hält trotzdem Viecher und möglichen Niederschlag ab und bietet schöne „private Höhle“ bei minimalstem Aufwand. Mit dem „Trekking-Stab-Trick“ (siehe meinen Kommentar vom 6. November zum Hack für das FlyCreek, der hier eins zu eins übertragbar ist), z.B. mit einem Zweig oder ggfs. an zwei Punkten meines Rades geknotet, steht es sogar noch besser frei.
Mein Boragear Bivy kann damit zu Hause bleiben. Wenn es wirklich windig ist, wird halt richtig abgespannt und wenn es stürmt und nach dem Rennen das Zelt nicht mehr Tip Topp ist – so what?

Im Moment allerdings von mir favorisiert:
Das Outdoor Research Interstellar Ascentshell Bivy. Noch kleineres Packmaß, kein Hantieren mit irgendwelchen Zeltstangen (außer dem Supportbogen für das Kopfende des Bivys) und nur die Hälfte des Gewichts des Naturehike Zeltes. Noch wichtiger aber: egal auf welcher Fläche (Hauptsache ich passe da halbwegs hin) aufbaubar und das mit minimalstem Aufwand. Auspacken, ausrollen, fertig. Wenn man es drauf anlegt und das Zeug wirklich keine Kondensationsfeuchte aufweist, kann man sogar Schlafmatte und Schlafsack im Biwaksack drin lassen und alles gemeinsam abends aus- und morgens wieder einrollen. Fixer geht es nicht. Ich habe das so noch nie gemacht, aber Josh Ibett findet es toll (auch in Marokko, siehe hier). Auch stärkster Wind und Schnee sind dann problemlos – tiefer als mit einem Bivy kommt man nicht an den Boden und es stehen auch keine Zeltwände im Wind. Auch hier kann ich dann mein bisheriges Borahgear Bivy daheim lassen.

Als Schlafmatte werde ich wohl die schon erwähnte Sea to Summit Ultralight Schlafmatte in der Iso-Variante mit einem R-Wert von 3,3 besorgen (wobei ich da nichts gegen hätte, wenn ich da eine nur unwesentlich schwerere und ebenfalls klein verpackbare, dafür deutlich günstigere Alternative fände) und als Schlafsack habe ich den in den Kommentaren empfohlenen Sea to Summit Spark I ausgewählt. Er geht im Comfort-Bereich bis 9° Celsius und im lower limit bis 5° Celsius. Letzteres ist bei Schlafsäcken meist der Bereich, den entweder Männer oder eher Kaltschläfer immer noch als komfortabel empfinden. Darauf verlasse ich mich aber nicht und außerdem kann es ja noch kälter werden. Daher setze ich von vornherein auf ein modulares System wie ich es schon im Sommer (und da ohne Schlafsack) praktiziere: bei Bedarf wird entweder meine Primaloft-Weste und / oder meine Patagonia Micropuff Jacket angezogen und dehnt damit den Temperaturbereich noch mal deutlich nach unten aus. Dazu kommt das viel substanziellere Bivy (oder sogar Zelt) als im Vergleich mein „Sommer-Bivy“, das BorahGear, was ebenfalls eine weitere Barriere gegen Wärmeverlust bzw. Windauskühlung darstellt. Diesmal brauche ich aber auch was für die Beine – also mehr als die möglicherweise eh verschwitzten Beinlinge. Deswegen ist mein Auge auf die Patagonia Men’s Nano-Air Pants gefallen. Diese wiegen 278 g und haben eine synthetische und sehr schlanke Füllung, so dass sie auch Kondensation im Biwaksack abkönnten bzw. von mir auch in der kalten Nacht oder am frühen Morgen beim Fahren angezogen werden können. Ihr „Klappentext“ liest sich so: „Die Elastizität der Stoffe und der Isolation, ein ergonomischer Schnitt und die strategisch angeordnete, schlanke Füllung verleihen eine außerordentliche Beweglichkeit. Der schlanke, hoch-elastische und bequeme Bund lässt sich leicht überziehen Schlank zulaufende Beine und hoch-elastische Knöchelbündchen, die man bequem hoch an der Wade oder über den Stiefeln tragen kann“. Ja – genau das braucht man.

Als zusätzliche Unterlage, um das Bivy oder den Zeltboden noch etwas zu schützen und auch mehr Gegenwehr gegenüber übersehenen Steinchen oder Dornen zu bieten, kommt dann die sowieso pflichtmäßig (sinnvolle Vorgabe der Rennorganisation) mitzunehmende Rettungsdecke zum Einsatz.

Fertig ist das Schlaf- und Shelter-System.

28 Kommentare zu „Zelt, Tarp oder Bivy – Shelter für das Atlas Mountain Race

  1. Bei dem von Dir noch nicht angesprochenen Thema Schlafsack, Daunen ist vom Packmaß her unschlagbar. Ich hatte neulich das Vergnügen in einen SeaToSummit Spark I sowie in einen Park II ( https://seatosummit.com/product/spark-sleeping-bag-spi/ ) reinschlüpfen zu können. Der Spark I geht bis 9c°/ 5c° und ist gerade mal 1,5l verstaut „groß“ wiegt dabei nur 340g.

    Das Einzuge was mich an jenen Park-Modellen stört ist die Tatsache, das der Reißverschluss nur bis zur Hälfte geht. Wird einen doch zu warm, kann man den Schlafsäcke schlecht nur als Decke nutzen.

    1. Auch ein sehr hilfreicher Tip! Vielleicht rüste ich auch beim Schlafsack noch auf, mal sehen. Vorteile hätte es rundheraus, denn der Sea to Summit Spark I hat höherwertigere Daunen, tiefere Komforttemperaturen, leichteres Gewicht und kleineres Packmaß als der Mountain Equipment Helium Solo! Gewinnt also auf der ganzen Linie.

      Spark I / Helium Solo Gewicht: 340g / 415 g
      Spark I / Helium Solo Packvolumen: 1,9 l / 1,5 l
      Comfort Temp: 14 °C / 9 °C
      lower Limit: 10 °C / 5 °C

      1. Man beachte noch den Cuin-Wert ( Basuchfaktor der Daunen ) bei bei den Sparkmodellen. 850 meine ich jetzt so. Beim Probeliegen staunte ich nicht schlecht, wie sich der Schlafsack von selbst nach und nach regelrecht aufbließ. Das bring dann genau den Wärmewert hervor ( natürlich auch die verarbeitet Menge an Daunen ).

        Falls der Komfortwert noch bei 5c° liegen soll, habe ich noch zwei Modelle von Yeti zur Hand. Yeti Tension Mummy und der Yeti Fusion Dry. Beide sind vom Packmaß her gleich den SeaToSummit Modellen, sind aber schwerer. Der Fusion Dry hat imprägnierte Daunen, was gut gegen Feuchtigkeit ist.

  2. Zum Thema Zelt bzw. Tarp hat der Basti aka @Beuteltiere noch das SoloMid von Moutain Laurel Designs in den Ring geworfen: https://mountainlaureldesigns.com/product/solomid/
    Das ist ein Mittelding aus Tarp und Zelt bzw. im Grunde nur eine Rainfly, die mit Trekking-Stock (bzw. mit einem extra zu erwerbenden und mitzuführenden Carbon-Pole in der Mitte aufgespannt wird und dann natürlich auch Heringe benötigt, aber immerhin auch nur 4.

    Und bei der Isolierung bzw. beim Schlafsack-System gab’s noch den Hinweis auf die Hosen von TheOMM (https://theomm.com/product/mountain-raid-pant/) was ganz praktisch ist, weil ich mir zu „untenrum“ tatsächlich noch etwas überlegen möchte. Bis dato nehme ich der Einfachheit halber für mein Off-Bike-Kit immer eine Trekkinghose mit. Die ist moderat leicht (jedenfalls leichter als eine Jeans), vielseitiger als eine Shorts (abzippbare lange Beine) und ich ziehe die auch zum Schlafen an (raus aus der klammen Radhose, Luft an die wichtigen Regionen, Hygiene durchführen, Unterhose an, Trekkinghose an – fertig für eine erholsame Nachtruhe).

    Mal schauen, ob ich irgendwas finde, was mir im Fall der Fälle auch auf dem Bike eine bessere Isolation / ein besseres Gefühl als einfach nur Beinlinge zur Bibshorts gibt. Am besten irgendwas, was ich auch bei Regen überziehen kann – nur dann kann ich diese Hose nicht auch für das Schlafen benutzen, wenn sie nass ist. Hmmm.

  3. Das einzige, was ich dazu sagen kann (ich war in den 80er-Jahren 4mal in der Sahara – allerdings mit Auto):
    Sobald die Sonne untergeht (und die geht sehr schnell unter), fällt die Temperatur rapide und es ist von einer Minute auf die andere eiskalt…

  4. Das Aeon Li könnte ich Dir zum testen leihen. Der Vorteil der Konstruktion liegt darin, dass die Enden jeweils senkrecht nach oben stehen, so dass ein „Kasten“ als Liegefläche entsteht, sprich die Seitenwände werden erst später „schräg“. Du kannst also auf der Liegematte liegen, ohne dass Gesicht oder Schlafsackende an die Innenwand des Zeltes stoßen (bin 178cm lang). Bei den normalen, pyramidenförmigen Zelten, wie auch beim Duomid, beginnt die Schräge gleich am Boden und raubt Dir wichtigen Innenraum. Oft sieht man dann Fotos von Leuten, die direkt auf dem Zeltboden, statt auf einer Liegematte liegen und das führt dann in die Irre, was das reale Platzangebot angeht. Tarptent hat da nen cleveren Einfall gehabt, der nebenbei auch die Sturmstabilität erhöht. Ein guter Testbericht zum Aeon findet sich auf dem Backpackinglight Kanal auf Youtube. Nachteil ist, dass die integrierten Carbonstangen (kann man entfernen, ist aber fummelig) die Packlänge vorgeben, d.h. man kann es nicht irgendwo reinstopfen.

  5. Hi Torsten,

    Sehr gut aufgearbeitet, ich werde hier Mal mitlesen und ein bisschen deine Gedanken in meine einfließen lassen.

    Bengt Stiller war ja sehr begeistert von seiner Ausrüstungswahl mit Daunenhose/Schuhe statt Schlafsack. Hat er sich von Lael Wilcox angeschaut. Die Folge von Johannas Podcast mit seinem Interview in die wunderbare Fahrradwelt kennst du? Vielleicht hast du aber auch schon was dazu geschrieben und ich habe es ob des vielen Inputs überlesen.. Gruß

    1. Hallo Flo, vielen Dank :)

      Ja, habe die Folge von Johanna auch gehört. Zu dieser Folge und zu Johannas Podcast habe ich hier im Blog noch nicht geschrieben. Nur eine indirekte Erwähnung gab’s mal, als ich schrieb, welchen Podcast ich beim nächtlichen Befahren des Col de Chioula im TPBR2019 gerade hörte. :)

      Bengt hat da nicht unrecht – ist ja nur folgerichtig. Hatte das damals auch bei Lael verfolgt und mich noch davor ganz allgemein mit dem Konzept beschäftigt. Selber was dazu geschrieben hatte ich im Sommer auf Twitter und erwähnt dann hier in meinem Kitlist-Beitrag im Blog. Der ist auch in diesem Artikel hier verlinkt.

  6. Ich bin mit mit dem OR Helium unterwegs und dazu noch als Schlafsack einen Sea-to-Summit Spark II und eine Therm-a-rest neoair xtherm. Der Schlafsack ist nicht zu toppen mit 500g und einem Komfortbereich bis 4°C (ich hab im Biwaksack auch schon bei 0°C draußen geschlafen ohne Probleme). Dieser Schlafsack ist bisher für mich das Optiumum am Markt. Die Isomatte ist von der Isolationswirkung unschlagbar, aber etwas rutschig in Kombination mit meinem Schlafsack. Aber ansonsten auch sehr sehr zu empfehlen, da kann man aber sicherlich auch was leichteres weniger warmes nehmen)
    Beim OR Helium ist es so eine Sache. Packmaß, Gewicht etc. sind super. Das Handling/ der Komfort und die Kondenswasserproblematik dagegen so lala bzw. eher schlecht. Wenn der biwaksack nicht perfekt abgespannt ist hat man das Moskitonetz andauernd im Gesicht hängen. Alles hängt irgendwie eher durch und ein „Raumgefühl“ kommt nicht wirklich auf. Zudem ist die schon erwähnte Kondenswasserproblematik nicht von der Hand zu weisen. Ich bin froh, dass mein Schlafsack eine DWR hat. Wenn es wirklich viel regnet, wird der Schlafsack nicht trocknen können und feucht bis nass wird zumindest die oberflächlich auf jeden Fall. Am meisten geschieht dies meiner Erfahrung nach beim Rad fahren an den Füßen, wenn man mit warmen schwitzigen füßen in den Biwaksack steigt und diese dann mit Feuchtigkeit ausdampfen. Ich bin mir bei meinem Set-Up sicher, dass sich da nochmal was ändern wird und der Biwaksack ersetzt wird.
    Von MSR bekommst du auch 1-Personen Zelte unter 1kg(Freelite und Carbon Reflex). Klar der Preis ist da wirklich hoch.
    Das Nemo Hornet 1P Elite ist auch ein sehr gutes Zelt mit sehr geringem Gewicht.
    Günstige Alternativen sind evtl noch das Ferrino Sling 1 oder das Vango F10 Helium.

    Ansonsten bin ich auch noch auf der Suche nach einer guten, leichten Tarpkonstruktion evtl. mit dem Rad unter diese man dann am Besten ein Bugtent oder ein moskitonetz hängen kann wenn sowas benötigt wird.

    Den OR Helium könnte ich dir zum Testen auch sicherlich mal ausleihen wenn Bedarf besteht.

    Lg
    Volker

    1. Hi Volker, super, vielen Dank. Das sind für mich sehr wertvolle Praxistipps. Hmmm – doch ein Zelt? Und dann wirklich nur auspacken, wenn es in der Nacht Niederschlag geben könnte? Gerade die teuren Dinger sind ja auch super empfindlich. Habe gerade ein paar Reviews zum MSR Carbon und zum Big Agnes Fly Creek HV 1 Carbon gelesen. Die Carbon Variante hatte ich noch gar nicht gesehen, da ich direkt auf die Bikepacking-Sektion bei BigAgnes geklickt hatte. 800 $ für das FlyCreek! Holla. Dafür dann mit Dyneema RainFly und Carbon-Poles… Aber empfindlich wie Sau. Dafür nur 454 g Trail Weight!

      Das lässt man dann wohl tatsächlich am Besten immer eingepackt, wenn man es nicht braucht. 800 $ sind dafür aber auch schlecht angelegt… ;-)

      Ich überlege auch gerade, ob ich nicht einfach mein Borahgear Bivy nehme und für den Bedarfsfall ein Mini-Dyneema-Tarp, welches ich dann vorwiegend nur über Kopf und Brust abspanne – so am hingelegten Bike und halb per Stein oder einfach unter mein Bivy geklemmt. Ghetto-Tarping oder sowas (habe ich gerade erfunden ;-)).

  7. Da Du den Untergrund überhaupt nicht einschätzen kannst, muss es notfalls ohne Heringe gehen. Maximal eine Leine am Fahrrad.
    Bei der unbekannten Tierwelt würde ich auf jeden Fall ein komplett „verschliessbares“ System nehmen.
    Kopffreiheit ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn Dir Stoff die ganze Zeit direkt auf dem Gesicht liegt, schläft es sich nach meiner Erfahrung sehr schlecht.
    Zur Puffjacke und Puffhose empfehle ich noch Schuhe wie Nordisk Hüttenschuhe und dann statt warmen Schlafsacke atmungsaktiver Biwaksack und Inlet. Durch Zelt muss der Biwaksack auch nicht wasserdicht sein.
    Was ist denn die durchschnittliche Regenmenge / – wahrscheinlichkeit im Atlasgebirge?

    1. Ja, das mit der Tierwelt ist so eine Sache. Ich habe da noch kein klares Bild ausgemacht – aber Marokko ist ja auch recht divers. Das gilt sicher für die Tierwelt wie auch für das Wetter. Ich hoffe, im Winter und gerade in den kalten Winternächten ist da weniger los und einiges (manche / alle? Schlangen) hält auch Winterschlaf. Habe aber auch einige Berichte über die Jäger der Nacht gelesen und von daher wäre ein geschlossenes Zelt schon ganz praktisch. Egal was man macht – morgens vorsichtig Schuhe ausschütteln ist Pflicht.

      Regen geht so, habe was von 53 mm gelesen – auch hier fungiert der Hohe Atlas als Wetterscheide zwischen maritimen und kontinentalem Sahara-Klima. Definitv kann’s unangenehm sauen. Aber vielleicht beschränkt sich diese Möglichkeit auch auf das erste Drittel des Rennens.

      Was wohl wirklich nicht zu verachten ist, ist auch der Wind. Nächtlich einsetzende Fallwinde usw. Also alles was man pitched muss im Fall der Fälle richtig gesichert sein.

      Alles zusammengenommen bin ich damit fast wieder bei entweder einem schönen Zelt oder aber bei den Snugpak oder Geertop-Bivys.

      1. Ich finde das geringere Gewicht des Outdoorresearch Helium Bivy oder Alpine Bivy könnten das weniger an Platz im Kopfbereich wettmachen.
        Diesen Vergleich zwischen Snugpak und Helium kennst Du sicher schon: https://www.youtube.com/watch?v=XvGh6DxJBvE
        Da zeigt sich ggf. ein Nachteil des Helium/Alpine, dass es zwar an sich wasserdicht ist, aber beim Öffnen gleich richtig viel Wasser reinläuft, wenn man das nicht weggeschüttelt hat.
        Helium/Alpine braucht weniger Heringe und scheint sich schneller aufbauen zu lassen.

        Was aus meiner Sicht noch gegen Zelt spricht: Nach dem Aufwachen will man schnell los.Zelt abbauen und einpacken dauert gefühlt immer 30 min. Da wäre ein Bivy schneller.

        Was allerdings für ein Zelt spricht: Du kannst Dich ggf. IM Zelt umziehen.

        BTW: Ich selbst bin bisher bei viel Regen in Norwegen und Island mit Vaude Lizard UL unterwegs gewesen. Hält auch bei viel Wind.

      2. Alles Vor- und Nachteile. Ich bin halt auch sehr allergisch gegenüber jedem Aufbau- und Abbau-Aufwand. Andererseits bin ich bestimmt auch allergisch gegen Skorpionstiche und Co – also eine halbwegs gute Abschottung gegenüber der Wildnis wäre schon nett. Mal sehen.

        Was mich aktuell vom (kaum vorhandenen) Aufbauaufwand sehr anspricht, ist das Tarptent Rainbow 2019. Ja, ist singlewall, aber man kann es quasi im Stehen aufbauen. Ganz ohne, dass man auf dem Boden krabbeln und da schon mal irgendwelche Heringe in den Boden stecken muss. Das ist fast schon wie ein Bivy. Eine Seite könnte ich anstelle mit Heringen oder mit Trekking-Pole an den Reifen des liegenden Rades spannen. Wiegt ein Kilo und damit sogar ein Ticken weniger als ein Snugpak Bivy.

        Ja, es ist kein 600 – 700 g Zelt, von denen es nicht wenige gibt. Aber da nervt mich glaube ich schon allein das auch nicht so viel mehr ausmachende zusammenschrauben / zusammenstecken der Stäbe zusammen, dann das Meshinner da dran klipsen und dann die Rainfly drüber werfen und auch überall ranclipsen oder noch separat abstecken – wie z.B. beim Nemo Hornet Elite 1P.

      3. Was in dem Zusammenhang noch eine Alternative wäre ist das Djedi von Locus Gear (https://locusgear.com/items/djedi-dcf-event-dome/?lang=en). Persönlich kann ich bestätigen, dass die „Atmungsaktivität“ funktioniert, wenn sie auch an physikalische Grenzen kommt, wenn die Randbedingungen schlecht sind (nah am Wasser, feucht/neblig, kühl, windstill, da wird es dann innen feucht). Gewicht ist top, Aufbauzeit deutlich unter dem Rainbow und simpel. Wenn man wert auf einen trockenen Eingang legt, dann kann man eine Zusatzapsis kaufen, aber innen reicht der Stauraum für einen Single nebst Gepäck auch ohne aus. Ich persönlich würde die Variante mit Mesh im Eingangsbereich wählen. Der Preis ist allerdings auch top….

      4. Hui… Dyneema eVent! Ganz was Feines! Hat aber auch seinen Preis! 1000 Euro, mein lieber Scholli! Das will ich dafür aber nicht ausgeben. Schon gar nicht als potenzieller Zelteinsteiger. Sieht schon ganz hübsch aus. Aber: nein! ^^

  8. Ahhh, ich grübelte ja schon, ob ich das Big Agnes Fly Creek (oder andere Zelte) die nur semi freestanding sind, einfach freistehend aufstelle und an einer oder zwei Ecken dann doch das Rainfly bzw. auch das Mesh-Inner dadurch auseinanderhalte, dass ich die Ecken anstelle an Heringen an meine Laufräder knote.

    Jetzt hab ich folgenden „Hack“ auch für das Fly Creek gesehen: https://backpackinglight.com/forums/topic/big-agnes-fly-creek-1-and-2-freestanding-hack/
    Sehr cool – eigentlich genau dasselbe Setup, wie es Tarptent mit seinem Rainbow für free-standing Set-up vorsieht.

    Damit hätte ich dann die Wahl: etwas schnelleres Setup wohl und singlewall – dafür längeren Pole (was das Wegpacken etwas diffiziler machen würde) – mit dem Tarptent Rainbow. Und Einsieg von der Seite.
    Oder das Big Agnes Flycreek als Bikepacking Version: einen kleinen Ticken leichter, kürzere und damit Verpackungsgeignetere Poles und Doublewall. Und Einstieg von der Kopfseite.

  9. Irgendwie wundere ich mich schon – Du klingst vollkommen unerfahren, und wurdest dennoch zum AMR zugelassen?!
    Ach – was für Pläne hast Du bez. Rad? Hoffe Du willst da nicht mit dem No22 und 42ern und über die Pisten rasen…
    Na dann viel Glück!

    1. Nanu, was ist das denn für eine Frage bzw. ein Rückschluss? Da kann ich mir ja nur zwei Gründe vorstellen: TL:DR oder der Wunsch meinen Beitrag miss zu verstehen. Wieviel Erfahrung im Bereich Zelten meinst du, braucht man für Bikepacking Rennen? Oder wieviele Male muss man persönlich und höchstselbst in Nordafrika gezeltet oder biwakiert haben, bevor man in diese Länder aufbrechen darf? Ich erlaube mir ein dezentes Kopfschütteln.

  10. Anhand Deiner „Zeltvorstellung“ sieht man, dass es da doch noch gewaltiges Potential bez Deiner Outdoorerfahrung gibt. Ganz so tolle kennst Di Dich ja (noch) nicht aus.

    Nun, bez. AMR: es geht bei solchen „Rennen“ auch um eine gewisse Erfahrung, die man mitbringt – auch unter extremeren Bedingungen und anderen Kontinenten, als dies gerade in Europa der Fall ist.
    Da finde ich nicht viel in Deinem blog – so frage ich mich, wie Du zugelassen werden konntest (die Bedingungen kennst Du ja)?
    (Nein, beim besten Willen, ich habe bislang solche Touren lieber alleine oder zu zweit gemacht und brauche solch eine Plattform nicht!)
    Zu Deinem Rad, welches Du einsetzen willst, gibts noch nichts Neues?
    Grüße! Sabi

    1. Du hast aber schon den Text gelesen und mitbekommen, dass es hier um die Frage Zelt, Tarp und/oder Bivy geht? Und zwar unter Bikepacking-Renn Gesichtspunkten? Ich schreibe hier nirgendwo, dass man mir doch bitte die Hand halten möge, weil ich zittrigen Fußes außerhalb eines Pauschalurlaubs durch den Atlas fahre…

      Vielleicht nimmst du dir auch den zweiten Eingangs-Absatz zu Herzen und deutest zu viel in ihn hinein. Wenn ich schreibe, dass ich weder erfahrener Globetrotter noch Outdoorspezialist sei, dann entstammt das meiner bescheidenen, abwägenden und analytischen Ader, die zugleich auf ein reiches Allgemeinwissen zurückgreifen kann (wenn ich da jetzt einfach mal ganz unbescheiden auf die Kacke hauen will). Daher weiss ich (im Gegensatz zu vielen anderen) wieviel ich nicht weiss. Und gebe das auch zu (ebenfalls im Gegensatz zu vielen anderen). Davon profitieren nämlich alle – die Leser und ich.

      Und gleichzeitig setze ich damit auch den Rahmen und steuere die Erwartungshaltung der Leser. In diesem Beitrag können diese den von mir gewohnten gründlichen Recherche-Ansatz erwarten und auch auf wichtige Aspekte hingewiesen werden, erhalten aber keine Tipps aus langjähriger persönlicher Erfahrung in Fastpacking durch aride und dünnbesiedelte Regionen.

      Vermutlich wird es aber so sein, dass ich trotzdem wesentlich mehr über die angerissenen Themen weiss (und stets weiter recherchiere), als so manch anderer (auch der Teilnehmer solcher Rennen) und ganz bestimmt auch, als ich hier Zeit und Musse habe, zu schreiben. Ich schreibe ja so schon recht ausführlich und damit länger, als dem heutigen Rezipienten zuzumuten ist. Was auch klar ist: Ich lerne mit jedem Rennen dazu. Das wird auch hoffentlich der Fall sein, wenn ich irgendwann zum 20ten Mal durch den Atlas oder wodurch sonst auch immer gefahren bin.

      Wenn ich wie du lieber Touren fahren würde (auch eine tolle Sache!), es mithin wohl ganz bestimmt nicht auf schnelle Zeiten und auch nicht auf Fahren in Dunkelheit und Co ankommt oder zu welchen Zeiten man an welchen Resupply-Punkten vorbeikommt, um nicht aufgehalten zu werden, dann könnte ich mir die Sache auch recht einfach machen: Halbwegs stabiles Zelt mitnehmen (oder auch ein superleichtes, was vielleicht aber aufwendiger aufzustellen ist und mehr Sorgfalt bei der Platzwahl erfordert) und am späten Nachmittag oder frühen Abend da anhalten, wo’s gerade schön ist. Wo man einen guten Platz im Tageslicht ausgemacht hat, wo man vielleicht sogar Wasser und andere Annehmlichkeiten vorfindet und den Abend und den Morgen genießen kann. Da kann man sich auch Zeit nehmen, ein schönes Nest für die Nacht zu bauen. Oder an einer Oase, einem Campingplatz oder noch besser einer schönen Herberge anhalten und mit ganz unbepackten Rad Ausflüge unternehmen. Aber darum geht’s hier nicht.

      Und zum Rad: Du bist ja sehr erpicht darauf. Hoffentlich nicht nur, um daran herumzumäkeln, aber selbst keine Tipps oder Erfahrungswerte beizusteuern. ;)

      Aber ehrliches Interesse freut mich – das ist ja auch nicht verwunderlich, auf meinem Blog geht es ja schließlich vorrangig um das Rad fahren. :) Lass dich überraschen, ich muss selbst noch zwei Wochen warten…

      So viel sei vorausgeschickt: Auch mein Drifter wäre eine sehr taugliche Plattform. 42 mm Reifen wollte ich beim AMR auch nicht fahren. Und die Leute, die schon mal mit ähnlicher Reifengröße das Silkroad Mountain Race gewonnen haben, haben auch geflucht und gelernt. ;-) Aber du siehst, was mit solchen Reifen möglich ist. Würde ich das Drifter nehmen, bekäme es 650B Laufräder mit 50 mm Reifen. Unter anderem. Mehr zum Thema wirst du dann demnächst lesen können.

      viele Grüße

  11. Hi Torsten,

    wenn kritische Anmerkungen in Deinem blog nicht auch möglich sind, dann ist das schade. Ich muss nur oft den Kopf schütteln, wenn ich da das ein oder andere lese, was Du da manchmal (in einem immensen Umfang) von Dir gibst!

    Ach, nur da Du da etwas falsch liegst: auch ich bin mit light Material undexpeditionserprobtem Material unterwegs – beim besten Willen, anders geht es nicht.
    War sicher vier mal im Hohen Atlas unterwegs oder habe die Strecke Russland-China und über Inden zurück nach Slowenien gemacht (und da gings nicht um nen lockeren „Tour“urlaub, wie Du es ausdrückst!) . Wie ich sehe, bist Du ja sehr erfahren und weisst, wieviele C-Plätze es da hat… Also, ganz locker bleiben!

    Bez. Rad:
    Jays Aussage war ja schnell weitverbreitet und ist bekannt, mit 42er gehts, wenn auch beschwerlich, auch, aber wie ich angedeutet habe, hoffe ich, dass Du auf ein anderes Pferd setzt – das sollte nicht kritisch, sondern als Rat zu bewerten sein.
    Aus eigener Erfahrung würde ich Dir zum neuen Salsa Cutthroat v2 raten, aber Du wirst es ja sicher besser wissen.

    Gute Tour und schöne Eindrücke! Sabine

    1. Hi Sabine, Kritik ist immer willkommen, so lange sie konstruktiv ist.

      Super, jetzt kommen wir doch weiter. Du warst also schon sogar mehrfach im Hohen Atlas und auch sonst in der Welt unterwegs. Das ist doch prima. Ich bin sicher, nicht nur ich, sondern auch der eine oder andere weitere Leser würde sich über substanzielle Tipps und Hinweise oder auch nur ein paar Eindrücke freuen. Wenn du da also etwas beitragen möchtest, nur zu. Vielleicht hast du ja an anderer Stelle schon mal etwas dazu niedergeschrieben oder evtl. einige Clips auf Youtube hochgeladen bzw. hast mal was in einem Podcast gesagt? Oder schöne Fotostrecken irgendwo? Musst ja nicht unbedingt hier etwas schreiben – Link freut mich auch. Oder vielleicht hast du gute Quellen die dir damals geholfen haben oder die du mit weniger Kopfschütteln als meine Ergüsse liest? Auch das freut bestimmt nicht nur mich. Bestimmt kenne ich da längst nicht alles, was es da gibt.

      Viele Grüße

  12. Hallo Torsten,
    das Packmaß bei Zelten wird insbesondere durch die Stangen bestimmt. Der Durchmeser nervt oft weniger als die Länge. Nun ist das ja beim geraden Lenker eher egal, aber wenn Du irgendwann mal mit dem Gravelrad und Zelt fahren willst, bekommst Du gleich ein Problem. Ich habe mir schon überlegt, ob ich mir die Stangen aufs OR schnallen soll, aber wohin mit der OR-Tasche?
    Alles über 40 cm ist schon problematisch, über 45 cm wird fies.

    MfG,
    Armin

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