Zelt, Tarp oder Bivy – Shelter für das Atlas Mountain Race

Da ich im Februar beim Atlas Mountain Race starten werde, bin ich mitten in den Vorbereitungen. Dazu gehört das Überprüfen meiner Ausrüstung im Hinblick auf die spezifischen Bedingungen dieses Rennens. Darunter fällt das Terrain (Arten der Untergründe von asphaltierter Straße über Sandpiste oder Graveltrail bis hin zum Maultierpfad), vorgefundene Gradienten, Höhe (Gebirge), Jahreszeit, Klimazone, Besiedelungsdichte und Infrastruktur (alle 20 km eine Tankstelle oder keine menschliche Behausung im Umkreis von 12 Stunden) und Hygienestandards sowie Wasserversorgungs- und Verpflegungsmöglichkeiten.

Marokko ist für mich unbekanntes Terrain. Weder war ich jemals dort noch sonstwo in Nordafrika. Darüber hinaus bin ich weder erfahrener Globetrotter noch ein Outdoorspezialist. Behaltet das im Hinterkopf, wenn ich gleich über Zelte oder Tarps rede. Ich lasse euch also daran teilhaben, wie ich meine Hausaufgaben mache. Hier und heute soll es um das Schlafsystem gehen und im Speziellen darum, ob ich erstmals ein Zelt, ein Tarp oder ein substanzielleres Bivy als bei meinen bisherigen Bikepacking-Rennteilnahmen mitnehme.

Ausgangspunkt:

So sieht mein normales Schlaf-Setup für ein Bikepacking-Rennen im Sommer aus. Für mich eine ideale Minimal-Lösung, mit der ich mittlerweile sehr zufrieden bin. So könnt ihr sie auch in meiner Bikepacking-Liste Stück für Stück nachvollziehen, die ich kürzlich ausführlich erläutert habe. Die Sea to Summit Ultralight Regular Schlafmatte wiegt 395 g und ist ausreichend komfortabel. Ich schiebe sie in mein Ultralight Bivy aus Dyneema bzw. Cuben Fiber von Borahgear. Das wiegt nur lächerliche 147 g und packt sich auch superkompakt. So ist die Luftmatratze auch vor Verschmutzung und vor dem direkten Kontakt mit Steinchen etwas geschützt. Nur bei Bedarf lege ich tatsächlich das Moskitonetz über meinen Kopf und schließe dann den Reisverschluss (z.B. wenn mich abends beim Setup schon die Mücken umschwirren). Was – und das hätte ich davor gar nicht gedacht – sogar tatsächlich ein bisschen die ansonsten kaum vorhandene Wärmeleistung des Bivy erhöht.

Einen Schlafsack nutze ich im Sommer typischerweise gar nicht. Ich habe zwar einen sehr leichten und kompakten Schlafsack von Mountain Equipment, den Helium Solo. Aber selbst dessen minimale 1,9 l und 415 g sind mir zu viel Gewicht und vor allem das Tröpfchen zu viel Volumen! Ohne Schlafsack wäre es aber nur in Tropennächten (Temperatur fällt nicht unter 20 °C) wirklich warm genug, ohne weiteres auf der Schlafmatte und im Borahgear-Bivy zu schlafen. Vielseitiger, leichter und auch besser verstaubar als selbst ein ultraleichter Sommer-Schlafsack ist da die Verwendung einer gefütterten Jacke. Z.B. meiner Patagonia Micro Puff Jacket. Die wiegt nur 270 g und eignet sich hervorragend als Isolationsschicht entweder allein oder unter/über einer Regenjacke bei extremer Kälte, z.B. in den frühen Morgenstunden, bevor die Sonne aufgeht oder in alpinen Abfahrten. Damit schläft es sich im Sommer wunderbar.

Anforderungen für Marokko

Was fehlt meinem bisherigen Schlaf-Setup? Witterungsschutz und Wärmeleistung im Bereich an den Gefrierpunkt heran (oder sogar darunter).

Ich vermute mal, ich werde in Marokko bzw. im Hohen Atlas Schwierigkeiten haben, eine Bushaltestelle oder einen Supermarkt oder eine Tankstelle zu finden, wo man sich hinein, davor, oder dahinter legen kann und wind und vor allem regengeschützt liegt. Das ist natürlich ironisch gemeint – ganz bestimmt sogar wird es so sein.

Darüber hinaus findet das Rennen im Februar statt. In der Nacht werden die Temperaturen auch in moderaten Höhen empfindlich nah in Richtung Gefrierpunkt fallen können. Und während man nicht unbedingt an den Passhöhen von 2000 m und darüber übernachten sollte, werden wir hunderte Kilometer in Höhen von 1300 bis 1700 m zurücklegen müssen. Da kann dann auf jeden Fall der Gefrierpunkt erreicht werden und wenn es regnet, kann es auch schneeregnen oder schneien.

Schon das gerade beendete Trans Pyrenees Race war in dieser Hinsicht speziell (siehe meinen ersten Bericht dazu hier). Herbst, kühle Temperaturen, für Europäische Verhältnisse entlegene Landstriche und Neben- oder gar keine Saison. D.h. man musste sich sehr genau überlegen, ob man noch diesen oder jenen Pass gegen Abend oder sogar am späten Nachmittag in Angriff nahm, weil der nächste Ort mit möglichen Unterkünften ggfs. viel zu spät erreicht worden wäre. Mitten im Nirgendwo ohne Schlafsack ein Notbiwak einzulegen wäre keine wirklich gute Alternative gewesen. Eher durchfahren. Das war schon trickreich in einem Land, das man ansonsten kennt und über asphaltierte Straßen, über die man seinen Fortschritt recht gut einschätzen kann.

Niemand von uns kann aber für das Atlas Mountain Race allein vom Blick auf den Kilometerzähler abschätzen, wie schnell er die verbleibende Strecke bis zum nächsten möglichen Ort zurücklegen kann und wie es dort wirklich um Schlafmöglichkeiten bestellt ist, wenn er da um 10 oder sogar um 1 Uhr in der Nacht aufschlägt. Die Strecke kann super fahrbar sein, sie kann sehr schwer befahrbar sein oder sie kann sogar Schiebepassagen beinhalten. Um also nicht schon um 5 Uhr nachmittags irgendwo anhalten zu müssen, weil man das Risiko nicht einschätzen kann ob eine weitere Unterkunftsmöglichkeit erreicht werden kann oder nicht, muss ein fähiges Schlafsystem her. Es muss dafür geeignet sein, bei Null Grad und auch Regen oder Schnee eine halbwegs brauchbare Nachtruhe zu finden. Gut – wenn die Wetteraussichten wirklich mies sind, dann wird auch das seine Berücksichtigung darin finden, ob man am frühen Abend noch auf einen bestimmten Streckenabschnitt aufbricht oder lieber doch in einer gerade erreichten Unterkunft bleibt. Aber ansonsten gilt: vom Grunde her sollte auch eine Nacht mit Regenschauern gut verbracht werden können.

Nun ist man in Marokko und auch im Hohen Atlas dann aber trotzdem nicht aus der Welt gefallen. Im Race Manual für das AMR findet sich eine Tabelle mit einem kurzen Überblick über Resupply Points. Small Shop hier, Quellwasser da, Auberge/Restaurant dort usw. Die Abschnitte dazwischen sind überschaubar: von 5 km über 14 bis 30 km. Aber auch mal 50, 60 und zweimal auch über 90 km. Gut, je nach Strecke können schon 30 km verdammt weit sein. Oder lang werden, wenn man sie z.B. komplett schiebend zurücklegen müsste. Die Bedingungen sind aber dann doch noch etwas anders als z.B. beim Schwesterrennen des AMR, beim Silkroad Moutain Race, welches auch länger dauert. Da mag dann die Wagschale etwas eher und leichter in Richtung eines Zeltes gehen.

Ich will aber nicht Campen oder sogar noch Kochen oder sonstwas machen, ich will so schnell wie möglich voran kommen. Hilft mir dabei ein Zelt oder hindert es mich eher? Genau das ist hier die Frage: Zelt, Tarp oder Bivy?

Zeltüberlegungen und eine Auswahl von interessanten Zelten

Camping beim Gravel Fondo 2019

Da seht ihr meine gefühlt einzige Zelterfahrung in den letzten… 20 und mehr Jahren. Und das besonders schöne daran war, dass die Zelte für uns schon aufgebaut waren und die Dusche am Forsthaus im Hintergrund zur Verfügung stand. Ihr seht, ich bin also Zeltexperte. Ähmm… ;-) Nein, Camping ist nun wirklich nicht mein bevorzugtes Hobby. Irgendwo hin fahren, da dann nachmittags schon das Zelt aufbauen und sich dann auf ein selbst gekochtes Abendmahl freuen kann ja bestimmt ganz nett sein. Und dann am Morgen gemütlich ausschlafen, in der Apside des Zeltes auf dem Spirtusbrenner oder mit dem Jetboil einen leckeren Coffee outside zubereiten und in die Landschaft schauen, auch.

Darum geht es hier aber nicht. Es geht darum, im Bedarfsfall (ich rechne mit 2 bis 4 Nächten) eine erholsame Nachtruhe zu erhalten, egal wo ich gerade auf der Strecke bin. Mit minimalsten Aufwand für das Setup, um kälte- und regengeschützt zu sein. Weder will ich abends oder morgens witterungsgeschützt noch irgendein warmes Mahl zubereiten (was ein Grund für ein Zelt mit entsprechender Apside oder für ein Tarp sein könnte), noch brauche ich besonders viel Platz um mich herum, weil ich auch tagsüber irgendwelche Witterungsunbillen aussitzen will oder muss. Klar, ich würde mich nicht dagegen wehren, etwas Platz zu haben, um mich auch im Siffwetter geschützt an- und ausziehen zu können (Hygiene ist wichtig und in nassen Klamotten will auch niemand wirklich schlafen). Aber da ich auch mit Zelt keine heisse Dusche dabei haben werde, ist das dann jetzt auch nicht ausschlaggebend.

Gäbe es aber Zelte, die sowohl vom Packmaß, vom Gewicht und auch vom Aufbauaufwand im Wortsinne (er)tragbar erscheinen? Ja, da gibt es mittlerweile eine ganz gute Auswahl für gewichtssensitive Bikepacker und Thruhiker bzw. Ultrarunner. Ich liste im Folgenden die Favoriten aus meiner Recherche auf:

Bikepacking-Zelte, meine subjektive Auswahl

  • Big Agnes Copper Spur HV UL1 Bikepack
    • 1,05 kg Trail Weight + 170 g Extra Footprint (Groundsheet) = 1,22 kg
    • Packmaß: 14 x 33 cm
    • Innenmaße: 71/97 x 224 x 97 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Pros: Freistehend, Schöne Bikepacking-Verpackung (Packsack mit Daisychain-Webbing), gutes Volumen, großes Vestibül, nutzbare Taschen innendrin.
    • Preis: 399,95 $
  • Big Agnes Fly Creek HV UL1 Bikepack
    • https://www.bigagnes.com/Fly-Creek-HV-UL1-Bikepack
    • 850 g Trail Weight + 142 g Extra Footprint = 992 g
    • Packmaß: 13 x 30 cm
    • Innenmaße: 71/97 x 219 x 97 cm
    • Einstieg von Kopfseite
    • Pros: Freistehend, Schöne Bikepacking-Verpackung (Packsack mit Daisychain-Webbing)
    • Preis: 359,95 $
  • Vaude Lizard GUL 1P
    • https://www.vaude.com/de-DE/Produkte/Zelte/1-Personen-Zelte/Lizard-GUL-1P
    • 690 g Gesamtgewicht
    • Packmaß: 10 x 39 cm
    • Innenmaße: 60 x 210 x 75 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Vorteil: sehr leicht
    • Nachteil: Nicht freistehend. Gerade der Hauptträger muss unverrückbar in den Boden, sonst geht da gar nichts. So ein Konzept erscheint mir zu anfällig, dass auch genau das immer gewährleistet ist. Und gerade für den in Marokko erwartbaren Untergrund denke ich, wird das eher versagen als das es funktionieren wird.
  • Tarptent Aeon Li
    • https://www.tarptent.com/product/aeon-li/
    • 496 g + Packsack + Treckingstock?
    • Packmaß: 10 x 36 cm
    • Innenmaße: 76 x 224 x 119 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Nachteil: Single Wall (Kondensation), Single Pole (Innenraum kleiner als Grundfläche vermuten lässt, schneller Kontakt mit Außenhaut und damit dann Kondenstropfen auf Schlafsack oder Kopf. Nicht freistehend, damit hoher Zug auf den Heringen und kein Aufbau auf Felsen und Probleme auf sandigem Boden.
    • Ist der Pole nun im Gewicht inkludiert oder muss man da den Trekking-Stock noch einrechnen?
    • Vorteil: Dynema, d.h. superleicht, im Feld problemlos, super Regendicht
    • 535 $ + Pole
  • Zpacks Plexamid Tent
    • https://zpacks.com/products/plexamid-tent
    • 431g (inkl. Packsack) + Treckingstock oder Centerpole + 10 Stakes (not included)
      • 10 Stakes sind entweder 54 g ( 6″ UL Titantium) oder 125 g (7″ Super Sonic Stake)
      • 48″ Carbon Fiber Tent Pole: 71 g
      • macht also alles zusammen: 556 g – 627 g
    • Packmaß: 15 x 30,5 cm
    • Innenmaße: 71/97 x 230 x 122 cm
    • Einstieg von der Seite
    • Nachteil: Single Wall (Kondensation), Single Pole (Innenraum kleiner als Grundfläche vermuten lässt, schneller Kontakt mit Außenhaut und damit dann Kondenstropfen auf Schlafsack oder Kopf. Nicht freistehend, damit hoher Zug auf den Heringen und kein Aufbau auf Felsen.
    • Vorteil: Dynema, d.h. superleicht, im Feld problemlos, super Regendicht
    • Nicht viel anders als das Tarptent Aeon Li, scheint mir aber ein winziges bisschen durchdachter.
    • 549 $ + Stakes und Pole

Nicht mal oder knapp 500 g für ein ganzes Zelt hört sich irre an. Und beim Nordisk Lofoten ist dieses geringe Gewicht auch mit gleichfalls niedrigem Packmaß verbunden, wow! Was gibt es daran dann noch auszusetzen (außer dem Preis vielleicht)? Nun – die Praktikabilität und der Aufwand beim Auf- und Abbau. Zwar lese ich da bei einigen Produktbeschreibungen: „Aufbau in 2 Minuten“ aber da glaube ich nicht dran. Unter optimalsten Bedingungen, mit bereit gelegtem Zeug, auf einem perfekten Platz und im Tageslicht vielleicht. Nicht aber für den nur moderat geübten und erschöpften Bikepacker, der im Dämmerungslicht oder in der kompletten Dunkelheit erst zum Aufbau schreitet. Der weder den perfekten Untergrund vorfindet noch im Schein der Kopflampe alles sofort 100 Prozent beurteilen kann. 10 Stakes (aka Heringe) gilt es z.B. beim Zpacks Plexamid Tent passend in den Boden zu bringen. Zehn! Das macht man nicht in 2 Minuten. Von den genannten Zelten erscheinen mir die beiden Big Agnes Zelte am persönlich ansprechendsten. Trotzdem erscheint mir ein Zelt für das Atlas Mountain Race als Overkill und ich will mich mit dem Aufbauaufwand nicht belasten. Gerade, wenn ich nur 2 bis 3 Mal in die Verlegenheit käme.

Also doch nur ein Biwacksack, bzw. ein Bivy? Ja, das wäre sicher am leichtesten und ist mit dem geringsten Aufwand versehen. „Problem“: Mein UL-Bivy hat im Kopfbereich nur ein Insektenschutznetz und ist damit nicht vollständig Regengeeignet.

Kann ich es vielleicht doch nehmen, aber mit einem Tarp ergänzen? Welche Vor- und Nachteile könnte das haben?

Tarp-Überlegungen bzw. Tarp & Bivy

Warum Tarp und Bivy?

Nur ein Tarp ohne Bivy wäre mir zu offen. D.h. einfach nur im Schlafsack unter dem abgespannten Tarp zu nächtigen. Hauptsächlich würde ich den Insektenschutz vermissen (Fliegen, Mücken, Zecken, Moskitos, Spinnen, Skorpione). Auch wenn im marrokanischen Winter nicht alles (oder hoffentlich das wenigste) davon zu erwarten ist, gehört für mich in „der Wildnis“ der Schutz vor allem möglichen was krabbelt, fliegt oder kriecht unbedingt dazu.

Gleichzeitig wäre mir das Herstellen eines komplexeren Tarp-Setups, welches auch erweiterten Windschutz bietet, viel zu aufwendig. Auch dafür soll der Biwaksack zuständig sein bzw. beide (Bivy und Tarp) sollen sich hier ergänzen.

Warum nicht nur ein Biwacksack, ganz ohne Tarp? Ja – das wäre eine gute Lösung und von mir auch eigentlich bevorzugt, da man dann ein Teil (das Tarp samt Abspannschnüren usw) komplett weglassen kann und auch nicht auf- und abbauen muss. Setzt voraus, dass das verwendete Bivy absolut Regendicht ist, auch wenn es heftiger regnet und dass es in der entsprechenden Konfiguration auch nicht zur übermäßigen Kondensation im Inneren neigt.

Ein Tarp kann hier den Regenschutz bei gleichzeitiger besserer Belüftung des Bivys (dessen Regenklappe oder Kopfteil dann aufbleiben kann) gewährleisten und sogar auf Teile des oder gleich direkt auf das ganze Rad ausdehnen.

Bike-Tarp-Setups:
Ganz nett könnte sein, das Tarp direkt mit Hilfe des Fahrrads aufzustellen bzw. abzuspannen. Z.B. Vorderrad raus, Lenker an Hörnchen links und rechts (oder am Sattelgestell mit Mikrokarabiner) abgespannt und dann Tarp drüber. Vorteil: großer Teil des Rades ist dann auch Regengeschützt und es kann auch nicht geklaut werden. Die Variante ohne Abspannung des Rades wäre, das Rad umzudrehen und auf Lenker und Sattel abzustützen. Gerade ein MTB mit Flatbars wird so erstaunlich umkippstabil durch die modernen, sehr weiten Lenker. Davon würde ich aber aus mehreren Gründen abraten:

  1. versaut ihr euch auf diese Art und Weise Sattel, Lenker und Lenkergriffe und Schalthebel plus Bremsen.
  2. kollidiert das mit weiteren Anbauteilen und Taschen, die ihr üblicherweise beim Bikepacking am Rad habt (Aerobars, Computer-, Telefon- und Gopro-Halter, Satteltasche usw.).
  3. Ist das weder für hydraulische Bremsen noch für Federgabeln gut, wenn sie kopfüber gelagert werden.

Wie man es wohl richtiger macht, und wie das dann aussehen könnte, zeigt dieses Video:

Das hätte auch den Vorteil, dass man einen Montage- bzw. Abspannpunkt, der sonst vielleicht ein Baum sein müsste, schon mal nicht suchen muss. Das Rad könnte man bestimmt auch anders herum einbauen, so dass das Tarp vom Lenker über das ganze Rad hinweg reicht.

Nachteil eines Tarp-Setups: Es muss halt abgespannt werden und so leicht sind Tarps auch nicht. Sil-Nylon Tarps wiegen immer noch 650 g bei 9 m2 (z.B. das Nordisk Voss 9 m² SI 139,- €)

Es geht aber viel Leichter: Das Zpacks 7′ x 9′ Flat Tarp wiegt nur 148 g bei 2,1 x 2,7 m Ausmaßen und kostet dafür aber auch 259 $.

Und mit etwas Größenbeschränkung wird es extrem leicht: 76 g wiegt das „Lightwave Starlight 1 Cuben Tarp Shelter“ mit 2,35 m Länge und 1,80 m Breite vorn und 1,00 m hinten.

Was ebenfalls zu berücksichtigen ist – auf felsigem oder sandigen Grund ist jegliche Abspannung mit Kopfschmerzen verbunden. Zumindest stelle ich mir das so vor und zumindest finde ich genau diese Hinweise auch immer in Entsprechenden Foren und Bewertungen. So ein 400 g Tarpzelt mit einem Pole und 6 Heringen hört sich für manchen vielleicht interessant an. Alles was mir dazu einfällt ist: OMG, ich muss 6 Schlaufen lokalisieren, da Schnüre einhängen / einclipsen / einknoten (noch schlimmer) und dann an 6 verschiedenen Orten versuchen, einen Hering in den Boden zu bekommen. Und zwar so, dass er hält und nicht sofort wieder herausgezogen wird. Auf Fels, auf rolligen Boden oder auf sandigen Boden. Oder, wenn man Glück hat, auf Beton oder Asphalt an einer Mauer oder so. Und wenn das nicht geht, mich umschauen und nach passenden Bäumen oder Steinen suchen. Im Dunklen, nach einem harten Tag auf dem Rad oder vielleicht sogar im einsetzenden Regen… Nope – das stelle ich mir zu aufwendig vor.

Vielleicht könnte so ein Ultralight Tarp-Poncho interessant sein? Hmm, da wäre der „Six Moon Designs Gatewood Cape Tarp-Poncho
Mit nur 300 g ist das Gewicht akzeptabel. Wenn’s wirklich schüttet und man sich irgendwo hinhocken will, kann man ihn einfach als Poncho überwerfern und muss sonst gar nichts machen und man könnte ihn sogar bei Schiebepassagen im üblen Wetter tragen. Beim Fahren wohl weniger, außer, man findet einen guten Weg, dass kein Ende irgendwo zwischen die Speichen oder in die Bremsen gerät. Und man kann ihn als Tarpzelt mit einer Bodenbreite und -Länge von 70 x 220 cm abspannen. Braucht dann aber auch wieder 6 Heringe…

Nein, alles zu viel extra Volumen und extra Aufwand. Wie sieht denn die Lage bei den Biwaksäcken aus? Da gibt’s doch welche, die einem im Wortsinn noch etwas mehr Luft über dem Kopf verschaffen. Manche sind fast kleine Minizelte, nur ohne den Aufbauaufwand.

Bivys mit Supportstruktur

Bivys mit Support-Struktur bieten im Optimalfall geringste Aufstellarbeit und sind dabei komplett selbsttragend. Trotzdem gewährleisten sie etwas mehr „Atemraum“ und vermeiden, dass die Biwakhülle direkt auf dem Gesicht aufliegt. Und bieten so zugleich bessere Belüftungsmöglichkeit bei trotzdem 100 % Regenschutz – so zumindest die Theorie. Idealerweise passt auch noch etwas Ausrüstung (Kamera, Handy etc. innenrein und eine Mini-Apside kann Schuhe und Helm schützen. Das alles kann z.B. das Snugpak Stratosphere. Das könnte aber gerne noch etwas leichter sein. Mit seinen 1130 g ist es mindestens so schwer wie ein vollständiges UL-Zelt. Dafür ist es preiswert und extrem Robust und Regendicht (Die Groundsheet Fabric ist mit 8000 mm HH und die outer Fabric mit 5000 mm HH angegeben, wo typische UL-Zelte 1600 mm HH aufweisen. Trotzdem Vorsicht – andere Hersteller bewerten solche 5000 mm Werte trotzdem nur mit „für moderaten Regen“ und alles hängt auch an einer frischen und funktionierenden Imprägnierung).

Das sogenannte Wet out kann im Dauerregen ein Problem werden. Auch Kondensation gerade bei den weiter unten vorgestellten Outdoor Research Bivys, da im geschlossenen Zustand keine Ventilation stattfinden kann. Bei den Snugpak und Geertop Bivys geht das, da die Kopfenden-Ventilation durch eine abspannbare Regenschürze offenbleiben und trotzdem kein Regen eindringen kann. Hier ist eine passende Diskussion auf reddit verlinkt.

Outdoorgearlab scheint da anderer Meinung zu sein (wobei ich da etwas vorsichtig sein würde – alle eher kommerziellen bzw. „Magazin-ähnlichen“ Tester sind eher auf der unkritischen und auf der „alles-lobenden was nicht gerade grundheraus schlecht ist“ Seite. Trotzdem ist es vielleicht interesant, deren Rankings im Hinblick auf Wetterschutz und Ventilation zwischen 9 Biwaksäcken anzuschauen (darunter beide Outdoor Research Bivys Helium und Alpine).

Damit komme ich dann auch zu meiner Liste an solchen Biwaksäcken mit Supportstruktur:

  • Snugpak Stratosphere
    • https://www.snugpak.com/outdoor/tents-shelters/stratosphere
    • 1130 g Gesamtgewicht
    • Packmaß: 14 x 31 cm (sieht aber sehr viel kompakter aus als der reine Wert vermuten lässt)
    • Innenmaße: 60/70 x 230 x 50 cm
    • Einstieg von der Kopfseite
    • Vorteil: Fast schon ein Minizelt, zumindest im Kopf und Brustbereich, kann auch ohne jede Abspannung verwendet werden.
    • £ 159,95
  • Outdoorresearch Helium Bivy
  • Outdoorresearch Alpine Bivy (neue Version Spring 2019)
  • Nemo Equipment Gogo Elite
    • https://www.nemoequipment.com/product/gogo-elite/
    • 800 g Gesamtgewicht
    • Packmaß: 10 x 15 cm
    • Innenmaße: 104 x 274 x 69 cm
    • Vorteil: Airbeam Support Technologie und mehr Minizelt als die restlichen hier vorgestellten Bivys
    • Nachteil: deutlich mehr Abspannarbeit nötig
    • 449,95 $
  • GeerTop Plume Bivy II Ultralight 1-Person Waterproof Camping Hiking Tent

Es gibt noch ein paar mehr, zB. den Black Diamond Spotlight Bivy (erscheint mir das Konzept nicht wirklich zu nutzen) oder den RAB Ridge Raider (vergleichsweise teuer, doch wieder zu Abspannintensiv), den Carinthia Observer (viel zu groß und heavy duty) oder wohl diverse Militär-Biwaksäcke (uninteressant für meine Zwecke). Leider scheint noch kein wirklicher Ultralight-Hersteller das Konzept aufgegriffen und eine Bivy-Version z.B. eines Snugpak Stratosphere aus Dyneema / Cubenfiber und mit Carbon- statt Alugestänge entwickelt zu haben. Damit käme man sicher auf 450 g oder sogar noch weniger tutto completti.

Hier gibt es noch einen interessanten Direktvergleich zwischen dem Snugpack Stratosphere und dem Outdoor Research Helium: https://www.youtube.com/watch?v=XvGh6DxJBvE

Fazit

Nun wiegt zwar ein Snugpak Stratosphere oder auch ein Geertop Plume Bivy knapp 1000 oder sogar 1130 g und damit ziemlich genau so viel wie ein „ausgewachsenes“ Big Agnes 1 Personenzelt, ist aber trotzdem noch einen Hauch kompakter und vor allen Dingen viel einfacher und schneller aufgebaut. Gerade die beiden genannten Biwaksäcke gefallen mir am meisten. Wenn sie noch einen Ticken leichter wären, wäre meine Entscheidung schon gefallen. So überlege ich noch, wie relevant die Kondensationsproblematik der beiden Outdoor Research Bivys für mich und für die Bedingungen in Marokko sein werden. Um das etwas in Relation zu rücken: Jeder „normale“ Biwaksack, der kompletten Regenschutz bietet und dafür ganz ohne Supportbogen auskommen muss, lässt dieselbe Kondensationsproblematik erwarten. Sogar noch viel eher. Auch die Snugpak und Geertop Bivys sind wie alle einwändigen Shelter nicht davor gefeit. Und wenn es gar nicht regnet, kann das Kopfteil der beiden Outdoor Research Bivys auch komplett offenbleiben und das Problem wird minimiert. Dann wären mir die 445 g des OR Helium (zuzüglich einer Minimalaustattung mit 3 Heringen) schon deutlich lieber als die 1130 g des Snugpak oder des Geertop. Zwischen diesen drei Biwaksäcken wird wohl meine Entscheidung fallen.

Bisher bin ich auch nicht weiter auf Schlafsack und Schlafmatte eingegangen, das war nicht der Hauptzweck dieses Artikels. Aber klar: im Vergleich zu Sommerrennen komme ich für das AMR nicht um einen Schlafsack herum. Es muss aber jetzt kein dicker Daunenschlafsack mit Komfortbereich bis unter Null Grad sein. Wofür habe ich denn den ganzen anderen Kram dabei? Auch hier werde ich die Vorteile von modularen Systemen nutzen. Da ich ja eh eine passende Isolier-Jacke dabei haben werde, kann ich in der auch hervorragend schlafen. Vielleicht tut es daher schon mein Mountain Equipment Helium Solo Schlafsack, dessen Komfortlimit bei 10° C liegt. Und vielleicht sollte ich meine Sea to Summit Schlafmatte (R-Wert von 0,7) gegen die Iso-Variante mit einem R-Wert von 3,3 austauschen. Das wäre es dann aber auch schon.


22 Kommentare zu „Zelt, Tarp oder Bivy – Shelter für das Atlas Mountain Race

  1. Bei dem von Dir noch nicht angesprochenen Thema Schlafsack, Daunen ist vom Packmaß her unschlagbar. Ich hatte neulich das Vergnügen in einen SeaToSummit Spark I sowie in einen Park II ( https://seatosummit.com/product/spark-sleeping-bag-spi/ ) reinschlüpfen zu können. Der Spark I geht bis 9c°/ 5c° und ist gerade mal 1,5l verstaut „groß“ wiegt dabei nur 340g.

    Das Einzuge was mich an jenen Park-Modellen stört ist die Tatsache, das der Reißverschluss nur bis zur Hälfte geht. Wird einen doch zu warm, kann man den Schlafsäcke schlecht nur als Decke nutzen.

    1. Auch ein sehr hilfreicher Tip! Vielleicht rüste ich auch beim Schlafsack noch auf, mal sehen. Vorteile hätte es rundheraus, denn der Sea to Summit Spark I hat höherwertigere Daunen, tiefere Komforttemperaturen, leichteres Gewicht und kleineres Packmaß als der Mountain Equipment Helium Solo! Gewinnt also auf der ganzen Linie.

      Spark I / Helium Solo Gewicht: 340g / 415 g
      Spark I / Helium Solo Packvolumen: 1,9 l / 1,5 l
      Comfort Temp: 14 °C / 9 °C
      lower Limit: 10 °C / 5 °C

      1. Man beachte noch den Cuin-Wert ( Basuchfaktor der Daunen ) bei bei den Sparkmodellen. 850 meine ich jetzt so. Beim Probeliegen staunte ich nicht schlecht, wie sich der Schlafsack von selbst nach und nach regelrecht aufbließ. Das bring dann genau den Wärmewert hervor ( natürlich auch die verarbeitet Menge an Daunen ).

        Falls der Komfortwert noch bei 5c° liegen soll, habe ich noch zwei Modelle von Yeti zur Hand. Yeti Tension Mummy und der Yeti Fusion Dry. Beide sind vom Packmaß her gleich den SeaToSummit Modellen, sind aber schwerer. Der Fusion Dry hat imprägnierte Daunen, was gut gegen Feuchtigkeit ist.

  2. Zum Thema Zelt bzw. Tarp hat der Basti aka @Beuteltiere noch das SoloMid von Moutain Laurel Designs in den Ring geworfen: https://mountainlaureldesigns.com/product/solomid/
    Das ist ein Mittelding aus Tarp und Zelt bzw. im Grunde nur eine Rainfly, die mit Trekking-Stock (bzw. mit einem extra zu erwerbenden und mitzuführenden Carbon-Pole in der Mitte aufgespannt wird und dann natürlich auch Heringe benötigt, aber immerhin auch nur 4.

    Und bei der Isolierung bzw. beim Schlafsack-System gab’s noch den Hinweis auf die Hosen von TheOMM (https://theomm.com/product/mountain-raid-pant/) was ganz praktisch ist, weil ich mir zu „untenrum“ tatsächlich noch etwas überlegen möchte. Bis dato nehme ich der Einfachheit halber für mein Off-Bike-Kit immer eine Trekkinghose mit. Die ist moderat leicht (jedenfalls leichter als eine Jeans), vielseitiger als eine Shorts (abzippbare lange Beine) und ich ziehe die auch zum Schlafen an (raus aus der klammen Radhose, Luft an die wichtigen Regionen, Hygiene durchführen, Unterhose an, Trekkinghose an – fertig für eine erholsame Nachtruhe).

    Mal schauen, ob ich irgendwas finde, was mir im Fall der Fälle auch auf dem Bike eine bessere Isolation / ein besseres Gefühl als einfach nur Beinlinge zur Bibshorts gibt. Am besten irgendwas, was ich auch bei Regen überziehen kann – nur dann kann ich diese Hose nicht auch für das Schlafen benutzen, wenn sie nass ist. Hmmm.

  3. Das einzige, was ich dazu sagen kann (ich war in den 80er-Jahren 4mal in der Sahara – allerdings mit Auto):
    Sobald die Sonne untergeht (und die geht sehr schnell unter), fällt die Temperatur rapide und es ist von einer Minute auf die andere eiskalt…

  4. Das Aeon Li könnte ich Dir zum testen leihen. Der Vorteil der Konstruktion liegt darin, dass die Enden jeweils senkrecht nach oben stehen, so dass ein „Kasten“ als Liegefläche entsteht, sprich die Seitenwände werden erst später „schräg“. Du kannst also auf der Liegematte liegen, ohne dass Gesicht oder Schlafsackende an die Innenwand des Zeltes stoßen (bin 178cm lang). Bei den normalen, pyramidenförmigen Zelten, wie auch beim Duomid, beginnt die Schräge gleich am Boden und raubt Dir wichtigen Innenraum. Oft sieht man dann Fotos von Leuten, die direkt auf dem Zeltboden, statt auf einer Liegematte liegen und das führt dann in die Irre, was das reale Platzangebot angeht. Tarptent hat da nen cleveren Einfall gehabt, der nebenbei auch die Sturmstabilität erhöht. Ein guter Testbericht zum Aeon findet sich auf dem Backpackinglight Kanal auf Youtube. Nachteil ist, dass die integrierten Carbonstangen (kann man entfernen, ist aber fummelig) die Packlänge vorgeben, d.h. man kann es nicht irgendwo reinstopfen.

  5. Hi Torsten,

    Sehr gut aufgearbeitet, ich werde hier Mal mitlesen und ein bisschen deine Gedanken in meine einfließen lassen.

    Bengt Stiller war ja sehr begeistert von seiner Ausrüstungswahl mit Daunenhose/Schuhe statt Schlafsack. Hat er sich von Lael Wilcox angeschaut. Die Folge von Johannas Podcast mit seinem Interview in die wunderbare Fahrradwelt kennst du? Vielleicht hast du aber auch schon was dazu geschrieben und ich habe es ob des vielen Inputs überlesen.. Gruß

    1. Hallo Flo, vielen Dank :)

      Ja, habe die Folge von Johanna auch gehört. Zu dieser Folge und zu Johannas Podcast habe ich hier im Blog noch nicht geschrieben. Nur eine indirekte Erwähnung gab’s mal, als ich schrieb, welchen Podcast ich beim nächtlichen Befahren des Col de Chioula im TPBR2019 gerade hörte. :)

      Bengt hat da nicht unrecht – ist ja nur folgerichtig. Hatte das damals auch bei Lael verfolgt und mich noch davor ganz allgemein mit dem Konzept beschäftigt. Selber was dazu geschrieben hatte ich im Sommer auf Twitter und erwähnt dann hier in meinem Kitlist-Beitrag im Blog. Der ist auch in diesem Artikel hier verlinkt.

  6. Ich bin mit mit dem OR Helium unterwegs und dazu noch als Schlafsack einen Sea-to-Summit Spark II und eine Therm-a-rest neoair xtherm. Der Schlafsack ist nicht zu toppen mit 500g und einem Komfortbereich bis 4°C (ich hab im Biwaksack auch schon bei 0°C draußen geschlafen ohne Probleme). Dieser Schlafsack ist bisher für mich das Optiumum am Markt. Die Isomatte ist von der Isolationswirkung unschlagbar, aber etwas rutschig in Kombination mit meinem Schlafsack. Aber ansonsten auch sehr sehr zu empfehlen, da kann man aber sicherlich auch was leichteres weniger warmes nehmen)
    Beim OR Helium ist es so eine Sache. Packmaß, Gewicht etc. sind super. Das Handling/ der Komfort und die Kondenswasserproblematik dagegen so lala bzw. eher schlecht. Wenn der biwaksack nicht perfekt abgespannt ist hat man das Moskitonetz andauernd im Gesicht hängen. Alles hängt irgendwie eher durch und ein „Raumgefühl“ kommt nicht wirklich auf. Zudem ist die schon erwähnte Kondenswasserproblematik nicht von der Hand zu weisen. Ich bin froh, dass mein Schlafsack eine DWR hat. Wenn es wirklich viel regnet, wird der Schlafsack nicht trocknen können und feucht bis nass wird zumindest die oberflächlich auf jeden Fall. Am meisten geschieht dies meiner Erfahrung nach beim Rad fahren an den Füßen, wenn man mit warmen schwitzigen füßen in den Biwaksack steigt und diese dann mit Feuchtigkeit ausdampfen. Ich bin mir bei meinem Set-Up sicher, dass sich da nochmal was ändern wird und der Biwaksack ersetzt wird.
    Von MSR bekommst du auch 1-Personen Zelte unter 1kg(Freelite und Carbon Reflex). Klar der Preis ist da wirklich hoch.
    Das Nemo Hornet 1P Elite ist auch ein sehr gutes Zelt mit sehr geringem Gewicht.
    Günstige Alternativen sind evtl noch das Ferrino Sling 1 oder das Vango F10 Helium.

    Ansonsten bin ich auch noch auf der Suche nach einer guten, leichten Tarpkonstruktion evtl. mit dem Rad unter diese man dann am Besten ein Bugtent oder ein moskitonetz hängen kann wenn sowas benötigt wird.

    Den OR Helium könnte ich dir zum Testen auch sicherlich mal ausleihen wenn Bedarf besteht.

    Lg
    Volker

    1. Hi Volker, super, vielen Dank. Das sind für mich sehr wertvolle Praxistipps. Hmmm – doch ein Zelt? Und dann wirklich nur auspacken, wenn es in der Nacht Niederschlag geben könnte? Gerade die teuren Dinger sind ja auch super empfindlich. Habe gerade ein paar Reviews zum MSR Carbon und zum Big Agnes Fly Creek HV 1 Carbon gelesen. Die Carbon Variante hatte ich noch gar nicht gesehen, da ich direkt auf die Bikepacking-Sektion bei BigAgnes geklickt hatte. 800 $ für das FlyCreek! Holla. Dafür dann mit Dyneema RainFly und Carbon-Poles… Aber empfindlich wie Sau. Dafür nur 454 g Trail Weight!

      Das lässt man dann wohl tatsächlich am Besten immer eingepackt, wenn man es nicht braucht. 800 $ sind dafür aber auch schlecht angelegt… ;-)

      Ich überlege auch gerade, ob ich nicht einfach mein Borahgear Bivy nehme und für den Bedarfsfall ein Mini-Dyneema-Tarp, welches ich dann vorwiegend nur über Kopf und Brust abspanne – so am hingelegten Bike und halb per Stein oder einfach unter mein Bivy geklemmt. Ghetto-Tarping oder sowas (habe ich gerade erfunden ;-)).

  7. Da Du den Untergrund überhaupt nicht einschätzen kannst, muss es notfalls ohne Heringe gehen. Maximal eine Leine am Fahrrad.
    Bei der unbekannten Tierwelt würde ich auf jeden Fall ein komplett „verschliessbares“ System nehmen.
    Kopffreiheit ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn Dir Stoff die ganze Zeit direkt auf dem Gesicht liegt, schläft es sich nach meiner Erfahrung sehr schlecht.
    Zur Puffjacke und Puffhose empfehle ich noch Schuhe wie Nordisk Hüttenschuhe und dann statt warmen Schlafsacke atmungsaktiver Biwaksack und Inlet. Durch Zelt muss der Biwaksack auch nicht wasserdicht sein.
    Was ist denn die durchschnittliche Regenmenge / – wahrscheinlichkeit im Atlasgebirge?

    1. Ja, das mit der Tierwelt ist so eine Sache. Ich habe da noch kein klares Bild ausgemacht – aber Marokko ist ja auch recht divers. Das gilt sicher für die Tierwelt wie auch für das Wetter. Ich hoffe, im Winter und gerade in den kalten Winternächten ist da weniger los und einiges (manche / alle? Schlangen) hält auch Winterschlaf. Habe aber auch einige Berichte über die Jäger der Nacht gelesen und von daher wäre ein geschlossenes Zelt schon ganz praktisch. Egal was man macht – morgens vorsichtig Schuhe ausschütteln ist Pflicht.

      Regen geht so, habe was von 53 mm gelesen – auch hier fungiert der Hohe Atlas als Wetterscheide zwischen maritimen und kontinentalem Sahara-Klima. Definitv kann’s unangenehm sauen. Aber vielleicht beschränkt sich diese Möglichkeit auch auf das erste Drittel des Rennens.

      Was wohl wirklich nicht zu verachten ist, ist auch der Wind. Nächtlich einsetzende Fallwinde usw. Also alles was man pitched muss im Fall der Fälle richtig gesichert sein.

      Alles zusammengenommen bin ich damit fast wieder bei entweder einem schönen Zelt oder aber bei den Snugpak oder Geertop-Bivys.

      1. Ich finde das geringere Gewicht des Outdoorresearch Helium Bivy oder Alpine Bivy könnten das weniger an Platz im Kopfbereich wettmachen.
        Diesen Vergleich zwischen Snugpak und Helium kennst Du sicher schon: https://www.youtube.com/watch?v=XvGh6DxJBvE
        Da zeigt sich ggf. ein Nachteil des Helium/Alpine, dass es zwar an sich wasserdicht ist, aber beim Öffnen gleich richtig viel Wasser reinläuft, wenn man das nicht weggeschüttelt hat.
        Helium/Alpine braucht weniger Heringe und scheint sich schneller aufbauen zu lassen.

        Was aus meiner Sicht noch gegen Zelt spricht: Nach dem Aufwachen will man schnell los.Zelt abbauen und einpacken dauert gefühlt immer 30 min. Da wäre ein Bivy schneller.

        Was allerdings für ein Zelt spricht: Du kannst Dich ggf. IM Zelt umziehen.

        BTW: Ich selbst bin bisher bei viel Regen in Norwegen und Island mit Vaude Lizard UL unterwegs gewesen. Hält auch bei viel Wind.

      2. Alles Vor- und Nachteile. Ich bin halt auch sehr allergisch gegenüber jedem Aufbau- und Abbau-Aufwand. Andererseits bin ich bestimmt auch allergisch gegen Skorpionstiche und Co – also eine halbwegs gute Abschottung gegenüber der Wildnis wäre schon nett. Mal sehen.

        Was mich aktuell vom (kaum vorhandenen) Aufbauaufwand sehr anspricht, ist das Tarptent Rainbow 2019. Ja, ist singlewall, aber man kann es quasi im Stehen aufbauen. Ganz ohne, dass man auf dem Boden krabbeln und da schon mal irgendwelche Heringe in den Boden stecken muss. Das ist fast schon wie ein Bivy. Eine Seite könnte ich anstelle mit Heringen oder mit Trekking-Pole an den Reifen des liegenden Rades spannen. Wiegt ein Kilo und damit sogar ein Ticken weniger als ein Snugpak Bivy.

        Ja, es ist kein 600 – 700 g Zelt, von denen es nicht wenige gibt. Aber da nervt mich glaube ich schon allein das auch nicht so viel mehr ausmachende zusammenschrauben / zusammenstecken der Stäbe zusammen, dann das Meshinner da dran klipsen und dann die Rainfly drüber werfen und auch überall ranclipsen oder noch separat abstecken – wie z.B. beim Nemo Hornet Elite 1P.

      3. Was in dem Zusammenhang noch eine Alternative wäre ist das Djedi von Locus Gear (https://locusgear.com/items/djedi-dcf-event-dome/?lang=en). Persönlich kann ich bestätigen, dass die „Atmungsaktivität“ funktioniert, wenn sie auch an physikalische Grenzen kommt, wenn die Randbedingungen schlecht sind (nah am Wasser, feucht/neblig, kühl, windstill, da wird es dann innen feucht). Gewicht ist top, Aufbauzeit deutlich unter dem Rainbow und simpel. Wenn man wert auf einen trockenen Eingang legt, dann kann man eine Zusatzapsis kaufen, aber innen reicht der Stauraum für einen Single nebst Gepäck auch ohne aus. Ich persönlich würde die Variante mit Mesh im Eingangsbereich wählen. Der Preis ist allerdings auch top….

      4. Hui… Dyneema eVent! Ganz was Feines! Hat aber auch seinen Preis! 1000 Euro, mein lieber Scholli! Das will ich dafür aber nicht ausgeben. Schon gar nicht als potenzieller Zelteinsteiger. Sieht schon ganz hübsch aus. Aber: nein! ^^

  8. Ahhh, ich grübelte ja schon, ob ich das Big Agnes Fly Creek (oder andere Zelte) die nur semi freestanding sind, einfach freistehend aufstelle und an einer oder zwei Ecken dann doch das Rainfly bzw. auch das Mesh-Inner dadurch auseinanderhalte, dass ich die Ecken anstelle an Heringen an meine Laufräder knote.

    Jetzt hab ich folgenden „Hack“ auch für das Fly Creek gesehen: https://backpackinglight.com/forums/topic/big-agnes-fly-creek-1-and-2-freestanding-hack/
    Sehr cool – eigentlich genau dasselbe Setup, wie es Tarptent mit seinem Rainbow für free-standing Set-up vorsieht.

    Damit hätte ich dann die Wahl: etwas schnelleres Setup wohl und singlewall – dafür längeren Pole (was das Wegpacken etwas diffiziler machen würde) – mit dem Tarptent Rainbow. Und Einsieg von der Seite.
    Oder das Big Agnes Flycreek als Bikepacking Version: einen kleinen Ticken leichter, kürzere und damit Verpackungsgeignetere Poles und Doublewall. Und Einstieg von der Kopfseite.

  9. Irgendwie wundere ich mich schon – Du klingst vollkommen unerfahren, und wurdest dennoch zum AMR zugelassen?!
    Ach – was für Pläne hast Du bez. Rad? Hoffe Du willst da nicht mit dem No22 und 42ern und über die Pisten rasen…
    Na dann viel Glück!

    1. Nanu, was ist das denn für eine Frage bzw. ein Rückschluss? Da kann ich mir ja nur zwei Gründe vorstellen: TL:DR oder der Wunsch meinen Beitrag miss zu verstehen. Wieviel Erfahrung im Bereich Zelten meinst du, braucht man für Bikepacking Rennen? Oder wieviele Male muss man persönlich und höchstselbst in Nordafrika gezeltet oder biwakiert haben, bevor man in diese Länder aufbrechen darf? Ich erlaube mir ein dezentes Kopfschütteln.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s