Kitlist: Meine kommentierte Packliste für Bikepacking-Rennen

Ah, Kitlisten. Jeder mag Kitlisten, nicht wahr? Egal ob Neuling oder alter Hase. Was brauche ich alles für ein Transcontinental-Rennen oder auch nur für den ersten Bikepacking-Trip über ein langes Wochenende? Was nehmen andere mit? Was funktioniert und was nicht? Was ist unabdingbar und was nur nice to have?

Letzten Endes muss das jeder für sich herausfinden und mit etwas Erfahrung kann er oder sie dann je nach dem anstehenden Rennen oder der anstehenden Tour die mitgenommene Ausrüstung anpassen, ergänzen oder Teile weglassen. Die Ausrüstung und auch die Packliste für ein Offroad-Rennen durch entlegene Landstriche (denke an die Tour Divide oder das Silkroad Mountain Race) sieht sicher in vielen Teilen unterschiedlich zu der für ein Transcontinental Race aus. Viele Sachen überschneiden sich allerdings.

Während ich hier in diesem Blog schon sehr viel zu meinen Vorbereitungen meiner bisher zwei Teilnahmen an Transcontinental Rennen und jetzt auch zwei Teilnahmen am Three Peaks Bike Race geschrieben habe und dabei sowohl auf mein gewähltes Set-Up als auch auf gute und schlechte Erfahrungen mit diversen Ausrüstungsteilen ausführlich eingegangen bin (z.B. hier oder hier), habe ich bisher nie eine komplette Packliste veröffentlicht. Ihr habt aber oft gefragt. Deshalb hier und jetzt meine aktuelle Packliste, entstanden aus der Teilnahme von mittlerweile 4 Bikepacking-Rennen und davor der umfangreichen Recherche von veröffentlichten Listen und Erfahrungen anderer Teilnehmer solcher Rennen. Sie enthält neben vielen weiteren Hinweisen und Tips in den Anmerkungen auch zwei optionale Setups, einmal nur mit Akkupacks und den entsprechenden Lichtsystemen und Anforderungen an mitzuführende Energiekapazität und ein anderes Mal mit Nabendynamo und den daraus folgenden Anpassungen an die Packliste (und den Vor- und Nachteilen).

Ich biete euch diese Liste für den besseren Überblick und den Hausgebrauch zusätzlich in Form eines Google-Sheets an. Da sind vorne dran auch noch drei Spalten als fertige Checkliste (eingepackt ja/nein) dabei.

Folgt diesem Link zur Kommentierten Packliste als Google Sheet

Und hier geht es weiter zur ausführlichen Besprechung, ebenfalls in Tabellenform, aufgeteilt in die verschiedenen Hauptkomponentengruppen: Bike, Kleidung am Mann (Radbekleidung, Witterungsschutz), Off-Bike Kleidung, Schlafausrüstung, Hygiene/Reiseapotheke, Nahrungsergänzung / Notfall-Gels, Sonstiges, Reparatur/Wartung, Elektronik/Licht, Sicherheitsausstattung, Taschen und Wasser und ein kurzes Wort zum Rücktransport:

Bike:

Hauptkomponenten / GegenständeBezeichnungAnmerkung
RahmenNo. 22 DrifterHat den Bewährungstest bestanden. Auch wieder Titan (robuster als Carbon, etwas weniger Sorgen bei rauher Behandlung unterwegs und im Verpacken für Flüge), jetzt auch Gravelfähig (aber im Straßensetup gefahren) und leichter als mein früheres J.Guillem Orient.
SchaltgruppeSRAM Red eTap AXSHat sich ebenfalls bewährt, um ehrlich zu sein war es aber in der Praxis kaum ein Unterschied zur früheren SRAM Red etap HRD. Die wesentlichen Features sind ja gleich und für mich am wichtigsten, dass ich mit den etap Blips auch an den Aerobars schalten kann. Und das ist alles gleich geblieben. Auch ein 1:1 Schaltverhältnis hätte ich mit der alten etap erreichen können, dann aber zugegebenerweise nur mit der sackschweren Shimano CS-HG700-11 11fach-Kassette mit 11-34 Abstufung. So hatte ich eine leichte Gesamtgruppe mit extrem gut gestuften Übergängen. Es gab nicht eine Situation, wo ich dachte, ach – das Ritzel ist zu groß aber das nächste ist schon zu klein.
LeistungsmesserSRAm Red eTap AXS (Quarq)Ich fahre schon jahrelang mit Leistungsmessern und will sie für die nachträgliche Auswertung, aber auch für den Realitätscheck („OMG, nur 78 Watt…!?), gerade in Ultracycling-Rennen nicht missen. Die fabrikneu mitgeliefert eingesetzte Knopfzelle war nach 1604 km im Rennen, d.h. nach 2205 Gesamt-Kilometern nach auspacken und montieren leer und wurde fix ausgetauscht (eine Sache von einer Minute).
BremsenSRAM Red etap AXS, vorn 160, hinten 140 mmHydraulische Scheibenbremsen. Funktioniert, bremst hervorragend (genereller Disclaimer: Ich wünschte, man könnte bei hydraulischen Scheibenbremsen den Abstand zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag einstellen. Shimano, Sram und Dritthersteller: Nehmt Notiz!)
Akku Set-Up: LaufräderDT Swiss ERC 1400 Spline 47Haben auch diesmal wieder problemlos funktioniert, stabil auch bei böigem Seitenwind und laufen einfach.
Dynamo Set-Up: LaufräderDT Swiss ERC 1400 Spline 47 mit SON Delux12 NabendynamoStyle and Aerodynamics matters. Deswegen habe ich mir passend zum vorhandenen Laufradsatz Frontlaufrad auf Basis der ERC 1400 Spline 47 Felge mit dem SON Nabendynamo Delux12 einspeichen lassen. 
ReifenContinental GP5000Waren hervorragend. Keine Probleme, keine Panne. Auch dieses Jahr habe ich mich wie im TCRNo6 und im TPBR2018 für ein Clincher-Setup, also mit Schläuchen, entschieden. Bei den Drücken, die man in Straßenreifen fährt (in meinem Fall vorn 28 mm,  hinten 32 mm und in etwa 5 bar), muss man keine Angst vor Pinch Flats, bzw. Durchschlägen haben. Das ist aufgrund der bei losen Untergründen und breiteren Reifen zu bevorzugenden niedrigeren Drücke mit einer der Hauptgründe, warum dort Tubeless so toll und wichtig ist. Und wo es wegen der geringeren Drücke auch noch besser funktioniert. Klar hat Tubeless auch bei Straßensetups seine massiven Vorteile. Aber auch seine massiven Nachteile (wer tatsächlich mal seinen tubeless Reifen unterwegs im Feld von der Felge ringen musste, weiss davon ein Lied zu singen). Einen neuen Schlauch hat man auch mit klammen und erschöpften Fingern hingegen mit normalen Reifen schnell gewechselt, sollte der Bedarf bestehen.
Cockpitfizi:k Lenker + Profile Design AerobarsMein bewährtes Profile Design Cockpit blieb unverändert. Neu war der Lenker. Andere Marke, gleicher Reach, dafür aber etwas breiter: 42 cm anstelle 40 cm. War eine gute Wahl, denke ich. So hatte ich etwas besser Platz in den Tops an den Elbow-Pads der Aerobars vorbei. Das Lenkerband war aber anscheinend nicht so komfortabel wie das Ritchey Pavé-Tape am Ritchey Evo-Curve Lenker meines J.Guillem Orient. Ich hatte auch unter das neue Tape die gleichen fizi:k Gelpads geklebt, wie auf dem alten Lenker. Trotzdem hatte ich schon nach den 8 Tagen des TPBR2019 nicht wie sonst nur am linken kleinen Finger (und das nach 15 Tagen), sondern an beiden Händen leichtes, jetzt immer noch anhaltendes Kribbeln. Ich werde auch die Gelpads, die für die Innenseite der Lenkerbügel vorgesehen sind, ebenfalls noch montieren. Diese hatte ich aus Bequemlichkeit und weil ich dachte, dass sie da nicht nötig sind, weg gelassen. War ein Fehler, auch dort habe ich Griffkomfort in langen Abfahrten vermisst.
SattelSelle San Marco Open Racing SupercomfortSattelwahl ist natürlich sehr individuell. Der Brooks Cambium C15 Carved hat mir in 2 TCRs und einem TPBR hervorragenden Dienste geleistet. Zwar hatte ich leichte Reib-Belastung an meinen inneren Oberschenkeln; das war aber mit Sitzcreme hervorragend zu kontrollieren. Der Nachteil des Brooks: er ist einfach sackschwer. In der ersten Jahreshälfte habe ich daher verschiedene Sättel probiert, vom neuen Brooks Cambium C13 Carved 143 (mit Carbongestell, aber trotz gleicher Breite dann doch minimal anders geformter Sitzschale), über zwei verschiedene Specialized PowerArc Modelle bis dann zu zwei verschiedenen Modellen des Selle San Marco Open Shortfit Sattels. Ich war bis zum Rennstart komplett unentschieden, welchem Sattel ich denn die Chance geben sollte und habe mich dann für den deutlich gepolsterten Selle San Marco Open Racing Supercomfort entschieden. Hat funktioniert. Ist aber so eine Sache.

Für Tagestouren ist der Selle San Marco, und da für mich mehr noch der zurückhaltend gepolsterte Selle Sanmarco Shortfit Racing Wide genial. Er passt super und ich habe das Gefühl, dass da Null Leistung verpufft. Er funktioniert auch gleichermaßen gut aufrecht und in der Aeroposition. Aber beide Sättel haben halt diesen Cut-Out. Zwar mit sehr gutem Übergang, aber dennoch – Druckspitzen lassen sich da nicht ganz vermeiden. Und so war es auch dann während des TPBR2019: Ich war immer am überlegen: „wäre der Cambium nicht besser gewesen?“, „Hast du diese oder jene Probleme (Knie z.B. oder Leistungsverlust) jetzt mehr oder weniger wegen diesen Sattels?“. Nach Tag 4 hatte ich diese Grübeleien dann endlich ad acta gelegt.

In der Endbewertung muss ich sagen: Ja, hat funktioniert, war auch insgesamt leichter, sah gut aus, und ich hatte Null Probleme mit irgend einer Reibung an den inneren Oberschenkeln aber großes ABER: ich hatte bisher nie am Ende eines Rennens auch dasselbe, gaaaanz leichte Kribbeln wie in den kleinen Fingern, nun auch im Gemächt. Das ist ja eigentlich etwas, was diese Sättel mit Cut-Outs vermeiden sollten. Aber auch etwas, von dem ich persönlich von mir weiss, dass ich diese Cut-Outs eigentlich gar nicht brauche und sie daher aufgrund der möglichen Druckspitzen um sie herum eher mehr Probleme bereiten als verhindern können. Den Beweis habe ich nun. Der Cut-Out der Brooks Cambium Carved Sättel ist damit übrigens nicht vergleichbar, da diese nur für mehr Flex und Beweglichkeit der hängend gespannten Satteldecke sorgen. D.h. ich werde als nächstes nun dem Carbon Cambium eine Chance geben.
PedaleExustar Ti-CarbonHaben problemlos funktioniert, sind extrem leicht. Sind gleichzeitig Straßenpedale für Look-Keo-Pedalplatten, die ich für hauptsächlich Straßenorientierte Rennen bevorzuge.
Ass-SaverkeinerDie Seatpack ist der beste Ass-Saver.
SchutzblechekeineZu schwer, zu viel Geraffel. Vor allem für Sommerrennen.
Mein No. 22 Bicycles Drifter mit genau der Ausstattung wie hier besprochen. Während des diesjährigen Three Peaks Bike Race von Wien nach Barcelona. Vor zwei Wochen im Susa-Tal, Piemont, Italien.

Kleidung, am Mann:

HelmKask ProtoneFunktioniert für mich.
SonnenbrilleOakley EVZero Range PhotochromicHabe ich früher schon mal erwähnt: Chromatische Gläser sind toll – ich brauche auch für Nachtfahrten keine andere Brille und das randlose Design ist hervorragend, um auch bei geneigtem Kopf (in den Drops bzw. vor allem in den Aerobars) gut nach vorne sehen zu können, ohne dass ein Brillenrahmen (die bei machen Marken von Jahr zu Jahr fetter und damit sichtbehindernder zu werden scheinen) die Sicht versperrt bzw. dazu verleitet, den Kopf mehr als nötig zu überstrecken. Und das ist mit einer der wesentlichsten Faktoren für die Langstrecke! Denkt mal drüber nach: Brille mit Rahmen oder ohne. Das kann, ohne Übertreibung, rennentscheidend sein (Nackenverspannung, Schulterprobleme, Shermers Neck).
HelmunterzieherTPBR CapIch fahre immer mit Casquette unter dem Helm. Wie praktisch, dass man eh eine tolle Kappe von der Rennorganisation mit seiner Nummer drauf bekommt. :)
TrikotAssos MilleGenerell habe ich nur ein Exemplar des Cycling-Kits dabei und am Mann: nur ein Trikot, nur eine Hose – nichts zum wechseln. Das Assos Mille Trikot passt mir gut, hat angenehmen Stoff, trocknet schnell am Mann wie auch nach dem Waschen und hat hervorragende, gut zu erreichende Rückentaschen in die etwas hineingeht und wo auch nichts herausfällt.
FunktionsunterhemdRapha Merino-MeshFand ich die letzten Jahre immer gut, dieses Jahr ist mir aufgefallen, dass dieses Teil immer am längsten feucht bzw. klamm bleibt. Im McDonalds vor Salzburg habe ich es sogar extra ausgezogen und statt dessen nur im Trikot drinnen gesessen, weil es mir mit Unterhemd zu unangenehm und kalt war. Merino hat zwar leichten antibakteriellen und damit Geruchs-Vorteil, aber das macht den Kohl dann auch nicht mehr fett. Ich werde für zukünftige Rennen auf normales Funktionsmaterial auch beim Baselayer setzen.
BibshortsAssosFunktioneren für mich. Ich wünschte zwar, sie hätten einen noch schöneren Beinabschluss, aber es ist ziemlich schwierig, die perfekte Hose zu finden. Hauptsache, das Polster und die generelle Passform sind super.
RegenjackeGoreTex ShakedryFrüher hatte ich die Gore ActiveX, jetzt die Shakedry. Funktioniert tadellos. Solche Jacken (Racefit, ohne Kapuze) sind aber ein gewisser Kompromiss in solchen Rennen. Wenn es wirklich den ganzen Tag schüttet, dann wäre eine alpin-taugliche Outdoor-Regenjacke mit Kapuze und noch längerem Rücken deutlich angenhmer, aber auch natürlich schwerer und mit viel größerem Packmaß. Würde das gleiche Rennen im April statt finden, würde ich eine solche Jacke wohl bevorzugen. Für das kommende Trans Pyrenees Race (im Oktober) werde ich mir das noch gut überlegen müssen.
Windweste, WärmeEndura Primaloft Pro SLEin sehr schönes, und auch vielseitiges Teil. War in früheren Rennen meine einzige wirkliche Wärmeschicht. Entweder für frühe Morgenstarts als Weste über dem Trikot und dann kombiniert mit Armlingen (so auch dieses Mal, aber nur einmal am Morgen im Inntal benutzt) oder auch als Isolierschicht in kalten Nächten bzw. bei Passabfahrten unter der Gore Regenjacke getragen. Im TPBR wäre sie aber redundant gewesen, weil ich erstmals ein neues Ausrüstungsteil, meine Daunen-Jacke, mitgenommen habe. Nein, Daunen sind es nicht, es ist im Grunde ein ähnliches, auch bei Nässe wärme speicherndes Material wie das Primaloft in dieser Windweste.
Windweste, nur WindCastelli Auch erstmals in diesem Rennen mitgenommen: eine ganz normale, leichte Windweste. War mir in früheren Rennen auch die Endura Primaloft-Weste noch oder schon zu warm, hätte ich als Windschutz gegen auskühlen oder nach schweisstreibenden Anstiegen bzw. nach dem aus der Regenjacke schälen schon sehr gerne einen Windschutz-Layer gehabt. Den habe ich nun in Form der normalen Windweste dabei gehabt. War auch gut so. Bonuseffekt: Ein Problem beim Seatpack-Taschen packen, während das Rad an einer Wand lehnt, ist meistens, dass die Schaltgriffe an der Wand reiben und kratzgefährdet sind. Bisschen Verlust ist immer, aber wenn man ganz einfach die Weste über den Griff hängen kann, ist das sehr praktisch und erhält den „Bling-Effekt“ des Materials.
Zusätzlicher Isolayer / Zusatzfunktion als SchlafsystemPatagonia Micro Puff® JacketTrotz der Ausrichtung der Rennen im Hochsommer und trotz der südlichen Gefilde, verstärkt noch durch die Hitzewellen allen 3 vergangenen Jahren – es kann auch in Südeuropa und auf moderaten Höhen in der Nacht empfindlich kalt werden. Auf hochalpinen Pässen sowieso. Wenn es regnet (oder sogar schneit, wie dieses Jahr an einem Tag der Tour de France) noch viel mehr. Klar kann man dann für ein optimal leichtes und kompaktes Setup darauf verzichten, aber mir war sowohl im letzten TCRNo6 in Albanien in der Nacht so kalt, dass ich nicht hätte biwakieren können. Und an anderen Tagen war es zumindest nicht optimal für wirkliches Schlafen. Und beim TPBR des vergangenen Jahres habe ich an diversen Abfahrten regelrecht geschlottert und mir war ebenfalls in der Nacht beim biwakieren zu kalt (einen Schlafsack nehme ich aufgrund Platzgründen nicht mit).

Die Lösung: das Patagonia Micro Puff Jacket! Wiegt 270 g (selbstgewogen) und ist damit leichter als mein Ultraleicht-Schlafsack (415 g), packt sich kleiner und kann halt nicht nur für’s Schlafen, sondern auch gegen die Kälte tagsüber oder Nachts beim Fahren benutzt werden. So war ich sehr froh über die Jacke bei der Abfahrt vom Stilfser Joch, bei den Abfahrten vom Montgenèvre und nachts herab vom Col du Chioula nach Ax-les-Thermes (lifesaver) und auch bei der Abfahrt früh morgens vom Port d’Envalira, dem höchsten Pyreneen-Pass, auf dessen Passhöhe es nur 3,1 Grad Celsius hatte (und jetzt zieht da noch den Windchill in der Abfahrt ab)! Auch bei einem abwarten des übelsten Teils eines Gewitterschutts (ich war leider schon nass) in einer Bushaltestelle hat sie mir gute Dienste geleistet. Darüber hinaus war sie mein Ruhehissen für 2 warme Biwak-Nächte und mein Schlafoberteil über meinem T-Shirt in 2 kühleren Biwak-Nächten. Herrvorragendes Teil. Ja – ein klein wenig Luxus, aber hervorragend angelegter Luxus.
ArmlingeCastelli NanoflexIch überlege, ob die nicht redundant sind. In früheren Rennen habe ich vor allem Nachts dann auch die Armlinge im Biwak angezogen, um nicht ganz so zu frieren, aber das war nur so halbgar im Vergleich zur viel geileren Micro Puff Jacket. Während des Fahrens (Passabfahrten oder wenn die Nachtkühle einsetzt) war es dann eher die GoreTex Shakedry, die ich fix übergezogen habe.
Beinlinge Castelli NanoflexJa, braucht man. Wenn es wirklich kalt ist bzw. dazu auch noch regnet, sind warme Beinmuskeln und Knie Gold wert.
Handschuhe, PolsterSpecialized GrailSehr gut sitzende Handschuhe mit einem innovativen Polsterkonzept, dass die Handinnenfläche abpolstert, damit der Druck über die gesamte Handinnenfläche gleichverteilt wird.
Handschuhe, Kälte/RegenSpecialized mit MembranAlternative wäre, keine spezifischen Handschuhe mit zubringen, und im Fall der Fälle (Regenfront steht an, z.B.) in einem Supermarkt irgendwelche Haushaltshandschuhe zu kaufen. Oder in einer Tankstelle wenigstens solche Einweg-Dinger für ein Mindestmaß an Windschutz zu besorgen. Aber das sind schon Verzweiflungstaten. Wieviele Supermärkte und Tankstellen gibt es auf Passhöhen oder mitten in den Pyrenäen? Richtig – nicht viele bis Null. Und genau da braucht man solche Handschuhe. Auch hier war ich wieder sehr froh, sowohl für die Abfahrt vom Stilfser Joch wie auch für die Abfahrt vom Port d’Envalira diese Handschuhe anziehen zu können. Und da hatte es noch nicht mal geregnet!
SockenRapha Brevet (+ Assos als Reserve)Socken habe ich immer zwei Paar dabei. Tragen volumenmäßig nicht viel auf, wiegen nichts und es ist ganz gut, im Hotel oder auch ggfs nachdem nach Regen endlich die Sonne herauskommt, wenigstens in ein trockenes Paar Socken schlüpfen zu können.
RegensockenWasserdichte MembransockenDas war ein neuer Test. Wollte ich mal ausprobieren. Wenn es wirklich nass ist, bekommt man sowieso Wasser in die Schuhe, auch mit Überschuhen. Würden Membransocken (Sealskinz oder vergleichbare) da noch besser wirken, die Füße länger trocken und warm halten? Die Testgelegenheit kam schon am 2. Tag. Frühmorgens schon über Salzburg der ganze Himmel schwer bleigrau. Die lange Frühstückspause im McD zögert es nur hinaus. Da muss ich jetzt rein und durch. Ich ziehe also die Membransocken an. Passen gut, passen auch gut in die Radschuhe. Drüber kommen zusätzlich die Schuhüberzieher. Ja, die Füße bleiben etwas länger trocken, aber dann kommt auch Wasser hinein. Wahrscheinlich zieht es von oben herein. Die Schwachstelle aller Systeme, hat man keine Regenhosen, die darüber reichen oder hat keine hauteng anliegenden (und einschnürenden) Latexgamaschen bzw. Überschuhe. Es gibt Membransocken von Sealskinz mit Silikonring am Beinabschluss, die genau das verhindern sollen. Ob das klappt? Ich weiss es nicht. Ich hatte in Erwägung gezogen, auch meine GribGrab Mini-Gamaschen (Neopren) mitzunehmen, die genau eine solche Abdichtung hätten herstellen können. Aber noch ein weiteres Teil? Fazit: Letzten Endes war es ein redundantes. drittes Paar Socken, dass etwas mehr Platz wegnimmt, als normale Socken und, wenn erst mal nass, auch besonders lange zum Trocknen braucht. Werde ich nicht noch einmal mitnehmen.
SchuheGaerneNormale Straßenradschuhe, die einfach passen. 
SchuhüberzieherGelbe Gore-Tex laminiert Ein guter Kompromiss aus Packmaß und Wetter- / Windschutz. Ich hatte in früheren Rennen als minimal-Schutz Lycra-Überschuhe mitgenommen. Wiegen nichts, nehmen kaum Volumen weg (noch wichtiger als Gewicht) und sind gut und einfach anzuziehen. Leider schützen und wärmen die auch nur minimalst gegen kühlen Wind oder allerleichtesten Sprühregen. Bei nasser Straße kapitulieren sie sofort. Die Gore-Tex-Überschuhe schützen auch vor kurzen Regen und sind immer noch gut weg zu packen und auch schnell unterwegs anzuziehen (ganz im Gegensatz zu den Latex Velotoze Überziehern). Bei Dauerregen geben sie auch irgendwann auf und vor allem läuft es schon vorher langsam entlang der Beine in den Schaft. Aber dann bieten sie wenigstens immer noch vollen Windschutz, und darauf kommt es dann an.
Halstuch / BuffBuffMultifunktional. Gegen morgendliche Kälte um den Nacken genauso wie als Kopftuch und Ohrenschutz bei richtig kalten Passabfahrten. Oder Helmunterzieher, wenn die Racecap komplett regendurchnässt ist.
Hat sich bewährt: die Patagonia MicroPuff Jacket.

Off-Bike Kleidung:

Unterhosenormale UnterhoseEinerseits wünschte ich ja, mein Kit im Gewicht und besonders im Volumen noch kleiner zu bekommen. Mit der Off-Bike Kleidung wäre da durchaus etwas zu holen. Anstelle eines 16 l Seatpacks würde ich eine Nummer kleiner gehen können (12-14 l), was schon einiges an Look und auch Handlichkeit ausmachen würde. Andererseits ist meine Off-Bike Kleidung auch minimal und so vielfältig: Ich brauche sie für die Anreise (per Leihwagen, Zug oder Flug), für die Rückreise und den Aufenthalt am Zielort (gut, da könnte man sich neu eindecken – mache ich ja teilweise sowieso), aber auch für Hotelübernachtungen, während das Bike-Kit entweder ungewaschen oder gewaschen trocknet und ablüftet und auch für Übernachtungen im Biwaksack, wo der Schlaf viel erholsamer (oder überhaupt erst mehr als Dösen möglich) wird, wenn man nicht in feucht verschwitzten Sachen herumliegt und auskühlt.

Auch für den Hintern und das Vermeiden von Wundstellen ist es sehr hilfreich, zumindest für die wie auch immer kurze Schlafpause, das verschwitze Sitzpolster der Hose weg vom Hintern und anstelle dessen Luft dran zu lassen. Nicht ohne vorher mit Hygienetüchern für Sauberkeit und das Entfernen der alten Sitzkreme zu sorgen. Und dann in eine normale Unterhose zu schlüpfen.
T-Shirt„Shut-up Legs“ Baumwoll T-Shirt„Business-Reise-Kleidung“ ;-), Hotel-Kluft und Schlafanzug-Oberteil in einem.
Shorts oder dünne TrainingshoseJack Wolfskin Treckinghose, mit abtrennbaren Unterbeinen.Leichter als eine Jeans und eine Trainingshose. Und vielseitiger durch die abtrennbaren Unterbeine. In vergangenen Jahren habe ich die direkt daheim gelassen. Dieses Jahr habe ich sie mitgenommen – weil der Anreisetag nach längerer kühler Phase endlich so halbwegs wieder warm war. Ich also noch im „Es ist Kühl“ Modus war und weil ich diese Hose auch (anstelle möglicherweise feucht klammer Beinling, wegen Regenfahrt oder verschwitzt) als Unterkörper-Schlafsystembestandteil nutzen wollte. Hat sehr gut funktioniert. In der Vergangenheit habe ich mit meinem Ultraleicht-Biwacksack gehadert. Null Wärmeleistung (dafür ist er auch nicht ausgelegt), aber auch null Windschutz. Nur mit Socken und Shorts in ihm liegend, umspielte der Wind meine Beine trotzdem nahezu wie ungeschützt und zu kühl war es mir auch. Mit frischen, trockenen und langen Hosen: ein Unterschied wie Tag und Nacht. :)
SchuheKung Fu SlipperSind sehr kompakt zusammenlegbar und recht leicht. Ja, ich könnte Mountain-Bike Schuhe mit SPD oder ähnlichen Cleats wählen, in denen ich noch besser als in Straßen-Rennradschuhen laufen könnte. Und damit dann Anreisen, Abreisen und zwischendurch überall (Hotels oder Schiebepassagen) herumlaufen. Andererseits: Wenn diese Schuhe nass sind und man abends in einem Hotel angelangt ist, ist man froh, wenn diese Austrocknen können, während man trotzdem beschuht ist (und ggfs. sogar noch einkaufen oder in das Lokal geht). Ich habe diese Schuhe auch benutzt, um sehr gemütlich die letzte Hälfte des CP4 Parcours des letzten TCRNo6 zu bewältigen.
Cleat CoverkeineHatte ich beim TCRNo6 mal mitgenommen. Just in Case. Ist aber blöd – entweder Kungfu Slipper an oder fahren – dazwischen gibt es nichts, was deren Benutzung rechtfertigen würde. Wenn ihr an den Teilen überlegt, dann holt euch doch lieber MTB-Schuhe.

Schlafausrüstung:

Bivvy-BagBorahgear Cuben BivyAufgrund meines Haderns ob der nicht vorhandenen Wärmeleistung des Borahgear Cuben Bivy (ist auch nicht sein Sinn und Zweck) aber auch der bewussten Entscheidung aufgrund Gewicht und Volumen (so klein es auch sein mag) auf einen Inliner und/oder Schlafsack zu verzichten, hatte ich mir auch einen Rettungsfolien-Biwaksack gekauft. Minimalstes Packmaß, leicht und im Grunde die Luxusausführung einer Rettungsdecke, doppelt gelegt und rundherum verschweisst und mit Einstiegsreissverschluss oder ähnlichem. Ich dachte mir, das Ding muss ja Winddicht sein und vor allem sollte es die Körperwärme reflektieren. Ich brauchte das Teil aber nur einmal auszupacken und auch nur zu 80 % auszurollen um festzustellen, dass ich das Dingen nicht unterwegs aus- geschweige denn wieder einpacken wollte. Nachdem das Dingen immer noch nicht ganz auseinandergefaltet war, ich aber gefühlt schon hunderte Falten auseinandergepuhlt hatte und sich ein dicker Folienwust zu bilden schien, habe ich es sofort fallen gelassen, in die Ecke geschmissen und habe wieder meine Boragear Bivy geholt und eingepackt. Super Packmass, schnell und einfach aus- und einzupacken und mit hervorragendem Gewicht (134,9 gr selbstgewogen inkl. etwas Bushaltestellen-Dreck und der mitgelieferten Cuben-Fiber Hülle). Und ich habe erstmals das Moskitonetz schätzen gelernt und im TPBR2019 regelmäßig im komplett geschlossenen Biwaksack, mit dem Kopf unter dem Moskitonetz, geschlafen. Das hat auch am Gesamtwitterungsschutz etwas verbessert, wie ich finde. Und mich sowohl vor den Mistbiestern entlang der Adda, an deren unmittelbarem Ufer ich biwakierte, als auch in den Seealpen und der Camargue, geschützt.
Micro-Schlafsackkeinerstatt dessen die Patagonia Jacket, siehe oben
Mirco-ThermomatteSea to Summit Extralight RegularWiegt sehr wenig, packt sich recht kompakt und ist mit weingen Atemzügen aufgeblasen. Sehr gut.
Stück LuftpolsterfoliekeineWäre die Tramp-Alternative zur Micro-Thermomatte. Macht aber nicht wirklich Sinn. Wenn man nur allein genug mitnimmt und faltet, damit der Oberkörper halbwegs gepolstert und vor dem Wärmeverlust in den Boden geschützt ist, hat man vielleicht so gerade noch Gewicht gespart, aber deutlich mehr Volumen wegzupacken, als man mit der den ganzen Körper polsternden und isolierenden Sea to Summit Matte zu verpacken hat.
OhrenstopfenDefinitivEin Muss! Egal ob es die Spülung im Nachbarzimmer, der kaum isolierte Straßenlärm im Hotelzimmer oder im Biwaksack oder die Zikaden um einen herum sind. Besser oder überhaupt schläft es sich ein und durch, wenn man das nicht hören muss.
SchlafmaskeohneHatte ich mal überlegt (manche alte Audax-Hasen, die bevorzugt in nachts beleuchteten Geldautomaten-Bank-Räumen schlafen, schwören drauf), aber letztendlich nie mitgenommen und nie vermisst. Viel zu voluminös und schwer. Im Zweifelsfall Kappe oder Buff vor die Augen und das muss reichen.
Eines von vielen Biwacks. Hier während des Three Peaks Bike Race, an einem tollen Rastplatz auf dem Sentiero Valtelina entlang der Adda, deren Deich hier den Hintergrund darstellt. Toll – der braune Kasten ist ein Wasser-Automat für (kein Scherz) kaltes Wasser ohne und mit Kohlensäure. Alternativ kann auch Wasser in Umgebungstemperatur bezogen werden.

Hygiene / Reiseapotheke:

feuchte HygienetücherKompakt-PackMultifunktional: Notfall-Toilettentuch, allabendliche Po-Hygiene zur Sitzcreme-Entfernung vor dem Schlafen gehen, Arme und Beine von Schweiss und Straßenstaub befreien, Kette bei Bedarf reinigen, ölige Hände (Reparaturen, Sonnencreme-Auftragen wenn nicht im Hotel) säubern.
ZahnpastaMinitube 
ZahnbürsteMini-Zahnbürste 
RasiererohneEinfach wachsen lassen.
Gesäßcremefrische Tube ilon protectSehr wichtig!
Lippenbalsamohnehatte es mal zum TCRNo6 mitgenommen, aber nicht wirklich benutzt und nie vermisst.
Sonnencrememind. Lichtschutzfaktor 20, besser 30Ohne geht es nicht.
SchmerztablettenIbuprofenFür den Fall der Fälle (Zahnschmerzen, was auch immer)
Bepanthen Antiseptische Wundcreme Versorgung leichter Wunden
Ibuprofensalbe Bei Bedarf, nutze ich auch jedes Rennen an mindestens ein bis drei Tagen, manchmal mehr.
Sudocremoder eine andere ZinksalbeSehr praktisch, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, bzw. in ihn zu Fallen droht. D.h. wenn man schon leichte Rötungen am Hintern hat, dann ist die Gesäßcreme für den Tag und das Fahren wichtig, nachts kommt dann Zinksalbe zur Unterstützung des Heilprozesses drauf. Ab und zu trage ich auch ein wenig auf die Außenseite des linken kleinen Zehes auf, der bei mir zum Wundscheuern neigt.
Pflaster Versorgung leichter Wunden
WundspraykeinesHatte ich mal mitgenommen, ist auch ganz angenehm, aber letztendlich Hosenträger zum Gürtel, wenn man eh Pflaster braucht.
(Kinesio) TapekeinesMan sieht schon mal Leute, die sich unterwegs alles mögliche daraus basteln bzw. sich tatsächlich irgendwelche Gelenke und Bänder tapen. Wer es kann und wem es hilft – dann mag es praktisch sein. Bei mir nähme es nur Platz weg und ich brauche es nicht.
Waschmittel für FunktionsklamottenkeinesHotel-Seife bzw. Shampoo all the way
Mücken + ZeckenspraykeinesHatte ich beim TCRNo5 und TCRNo6 dabei. Ob das jetzt so wirklich hilfreich war, glaube ich nicht. Viel besser war es, sich in entsprechenden Gebieten wirklich unter das Moskitonetz meines Biwaksacks zu begeben.
BlasenpflasterKleiner PackFür den Fall der Fälle (in vergangenen Jahren immer für den kleinen linken Zeh)
Haut-Reibungsminderungs-Stick Tolle Neuentdeckung für mich! Wie Gesäßcreme, nur für andere Hautproblemstellen. Jeden Morgen aufgetragen auf die Außenseiten der kleinen Zehen und ich hatte im ganzen Rennen keine Probleme. :)
Immodium Akut gegen Durchfall
Für mich eine praktische Neuentdeckung während eines DM-Besuchs: Anti-Chafing Stick von Compeed.

Nahrungsergänzung / Notfall-Gels:

MineralsalzkapselnSponserGerade in sommerlicher Hitze und mehr noch bei den Hitzewellen der vergangenen Jahre ist der Ersatz von Elektrolyten wichtig. Jetzt bin ich glaube ich kein sehr salziger Schwitzer (verliere also nicht übermäßig viel Salz mit meinem Schweiss, mindenstes aber mal durchschnittlich viel) über einen langen und heißen Renntag kommt aber einiges Zusammen. Keine Ahnung, wieviel durch das typische Tankstellen-, Supermarkt- und Bäckerei-Futter wieder hineinkommt. Durch einen Joghurt oder eine Wassermelone wahrscheinlich nicht so viel. Und durch Cola wohl auch nicht. Da ich ansonsten immer Wasser in den Bidons habe, tut es sicher gut, an besonders heißen Tagen mal ein oder zwei Kapseln einzuwerfen. Ich nehme daher immer etwa doppelt so viel Kapseln wie Renntage in einem kleinen Ziplock-Tütchen in meiner Lenkertasche mit.
Vitamine / ZinktablettenkeineHatte ich mal mitgenommen. Ist aber auch im Alltag debattierbar, ob solche Supplemente wirklich nutzen oder sogar eher schaden. Lieber ausgewogen ernähren, was aber nun gerade in einem Utracycling-Rennen schwer ist. Ich belaste mich mittlerweile trotzdem nicht mehr damit.
BCAA-KapselnkeineGleiches gilt für BCAA-Kapseln. Meine bisherige Denke war, dem Körper wenigstens ein Minimum an Aminosäuren zuführen zu können, auch wenn man abends nur an einem pappigen Tankstellensandwich nagt. Um auch einen kleinen, nicht viel wiegenden und Platz wegnehmenden Vorteil gegen Muskelschäden zu haben bzw. um wenigstens alles versucht zu haben. Ob’s hilft? Ich habe mich diesmal nicht damit aufgehalten und gar keine mitgenommen.
Notfall-Gels16 Gels = 700 gHört sich viel an, war aber sehr praktisch. Besonders, weil solche Rennen gerne gegen Abend und gerne am Anfang des Wochenendes starten. D.h. man fährt zunächst in die Nacht und dann in den Sonntag hinein. Vielleicht sogar recht schnell, weil man die Gunst der frühen Rennstunde, die eigene Frische und die Kühle der Nacht nutzen möchte. Zeit und Gelegenheit für Anhalten ist da wenig. Offene Supermärkte Fehlanzeige. Da ist es gerade für den Rennstart und die Nacht gut, Gels zu haben. In meinem Fall auch mit zusätzlichem Koffein. Die bekommt man gut runter, kann sie während der Fahrt verzehren und sie geben noch einmal einen Kick. Danach hat man dann noch ein paar (so 5 bis 8) für den Rest des Rennens dabei. Egal wie spät in der Nacht es ist, wie dünn die Versorgungslage mitten in den Pyrenäen oder sonst wo aussieht – solange Wasser in den Flaschen ist oder mit Brunnen entlang der Strecke gerechnet werden kann, kann man beruhigt durchfahren. Auch wenn sich die eine 24h-Tanke als Fehlanzeige herausstellt oder der McD doch schon um 1 zumacht oder aus welchem Grunde auch immer nicht rechtzeitig erreicht werden kann: du weisst, dass Treibstoff für diese Nacht eben kein Problem für dich darstellt. Am Ende des Rennens hatte ich noch 2 über.
Energy-Drink SachetskeineHatte ich beim TCRNo6 ein paar mitgenommen. War aber zu wenig für dauerndes Nutzen und damit als Flüssignahrungsergänzung, letzten Endes aber auch zu viel Aufwand, es mitzunehmen.

Sonstiges:

GeldbeutelDeuter Outdoor GeldbeutelLeicht, schweissresistent, wird für Rennen mit den nötigsten Karten (Perso, 2 Kreditkarten, EC-Karte, Krankenkassenkarte) und Bargeld bestückt und mehr nicht.
ReisepassohneFür TCR ja, für TPBR reicht der Personalausweis
Personalausweis Unbedingt
EC-Karte unbedingt
Kreditkarte unbedingt
Bargeld, Euro unbedingt
Bargeld, andere Währungenkein Bedarfnur, sollte ich noch nenneswert Notengeld entsprechender Währungen daheim haben.
Café-Schloss 
SAFELOCKS Zahlenschloss mit 90 cm langem Kabel 
Sehr praktisch und schnell verwendbar. Klein und handlich (etwa 90 gr). Dient als Beruhigung und Wegnahmesperre. Klar ist das schnell überwindbar. Das Problem ist: Alles unterhalb eines wirklich dicken und schweren Kryptonite Bügelschlosses ist genausoschnell überwindbar und sieht nur etwas stabiler aus, trägt aber mehr auf und ist schwerer oder nicht so vielseitig verwendbar. So hatte ich mir z.B. dieses Jahr auch ein Otto-Lock gekauft, aber das ist schlechter zu verstauen, viel zu kurz für viele „Anbindemöglichkeiten“ und ich hatte nach ein paar mal Benutzung Sorge um die Dauerhaftigkeit des Schließmechanismus. Sowohl, was das halten nach Absperren angeht, als auch das zuverlässige wieder aufgehen, wenn ich es aufsperren will. 
Klapp-Plastiklöffel-GabelSpork aus dem Camping-Bedarf oder Klapp-Löffelchen aus einer Salat- oder Joghurt-VerpackungLetztere sind nochmals kleiner und leichter als ein Spork
Mini-Schweizer-Messer Allzweck-Tool. Zum Öffnen der absolut widerspenstigen Lebensmittelverpackung bis zum Schneiden der Salami (die man aber besser gleich in Scheiben kauft) über das Abschneiden von Klebeband usw. Immer am meisten benutzt: für das Verpacken des Rades in den Radkarton für den Rückflug. Tipp, damit es nicht in der Flugkontrolle hängen bleibt: Nach dem der Radkarton fertig verpackt ist, einen Streifen Klebeband von der Rolle schneiden, das Messerchen da drauf kleben und den Klebestreifen dann von außen innen unter eine der Grifföffnungen des Kartons kleben.
Nooz Lesebrille Tja, das Alter. Mittlerweile geht es ohne Lesebrille nicht mehr. Die Nooz Lesebrille war ein toller Tip, den ich im Vorfeld erhalten habe. Im Rennen habe ich die gar nicht so wirklich gebraucht (und zur Not gibt’s ja noch die Lupenfunktion des iPhones), aber auf der Anreise und danach wäre ich ohne nicht klar gekommen. 
Daypackwenn’s keine Musette gibtManchmal bekommt man vom Rennveranstalter ja auch eine praktische Musette am Start überreicht. Noch viel praktischer ist aber ein Daypack. Diese kleinen (Turn) Beutel mit zwei dünnen Doppelriemen als Schultergurte. Auf An- und Abreise habe ich da die Sachen drin, die ich greifbar haben will bzw. noch nicht brauche: Radschuhe, Weste, wenn’s Kühl oder zugig ist, Verpflegung, Wasser, Akkupack für’s iPhone etc. Im Rennen ist er zusammengerollt oben auf der Seatpack. Drin sind dann meist nur die Kungfu-Slipper (dann muss ich die nicht auch noch in den Seatpack quetschen) und vielleicht das eine oder andere Teil, was aus dem Weg und aus der Sonne soll (z.B. die Regenjacke). Soll’s mal einen größeren Einkauf geben oder hat man eine etwas voluminösere Sache in ggfs. unhandlicher Verpackung gekauft, die nicht ganz in Trikottasche oder Foodpouch passt, kann das auch sehr praktisch da rein gepackt werden. Oder man trägt sie auch mal kurz auf dem Rücken, z.B. um das gerade gekaufte McDonalds-Menü in’s Hotel drei Straßen weiter zu transportieren.

Reparatur / Wartung:

KettenölFinish Line, in Extra-ZiplockEin gut gewarteter Antriebsstrang ist die halbe Miete. Wenn es das ganze Rennen über trocken ist, mag man noch ohne auskommen. Aber wenn man schon am zweiten Tag durch Dauerregen sämtliche Schmiermittel überall ausgewaschen bekommt, ist es wichtig, wenigstens die wichtigsten Teile nachschmieren zu können. Dazu zählen die Kette und die Schaltwerksröllchen, dazu zählen aber auch die Klemmfedern bzw. Haltekeile der Klick-Pedale. Sonst wird da das ein- und ausklicken bei all dem gesammelten Straßenstaub und -Dreck irgendwann sehr zäh und hakelig. Etwas, was gerade im erschöpften und lädierten Zustand eurer Gelenke und Bänder nicht wirklich hilfreich ist. Ich nutze das etwa ein- bis zweimal in einem Rennen. Das ist zwar immer noch viel weniger, als die Haltbarkeit solcher Behandlungen eigentlich hergibt, aber dennoch wesentlich besser als gar nichts zu machen.
LuftpumpeLezyne Mini-StandluftpumpeUnabdingbar. Für das aufpoppen eines Tubeless-Reifens würde eine solche Mini-Standpumpe zwar auch nichts helfen, für das normale Aufpumpen ist sie aber allemal deutlich besser als eine ganz kompakte Mikro-Handpumpe für die Trikottasche. Ihr einziger Nachteil: das Schraubventil. Da muss man leider schon ganz gehörig aufpassen, dass man sich beim lösen des Ventilkopfes nicht den Ventilkern oder die Ventilverlängerung lose dreht (und das vielleicht nicht mal mitbekommt und sich dann über einen schleichenden Platten wundern darf). Wenn ihr also eine ähnlich kompakte und robuste Pumpe, aber mit besserem Ventilkopf kennt, nur her mit den Tipps!
MinitoolToPeak in Toolkit-ZiplockWichtig: schaut euch an, ob die Werkzeugspitzen lang genug sind, um an die vitalen Schraubverbindungen zu gelangen. Es nützt ja nichts, das passende Bit zu haben, aber man erreicht den Schraubenkopf damit nicht. Die Bits an meinem neuen und leichteren ToPeak Minitool sind z.B. zu kurz für die Aerobar-Schrauben und gerade die könnten im Rennen mal Bedarf haben, nachgezogen oder angepasst werden zu müssen. Deswegen nehme ich mein altes Minitool mit.
Reifenheberim MinitoolDieses Minitool hat auch den Vorteil, dass es anstelle eines Mini- und Metall-Reifenhebers abnehmbare Griffschalen hat, die gleichzeitig als Reifenheber fungieren können.
solide Reifenheber extrazwei blaue von SchwalbeTrotzdem, gerade für Tubeless-Systeme (von denen ich für Straßenrennen momentan wieder abgekommen bin), aber auch für schnelle Reifenwechsel bei Schlauch-Systemen sind normale Reifenheber einfach sehr praktisch. Die Wahrscheinlichkeit, sie zu benötigen, ist auch recht hoch – also: mitnehmen
Flickzeug 1in Toolkit-Ziplock 
Flickzeug 2in Toolkit-Ziplock 
Für Tubless: Dichtmilchohne 
Für Tubeless: Tubeless-Repairkitohne 
Für Tubeless: CO2-VentilaufsatzohneCO2 hauptsächlich, um im Fall der Fälle auch irgendwo im Nirgendwo einen Reifen wieder in die Felgenhörner ploppen zu können. Immer noch Risky Business, aber besser, als nur mit einer Mini-Luftpumpe auf komplett verlorenem Posten zu stehen.
Für Tubeless: CO2-Patronenohne 
Tyre Bootin Toolkit-ZiplockFür geschlitzte Reifenflanken (egal ob tubless oder Schlauch). Natürlich kann man auch ein leeres Gelpack oder einen Geldschein versuchen zu verwenden, aber ein kleiner robuster spezieller Flicken im Flicken-Kit und zusätzlich ein etwas größeres, ausgeschnittenes Stück Flanke eines alten Reifen sind eine gute Ergänzung des Pannenkits.
Chain-Links / Kettenschlösserin Toolkit-ZiplockPassend für eure Kette.
Ersatz-KettennietohneStatt dessen Chain-Link
Ersatzschläuche Nach geschätztem Bedarf. Aber nicht über Bord gehen damit – da kommt schnell einiges an Gewicht und Volumen zusammen. Ich habe 3 normale Butylschläuche und einen Superleicht-Tubolitoschlauch mitgenommen (zu den Tubolito-Schläuchen schreibe ich noch gesondert etwas. Hier nur soviel: wenn sie 100% zuverlässig gegenüber Fabrikationschäden wären, wäre das der heilige Gral. In der Realität sind sie leider mit Vorsicht zu genießen.
ErsatzspeichekeineKann man zwar irgendwo an / hinter / unter die Sitz- oder Kettenstrebe tapen, aber irgendwo muss man sich auch überlegen, was kaputt gehen kann und was man unterwegs dann auch selbst reparieren können will oder muss.
Ersatz-Zugkeiner 
Ersatz-Bremsbelägein Toolkit-ZiplockSehr wichtig. Bisher musste ich zwar noch keine Bremsbeläge mitten in einem Rennen wechseln, aber man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. Bzw. anders ausgedrückt: es ist bestürzend zu sehen, wie schnell sich gerade in schlammigen Cross- bzw. MTB-Rennen Scheibenbremsbeläge quasi in Luft auflösen können. Dazu braucht es keine tagelangen Rennen durch halb Europa, dazu genügen anscheinend wenige Runden über die örtliche Wiese. Es kann einem daher immer passieren, dass man einmal mit komplett herunter gefahrenen Belägen da steht, obwohl man mit nagelneuen Belägen gestartet ist. Ein Satz Bremsbeläge gehört daher meiner Meinung unbedingt in das Reparatur-Kit.
Zipp-Ties / Kabelbinderin Toolkit-ZiplockMultifunktional
Eine Rolle Textilbandin Toolkit-ZiplockMan kann als Sparfuchs und Platzoptimierer auch ein paar Windungen Klebeband um die Luftpumpe oder um eine Filmdose (wo andere Kleinteile drin sind) wickeln. Ich lege aber einfach eine Rolle Isolierband mit in meine Werkzeug-Plastiktüte, die ich dieses Mal nicht hinten unten in der Satteltasche, sondern vorne in der Lenker-Tasche aufbewahrt habe. Fand ich nun besser. Das Volumen in der Tasche vorne wird besser genutzt und ich komme im Bedarfsfall schneller an mein Werkzeug, ohne erst die Satteltasche öffnen und den gesamten Inhalt herausnehmen zu müssen.
1 Ersatz-Cleat Sollte tatsächlich mal eine Pedalplatte brechen oder ein wichtiges Stück abbrechen.
Ersatz-SchaltaugekeinesBisher habe ich nie eines mitgenommen, obgleich ich immer extra bei einem neuen Rahmen auch ein Ersatzschaltauge mit kaufe. Bei der Häufigkeit, mit der in solchen Rennen Schaltwerke aus welchen Gründen auch immer abgerissen werden, sollte ich in Zukunft vielleicht wirklich auch ein Ersatz mitnehmen…

Elektronik / Licht:

RadcomputerWahoo ELEMNTDie Vor- und Nachteile diverser Radcomputermarken zu besprechen, sprengt den Rahmen dieser Kitliste. Klar, auch mit Garmin Edge Computern kann man erfolgreich quer durch Europa fahren und Rennen gewinnen. Ich bin aber mehr als froh, dass ich seit 2017 nicht mehr auf sie angewiesen bin und finde gerade für die Zwecke von Ultracycling die Wahoo Elemnt-Computer um so vieles besser. Den Wahoo Elemnt nutze ich gleichzeitig als Aufzeichnungs-Gerät für meine Fahrt samt Leistungsdaten und als Hauptnavigation. Ich folge einfach jederzeit meiner vorgeplanten Route, die unmissverständlich auf dem jederzeit klar ablesbarem Display angezeigt wird. Weiche ich absichtlich davon ab (kurze Detour zum Einkaufen, doch lieber die Straße auf der anderen Talseite benutzen, weil die das bessere Vorankommen liefert) habe ich trotzdem noch die Strecke im Blick, aber der Wahoo kommt nicht aus der Spur, blinkt oder piept nicht ununterbrochen oder nervt mit Display-Einblendungen, dass man von der Strecke abgewichen sei, verheddert sich auch nicht in Reroutingberechnungen und und und. 
Radcomputer Back-upWahoo ELEMNT BoltNavigation und Zugriff auf die vorgeplante Route ist in Bikepacking-Rennen von höchster Wichtigkeit. Einem Garmin allein würde ich das nie zutrauen und hielte dort ein Ersatzgerät schon im Normalbetrieb für eine angeratene Vorsichtsmaßnahme (ihr braucht nur mal in die einschlägigen facebook-Gruppen solcher Rennen zu schauen, um all die Pannen zu lesen, die Teilnehmer mit Garmins erleben). Aber auch mit dem (natürlich auch nicht perfekten) Wahoo Elemnt ist wie gesagt die Navigation so wichtig, dass ein Back-up immer anzuraten ist. Und sei es nur, weil euch vielleicht aller Strom sämtlicher Powerbanks ausgegangen ist (wenn ohne Dynamo unterwegs) und auch die Batterie des Wahoo zuneige geht, ihr aber trotzdem weiterfahren und aufzeichnen wollt und natürlich euren Track sehen müsst. Dann einfach den Back-Up Computer herausholen (den ihr natürlich zuhause auch schon mit allen euren Routen synchronisiert habt – beim Wahoo ist das ein Klick) und weiter geht’s. Das musste ich letztes Jahr beim TCRNo6 einmal machen.
SmartphoneiPhone, in Mount am VorbauEin Smartphone ist heutzutage sowieso ein Must-Have. Ich habe es gern direkt am Cockpit, um auch in der Fahrt gewisse Informationen direkt greifbar zu haben. In Google Maps den nächsten Ort schon mal nach Supermärkten und Tankstellen durchforsten, per Booking.com nach einem Hotel für die Nacht suchen, in der App Things meinen Cue-Sheet für die aktuelle Etappe aufrufen und zu sehen, welche größeren Orte oder wichtigen Versorgungspunkte wo voraus liegen. Auch um eine Adhoc-Navigation in einem Ort zum gewählten Hotel durchzuführen. Für solche Dinge ist es praktisch, das iPhone direkt am Cockpit und nicht nur in der Trikottasche zu haben.
BT HeadsetAnkerIch mag eigentlich keine Stopfen in den Ohren. Und den Fahrtwind blocken diese Ohrhöhrer leider auch nicht. Bestimmt gibt es welche, die das besser hinbekommen. Manche mit Noise-Blocking-Technologie (wobei die nicht wirklich funktioniert, wie ich lese), manche mit besserer Isolation gegen alle Umgebungsgeräusche (dann hört ihr aber auch keine Verkehr oder das Abrollgeräusch über den Untergrund, was gerade in der Nacht ein weiterer, wesentlicher Sinn von euch ist). Wirklich Podcasts verfolgen oder Musik genießen geht eigentlich nur in Anstiegen. Dann kann ich aber auch gleich viel lieber die Musik über die iPhone Lautsprecher hören. Das finde ich angenehmer. Kostet aber gut Strom, muss ich sagen. Da ich aber eh nicht so oft und viel Musik höre und jetzt auch einen Nabendynamo nutze, ist das ok. D.h. sehr wahrscheinlich werde ich nächstes Mal das Headset daheim lassen. Ich hatte es sowieso nur zum ersten Mal beim TCRNo6 dabei gehabt und wenig benutzt und beim TPBR2019 zwar dabei aber nie benutzt.
Dynamo-Setup: Hauptbeleuchtung FrontSON Edelux II, DynamoDas TPRBR2019 war mein erstes Rennen mit Nabendynamo-Setup. Hat sich sehr bewährt, muss ich sagen. Als Lampe habe ich die SON Edelux II ausgewählt. Eine Lupine Neo hat mehr Bums, wenn sie in der höchsten Stufe betrieben wird. Das Licht und der Lichtkegel der Edelux II reicht aber auf guten Straßen hervorragend für Marschgeschwindigkeit auch in der Nacht aus. Hat mir sehr gefallen. Sowohl das Licht, als auch die Seelenruhe, die ich damit hatte. Ich musste mir nie Sorgen machen, ob ich das Licht dimmen sollte, damit der Akku länger hält oder ob ich jetzt die Nacht durchfahre oder nicht. Das war echt viel wert!

Für unbekannte und sehr kurvige Radwege, selbst wenn sie asphaltiert waren, hätte ich mir aber auch im Trockenen mehr Lichtpower gewünscht. Anders als auf Hautpstraßen liegt da doch gern schon mal Sand oder Splitt in der Kurve oder ein auch ein Ast oder im Licht schlecht erkennbare Rillen und Riefen. Da mit 20 oder 30 auf eine Kurve zu zufahren und erst im letzten Moment den Untergrund und seinen Grip wirklich einschätzen zu können, ist dann trickreich. Das können Akkusysteme besser. Insgesamt war ich aber hochzufrieden mit dem Edelux II.
Akku-Setup: Hauptbeleuchtung FrontLupine Neo mit eigenem 6,3 Ah Smartcore Akku unter dem VorbauLeicht, klein, viel Power. In den früheren Rennen verwendet. Stets sehr zufrieden damit gewesen, aber bei meiner Akkumontage schwierig, den für’s Nachladen abzunehmen. Das kann man zwar ändern, es würde aber als Problem bleiben, dass ich bei einem puren Akku-System dann noch mehr zu laden habe (beide normalen Powerbanks, separat iPhone und separat den Wahoo, ab und an noch meine Sony Kamera und dann auch noch den Leuchten-Akku. Selbst bei zwei Ladeteilen mit je zwei USB-Buchsen hört es dann auf). So ist zwar auf kurzen Rennen genug Saft da, bei längeren Rennen schwingt aber immer die Sorge mit, ob es noch für eine ganze Nacht bei voller Power reicht. Die Lupine Neo bleibt trotzdem mein Licht der Wahl für kürzere Rennen oder Rennen, wo ein Nabendynamo Schwierigkeiten mit der Stromerzeugung hat – viel langsames Offroad, viele steile Anstiege usw.
Zusatzbeleuchtung FrontLezyne Microdrive 500Eine zweite redundante Lampe ist unverzichtbar und wird auch oft als Pflichtausstattung von Bikepackingrennen gefordert. Zu Recht. Das darf auch keine Funzel oder ein bloßes Blinkie-Sicherheitslicht sein. Nein, diese Lampe muss euch bei Ausfall eures Hauptlichtes sicher (ggfs. unter etwas langsamerer Fahrt) weiterfahren lassen. Ich hatte die letzten Jahre immer die Supernova Airstream mitgenommem, bin jetzt allerdings auf die Lezyne Microdrive 500 gewechselt, die genauso viel, lange und gut (besser und vielseitiger noch, da nicht durch StVZO-Regularien behindert) Licht macht wie die Airstream, aber noch etwas kompakter und leichter ist. Die Lezyne-Leuchte bringt auch eine ganz normale USB-Buchse zum nachladen mit sich während die Supernova Airstream eines gesonderten Adapterkabels bedarf. Noch ein Plus für die Lezyne. Eine solche Lampe eignet sich auch dafür, im Falle eines Falles bei nächtlichen Reparaturen als Notlicht zu dienen, damit ihr etwas seht. Noch besser für solche Zwecke ist zwar eine am Helm befestigte Leuchte, aber hier zählt aufgrund Nacken wieder jedes Gramm, weswegen ich auf eine helmmontierte Lösung verzichte. Das würde bei einem outdoorlastigerem Rennen wie einer TourDivide o.ä. wahrscheinlich anders aussehen.
RücklichtBatteriebetriebenDa mein Dynamosystem neu ist, habe ich mir das Kabel nach hinten gespart und meine normalen Batterie- bzw. Akkurücklichter verwendet. Auch hier ist sinnvoll und meistens gefordert: zwei separate Rücklichter zu haben. Ich habe nachts aber immer nur eines gebraucht. In der Blinkeinstellung (da nicht in Deutschland und auch nicht in der Gruppe unterwegs) hat dies mit seinen zwei AAA-Batterien das ganze Rennen durchgehalten.
2. Rücklichtinterner Akku mit USB-SteckerAls Redundanz.
KameraSony RX100 Mk IIINever leave home without it. Auch bei normalen Rennradausfahrten immer in meiner Triktotasche. Ein iPhone X hat nun eine taugliche Kamera, das ist ganz ok. Aber auch diese ist immer noch Welten von einem 1-Zoll Sensor und den RAW-Fähigkeiten einer „Serious Compact“ wie der Sony RX 100 entfernt.
Ladekabel iPhoneLightning PortEin Extra-Kabel nur für das iPhone mit seinem Lightning-Port. Nicht all zu lang, damit Gewicht gespart wird und keine Schleifen gelegt werden müssen. Der Weg vom Lader bzw. von der Akkubank zum iPhone ist ja nicht weit.
Ladekabel Micro-USB 1 Ein USB-Kabel für alles andere und hier hauptsächlich den Wahoo Elemnt. Ein Kabel allein ist aber zu wenig, da ich in Hotels auch zwei USB-Geräte gleichzeitig laden möchte (z.B. Wahoo und Kamera oder Wahoo und Akkubank, oder Kamera und etap-Akku).
Ladekabel Micro-USB 2 siehe Kabel 1
HauptladenetzteilAnker Steckernetzteil mit zwei LadeportsFür das TPBR2019 habe ich dank des Dynamo-Setups und des Dynamo-Laders nur ein Ladegerät mitgenommen. Das war nur als Redundanz und zum Top-Off der Geräte, wenn ich mal im Hotel war. Aber eigentlich hatte ich über Nacht nichts zu laden (habe ich für beide erwähnte Geräte aber trotzdem gemacht, denn Strom, für den man nicht treten muss, ist besser. ;-) Und mein mittlerweile fast zwei Jahre altes iPhone verliert Akku-Prozente eh schneller, als man schauen kann…
Akku-Setup: etap-LadenetzteilSRAM RED eTap® LadegerätBei einem reinen Akkusetup gehört ein zweites Steckernetzteil mit zwei weiteren Ladeports unbedingt dazu. Als Rendundanz. Und auch, um überhaupt mit dem Laden aller Geräte hinterherzukommen. Mit noch einem dritten USB-Kabel kann ich dann in einer Hotelübernachtung (z.B. alle zwei oder drei Nächte) gleichzeitig Wahoo, iPhone und bei Bedarf zwei Powerbänke oder eine Powerbank und die Zusatzleuchte, wenn sie gebraucht wurde oder oder laden. Das muss auch gleichzeitig passieren, weil die Zeit sonst nicht reicht und ihr wohl kaum mitten in der Nacht aufstehen wollt, um die Geräte zum Laden zumzutöpseln.
Ladeschale für den etap-AkkuSRAM RED eTap® LadegerätKlein und leicht. Ist mir lieber, als zwei Ersatzbatterien mitzunehmen. Was, wenn ich im TCR doch eine dritte (Teil)aufladung benötigte? Dafür dann 3 oder 4 Akkus mitnehmen? Eher nicht. Mit der Ladeschale kann ich eine eTap-Batterie sogar im Fahren über den Dynamo wieder aufladen. Die Ladeschale ist in dieser Zeit in der Oberrohr-Tasche und in den Forumslader eingestöpselt.
Ersatz-eTap Akku Einen Ersatzakku nehme ich dann trotzdem mit. Und wenn es nur aus Furcht ist, dass mir ein Akku aus welchem Grund auch immer mal abhanden kommt. Das erwies sich auch als praktisch, weil ich in einer Nacht prompt vergessen hatte, den Akku zu laden, der sich mit kritischem Füllstand am Abend zuvor meldete. Kein Problem. Am nächsten Morgen den Ersatzakku eingesetzt und den anderen Akku im Fahren in der Oberrohrtasche geladen.
Dynamo-Setup: Ladeelektronik inkl. Puffer/DurchleitakkuSon Delux12 + ForumsladerNach viel Recherche habe ich mich für den Forumslader entschieden. In der Version mit 2,9 Ah Pufferakku. Genial! Ich hatte immer Saft. Die Backup Powerbank habe ich im Rennen nie gebraucht. Wenn iPhone und Wahoo Element niedrig waren, habe ich beide gleichzeitig im Fahren laden können. Ab 30 km/h plus wird dazu nicht mal der Akku gebraucht. So war der fast immer voll. Das Laden habe ich immer abends durchgeführt, bevor ich Licht brauchte. So bin ich mit vollem iPhone, vollem Wahoo und vollem Pufferakku in die Nacht gefahren. Da dann das Licht angemacht (dann bekommt der Lader nichts mehr). Hätte ich da Strom gebraucht, hätte ihn der Pufferakku geliefert. Sehr praktisch! Man muss sich aber bewusst sein, dass dies für Offroad-Rennen oder bei Etappen, wo man nach viel Missgeschick mit leeren Akkus am Fuße eines Gebirgspasses steht, auch ganz anders aussehen kann. Wenn man dann Strom braucht, kann es selbst ohne eingeschaltetes Licht knapp werden. Mit eingeschaltetem Licht ist es Essig. Wenn ihr da keine zusätzliche Back-Up-Powerbank habt, steht ihr im Regen. D.h. hier muss man schon die Art der Strecke und die jeweiligen Herausforderungen berücksichtigen. Deswegen wird auch ein Akku-Setup immer sein Berechtigung behalten. Bzw. wird ein Dynamosystem manchmal nur für ein Jederzeit-Mindest-Licht zu verwenden sein.
Dynamo-Setup: Powerbank 1Romoss 10.000 mAhDank Dynamo und Lader mit 2.900 Ah Pufferbatterie habe ich anstelle meiner früheren 13.400 mAh Haupt-Powerbank (und zusätzlicher älterer 10.000 mAh Powerbank) nur eine und obendrein etwas kleinere Powerbank benötigt. Dafür habe ich mir die Romoss 10.000 mAh neu gekauft und damit auch etwas Volumen und Gewicht gegenüber der größeren Anker Powerbank gespart. Das Dynamo-System hat aber so gut funktioniert, dass ich mir statt dessen für künftige, straßenlastige Rennen wie dem TCR und dem TPBR einen noch kleineren Ersatz-Akku mitnehmen werde. Vielleicht einen 5.000 mAh Akku. Denn den Romoss habe ich im Rennen nicht ein einziges Mal benötigt.
Akku-Setup: Powerbank 2Anker Powercore+ 13.400 mAHBei einem Rennen ohne Nabendynamo müssen es allerdings zwei Powerbanks sein, wenn man nicht jede Nacht in einem Hotel übernachtet. Redundant müssen die Systeme ohnehin sein (deshalb zwei separate Powerbanks anstelle einer ganz großen – ist auch besser für die Flug-Regularien) und zur Versorgung eines leistungshungrigen, nicht auf Flugmodus gestellen, Smartphone plus Radcomputers genügen 20.000 bis 23.000 mAh für maximal drei Tage, dann müsst ihr spätestens in einem Hotel übernachten oder eine längere Zwangspause in einem Cafè mit Stromanschluss verbringen.
2 AAA Lithium BatterienkeineDie Spot-Satelliten-Tracker, die das TCR verwendet, benötigen 2 AAA Lithium Batterien, die unterwegs nicht so ohne weiteres zu beschaffen sind. Deswegen beim TCR mitnehmen, einmal muss man sie wechseln. Das TPBR verwendet andere Tracker, die per USB-Kabel geladen werden (Mini-USB, aber das Kabel wird mitgeliefert).
2 AAA normale Batterienfür 2. Rücklichtim Werkzeugbeutel
2 CR2032 Knopfzellenfür Quarq Dzero oder etap GriffeIm Notfall für die etap Schalt-/Bremsgriffe (obwohl die Zehntausende von km halten – aber besser Safe than sorry) und im Regelfall eine für das Powermeter.
SON Delux12

Sicherheitsausstattung:

Reflective Vest Pflichtausstattung Nachts in Frankreich und Pflichtforderung der Rennorganisation
Klingelnicht für TPBR, aber für TPRNo1Ganz was Neues. Erstmals forderte das TCRNo7 und fordert das TPRNo1 auch eine Klingel als Sicherheitsausstattung am Rad…

Taschen und Wasser:

WasserDrei Flaschenhalter im Rahmendreieck und darunterJeweils mit einer 600 ml Flasche bestückt. Die dritte ist der Reservetank, der nicht oft gebraucht wird, der aber gut zu haben ist (wenn man in die Nacht oder ein schlechter versorgtes Gebiet fährt). Ich hole mir auch oft ein kühles Getränk (Schorle o.ä.) in einer 0,3 bis 0,5 l Flasche, dass ich in die rechte Trikottasche stecke. In die Flaschen kommt meist nur Wasser. Und sollte ich noch mehr Kapazität benötigen, könnte ich eine  weitere 0,5 bis 0,7 l Flasche in die vordere Foodpouch stecken.
Ich habe übrigens festgestellt, dass ganz klassiche Metallflaschenhalter (in meinem Fall King Cage Titanflaschenhalter) hervorragend mit Rahmentaschen harmonieren. Da diese ja direkt über den Flaschen montiert sind, können diese nicht wie normalerweise nach oben herausgezogen werden. Üblicherweise nimmt man dann sogenannte Sideloader/Sideentry Flaschenhalter, die auch in beengten Rahmendreiecken von vollgefederten MTBs dafür sorgen, dass man die Flasche zur Seite hin entnehmen kann. Manche halten sehr gut, manche die Flaschen aufgrund ihrer Konstruktion nicht ganz so sicher wie normale Flaschenhalter, bei denen es aber ja auch große Unterschiede in Gewicht, Einfachheit des Zugriffs und Sicherheit der Flasche gegen herauskatapultieren gibt (die beiden letzten Eigenschaften müssen sich übrigens nicht ausschließen. Gute Flaschenhalter bieten sowohl einfachen Zugriff und sicheres wieder Einstecken der Flasche und halten diese Sicher (ein tolles Beispiel sind die Arundel Mandible Carbon-Flaschenhalter – wohl die besten, mit die leichtesten und am besten aussehensten Carbon-Flaschenhalter). Schlechte Flaschenhalter halten weder die Flasche sicher und bieten nicht mal geschmeidigen Zugriff darauf. Am Drifter habe ich jetzt diese klassischen King Cage Flaschenhalter aus Titan. Auch super leicht und auch sie halten die Flaschen auch über ruppiges Terrain sicher und man bekommt die Flaschen gut rein und raus. Und, man höre und staune – mit ihnen und mit halbwegs flexiblen, handelsüblichen Flaschen ist es auch gar kein Problem, diese halbschräg und seitlich aus dem Flaschenhalter zu entnehmen und auch wieder einzusetzen. So war das Flaschenhandling genau so einfach wie vormals mit den Sideloader-Carbonflaschenhaltern von Arundel und der Flaschensitz noch viel sicherer.
Top Tube BagApidura Expedition Top Tube BagIch habe auch die normalen, nicht 100 % Regensicheren Toptube-Bags von Apidura in klein und groß. Die sind mir von ihrer Form eher lieber. Die Expedition Top Tube Bag ist eher kantig und läuft damit eher Gefahr, mit den Knien ins Gehege zu kommen. Besonders, wenn sie sich leicht (oder stärker) nach einer Seite neigt, was in der Kombination mit rundem Oberrohr und nicht viel Platz am Steuerrohr (d.h. fehlendem Spacerturm) und einer Beladung mit Powerbanks und Kabeln gerne schon einmal vorkommt. Im letzten Rennen und mit dem neuen Rad (und komplett ohne Spacerturm) hat mich das Kippeln so total genervt, dass ich die Romoss-Powerbank und alles andere daraus entfernt hatte und nur noch den Forumslader, zwei Kabel und die Lesebrille (und mal eine halbe Tafel Schokolade) da drinnen hatte. Von der Güte des Wetterschutzes und des sehr schön leicht bedienbaren Reisverschlusses konnte ich mich aber im Übermaß überzeugen. Das war toll. Ich bin aber zum Schluss gekommen, dass ich am Oberrohr auf jeden Fall deutlich kompakter und niedriger mit den Taschen werden will. Was nicht hoch steht, kann nicht weit kippen und ich will etwas haben, was durch seine Bodengestaltung und ggfs. gummierten Untergrund sich nicht verdrehen kann. Das Drifter soll sowieso eine Maßausstattung mit Custom-Taschen bekommen. Eigentlich nicht wegen der Funktion – im Gegenteil, da mache ich mir Sorgen, ob die genauso gut und bei gleich niedrigem Gewicht auch von Custom-Taschen-Herstellern geliefert werden kann – sondern vorwiegend wegen des Style und einem einheitlichen Farb-Looks passend oder komplementär zur Gabel meines Drifter.
Frame BagApidura Expedition Frame PackAuch hier habe ich den normalen, früheren Frame Pack, der heute unter dem Namen „Backcountry Compact Frame Pack“ 4,5L verkauft wird. Auch der war mir eigentlich von den etwas gerunderteren Kanten lieber. Aber halt in den Nähten nicht 100 % Wasserdicht. Beim neuen Expedition Frame Pack, den ich schon letztes Jahr erfolgreich verwendet habe (er passt auch wie angegossen in das Rahmendreieck sowohl des Canyon Ultimate in S als auch des J.Guillem Orient – leider nicht ganz so genial in das des Drifter, immer noch super aber nur zu 99 %). Dieses Jahr sind mir aber zwei Dinge negativ aufgefallen: Gerade bei Abfahrten in warme Tallagen hat er sich leicht aufgebläht, so dass ich ihn quasi zwischen Knie einer Seite und Handdrücken von der anderen Seite wieder komprimieren musste, damit er nicht zu nah an meine Beine kam. War nicht oft erforderlich, trotzdem unschön. Und noch unschöner ist, dass sich die Abdecklaschen der Reisverschlüsse nach oben und außen zu wölben begonnen haben. Und so potenziell ebenfalls näher an die pedalierenden Beine rücken und mehr als irritieren können. Das ist extrem unschön.

Generell mag ich den Formfaktor solcher das Rahmendreieck nur oben ausfüllender Taschen aber sehr. So bleiben die Trinkflaschen im Zugriff, die ich viel angenehmer für das Trinken und für viel praktischer als z.B. eine Trinkblase in der Verwendung halte. Von daher habe ich mich für Full Frame Taschen, die das Innendreieck des Rades voll ausfüllen, nie interessiert. Ich bin auch enorm empfindlich gegenüber jedwedem Ausbeulen solcher Taschen und befürchte, dass dieses Problem, was für mich schon mit der kompakten Rahmentasche unter dem Oberrohr existert, bei Full-Frame-Taschen (selbst mit möglicherweise existenten Innenliegenden Zwischenhaltern) noch viel gravierender ist. Ein sauberer, runder Tritt ohne ausweichende Knie und O-Beine führt die Knie in einem gewissen, nicht zu weiten Abstand vom Oberrohr auf und ab. Addiere den Beindurchmesser und finde, dass da nicht sehr viel Platz zwischen Bein und Rahmen ist. So soll es auch sein. Taschen, die schon vom Design her zu breit sind, sind daher ein No-Go (oder nur für O-beinige Mountainbiker mit breiten Q-Faktoren der Kurbel und zusätzlich vielleicht sogar Flat-Pedals zu gebrauchen). Wann immer ich 10 cm breite Oberrohrtaschen oder ausladende Rahmentaschen scheinbar ohne auch nur ein Mindestmaß an eigener Formhaltigkeit sehe (so das jeder Inhalt unweigerlich zu weiterem Ausbeulen führt) frage ich mich, wer diese Dinger entworfen hat und ob diese Person jemals selbst damit gefahren ist. Auf einem Rennrad oder Gravelbike. Und mehr als 100 km an einem Wochenend-Overnighter. Aber ich schweife ab. Formfaktor solcher Halb-Rahmentaschen also: toll, wenn sie nicht zu breit sind. Das trifft auf die Apidura Expedition Frame Pack zu. Die Breite ist top – breiter darf eine solche Tasche nicht sein. Die eigene Formhaltigkeit ist auch so, dass sie nicht zu einfach ausbeult. Und doch – siehe oben. Das Befüllen mit (bei mir typischerweise) einer leicht isolierten Weste (der Endura), Arm- und Beinlingen, dem Buff, einem Zipplock-Beutel mit Steckernetzteil und Kabeln und einer reinen Windweste (Castelli) reichte schon aus, dass man den Inhalt passend arrangieren und von der Seite dann die geschlossene Tasche zusätzlich nochmal in flache Form pressen muss, damit auch ja nichts ganz leicht an die Knie kommt. Selbst das war dieses Jahr beim TPBR2019 zu viel. Nachdem ich den ganzen ersten Abend damit und mit der kippelnden Oberrohrtasche gehadert (und wieder besseres wissen einfach eine breitere Kniestellung beim Pedalieren als – teils bewusste, teils unbewusste – Ausweichmaßnahme wählte, die sicherlich neben einer später noch angepassten Sitzhöhe zu den Knieproblemen der folgenden Tage führte), arrangierte ich den Inhalt nach dem ersten Stop nach 100 km dann etwas um. Bzw. ich entfernte nur die Windweste, dass reichte dann schon, damit die Tasche so formhaltig blieb, wie wenn sie leer wäre. 
Seat PackOrtlieb Seat-PackMittlerweile gibt es die Ortlieb Seat-Pack auch in einer kleinen 11 L Version (dann ohne Bungee-Cords auf der Oberseite und nur mit einem Klettband um die Sattelstütze) und auch in einer schwarzen Version. Mir gefällt aber die originale Farbe mit den orangenen Bändern sehr gut. Ich habe die große Version, die mit 16,5 L maximalem Volumen angegeben ist. In der von Ortlieb verkauften Version finde ich diese Tasche ungenügend. Deswegen hatte ich bei meiner ersten Benutzung auch sehr große Probleme und war mehr als unglücklich mit ihr (siehe die ausführliche Schilderung hier, wo ich auch über die Vor- und Nachteile solcher Taschen hinsichtlich ihrer Beladung und Formhaltigkeit schreibe. Seht euch dazu auch die Kommentare an.).

Ortlieb hat auf meine Kritik sehr positiv reagiert und bot schon direkt nach der Eurobike desselben Jahres einen „Seat-Pack Support Strap“ an. Und sie ersetzten meine ruinierte Tasche. Der Support Strap hilft auch tatsächlich, ist aber ein weiteres Geschnüre, was zu befestigen ist und was im Handling stört. Viel besser ist es, eine zusätzliche, interne Unterstützung einzulegen, wenn die eigene Beladung keine Bestandsteile (wie Zeltstangen o.ä.) aufweist, die als Innenskelett fungieren können). Ich habe mir eine nur 77 gr wiegende und 36 cm lange Innenschale gebastelt (siehe hier) die ich erfolgreich beim TCRNo6 (da in Kombination mit dem Support Strap) und jetzt beim TPBR2019 (da alleine, ohne den störenden Support Strap) verwendet habe.

So finde ich die Ortlieb Seat-Pack prima! In der Tat mag ich sie auch ein klein wenig mehr wie die von mir letztes Jahr auch erworbene Apidura Expedition Saddle Pack. Da habe ich mich für die ein klein wenig kleinere 14 L Version entschieden. Damit ich auch eine etwas kompaktere Lösung habe. Auch die Apidura ist eine sehr gute Tasche, ich habe sie bei meinem Oster-Bikepacking-Trip getestet. Von der Befestigung an Sattelstütze und am Sattelgestell sind beide Taschen nahezu identisch. Aber die Klettbänder der Ortlieb gefallen mir von ihrer scheinbar plastischen Anlegbarkeit und von ihrer außenliegenden Oberfläche etwas besser. Auch ist die Ortlieb direkt an der Sattelstütze noch ein kleines bisschen schmaler zulaufend als die Apidura. Und das ist ein großer Vorteil für Leute mit etwas breiteren Oberschenkeln. Wenn ihr eh fast schon mit denen an die Sattelstütze kommt, dann darf eine Satteltasche am Kontaktpunkt zu dieser auf gar keinen Fall zu breit sein. Die Apidura geht auch so gerade noch, aber die Ortlieb ist noch besser. Auch die Apidura Saddle Pack hat auf ihrem Rücken einen Bungee Cord, doch nur 4 Schlaufenpunkte anstelle 6 bei der Ortlieb. Auch hier finde ich die Ortlieb-Lösung etwas praktischer und vielseitiger.

In der Tasche habe ich typischerweise (von vorne, Taschenspitze an der Sattelstütze, nach hinten): Verschleissmaterial (Schläuche, Bremsbeläge, zweites Flickenkit), Schuhüberzieher, zweites Paar Socken, Regenhandschuhe (in die Zwickel gequestscht), die Romoss-Powerbank habe ich nach dem zweiten Tag auch nach hinten verbannt (dank Dynamo-Setup nie gebraucht), das Borahgear Bivy, einen Drysack mit der Offbike-Kleidung (T-Shirt, Trekkinghose, Unterhose, Zipplock-Beutel mit: Zahnbürste, Zahnpasta, Ohrenstopfen und die Blasenpflaster, Anti-Chafing-Stick, Ibu-Salbe, Zinksalbe, Zipplock-Beutel mit: Pflaster und Tabletten) – Auf diese Weise habe ich sowohl bei einer Biwaknacht und auch bei einer Hotelnacht, wenn ich mein Rad nicht mit auf das Zimmer nehmen kann, mit einem Griff in die Seatpack alles dabei, was ich für die Nachtruhe und für das Vorbereiten für den folgenden Start benötige. Dazu greife ich noch die Gesäßcreme und die Sonnencreme aus der Handlebarbag und den Beutel mit dem Ladegerät und den Kabeln aus der Framepack und bin good to go. Über den Drysack hindurch stopfe ich die Patagonia Micropuff Jacket, das geht schnell und einfach und füllt die Tasche gut aus (was ein Muss für deren Stabilität ist) und hinter den Drysack wird dann die Sea-to-Summit-Matte ihn iher Hülle quer gelegt, darüber dann noch die Reflective Vest und die Hygienetücher und dann wird die Tasche zugerollt. Passt, wackelt nur minimalst und hat keine Luft. ;-) Ich habe versucht, alles das auch in die Apidura 14 L Tasche zu bekommen und es war ganz knapp zu viel. Sprich, ich konnte an dieser den Rollverschluss nur einmal umklappen, was viel zu wenig ist. Ohne Off-Bike-Klamotten und ohne „Daunen“-Jacke käme ich wohl mit einer noch kleineren Tasche, z.B. 9 L, aus. Das fände ich charmant hinsichtlich des Handling des Rades und der Optik (schauen wir nicht alle mit Bewunderung auf ganz minimal bepackte Räder am Start eines Transcontinental?). Aber wenn ich mir den enormen Zusatznutzen bei minimalem Mehrgewicht anschaue, fällt es mir schwer, das zu rechtfertigen.
Food PouchApidura Backcountry Food Pouch 1,2 LMittlerweile gibt es auch eine Backcountry Food Pouch Plus von Apidura, die zusätzlich zu meiner außen unten noch eine Netztasche hat. Das finde ich praktisch und würde ich vor dem Neukauf stehen, würde ich die Plus-Version kaufen. Ich mag diese Food Pouch sehr. Natürlich musste ich auch diese ein klein wenig tunen. Der Kordelverschluss ist prima. Oft habe ich ihn ganz offen, aber bei Regen oder um manche Sachen am raushüpfen zu hindern, wird die Hülle auch einfach über den Inhalt gezogen. Auch größere Flaschen passen gut hinein, da ziehe ich dann die Kordel um den Hals leicht an. Und jetzt kommt’s: ohne einen Rückhalt wird die Kordel natürlich sofort wieder lose und um den Halt ist es dann sofort wieder geschehen. Der kleine Haken unten außen hilft da nicht. Die Zugkordel braucht einen Stopper. Und genau so etwas kann man kaufen: Kordel-Stopper. Das tat ich seinerzeit auch und fädelte einen solchen Kordelstopper vorne außen an die Kordel auf (siehe hier). Voilà, funktioniert tadellos! 

Die Tasche ist mittig vorne zwischen den Aerobars aufgehangen. Da ist sie sowohl aerodynamisch gut aufgehoben, super zugreifbar und kommt mit nichts in die Quere. Vor allem nicht mit den Beinen oder den Knien. Ich weiss, man sieht diese Taschen sehr oft (und dafür sind auch die meisten Befestigungen vorgesehen) links und/oder rechts neben dem Vorbau und hinter dem Lenker aufgehangen. Das ist schön und gut, solange der Vorbau und/oder das Oberrohr lang genug ist und ihr da nicht mit euren Knien ins Gehege kommt. Und wenn ihr nie vorhabt, in den Wiegetritt zu gehen. Beides für mich ein NoGo. Da gehört, da passt einfach keine Food Pouch hin. Zumal diese bei Aerobar-Konfigurationen an dieser Stelle dann im Zugriff durch die Ellenbogen-Pads behindert werden, die genau da hingehören, wo diese Taschen dann mit ihrer Öffnung enden. Letztendlich müsst ihr aber natürlich für euch das ideale Taschen- und Cockpit-Setup finden. Das ist auch eine individuelle Geschichte.
Handlebar BagOrnot Handlebar BagUnd zu guter Letzt noch die Ornot Handlebar-Bag. Ich bin kein Fan dieser doppelseitigen Rollverschluss-Taschen, von denen selbst die kleinsten nur mit Ach und Krach zwischen die Bügel eines Rennlenkers passen und dann kaum oder gar keinen Platz für das Umgreifen der Schaltgriffe oder für das einschwenken derselben für das Schalten (bei Verwendung mechanischer Schaltungen) lassen. Diese Taschen wurden für Flat-Bars, also für die geraden (und heutzutage Besenstiellangen) Lenker von Mountainbikes entwickelt. Klar, da kann man sicher einiges reinstopfen – aber während der Fahrt kommt man da nicht dran und muss dann auch zum be- und entladen die ganze Tasche entfernen. Da ich mein Schlafzeug hinten in der Seatpack habe, brauche ich vorne dazu keine Kapazität. Zusätzlicher Platz für Kleinkram mit direktem Zugriff unterwegs ist aber hochwillkommen. Ja, der Zugriff ist, so unter den Aerobars und hinter der Foodpouch hängend, nicht der idealste. Doch gemeinsam mit der Foodpouch, deren Boden-Bändel mit einer Bodenschlaufe der Ornot-Handlebar-Bag verknotet ist, ergibt sich ein erstaunlich kompaktes und stabiles Gebilde, wo ich durch die obenliegende Reisverschlusstasche auch sehr gut im Inhalt der Handlebar-Bag kramen kann. In ihr habe ich mein Werkzeug, Pannenkit, Multitool, Gesäßcreme, Sonnencreme (dieses TPBR auch ein Ingwerkonzentrat-Fläschchen), ein Fläschen Mundwasser, dass ich mir auf halben Wege gekauft habe (Super Tipp gegen ausgdörrten oder Süßplörre-geplagten Gaumen), die mitgebrachten Powergels (ein paar davon immer in der Foodpouch), die Mineralsalztabletten, die Lezyne-Ersatzleuchte, meine (nie benutzte) Wetterhülle des Quadlock-Mount, meinen Spork (in Seitentasche rechts) und mein Café-Lock (in Seitentasche links) und ab und an auch die Windweste.

Am liebsten würde ich mir eine Custom-Cockpit-Tasche schneidern lassen, die den Formfaktor der Apidura Foodpouch aufgreift und in der selben „Schmalheit“ aerodynamisch nach hinten läuft und damit die Ornot-Handlebarbag ersetzt. So in der Art eines Triathlon-FuelTanks unter den Aerobars in Verlängerung des Steuerrohrs (und auch nicht viel breiter), halt nur für die Spezifka von Aerobar-Bikepacking-Cockpits. Dazu habe ich auch schon über das Frühjahr hinweg fleissig entworfen und gezeichnet, allein fehlte die konkrete Zeit bei mir und ein williger Taschenspezialist, der sich der Sache enthusiastisch annahm. Alle befragten sahen sich leider außerstande oder waren zeitlich zu eingespannt für so ein komplexes Entwicklungsthema. Mittlerweile hatte ich aber auch schon guten Kontakt mit den Apidura-Entwicklern. Mal sehen, was dabei heraus kommt.
Unschöne Entwicklung der Apidura Expedition Frame Pack: die Abdecklasche des Reisverschlusses wölbt sich noch oben/außen.
Tuning der Apidura Foodpouch. Auf den gelben Schnürzug habe ich diesen kugelförmigen Kordelstopper aufgeschoben.

Rücktransport:

Radkarton Für den Rücktransport nehme ich nichts mit (wäre ja unützer Ballast im Rennen), sende aber auch nichts vorraus. Bisher bin ich immer vom Zielort nach Hause geflogen. Ich besorge mir vor Ort von einem Radhändler einen Transpartkarton und packe dort mein Rad ein, füge auch die Radschuhe, Helm, die vollen Bikepackingtaschen hinzu und gebe das dann als einziges (Sonder-) Gepäckstück auf. Mehr als 20 kg kommen da auch nicht zusammen. Mein Daypack ist dann mein Handgepäck für die Kabine, wo kein Werkzeug reindarf, wo aber (obacht) die Powerbanks reingehören – die dürfen nicht in den Radkarton und den Laderaum. Die etap-Akkus lasse ich aber eingesetzt.
frisches T-Shirt und Souvenirs oder frisches Radkit kaufen Nur das völlig verknuffelte T-Shirt von unterwegs ist dann vielleicht doch etwas zu Pennerhaft. Ein frisches T-Shirt oder Hemd macht auch als Souvenir Sinn und vielleicht bietet es sich an, einen coolen Radladen oder Ausstatter mal an seinem Ursprungsort zu besuchen (z.B. Café du Cycliste letztes Jahr in Nizza oder dieses Jahr den Service Course in Girona).

So beladen und konfiguriert wiegt mein neues No. 22 Drifter im Dynamo Set-Up vor dem Start des soeben zu Ende gegangenen TPBR2019 16,2 kg. Zum Vergleich: Mein J.Guillem Orient, mit dem ich die drei Bikepacking-Rennen davor bestritten habe, wog fertig gepackt (im Akku Set-Up) vor dem Start des TCRNo6 18,8 kg. Beide Räder jeweils ohne Wasser in den Flaschen gewogen. Die Gewichtsersparnis beim Drifter kommt dabei in etwa zu gleichen Teilen aus einem leichteren Rahmen und leichteren Komponenten und aus der optimierten Packliste (Verzicht auf zweite Powerbank, Verzicht auf zweites Netzteil, leichtere 2. Leuchte, leichtere erste Powerbank, etc.).

Kann ich da noch etwas weglassen und noch etwas leichter, noch etwas kompakter werden? Ich schaue immer mit Bewunderung auf die nur minimal bepackten Räder z.B. eines Kristof Alleghaert, eines Björn Lenhard oder gerade auch wieder auf das Rad der tollen und ganz frischen Siegerin des diesjährigen Transcontinental Race, Fiona Kolbinger. Die teilweise gar keine oder nur eine minimale Satteltasche benutzen. Oder scheinbar nur eine solche, aber keine Rahmentasche und weiteres dabei haben. Gut, Kristof und Björn haben den Vorteil, dass sie etwas größer sind und daher auch schon einen Tick mehr in eine Rahmentasche bekommen können. Das ist aber nicht die Ursache des geringen Platzbedarfs. Irgendwo muss man dann Abstriche machen. Und auch diese Leute haben ihr Biwak-Kit dabei. James Mark Hayden, der Gewinner des Transcontinental der beiden Vorjahre schläft hingegen nur in Hotels (und das sehr kurz), und hat im Vergleich der erstgenannten Personen gar nicht mal so wenig Taschenvolumen am Rad.

Wo wäre also noch Potenzial? Schaut man sich die Packlisten dieser Leute an, sieht man: es geht quasi nur über die Off-Bike-Kleidung und über den Grad an Witterungsschutz. Da ist dann wirklich nur der eine Satz Trikot, Hose und Schuhe am Mann (oder Frau) und das war es dann. Kein T-Shirt für die Anreise oder das Schlafen im Hotel, keine Slipper für Komfort und meist auch nur eine minimale Regenjacke und kaum was an Isolationslayer. Dann bekommt man alles unter in minimalstem Taschenplatz. Ich habe das in meiner als Download zur Verfügung gestellten Tabelle auch in Spalte Zwei aufgeführt.

Will ich auf die Funktion und auch die Qualität verzichten, die diese Ausrüstungsgegenstände bieten? Eigentlich nein – die grob geschätzten 2 kg und vielleicht 3-4 Liter Packvolumen sind sooo wertvoll angelegt! Siehe dazu meine Anmerkungen zum Thema trockene Wäsche bzw. Gesäßhygiene und Wundreibungsverhinderung. Und doch… ich hätte schon allein aus Gründen der Fahrdynamik (und auch, damit es noch cooler aussieht) doch sehr gerne eine etwas kompaktere Satteltasche. Hach, es bleibt schwierig! ;-)


Wie sehen Eure Erfahrungen aus? Was ist für euch unverzichtbar? Was nehme ich mit, von dem Ihr sagt: völliger Firlefanz und unnötig! Immer her mit euren Kommentaren. :)

21 Kommentare zu „Kitlist: Meine kommentierte Packliste für Bikepacking-Rennen

  1. hallo
    absolut der Wahnsinn deine Ausflistung und wie minutiös du alles planst. Würde da gerne dein Bike abkaufen :-) hahahahaha. Ich fahre ein BMC CX01 und habe auch die Expedition Apidura Frame Bag aber die 12L Version. Stelle auch Wölbungen fest, dass ist meines Erachtens ebenfalls ein Konstruktionsfehler, überlege mir, den Framebag zu verkaufen. Ich wünsche dir weiterhin eine gute und Unfallfreie fahrt. Danke für die tollen Berichte!!!

    LIebe Grüsse aus der Schweiz

    Marc

  2. Hallo Thorsten, mal wieder ein toller Bericht bzw. Zusammenfassung und Bewertung Deiner Packliste. Ich werde mal wieder viele Anregungen mitnehmen und meine Liste optimieren. Ich habe auf den letzten Brevets festgestellt, das ich eher zum Hamstern neige was mir dann auf den Pässen erhebliche Probleme bereitet, jedes KG will da hoch gefahren werden.

    Ich sehe das aber wie Du, Wechselwäsche (Off-Bike) und Wetterschutz halte ich für unerlässlich, wobei ich versuche hier auch minimalst vorzugehen und nehme nur meine Gore Active mit. Gegen Kälte habe ich die Endura Primaloft SL, allerdings als Jacke. Beides Zusammen hilft gg. Kälte. Bike Kleidung habe ich nur einfach mit udn fahre mich ggf. wieder trocken.

    Das größte Einsparpotential sehe ich bei der Technik und bei der Nahrung, bei letzterem habe ich immer die Befürchtung irgendwann in der Pampa zu stehen und nichts mehr zu haben…., tatsächlich passiert ist das noch nie :-) Der Kopf fährt aber ja mit und entscheidet.

    Die Technik habe ich soweit optimiert, das ich mit meinem Nabendynamo den Dynamo Harvester lade und Front und Rücklicht betreibe. Das iphone und der Garmin werden abwechselnd mit einem Kombikabel geladen, entweder Micro USB oder Lightning. Leider hat meine China Akkulampe als Redundanz einen Mini USB, also doch wieder ein zweites Kabel. Ich experimentiere gerade mit Wechselsteckern, das klappt mal besser und mal schlechter, da sich diese immer mal wieder losrütteln.

    Ansonsten habe ich einen Ortlieb Seatpack in der gleichen Größe wie Du. Zur Stabilität nutze ich die KungFu Schuhe, das geht ganz gut. Und am Lenker hatte ich mir diese Jahr, auch von Ortlieb, das Handlebar Pack S mit dem Accessory pack zusammen gekauft. Die gehen aber wieder weg.
    1. völlig unpraktisch für Rennlenker so wie Du es auch beschrieben hast.
    2. viel zu schwer wenn vollständig gefüllt
    3. mit Brems- und Schaltungzügen nicht wirklich gut und Rüttelfest zu montieren, so dass, bei mir, die Rolle am Ende krumm und schief am Lenker hing :-(
    4. nicht aerodynamisch
    Ich werde weiter suchen.

    Für das Werkzeug nutze ich von Topeak die Tasche für den Flaschenhalter und bin damit ganz zufrieden. Kostet aber einen Halter. Da ich aber sehr gerne mit Trinkrucksack fahre ist das kein Problem. Ersatzmantel kommt auf den Seatpack, den werde ich aber wohl zugunsten Deiner Lösung einsparen.

    Ich bin gespannt was hier sonst noch so an Tipps kommen.
    weiter so und viele Grüße
    Götz

  3. Danke für die Packliste, meine ist eigentlich fast identisch … die Marken sind halt andere.
    Andere bei TCR und so: „Da ist dann wirklich nur der eine Satz Trikot, Hose und Schuhe am Mann (oder Frau) und das war es dann.“ Ich finde ein minimaler Komfort muss sein. Fühle mich schon nach einem Tag nicht mehr wohl in meinem „Tagessatz“ Radklamotten und wasche im Hotel. Am nächsten Tag dient der Sattelbag als Wäscheständer, zu dem Zweck habe ich mir Schnürsenkel (https://www.bike-components.de/de/Shimano/Ersatzschnuersenkel-fuer-SH-MT44-MT54-CT71-CT46-MT5-p44070/) und Spiralschnürsenkel. Socken, Radshirt, Hose,… können so ohne Gefahr des Verlierens zum Trocknen aufgehängt werden. Auch meine Flip-Flop haben ihren Platz in der frischen Luft. Pech, wenn es einen Regentag gibt wie bei der Three-Peaks 19 auf den Arcalis rauf.
    Regenklamotten und Wärmekleidung zuhause gelassen … Lebensrettend war die ALU RETTUNGSDECKE. Nach einem „Not-Biwak“ (wegen Tour de F. kein Hotel gefunden) tat sie ihren Dienst bei der 4°Celsius-Abfahrt im strömenden Regen als zerschnittene Alu-Streifen um die diversen Körperteile gewickelt.

    1. Hallo Gabi, vielen Dank für die Schilderung deiner Herangehensweise. Ja, Trocknen auf den Taschen ist eine öfter gesehene, gute Möglichkeit. Aber das Wetter muss es zulassen, wie du schon schreibst und man muss auch echt aufpassen, dass man das Zeug weder verliert, noch dass es einem mit fatalen Folgen in die Speichen gerät. Weil mir das für unterwegs viel zu aufwendig (so ist halt jeder unterschiedlich gestrickt) und zu gefährlich / zu wenig Aero wäre, mache ich das nur für die vielleicht gerade ausgezogenen Überschuhe oder so was. Klamotten, wenn sie im Rahmen einer Hotelübernachtung gewaschen werden, sind auch am nächsten Morgen wieder trocken – sonst werden sie gar nicht erst gewaschen. Nach dem Waschen gut auswringen, dann in ein Handtuch legen, einrollen, drauftreten oder wringen: schon fast trocken. Dann während des Schlafens aufhängen. Das Polster der Radhose bekommt noch 10 Minuten Fön spendiert et voilà.

    1. Danke noch mal für den Link. Vielleicht poste ich später am Tag ein Tableau mit Farbideen und -fragen als Voting. Viele Taschenschneider haben ja wirklich gute Ideen, haben dann aber auch ihren Formfaktor oder Materialen im Kopf, von den sie nicht abweichen wollen. Mir gefallen die Formfaktoren und Funktionen meiner Taschen (bis auf die jeweils beschriebenen Dinge) eigentlich recht gut. Ich will nur genau diese Details verbessert haben, der Rest sollte eigentlich so bleiben und das alles bitte schön in meinem Wunschfarbdesign gefertigt werden. Mal sehen, ob ich sowas angehe und wer es dann machen kann und will. Die Lucy werde ich dann wohl auch mal fragen (kann ich der auch auf Englisch schreiben? Die Seite ist ja rein italienisch gehalten – kennst du sie näher?).

      1. Hallo. Sorry bin grad unterwegs und habe die posts erst jetzt gesehen. Ich kenne die lucy nicht persönlich, ein radfahrerfreund hat bei ihr was nähen lassen, ich frag ihn mal. Bin heute von Brixen nach St. Johann gefahren. Ähnliches Wetter wie vor vier Wochen…

    1. Die hatte ich mir zu ihrer damaligen Vorstellung auf der Webseite und in den Videos auch sehr interessiert angesehen. Schon ein sehr cooles Konzept, muss ich sagen. Der besondere Vorteil ist da die sehr gute Zugänglichkeit der Tasche und die Unempfindlichkeit gegenüber der Beladung. Herkömmliche Satteltaschen (in Maßen selbst die, die aus einer Kombination aus Dry-Sack und Harnisch bestehen) sind ja sehr empfindlich hinsichtlich einer wirklich gut ausfüllenden und Struktur gebenden Beladung und dann einer guten Kompression – sonst hängen sie herunter oder wackeln. Was gleichzeitig bedeutet, dass einfach mal schnell etwas herausholen oder im Tascheninhalt kramen eben nicht geht. Das geht aber in der Tailfin: Deckel auf und alles im Zugriff und in Sicht. Schon fein.

      Ich kann mich aber letzten Endes dann doch nicht mit dem Preis arangieren (auch wenn ich ihn vielleicht nicht überteuert, aber als im Vergleich sehr und zu hoch ansehe). Und auch, wenn mir das vielleicht noch egal wäre – Das signifikante Mehrgewicht gegenüber einer normalen Ortlieb- oder Apidura-Tasche ist es nicht. Auch sind natürlich diese Streben ein optisches Zugeständnis…

      Ich habe mich deshalb dagegen entschieden.

  4. Hi Torsten,
    wieder einmal ein wahnsinnig detaillierter Bericht. Toll, wie viel Mühe Du Dir immer damit machst.

    Und es macht immer wieder Lust, auch mal selbst eine Bikepacking-Tour zu versuchen. Irgendwann bestimmt…

  5. Tolle Auflistung, sehr informativ und hilfreich, insb. mit den jeweiligen Erfahrungen zu den Dingen. Allerdings wundere ich mich über Deine Gewichtsangaben der Romoss Powerbank (Du: 109g, Hersteller 159g oder 195g, je nachdem welches der Tippfehler ist) und des Cuben Bivys (Du: ca. 30g, Hersteller: 115-125g je nach oz Angabe). Hast Du da evtl. Tippfehler drin?

    Was die sich aufrichtenden Reißverschlussabdeckungen des Apidura Frame Bags angeht, könntest Du Du es mit einem Bügeleisen im Synthetiktemperaturbereich versuchen. Bei den Taschen habe ich es noch nicht probiert, aber da es bei vermeintlich empfindlicherer Funktionskleidung auch geht, wäre möglich, dass es hier ebenfalls hilft.

    1. Hallo Matthias,
      vielen Dank für’s Aufpassen. Oh je, in der Tat veritabel über die Tasten gestolpert. Die Romoss Powerbank wiegt 193 g selbst gewogen. Warum auf der Amazon-Seite 159 g inkl. Verpackung steht, weiss wohl nur der Hersteller.
      Das BorahGear Cuben Bivy wiegt laut Hersteller 4,35 oz, also 123,3 g (habe die Version mit Halfside-Zipper). Das habe ich gerade mal auf die Waage gelegt: mit etwas Dreck aus diversen Bodenkontakten und der kleinen Hülle, ebenfalls aus Cuben Fiber, wiegt es 134,9 g.

  6. Hallo Torsten,

    alles wieder voll auf den Punkt gebracht!

    Wie machst Du das mit den Klamotten im Biwak? Du putzt Dich ja nur selbst mit den Reinigungstüchern – was machst Du mit den Klamotten? Ich stelle mir vor, dass eine ungewaschene Radhose nach 2-3 Tagen die Eichhörnchen vom Baum fallen lässt.

    mfg,
    Armin

    1. Ja, und die grillt man dann. Win-Win! ;-)

      Tja, der Kram bleibt durchaus schon mal 2 bis 3, selten auch 4 Tage ungewaschen. Letztes Jahr war mir das selbst bei der einen oder anderen kurzen Hotelübernachtung zu aufwendig, mir Zeit für’s Waschen zu nehmen. In der Regel bin ich dann nach spätestens 3 Tagen auch mal im Hotel und dann wasche ich den Kram fix im Waschbecken.

  7. Wie immer toller Bericht, Danke dafür!

    Schau dir mal die recht neue Neoair Uberlite Matte N, da könntest Du gegenüber deiner jetzigen sicher 100g Gewicht und wohl auch Packmass sparen. Musst halt schauen ob dir der Isolationswert reicht.

    Viele Grüße,
    Daniel

  8. Super Informationen (Alles genau studiert, obwohl ich gar keine Events fahre …) !!! – noch ein Hinweis zum Thema Sitzhygiene, der bei Dir ja immer mal in den Focus gerät … ein befreundeter Arzt, selber Ultrabiker, wies mich darauf hin, wie leicht und unbemerkt (zunächst) sich im Sitzbereich ein Hautpilz ausbilden kann, der auch kurzfristig zu ganz enormen Sitzbeschwerden und Sekundär-Reaktionen (Entzündungen, Furunkel, …) der Haut führt. Dagegen hilft sofort die in Apotheken frei erhältliche Chlortrimazol 1%. Ggf. auch zur Anwendung an den Händen, hier kann ebenfalls durch Schweiss, Wärme und Druck begünstigt bei extremen Belastungen ein Hautpilz auftreten.

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