3Peaks Bike Race: Bikepacking-Ausrüstung-Nachbesprechung

Mit frischen und tollen Eindrücken vom Three Peaks Bike Race zurückgekehrt, habe ich noch auf der Rückreise mit dem Schreiben von zwei Artikeln begonnen.

Einer als allgemeiner Erfahrungsbericht und als Renntagebuch. Der ist noch in der Mache, da es ja alleine für das Rennen 7 Tage und 2 Stunden zu beschreiben gilt. Plus Anreise und ggfs. noch die Woche darauf, die ich in Nizza verbracht hatte. Und da er natürlich wie üblich reich bebildert werden soll. Hierzu sind die 1684 entstandenen Fotos natürlich zunächst zu sichten, zu bewerten, zu georeferenzieren, mit Schlagworten zu versehen (alles schon geschehen) und die Selects dann final aus dem RAW-Format zu entwickeln und in den jeweiligen Formaten für Instagram und Web zu exportieren. Das dauert natürlich alles seine Zeit.

Den zweiten Artikel habt ihr hier vorliegen und lest ihn gerade: Was habe ich denn in Sachen Ausrüstung gelernt oder noch an Fragen?

Da dies ja erst mein zweites Bikepacking-Rennen überhaupt nach dem Transcontinental Race im letzten Jahr war (darüber könnt ihr unter diesen Links alles Nachlesen; sowohl zum Rennen als auch zur Vorbereitung und was dort gut geklappt und weniger gut geklappt und funktioniert hat), habe ich wieder jede Menge gelernt. Allgemeines zur Herangehensweise, zur Strategie, über mich usw…. das ist dem allgemeinen Erfahrungsbericht vorbehalten, der noch in Arbeit ist.

Aber auch über meine Ausrüstung und deren Einsatz. Dazu werde ich auch oft gefragt. Es ist zwar noch keine Kit-Liste (mit allen Details wie Reparatur-Kit, mitgenommene Ersatzteile wie Schläuche oder Kettenschloss etc.), geht aber gerade schon bei der Kleidung oder auch beim Schlaf-Equipment auf alle Teile ein. Und geht bei der Beschreibung und den Argumenten Pro oder Kontra deutlich über eine Kitliste hinaus.

Es wäre für mich auch toll, wenn Ihr mit euren eigenen Erfahrungen in den Kommentaren zum Lernen auch bei mir weiter beitragen könntet. Insbesondere beim Thema Schlafen draußen habe ich doch noch die eine oder andere Frage bzw. muss mir über mein Setup für das kommende #TCRno6 klar werden.

Ja – Schlaf-Equipment… Dann lasst uns doch direkt damit beginnen:

Schlafen draußen :

11352_0052-HoferBiwakSun_2048
Die Freuden des Bikepacking. Gegrüßt von der Morgensonne nach der ersten Nacht des Three Peaks Bike Race irgendwo in Österreich.

Das ist noch deutlich verbesserungswürdig. Im letzten Jahr war ich beim TCR durch das sehr heisse Wetter verwöhnt. Dort hatte ich anfangs die dünne, aber wohl ausreichende Sea to Summit Airmat als Unterlage und einen Ultraleicht-Schlafsack dabei. In der ersten Nacht beim TCR war das auch super. Fast schon zu warm. Wegen Problemen mit meiner Ortlieb Seat-Pack hatte ich beides dann bald notgedrungen in der Musette transportiert, bevor ich beide Sachen entnervt in Kempten per Post nach Hause gesendet hatte. Ich schlief danach noch 2 mal draußen und einmal in einem Kloster-Heizungsraum. Es war so warm, dass mir in Italien selbst auf dem Fliesenboden einer Trattoria warm genug war. Meine „Decke“ war meine Regenjacke und meine Unterlage und mein Kopfkissen die Endura-Weste und mein T-Shirt.

Und hinter Bozen, in dem Ort Auer, wo ich dort in einem Hotel nächtigte, war ich über mich selbst ärgerlich. Ein sauteures, dem Preis überhaupt nicht angemessenes, stickig heisses Dachzimmer war da meine Bleibe. Da wäre ich draußen viel besser aufgehoben gewesen.

Deswegen dachte ich mir, dass ich auch die vielgenutzte Variante: Airmat und leichter Biwaksack anstelle Schlafsack ausprobieren wollte. Ein Biwacksack trägt nicht dick auf und hat weniger Packvolumen als der bereits sehr kompakte und leichte Schlafsack. Das gilt natürlich nur für einen sehr leichten Biwacksack.

Letzten Herbst wurde ich auf ein Black Friday-Angebot eines kleinen Einmann-Unternehmens in den USA aufmerksam: borahgear.com. Der macht ultraleichte Bivys aus Nylon und Cuben. Einfach einen möglichst leichten Windschutz und bei Bedarf auch ein Mückennetz über dem Kopf. Dazu auch ein Schutz für die Airmat und zurNot Regenschutz (wobei ich mich immer irgend ein regengeschütztes Plätzchen suchen würde).

11352_0057-HoferBiwak_2048
Biwak bei Hofer. Die gelbe Sea to Summit Ultralight Mat Luftmatratze im Cuben Bivy von Borahgear. Ein Hauch von Nichts.

Für einen wieder warmen Juli und August in Südeuropa wird das vermutlich ok sein. Das das kein Setup für die Übernachtung auf einem Alpenpass ist, war mir auch völlig klar. Ich hätte aber doch erwartet, dass es für meinen 50/50 Plan (Hotels und draußen schlafen) zumindest in den Talorten voll ok sein würde.

Weit gefehlt. Nur in der ersten Nacht in der Obersteiermark war es ganz ok. Auch da wurde ich aber irgendwann um drei wach vom frösteln und zog noch meine Treckinghose über). Aber selbst im warmen Meran (bzw. in Algund dahinter) war es mir zu kühl. Auch nach dem Abreiben von Beinen und Armen mit einem Hygienetuch (Schweiss, Sonnencreme und Straßenstsub weg) und Anziehen von Beinlingen und Treckinghose unten und überziehen von der Endura Primaloft-Weste und der Regenjacke war es mir für erholsame Nachtruhe zu klamm und dann zu kalt.

11352_0207-Aufwachselfie_Algund_2048
Nicht gerade schmeichelnd, solche Aufwachselfies nach zu kurzer und zu kalter Nacht. Yours Truly in Algund bei Meran am Morgen nach der Nachtruhe. Alles an und noch zu kühl.

In Saint-Paul-sur-Ubaye fand ich sogar einen unverschlossenen Gemeindesaal, wo ich mein Biwak also sogar in einem Innenraum aufschlagen konnte, war es mir alsbald viel zu kalt. Um 04:00 Uhr war ich wach. Total kalt wollte ich alles, nur nicht schon im Dunklen und in der kältesten Nachtstunde weiter in die Abfahrt nach Jausiers starten. Alles in Allem also extrem unbefriedigend!

Was kann ich da nun ändern? Am Besten wäre natürlich eine schöne Dusche und dann das anziehen von trockenen und warmen Klamotten für die Nacht.

Tja: weder habe ich eine transportable Outdoordusche, noch andere Wechselklamotten außer einem Baumwoll T-Shirt und einer Treckinghose.

Wie macht ihr das?

Meine aktuelle Idee für den nächsten Test: tatsächlich noch einen Silk-Inliner für den Biwaksack mitnehmen. Abends dann tatsächlich raus aus Bibshort, Baselayer und Trikot und nur mit Unterhose und Baumwoll T-Shirt in den Silkinliner.

Ob das besser ist? Blöd: Ich will eigentlich nicht noch mehr mitnehmen. Und: ich stand im Outdoorladen schon mal vor solchen Inlinern. Da ist wenig zu komprimieren und viel Stoff. Am Ende ist so ein Teil weder leichter noch kleiner zu verpacken als mein Ultraleicht-Schlagsack.

Andere Alternative: Auch noch auf die Airmat verzichten und den Biwacksack nur als Notfallmaßnahme dabei haben. Statt dessen auf 100 % Hotelübernachtung oder durchfahren abzielen.

Bekleidung:

11352_0554-CdF_Selfie02_2048
Hi there, like my clothes? ;-)

An Bekleidung hatte ich mein schon im TCR bewährtes Kit dabei. Mit leichten Anpassungen:

1 Paar Rennradschuhe, von Gaerne. Schuhe und ihre Passformen sind ja höchst individuell. Ich würde ja gern Mountain-Bike Schuhe verwenden, weil diese einfach vielseitiger sind – komme was da wolle: Ob durch Supermärkte für Proviantkauf flitzen oder auch mal in einer Gravelpassage absteigen. Auch An- und Abreise per Bahn und Co könnte man so wohl gestalten. Hat dann aber nichts für die Füße, wenn die Schuhe über Abend und Nacht mal trocknen sollen.

Aber so sehr ich letztes Jahr diverse Marken und Modelle ausprobiert habe – den idealen MTB-Schuh habe ich nicht gefunden. Deswegen bin ich bei meinen Rennradschuhen geblieben. Die verkauft Gaerne nämlich auch in halben Größen (nur die Topmodelle). Nicht so deren MTB-Schuhe. Das u.a. zur Verdeutlichung, warum es schwerer sein kann, den ideal passenden MTB-Schuh zu finden.

Aber: Rennradschuhe sind absolut tauglich und super für Rennen wie das TCR oder das TPBR. Letzten Endes geht es über fahrbares Terrain und was zählt, ist fie Zeit im Sattel. Wenn ich das richtig übersehe, fahren die meisten (oder wenigsten die meisten schnellen) Leute Straßen-Pedal-Systeme und -Schuhe. Supermarktbesuche und Co sind auch damit (ich fahre Look Keo) absolut kein Problem.

1 Bibshort: wieder die Assos. Weil meine bisherige (T.équipe_S7) schon drei Jahre alt ist, gönnte ich mir eine Neue. Assos hat ein neues Modell, das aber im Grunde alles wesentliche von der T.équipe_S7 fortführt, die T.équipe Evo. Die hatte ich mir gekauft und die war wieder Klasse.

1 Ersatzbibshort: Das war jetzt neu. Weil ich dann doch Regen in den Alpen fürchtete und mir dachte, dass im Falle eines Falles wenigstens eine frische trockene Hose Gold wett sein könnte, hatte ich eine Ersatzbibshort eingepackt. Aber nie benutzt. Wenn was nass wird, dann nicht die Hose oder deren Polster so, dass es störend gewesen wäre. Resultat: die bleibt demnächst wieder daheim.

1 Baselayer: Das ultraleichte Ohne-Arm Merinomesh-Shirt von Rapha. Super.

2 Paar Socken: Merino von Rapha

1 Jersey: Diesmal das Mille GT Short Sleeve Jersey von Assos. Sehr toll. Wesentlich angenehmer im Trocknungsverhalten als das Merinojersey von Isadore.

1 Isolierungs- und Windschutzschicht: Wieder die Endura Primaloft Weste: Endura Pro SL Primaloft Gilet. Seit diesem Jahr in einem tollen Orange erhältlich. Deswegen die schwarze verkauft und in orange neu gekauft.

1 Windschutz- und Regenschutzschicht: die bewährte Gore Oxygen Activex Jacke.

Je 1 Paar Armlinge und Knielinge: Castelli Nanoflex

1 Paar Kurzhandschuhe: Auch hier; die im letzten Jahr bewährten Specialized Grail-Handschuhe. Weil die so gut sind, habe ich mir schnell noch ein rotes und ein schwarzes Paar des Modelljahres 2017 bestellt. Die sind so gut und passend, die können nur schlechter werden.

1 Paar Schlechtwetterhandschuhe: Beim TCR hatte ich mir Castelli Diluvio Neopren-Hanschuhe mitgenommen. Hier für das Three Peaks Bike Race jetzt meine im letzten Winter gekauften Specialized Deflect H2O Therminal Winterhandschuhe, wind- und wasserdicht mit Membran. Es gibt wenig Schlimmeres, als zitternd und mit eiskalten Händen einen Alpenpass abfahren zu müssen und kaum mehr bremsen zu können.

1 Paar Lycra-Schuhüberzieher. Das ist eigentlich so eine Verlegenheitssache. Solche Überzieher wiegen nichts und nehmen keinen Platz weg. Gleichzeitig sind sie die einzigen, die sich schnell und einsch anziehen lassen und die mit nichts an Knöchel oder Wade irritieren. Dafür bieten sie nur minimalen Wind- und Straßensprayschutz bei leicht feuchten Straßen. Eigentlich sind sie auch so ein bisschen als Bastellösung gedacht, sollte ich mal mit Obsttüten oder ähnlichem einen Regenschutz für die Schuhe basteln wollen.

1 Paar Velotoze-Latex-Überschuhe. Ich hasse diese Dinger. Scheisse aufwendig anzuziehen. Draußen on the Road gar nicht dran zu denken. Also nichts für: „Oh, es fängt zu regnen an. Ich halte mal am Straßenrand an und ziehe mir die Überzieher über“. Ausziehen ist genauso aufwendig. Hinsetzen und kämpfen. Dazu sehr empfindlich. Wirklich nichts für den rauen Bikepacking-Alltag. Ja, schon eine normale Tagestour oder der simple Akt des An- und Ausziehens kann das Latex schon einreißen lassen.

11352_0326-Velotoze_2048
Ob mit, ob ohne Talkum – alleine das Anziehen der Velotoze-Latex-Überschuhe ist ein Kraftakt.

Warum ich sie doch mitgenommen habe? Aus einer Laune und Eingebung heraus. Das sind nämlich bisher die einzigen Überschuhe, denen ich das Prädikat „totaler Regenschutz“ verleihen kann. Neopren, Membran, verschweisste Nähte und Reissverschlüsse – ich habe schon so viele Marken und Modelle in den letzten Jahren ausprobiert. Spätestens nach einer längeren Mittelgebirgsabfahrt im strömenden Tegen geben sie alle auf. Es ist nur eine Frage, wo es zuerst durchkommt. Geben die Nähte auf? Ist das Material selbst irgendwann oder schon recht bald durch? Kommt es schon vorher durch die prinzipbedingt mehr oder weniger offenen Sohlen? Selbst mit per Tape abgeklebten Sohlen-Lüftungsöffnungen der Rennradschuhe?

Wenn das alles bei nicht ganz so starkem Regen und vielleicht sogar Bergauffahrt doch länger durchhält, dann läuft es spätestens am Schaft über die Unterschenkel in den Schuh. Der Job der Überschuhe ist dann nur noch, das Wasser in den Schuhen warm und den Wind abzuhalten. Immerhin! Das ist wichtig!

Noch viel besser gelingt das den Velotoze-Überziehern. Diese liegen so eng am Unterschenkel an – da läuft nichts hinein. Gleiches gilt für das Umschließen des Schuhes. Gut, Atmungsaktivität ist auch nicht gegeben.

Was soll ich sagen: es gab einen Tag, der Mistwetter von morgens bis Abends versprach. Genau dafür sind die Velotoze gemacht. Morgens im trockenen Komfort eines Hotels hineingekämpft. Und ich meine wirklich: Gekämpft! Und abends im Hotel ausgezogen. An diesem einen Mittwoch, mit 6 Grad kaltem Regen noch vor Windchill am Oberalppass und 1 Grad oben am Furkapass war ich so dermaßen froh, dass ich sie dabei und an hatte! Ich habe zwar überall gefroren, aber nicht an den Füßen und Händen.

11352_0355-DriveByOberalp_2048
Witterungstechnisch der krasseste Tag des TPBR, hier am Oberalppass mit ausnahmsweise trockener Straße. Daher direkt die Gelegenheit zum Selbstportrait genutzt: Velotoze-Überschuhe (das Gelbe sind separate Reflex-Klemmbänder) und Gore Active X Oxygen-Jacke.

Und abends im Hotel waren auch die Socken noch trocken.

Trotzdem ist das keine wirklich gute Lösung. Was, wenn sich so ein Tag erst unterwegs unerwartet richtig mies entwickelt? In ein Restaurant einfallen und eine halbe Stunde die Dinger anziehen? Nein – die Suche geht weiter. Nach möglichst leichten, trotzdem auf Regenschutz ausgelegten Überschuhen, die sich leicht überziehen lassen und die einen guten, passenden Schaft aufweisen, der sich gut an den Unterschenkel anschmiegt oder anpassen lässt und dessen Verschluss nicht in die Haut / bzw. Wade kneift.

1 Cap / Casquette: Für mich ein Must have. Ich fahre immer mit Käppi unter dem Helm. Saugt den Schweiss auf, hält warm, wenn’s kühl ist, sorgt dafür, das durch die Lüftungsöffnungen fliegendes Getier nicht in die Haare gelangt oder sticht und hält milden Regen erst mal fern.

Schöne „Tradition“ bei vielen Bikepacking-Rennen: Man bekommt eine spezielle Edition, oft mit seiner Startnummer auf dem Schirm. Die vom #TPBR war von Owayo und war nicht aus Baumwolle, sondern aus einen weichen Funktionsstoff. Ganz angenehm.

1 Kask Protone Helm: Ich habe sowohl den Giro Synthe als auch den Kask Protone Helm im parallelen Einsatz. Fahre aber doch meist den Giro Synthe. So auch beim letztjährigen Transcontinental. Aus Style-Gründen (vorwiegend rotes Kit) und ein klein wenig aus Aero-Gründen (je nach Test soll der Kask Protone etwas aerodynamischer als der Synthe sein, obwohl da gerade bei Helmtests aufgrund vieler Fallstricke wie Passform und Größe der Helme, Helmposition auf dem Kopf, Sitz der Helmriemen und auch vorwiegende Kopfhaltung beim Fahren sehr mit Vorsicht zu genießen sind).

Also – der Hauptgrund war deswegen schon Style. ;-)

War aber gut. Der Kask Protone hat überraschend gut den Regen abhalten. Besser, als es der Synthe macht. Und trotz der vorwiegend schwarzer Farbe (mein Synthe ist dagegen Weiss) habe ich auch nicht drin gekocht. Der Helm war bequem die ganze Zeit. Sehr gut.

11352_0416-FurkaSelfie_2048
Cap Number 44 am Furkapass, CP 2 des Three Peaks Bike Race. Und mit 1 Grad und Nieselregen samt jeder Menge Schnee an den Seiten ein Ort, der alle Kleidungslagen für die Abfahrt rechtfertigt.

1 Buff / Microfaserschlauchtuch: Wiegt nichts, nimmt keinen Platz weg und ist super vielseitig. Etwas Wärme um den Hals; gar als Kopftuch voll vermummt bei sehr kalten Passabfahrten, als Helmunterzug eine Cap ersetzend oder ergänzend, Wärme für den Kopf bei einer Biwakübernachtung (siehe oben beim Thema Schlafen draußen) etc.

Off bike Item 1: Ein Baumwoll T-Shirt. Für Anreise zum (u. Abreise vom) Event. Als „Schlafanzug“ in Hotels und zum Tragen, während das Trikot nach Abendwäsche im Waschbecken trocknet.

Off bike item 2: Eine Unterhose. Siehe bevor.

Off bike item 3: Eine Treckinghose. Beim Transcontinental mit abgetrennten und daheim gelassenen Unterbeinen. Beim Three Peaks Bikerace mit langen Beinen. Zur An- und Abreise, ggfs. für Hotel und für‘s Schlafen draußen entweder als Zusatzschicht (selbst das war diesmal nicht genug, siehe oben beim Punkt Schlafen draußen) oder gerollt mit anderem Kram als Kopfkissen.

Off bike item 4: leichte Kungfu-Slipper. Wiedermals: Zur An- und Abreise und für Hotels. Die sind leicht und tragen nur so dick auf, wie zweimal ihre Sohlenstärke. Und sie sind mir deutlich lieber als die bei manchen Leuten zu sehenden Badelatschen. Machen auch eine bessere Figur – egal ob auf der Strandpromenade in Nizza, in der Bahn oder in der Flughafen-Lounge.

KungFu-Slipper, schnelll im Zug fotografiert.
KungFu-Slipper, schnelll im Zug fotografiert.

Sie sind jetzt nicht das ideale Utensil, um im Falle eines Falles eine Schiebepassage über unfahrbares Terrain zu bewältigen. Das hatte ich aber noch nicht. Da müsste ich dann abwägen, ob ich die Slipper anziehe, oder in den Rennradschuhen bleibe, aber wenigstens Cleat-Cover überclipse.

Gesamtbewertung meiner Bekleidungszusammenstellung:

Im Grunde hat sich diese Minimal-Zusammenstellung bewährt und ist für absolut alles gerüstet. Eigentlich auch alpine Pässe. Trotzdem war mir des öfteren zu kalt! Nicht beim Aufstieg. Aber bei vielen Abfahrten. Kühle Temperaturen, zum Teil starke Gegenwinde und bewölkter Himmel ohne Sonne oder schattige Abfahrten bedeuteten auch ohne Regen, das mir mindestens in den Morgen- und Abendstunden deutlich zu kalt war. Nicht nur den schlimmen Tag am Oberalp- und Furkapass habe ich so manche Abfahrt stark gebremst, weil mir selbst mit Armlingen, Primaloft-Weste und Regenjacke einfach immer noch zu kalt war. So auch z.B. der zweite Teil der Abfahrt vom Col de Vars nach Jausiers.

Ja, mit warmen, bzw. nicht kalten Händen und Füßen war schon mal das Wichtigste und sicherheitsrelevanteste für Passagahrten abgedeckt. Aber wenn es halt nicht bei einem Pass und bei einem kalten alpinen Tag bleibt, dann muss mehr Wärmekomfort her.

Für das Transcontinental bleibe ich bei diesem Setup. Für ein nächstes Three Peaks Bikerace muss ich aufrüsten. Idee: eine etwas dicker gefütterte Daunenweste mit Kurzarmen anstelle der Endura-Primaloft-Weste. Für den ganz leichten Windschutz dann auch noch eine normale Ultraleicht-Windweste.

Anstelle der Nanoflex Armlinge vielleicht auch wärmere Armlinge für den Winter.

Ortlieb Seat-Pack

Zu dieser habe ich ja schon viel und ausführlich beschrieben. Im Wesentlichen hier – als einziges „Ugly“-Teil meiner TCR-Equipment-Nachbesprechung „The Good, the Bad and the Ugly“. Dann aber, nach dem Ortlieb dankenswerterweise meine zerstörte Seatpack ersetzt und auch eine Detailverbesserung angebracht hatte, und ich mir ein nochmals ergänzendes Innenskelett gebastelt hatte, Anfang Juni hier: Mein aktuelles Bikepacking Setup: Neues zur Ortlieb Seat-Pack und zum Cockpit.

Nun habe ich beide Verbesserungen (den neuen Zusatzabspann-Riemen von Ortlieb und mein Innenskelett) über eine Woche Ultracycling von Wien nach Nizza getestet. Das Resultat?

Die Ortlieb Seat-Pack ist nun voll rehabilitiert! Auch nach einer Woche Bikepacking quer durch die Alpen inklusive großem Anteil an miesen französischen Straßen, die auch alle Nase lang diese riesigen VerkehrsberuhigungsDrempel haben, blieb die Tasche stets in Form. Die von Ortlieb seit letztem Herbst beigelegte Halteschlaufe bringt in Kombination mit meinem selbst gebastelten Innenskelett wirklich den entscheidenden Unterschied!

11352_0522-CdF_Selfie01b_2048
Nicht zu übersehender „Kofferraum“ bzw. „Arschrakete“, die Ortlieb Seat-Pack im Einsatz und in Topform. Hier auf dem Col de la Forclaz im Wallis.

Was war nun mehr ausschlaggebend dafür? Mehr oder nur die Halteschlaufe oder mehr oder nur mein Innenskelett? Das gälte es im Sinne der Wissenschaft weiter auszutesten. Festzuhalten bleibt: Mein Innenskelett hat überhaupt nicht gestört und öffnen oder schließen behindert oder länger dauern lassen. Die Ortlieb-Zusatzschlaufe hat auch nicht weiter gestört, musste aber bei jedem Schließen wieder etwas mühsam mit dem Haken in die Lasche gefuddelt werden. Ging aber auch recht gut und vertretbar.

So bekommt die Ortlieb Seat-Pack ein „sehr empfehlenswert“ von mir!

11352_0892-OrientamZiel_2048
Dieses Rad und dieses Kit hat ohne Ausnahme zu 100 % perfekt funktioniert und mich ohne jeden Ausfall über 1600 km quer über die Alpen von Wien nach Nizza gebracht. Auch die Ortlieb-Tasche hat stets Form und Funktion gewahrt.

Dritter Flaschenhalter:

Das war eine Last-Minute Addition kurz vor dem Three Peaks Bike Race von mir. Schon ganz am Anfang letzten Jahres machte ich mir Gedanken um Taschen- und Trinkflaschenkonfigurationen in Vorbereitung zum Transcontinental Race (siehe hier: https://torstenfrank.wordpress.com/2017/02/06/tcrno5-vorbereitung-taschen-konfiguration-oder-wohin-mit-dem-gepaeck-und-dem-wasser/)

In meinem gewählten Set-up passen durch meine kleine Rahmengröße halt nur 2 500 – 600 ml Flaschen in den Rahmen und unter die Rahmentasche. Das ist echt nicht viel. Nun trinke ich aber üblicherweise auch nicht sehr viel. Nach mancher Winter- oder Regenfahrt komme ich wieder nach Hause, ohne meine Flasche auch nur einmal angerührt zu haben. Und auch bei Hitze hält sich mein Verbrauch in relativen Grenzen. Ich bin also selbst im Transcontinental mit meinen zwei Flaschen und mit meiner Foodpouch, in der sich zur Not immer auch mal eine Mineralwasser- oder Colaflasche befinden kann, klar gekommen.

Hätte aber lieber noch einen dritten Flaschenhalter unter dem Unterrohr gewollt. Solche gibt es zum Nachrüsten. Das ging mit dem alten Orient-Rahmen aber nicht, weil dort noch die Hydraulikbremsleitung unter dem Unterrohr verlief. Also musste ich ohne klarkommen.

Im neuen Orient-Rahmen läuft die Bremsleitung auch für Hinten nun intern. So dass ich meine schon im letzten Jahr beschaffte Flaschenhalterbefestigung Elite VIP Clips befestigen konnte. An dieser habe ich einen meiner bewährten Arundel Mandible Carbonflaschenhalter befestigt.

Hat sehr gut funktioniert und hat tadellos gehalten.

Habe ich ihn auch gebraucht? Nicht wirklich. Aber der Reihe nach.

Punkt 1: Flaschen unter dem Unterrohr befinden sich im direkten Schmutzwurfbereich des Vorderrades. Es ist also von vorneherein klar, dass dort entweder nur Flaschen mit Zusatz-Abdeckung über der Trinköffnung zum Einsatz kommen können oder dass man diese Flasche nur als Umfüll-Reserve benutzt. Aus dieser also eine der beiden normalen Flaschen im Rahmendreieck nachfüllt. So habe ich es gemacht (wenn ich die dritte Flasche überhaupt mal angepackt hatte).

Punkt 2: Da es nicht so heiss war, dass ich über Tage einen ganzen Liter zwischen zwei größeren Stops getrunken hätte, hatte ich ohnehin Wasser im Überfluss. Ich kam also mit mindestens einer vollen oder halbvollen Flasche sowieso abends im Hotel oder an einem Supermarkt an. Bzw. es gab unterwegs auch so viele Trinkwasserbrunnen, dass frisches und kühles Wasser überhaupt kein Problem darstellte.

Punkt 3: Aufgrund Punkt 2 war also das Füllvolumen einer vollen dritten Flasche für mich nur totes Extragewicht, dass die Pässe hinaufgeschleppt werden musste. Als ich das am zweiten Tag realisierte, liess ich die dritte Flasche nur noch zu einem drittel als Notfall-Reserve gefüllt. Und füllte sie nur ein-, zweimal auf etwa die Hälfte auf, wenn ich in die Nacht fahren wollte bzw. eine Nacht draußen verbringen wollte, so dass ich im Zweifel auch für den letzten Abschnitt am Abend und ein Frühstück genug Wasser hatte.

Punkt 4: Der dritte Flaschenhalter und die Flasche hat ansonsten überhaupt nicht gestört. Bleibt also dran und ist entweder gut für eine Veranstaltung, wo es wirklich richtig, richtig heiss ist, wo man den Tag- und die Nacht durchfahren will oder wo man noch Platz für Zusatzwerkzeug oder so sucht. Anstelle einer Trinkflasche kann man ja genauso gut eine Aufbewahrungsdose für Werkzeug oder ähnliches in den Flaschenhalter stecken.

Daypack (Rucksackbeutel):

Das ist eine sehr praktische Sache. Für die Anreise mit der Bahn hatte ich meine Off-Bike-Klamotten an und nicht in den Radtaschen. Die Radsachen hatte ich aber für das Anziehen am Startort schon in den Daypack gepackt. Genauso wie eine Mineralwasserflasche und Verpflegung für die lange Bahnfahrt. Ebenso hatte ich noch eine Menge Gels, Riegel und ein paar Lucho Dillitos (Guavenpaste-Blöcke in Bananenblättern verpackt) dabei. Quasi was noch so an Energiekrams zu Hause herumflog. Das sollte mir gerade am Samstag abend und am folgenden Sonntag (Geschäfte zu, Tankstellen in Österreich rar gesäht) gute Dienste leisten und flotte Fahrt bescheren. Damit war der Daypack gut gefüllt.

Am Start habe ich dann meine Radklamotten angezogen, die Off-Bike Sachen in die Satteltasche gepackt und die Verpflegung in Trikottaschen und Foodpouch aufgeteilt. Ein verbleibender kleiner Rest kam in den Daypack und der wurde fix unter die Spannschnüre der Ortlieb Seatpack gesteckt.

Immer dann, wenn ich größere Sachen / Mengen einkaufen wollte oder danach zu tragen hatte, kam der Daypack zum Einsatz. Entweder wieder auf die Seatpack gespannt oder auch auf dem Rücken getragen. Etwa, wenn ich dann doch mal eine Flasche Saft oder Kakao über hatte oder eine voluminösere Packung mit Backwaren und einen Doppel- oder Viererpack Joghurt erstanden hatte und die Foodpouch anderweitig (z.B. mit Nussstangen oder einem Pannini) voll war.

11352_1615-GalibierProfilMe_2048
In Search of Up. Yours Truly Richtung Passhöhe des Col du Galibier. Hier mit Daypack auf dem Rücken. (Foto: Griffe Photos)

Manchmal hatte ich auch die Windweste oder die Regenjacke lieber da hinein als in die Rahmentasche gesteckt.

So ein Daypack ist also noch praktischer als eine Musette. Und er diente mir auch in Nizza toller Einkaufsbeutel. Ob zu Fuß oder mit dem Rad.

Quadlock-Mount:

Beim TCR benutzte ich das ToPeak Ridecase als iPhone-Halterung. Dessen großer Vorteil: das Smartphone wird samt seiner Hülle linear aufgeschoben und rastet dann ein. Und man kann den Halter drehen und in der Neigung verstellen. Wenn man mag, kann man ihn sogar anstelle der Ahead-Set-Kappe montieren. D.h. man kann das Smartphone auch zwischen engen Aufliegern bzw. deren Ellenbogen-Pads problemlos arretieren und auch wieder lösen.

Problem jetzt war: für mein neues iPhone X gibt es von ToPeak noch kein Ridecase. Dies ist erst für Ende Juli, Anfang August vorangekündigt. Also sogar für das kommende TCR zu spät.

Alle mir halbwegs taugenden Alternativen waren aber Lösungen, wo man das iPhone erst gedreht aufsetzt, dann in die Halterung drückt und dann auf die 90 ° Position dreht. Also zwangsläufig mit den Auflieger kollidiert. Wenigstens, wenn man das iPhone wie ich etwa da in der Gegend und unterhalb des Radcomputers haben möchte. Hmmm. Andere Positionen kommen bei mir aber nicht wirklich in Frage.

Ich habe mich dann für das Quadlock-System entschieden. Dies musste ich entsprechend hoch montieren, damit das mit dem Drehen (und dem Zugriff für das wieder lösen) funktionieren konnte. Meine Hackinglösung hatte ich hier schon mal gezeigt. Sie besteht im wesentlichen aus einem zurechtgesägten Holzstück. Tricky ist noch die Tatsache, dass dort, wo sie auf dem Vorbau aufliegt, auch das Klettband des unter dem Vorbau hängenden Lupine-Akkus verläuft.

Aber, was soll ich sagen: die Lösung hat die ganze Zeit perfekt funktioniert und war mir wider erwarten am Ende doch noch etwas lieber als die Topeak-Lösung.

11352_0105-PanoBikepath_2048
Hach, Südtirol und deine Radrouten. Frisch in den Dolomiten angekommen. Life behind bars… Aerobars und Informationszentrale mit Wahoo Elemnt und iPhone X im Quadlock Mount.

Normale Clincher:

Also die bekannten Faltreifen samt Schlauch. Sie funktionieren auch für Bikepacking-Rennen. Wer hätte das gedacht? ;-))

Für das letztjährige Transcontinental-Rennen setzte ich auf Schwalbe Pro One Tubeless Reifen und hatte mit ihnen sehr gute Erfahrungen gemacht, wie hier auch beschrieben.

Tolles Fahrgefühl, guter Grip und sie haben mindestens einen definitiven Crash verhindert: das Schlagloch im Dunklen, das meine Frontfelge zerstörte, hätte einen Schlauch mit einem Schlag platzen und den Vorderreifen von der Felge springen lassen. Ein Sturz wäre unausweichlich gewesen. Der Tubeless-Reifen blieb fest auf der Felge und verlor nur langsam Luft durch die gebrochene Felge hindurch. Super. Genauso toll ist die weggenommene Sorge, dass es bei zu geringem Druck zu Snakebites im Schlauch kommt und dass sich das System bei kleineren Löchern von selbst dichtet.

Dafür hat man die neue Sorgen, die da heissen: wie bekomme ich im Falle eines Falles einen solchen Tubeless-Reifen mit seinen engen Toleranzen von der Felge und wieder drauf (etwa, wenn man doch einen Schlauch einziehen muss) und wie bekomme ich ihn ohne Spezialpumpe bzw. Kompressor wieder richtig in den Sitz gepresst, wenn eine Tubeless-Remontage anstünde? Kann man alles regeln und für diesen Fall hatte ich auch ein paar CO2-Patronen dabei. Und etwas Ersatz-Dichtmilch. Und auch einen Schlauch, für den Fall der Fälle.

Zwar hatte ich ausgerechnet und im Beitrag aufgezeigt, dass das Gesamtgewicht für eine Tubeless-Lösung dann trotzdem noch unter einer normalen Clincher-Lösung lag. So gerade. Zeigt aber – irgendwas ist ja immer. Vorteile hier müssen durch Nachteile da erkauft werden.

Warum nicht einfach ganz normale Clincher fahren und anstelle einem Schlauch dann halt drei und etwas Flickzeug mitnehmen und gut ist’s? Sollte man wirklich eine Pannenserie haben: Schläuche bekommt man überall. Tubeless-Reifen mal lange nicht. Dafür bleibt Dichtmilch, CO2-Patronen und Sorge, die Reifen nicht runter oder nicht rauf zu bekommen, zu Hause.

Gesagt getan und nicht einmal Sorge gehabt, wegen Clinchern jetzt besonders Pannenanfällig unterwegs zu sein. Außer (wie immer) auf Radspuren. Da muss man immer ein Auge auf Scherben und Co haben…

Ich bin auch ohne jedwede Panne durchgekommen. Vorne hatte ich die Vittoria Corsa G+ in 25 mm und hinten dieselben Reifen in 28 mm montiert. Ich überlege jetzt in der Tat, die schon gekauften neuen Schwalbe ProOne in der Schublade zu lassen und auch das TCR mit den Vittoria Corsa G+ zu fahren.

11352_0001-StartinWTal_2048
J.Guillem Orient mitsamt DT Swiss Laufrädern und Vittoria Corsa G+ Reifen noch frisch und glänzend beim Start der Anreise zum Three Peaks Bike Race.

Sattelkomfort / Sattelcreme:

Zwar ist man ja immer irgendwie weiter auf der Suche. Nach der noch besseren Hose und vor allen Dingen nach dem noch besseren Sattel. Aber: schon beim Transcontinental Race hatte letztes Jahr der Brooks Cambium C15 Carved in Kombination mit der Assos-Hose und mit dem Einsatz von Sitzcreme gut funktioniert.

In Bezug auf die Gesäßcreme meiner Wahl – die auch diesmal wieder benutze Ilon Protect Salbe – und dem dieses Mal auch wieder mitgenommenen, aber nicht für den Sitzbereich benötigten Sudocrem sprach ich ja von meinem „Champion-Duo“. Die erstere für den Tag bzw. das Fahren, die zweite für nach dem Duschen und das Besänftigen / In Schach-Halten von ersten leichten Irritationen bzw. Ansätzen von Wundsein.

Das habe ich diesmal nicht benötigt. Denn vom TCR gelehrt habe ich diesmal die Ilon Protect Salbe von Anfang an generös benutzt. Generös heisst hier: nicht millimeterdick, aber direkt auch an den Innenseiten der Oberschenkel und auch bis in den Leistenansatz hinein. Also ein durchaus größerer Bereich, als man das gemeinhin annehmen würde. Da hatte ich aber durch die Sattelflanken dann die Ansätze von Wundsein beim TCR. Hier und dieses Mal beim TPBR: Die ganze Zeit keinerlei Probleme.

Gefederter Vorbau: der Shockstop Stem:

Nachdem ich ihn schon ausführlich hier getestet und bewertet habe und auch im weiter oben schon mehrfach erwähnten Artikel zum aktuellen Bikepacking-Setup folgendes dazu geschrieben habe: „Neu ist der Vorbau: ein Shockstop Stem von Redshift Sports. Das Teil möchte ich ja nicht mehr missen! Ein Riesen-Komfort-Gewinn, der dreifach punktet. Man ermüdet nicht so stark durch Vibrationen und leichte Schläge über den Lenker, man kann eher und länger auch bei etwas schlechteren Oberflächen in den Zeitfahraufsätzen fahren ohne dass man entnervt wieder in die Oberlenkerhaltung o.ä. wechselt und man erspart der Cockpit- und Aerobar-Konstruktion den einen oder anderen harten Schlag, wenn man unvermutet über eine Gullideckelkante oder was auch immer rattert.“ möchte ich hier an dieser Stelle nur kurz festhalten: auch nach einer Woche im vollen Bikepacking-Einsatz bleibt diese Einschätzung bestehen. Er hat sich bestens bewährt.

Schlusswort:

So, das war’s. Meine Erfahrungen und die daraus gebildete Meinung zum der Ausrüstung  und dem Kit, dass mir sehr gute Dienste beim 3 Peaks Bike Race geleistet hat. Außer, dass es beim Schlafen und bei sehr kalten Alpenabfahrten, von der es halt nicht nur eine oder zwei, sondern jede Menge gab, gerne noch etwas mehr Wärmekapazität hätte haben können – oder sollen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mit Euren Erfahrungen oder Tipps in den Kommentaren zum Artikel beitragen würdet. Aber ich freue mich genauso, wenn ihr andere Rückmeldungen, Lob oder Kritik, loswerden wollt.

Bis dahin – Ride safe!

11351_0049-Ready_Go_2048
Ready… Go! :)

 

Advertisements

29 Kommentare zu „3Peaks Bike Race: Bikepacking-Ausrüstung-Nachbesprechung

  1. Hi Torsten,
    toll Deine Auflistung! Was ich mich aber immer wieder frage: was macht man mit seinem Rad, wenn man in den Supermarkt geht? Mit rein dürfen sie i.d.R. eher nicht, oder? Und ein kleines Bügelschloss hat auch schnell 800 g auf den Rippen.

    mfg,
    Armin

    1. Entweder, du nimmst wirklich Heavy Duty und lang. Das kann keiner Tragen. Oder du beschränkst dich auf Wegnahmehindernis und anbinden. Google mal Zahlenschloss / Kabelschloss. Die Dinger wiegen rd 90 gr.

      1. ich habe so ein kleines Ding von BBB, da reicht aber eine Nagelschere! Wie machst Du das?

      2. Genau. Ich habe ein Abus Combiflex 2503 mit 120cm Draht im Einsatz und kann es empfehlen.

    2. Ich nutze ein dünnes Krytonite Kryptoflex Kabelschloss (76 cm) und dazu ein Abu’s 145/30 Zahlenschloss. Die Kombination wiegt 118g.

      Ist 20g schwerer als das Abus Combiflex, ich bin aber durch das separate Schloss flexibler wenn ich mal zwei Kabel benötige um Räder mitzusichern oder mehrere Fahrräder. Außerdem mit 5mm Kabeldurchmesser wesentlich stabiler als die 2mm des Combiflex.

      1. Ja, gute und vielseitige Wahl. So ein Kabel wie das Krytonite habe ich auch daheim herumfliegen. Die Kabelschloss-Lösung „in einem“ ist mir dennoch lieber.

  2. Hallo Torsten.
    Wenn es bzgl. Schlafen um Gewicht geht, würde ich immer wieder einen Biwaksack als Not mitnehmen, Unterlage und Innenleben mit dem was man hat, ansonsten Komfort buchen, suchen. Der Schlaf ist immer besser, erholsamer und die Ersparnis im Gewicht zahlt sich aus. Ohne Schlafsack mit passender Matte wird das nix. Ich mache das hautpsächlich auf Bergtouren, aber ist ähnlich, da es um Gewicht geht. Es gibt bspw. Matten + Schlafsack-Unterleibslänge die an die Jacke passen, lohnt aber nur, wenn man die Jacke eh braucht. Letztlich funktioniert es nur mit guter Matte und Schlafsack, alles andere ist Basteln und Not und dafür reicht ein Biwaksack.

    1. Jepp, guter Hinweis. Danke.

      Ich frage mich auch, ob ein Ultraleichtbiwak, besonders, wenn es nur für den Notfall mitgenommen wird, nicht noch andere Qualitäten aufweisen sollte, als so ein Cuben-Bivy.

      Das Cuben Bivy bietet:
      – geringe Schutzunterlage für die Airmat, die im Bivy liegt.
      – Regenschutz für den Körper, der aber ohnehin im Trockenen liegen soll (keinen Regenschutz für den Kopf)
      – Mückennetz für den Kopf (in den Alpen nicht gebraucht, könnte aber für’s TCR sehr hilfreich sein)

      Es bietet keinen wirklichen Windschutz. Das Teil ist so dünn und liegt so dünn über den Beinen und dem Körper, da spürt man jeden zarten Windhauch, der an dir angreift. Der Wind mag zwar nicht durchgehen, aber eine chillende Wirkung ist trotzdem da.

      Es bietet auch quasi null zusätzliche Wärmekapazität. Hier dachte ich eigentlich, dass es wenigstens das Zünglein an der Waage zwischen: „Oh, einfach nur bekleidet auf einer Bank liegen ist doch noch ein quentchen frisch“ und „Ah, jetzt mit Bivy geht’s eigentlich“ spielen würde. Mag für tropische Nächte (per Definition fällt hier die Temperatur zwischen 18 und 6 Uhr nicht unter 20 ° C) oder nahezu tropische Nächte zutreffen, aber für die Juni-Woche des TPBR war es viel zu kalt, um eine Differenz wirklich zu spüren.

      Deswegen frage ich mich, ob nicht so ein Notfall-Biwaksack aus Reflektorfolie da mehr bieten kann? Und zwar nicht so dauerhaft ist, auch keinen Insektenschutz bieten kann, aber bei geringstem Packmaß im Falle eines Falles mehr Wärme im Körper hält.

      1. Hi Torsten,

        auf den TABWR hatte ich nur ein Notfallbiwak mit. Das hat mich vom Kopf her doch sehr eingeschränkt und ich bin nicht volles Risiko gefahren und habe schon mal eher Schluss gemacht als geplant. Letztes TCR hatte ich einen Cumulus Lite 300 mit Wasser abweisender Hülle dabei. Schlanke 700gr. Ich denke, ich werde noch downgraden auf eine Cumulus Magic Zip in large, vermutlich dann 350g. Da brauch aber irgend was als Schutzunterlage. Könnte vielleicht die Relags Isomatte Lightweight werden. 178g. Allerdings etwas voluminöser, muss man dann halt auf die Ortlieb draufschnallen. Achja, grade die Wippe nachgebaut, 80g.

      2. Hmm, danke. Cool mit der Wippe. :)
        Ich überlege gerade, ob ich auch an der Matte noch weiter einspare und mir soetwas wir die KLYMIT Inertia X Lite Short Mat besorge. Nochmal kleiner als die SeatoSummit. Das Bivy dann und die Matte dann nur als Zusatznotfallkit für warme Nächte, wo ich wirklich nix anderes finde. Sonst Hotels.

  3. Hi Torsten. Entweder ich habe es überlesen oder Du verheimlichst mir was Du am Lenker hast ;-) Du schreibst zwar von Deiner Futtertasche, aber auf den Fotos sehe ich dass da noch eine zweite Tasche am Lenker hängt. Falls das eins ist, gib mir doch bitte mal die Pruduktbezeichnung.
    Danke und Gruß aus Hamburg, Ray.

  4. Hallo Torsten,
    -mal wieder- sehr informativ! Verrätst Du mir, wo Du die Handschuhe noch bekommen hast? Ich habe versucht, solche wie die orangen vom letzten Jahr zu kriegen, keine Chance (mehr?).

    Merci und Grüße

    Maik

      1. Bei Bike24 gibts noch Exemplare in S und M, nachdem ich das letzte Paar in M ergattert habe.

    1. Ja, die sind toll. Hatte ich auch schon mal in der Hand. Aber noch nicht gekauft. Im Gegensatz zu einem der klassischen „Beutel“ mag da weniger hinein gehen, aber die Tragegurte sind für die Schultern viel angenehmer als die Kordeln der Daypack-Beutel.

  5. Moin Torsten!
    Vielen Dank für den Beitrag – das macht spaß zu lesen UND ist informativ.
    Eine Frage stellte sich mir aber: was genau machst Du mit dem Cockpit genau? Ich hatte auf meinen Touren eher selten das Verlangen auf mein Handy zu schauen, hast du eine speziellen use case dafür? Ist es für musik, unterhaltung, navigation?

    1. Hi Michael. Für all das, genau.

      Während ich früher nie Musik unterwegs hörte (und mich auch aktuell nicht wirklich mit Ohrhöhrern anfreunden kann – ich habe mir kürzlich extra für das TCR ein Bluetooth Ohrhöhrerset gekauft), bin ich seit dem Three Peaks Bike Race ein Fan davon, in bestimmten Situationen einfach laut Musik über den Lautsprecher meines iPhones zu hören.

      In moderaten Anstiegen auch Twitter oder Facebook zu verfolgen, ist auch sehr praktisch. Genauso, wie aufpoppende Notifications (die meisten habe ich allerdings ausgeschaltet), direkt zu sehen. Meistens sind es kurze Aufmunterungen oder Gratulationen des bereits Erreichten.

      Das Checken von Google Maps und Booking.com zum Prüfen, wo es bestimmte Läden oder Hotels gibt, ist immens wichtig und wird auch entweder in leichten Anstiegen oder beim kurzen Halt am Straßenrand erledigt. Sollte das Hotel komplizierter zu erreichen sein, übernimmt die Nahbereichs-Wegeführung kurzerhand auch Google.Maps.

      Auch Trackleaders und Co wird schnell mal gecheckt. Manchmal auch, während ich vor dem Supermarkt stehe und ein Eis schlecke.

  6. Servus Torsten,
    zum Verbessern der Wärmeleistung kann ein Schlafsack-Inlett verwendet werden. Hier ist Cocoon m.W. Platzhirsch. ich habe das Seideninlett, meine Freundin das aus Ägyptischer Baumwolle. Ich finde beide gut, Packmaß sind auch sehr gering. Nimm so die Hälfte der StS-Ultralightmat.

    VG, Nils

    1. Hallo Nils, ja, das mag sein.
      Ich hatte mir testweise auch mal so ein Inlet bestellt. Liegt hier neben mir. Mein „Luxusproblem“: das ist mir schon zu viel Packmaß. Das liest sich auf dem Papier vielleicht ganz nett. Wenn man so ein Inlet aber mal sieht, stellt man fest, dass das ein ziemliches Gefuddel ist und zwar etwas weniger wiegt als ein Ultraleicht-Schlafsack. Aber nur ein ticken weniger Volumen aufweist, als direkt einen Ultraleicht-Schlafsack einzupacken. Und das bei deutlich geringerer Wärmeleistung. Das ist ja auch gar nicht die Hauptaufgabe eines leichten Inlets. Eines Seideninlets leider gar nicht. Sondern den Schlafsack vor Körperfett und -Schweiss zu schützen.

      Auch das diesjährige TCR war wieder sehr heiss. Und trotzdem gab es einige Nächte, wo es mir draußen zu frisch war. Und gerade auch in der letzten Nacht auf eine gar nicht mal so hohen Hochebene vor der Grenze zu Griechenland gefühlt so kalt, dass ohne einen richtigen Schlafsack an ein Biwakieren nicht zu denken war. Da musste ich allein aus Temperaturgründen ein Hotel suchen.

      Ich werde jetzt mal noch ein ganz anderes Biwak testen. Und zwar so ein leichtes, billiges auf Basis einer etwas dickeren Rettungsfolie. Da sollte die Reflektoreigenschaft helfen. Und das dann als Notfall-Ausrüstung ansehen. Oder auf das Biwak verzichten, und nur den Ultraleicht-Schlafsack mitnehmen. Denn letztendlich suche ich mir immer irgendetwas überdachtes: eine Bushaltestelle, ein Vordach oder ähnliches. D.h. da brauche ich keinen Biwaksack für Regenschutz. Und wenn ein ultraleichtes Biwak nicht für meinen Wärmebedarf ausreicht, verzichte ich dann lieber ganz darauf. Oder habe es wirklich nur für den Notfall dabei und plane mit 100 % Hotelübernachtung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s