Nur noch 5 Tage bis zum Start: I’m going to see Europe!

Rad fahren

Wow! Nur noch 5 Tage! Am Freitag Abend um 22:00 Uhr werde ich mit rund 300 bis 350 weiteren Teilnehmern in Geraardsbergen in das Transcontinental Race starten!

Jetzt wird’s ernst. Oder auch: endlich geht es los und ich muss mich dann hoffentlich nur noch um’s pedalieren kümmern. Und, wo ich was zu essen her bekomme und wo ich schlafe. Reduktion auf die Grundbedürfnisse. :)

Die letzten Planungsstunden waren schon ziemlich aufreibend. Fail to prepare is prepare to fail. So galt es zum Schluss noch, meine Route auf’s genauste vorzuplanen und dabei eine möglichst optimale Strecke von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt zu finden. Gut zu fahren, hoffentlich schnell zu fahren, sicher zu fahren. Dabei die von der Rennorganisation gebannten Strecken (zwar für Radfahrer erlaubt, aber einfach nicht sicher) zu vermeiden oder zu umgehen. Und für andere Strecken zu prüfen: Ist das nun ein Highway oder eine Schotterpiste? Google Streetview, Mapillary, Radforen und Strava-Heatmaps dienten als Recherche-Tools.

Im Januar bekam ich auf meine Bewerbung vom letzten November die positive Nachricht:

„Your application has been successful and we would like to offer you a place in Transcontinental No.5

WHAT NOW?“

Ja. What now…

What from then until now?

  • Viele Stunden lesen, planen, testen, trainieren. Ausrüstung für das Bikepacking ausprobieren, Klamotten und Radkomponenten speziell für Ultradistanz-Radfahren testen (speziell auch Sättel und Schuhe), ein neues Rad aufbauen (lassen).
  • Diverse Blog-Posts darüber verfassen (schaut einfach nach den Tags TCRNo5 oder Transcontinental auf diesem Blog).
  • 8.494 km und 100.274 Höhenmeter seit dem 1. Januar auf dem Rad zurücklegen.

Wenn ich meiner vorgeplanten Route bis auf’s Detail folgen kann, kommen da in den 14 Tagen des Rennens weitere 3.876 km und 38.010 Höhenmeter hinzu!

Wo geht’s lang?

Knappe 4.000 Kilometer quer durch Europa. Vom Start in Geraardsbergen, Belgien über 4 Kontrollpunkte zum Ziel nach Meteora, Kalambaka, Griechenland. CP 1: Schloss Lichtenstein, CP 2: Monte Grappa, CP 3: Vysoké Tratry, Hohe Tatra, CP 4: Die Transfăgărășan Hochstraße. Dabei werde ich 12 Länder durchqueren.

 

Und so sieht das in der Übersicht aus (hier der Link direkt zur Google Karte, danke Chris):

TCRno5-CPs

Der Start, die 4 Kontrollpunkte und das Ziel in der Übersicht. Mit der Route als Luftlinie.

Wie könnt ihr das Transcontinental Race verfolgen?

Ihr könnt „Dot-Watching“ betreiben, ihr könnt den offiziellen Social-Media-Accounts der Rennorganisation folgen, ihr könnt auf Youtube Ausschau nach Videos von Mediacrews (der Rennorganisation oder von manchen Teilnehmern) und von Teilnehmern halten. Ihr könnt verschiedenen Teilnehmern direkt folgen (mir auch – siehe unten) und ihr solltet dem folgenden Hashtag auf Twitter, Instagram oder auch facebook Aufmerksamkeit schenken:

#TCRNo5

Dot-Watching – was ist das?

Das kann ganz schön spannend sein. Nicht nur vergangene Ausgaben des Transcontinental Race, sondern auch andere Ultradistanz-Rennen bzw. -Abenteuer wurden und werden auf verschiedenen Seiten durch die Nutzung von Satelliten-Trackern verfolgbar gemacht. Jeder Teilnehmer bekommt einen Spot-Satellitentracker, der (sofern er nicht ausfällt oder die Batterien unerkannt schlapp machen), alle 5 Minuten die Position des Fahrers meldet. So sieht man, welcher Teilnehmer gerade wo ist, wie schnell er fährt, welche Routen genommen werden, wie die Pausen- und Schlafstrategien aussehen und und und.

Bitte nicht nervös werden, wenn so ein Punkt mal längere Zeit an einer Stelle verharrt (vielleicht muss der Fahrer auch mitten am Tag mal eine lange Pause einlegen) oder auch verschwindet (so ein Tracker kann auch mal ausfallen oder Verbindungsprobleme haben. Die Rennorga wird aber in solchen Fällen darauf aufmerksam und versuchen, den Teilnehmer darüber zu informieren und wieder zu einem Signal zu kommen).

Noch sind die finalen URLs für das TCRno5 nicht bekannt gegeben. Aber vermutlich wird es wieder Trackleaders.com und vielleicht zusätzlich auch freeroute sein. Ich werde den Post entsprechend aktualisieren, wenn ich weitere Details habe:

Trackleaders: http://trackleaders.com/transconrace17

freeroute: https://www.frrt.org

Etikette:

Wenn ihr andere Teilnehmer oder mich über die sozialen Medien kontaktiert oder in die offiziellen Foren postet – bitte macht das nur in Form moralischer Unterstützung und Anfeuerung. Bitte respektiert die Selbstversorger-Natur des Rennens. D.h.: keine Unterstützung von Außerhalb. Das schliesst auch Informationen über den Stand von anderen Teilnehmern ein, die sich die Fahrer, also z.B. ich, nicht selbst besorgen.

Wer noch mehr über die kommende 5. Ausgabe des TCR wissen möchte, dem sei Chris Whites Zusammenfassung an’s Herz gelegt: https://ridefar.info/races/tcr/no5/

Wie könnt ihr mir während des Rennens folgen?

Ich werde sicherlich am häufigsten über Twitter kurze Statusmeldungen, Gedanken und was auch immer zum Besten geben. Sofern alles klappt, wird sich auch jeder Tagesabschnitt meiner Fahrt tagesaktuell auf Strava wiederfinden. Fotos mache ich ja am liebsten in RAW und bearbeite sie auf dem Rechner. Das werde ich natürlich unterwegs nicht machen können. Aber das eine oder andere Foto wird sicherlich auch direkt on the Spot per Instagram gepostet. Facebook ist leider am unbequemsten von unterwegs zu benutzen (und per Webbrowser ist es nicht viel besser). Natürlich freue ich mich auch über Kommentare und Zuspruch dort. Ich werde aber eher beschwerlich und nur sehr zeitverzögert auf Messenger-Nachrichten reagieren können. Nutzt also lieber Twitter. :)

Jeder Teilnehmer bekommt eine schicke Kappe mit seiner Startnummer. Mit dieser kann er auch direkt seine Posts taggen.

Mein Hashtag ist dann #TCRNo5capXXX (XXX wird dann durch die Startnummer ersetzt).

Nur noch 5 Tage… Bring it on! :)

 

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Up up up: Rapha Rising in one go! Mit Gedanken zu Rapha, Strava Challenges und Höhenmetern.

Rad fahren

Die Rapha Rising Challenge hat schon seit Jahren einen Platz in meinem Herzen.

Das ist eine sehr schöne Initiative und Motivation von Rapha. In Verbindung mit Strava.

Rapha, die Radsportbekleidungsmarke aus England, die ich bis dato wesentlich und schon langjährig mehr für ihre Fotostrecken und ihren Style sowie das sehr schön transportierte Gefühl mochte und mag als für ihre tatsächlichen Klamotten. Letztere ließen für mich immer schon eine große Lücke zwischen Anspruch und tatsächlichem Schnitt und Funktion (hier und hier). Das hat sich erst in jüngster Zeit geändert und von den aktuellsten Neuerscheinungen kann ich sagen: jawohl, das gefällt und passt mir. Habe jüngst ausführlich die Pro Team Aero Jerseys und die Pro Team Flyweight, Lightweight und Midweight Jerseys ausprobiert und mir ein Aero und ein Lightweight Jersey zugelegt. Genauso war ich jetzt von der Classic Bib Short in der neuen Version II sehr positiv überrascht. Die finde ich sehr gut – im Gegensatz zu den in meinen Augen richtig schlimmen Lightweight Bibshorts.

Strava, das motivierende Trainingsportal mit seinem damals innovativem Konzept der automatischen (und manuell, wenn gewünscht) Segmenterkennung und dem Führen von Ranglisten innerhalb dieser Segmente. Da macht auch heute Strava keiner was vor. 2009 wurde Strava gegründet. Heut zu Tage werden fast 10 Aktivitäten pro Sekunde auf Strava geteilt (2016).

Ich bin Strava-Mitglied seit 2010. Meine erste hochgeladene Aktivität stammt vom 09. Oktober 2010. Challenges, als weiteres Motivationselement, wurden meiner Meinung nach dann erst so 2012 eingeführt. Jedenfalls stammen meine ersten virtuellen „Pokale“ bzw. „Achievements“ aus diesem Jahr.

Was sind „Challenges“? Damals nur von Strava oder auch von ganz wenigen Dritten, allen ziemlich voraus, Rapha, initiierte Herausforderungen, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine bestimmte Kilometerzahl zurück zu legen. Oder eine bestimmte Höhenmetersumme zu akkumulieren. Oder an einem ganz bestimmten Tag auf das Rad zu steigen und x Stunden oder x Kilometer zu fahren.

Während solche Herausforderungen damals eher selten und noch etwas besonderes waren, sind sie just auch in diesem Jahr in meinen Augen fast schon inflationär. Man klickt sie an und nimmt sie quasi „im Vorbeigehen“ mit. Fahren tut man eh und eine „Herausforderung“ in einer Woche 4 Stunden auf dem Rad zu sitzen… nun ja, ich vermute mal, der durchschnittlich ambitionierte Radsportler verliert da keinen einzigen Gedanken drüber. Meist geht es heute dann auch darum, durch die Teilnahme in eine Verlosung hinein zu kommen. Ist ja auch schön.

Damals aber (jaja, Opa erzählt jetzt wieder vom Krieg… ;-)), da hat man noch seine Trainingswochen etc. nach den Challenges geplant. Und einfach nur Kilometer abreissen, dass konnte ja jeder und die Leute im Flachland sowieso viel zu einfach. Unsereins im Mittelgebirge musste dabei sowieso immer ordentlich Höhenmeter mit abspulen.

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Im Land der tausend Hügel. Panoramablick im Sauerland nahe Schmallenberg, Holthausen.

Deswegen waren mir die Höhenmeter-Challenges immer am liebsten. Sie waren (und sind auch heute noch) etwas besonderes und seltener. Für sie musste und muss man sich richtig ins Zeug legen und die Strecken auch entsprechend planen.

Und angefangen damit hat Rapha mit seiner Rapha Rising Challenge. Die erste gab es 2011. Die war glaube ich – ich bin nicht ganz sicher – noch außerhalb von Strava.

Aber seit 2012 habe ich jede Rapha Rising Challenge mitgemacht.

Meine virtuelle #RaphaRising Roundel Collection.

Meine virtuelle #RaphaRising Roundel Collection.

Das besonders schöne: Rapha lässt es sich nicht nehmen, jedem erfolgreichen Teilnehmer auch einen echten Stoff-Aufnäher im selben Design wie das virtuelle Herausforderungslogo zukommen zu lassen.

Interessanterweise wurde die 2015er Rapha Rising außerhalb von Strava durchgeführt. Man musste sich auf der Rapha Webseite direkt registrieren. Beleg für die Komplettierung war einfach nur auf Vertrauensbasis. 2016 gab es leider gar keine Rapha Rising Challenge. Dafür jetzt dieses Jahr wieder. Und zwar auch wieder auf Strava.

Hier ging und geht es nie einfach nur um das schnöde Klettern einer beliebigen Zahl und mit einem Monat Zeit. Hier wurde und wird immer eine passende Begebenheit, die Summe einer oder mehrerer ikonischer Bergetappen oder ein Jubiläum von Rapha aufgegriffen und als Herausforderung in einer Woche, 9 oder 14 Tagen zu komplettieren, gestellt.

Dieses Jahr ist (die aktuell noch laufende) Challenge eher von der nicht so herausfordernden Sorte, muss ich leider feststellen. Es gilt die vergleichsweise harmlose Höhe von nur 4600 m in der sehr auskömmlichen Zeitspanne vom 1. Juli 2017 — 23. Juli 2017 zu erklettern. Dafür gibt es ein Zusatz-Zückerli: Wer die Herausforderung in einem Tag meistert, kommt zusätzlich in die Verlosung einer tollen Reisemöglichkeit. Einen Cent Cols Challenge Trip mit Rapha Travel.

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Rapha Rising 2017 — 4600 m completed

Nun, wenn das nicht Motivation genug war, dann war es die Tatsache, dass so eine Fahrt ganz hervorragend in mein Training für das Transcontinental Race passte.

4600 Höhenmeter an einem Tag ist jetzt nichts besonderes, wenn man innerhalb des Challengezeitraums den passenden Alpenmarathon bestreitet. Bei der so von mir geliebten Maratona dles Dolomites würde es aber schon nicht reichen. Dort sammelt man über die 8 Pässe der langen Strecke „nur“ 4190 Höhenmeter. Allerdings auch über „nur“ 138 km.

Im Mittelgebirge sieht das schon anders aus. Da ist schon die Tourenplanung eine Herausforderung und ein Spaß für sich. Welchen Bergfaktor kann ich für eine sinnvolle Tour erreichen, ohne jetzt auf extra Gimmicks auszuweichen, wie einfach immer nur den selben Anstieg hoch und runter zu fahren?

Hier könnt ihr euch die Tour von GPSies.de herunterladen, die ich für letzten Samstag geplant hatte und abgefahren bin. Sie führt durch das wunderschöne Wittgensteiner Land und kettet dort eine Vielzahl von schon für sich alleine herausfordernden Anstiegen aneinander. Über Winterberg führt sie dann kurz nach der Halbzeit auf den Kahlen Asten. Nordrhein-Westfahlens höchsten auf Asphalt zu erreichenden Berg. Der zwei Meter höhere Langenberg ist unweit von dort, aber nicht auf der Route.

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Auf dem Kahlen Asten, mit 841 m ü. NN der (zweit)höchste Berg Nordrhein-Westfalens.

Sowohl in Winterberg (da mit immenser Auswahl) als auch direkt auf dem Kahlen Asten im Astenturm ist Einkehr möglich. Mein Tipp ist aber die Nordhang-Jause direkt am Fuß des kurzen Abzweigs hoch zum Astenturm. Schnelle und sympathische Bedienung, leckerer Kaffee und Kuchen und unkompliziertes Abstellen des Rades samt Nachfüll-Gelegenheit der Bidons.

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Yours Truly am Aufgang zum Asten-Turm. Ausguck, Station des Deutschen Wetterdienstes und Einkehrmöglichkeit eines Bistro. „Stilecht“ mit dem ersten von mir gut empfundenen Rapha-Trikot und der allerersten Fahrt damit.

Hier sind wir schon im Sauerland (wenn auch noch quasi in Rufweite des Altkreises Wittgenstein :)). Vom Kahlen Asten geht es hinab des oberen Lennetals und dann auch wieder durch ein Seitental hinauf nach Altastenberg um von dort eine Schleife Richtung Norden und dann zurück nach Süden durch das Sauerland zu ziehen. Über den Anstieg über Jagdhaus geht es dann wieder zurück in das Wittgensteiner Land.

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Gutes Wetter (trocken, heiter bis wolkig), schönes Licht und feine kleine Sträßchen. Meine Route durch das Rothaargebirge.

Nun liegt es in der Natur der Sache, dass geplante Höhenmeter nicht wirklich tatsächliche Höhenmeter sind. Wer dazu ausführliche Hintergründe erfahren möchte, möge sich diesen Artikel ansehen. Je nach zugrunde liegendem Geländemodell ergeben dann auch die unterschiedlichen Routenplaner unterschiedliche Ergebnisse. So war meine ursprünglich in Strava geplante Tour 205 km lang und weist dort 5000 Höhenmeter auf. Das hatte ich schon mit entsprechendem Puffer geplant, denn ich wusste ja, dass Strava, bzw. Geländemodelle, hier eher deutlich übertreiben. Also mehr Höhenmeter ausgeben, als man nach korrekter Bestimmung eigentlich wirklich klettert. Deswegen auch, liebe Leute, niemals ohne Not die „Höhenmeterkorrektur“ auf Strava oder auf eurem Garmin-Portal benutzen. Die „korrigiert“ die Höhenmeter nämlich nicht, sondern bläst sie meistens nur künstlich auf. Es gibt aber auch Gegenden, wo der Unterschied nicht so krass ausfällt. Mehr darüber, warum das so ist, erfahrt ihr im oben verlinkten Beitrag.

Diese Korrektur ist nur dann sinnvoll, wenn der eigene barometrische Höhenmesser in dem Radcomputer, den ihr hoffentlich habt (beim Smartphone ist Hopfen und Malz verloren ;-)), fehlerhafte Daten aufgezeichnet hat. Weil entweder ein richtig extremer Wettersturz mit einhergehender Luftdruckschwankung in eurer Fahrt auftrat oder weil strömender Regen die Messöffnung bzw. die Messung beeinträchtigt hat. Ein Phänomen, gegen dass mein Garmin Edge 1000 im Gegensatz zu anderen Edges und auch meinen Wahoo Elemnt erstaunlich widerstandsfähig, ja geradezu immun war. Dem hat selbst stärkster Regen auch im barometrischen Höhenprofil nie etwas ausgemacht.

Nun, zurück zur geplanten Strecke: In Strava werden für  diese 5000 Höhenmeter ausgegeben, GPSies ermittelt nach Import derselben Strecke für die 205 km knapp 4600 Höhenmeter – wäre also Punktlandung für die Rapha Rising Challenge. Tatsächlich war ich am Ende des letzten Anstieges in Schameder bei rund 4125 Höhenmeter. Das reichte also noch nicht!

Nun – es war schon Abend, 205 km und 4125 Höhenmeter waren schon in den Beinen. Still going strong, aber ich wusste schon, was ich getan hatte. Stetes auf und ab im Mittelgebirge kann beizeiten deutlich anstrengender als in den Alpen sein. Und auch langsamer. Die Gradienten sind meist steiler und die Abfahrten auf den kleinen Sträßchen verwinkelter als so mancher Pass. Man braucht also auch länger. Deswegen fuhr ich dann kurzerhand noch über Leimstruth hinab nach Amtshausen um von dort dann Richtung Dille zu fahren. Diesen Anstieg habe ich dann einfach 2 mal ganz und 1 mal etwas mehr als halb gefahren, damit ich am Schluss auf meine „echten“ 4600 Höhenmeter kam:

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4625 Höhenmeter bei einsetzender Dämmerung. Rapha Rising komplett.

Insgesamt wurden es so 225 km mit einem Nettoschnitt von 22,5 km/h über die reine Fahrtzeit in Bewegung von 10 Stunden.

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Wittgensteinisch-Sauerländisches Kletterfest: Rapharising in one go

Hier der Link zu meiner Aktivität auf Strava und hier nochmal der Link zum Herunterladen der geplanten Strecke auf GPSsies.

TCR-Cockpit v0.2

Rad fahren

Nach dem Finalisieren meines Auflieger-Setups (Hier habe ich einen ausführlichen Beitrag darüber geschrieben) kann ich mit der Konfiguration des kompletten Cockpits weiter machen. Bisher bin ich mit meinen Gedanken zufrieden. Scheint so zu funktionieren, wie ich mir das gedacht habe.

Hier war die Version 0.1: Radcomputer-Position noch nicht final, Licht noch nicht vollständig. Aber schon mal Taschen befestigt.

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TCR Cockpit v0.1

Unter den Aufliegern hängt die Ornot Handlebar Bag. Alle normalen Bikepacking Lenkertaschen sind viel zu groß für Rennlenker. Ja, ich habe sie schon bei Anderen zwischen die Lenkerbügel gequetscht gesehen. Aber selbst bei richtig breiten und nach außen gebogenen, sogenannten „Off-Road“ Rennlenkern wie z.B. einem Salsa Woodchipper sind sie für meinen Geschmack noch zu groß.

Aber – sofern man damit leben kann hat man schon ein gutes Stück mehr Packvolumen am Rad, dass muss ich zugeben.

Zurück zur Ornot Tasche: Ich mag ihre Kompaktheit und die zwei kleinen Täschchen an beiden Seiten. Die Tasche ist leider nicht furchtbar zugänglich – mit dem Reissverschluss unter den Aufliegern. Aber damit werde ich leben können.

Vor der Handlebar Bag habe ich die extended Food Pouch von Apidura gehangen. Deren Unterseiten-Schlaufe ist an der Handlebar Bag befestigt und mit ihren Seitenschlaufen hängt sie an den Aufliegern.

Am normalen Lenker befestigt könnt ihr links meine Supernova Airstream Lampe sehen. diese wird mein Backup / StVZO-konformes Licht und nur dann an den Lenker angesetzt, wenn ich sie wirklich benötige.

Jetzt habe ich heute die Version 0.2 fertig gestellt.

Wesentliche Ergänzungen: Verbindungsbrücke zwischen den Auflieger-Extensions und iPhone im wettergeschütztem Gehäuse.

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Transcontinental-Cockpit v0.2

Wie geplant, habe ich eine Verbindungsbrücke zwischen den Griffstücken angebracht. Diese dient drei Zwecken.

  1. Hauptsächlich als Montagepunkt für Gerätschaften.
  2. Zusätzliche Griffsicherheit: so kann man auch bei losem Greifen nicht einfach so nach vorn über das Ende des Griffes hinausrutschen.
  3. Eine Verbindung zw. den ansonsten getrennten Aerobars um ein klein wenig Zusatz-Verdreh-Sicherheit zu bieten.

Ursprünglich hatte ich vorgesehen, an der Brücke sowohl den Wahoo Elemnt, als auch das Hauptlicht (Lupine Neo) (mittels GoPro-Montagebügel unter dem Wahoo-Mount) und ggfs. noch zusätzlich eine GoPro-Kamera zu montieren.

Ich habe aber festgestellt, dass mir der Aufbau zu hoch wird, wenn ich den Wahoo nochmal über die Brücke hinausragen lasse. Das wäre der Fall, wenn ich einen Outfront-Mount verwende. Mit dem Standart-Halter (dem kleinen runden Halter, der mittels Kabelbindern überall montiert werden kann – auf dem Vorbau oder auf dem Lenker oder halt auf dieser Brücke) sitzt der Wahoo sehr gut und brauchbar im Sichtfeld. Er würde aber die Zugreifbarkeit der Foodpouch einschränken. Das wäre unschön. Also bleibt der Radcomputer an seinem Zeitfahrlenker-Halter. Er rutscht aber weiter nach vorn.

Glücklicherweise passt das so gerade noch mit der Anordnung des iPhones zusammen. Ich habe die Extension bars auch noch einen Zentimeter nach vorne geschoben, die Pads aber wieder einen Zentimeter nach hinten gesetzt, so dass deren Position gleich blieb.

Smartphone Halterung und Gehäuse

Das iPhone will ich einfach „just in case“ direkt verfügbar und im Sichtfeld haben. Um es im Fall der Fälle nicht erst aus der Rückentasche und aus seiner Hülle und davor aus seinem Ziplock-Beutel zu holen. So denke ich, kann ich im Fall der Fälle aufpoppende Pushnachrichten sehen und kann bei Unklarheiten in der Navigation direkt verschiedene Apps zurate ziehen. Dazu habe ich eine brauchbare Hülle gesucht.

Sie sollte das iPhone vor Wetterunbillen schützen können, so dass ich nicht beim geringsten Tropfen schon das Smartphone vom Lenker nehmen muss. Sie sollte stabil sein. Sie sollte aber auch in beengten Verhältnissen abnehmbar sein. D.h. im Vorfeld konnte ich überhaupt nicht sicher sein, ob der vorgesehene Montagepunkt ein Drehen des Handys zulassen würde. Ein Quarter-Turn-Mount im Stile einer Wahoo- oder Garmin-Halterung wie z.B. das Quad Lock Case kam daher nicht in Frage.

Ich wurde bei Topeak fündig. Das Weatherproof Ridecase sah sehr interessant aus. Die Montage geschieht durch unidirektionales Einschieben auf den Halter, der dann sicher einklickt. Den Halter selbst gibt es in verschiedenen Ausführungen. Mitgeliefert wird eine Ahead-Setkappe und eine wiederlösbare Halterung für Vorbau- oder Lenker. Letztere habe ich verwendet. So passt das iPhone samt Schutzhülle sehr schön zwischen die Aerobars und vor ihm ist dann noch genügend Platz, damit der Wahoo sichtbar und bedienbar bleibt und nicht so weit nach vorne geschoben muss, dass wiederum der Zugriff auf die Foodpouch behindert wird.

Schönes Detail: ich kann das iphone stufenlos hochschwenken. So komme ich besser an die Arretierung für das Lösen der Hülle aus dem Halter heran.

Das Weatherproof RideCase von ToPeak.

Das Weatherproof RideCase von ToPeak.

Rückseite

Die Unterseite des Weatherproof Ridecase von Topeak und der solide Halter. Der Anstellwinkel (und wenn gewünscht bei der Montage auch Drehwinkel) ist stufenlos einstellbar.

Der Halter bleibt in dem eingestellten Winkel. Vorgesehen ist aber, dass der Halter eigentlich immer „flach“ gestellt ist. Eine Testfahrt muss ergeben, wie es um die Stabilität beim Fahren bestellt ist.

Aerobar-Bridge / Computer- und Licht-Halter

 

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Sicht von schräg vorne: Aerobars, Profile Design Brücke, Apidura Food Pouch vor Ornot Handlebar Bag.

Es gibt gar nicht so viel Auswahl bei Verbindungsstegen für Zeitfahr-Aufsätze. Im Grunde kann man die Anzahl an einer Hand abzählen. Nimmt man noch die Bedingung hinzu, dass der Abstand zwischen den Extensions variabel sein kann (die Brücke also in ihrer Befestigungsbreite einstellbar sein muss) und / oder dass die Extensions auch in einem Winkel zueinander zulaufen dürfen (wenn man gebogene Griffe verwendet und diese für eine ergonomische Handgelenkshaltung leicht nach innen eindreht, so wie hier bei mir zu sehen), dann verbleiben eigentlich nur noch zwei Modelle. Oder eine Selbstbaulösung wie diese hier. Diese Lösung würde aber nicht die von mir gewünschten  Punkte 2. und 3. aus der obigen Liste erfüllen.

Welche zwei Modelle habe ich auf dem Markt ausfindig gemacht?

Zum einen die BBB Aerofix. Vorteile: schön solide und vom Haus aus an unterschiedliche Winkel anpassbar. Nachteile: fixe Breite (für meine Konfiguration leider etwas zu schmal) und die Extensions sind dann vorne zu. Das kann auch ein Vorteil sein. Ist für mich aber ein Nachteil, weil ich vorne in die Extensions die Click-Schalter der SRAM red eTap einsetzen möchte.

Zum zweiten die Profile Design UCM Aerobridge Verbindungsbrücke.

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Profile Design UCM Aerobridge Verbindungsbrücke.

Diese ist in der Breite von 70 bis 120 mm verstellbar. Es liegen zwei Paar Verbindungsschellen bei, so kann sie auf Extension-Bars von 22,5 bis 26 mm Durchmesser befestigt werden. Leider kann sie nur auf parallele Auflieger-Holme aufgesetzt werden.

Es sei denn, man holt den Cutter heraus. ;-)

Der Kunststoff ist gegenüber Feilen recht widerstandsfähig. Mit dem Messer kommt man aber schnell an’s Ziel. Im obigen Foto seht ihr, wie ich die Kanten der Schellen ganz leicht mit dem Cutter bearbeitet habe. Und auch die Gegenseite der Brücke leicht ausgeschnitten habe. Viel braucht es nicht, wie das folgende Foto zeigt:

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Profile Design UCM Aerobridge, leicht geschnitzt und auf im Winkel zusammenstehende Extensions montiert.

Da brauche ich jetzt noch eine passende Schelle, an der dann jetzt erst mal nur die Lupine Neo befestigt wird. In die Enden der Extensions werden dann SRAM etap Clics eingesetzt (offensichtlich muss dafür noch die Shimano Ultegra entfernt werden) und dann kommt noch Lenkerband um den Griffbereich. Das wäre dann v0.3 bzw. hoffentlich V 1.0. :)

Und das Weatherproof RideCase von ToPeak.

Wahooligan