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Rapha ist einfach nichts für mich

Rapha und ich, wir sind einfach nicht für einander geschaffen. Bzw. bei allem coolen Style, der mir in der Fotografie und in der Präsentation von Rapha sehr gefällt, halten – nun zum wiederholten Male getestet – ihre Produkte nicht das ein, was ich an Anspruch an Rennrad-tauglichem Schnitt und an Performance-Fit aus dieser Präsentation ableite und mir persönlich erwarte. Und auch bei anderen Marken besser umgesetzt finde. Your Milage may vary.

Immerhin passen die Kragenschnitte jetzt besser als damals bei meinem ersten Test eines Langarm-Jerseys.

Was habe ich getestet?

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Ein Haufen Rapha (Core-Jersey, Brevet-Windblock-Jersey, Lightweight-Bibshorts)

Zunächst mal – wer bei Rapha etwas zum vollen Preis kauft, dem scheint auch nicht mehr zu helfen. Gefühlt (und im Frühjahr tatsächlich) alle zwei Wochen gibt es Rabatte von meist 20 %.

Zu jedem Frühjahrsklassiker: Sage den Sieger vorher und du kommst in die Lostrommel für einen schönen Gewinn. Allein für das mitmachen: Hier hast du deinen 20%-Gutschein. Nächste Woche das gleiche Spiel. Mitmach-Aktion hier, Umfrage da. Eigentlich eine schöne Sache. Da will ich mich auch gar nicht drüber beschweren; das trägt zur Rennrad-Kultur bei und ist für Rapha Image-Pflege. Ich frage mich nur, wie man mit dieser Frequenz an Rabatten die Kundschaft davon überzeugen will, die normalen Preise zu akzeptieren.

Nun ja, darum soll es gar nicht gehen. Preise sind relativ und so teuer ist Rapha gar nicht. Wenn es die Sachen Wert sind…

Es gab also wieder eine Rabattaktion und ich hatte schon so einige Teile auf dem Kieker, die für mich interessant erschienen und wo ich Rapha einfach nochmal testen wollte.
Schließlich statten sie nun seit 2013 das Team Sky aus und sind durch deren konsequenten Pro-Bedarf und die „Marginal Gains“-Strategie gezwungen, nicht nur schöne Schwarz-Weiss-Fotostrecken und Sportwool-Trikots mit Standard-Schnitt zu produzieren, sondern wirklich funktionale Bekleidung mit konsequenter Passform für Rennhaltung und Bedürfnisse des Pro-Pelotons (ob Klassikerwetter, ob Schnee am Pass oder Hitze) zu konzipieren. Und das kommt meinen Bedürfnissen sehr viel näher als Meriono oder Brevet-Chic. Ich fühle mich dann in einem Trikot wohl, wenn es sich schön an den Körper schmiegt, wenn es vor allem in Rennradhaltung nicht übermäßig Falten in Nacken, Schultern und Brustbereich wirft. Und wenn die Ärmel schön anliegen.

Das Redesign des Classic Jerseys dieses Jahr liest sich dann auch wie eine Kritik-Liste am ursprünglichen Jersey: Neues Merino-Mischgewebe, leichter und mit besserem Tragekomfort. Reduktion des Gewichtes. Schnitt und Passform optimiert.

Das schien für mich in die richtige Richtung zu weisen.

Aber das Classic Jersey hat mich gar nicht so interessiert. Vielmehr war es die Einführung der Core Linie und mit ihr des Core Jerseys. Nicht etwa, weil dies etwas preiswerter als das Classic-Jersey ist. Nein, weil es ein anderes, moderneres Material aufweist, schön auf Understatement getrimmt ist und weil Rapha schreibt, dass es perfekt auf die Sitzposition auf dem Rennrad angepasst sei und einen sicheren, körpernahen Sitz aufweise. Heureka!

Das wollte ich mal austesten.

Und zum Zweiten interessierte mich das Brevet-Windblock-Jersey. Der „Feind“ beim Rennradfahren ist einfach der Wind. Die Tage im Sommer, wo es einfach nur brüllend heiss ist, sind rar gesäht. Meist hat man doch durchwachsene Tage, wo es darum geht, nicht zu sehr zu schwitzen, aber auch nicht auszukühlen. Windschutz ist hier das A und O und ein guter, atmungsfähiger Stoff, der dennoch winddicht ist, ist eines der besten Dinge, die man auf dem Rad haben kann. Deshalb ist auch das Castelli Gabba eins der besten Trikots, die man haben kann.

Und das Dritte, was mich ansprach: kurze Kurze Hosen. Die meisten Bibshorts haben zu lange Beine, finde ich. Was ich schon immer gefordert und gewünscht habe, sind wählbare Beinlängen bei Bibshorts unabhängig von der eigentlichen Größe. Und Siehe und Staune: Rapha hat das dieses Jahr eingeführt! Super. Leider nicht für alle Modelle. Und für manche Modelle in die für mich falsche Richtung – also normal und extralang… Bäh! ;-)
Aber: die Lightweight Bibshorts wird von Rapha in normal und short angeboten. Das wollte ich sehen und testen.

Also: Meinen 20 % Rabatt-Code genutzt und mal eine dicke Bestellung über den Kanal geschickt: 2 x das Core-Jersey in S und M, 2 x das Windblock-Brevet-Jersey in S und M und einmal die Lightweight Bibshorts in M.

Das Core-Jersey:

Der Stoff des Core-Jerseys erscheint mir ganz angenehm. Recht schwer – in einem positiven, wertigen Sinn. Das mag auf dem Rad je nach Witterung ganz angenehm sein. Kann aber im Resultat einfach nur schwerer als ein gewohntes Race-Jersey sein. Die Nähte sind sauber und aufwendig gefertigt und das Trikot weisst schöne Details auf. Auch der Kragen ist fein gearbeitet.

In der Summe her ist das Core-Jersey aber doch nicht so ganz so meins. Für mich finde ich die Größe M an den Ärmeln bisschen zu lummelig (Meckern auf hohem Niveau), den Brustbereich ok aber insgesamt einen Ticken zu weit. Mir würde die Größe S deutlich besser passen. Da liegt alles gut an und trotzdem ist der Kragen nicht zu eng (so eben). Leider, leider und für mich sehr unverständlich: Das Trikot ist in S ist viel zu kurz! Das fällt noch kürzer aus als die eh schon notorisch im Körper kurzen Castelli Trikots. Und das will was heissen.

Ist also nichts für mich! War aber noch das beste der getesteten Produkte und wie beschrieben, von der Qualität eigentlich recht ansprechend.

Das Brevet-Windblock-Jersey:

Mit seinen Pink und Reflex-Streifen über Brust und Rücken ein klassisches Rapha-Design aufweisend wird es als so ziemlich eines der ultimativsten Teile für Brevets oder einfach nur Radfahren beworben. Aber…. puh… das erste Berühren und in der Hand halten… Es gab und gibt wenige Trikots, die mir sofort so gar nicht gefallen haben, wie dieses.

Der Stoff des Brevet-Jerseys… Uhh, den finde ich jetzt nicht so toll. Ich kann nichts über das Tragegefühl auf dem Rad oder nach x-hundert Kilometern sagen. Er erinnert mich von der Haptik aber eher an alte, fast schon reiss-bereite und vom jahrelangen Tragen fadenscheinige Hemden als an irgend etwas tolles, Kuscheliges, oder Leichtes oder Funktionales. Wirklich eher Lidl-Grabbelkiste als Boutique-Ware. Sorry, wenn ich meinen Eindruck so drastisch formulieren muss. Das muss nicht jedem so ergehen.

Der Kragen des Jerseys in Größe S liegt gut an – in Größe M ist er mir schon ein Ticken zu weit und steht auch durch die steifere Vorderpartie mit dem Windschutz etwas ungeschmeidig ab. Nein – das ist absolut nichts für mich.

Die Lightweight Bibshorts:

Vorweg: die Beinlänge der „short“ Version finde ich für mich sehr angenehm. Das ist genau die richtige Länge für mich mit meiner 81er Schrittlänge. Aber was leider sofort auffällt und sehr stört: der deutliche Unterschied zwischen Beinabschluss und eigentlichem Stoff der Hose. Der eigentliche Stoff ist sehr weich und dehnfähig. Fast schon übertrieben so. Ich weiss nicht, wie sich allein dies beim Fahren bemerkbar machen würde. Der Beinabschlussbund ist im Vergleich sehr fest und eng und kaum dehnbar. So schneidet er merklich und störend in meine Oberschenkelmuskeln. Nein, das passt gar nicht. So lohnt sich nicht mal ein Testsitzen auf dem auf der Rolle montierten Rad, um zu schauen, wie das Polster so ist.

Das Ergebnis des Tests ernüchtert. Drei Produkte getestet, drei mal glorios daneben gegriffen. Das Core-Jersey bekommt von mir da noch die beste Wertung und sogar eine Empfehlung, sofern ihr eine Größe benötigt, die nicht all zu sehr auf Racefit ausgelegt ist. Sollte letzteres allerdings der Fall sein und ihr ein enganliegendes Jersey bevorzugen, wird es euch wahrscheinlich auch zu kurz sein.

Tja, ich habe sofort alles wieder eingetütet und es ist wieder auf dem Weg nach England. Bei Rapha bleibe ich lieber beim gelegentlichen Vorbeischauen auf einen Schnack und einen Espresso am Rapha Mobile Club. Und wenn es sich ergibt, mache ich auch gerne bei einem Gentlemens Race oder ähnlichen Event mit. Das geht ja auch hervorragend in Castelli-Sachen. Oder Assos. Oder Sportful. Oder oder… :)

11 Kommentare

  1. Hallo Thorsten,
    voller Erwartung wurden von mir gestern das Rapha Wiggins Replica Jersey in XL (100€) und die Rapha Pro Team Winter Tights von 250€ auf 175€ reduziert ebenfalls in XL. Von der Grösse her lag man zwar richtig, jedoch fand ich das Polster der Hose allenfalls midi ,sehr hart und kein Vergleich zu Assos. Die Hose sollte für den Winter ohne Radunterwäsche (scheuern etc) mal eine endgültige Anschaffung und kein weiterer Kompromiss sein. Das Trikot ist wie von Dir beschrieben, an der Taille wie eingelaufen,sitzt nicht wirklich an, am Bauch zu weit, an Brust und Schulter sitzt es aber wirft Falten.Eine Nummer kleiner oder grösser käme also auch nicht in Frage. Also gefällt gar nicht, geht gar nicht. Der telefonische Kundensupport war nicht besetzt,eine E-Mailanfrage blieb unbeantwortet.So wurde alles wieder eingetütet und zurück versendet.
    Deinem Erfahrungsbericht ist ergo nichts hinzu zu fügen. Schön zu sehen dass man das nicht als Einziger so sieht.

  2. Hi Torsten,

    war schön per Google was zu dem Thema zu finden, das von dir geschrieben wurde :-) Ich befasse mich seit Sommer 2020 mit den Produkten von Rapha. Bisher verbindet uns eine ausschließliche Hassliebe. Allerdings aus einer anderem Blickwinkel wie in deinem Fall.

    Zu Beginn wurde ich mit einem Langarm Pro Jersey aus Merinowolle schnell zufriedengestellt, was sich allerdings Stand heute als Glücksgriff herausstellte ;-)

    Danach lief der Kauf(entscheidungs)prozess nur noch so: „Ah, es gibt neue interessante Klamotten, dann schauen wir doch mal… hm, schade… leider alles schon ausverkauft. Aber immerhin kann ich mich benachrichtigen lassen!“

    Ich würde meinen Farbgeschmack für das mal als Mainstream einschätzen. Was ich bei Rapha seit einigen Monaten beobachte und nicht verstehe: Kleidung, die normale Farben aufweist, ist meist gefühlt sofort weg und kommt lange Zeit nicht wieder. Normale Farben sind für mich alle fernab von pink, orange, Kuhfleckenmuster, etc. Dafür gibt es die „Clownskostüme“ (sorry, wenn ich das so schreibe) in allen Größen und immer. Nun habe ich bei Rapha zwei Produktpaletten-Wechsel (Sommer-Winter-Sommer) mitbekommen und frage mich: Merkt Rapha das nicht? Warum gibt’s von den geilen Teilen so wenige?

    Was mir bei Rapha noch missfällt: Fehlende hard facts! Rapha erzählt zu jedem Artikel eine wirklich wunderschöne Story und liefert Bilder die Bock aufs Fahren machen. Aber hinsichtlich (Detail)Fotos ist es mir zu wenig. Ein bisschen mehr als einen schwitzenden Fahrer vor Bergpanorama mit offener Jacke hätte ich schon gerne. Oder auch die kürzliche Winterstory: Tolle Bilder und eine inspirierende Story! Aber dass man mal aufzählt was die Fahrer genau trugen und welche Körpermaße sie haben – Fehlanzeige. Mir helfen die gebotenen Infos nicht bei der Kaufentscheidung.

    Was ich auch vermisse, ist z. B. eine grundsätzliche Erklärung der Unterschiede der Serien, also: Pro, Classic, Core, Brevet. Ein paar Eigenschaften kann ich mir ableiten, aber es bleibt unterm Strich ein Wirrwarr. Letztlich habe ich mich nun auf die Brevet Serie konzentriert und versuche primär dort fündig zu werden. Dann gibts bei den Serien auch noch den Größenunterschied. So kann ich nicht einfach die Größe von einer Serie zur anderen mitnehmen und erwarten, dass sie auch noch gleich gut sitzt.

    Ja, auch das Thema Temperaturempfinden hängt von der eigenen Person ab und im Winter hätte ich es gerne warm an den Beinen. So landete diesen Winter bei einer Mega-Bestellung aller Top-Winterhosen (Fokus: Wärmen!) in verschiedenen Größen. Leider musste ich trotz der tollen Stories zum jeweiligen Produkt feststellen, dass selbst die beste Rapha-Winterhose nicht wärmer war als meine Mittelklasse von Assos – und dabei ist das Sitzpolster noch nicht einbezogen. Und so ende ich beim Thema Hosen (sei es kurz oder lang) doch immer wieder bei Assos.

    Beim Support kann ich dem Kommentar von Tornado Tom fast vollständig beipflichten: Mail-Erreichbarkeit war ein Graus. Nach Wochen kam dann eine Rückmeldung. Und so nutze ich dann meist den Chat. Aber auch hier läuft die Lotterie. Denn dort konnte ich schon die komplette Bandbreite an Mitarbeitern erleben. So ist der/die Eine ein begeisterter Radsportler, der auch wirklich persönliche Tipps zur Kleidung gibt, was mir oft weiterhilft. Vor einigen Tagen wurde dann aber auch von einer Mitarbeiterin beraten, die letztlich die „Stories“ der Webiste in den Chat zitierte. Schade.

    Was mich aber doch immer wieder zu Rapha treibt, sind die leichten und kompakten Produkte, die ich fürs Bikepacking bevorzuge – wenn sie verfügbar sind.

    Viele Grüße
    Daniel

    1. Hallo Daniel,

      oh wow, dass ist mal ein langer Kommentar! Vielen Dank für deine umfangreiche Erfahrungsschilderung.

      Tja, Rapha… Seit dem Erstellungszeitpunkt des obigen Artikels ist ja einige Zeit ins Land gegangen. Und auch Rapha hat mittlerweile ein paar Strategieanpassungen erfahren bzw. wurde verkauft (aber wird nach wie vor von Simon Mottram geführt).

      Der sprichwörtliche ständige „Sale“ von Rapha, der eine Zeitlang ja wirklich fast schon lächerlich war (gefühlt alle 14 Tage und wer Rapha zum normalen Preis kaufte, den musste man ja fast schon wirklich und ohne jeden Sarkasmus als „Rapha-Opfer“ bezeichnen.

      Diese Zeiten sind seit einiger Zeit um. Rapha musste sich für die Investoren hübsch machen und lief mit seiner Politik auch in erhebliche Cashflow-Probleme. In der Folge wurden auch viele Rapha-Clubhouses rund um die Welt dicht gemacht.

      Aber was du sagst, trifft immer noch zu. Wenn mal Sale ist, dann sind es „natürlich“ immer nur die komischen Produkte, die man eigentlich nicht braucht. Und die anderen (klar: die, die sich sowieso gut verkaufen) kommen entweder gar nicht oder spät in den Sale. Und sind dann nur in ungebräuchlichen Größen oder nicht so gängigen Farben verfügbar. Eigentlich kann man da Rapha auch keinen Vorwurf machen. So sollte ein wirtschaftlich gesunder Schlussverkauf ja auch aussehen: nämlich das Lager von Dingen räumen, die sich bis dato als „Ladenhüter“ erwiesen haben.

      Der Rest mit der Beratung und den Detail-Informationen zu den Produkten – den sollte man natürlich verbessern. Ich selber kann das gar nicht so bestätigen, denn ich finde sowieso wenig bei Rapha für mich (das hat sich also nach wie vor nicht geändert).

      Wobei – sie sind doch besser geworden. Aber dennoch finde ich, wenn mich was interessiert oder ich das Konzept gut finde (z.B. eine sehr leichte, aber doch gefütterte Weste auf Basis von Polartec Alpha) dann im Zweifelsfall ein mir noch besser gefallendes Produkt eines anderen Herstellers – in diesem Beispiel von Endura.

      Das einzige Teil, was ich durchaus oft benutze und gut finde, ist deren Classic II Bibshorts.

  3. Schöner Bericht! Ich kann Rapha ebenfalls nichts anfangen. Rapha ist für mich das Louis Vuitton für Radsportler und wirkt auf mich einfach versnobt. Deshalb kommt mir sowas schon mal nicht in den Kleiderschrank ;) Die Farben sagen mir ebenfalls nicht wirklich zu. Ich treibe es gerne bunt, Rapha hat aber viel Klamotten in „Holzfälleroptik“.

    1. Hi Paddi, danke für deinen Kommentar. Hah, tja, Rapha sind in der Tat ziemlich zwiespältig zu bewerten. Ob man will oder nicht, mit dem Kram sendet man gewisse Botschaften. Und die geht leider mehr in Richtung kompromisslose Rapha-Bitch (ich kenne diverse Leute, die so ziemlich alles kaufen, was die herausbringen. Egal ob sie schon mehr als genug Jerseys haben). Ich will den Leuten nicht absprechen, dass sie den Style überwiegend mögen (die haben ja in der Tat ein paar schön gestaltete Artikel), kann mir aber nicht vorstellen, dass viele mit den meisten Teilen hinsichtlich Funktion und Passform gleichzeitig klarkommen. Ja – Rapha hat mittlerweile genügend Erfahrung im Pro-Peloton gesammelt, dass es ein Wunder wäre, wenn ein paar Teile nicht wirklich gut wären. Es ist aber irre, wie unterschiedlich bei Rapha Schnitt, Passform, Nahtführung und auch Material-Anmutung und -Eignung für den gedachten Einsatzzweck ausfallen.

  4. Hallo noch mal,

    ich mag es mir nicht nehmen lassen und hier wieder reagieren, weil die Diskussions-Threads um Rapha im Internet sehr dünn gesät sind. Ein bisschen Story und Erfahrung habe ich zu Rapha noch ;-)

    Aufgrund der übermäßigen Auswahl und des legeren Schnitts habe ich mich irgendwann an der Brevet-Serie versucht. Bisheute finde ich keine Jerseys, die mir optisch so zusagen wie die von R. Na gut, also bestellte ich mir über die letzten Monate aus dieser Serie noch das Brevet Jersey aus recyceltem Material, die Flyweight Wind Jacket, das Windblock Longsleeve Jersey, die Explore Gloves und die Pro Gloves für den Winter.

    Longsleeve Windblock: Bisher 2x getragen, funktioniert gut und ich habe mich gefreut, dass es keine Probleme damit zu geben scheint.

    Flyweight Jacket: Wird von Rapha als superleicht und atmungsaktiv beschrieben. Letzteres hatte ich im Vorfeld noch angefragt. Aber: Forget it! Superleicht, ja und der Wind wird auch abgehalten. Aber die Plastiktüte ist absolut nicht atmungsaktiv. Ich trug während einer Frühlingsausfahrt noch eine Rapha-Jacke drunter und beim Ausziehen der Windjacke konnte ich überall Tropfen auf dem Material der darunterliegenden Jacke sehen. Danke, aber für 150 € ging das Ding wieder zurück.

    Brevet Jersey: Echt toller erster Eindruck. Ich hatte bisher nie ein Jersey und war voller Freude diese Klamotte entdeckt zu haben ;-) Nach 2-3 ordnungsgemäßen Wäschen jedoch: Pilling! Das schränkt nicht die Funktion zwar nicht ein, aber hey… es ist hässlich. 155€-hässlich. Das habe ich dann bei Rapha mal angefragt und ohne Murren kam ein Gutschein über den kompletten Betrag („Vertrauen in unser Material…“) und keine Rücksendung des gepillten Jerseys. Jetzt könnte man meinen, dass das ja mal eine coole Aktion ist. Aber nachdem ein Freund mit einer 230 € Bib die gleiche Reklamationsbehandlung erfuhr, löst das zumindest bei mir(!) kein Gefühl von Qualität aus. Ja, vielleicht täusche ich mich gewaltig und tue Rapha damit Unrecht, aber wenn man einfach mal so schnell ein weiteres extrem hochpreisiges Kleidungsstück kostenlos bekommt, drückt das für mich kein Wertbewusstsein aus. Bei der Bestellung des Brevet Jerseys muss man auch ein wenig aufpassen. Denn es gibt eines, das anteilig aus Merinowolle gefertigt wird und das andere (recycelte) besteht aus „Wolle“ und anderen Materialien, der Preis ist der gleiche. Letzteres habe ich aus Versehen bestellt, denn eigentlich wollte ich das Merino-Teil. Na gut, im Fließtext der Beschreibung hätte ich dann lesen können, dass es ein „Brevet Jersey“ und ein „Brevet Jersey II“ gibt. Eigene Schuld, würde ich sagen, ganz klar.

    Die beiden Gloves: Die Pro Gloves nutzte ich über den Winter und bei kälteren Temperaturen. Die Explore Gloves trage ich bei wärmeren Temperaturen. Beide plagt das gleiche Problem: Eine Naht öffnet sich bzw. beginnt sich zu öffnen. Die Pro Gloves werde ich demnächst mal zur Reparatur schicken und bei den Explore Gloves warte ich ab, ob sich der abstehende Faden zu mehr entwickelt.

    Ein weiteres Thema sind Bewertungen: Ich wollte bei Rapha mal ein paar Sachen bewerten und meine Erfahrungen mitteilen, welche sich durchaus auch mit anderen Bewertungen decken. Auf Anfrage sagte man mir, dass man bei Rapha für Bewertungen ausgewählt wird und auch nur dann bewerten kann. Ich stelle jetzt einfach mal in Frage, ob Rapha bei diesem System wirklich jede kritische Bewertung bis auf die Seite durchkommen lässt, sodass sie vom Endkunden gelesen werden können ;-) Für mich passt der ganze Hype den die Marke verbreitet und die super Bewertungen leider nicht zu den Erfahrungen die ich mit der Marke sammeln konnte.

  5. Moin und hier das Update zur oben erwähnten Retoure meiner Pro Gloves: Ich sollte ein paar Bilder einschicken und was kam zurück? Ein Gutschein über 85 €. Toll! Nun habe ich über 250€ an Rapha Gutscheinen und weiß nichts damit anzufangen, weil ich dort eigentlich nichts mehr kaufen/ersetzen lassen will. Die Handschuhe sind auch noch nicht repariert ;-)

    1. Interessant – bekommst du dann denn irgendwann auch die reparierten Handschuhe zurück? Weil, sonst wär’s mit der Nachhaltigkeit und dem beworbenen Reparaturservice nicht weit her.

      Frage mich gerade, ob es einen Markt für Rapha Gutscheine gibt. Sind die personalisiert? Wenn nicht, kannst du die doch sicher irgend jemand weiterverkaufen.

  6. Hallo Thorsten,

    das ist ja der Gag: Ich musste bisher keines der defekten Kleidungsstücke zurückschicken. Den Gutschein gab es trotzdem.

    Ich hab jetzt nicht noch mal explizit nach einer Reparatur gefragt. Aber es wurde von vornherein keine angeboten. Ich soll mir für 85 € den Artikel erneut bestellen. Werde ich wohl eher nicht machen. Ich suche mal einen örtlichen Schneider auf oder so.

    Btw. Keine Ahnung was du mit Nachhaltigkeit in Bezug auf Rapha meinst ;-) Mach dir hier mal die Mühe und schau nach, wie viele Kleidungsstücke nicht repariert werden: https://www.rapha.cc/de/de/repair-service. Ich spoiler schon mal: „Alle Baselayer, T-Shirts, Poloshirts, Hemden, Merino-Sweatshirts, Track Top sowie Hooded Top, Merino Roll Necks, Merino Boxers, Merino-Arm-/Knie-/Beinlinge, Socken, Übersocken, Überschuhe, Merino-Handschuhe, Mützen, Halstücher, Kragen/Schlauchtücher, Rucksackhüllen, Gürtel, Trinkflaschen, Brillen und Essentials Cases.“

    Die Gutscheine sind nicht personalisiert, sie sind lediglich ein Jahr gültig. Ich befürchte fast, dass ich mir dann irgendwas (wortwörtlich) bestelle nur um die 230 € weg zu bekommen. vielleicht zehn Paar Socken oder so %-)

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