Schöne Erinnerung: eine markante Medaille!

Zu Besuch bei der alten Dame: La Doyenne! Lüttich-Bastogne-Lüttich per Spoocha-Group-Ride

Rad fahren

Letzten Samstag bin ich relativ kurz entschlossen nochmal nach Belgien gefahren. Genauer, nach Lüttich. Das ist von Wuppertal aus – gerade an einem Samstag morgen – in schnellen 1 h 40 Min zu erreichen.

Was wollte ich da? Hauptsächlich eine interessante Ausfahrt mit einigen Spoocha-Radsportkollegen machen. Daneben wollte ich auch ein weiteres Kreuz in meiner Liste „Muss man als Rennradfahrer mal gemacht haben“ eintragen: Eines der 5 Monumente des Radsportes besuchen und selbst fahren. Hier:

Hier und heute: Lüttich–Bastogne–Lüttich (französisch Liège–Bastogne–Liège).

Das älteste noch ausgetragene Eintagesrennen – dieses Jahr fand die 101. Austragung statt. Und deshalb wird es auch „La Doyenne“ (französisch Die Älteste) genannt. Ein weiteres der 5 Monumente hatte ich Anfang April schon besucht: Die Flandern-Rundfahrt.

Kurz vor dem Gipfelpunkt der Côte de La Redoute (Foto: Sportograf)

Kurz vor dem Gipfelpunkt der Côte de La Redoute (Foto: Sportograf)

Wir wählten die 157 km Runde der Liège–Bastogne–Liège Challenge. Also die mittlere Runde. Der Vorteil: die Startzeit lief von 06:30 bis 09:30 Uhr, wohingegen man für die lange 273 km Strecke längstens bis 07:30 Uhr starten muss. Mit An- und Abfahrt am selben Tag nicht unbedingt erstrebenswert.

Aber auch die mittlere Runde hat gereicht, um für mich die längste Strecke bisher dieses Jahr gewesen zu sein. Was aber auch daran liegt, dass einfach nur lange Strecke überhaupt nicht zu meinem zielführendem Training im Winter und Frühjahr zählt.

Längste Strecke dieses Jahr, aber nur die zweithöchste TSS. Dafür aber eine neue Bestleistung zwischen 6 und 9 Minuten gesetzt.

Mein Eindruck vom Event und von der Strecke:

Insgesamt eine schön kupierte Strecke. Gefällt mir vom Höhenprofil sehr gut. Mittellange, mittlere Gradienten die man sehr gut hochfahren kann. Wie z.B. die L’Ancienne Barrière mit 4800 m Länge, 228 m Anstieg und im Mittel 4,7 % Steigung.

Lange, gleichmäßige Abfahrten, die im trockenen sicher richtig Spaß bringen.

Entspannte Abfahrt nach der Côte de la Roche-aux-Faucons (Foto: Sportograf)

Entspannte Abfahrt nach der Côte de la Roche-aux-Faucons (Foto: Sportograf)

Dazu natürlich die etwas steileren „Hübbel“, die dann allesamt extra gezeitet waren:

Col du Rosier, Côte de La Redoute, Côte de la Roche-aux-Faucons und Côte de Saint-Nicolas.

Der Tag (vorwiegend) im Regen und durch wenig charmante Vororte von Liège

Es dauerte anfangs etwas, bis wir endlich „richtig“ loskamen. Bis wir am Start alle fertig beisammen waren (immerhin fanden Spoochas vom Ruhrgebiet bis zur Pfalz zusammen), war’s viertel vor 10. Dann ging’s durch’s wenig reizvolle Lüttich wo nach 6 km Klaus zwei Platten hintereinander hatte. So dauerte es 50 Minuten, bis wir die ersten 8,4 Kilometer zurückgelegt hatten und das Schild des „offiziellen“ Starts der Route passierten das gleichzeitig den ersten Anstieg einläutete.

Am Start - also, noch nicht so richtig. Ich bin nur nochmal zum Auto gefahren, um eine Baselayer-Lage auszuziehen. (Foto: Sportograf)

Am Start – also, noch nicht so richtig. Ich bin nur nochmal zum Auto gefahren, um eine Baselayer-Lage auszuziehen. (Foto: Sportograf)

Vom ersten Frühstück zu Beginn meiner Autofahrt nach Lüttich hatte ich jetzt schon fast wieder Hunger. Die erste (von insgesamt 3) Verpflegungsstationen folgte aber erst bei Kilometer 42 (bis dahin sollte es dann 12:00 Uhr sein). Also gab’s da quasi „Mittach“. Die waren da auch schon wieder am abbauen – es gab aber noch alles. Sooo viel war das jetzt auch nicht. Aber adäquat mit Orangenvierteln, dicken Rosinen, belgischen Waffeln, Riegeln, Lebkuchenbrot, Salzstangen und Isogetränk.

Alles schön garniert mit Dauerregen, der uns von Anfang an erst schwach, dann penetrant stärker begleitete und erst so gegen km 90 durch war. Ab km 115 nach der La Redoute wurde es sogar ein bisschen sonnig! :)

Alles ganz Easy auf der La Redoute ;-)  (Foto: Sportograf)

Alles ganz Easy auf der La Redoute ;-) (Foto: Sportograf)

An der ersten Verpflegungsstation entschied Klaus auch, dass er umkehren wollte. Ungern liessen wir ihn ziehen. Aber ich war auch etwas erleichtert – bei diesen Bedingungen mit dem momentan doch noch starken Leistungsunterschied in der Gruppe hantieren zu müssen, wäre nicht einfach gewesen.

Auch so war das stete Auf und Ab in den Abfahrten und den wenigen eher flachen Stücken davon geprägt, nicht Volldampf zu fahren, sondern locker zu pedalieren, um allen wieder ein Aufschließen zu ermöglichen. Bei steileren Anstiegen haben wir auch immer oben gewartet. Das hatte sich auch schon bei der Flandernrundfahrt so bewährt. :)

Vor blühenden Büschen auf steiler Côte de La Redoute (Foto: Sportograf)

Vor blühenden Büschen auf steiler Côte de La Redoute (Foto: Sportograf)

Landschaftlich… naja, es ging rauf und runter – das kann man auch in der Elfringhauser Schweiz bzw. eher so im Sauerland haben. Im Vergleich zur Flandern-Rundfahrt waren wir hier auch auf größeren und deutlich stärker befahrenen Straßen unterwegs. Viel Verkehr, nicht abgesperrt, am Anfang und am Ende durch wenig charmante Ecken von Lüttich, dazwischen durch Gegenden und über Straßen, die sich wie gesagt so auch im Bergischen oder im Sauerland finden lassen.

Das und das morgendliche Einschreiben am Start ließ in mir das typische RTF-Gefühl aufkommen. Und überhaupt nicht das ehrfurchtsvolle „Ooooh, du fährst auf geheiligtem Klassikerboden des ältesten Eintages-Rennden der Welt“. Was ich schon ein bisschen Schade fand.

Das erste mal „Oh, wirklich schön hier“ fand ich glaube ich ab Kilometer 62 bei Trois-Ponts. Wo dann Fluss, Landschaft und hübsche Gebäude ein gewisses Flair vermittelten. Danach gab’s dann auch mal weite Blicke, die nicht durch Regen in der Luft in der Sichtweite begrenzt waren und die es so im Rothaargebirge nicht gibt.

Alles Geben auf der Côte de la Roche-aux-Faucons (Foto: Sportograf)

Alles Geben auf der Côte de la Roche-aux-Faucons (Foto: Sportograf)

Es folgten dann auch die härteren Anstiege. Entlang der La Redoute parkten schon die Campingbusse für das Profirennen am folgenden Sonntag. D.h. da gab’s dann auch etwas Publikum.

Insgesamt dann doch dank der Spoocha-Jungs ein schönes Event! :)

Schöne Erinnerung: eine markante Medaille!

Schöne Erinnerung: eine markante Medaille!

Distanz: 156,4 km, Höhenmeter: 2303 m, Zeit: 8 h 03 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 23,9 km/h, Durchschnitts-HF: 122

auf Strava:

Strava_20150425

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