On the snowy road

Ice Road Truckin‘

Rad fahren

Den Titel dürft ihr wörtlich nehmen…

Nahezu alle meine Quadrat-Formate sind Panoramen. Meist 2 oder 3 Hoch- oder Querformataufnahmen über- oder nebeneinander.

Nahezu alle meine Quadrat-Formate sind Panoramen. Meist 2 oder 3 Hoch- oder Querformataufnahmen über- oder nebeneinander.

Es ist Sonntag, der 28.12.2014 und das Wittgensteiner Land ist von frischem Schnee bedeckt. Den gab es gestern, zusammen mit einges an Wind und zwar den ganzen Tag lang.

Toll ist: die Sonne scheint. Nicht ganz so toll ist: es ist ka ka kaa kaaaaaaaalllt. Also so richtig. Aber egal – seit langem mal wieder Koinzidenz von blauem Himmel, Sonne und Wochenende bzw. überhaupt Zeit für eine längere Tour bei Tageslicht.

Darauf hatte ich mich schon über die Weihnachtstage gefreut und auch schon die eine oder andere Tour auf dem Garmin geladen. Eigentlich stand auch noch der Dezember-GranFondo (mindestens 130 km fahren) für die komplette Jahresserie an. Nicht nur wegen der Minustemperaturen, sondern auch der kurzen Tageslichtstunden jetzt zum Ende Dezember eine Herausforderung.

Aber nicht nur deswegen. Endlich passend für die Temperaturen eingepackt mit meinem Giant TCX Advanced Pro 1 draußen stehend stellte ich fest: Oh – Schnee: check. Sonne: check. Freie Straßen…. ähh – Hmm, kein check. Na Mensch – hier im Wittgensteiner Land ist man Schnee gewohnt und der Straßendienst ist für gewöhnlich auf Zack. Aber bei den tiefen Temperaturen und dem Wochenende war’s wohl nicht für alle Straßen möglich, diese komplett frei zu räumen. Und auch auf Hauptstraßen war noch einiges an Schnee. Je nach Lage und Höhe entweder als trockene Schneematschreste, als komplett festgefahrene Schneedecke oder als komplett hartgefrorene, eisige Waschbrettpiste…

Das ahnte ich an diesem sonnigen frühen Mittag in der Ortsmitte Erndtebrück noch nicht. Hier sah ich nur: Ok, kleine Nebenstraßen oder z.B. eine Tour zur Eisenstraße lass‘ ich lieber und halte mich an Hauptverkehrsstrecken wie die B62. Gute Wahl. Und Los geht’s.

Hoch von Altenteich nach Lützel. Wunderbar. Die Straße hier komplett frei. Und schöne Aussichten.

Richtung Lützel. Zur Linken die Eisenbahnstrecke von Erndtebrück nach Lützel und weiter Hilchenbach und zur Rechten die B 62.

Richtung Lützel. Zur Linken die Eisenbahnstrecke von Erndtebrück nach Lützel und weiter Hilchenbach und zur Rechten die B 62.

Übrigens gibt es seit kurzem neue Triebwagen hier. Die Hessische Landesbahn hat teilweise den Betrieb im Ländchen übernommen. Komische gelbe und grüne Wagen setzt diese ein. Naja – ich finde die klassischen Roten der DB schöner.

Bahnverkehr

Bahnverkehr

Hinter Lützel beginnt die Abfahrt hinunter nach Afholderbach. Aufgrund der Straßenbedingungen waren aber alle Abfahrten sehr, sehr langsam zu befahren…

Wieder „im Flachen“ kann ich das lockere Pedalieren in der Wintersonne durch Netphen, Deuz und bis nach Hainchen genießen. In Hainchen dann der Vorgeschmack auf den Rest der Tour: der Anstieg durch den Ort hoch zur Haincher Höhe ist schon in Hainchen selbst komplett mit trockenem Schneematsch auf festem Schneeuntergrund versehen. Aber aufwärts geht das doch recht gut. Wie gesagt, abwärts ist es eher doof.

Ganz oben und im sonnigen Bereich ist die Straße weitestgehend frei.

An der Haincher Höhe. Noch zwei Kurven, dann ist die Kuppe erreicht und eine lange (heute mit Schneematschgries und Schnee) und nicht zu steile Abfahrt ins Hessen wartet.

An der Haincher Höhe. Noch zwei Kurven, dann ist die Kuppe erreicht und eine lange (heute mit Schneematschgries und Schnee) und nicht zu steile Abfahrt ins Hessen wartet.

Das ist meine Standard-Fotostelle an der Haincher Höhe. Hier öffnet sich ein schöner Blick zurück ins Tal und auf die Westrothaarhöhen:

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 vor der Aussicht über Hainchen und das Siegerland

Mein Giant TCX Advanced Pro 1 vor der Aussicht über Hainchen, Irmgarteichen und das Siegerland

Am fehlenden Salz kann es nicht liegen, dass die Straßen nicht komplett frei sind:

Salzcockpit.

Salzcockpit.

Dafür hält sich der Schnee am Unterrohr in Grenzen. Aber das Daytona-Blau und vor allem auch das Orange des Lenkerbands machen sich fantastisch gegen den strahlend blauen Himmel, findet ihr nicht? ;-)

Looking up!

Looking up!

Die Füße wollten nun trotz zwei Paar Socken in den extra groß gekauften Rose-Winterschuhen kalt werden. Der Foto- und Riegelstop hatte diese kleine Malaise wieder behoben.

Die kurz darauf folgende, durch die Straßenbedingungen sehr lange (lese: langsame) Abfahrt hinunter Richtung Rittershausen ließen mich aber wieder gut auskühlen. Ich war froh, als ich unten wieder antreten konnte. Trotzdem, so langsam werden die Zehen eisig. In Mandeln halte ich an einer Bushaltestelle an und ziehe mitgebrachte Fußwärmer aus der Rückentasche. Reisse die Packung auf und warte extra eine ganze Weile, dass der Luftsauerstoff schon mal die Wärmereaktion gut starten kann. So richtig warm werden die Dinger jedoch nicht. Unter die Fußballen auf die Socken geklebt, ist es anfangs jedoch schon eine Hilfe. Weiter geht’s.

Die Straße wird mal wieder richtig weiss. So lange es flach oder aufwärts dahin geht, finde ich das ja ganz prima und es macht Laune.

Schnee am Rad und auf dem Boden und Salz an der Front.

Schnee am Rad und auf dem Boden und Salz an der Front.

Und es sieht auch toll aus. :)

Verschneite Straße zwischen Mandeln und Fischelbach.

Verschneite Straße zwischen Mandeln und Fischelbach.

Vorderrad mit Aussicht.

Vorderrad mit Aussicht.

Es folgt die Abfahrt nach Fischelbach und die Fahrt über Banfe nach Laasphe. Normalerweise, da konstant sanft abfallend, eine Highspeed-Roller-Strecke. Nicht so heute über die trügerischen Schneereste. Dennoch komme ich gut voran. Natürlich kein Vergleich zu trockenen Bedingungen. Trotz viel Spaß kann ich mir heute eine GranFondo-Distanz längst abschminken.

Mittlerweile sind die Füße wieder richtig kalt und ich sehne schon die Tankstelle am Ortsausgang von Bad Laasphe herbei. Ahhh, aufwärmen bei einem Kaffee und einem Nuss-Nougat-Hörnchen. :)

Vernünftig wäre danach gewesen, wieder durch Laasphe zurück und Richtung Saßmannshausen hoch zur Leimstruther Höhe und Heim zu fahren. Dann wäre ich wohl auch noch im Hellen daheim gewesen.

So frisch aufgewärmt denke ich mir aber – ach, mal gucken, wieviel Kilometer ich noch zusammenbekomme. Vielleicht doch noch Richtung Wallau und dahinter dann über die Sackpfeife von der Lahn hinüber zur Eder? Ich wusste, es war keine wirklich gute Idee – aber hab’s trotzdem gemacht. ;-)

Das Sonnenlicht auf den Hängen im Anstieg zur Sackpfeife war schon so verdächtig rötlich… Bald würde die Sonne untergehen. Naja, bergauf lief es gut. Bergab ging es auch relativ gut – langsam und vorsichtig halt. Wie heute schon gewohnt.

Richtig prekär wurde es dann leider von Eifa an. Hier musste ich von der Bundesstraße hinunter und auf die Landstraße, die mich zur Strecke von Holzhausen nach Hatzfeld und weiter der Eder aufwärts irgendwan schließlich nach Arfeld und über Dotzlar dann auf die B480 bei Raumland bringen würde.

Was fand ich vor? Dick gefrorene Waschbrettpiste ohne jedes Fitzelchen Asphalt. Und glatt. Bei gleichzeitig gaaaanz leicht abfallender Straße… Oh mann, Gleichgewicht halten, das Vorderrad die Spur halten bzw. suchen lassen. Zum Schluss mit einem Bein auf dem Eis quasi als Dreibein bis zum Abzweig gerutscht.

Hier muss doch die Straße wieder freier….  Argh! Shit…. Nein. Ist sie nicht. Immerhin geht es jetzt ganz eben oder ganz ganz leicht aufwärts. Genug, um ständig pedalierend Zug auf der Kette halten zu können. Ich hatte den Eindruck, dass das Eis auch leicht griffiger war. Aber musste trotzdem immer den tiefesten Punkten der Spurrinnen folgen, damit das Gleichgewicht gewahrt blieb.

Bis hinter Arfeld hielt mich diese harte und unsichere Rüttelpiste auf Trab. Was solls, dachte ich. Licht ist da – einfach immer weiter. Einfach immer weiter. Schön konzentrieren, das Einschätzen der Piste im Leuchtenschein war auch nicht gerade leichter als im Tageslicht und die Temperaturen waren längst unter die Minus 10 Grad gefallen.

Faxen Dick. Kurze Pause zum Schnee wässern.

Faxen Dick. Kurze Pause zum Schnee wässern.

Aber wenn ich doch schon mal stehe. Kamera rausgeholt, Selbstauslöser und auf den Boden gestellt. Die Finger schon steif von der Kälte – aber ein bisschen Experimentieren lohnt immer:

Interessanter Nebenaspekt: Diese Bushaltestelle und Raststelle war schneefreier als die benachbarte Straße, die eine komplette Waschbrett-Piste aus hartgefahrenem Schnee-Eis war.

Interessanter Nebenaspekt: Diese Bushaltestelle und Raststelle war schneefreier als die benachbarte Straße, die eine komplette Waschbrett-Piste aus hartgefahrenem Schnee-Eis war.

Endlich: Ab Dotzlar bekamen meine Reifen dann wieder Asphalt ohne Schnee/Eis als Untergrund. Das Tempo konnte wieder etwas gesteigert werden und ab Raumland ging’s dann wieder den leichten Anstieg hoch zur Leimstruther Höhe. Ab da war ich dann fast zu Hause. In Erndtebrück angekommen wollte ich dann aber keinen Meter mehr weiter fahren. Ab in’s Warme und möglichst schnell unter die heiße Dusche…

Distanz: 116,6 km, Höhenmeter: 1145 m, Zeit: 6 h 40 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,5 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 20,9 km/h, Durchschnitts-HF: 126

Auf Strava:

20141228_Strava

4 Gedanken zu “Ice Road Truckin‘

  1. Hallöchen,

    ja so ein wenig davon hätte ich jetzt hier auch gerne. Frage: was´n datt da für´ne Funzel-Fluter auf´n Lenker ???? Megabusch-Strahler nehme ich ma´an und ohne StVZO ?

    1. Doch, die hat sogar StVZO. :)
      Sonst ist die Zulassung bei Radbeleuchtung ja eher das Zeichen für mangelnde Leuchtstärke und beschnittene Leistung zu Ungunsten des Radfahrers. Denn abseits von Innenstädten geht es halt nicht nur um’s gesehen werden, sondern um das sehen! Sehen, wie die Straße vor einem beschaffen ist. Und zwar nicht nur bei Schrittgeschwindigkeit und im Trockenen, sondern bei Reisegeschwindigkeit (25-35 km/h mühelos im Flachen, 40 und höher mit Power bzw. leicht bergab) und ggfs. im Nassen.

      Hier aber nicht, das ist die Supernova Airstream und die ist trotz StVZO adäquat. Ich schreibe extra: adäquat. Natürlich geht es noch heller und in der Tat gibt es genau die gleiche Lampe auch in noch etwas leistungsstärker als nicht-StVZO Variante.

      Und, wenn ich wirklich auf einen Nightride gehe bzw. wirklich sehen muss, was vor mir liegt, dann reicht mir selbst diese Lampe nicht und ich schnalle die Lupine Wilma an das Rad.

      Aber ansonsten: Kaufen! In meinen Augen gibt es keine bessere und noch dazu so gut aussehende und kompakt ohne jegliche Kabel etc. auskommende StVZO-zugelassene Akkuleuchte für das Fahrrad. Ist nicht ganz günstig, aber von mir empfohlen. http://www.supernova-lights.com/de

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