Große Sauerlandrunde und neuer Meilenstein: 263 km

Rad fahren
11272_0038-KahlerAsten_2048

Auf dem Kahlen Asten, dem Dach Westfalens. „Cima Coppi“ meiner großen Sauerlandrunde.

Ich wollte schon immer mal den Großen Sauerlandmarathon fahren. Das ist ein Streckenvorschlag der Sauerland Bike-Arena, den ihr mit seiner Originalstreckenlänge von 244 km hier ansehen und sowohl als PDF-Karte als auch als GPX-Track herunterladen könnt.

Die Bike-Arena schreibt u.a. „Diese äußerst anspruchsvolle Traumrunde ist optimal, um das Sauerland in all seine Facetten kennen zu lernen! Egal, ob in einem, zwei oder drei Tagen.“

Das schönste Stück ist natürlich der südliche Abschnitt der über den Rhein-Weser-Turm dann durch den Altkreis Wittgenstein und das Hochsauerland zum Kahlen Asten führt. :) Hier finden sich auch die höchsten Erhebungen. Aber die gesamte Runde ist sehr reizvoll und ich wollte die Strecke schon immer mal an einem Stück fahren. Letzten Samstag habe ich mich endlich mal dran geben können.

Der Originalstreckenvorschlag startet in Meschede. Aber natürlich kann mal als Rundfahrt an jeder Stelle die Runde beginnen bzw. auf die Runde auffahren. Passenderweise führt sie sehr nahe an Erndtebrück vorbei, so dass sich auch Erndtebrück sehr gut als Start- und Zielort anbietet. Nach kurzer Fahrt über Womelsdorf ist man in 6,4 km bei Röspe auf der eigentlichen Strecke.

Von da aus geht es über Wingeshausen hoch nach Jagdhaus (vorbei an der Wisentwildnis) und wieder hinunter nach Fleckenberg. Es schließt sich bald die reizvolle Auffahrt durch das Sorpetal hoch nach Altastenberg an. Dort würde die Strecke den Kahlen Asten rechts liegen lassen und sofort weiter Richtung Neuastenberg und dann in die Abfahrt nach Züschen führen. Aber das geht natürlich nicht. Wenn man schon mal da oben ist, fehlen nur noch weitere 1,5 km und rund 70 Höhenmeter und man ist am Dach Westfalens.

Diesen kleinen Extraabstecher habe ich natürlich auch eingehangen (hier kann man übrigens auch gut einen Kaffee oder Snack bekommen) und so waren es dann am (sehr späten) Ende des Tages insgesamt 263 km und 3536 Höhenmeter, die auf dem Garmin festgehalten wurden.

Eben diesen Garmin hatte ich aber ganz zum Schluss dann hinter dem Rhein-Weser-Turm bei 251 km ausgeschaltet. Beim letzten Batterie-Fitzel. Wollte nicht riskieren, dass das Mistding bei Erreichen von 0 % Ladestand den Track mit ins Jenseits reisst…

Aber Whooohoooo! 263 km!

Damit meine weiteste Strecke bisher. Höhenmeter sind sowieso immer mit dabei. D.h. mir geht es nie einfach nur um das flache Rollen, damit eine Strecke weit ausgedehnt werden kann. Im Gegenteil, ich finde, mit einem erklecklichen Höhenmeteranteil ist da auch für Abwechslung in der Belastung gesorgt. Ich wüsste gar nicht, ob ich das vom Sitzfleisch aushalten würde – einfach 11 Stunden auf flacher Strecke zu fahren.

So bin ich auch von Anfang an konsequent bei Abfahrten sehr oft aus dem Sattel gegangen, um den Po und Rücken zu entlasten. Das ging auch sehr gut. Ich hatte bis zum Schluss überhaupt keine Probleme.

Was ich sehr interessant fand, war, wie die zweite Luft nochmal sehr gut ab 210 km kam. Zwischen km 170 bis 210 war aber tote Hose… ^^

Bruchhauser Steine

Ich bin obendrein für so eine Strecke recht zügig gefahren und habe mir auch nur wenig Zeit für Fotos genommen. Über 260 km mit Alpenmarathonmäßigen Höhenmetern wollen in einem Tag auch erst mal überwunden werden. Wo ich mit Fotografieren alleine schon eine 60 km Runde problemlos auf einen ganzen Tag ausdehnen kann, da wollte ich auf dieser Fahrt gar nicht erst groß anfangen… ;-)

Gegessen habe ich hingegen regelmäßig. Damit immer genug Feuer im Kessel war. Ich hatte drei normale Brote (Käse und Schinken), 2 Gels und einen Riegel eingepackt. Und zwei Flaschen voll gemacht. Das reichte natürlich nicht und so griff ich unterwegs auf Tankstellen zur Verpflegung zurück. Die haben mehrere Vorteile: Sie liegen unmittelbar an der Straße. Das Rad kann mit reingenommen oder so hingestellt werden, dass man beruhigt kurz etwas greifen und bezahlen kann. Dem kommt entgegen, dass die Wege in einer Tankstelle kurz und überschaubar sind und meist auch keine Schlangen an der Kasse stehen. Und als letztes: Man bekommt auch einen heißen Kaffee, wenn man möchte.

3 Mal musste ich einen solchen „Tankstopp“ einlegen. Zum ersten bei Usseln vor Willingen. Einen leckeren Kaffee und ein Croissant von einer netten Aushilfe kredenzt sowie Getränkenachschub. Dann in Meschede (hier musste ich kurz von der Strecke abweichen, um eine Aral-Tankstelle anzulaufen. Hier wurde direkt mal eine ganze 1 l Flasche Mineralwasser samt Gatorade (hmm, nicht das optimale, aber Kohlehydrate drin und keine Kohlensäure) und einer Geflügelrolle besorgt und noch ein Schinken-Käse-Croissant to go mitgenommen. Und zum Schluss nochmal etwas Wasser und eine Dose des Schwarzen Doktors (Coca Cola) in Altenhundem, kurz bevor es dann in den finalen Anstieg zum Rhein-Weser-Turm ging.

Zwei Baustellen lagen auf meinem Weg. So hatte ich auch ein Stück "Gravel Road" dabei. Wenn auch in wunderbar planierter Form.

Zwei Baustellen lagen auf meinem Weg. So hatte ich auch ein Stück „Gravel Road“ dabei. Wenn auch in wunderbar planierter Form.

Zwischendurch dachte ich auch des öfteren (gerade so ab km 150) „Pedalieren, pedalieren“. Einfach nur fahren. Dann bin ich irgendwann wieder daheim. Und ich wusste, es würde gerade so reichen, um noch mit dem letzten Dämmerungslicht über den Rhein-Weser-Turm zu kommen. Und so kam es dann auch: Im Mondschein war ich dann zufrieden wieder daheim. :)

Insgesamt eine tolle Runde, in der ich sogar nette Begegnungen hatte. Im Sorpetal bin ich Julian (fahrenderweise) begegnet, wie wir im eigentlich schon da, dann aber in Rückbestätigung auf Twitter im Nachgang fest gestellt haben.

Und ganz zufällig, aber sehr nett, gab es ein kleines Teamtreffen der Wisente bei km 93 in Medebach :) Thorsten und Roland waren da auf dem Weg zum Edersee. War prima, das wir uns getroffen haben.

Die Beschreibung des Großen Sauerland-Marathons auf der Bike-Arena Seite schließt mit „Wer diese Runde an einem Tag schafft, ist ohne Frage zu höheren Aufgaben berufen…“

Na dann…

Distanz: 263 km, Höhenmeter: 3536 m, Zeit: 11 h 58 m (brutto), Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 24,6 km/h, Durchschnitts-HF: 128

auf Strava:

Strava Screenshot

5 Gedanken zu “Große Sauerlandrunde und neuer Meilenstein: 263 km

  1. …woow, torsten. das ist ne leistung. Und die sonne hat an dem tag auch ganz gut gebraten. 263 sind wirklich spitze…. Und was kommt jetzt???

    …gruß uli

    1. Jetzt kommt erst mal Dreiländergiro und dann direkt im Anschluss die Maratona dles Dolomites. Dann kommt 24h Rad am Ring.

      Und dann sehen wir mal. Hmm, der Endura Alpentraum hätte ja sogar nur 252 km und nur „ein paar“ Höhenmeter mehr… ;-)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s