Bleigrauer Himmel, bleigrau das Wasser. Auf dem Damm der Bever-Talsperre.

Oh my God, it’s over twothousaaa, erm, 200 km! ;-) Inkl. 120er RTF und inkl. heftiger Dosis HTFU

Rad fahren

Es ist zwar nur eine Zahl. Aber eine Zahl, die ich immer schon mal auf dem „Tacho“ stehen haben wollte: 200 km in einer Tour. Hatte bisher nie gepasst. War auch nicht sonderlich erpicht darauf – schließlich geht es mir vorrangig um schöne Touren, interessante Strecken, auch Leistung, aber hauptsächlich einfach um schöne Tage auf dem Rad.

Wohlgemerkt, schöne Tage. Ich habe keine Probleme mit 8, 9 oder 10 Stunden auf dem Rad. Alles schon mehrfach gemacht. Aber natürlich nicht im Flachen, sondern immer schön mit Höhenmetern dabei. Im Mittelgebirge oder in den Alpen. Mit Fotografieren, Erkunden oder einfach nur Berge rauf und runterfahren bekommt man die Tage auch so ‚rum. Da muss man gar nicht Kilometerfixiert sein. :)

Die 19. Internationale 16-Talsperren Rundfahrt des Skiclubs Gevelsberg am gestrigen Samstag kam mir dabei gut zu pass. Allein vom Namen her schon quasi für mich Pflicht. :)

Und eine Strecke (oder mehrere Strecken, von 47 bis 151 km für die RTF-Runden und 220 km für die Marathon-Runde), von kundiger Hand über reizvolle Straßen durch das Bergische und das Sauerland (bis zur Biggetalsperre für die Marathon-Strecke) vorbei an den Talsperren der Region geplant, dass sollte man sich nicht entgehen lassen. Zumal das endlich mal eine RTF ist, die so Nahe liegt, dass ich von Wuppertal aus mit dem Rad anreisen kann.

Eigentlich hatte ich auch mit der Marathonstrecke geliebäugelt. Und hätte so auch automatisch auch mal eine Zahl größer als 200 km auf dem Radcomputer stehen gehabt. Aber nachdem in der letzten Woche die Vorhersage für gestern Tag für Tag schlechter wurde, und sicherer Regen nicht zu knapp erwartet werden konnte, konnte ich mich dafür nicht aufraffen. Weder mit der Aussicht, im strömenden Regen irgendwo JWD im Sauerland herum zu fahren, noch, dafür dann auch noch schcn um 06:00 Uhr aufgestanden zu sein. Verständlicherweise sind die Startzeiten für so einen Marathon immer recht früh. Hier von 06:30 bis 07:30 Uhr.

In die RTF-Strecken konnte man aber bis 11:00 Uhr starten… ;-)

Zu der Marathon-Strecke von 220 km hätte ich obendrein auch nicht 2 mal rd. 12 km Anfahrt mit dem Rad addieren wollen. Ganz zu schweigen davon, nochmals früher loszufahren, damit ich mit dem Rad zeitig genug den Startort erreiche.

Um alle Optionen offen zu halten, lud ich mir deswegen neben der Marathon-Strecke auch die 151er Runde als GPX-Strecke von der Gevelsberger Seite herunter (Danke für den guten Service!) und plante mit GPSies die Route inklusive Anfahrt und Abschlussschleife so um, dass ich am Ende 200 km gefahren sein würde. 12 km Anfahrt, Anmelden, 151 km RTF, Startnummer abgeben und dann noch mal rd. 40 km. In Abhängigkeit vom Regen konnte ich dann auf der Strecke immer noch entscheiden, wie ich weiter verfahren würde.

Gesagt getan. Am Samstag also ausgeschlafen, dann gefrühstückt und in die Radsachen geschlüpft. Am Vortag hatte ich noch ein Paket von bike24 erhalten. Darin: die Gabba Convertible Jacket von Castelli. Just in Time, sozusagen. Kurz anprobiert überzeugte sie durch einen Klasse Sitz und angenehmes Hautgefühl.

Für den Samstag entschied ich mich, sie ohne die langen Ärmel zu verwenden. Perfekt für die Bedingungen. Es war vom Start weg komplett bedeckt und rund 16 Grad. Noch trocken, später Regen. Ich war den ganzen Tag so komfortabel, wie man nur wünschen kann. Kein frieren, kein Windchill am Oberkörper, Hals schön bis oben zu ohne im kleinsten eingeengt zu wirken.

Um Punkt 11:00 Uhr – ok, bis ich die Rückennummer in den Händen hielt, war’s 11:05 Uhr – war ich gerade noch im Anmeldefenster…

Startzeit plus geplante Langdistanz hies auch auf dieser, meiner ersten RTF für 2013, mal wieder – Solofahrt. Das bin ich bei RTFs schon gewohnt. ^^

Ich legte zügig los, Zone 3, um möglichst fix vielleicht doch irgendeine Menschen… äh, RTF-Seele zu überholen bzw. möglichst schnell an der ersten Kontrolle zu sein. Einfach um mich zu vergewissern, dass da Leute sind und nicht etwa schon vor mir abbauen… ;-)

Bleigrauer Himmel, bleigrau das Wasser. Auf dem Damm der Bever-Talsperre.

Bleigrauer Himmel, bleigrau das Wasser. Auf dem Damm der Bever-Talsperre.

Ich sah (und überholte) aber nur 2 Leute bis zur ersten Kontrolle. Die war in Herbringhausen. Da sah ich noch 2 weitere, die aber vor mir wegfuhren. Die hatte ich dann kurze Zeit darauf passiert. Zum ersten Mal ein paar mehr Teilnehmer sah ich nach rd 3h 45 bei meinem Kilometer 88, also bei Kilometer 76 der RTF. Das war bei Kierspe. Dort war eine Kontrolle (K5) schön bei einem Bauernhof in einer Scheune platziert.

Sehr praktisch, so konnte man die Nutella-Brote im Trockenen essen. Bis nach Hückeswagen hatte der Himmel dicht gehalten. Aber danach fing es erst langsam, dann bald richtig stark zu regnen an. Mitten im Regenschutt kam ich an der Streckenteilung von 120 und 151 km vorbei. Da ich nicht den Rest des Tages im strömenden Regen fahren wollte, folgte ich lieber der 120er Runde. Bis zur Kontrolle K5 fuhr ich eine Stunde lang im Regen. Das ging aber verhältnismäßig gut mit der Gabba. Kein Auskühlen, einfach nur weiterfahren. Sehr cool. An der Kontrolle standen alle mit Regenjacken (oder Windjacken) mit langen Ärmeln. Und ich mit der Gabba in kurzen Ärmeln ;-).

Als ich da so 12 Minuten stand, wurde es mir aber dann doch kühl und ich fuhr weiter. Überholte die kleine Gruppe, die vor mir aufgebrochen war und war also sofort wieder solo. Wenigstens konnte ich danach noch weitere 3 Leute überholen. Insgesamt hab ich also auf der Strecke so 14/15 Leute gesehen. ;-)

Trotz des Regens waren die Helfer an den Kontrollen gut gelaunt und wir als Teilnehmer ebenso. Es wurde viel gefrotzelt und so hatte jeder glaube ich eine nette Zeit. Wirklich eine schöne RTF, die ich nächstes Jahr, dann hoffentlich bei besserem Wetter, gerne wieder fahren möchte.

Am Ziel angekommen habe ich mir eine Grillwurst samt etwas Nudelsalat für zwei Euro gegönnt und bin dann wieder los. Kurz vor Ankunft kam auch mehr und mehr die Sonne heraus.

Und so dachte ich, ach was soll’s, du bist wieder halbwegs abgetrocknet, dann fährst du nicht direkt heim, sondern erst mal wie geplant Richtung Hasslinghausen und schaust dann…

Jo, und dann dachte ich mir – du bist doch schön blöd, die 200 km unbedingt an so einem Tag vollmachen zu wollen… Aber, so sind sie, die Radfahrer… Ich fuhr bis nach Hattingen, dann über die Ruhr und dann einfach mal so, wie der Lenker zeigte. Hauptsache, ich kam an die 200 km ran.

Ich muss aber sagen: ab 175 km hatte ich ziemlich die Faxen dick und zählte nur noch die Kilometer runter. 10 Stunden an einem sonnigen Tag die Landschaft genießen ist eine Sache, eigentlich schon zu Hause sein können und nur fahren, um eine beliebige Hausnummer voll zu machen, eine andere. Naja, bald waren’s nur noch 10 km. Dann noch 5, dann 2, dann 1 und damit’s auch wirklich hinhaut, noch einen Kilometer drauf und es war vollbracht :)

201 km auf dem Tacho

201 km auf dem Tacho

Interessant aus der Historie: Das erste Mal über 100 km bin ich 2001 gefahren. Nach langer Pause das nächste mal am Ostersonntag, den 24. April 2011. Der Titel des entsprechenden Blog-Posts: Oh my God – it’s over ninethou… ähm, 100 km ;-)

Distanz: 201 km, Höhenmeter: 2932 m, Zeit: 9 h 01 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,2 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 26,6 km/h, Durchschnitts-HF: 132

auf Strava:

Strava_20130831

4 Gedanken zu “Oh my God, it’s over twothousaaa, erm, 200 km! ;-) Inkl. 120er RTF und inkl. heftiger Dosis HTFU

  1. Kudos!
    Sehr cool. Ich freue mich schon auf die Zeit wenn meine kurzen ausm gröbsten raus sind und ich auch mal Zeit für sowas haben werde…aber das dauert nochwas :-( :-P

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