Panorama der Bever-Talsperre vom Damm gesehen

Talsperreninspektionsrunde per Rennrad als Intensivtraining

Rad fahren

Der nächste nachgetragene Bericht von Anfang Mai – Auf der Suche nach Kategorie 3 und kleine Talsperreninspektionsrunde ;-)

Auf der Staumauer der Ennepetalsperre

Auf der Staumauer der Ennepetalsperre

Es vergeht ja kaum eine Ausfahrt, die mich nicht entlang einer Talsperre, über eine Staumauer oder einen Damm oder interessanten Punkten an Gewässern vorbeiführt. Das liegt natürlich zum einen an meinen Interessensgebieten und zum anderen an den vielen Talsperren, die in langer Tradition den Wasserschatz der Region als Brauchwasser und Trinkwasser speichern. So finden sich alleine im Verbandsgebiet des Wupperverbands 15 Talsperren. Sehr kleine, aber auch sehr große. Darunter auch die älteste Trinkwassertalsperre Deutschlands, die Eschbach-Talsperre (erbaut 1889-1891), die zweitälteste, die Panzer-Talsperre (zu dieser werde ich weiter unten im Text noch kommen), aber auch z.B. die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands, die Große Dhünn-Talsperre.

Es verwundert daher nicht, dass es auch eine RTF gibt, die die Talsperren der Region zu einer interessanten Runde verknüpft. Das ist die 16-Talsperren-Rundfahrt des Skiclubs Gevelsberg. Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen – Interesse ist aber da und vielleicht passt es ja dieses Jahr zur 19. Ausgabe, die jetzt auch mit der Marathon-Strecke von 220 km Bestandteil des Radmarathon-Cup Deutschland ist. Schon mal vormerken: am 31.08.2013 ist es soweit.

Aber zurück zu meiner Radtour mit dem Rennrad, und zwar vom 09. Mai, Christi Himmelfahrt. Ein Feiertag, also viel Zeit. Das Wetter war auch sehr angenehm, im Großen und Ganzen heiter, im Schnitt sogar 17,4 °C warm.

Ein cooler Ritt mit geplantem und durchgeführtem ordentlichen Druck auf dem Pedal. Vorgesehen war der Abritt einer der wenigen Kategorie 3 Anstiege hier in der direkten Nähe, über die Aske hoch nach Ennepetal (Quaeldich.de Eintrag). Meine Güte, 10 Min knapp 1200 VAM, geile Kiste. Ebenfalls geil, so was mit Höchstleistungsabsicht anzugehen, obwohl man den Anstieg überhaupt noch nicht kennt. Ich hatte am Abend noch die Kehle rauh vom Dauerluftschnappen… ^^

Dafür habe ich aber auch für die Intervallstufen von 10 sek. bis 12 Minuten meine bisherige Best-Watt-Leistungen diesen Jahres bis dahin ordentlich und all time für die Intervallstufen von 6 – 11 Minuten knapp erhöht. Sehr schön.

VAM ist übrigens Velocità ascensionale media (italienisch) und bezeichnet, wie sicher unschwer erkannt, die durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit. Auf englisch macht die Abkürzung nur Sinn, wenn man ein „pro Stunde“ anhängt: Vertical Ascent in Meters… per hour. Simples Konzept also. In dem Fall, hätte ich diese Leistung eine Stunde lang aufrecht erhalten können und wäre der Anstieg entsprechend lang gewesen, hätte ich in einer Stunde 1200 Höhenmeter bezwungen. Da kann man natürlich jede Menge Überlegungen anstellen: von Leistungs/Gewicht-Verhältnis über den Einfluss des Gradienten auf die benötigte Leistung oder auf die erzielbare VAM. Diese hängt natürlich auch von Faktoren wie Untergrund, Anzahl möglicherweise vorhandener scharfer Kurven etc. ab.

Hier zwei Links dazu:

Gradients and cycling: how much harder are steeper climbs?

und

The rate of Climbing Uphill Explained.

Mein nächstes Ziel war: An der Ennepetalsperre vorbeifahren. Hierzu bin ich durch das Tal der Ennepe gefahren. Wie praktisch, da ist sogar ein Strava-Segment, dass so heißt. 

Deswegen praktisch, weil es die erbärmlichste, kaputteste, rauheste, mieseste Belag aufweisende Straße markiert, dass ich je gesehen, bzw. befahren habe. Und ich habe eine Menge gesehen… (ok, wenn man manche vielleicht mal asphaltiert gewesene Waldwege in die Wertung einbezieht, mag das anders aussehen – aber für normale Verkehrsstraßen gilt das so).

Meine Güte, das Ding würde man bei Paris-Roubaix als Secteur ausweisen… WTF…

Hmm, und hätte ich oben im Tal kein Foto gemacht und noch mit einem Rennradpärchen gequatscht, wäre ich wohl auch viel weiter oben im Segment gelandet. Bis dahin war ich nur 28 Sek hinter dem KOM, wie ich im Nachhinein feststellte. Wer kann denn auch ahnen, dass hier ein Segment ist… ;-)

Aber wie man sieht – bis auf den Straßenbelag ein sehr nettes Tal:

Im Tal der Ennepe

Im Tal der Ennepe

In der Folge biegt man rechts auf einen kleinen Nebenweg ein, muss eine Schranke passieren und gelangt danach auf die Staumauer der Ennepetalsperre, einer Trinkwasser-Talsperre des Ruhrverbandes.

Die Staumauer der Ennepe-Talsperre

Die Staumauer der Ennepe-Talsperre

Mein Wilier Triestina GranTurismo vor der Wasserseite der Staumauer der Ennepetalsperre. Als Trinkwassertalsperre ist der Speicher vom Ruhrverband komplett umzäunt.

Mein Wilier Triestina GranTurismo vor der Wasserseite der Staumauer der Ennepetalsperre. Als Trinkwassertalsperre ist der Speicher vom Ruhrverband komplett umzäunt.

Mein drittes Ziel war das Erkunden der Bever-Talsperre. Und zwar weniger des Dammes, sondern mehr des Drumherum. Habe diverse Vorsperren und Wegelchen erkundet, mal hier, mal da geschaut. Das kostet natürlich immer Schnitt, aber der muss ohnehin immer hinter meiner Neugier und meinen Fotointeressen zurückstehen. :)
Als Brauchwassertalsperre unterliegt sie natürlich deutlich weniger Restriktionen als Trinkwassertalsperren und so sind außer Motorbootfahren alle Wassersportarten erlaubt und es gibt diverse Zelt- und Campingplätze sowie Badestellen.

Bootsanlegestelle auf der Bever-Talsperre

Bootsanlegestelle auf der Bever-Talsperre

Am südöstlichen Ende des Dammes finden sich bei guten Wetter Imbissbuden, wo man ein Eis, Kaffee etc. oder auch diverse Kaltgetränke samt Fritten und Co erstehen kann. Letztere sind natürlich weniger für die Tour geeignet, erfreuen sich aber Beliebtheit bei den dort ebenfalls in großer Zahl Pause machenden Motorradfahrern. Natürlich finden sich an den Campingplätzen und an anderen Stellen ebenfalls Imbiss-Möglichkeiten oder Gelegenheiten zur Einkehr.

Panorama der Bever-Talsperre vom Damm gesehen

Panorama der Bever-Talsperre vom Damm gesehen

Mein viertes und letztes Ziel, dass ich mir für diese Runde vorgenommen hatte, war ein Besuch bei der kleinen Panzer-Talsperre. Das ist wirklich eine nur sehr kleine Talsperre, idyllisch im Wald bei Lennep gelegen, die als zweitälteste Trinkwassertalsperre Deutschlands von 1891 bis 1893 erbaut wurde. Ihre Bedeutung für die Trinkwasserversorgung hat sie längst verloren, steht aber heute unter Denkmalschutz. Zur Vorbereitung der Sanierung wurde der Stauinhalt vor kurzem komplett abgelassen.

Die Panzer-Talsperre, Kleinod von Lennep, vorbereitet zur anstehenden Sanierung.

Die Panzer-Talsperre, Kleinod von Lennep, vorbereitet zur anstehenden Sanierung.

Die abgelassene und für die Sanierung vorbereitete Panzer-Talsperre.

Die abgelassene und für die Sanierung vorbereitete Panzer-Talsperre.

Von Lennep aus hatte ich es dann nicht mehr weit bis nach heim und dahin habe ich mich auch nach dem letzten Ziel des Tages zügig aufgemacht.

Übrigens, vielleicht habt ihr es schon festgestellt. In diesem Artikel sind alle Fotos in Retina-Grade Auflösung eingestellt. WordPress serviert euch dabei jeweils die Bilder in der für euer Gerät passenden Auflösung bis hin zur Größe von 2048 Pixeln für die Langseite. Das ist auch die Auflösung, in der ich meine Fotos zusätzlich zur Webauflösung von 1024 Pixeln für die Langseite (üblicherweise für das Blog, für Flickr und Co.) für mein iPad und Präsentationen auf großen Bildschirmen abspeichere. Wie immer wünsche ich viel Vergnügen beim Anschauen! :)

Distanz: 104,6 km, Höhenmeter: 1467 m, Zeit: 5 h 14 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,0 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 24,3 km/h, Durchschnitts-HF: 135

auf Strava:

Strava_20130509

5 Gedanken zu “Talsperreninspektionsrunde per Rennrad als Intensivtraining

  1. Gibt es eigentlich im Raum Köln, Leverkusen,
    Wuppertal etc. eine Talsperre mit Rundweg, geeignet fürs Rennrad? In Siegen konnte ich 10 km Teerweg um die Obernautalsperre genießen… Danke für einen Tipp im Voraus ;)

    1. Hmm, schwierig. Um Obernau und auch um Breitenbach kann man ja schön eng um die Talsperre herum und ohne große Höhenänderungen entlang fahren.

      Im Bergischen gibt es zwar sehr viele Talsperren, aber oft mit viel Waldwegen drumherum oder sogar abgesperrten Wegen.

      Um die Lingese Talsperre geht’s eventuell – bin selbst aber noch nicht komplett drum herum gefahren.

      Um die Bever Talsperre geht es sehr gut – nur bist du da nicht immer direkt am Ufer, kürzt auch schon mal diverse Buchten ab und bist einmal etwas weiter weg.

      Etwas weiter nördlich an der Ruhr kannst du sehr schön (aber mit viel rollenden Hindernissen auf der Straße) um den Baldeney-See fahren.

      Das war’s eigentlich schon.
      Wenn’s dir aber nicht um’s drum herum fahren geht, sondern dran entlang, über diverse Brücken drüber und / über den Damm / die Mauer fahren willst – dann stehen dir fast alle Talsperren auch mit dem Rennrad offen und bieten interessante Teilziele.

      1. Danke für die schnelle und ausführliche Antwort! Bei der Aabachtalsperre gibt es übrigens auch eine gute Rundfahrt! Ist denn die Dhüntalsperre nicht wenigstens zu Teilen befahrbar oder die Aggertalsperre? Zur Not müssten halt Cross-Reifen aufgezogen werden :-) Anonsten wäre die Bevertalsperre natürlich noch ein guter Kompromiss!

      2. Hallo Andreas,
        Die Große Dhünn-Talsperre besitzt als Trinkwassertalsperre Schutzzonen und abgesperrte Betriebswege in Ufernähe. Darüber hinaus ist sie aber ein schönes Wanderziel. Gerade heute wurde ein Wanderweg um die Vorsperre Große Dhünn eröffnet.

        Wenn Crossrad oder auch das Befahren von Waldwegen mit dem Rennrad eine Option sind, dann stehen dir aber viele der übrigen Talsperren zur Verfügung. Es kann dann durchaus sein, dass mal ein Weg etwas schmaler wird, oder es hügeliger und auch mal etwas weiter von der Talsperre hinweg führt. Aber herum wird man oft kommen.

        Z.B. bin ich neulich mit dem Rennrad um die Schevelinger TS gerollt. Lässt sich auch mit dem Renner gut fahren. Ist jetzt aber kein Ziel, für das eine eigene Anreise lohnt – sie ist halt in Null-Komma-Nix umrundet.

        An der Wupper-Talsperre könnte man z.B. sehr schön in Hückeswagen an der Vorsperre anfangen (da ist dann zumindest auf der rechten Seite ein bekiester bzw. unbefestigter Weg (wie die Wegoberfläche auf der linken Seite aussieht, weiss ich noch nicht), dann über die Vorsperrenmauerbrücke auf die linke Seite wechseln, dann über asphaltierten Weg weiterfahren, im Haus Hammerstein bei superschöner Lage einen Kaffee nehmen und dann per Rennrad zurück auf die K2 fahren. Mit dem Crosser kann man dem ausgeschilderten Radweg folgen, der da aber als unbefestigter Singletrail weitergeht. Wo der endet… kA, da war ich noch nicht. Crosser-Erkundungen im Bergischen stehen bei mir noch aus. ;-)

        Vielleicht sind auch die Wasserquintett-Radwege was für dich? http://www.panorama-radwege.bahntrassenradeln.de/etappe05.htm

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