Garmin Edge 800 – Was tun, wenn der Edge streikt? Tipps und Tricks.

Rad fahren

Garmin Edge 800

Letztes Wochenende wurde ich kalt erwischt. Ohne vorheriges Anzeichen startete mein Garmin Edge 800 nicht mehr, als ich abends meine Trainingseinheit vom Tage am Rechner auslesen wollte. Anschalten lies er sich (bzw. startete wie üblich automatisch, als er über USB mit dem Computer verbunden wurde). Aber dann blieb er bei der Meldung „loading maps“ hängen. Jedesmal. Egal wie lange ich ihn sich selbst überlies und egal ob ich ihn ohne USB-Verbindung versuchte, anzuschalten.

Dies blieb auch so, als ich die Micro-SD-Karte entfernte, auf der ich mein übliches Kartenmaterial gespeichert habe.

Tja. Was tun? Hard-Reset? Doof – ich wollte unbedingt meine Trainingsdaten retten. Aber so liess sich der Edge halt auch nicht vom Computer aus ansprechen.

Die Lösung, um in so einem Falle trotzdem auf den internen Speicher des Garmin zugreifen zu können:

# Massenspeichermodus erzwingen / force mass storage mode:

Bei ausgeschaltetem Garmin die „Lap/Reset“-Taste gedrückt halten und den Garmin dabei per USB-Kabel mit dem Computer verbinden. Voilá.

So konnte ich die entsprechende Einheit (und alles andere, was auf dem Garmin gespeichert war) auf meinen Computer kopieren. Die letzte Einheit war 246 kB groß, war aber anscheinend leicht korrupt. Das Garmin TrainingCenter oder auch SportTracks konnten die Datei nicht einlesen.

Golden Cheatah hatte hingegen überhaupt keine Probleme. Das .fit-File wurde problemlos von ihm eingelesen und war auch 100 % in Ordnung. Alles drin, alles so wie erwartet. Strava konnte die Trainingseinheit ebenfalls ohne Probleme direkt vom Edge auslesen und importieren. Trainingstagebuch.org hingegen konnte es widerum nicht.

Also:

# Tipp zum einlesen vermeintlich problematischer oder korrupter .fit Dateien

Wenn Garmin.Connect, Garmins TrainingCenter oder andere Software die Datei nicht einlesen können, einfach mal Strava oder Golden Cheetah (Freeware) ausprobieren.

Es gibt auch jemanden, der ein Edit & Repair & Convert Tool für Fit Dateien programmiert hat. Das Fit File Repair Tool. Es basiert auf bzw. benötigt MS Access oder eine RunTime und erfordert Lizensierung. Über die Güte und Mächtigkeit kann ich nichts sagen – da ich mir sowohl die Lizensierung gespart habe und auch mein fit-File schon längst mit GoldenCheetah eingelesen hatte, noch bevor ich die MS Access Runtime komplett heruntergeladen hatte…

Und vorher hätte ich mich wohl auch noch mit dem Java-Tools des FIT Protokoll SDKs befasst. Wer mehr wissen möchte: http://www.thisisant.com/pages/developer-zone/fit-sdk

# Nutzer Daten löschen / User Data Clear:

Bevor ich den Tipp mit dem Massenspeichermodus fand, versuchte ich, ob ein User Data Clear helfen würde. Dabei sollten die gespeicherten Activities, also die Trainingseinheiten, nicht gelöscht werden. Dafür aber das Nutzerprofil zurückgesetzt werden.

Kann ich bestätigen. Klappt also wie vorgesehen. Half aber nichts in Bezug auf das Problem mit dem Hängenbleiben bei „Loading Maps“

Wie geht’s?

Bei ausgeschaltetem Edge die linke, obere Ecke des Displays gedrückt halten. Dabei den Edge einschalten. Display erst loslassen, wenn die Nachricht „Reset device settings to factory default?“ erscheint. Dann auf „Yes“ drücken.

# Master Reset:

Wenn alles nichts hilft, muss der Master Reset her. Dann sind aber alle Nutzerdaten, alle gespeicherten Aktivitäten und Screen-Einstellungen weg!

Ich musste das Gott sei dank nicht machen, nach dem Löschen sicherheitshalber aller .fit-Files über den Massenspeichermodus startete der Edge danach wieder.

Wie geht’s?

Bei ausgeschaltetem Gerät die beiden Knöpfe der Frontseite „Lap/Reset“ und „Start/Stop“ drücken und gedrückt halten. Dabei dann das Gerät einschalten. Es erscheint ein Garmin Splash Screen. Erst, wenn dieser wieder verschwindet, die beiden Knöpfe der Frontseite loslassen.

Der Edge ist nun komplett resettet. Er muss nun nach draußen, um beim Einschalten die Satelliten-Daten komplett neu zu empfangen. Laut Garmin soll das mindestens 20 Minuten benötigen…

(siehe auch hier beim Garmin Support)

# Weitere Tipps zum Dateisystem / zum Ablageort:

Um zu überprüfen, ob vielleicht das Speichersystem irgendwelche Probleme hatte, kann man auch chkdsk ausführen.

Unter Windows das Startmenü aufrufen, dort ins Ausführen/Suchen Eingabefeld „cmd“ eintippen und anschließend cmd.exe ausführen.
Im sich öffnenden Dos-Fenster das Folgende eingeben: „chkdsk x:“. X: muss dabei durch den Laufwerksbuchstaben des Edge ausgetauscht werden, mit dem er im Explorer angezeigt wird.

Chkdsk überprüft das „Laufwerk“ und meldet, ob und welche Probleme es im Dateisystem erkannt hat (bei mir gab es keine). Wenn es Fehler gibt, nochmals chkdsk mit folgender Option ausführen: „chkdsk x: /f“.

Um Problemen mit dem steckenbleiben beim Start aufgrund fehlerhaften Aktivitäten oder ähnlichem zu entgehen, empfehlen manche auch, den Speicherort der Trainingseinheiten auf die SD-Karte zu legen. Dies kann in den Systemeinstellungen eingestellt werden. So kann im Fall der Fälle die SD-Karte entfernt werden und auch direkt in einem Lesegerät ausgelesen werden. Ich verzichte aber darauf. Ich hatte zwar noch nie Probleme – aber wenn es mal Kontaktprobleme oder ähnliches geben sollte, wäre das mitten in einer Aufzeichnung sicher auch nicht so toll.

# Daten einlesen am Mac:

Schreibe ich hier nur der Vollständigkeit halber hin, da es nichts mit Problemen zu tun hat, sondern normales Verhalten darstellt. Aber ungewohnt ist, wenn man den Edge sonst immer am PC ausliest.

Am PC startet der Edge beim Anschließen über USB direkt im Massenspeichermodus und kann direkt durch z.B. TrainingCenter o.ä. ausgelesen werden.

Am Mac wird er so ohne Weiteres nicht erkannt. Vor dem Auslesen muss der Edge zunächst eingeschaltet werden und danach muss die letzte Einheit per „Reset“ abgeschlossen werden. Dafür die Taste „Lap/Reset“ bei eingeschaltetem Edge 800 drücken und während des Countdowns „Reset in…“ von 1 bis 4 gehalten werden. Dann kann der Edge ausgeschaltet und ganz normal über USB-Kabel mit dem Mac verbunden werden. Nun klappt’s auch mit dem Nachbar… mit dem Auslesen.

# Kompendium:

Teilweise das obig geschriebene und sonstiges Mehr ist auch in diesem empfehlenswerten Kompendium zum Garmin Edge 800 im Garmin-Forum zu finden.

 

SGNL’s First Hands On zur kommenden Sony NEX-6 und den neuen E-Mount Objektiven

Fotografie

Hier ein kurzes Video zur Vorstellung der Sony NEX-6 samt des neuen Power Zooms 16-50mm f/3.5-5.6, welches auf der Photokina vom Handling und von der Haptik bereits einen guten Eindruck auf mich machte. Bin sehr auf die finale Bildqualität dieses Objektivs gespannt.

Die NEX-6 samt dem Powerzoom soll im November auf den Markt kommen.

Weiters werden auch das im November verfügbar sein werdende 10-18mm f/4 Zoom und die im Dezember kommende Festbrennweite 35mm f/1.8 kurz gezeigt.

(Video: SGNL(TM) by Sony, http://www.youtube.com/user/sgnl?feature=watch)

Und, habe ich das hier richtig verstanden? Da nuschelt er ein wenig. Sagt er bei Minute 3:02 tatsächlich „Time-Lapse Photography“ die dann „later this year“ als App hinzugefügt werden soll!? Yay! Dass ich das noch erleben darf…

Wow, damit wäre endlich meine Selbstauslöserkritik hinfällig. Selbst bei nur rudimentärester Implementation eines Timelapsefeatures könnte die Kamera meinetwegen vor sich hin fotografieren, während ich mich bei der Outdooraktivität meiner Wahl in Position bringe und dann im vorgesehenen Bildausschnitt „performe“. Egal, ob ich dafür 10, 20 oder 320 Sekunden brauche. Dann wären zwar im Anschluss die Fotos bis dahin zu löschen, das wäre aber verschmerzbar. Und vielleicht sind die Entwickler ja auch so vernünftig, und spendieren eine Startverzögerungsfunktion.

Meine Photokina 2012 Notizen – Systemkameras, Sony, Fuji und Co

Fotografie

Sony NEX-6 mit dem SEL 10-18 Zoom (Foto Sony Presse-Material)

Wie alle zwei Jahre bin ich auch letzten Freitag wieder über die Photokina geschlendert. Ganz entspannt. Mittlerweile hat man ja fast alles, was man auch nur irgendwie brauchen kann. Naja – GAS (Gear Aquisition Syndrome) ist ja immer latent vorhanden. Und das ist ja auch gut für die Wirtschaft. ;-) Aber nichts desto trotz: das Wesentliche (und noch mehr) ist schon längst (und meist in mehreren Ausführungen) vorhanden…

A pro pos das Wesentliche. Das Wesentliche ist natürlich, raus (oder ins Studio rein) zu gehen, und Fotos zu machen. Oder in der Natur zu sein, während man vorgibt, Fotos machen zu wollen… nicht das Equipment, was man dazu in mehr oder weniger umfangreicher Form mit sich herum schleppt. Aber ich schweife ab.

Und schöne Fotos gab es ja auch auf der Photokina zu sehen. Immer wieder toll, richtig gute Fotografie in edlen, großformatigen Prints ausgestellt zu sehen.

Zum ersten Mal habe ich mich nicht auf den wie üblich (noch) gut besuchten Stand der DSLRs von Canon gequetscht, um für einen Handlingtest der neuen Bodies anzustehen (und ihn dann kurz darauf zu ordern). Die neue Canon EOS 6D mag ja ganz nett sein. Aber diese schweren, voluminösen Kameras interessieren mich immer weniger. Sie haben nach wie vor ihre Berechtigung, z.B. für Action und Wildlife, aber ansonsten stellen für mich Spiegellose Systemkameras die deutlich reizvollere Alternative dar. Sei es für Travel, Street, Still Life, Macro oder Landschaft.

Die 600D von Nikon habe ich hingegen kurz angesehen. Beide KB-Vollformat-Kameras sind willkommene Zugänge in den Portfolios von Canon und Nikon.

Was mir übrigens aufgefallen ist (auch bei der ebenfalls einen Sensor in vollem Kleinbildformat aufweisenden Sony Alpha 99), ist, dass ich mittlerweile total intolerant gegenüber der ziemlich erbärmlichen Abdeckung des gesamten Sucherbildes mit AF-Positionen bin. Das war seinerzeit bei der Canon EOS 5D schon einer meiner stärksten Kritikpunkte: sowohl die generelle AF-Leistung als auch die sehr mikrige Ausstattung und Abdeckung des Bildausschnitts mit AF-Sensoren.

Wo man bei den meisten System- (und auch Kompaktkameras) sogar per Fingertip auf den Bildschirm einen Fokuspunkt auswählen kann und der selbstverständlich überall innerhalb des Bildes liegen kann, muss man bei den DSLRs mit einen kleinen Bereich in der Mitte des Ausschnittes Vorlieb nehmen, möchte man vom den schnellsten AF-Punkten profitieren bzw. über den Sucher fotografieren (was ja der Grund für den Einsatz und die Domäne dieser Kameras ist).

A pro pos Intolleranz. Ein weiterer Punkt sind da die Displays und die EVF (electronic Viewfinder bzw. elektronischen Sucher). In Zeiten, wo in jeder Hosentasche iPhones und andere Smartphones mit Retina-Displays und anderen brillianten Screens höchster Auflösung versehen sind. Wo wir vor hochauflösenden Ultrabooks sitzen und vielleicht auch mit iPads und anderen Tablets hantieren. Die (bis auf die Ultrabooks) auch eine exzellente Touch-Bedienung ermöglichen. Da stellen niedrig auflösende Displays, die schon vor einem Jahr gerade mal so eben 08/15 Ware waren, absolute Attraktivitäts-Vernichter dar!

Gerade weil bei Digitalkameras das Display (und/oder der EVF) die wichtigste (wenn nicht einzige) Darstellung der zu fotografierenden Szene und oft auch der Benutzerschnittstelle darstellt, ist dies auch mitnichten nur Nice-to-have, sondern wesentliches Funktionsmerkmal und Ergonomie-Feature.

Kommen wir mal zu den Systemkameras.

Bei Canon hatte ich mir zwar nicht die 6D, aber mit Interesse die neue Canon EOS M angesehen. Naja – dieser erste „me too“ Einstieg kann nun in Form dieses ersten Aufgusses nicht so gefallen. Vor allem die AF-Geschwindigkeit fand ich jetzt im Vergleich zu meiner Sony NEX-5n oder anderen Kompakten, wie z.B. meiner Sony RX100 oder ehedem meiner Canon Powershot S95 wirklich nicht berauschend. Mit dem Ansatz, erstmal kaum weniger als Kompaktklassen-Interface zu bieten, sehe ich auch keinerlei Motivation, dem NEX-System hierfür den Rücken zu kehren.

Canon, gib dieser Kamera Fokus-Peaking und jede Menge externer Anschlüsse, damit sie als richtige „System“ Kamera innerhalb des EOS-Systems fungieren kann. Dann wird es interessant.

Das NEX-System:

Sony sitzt wahrlich nicht auf der faulen Haut. Die beiden Neuzugänge zu den Nex-Kameras waren ja schon vor der Photokina vorgestellt worden. Die NEX-5r als Nachfolger für meine NEX-5n und die NEX-6 als Mittelding zwischen NEX-5n/r und NEX-7.

Hmm – ich habe mit allen drei Kameras etwas ausführlicher herumgespielt und bin zwiegespalten. Vom Design am besten gefällt mir die NEX-7. Die hat auch den höchst auflösenden Sensor. Und mittlerweile einen veralteten (Minolta)-Blitzschuh.

Die NEX-6 hat anstelle der Tri-Navi-Radanordnung der 7 ein Multifunktionswahlrad mit einem Wahlrad darunter. Und einen willkommenen Standard-Blitzschuh (der innendrin verborgen noch eine neue Anschlussleiste besitzt und daher von Sony Multi-Interface-Shoe genannt wird). Der wirkt aber in Form und Farbe irgendwie seltsam auf mich auf dem ansonsten schwarzen und schmalen Kameraoberteil. Und sie hat ebenfalls wie die NEX-7 einen EVF spendiert bekommen.

Die NEX-5r hat jetzt ebenfalls eine weitere Funktionstaste und ein weiteres Wahlrad spendiert bekommen. 5r und 6 besitzen denselben 16 MP-Sensor, der nun zusätzlich Phase-detection AF bietet. Aus dem Stehgreif und ohne direkten Vergleich konnte ich jetzt zum bekannten Verhalten meiner 5n keinen besonderen Vorteil erkennen.

Ich habe mir auch die Wi-Fi Funktionaltität und die Apps für die NEX-5r und die NEX-6 vorführen lassen. Naja. Das ist schon noch sehr rudimentär. Und wie befürchtet, beschränken sich die Fähigkeiten der bisherigen Apps überwiegend nur auf noch mehr sinnlosen Bildeffekten. Die hätte man auch direkt in das entsprechende Menü der Kameras packen können. Denn: man kann diese Apps nicht mit anderen Funktionen der Kamera kombinieren. Also etwa die Remote-Auslöse-App zum Fernauslösen benutzen und die Kamera macht dann eine Belichtungsreihe. Nein – es wird einfach nur ein Foto gemacht. Na immerhin, das ist auch die einzige von mir dringend benötigte Funktion, die der Kamera bisher gefehlt hat: einen sinnvolle, weitreichende Fernauslösung.

Sony – wir brauchen keine 3 verschiedene „Auslösen, wenn Lächeln erkannt“-Modi, wir brauchen sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten von grundlegenden Kamera-Funktionen und frei konfigurierbare Selbstauslöser.

Und bitte: erweitere die Smart Remote Control App so, dass sie ihren Namen verdient. Programmierbare Timer und Timelapse-Funktion wäre z.B. ein Start.

Wie ihr seht, bin ich von der Pseudo-App-Verfügbarkeit bei den Sony NEX nicht sehr überzeugt. Wie man das überzeugend und in letzter Konsequenz betreibt, zeigte Samsung mit der Samsung Galaxy Camera.

Samsung Galaxy Camera (Foto Presse Material Samsung)

Das ist im Grunde ein topaktuelles Galaxy Android 4.1 Handy/Tablett mit einem hervorragenden und die ganze Rückseite einnehmenden Touchscreen und einem Kompaktkamera-Objektiv vorne dran. Telefonieren kann man bisher nicht damit (aber skypen). Ständig online mit 3G und WiFi, Android Apps ohne Ende. Sehr intuitiv zu bedienen.

Gut, nichts für den Winter (es sei denn, man besorgt sich diese Handschuhe mit leitfähigen Fingerspitzen für die Touchscreen-Bedienung) und die Kamera kann auch nicht im RAW-Format aufnehmen. Aber wer weiss, was da noch an Apps kommt. Manuelle Einstellungen lassen sich auch treffen, wenn auch hier das Interface durch seine Verspieltheit schnell zu nerven begann. Mit der möglichen Bildqualität der Kamera habe ich mich nicht befasst – aber das Display und das Verwenden eines Standard-Betriebssystems, das stände so mancher Kamera gut!

Aber zurück zu Sony und zu den NEXen. Auch wenn es sich so gelesen haben mag, als würde ich Sony etwas (zurecht) bashen – in der Gesamtheit ist es für mich immer noch und durch die Neuankündigungen (nicht nur von Sony) das interessanteste und beste kompakte Spiegellose System. Zwar reizt mich von den neuen Bodies 5r und 6 eher keiner (5r: bis auf Remote-Auslöse-App kein Anreiz, meine 5n abzugeben, 6: mmmh – bisschen mehr als 16 MP dürften es für ein Upgrade ruhig sein). Da wäre eher die NEX 7, die mich interessiert. Aber die dürfte im Lichte der neuen Bodies dann gerne mit einem neuen Blitzschuh und auch mit Touchscreen ausgestattet werden…

Die neuen Objektive sind aber sehr interessant! Das kompakte Powerzoom 16-50mm F3.5-5.6 OSS konnte ich schon auf der Messe ausprobieren. Es macht einen guten ersten Eindruck und trägt eingefahren kaum mehr als das 16 mm Pancake auf. Ein sehr passendes Objektiv für eine kompakte Systemkamera. Ich bin schon sehr auf einen richtigen Test beizeiten bei mir gespannt. Auch das neue (leider nicht auf der Photokina erspähte) E 10-18mm F4 OSS ist eine sehr willkommene Ergänzung! Schließlich dürfte das neue E 35mm F1.8 OSS die Freunde der Standard-Brennweite zufrieden stellen.

Sehr erfreut bin ich auch über die Ankündigung von Zeiss, drei sehr feine Festbrennweiten für die Sony NEX-Reihe und für Fujis X-Mount zu entwickeln: ein 2.8/12, ein 1.8/32 und ein 2.8/50 macro, die man auf dem Zeiss-Stand unter Glas bewundern durfte.

A pro pos Fuji und X-Mount. Hatte ich noch Anfang des Jahres Fujis Design-Entscheidung leicht lästerhaft (aber völlig zurecht ;-)) ob der Riesengröße der seinerzeit erst angekündigten X-Pro 1 bedauert, so hat die Kamera trotz dieser Größe und trotz ihrer Autofokusprobleme und weiterer Nicklichkeiten in der Zwischenzeit ihre Freunde gefunden. Die gravierensten AF-Performance Probleme sind jetzt mit der neuen Firmware behoben. Die deutlich interessantere Kamera stellt für mich aber die neue Fuji X-E1 dar.

Fujifilm X-E1 (Foto Pressematerial Fujifilm)

Der Verzicht auf den optischen (Hybrid-) Sucher stellt eine dringend nötige, wenn auch leider nur leichte Verkleinerung des für eine APS-C Systemkamera immer noch sehr großen Gehäuses dar. Dieser Sucher der X-Pro1 (der auch gerade einen bestimmten Fankreis anspricht) hat mir ohnehin nicht gefallen. Zwar sicher eine technisch herausfordernde Sache, aber in der Qualität und Funktionalität weder einem ganz klassischen Messsucher, geschweige denn einem TTL-Sucher ebenbürtig. Nein – dann doch lieber ganz darauf verzichten und nur einen EVF einbauen, den aber dann richtig spezifizieren. Und lustigerweise hat die X-E1 den besseren EVF als die X-Pro1.

Wenn jetzt noch das Display schwenkbar wäre… Jedenfalls hat das ausführliche Befingern sowohl der X-Pro1 als auch der X-E1 Interesse für das System geweckt. Auch hier wie bei Sony ist zu sehen, dass die Objektiv-Roadmap ernsthaft verfolgt wird und neue interessante Objektive sowohl vom Hersteller selbst als auch von nahmhaften Objektivherstellern vorgestellt werden.

Noch eine Kamera hat mich beim Befingern und damit herumspielen doch mehr überzeugt, als das Fotos und Featurelisten bisher alleine konnten: Die (längst nicht mehr neue) Olympus OM-D. Habe ich bei ihrer Vorstellung noch bedauert, dass sie aus vorrangig modischen Gründen und Retro-Design-Anwandlungen mögliche Kompaktheit durch ihr sehr betontes (und funktional unnötiges) Pentaprisma-Gehäuse verspielt, so lässt sich diese Kamera doch erstaunlich gut handhaben und gibt ein echt schönes, klassisches Bild ab. Viele Leute sind ja auch sehr von der sich stark verbessert habenden Bildqualität ihres Sensors überzeugt. Nun – es gab auch schon davor mehr als starke Befürworter des MFT-Systems und ihrer Sensoren. Nach meinen sehr ausführlichen Tests von Systemkameras im Frühjahr diesen Jahres (Teil 1 und Teil 2) bin ich da aber skeptisch und würde auf jeden Fall erst einmal wieder einen eigenen Test machen wollen.

Ansonsten fand ich die Olympus Neuvorstellungen extrem uninteressant. U.a. natürlich aus meinen in den oben verlinkten Tests getroffenen Schlussfolgerungen.

Die neue E-PL5 konnte mich daher auch aufgrund ihres Formfaktors, des nach wie vor kleinen Displays und auch des billig und rutschig-glossy wirkenden Gehäuses nicht überzeugen.

Was gab es sonst noch so?

Über die Hasselblad Lunar macht sich ja eh schon das halbe Internet lustig. Hasselblad, wie tief bist du gesunken? Ohne Zweifel werden sie ein paar dieser schwülstig verpackten Sony NEX-7 an neureiche Osteuropäer oder Asiaten verkaufen können. Aber… du meine Güte. Leider war das Englisch des Standpersonals, welches ich befragt hatte, nicht das beste. So konnte ich nicht endgültig herausfinden, ob die in sehr vielen verschiedenen Designs (mit Holzgriff, mit Carbon, Messingfarben oder grau und und und) nun erst Mock-Ups und nur sehr grobe Entwürfe darstellen sollten oder tatsächlich schon einen Eindruck vom Finish geben sollten. Ersteres konnte ich mir nicht vorstellen, weil der halbe Messestand von Hasselblad damit in zahlreichen Vitrinen und für das Ausprobieren der Kunden ausgestattet war. Aber, das diese komischen Dinger mit billigsten Plastikdrehknöpfen und Spaltmaßen jenseits von Gut und Böse schon das fertige Produkt darstellen sollten, das kann ich mir ebensowenig vorstellen. Diese Kameras sahen aus, wie aus dem Kaugummi-Automaten gezogen. Auweh, Auweh…

Leica ist da doch aus einem ganz anderen Kaliber geschnitzt. Die neue Leica M („M 10, erm, you mean, the iPad 3? There is no iPad 3 – it’s the new iPad“ ;-)) ist interessant. Und sie beherrscht Fokus-Peaking, wie die NEX. Hat jemand übrigens noch schöne Leica R-Objektive für mich? ;-)

Interessanter finde ich die jetzt als M-E verkaufte M9. Ach, wenn sie anstelle des Messsuchers doch nur einen EVF hätte. Oder ihr Display Fokus-Peaking unterstützte…

Look Ma – Nu Wheelz! Neue Laufräder & Leistungsmessung für das Wilier Triestina GranTurismo

Produkttests, Rad fahren

KinLin XR-300 Felgen, hinten mit Powertap G3, vorne mit tune Mig 70 Nabe, an meinem GranTurismo:

Sheltered from the Rain

Weiß macht mächtig was her, nicht? ;-)
Ich finde sie richtig edel – und gleichzeitig richtig „Racy“.

Die Presse (ähm, Nutzerkommentare ;-)) urteilt: „Lecker, Lecker, Lecker!“, „…chique“, „Schön!“, „Laufräder stehen dem Rad gut!“, „Passt. :)“, „porn“

Nicht das ihr denkt, die Kommentare hätte ich mir als Stilmittel für diesen Beitrag ausgedacht. Brauchte mich da nicht anstrengen, sondern nur ein paar Reaktionen von Twitter, Flickr und Co hernehmen. :)

Wilier Triestina GranTurismo

Mein Wilier habe ich nun schon seit etwas über einem Jahr, über 9000 tolle Kilometer habe ich mit ihm mittlerweile zurückgelegt. Es sinnvoll zu tunen, fällt gar nicht so leicht. Laufräder kommen ja bei so etwas immer in Betracht. Warum es aber doch nicht so einfach damit getan ist, einfach teure und hochprofilige Carbon-Schlappen an’s Rad zu stecken, habe ich ausführlich in meinem letzten Blogeintrag über Laufräder für das Rennrad dargelegt.

Im Entscheidungsprozess war ich dann also trotz den scheinbar ubiqitären Systemlaufradsätzen bei handeingespeichten Laufrädern gelandet.

Alufelgen KinLin XR-300 in weiß

Nicht zuletzt, weil ich auch schon länger ein Leistungsmessgerät haben wollte.

Ich zeichne ja jetzt schon gerne jede meine Ausfahrten auf. Die Strecke per GPS, die Geschwindigkeit, den Puls, und die Trittfrequenz. Es macht Spaß, die Daten zu sammeln und auszuwerten, sie können sinnvoll für die Trainingsanalyse verwendet werden und nicht zuletzt ist es auch schön zu sehen, wann und wo man überall war (und wo man welche Fotos gemacht hat; den GPS-Track aus meinem Garmin nutze ich natürlich auch, um meine bei Touren gemachten Fotos zu georeferenzieren).

Eine Zeitreihe fehlte mir bis dato allerdings immer: Die Leistung.

Ja, eine Leistungsaufzeichnung ist nicht unbedingt nötig. Schon gar nicht im Hobbybereich. Aber doch mehr als nur nice to have. Und auf jeden Fall eine weitere, motivierende Kurve für mich als Datenjunkie. ;-)

Geschwindigkeit… toll, warst du alleine unterwegs, mit dem Wind, gegen den Wind, gegen wieviel Wind?
Waren viele Anstiege dabei, wenige? Haben Kälte, Schwüle, Stress oder Vorerschöpfung deinen Puls eher erniedrigt oder höher als normal getrieben?

Leistung – das ist die einzig wahre Maßzahl der objektiv gelieferten Arbeit (pro Zeit). Die Herzfrequenz zeigt den Aufwand, der dafür zu betreiben war.

Die Leistungsmessung am Rad ermöglicht unter anderem:

  • spezifische Ziele zu setzen
  • Leistungszonen für effektiveres Training zu bestimmen und zur Steuerung verwenden
  • Leistungsfortschritt objektiv messen (geht aber auch gut an einem bekannten Berg)
  • Trainingsbelastung zu quantifizieren und managen
  • An der eigenen Effizienz durch Beobachtung und Vergleich von Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Leistung arbeiten
  • zusätzliche Trainingsmotivation
  • das Pacing bei Dauerleistungen zu unterstützen

Außer Acht lasse ich jetzt mal die ganz spezifische Vorbereitung auf einzelne Rennen und das auf den Punkt in der Saison fit zu sein, das für mich als jemand, der das Rad fahren in der gesamten Saison genießen möchte, nicht so wichtig ist.

Laufradsatz mit KinLin XR-300 Felge und CycleOps Powertap G3

Welche maßgeblichen Optionen gibt es denn für die Leistungsmessung am Rad?

  • SRM (Kurbelsystem) (http://www.srm.de): Schoberer Rad Messtechnik ist quasi der Urvater der Leistungsmessung am bewegten Rad. Viele Profis nutzen es und die Qualität ist sicher eine der Besten. Aber der Preis ist prohibitv. Lohnt gar nicht, weiter darüber nachzudenken. Vor allem bei der Vielzahl der mittlerweile bestehenden anderen Optionen und derjenigen mehr, die gerade vor Markteinführung stehen.
  • Power2Max (Kurbelsystem) (http://www.power2max.de): Ebenfalls wie bei SRM wird die Leistung an der Kurbelspinne abgenommen. Sehr interessant vom Preis her. Bisher hört man fast nur Gutes. Einzige Sorge war bisher, dass die Einheiten keine Kompensation für Temperaturdrift aufwiesen. Auf der Eurobike wurde jetzt angekündigt, dass die Power2Max in zukunft mit Temperatursensoren ausgerüstet werden sollen. Mit persönlich gefiel aber nicht, dass der Einbau nicht ganz so ohne weiteres gemacht ist, wenn man eine Campa-Kurbel hat – wie immer bei Campa ;-)). Außerdem gefiel mir keine der Kurbeloptionen im Vergleich zur Chorus. Ein Behalten der Chorus-Kurbel ist nämlich bei der Power2Max leider nicht möglich. Auch das ganze Prozedere für Erwerb und Selbst-Einbau, welches auf der Power2Max Website erläutert ist, stieß bei mir nicht auf ungeteilte Freude. Hier fände ich die Option eines Rundum-Sorglos Einbaus aus Händlerhand sehr viel ansprechender.
  • Quarg (Kurbelsystem) (http://www.quarq.com) preislich ist es zwischen Power2Max und SRM angesiedelt. Gibt es auch schon länger als Power2Max. Entsprechend finden sich viele solcher Systeme bei ambitionierten Amateueren, aber auch Profis und Triathleten im Einsatz. Ohne die Systeme genau verglichen zu haben denke ich, dass Viele bei heutiger Neuanschaffung dann das auf exakt dem gleichen Prinzip beruhende Power2Max-System setzen würden. Auch hier gilt, wie auch bei SRM, man muss mit der Kurbelauswahl, die der Hersteller für seine Systeme kompatibel erachtet, zufrieden sein.
  • Powertap (Hinterradnabensystem) (http://www.cycleops.com) Auch die Powertap-Naben, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, sind preislich für den Hobby- und Amateurbereich sehr interessant. Dadurch, dass die Leistungsmessung im Hinterrad integriert ist, kann man diese auch auf mehreren Rädern einsetzen (z.B. Straßenrennrad und Zeitfahrmaschine), sofern dort das gleiche Schaltungssystem verwendet wird. Dafür ist man auf genau dieses Hinterrad aber auch angewiesen, möchte man die Leistungsmessung mitlaufen haben. Und kann nicht mal eben im Training diesen und im Rennen jenen Laufradsatz fahren. Oder für die Berge die kompakte Felge und für das Zeitfahren den Hochprofillaufradsatz hervorholen. Es sei denn, man rüstet jeden dieser Laufradsätze mit einer Powertap-Nabe aus.
  • Wie bei den Kurbelsystemen die Kurbel, so ist es hier die Nabe, bzw. der Laufradsatz, bei dem die Auswahl eingeschränkt ist. Es gibt seit diesem Jahr nur noch 2 Optionen von CycleOps direkt. Besser, man lässt sich von einem Laufradbauer was Schönes aufbauen, wie ich es jetzt habe machen lassen. Das geht auch mit Zipps oder anderen teuren Felgen, wenn gewünscht. Was nicht geht, ist die Verwendung von Systemlaufrädern.
  • Polar Look Keo (Pedalbasiert) (http://www.lookcycle.com) Diese ganz neue Art der Leistungsmessung finde ich grundsätzlich sehr interessant. Keine speziellen Laufräder und keine speziellen Kurbeln nötig. Man fährt dass, was man gerade hat oder will ohne Rücksicht auf verfügbare Optionen nehmen zu müssen. Gut, dafür muss man das Pedalsystem mögen. In diesem Fall das verbreitete Keo-System. Auch komplette Laien sollte das Wechseln von Pedalen vor keinerlei Probleme stellen. D.h. kaufen, anschrauben, losfahren. Und beim Radwechsel genauso: Loschrauben hier, randschrauben da, fertig.  Aber, der Teufel steckt im Detail: Ganz so einfach ist das mit dem Schrauben nicht. Es muss schon so einiges beachtet werden, damit kein Unsinn gemessen wird. Etwas Mühe hier wäre aber problemlos verschmerzbar.
  • Der Showstopper beim Keo-Power System ist:
    a) in meinen Augen viel zu teuer,
    b) kein Ant+ (unverzeihlich und damit selbst ins Aus geschossen. Derzeit also nur mit Polar-Headunits verwendbar, die zudem noch absolut ungenügend für das Powerbasierte Training sind.
    c) ich lese immer noch von Probleme beim Einsatz und beim Kunden
  • Garmin Vector (Pedalbasiert) (http://sites.garmin.com/vector/#power) Hier hatte ich hohe Hoffungen und sehr großes Interesse. Aus den prinzipiellen Vorteilen, die ich bei dem Polar-Look-Keo System erläutert hatte. Die Preisvorstellung fand ich auch im Rahmen und dieses System hätte auf den ANT+ Standard gesetzt. Wie man an den Problemen des Keo-Systems sieht, ist die Leistungsmessung am Pedal nicht ohne Probleme. Garmin hat sich daher entschlossen, die Markteinführung dieses Jahr wiederholt zu verschieben, anstelle das Produkt beim Kunden reifen zu lassen.

Das ist die aktuelle Situation verfügbarer und im verbreiteten Einsatz befindlicher (oder leider zurückgestellter) Leistungsmessgeräte. Wer noch ein paar Monate bis ein Jahr (oder länger?) warten kann, der wird sicherlich noch mehr Auswahl haben. Denn auf der kürzlich vergangenen Eurobike und auf der gerade laufenden Interbike wimmelte es quasi nur so vor in unterschiedlichen Markteinführungsstadien befindlichen Neuvorstellungen. Da wäre z.B. das neue kurbelbasierte System direkt von Rotor, ein sehr preiswertes Bluetooth Smart Powermeter welches die Leistung aber nicht direkt messen kann und daher nicht so ganz das Wahre sein kann, ein interessantes System von Pioneer welches aber von den Preisvorstellungen (no Way, José) und den vielen Teilen erst einmal Skepsis bei mir hervorruft und ein ganz ähnliches, aber sehr viel einfacheres und damit sowohl vom Design als auch vom Preis her vielversprechenderes System von StageONE.

Aber wie geschrieben: Diese Systeme sind erst vorangekündigt. Sie müssen zum Teil erst zur Marktreife gelangen. Rückschläge und Neubewertungen sind möglich. Die ersten Vorankündigungen des Garmin Vector Systems liegen z.B. schon Jahre zurück (war ein Konzept einer dann von Garmin aufgekauften Firma).

Von daher hatte ich mich bereits lange vor der Eurobike für eine Powertap-Nabe entschieden und bereue diese Entscheidung jetzt auch nicht.

Jedes System hat seine Fallstricke und kleinen Pferdefüße. Ich bin sicher, ich werde die der Powertap schon noch früh genug entdecken.

So oder so wird es sicher im Laufe der Zeit noch den einen oder anderen Blog-Beitrag zu diesem Themenbereich geben. :)

Powertap G3 mit Campagnolo-Freilaufkörper

Im letzten Herbst hatte Cycleops seine Naben-Familie komplett überarbeitet und das Line Up besteht für Rennräder nun aus der Powertap Pro, der Powertap G3 und der Powertap G3C, welche nach Herstellerangaben durch Verwendung von Keramiklagern nochmals 10 Gramm gegenüber der 325 Gramm leichten G3 einsparen soll. Dafür aber 400,- Euro Aufpreis? Nein.

Die 325 Gramm der G3, die jetzt auch einen sehr viel schlankeren Nabenkörper als frühere Ausgaben aufweist, stellen einen sehr guten Wert, verglichen mit anderen Hinterradnaben, dar. Verglichen z.b. mit einer Leichtbaunabe tune Mag 170 von 178 Gramm erhält man also ein Leistungsmess-System mit nur 147 Gramm Mehrgewicht. Bei schwereren Naben sieht das noch besser aus. Top! Zum Vergleich: ein Power2Max System bedeutet 190 bis 216 Gramm Mehrgewicht zur Originalkurbel.

Laufrad mit tune Mig 70 Vorderradnabe, Sapim-Speichen und KinLin XR-300 Felge

Vorne wollte ich eine tune Mig 70. Die nochmals leichtere Mig 45 hat mir nicht so gut gefallen.

Als Felgen wie eingangs erwähnt die KinLin XR-300.

Als Speichen wählte ich die Sampim CX-Ray. Mit 20 Speichen vorne und 24 Speichen hinten kommt der Laufradsatz auf folgende, von mir gewogene Werte:

Vorderrad 655 gr
Hinterrad 954 gr
Summe 1609 gr

Jeweils ohne Schnellspanner, ohne Ritzelpaket, aber mit leichtem Textilfelgenband.

Meine Fulcrum Racing 3 habe ich nach dem ummontieren auch gewogen:

Vorderrad 677 gr
Hinterrad 878 gr
Summe 1555 gr

Jeweils ohne Schnellspanner, ohne Ritzelpaket und ohne Felgenband, da dies bei den Racing 3 nicht nötig ist.

D.h. ich habe jetzt 54 gr Mehrgewicht zu vorher. Und das ist die Pulverbeschichtung der weißen KinLins. Aber weiß mussten sie halt sein. :) Schwarze KinLins wären 50 gr leichter.

Leider sind es auch ein paar Speichen mehr geworden – die Racing 3 haben weniger. Aber gut, das kann der Robustheit nur gut tun. Und die neuen Felgen sind leicht höher und vor allen Dingen: ich habe jetzt eine Leistungsmessung integriert!

Wo habe ich sie aufbauen lassen?

Ich hatte mich an Lightwolf gewandt. Da konnte ich auf seiner Webseite sehen, dass er schon des öfteren Powertap-basierte Laufräder aufgebaut hatte. Kann ich ihn empfehlen?

Hmm, da bin ich zwiegespalten. Zum einen muss der Laufradsatz sich erst noch länger in der Praxis bewähren. Ob er wirklich ohne Nachzentrieren tadellos schlagfrei bleibt und so weiter. Da legen die Laufradbauer ja immer sehr großen Wert drauf, dass das durch ihre gute Arbeit nicht nötig sei.

Dazu muss ich sagen: ich kenne es gar nicht anders. Bei mir hat noch kein Laufradsatz die Form verloren. Jaja, dann trete ich halt nicht rein wie ein Ochse und wiege halt nix, auch gut. ;-) Aber ich ballere auch schon mal sehr viel heftiger als mir lieb ist durch Schlaglöcher, Rillen, Riefen und Co – denke also schon, das ich als Belastungstester tauge.

Besonders herausragende Handarbeitsqualität kann ich auch nicht entdecken. Der Laufradsatz ist ok und gefällt mir. Nicht mehr, nicht weniger. Nichts, was ich nicht auch von massengefertigten Laufradsätzen oder von anderen Laufradbauern nicht auch erwarten, ja einfordern würde.

Was mir missfallen hat war die sehr lange Lieferzeit (gut, wusste ich vorher, aber Felix Wolf hat die avisierten 4-6 Wochen auch komplett ausgereizt), die Vorkasse (insbesondere im Licht der sehr langen Lieferzeit) und dieses kleine Detail hier an der Innenseite des Felgenhorns des Vorderrads:

Endkontrolle oder überhaupt Arbeitsbeginn an so einer Felge sollte anders aussehen.

Als ich die Laufräder aus ihrer guten Kartonverpackung zog und sie auf ihr Finish überprüfte (mich hätte nach 6 Wochen der Schlag getroffen, hätte ich sie zurückschicken müssen), entdeckte ich recht schnell diese vermeintlche „Schlacke“-Reste an einer Stelle. Also mein lieber Herr Wolf – wie oft hält man eine solche Felge beim Einspeichen in den Händen? Wie gut schaut man sich seine Werkstücke an, wenn man etwas herstellt, was 6 Wochen Lieferzeit hat? Und man Riesenbrimborium um solide Handarbeit macht?

Wäre das tatsächlich Metallschlacke oder irgendwelche festgebackenen Rückstände gewesen, wäre die Felge für den Eimer. Hätte man es nicht spurlos entfernen können, liefe jeder Reifen Gefahr, sich an dieser Stelle aufzuscheuern oder eine Vorschädigung zu erhalten.

Gott sei Dank erwies sich diese Stelle als Sinterrückstand oder Ähnliches von der Pulverbeschichtung und war problemlos mit dem Fingernagel entfernbar. Aber nochmal: Dies festzustellen, zu beheben oder einfach eine neue Felge aus dem Regal zu ziehen (oder Pronto zu besorgen) wäre Aufgabe des Laufradbauers gewesen.

Das eingelegte, selbsklebende Felgenband musste ich auch erst mal noch ein wenig richten. Und last, but not least – im Karton waren nur die Laufräder. Ich vermisste den Karton der Powertap, die Rechnung, Garantiebelege, Unterlagen zur Powertap und das zur Nabe gehörende Batteriedeckel-Werkzeug. Gut, das hatten sie vergessen – kann ja tatsächlich mal passieren. Kommt jetzt aber leider zu den anderen Sachen hinzu.

Von daher: gute Laufräder bauen sicher sehr viele Leute in Deutschland und der Welt. Leider scheint diese Kunst beim Radladen nebenan immer weniger gefragt zu sein. Aber auch wer da keinen an der Hand hat, findet einige überregionale Laufradbauer.

Ich habe da mal ein paar Links (in keiner besonderen Reihenfolge) zusammengestellt:

Lightwolf http://www.light-wolf.de
Whizzwheels http://www.whizz-wheels.de
radplan-delta http://www.radplan-delta.de
Komponentix http://www.komponentix.de
rad-spannerei.de http://www.rad-spannerei.de/laufradbau-komponenten.php
bike-exclusiv.de http://www.bike-exclusiv.de
und als Übersee-Variante z.B.: Wheelbuilder.com http://www.wheelbuilder.com

Was kostet so etwas?

Ich hatte mir im Vorfeld mal die Preise für die Einzelteile grob im Internet herausgesucht:

Für die Felgen etwa 100,- Euro pro Paar

Für die Vorderrad-Nabe Tune Mig 70: 119,-

Für die Sapim-Speichen so grob 88,-

Für die Powertap G3 z.B. 1.079,-

Mein Gesamtpreis war nur wenig teurer und ich fand ihn fair. Mit dem Aufschlag und der Händlereinkaufsspanne der Einzelteile sollte Lightwolf seinen auskömmlichen und rechtschaffenen Verdienst erhalten haben. Wenn jetzt bald mal das zur Nachsendung versprochene Paket mit den fehlenden Unterlagen ankommt und die Laufräder so bleiben, wie sie jetzt sind, bin ich auch mit Lightwolf zufrieden.

Mit dem Look und dem Fahrgefühl bin ich jetzt schon extrem zufrieden! Die Leistungsmessung funktioniert auch problemlos von der ersten Sekunde; das Pairing mit meinem Garmin Edge 800 war ein Klacks.

Jetzt bin ich motiviert am Daten sammeln, um die Leistungsdaten für meine Trainingssteuerung verwenden zu können. :)

Schnelle und rassige italienische Schönheit