Rhein-Weser-Turm und Hohe Bracht

LOTR – The two Towers – oder: Rothaar-Hawerland-Tour mit Hoher Bracht und Rhein-Weser-Turm

Rad fahren

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus. *Träller*

Naja, so richtig tolles Wetter, um mit Freude ein Liedchen zu schmettern, war heute ja nicht. Man musste immer so halb Sorge haben, ob es nicht doch Gewittern oder einfach nur Regnen würde. In Teilen der Republik hat es das ja auch getan. Und aufgrund dieser Wetteraussichten, noch etwas Arbeit und auch einer erst spät begonnen Nachtruhe (in Erndtebrück war die „Nacht der Nächte“ – eine Art verkapptes „Tanz in den Mai“ – und naja: wenn die Bühne mit zweifelhafter Musikauswahl in Luftlinie nicht mal 100 m von der eigenen Wohnung entfernt ist…) hatte ich meinen Plan aufgegeben, auch in diesem Jahr wieder zur RTF „Rund um das Bensberger Schloss“ zu fahren. Schade, diese (meine erste) RTF hatte mir letztes Jahr sehr gut gefallen.
Rhein-Weser-Turm und Hohe Bracht

So bin ich also später am Tag zu einer eigenen Tour aufgebrochen. Der 1. Mai sollte ja schließlich genutzt werden! Und so brach ich zu meiner LOTR – The two Towers Tour auf: Lustig ohne Tempo rasen – die zwei Türme. Turm 1: die Hohe Bracht. Turm 2: der Rhein-Weser-Turm.

Gespickt mit einigen der schönsten Kletterstücken der Region und jede Menge Aussichten über das Land und Sehenswürdigkeiten oder Möglichkeiten zu Abstechern führt diese Tour zunächst von Erndtebrück nach Röspe, wo der eigentliche Tourbogen beginnt.

Zunächst geht es Richtung Aue-Wingeshausen, um dort den Anstieg nach Jagdhaus zu nehmen. Hier sind auch schon die Profis bei der (leider bisher letzten) Deutschland-Tour 2008 durchgekommen und hochgerast. Eine Sprintwertung war übrigens in Erndtebrück. Ich rase nicht, bummle aber auch nicht. Noch vor Jagdhaus kommt man an der Wisent-Wildnis Wittgenstein vorbei, die in diesem Sommer eröffnet werden soll. Hinter Jagdhaus beginnt eine schnelle Abfahrt durch den Wald, die ich aber heute zum ersten Mal nicht in Fleckenberg beende, sondern ich fahre vor der Serpentine nach links in einen kleinen Wirtschaftsweg, auf die Uentropstraße.

Wirklich ein sehr reizvolles kleines Tal, durch dass sich der schmale Weg mit bestem Asphalt Richtung Lenne erstreckt. Definitiv eine ernsthafte Alternative, immer diesen Weg zu nehmen, wenn es von Jagdhaus bergab geht. Bergan muss aber durch Fleckenberg gefahren werden! Warum? Das ist die schwierigere Variante mit ordentlich Steigungsprozenten direkt aus Fleckenberg heraus, hehe. ;-)

Im kleinen Ort Lenne komme ich zur B 236, auf die ich nach rechts einbiege. Aber auch schon nach wenigen hundert Metern wieder nach links auf die K 25 verlasse. Jetzt geht es erst kurz hinauf und durch Harbecke. Sehr schön die kleine Kapelle, um die die Straße richtiggehend einen Bogen schlagen muss. Es folgt eine weitere, nicht zu unterschätzende Steigung, die richtig schön parabolisch den Gradienten anzieht; bis auf maximal 14 % zum Schluss, bevor es nahe der Kuppe bei einem Windrad flacher wird. Dafür hat man dort oben einen wunderschönen Blick zurück. Gerade in der Abenddämmerung. Das untenstehende Foto habe ich dort im letzten Herbst von der Gegenseite kommend aufgenommen.

In Werpe bin ich im Hawerland oder auch Bauernland angekommen. Hier ist die Landschaft wesentlich offener und gewellter, nicht so stark eingeschnitten und bewaldet wie das Rothaargebirge an dessen Nordrand ich nun quasi entlangschramme. Die Abfahrtstrecke zwischen Bracht und Oedingerberg macht schon Laune. Von Oedingen über Oberelspe folgt die Strecke auf der B 55 dem Tal der Elspe und ist entsprechend flach. Das ändert sich rapide, als ich im Kreisverkehr vor Elspe links den Berg über Halberbracht hochfahre, um ins Lennetal zu gelangen.

Öha, 12 % sagt das Straßenschild. Knappe 13 % meint mein Garmin in der Spitze. Scheißegal, der Hübbel wird maximal angegriffen, meine ich! So steigt der Puls hier gut in den oEB-Bereich. Wer oben zusammenklappt, befindet sich immerhin voll in der Zivilisation. Oben auf der Kuppe befindet sich der kleine Ort Halberbracht und ich meine, die einer oder andere Einkehrgelegenheit direkt an der Straße gesehen zu haben… ;-)

Schade, das auch hier im Sauerland augenscheinlich kaum ein Rennradler Strava benutzt. Ich hätte fest damit gerechnet, dass ich nicht der erste wäre, der hier eine Zeit setzt. War ich aber leider. Tja – mehr Strava-Nutzer braucht das Land! :) Überhaupt: kaum ein Rennradler: Heute habe ich nur ganze 2 Rennradler (und vielleicht ein, zwei weitere Leute auf dem Rad gesehen). Eigentlich seltsam an einem Feiertag. Und soo schlecht war das Wetter ja auch nicht. Waren wohl alle mit Bollerwagen ziehen oder direkt im Trinkzelt sitzen beschäftigt. Entsprechende Wandergrüppchen habe ich dann auch ab und an gesehen.

Von Meggen fahre ich nach Lennestadt und noch bevor ich es richtig realisiere, bin ich schon in der Steigungsstrecke zur Hohen Bracht. Direkt am Ortseingang Lennestadt fahre ich am Krankenhaus vorbei auf die L715, die Olper Straße. Mit angenehmen, recht gleichmäßigen knapp 6 % führt der Anstieg zum Kulminationspunkt der L 715. Hier ist aber erst die Hälfte geschafft. Links ab, dem Schild zur Hohen Bracht folgend, geht es auf gut ausgebauter Straße weiter. Immer wieder öffnet sich sowohl der Blick zum Ziel, dem Aussichtsturm auf der Hohen Bracht, als auch weit über das Rothaargebirge und über Kirchundem. Heute fahre ich auch wesentlich lockerer hoch, als bei meiner Erstbefahrung im letzten Oktober (da kam ich von der Bilsteiner Seite).

Oben an der Hohen Bracht, die sich sicher hervorragend für eine Kaffee und Kuchenpause eignet, und die heute nicht sehr gut besucht erscheint (ist halt kein Bierzelt…) genehmige ich mir einen Riegel. 620 m über NN soll es hier sein? Sagt zumindest die Website. Mein Garmin sagt für zwei Befahrungen allerdings gerade mal so um die 560, vielleicht 580, wenn es „hoch“ ;-) kommt. Ähnliches lässt sich auch den Höhenlininen der Geländekarte ablesen.

Sei’s drum. Der nächte Turm liegt höher. Auf zum Rhein-Weser-Turm! Hierfür rolle ich zunächst entlang der Siegener Straße Richtung Kirchhundem, lasse das aber rechts liegen und folge der L 553 nach Würdinghausen. Hier merke ich, dass ich beim Routen anlegen in GPSies eine etwas komische kleine Variante durch das Industriegebiet fabriziert habe. Naja, jetzt kenne ich das auch. ;) Ein Umweg war es nicht, aber über einen Fußweg mit Gehwegplatten muss man auch nicht unbedingt fahren…

Am Kreisverkehr komme ich auf die Hauptstraße und folge der L 553 Richtung Bad Berleburg und Rhein-Weser-Turm. Weil es aber gut läuft, das Wetter gehalten hat und ich noch ein paar Extrakilo- und Höhenmeter sammeln möchte, biege ich bald rechts Richtung Marmecke ab und hole mir einen kleinen Schlenker über die kleinen Orte Marmecke und Rinsecke. Übrigens, Rinsecke. Früher, also, so richtig früher, da gab es noch keinen Panoramapark. Aber es gab schon ein Wildgehege dort oben. Damals hiess es: „Komm, wir fahren in die Rinsecke“. Ahh, das ist ewig her…

Hinter Rinsecke komme ich aber wieder auf die L 553, die ich für diesen kleinen Schlenker verlassen hatte. Mit Blick auf das Wasserschloss Adolfsburg führt die Straße am Südrand von Oberhundem vorbei in den Anstieg zum Rhein-Weser-Turm. Auch diese Strecke, die immerhin richtige Serpentinen hat, sollte man mal gefahren haben, wenn man zu Besuch im Sauerland oder im Wittgensteiner Land ist. Durch die Serpentinen führt die im letzten Herbst sanierte und jetzt mit bester Oberfläche glänzende Strecke mit sehr angenehmer Steigung von nur rund 4,5 % im Schnitt hoch zum Rhein-Weser-Turm. Turm Nummer zwei meiner Two Towers Runde. Vor dort fahre ich zügig herab bis nach Röspe und von dort dann wieder im Gegensatz zu eigentlich kürzer geplanten Route über die Dörfer Birkelbach und Birkefehl. Ich will noch die 100 km voll machen und so fahre ich am Flugplatz Schameder vorbei über Leimstruth und Schameder zurück nach Erndtebrück.

Die Tour kann übrigens wie immer als gefahrener GPX-Track aus Strava exportiert werden, wenn man dort eingeloggt ist. Alternativ habe ich auch die in GPSies geplante Variante zum Download dort abgelegt.

Distanz: 103,14 km, Höhenmeter: 1553 m, Zeit: 4 h 31 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,8 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 26,1 km/h, Durchschnitts-HF: 135

auf Strava:

Übrigens, nicht wundern: ich teste gerade WordPress.com… :)

2 Gedanken zu “LOTR – The two Towers – oder: Rothaar-Hawerland-Tour mit Hoher Bracht und Rhein-Weser-Turm

    1. Danke :)
      Das mit den Fotos ist übrigens ein cooler Trick – es sorgt automatisch dafür, dass man mal den Hintern entlastet, zum Rückenstrecken und entspannen kommt… ;-)
      Gut, dass es jetzt wieder wärmer wird und einem nicht eiskalter Wind auf verschwitztem Körper sofort die Fotomotivation vermiest.

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