Im Ilsetal

Pfingsttouren mit dem Rennrad. Zu Dritt durch das Wittgensteiner Land.

Rad fahren

Vor einiger Zeit kontaktierte mich Katrin, ein netter Twitterkontakt. Den ich auch gar noch nicht so lange habe. Augenscheinlich hatten meine Tourbeschreibungen und Fotos in ihr die Motivation geweckt, sich die landschaftlichen Reize des Rothaargebirges aus eigenen Augen anzuschauen und gleichzeitig ein paar Höhenmeter zu sammeln.

Im Ilsetal

Über Pfingsten buchte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Gerry in einer Pension nahe des Berleburger Schlosses ein. Dem Wunsch im Vorfeld, ihr doch ein paar Strecken zu empfehlen, kam ich gerne nach. Überlegte ich im Vorfeld noch, eventuell über Pfingsten beim Bimbacher Radmarathon in der Rhön zu starten, verwarf ich das und plante zwei schöne Touren (und eine dritte, kurze als Montagsreserve), um im Idealfall zwei neue Fans des Wittgensteiner Lands zu gewinnen und auf jeden Fall zwei angenehme Ausfahrten in Gesellschaft und durch ein paar Highlights der Region genießen zu können.

Das Wetter spielte auch mit, besonders am Samstag, und so konnten wir zu dritt zwei tolle Pfingsttouren von Bad Berleburg aus auf schmalen Reifen durch das Rothaargebirge unternehmen.

Ich hatte die Strecken jeweils mit Start und Ziel in Bad Berleburg geplant. Schließlich waren Katrin und Gerry dort untergebracht. Die Touren habe ich auch bei GPSies abgelegt. Wer sie nachfahren möchte, kann sich also dort die Strecken anschauen und im gewünschten Format für das GPS-Gerät oder den Radcomputer der Wahl herunterladen. Oder er liest sich erst mal die beiden folgenden Berichte von Samstag und Sonntag durch… :)

Samstag, 26. Mai, Rennrad-Tour Nord und Süd vom Rothaarkamm rund um die Wittgensteiner Schweiz bis zum Dach Westfalens und durch das Sauerland

Ausgangspunkt Bad Berleburg bedeutete für mich als Erndtebrücker natürlich zuerst mal, nach dem Frühstück von Erndtebrück nach Berleburg zu radeln. Dort hatten wir uns am Bahnhof verabredet. Heute war ich früh genug, dass es nicht in ein Zeitfahren ausarten musste. Zu Hilfe kam mir dabei, dass ich mittlerweile auch so schon eine ganz angenehme Reisegeschwindigkeit anschlagen kann, ohne in den Entwicklungsbereich zu kommen.

Pünktlich um 11:00 Uhr kam ich am Bahnhof an und sah die beiden schon. Erkennen fiel leicht. Etwas dabei geholfen hat natürlich der Umstand, dass sonst keine Radfahrer und ganz speziell keine Rennradfahrer in der Nähe waren. Ein Umstand, den die beiden in beiden Tagen öfters erstaunt erwähnten. Sie konnten sich, völlig zurecht, wie ich meine, kaum vorstellen, dass es in einem solch tollen Revier so wenige Rennradler gibt. Tja – da sind wir hier noch Entwicklungsregion. Aber, wie mir die beiden auch bestätigten, wir haben hier alles da: schöne Straßen, tollste Landschaft, anspruchsvolle Strecken (da könnte der Hase im Pfeffer liegen, Punkt 1) und wenig Verkehr (Hase im Pfeffer, Punkt 2 – wenig Verkehr wegen wenigen Leuten = wenig potenzielle Radfahrer, die zudem auch häufig unsere waldreiche Heimat per Mountainbike erkunden).

Ich fand die beiden auf Anhieb sympathisch und nett und dafür hätten sie auch gar nicht so ausführlich mein Wilier Triestina GranTurismo bewundern müssen. ;-)
Vor allem, da auch Gerry mit seinem schwarzen Look einen wirklich edlen und geschmackvoll ausgestatteten Renner unter den Beinen hatte und Katrins Cannondale SuperSix einfach ein typischer, schöner und sehr guter Cannondale Klassiker ist.

Nach etwas Kettengesprächen schlug ich dann als erste Tour diejenige mit den meisten Höhenmetern als Tour des Tages vor. Stark anfangen und direkt zum Dach Westfalens war die Devise.

Und so führte ich die beiden vom Bahnhof über den Kreisel und der Straße am Sähling direkt über Nebenstraßen nach Wemlighausen, wo auch schon das erste Schmankerl der Tour wartete: der recht knackige Anstieg zum kleinen Weiler Laibach. Auch landschaftlich finde ich diese Ecke (und auch die folgenden) besonders reizvoll. Und wie ich an den Blicken sah und mir auch wortreich bestätigt wurde: da war ich nicht alleine… ;-)

Nach dem Durchschaufen ging es durch lichten Laubwald zunächst bergauf, dann flach weiter. Zur Belohnung winkte der Blick über das Edertal bei Schwarzenau. Nach einer Abfahrt und etwas Rollerstrecke kamen wir nach Elsoff. Wie gut, dass ich im Vorfeld alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte, und das Elsoffer Schützenfest extra auf Pfingsten legen liess… *Hust* ;-) So präsentierte sich Elsoff noch herausgeputzter als sonst schon und bot mit Willkommenskränzen, Wimpeln und Birkenreisern entlang der Straßen ein einladendes Bild. Da hab ich extra eine kleine Schleife durch das Dorf eingebaut, um etwas mehr an Eindrücken sammeln zu können.

Aus Elsoff heraus schlugen wir die Richtung nach Alertshausen ein. Hier bogen wir am Hinweisschild zum Grillplatz über den Bach links ein. Der folgende Anblick des im Einstieg kurz an die 12/13 % steilen Sträßchens machte Eindruck ;-). So steil bleibt es aber nicht und im weiteren folgten wir der kleinen Straße „Zum Katzensprung“ bergauf vorbei an Wiesenflächen, Lichtungen und schließlich Nadelwald, um uns kurze Zeit später unweit von Hof Teiche schon wieder scharf in eine Waldabfahrt nach Diedenshausen zu wenden. In Wunderthausen, meine Tourgäste kennen das Prozedere mittlerweile, folgt natürlich der nächste Anstieg. Der ist aber relativ verhalten, bietet aber deswegen nicht minder schöne Ausblicke. Wie hier vom Kraftsholz.

Kraftsholz

Vom Kraftsholz geht es auf schneller Abfahrt bergab. Wir nehmen aber nicht den gesamten Schwung in die anschließende Flachstrecke, sondern biegen am Wittgensteiner Angelparadies scharf rechts ab, um wieder wieder auf schmalem Wirtschaftsweg durch den Wald zu rollen. Vorbei am Hof Dambach geht es über eine Kuppe hinüber nach Girkhausen. An der Wallfahrtskirche vorbei folgen wir der sanft ansteigenden L 721 um etwas später doch steiler hoch nach Neuastenberg zu fahren. In der Folge fahren wir nicht direkt bis nach Winterberg, sondern biegen vorher nach links Richtung Altastenberg ab.

oberhalb von Girkhausen

Wir hatten uns vorher etwas über Strava unterhalten und als wir gerade abbogen meinte Katrin, sie würde dann lieber runterschalten. Ich meinte, ich würde hochschalten, ich müsse ein paar Holländer versägen, es gäbe hier ein entsprechendes Segment. Gerry meinte nur: „Go for it!“ ;-)

Dieses Segment ist recht kurz, es ist nur rund 1,3 km lang und weist 68 Höhenmeter vom Abzweig der Landstraße bis zum Kahlen Asten auf. Nach kurzem Halt vor dem Abbiegen aufgrund Gegenverkehr trat ich dann richtig rein (natürlich alles im Rahmen meiner immer noch bescheidenen Möglichkeiten). Puh, das war hart, ich ging sofort in den anaeroben Bereich und erfuhr somit eine neue HFmax (von 182 auf 183). Konnte mich aber stabilisieren und ohne zu platzen bis ganz nach oben fahren. Bin wirklich mit mir zufrieden, auch wenn ich den KOM (King of Mountain) um nur 3 Sekunden verpasste. 3 Min 20 Sek und ein resultierendes Mittel von 23,6 km/h und den zweiten Platz im Ranking erreichte ich. Blöd, dass mein lokaler (und wesentlich jüngerer ;-p) Strava-Kontakt Julian aus Medebach sich dadurch angestachelt sah (ich hatte ihn nämlich auch übersprintet ;-)) eine neue Anstrengung dort zu unternehmen und sich einen Tag später den KOM zu holen. Na, auch gut – damit ist der Kahle Asten wenigstens wieder in lokaler Hand. Aber: Ist Strava nicht ein cooles, motivierendes Radportal? Ja, ist es! :)

Kahler Asten

Kurze Zeit nach mir kam dann auch Gerry und in der Folge dann Katrin oben am Gebäude am Kahlen Asten an. Das Dach der Tour ist gleichzeitig das Dach Westfalens: Der Kahle Asten! Hier genossen wir erst mal die Aussicht, schauten uns die Leute an, die hier auch Rast machten (viele Motorrad-Fahrer) und verpflegten uns. Lecker Apfelstrudel mit Vanillesoße. Mjamm! Leider dauerte es etwas, bis wir diese auch tatsächlich auf dem Tablett, und in der Folge bezahlt, hatten. Zu viele Motorradfahrer in der Schlange an der Theke vor uns, die vom Gashebel drehen dermaßen erschöpft schienen, dass sie ihre leeren Speicher mit Mengen an Pommes Frites und Currywurst wiederbefüllen mussten…

Frisch gestärkt folgt jetzt eine lange Abfahrt. Zunächst vom Kahlen Asten nach Altastenberg, von dort über das große Bildchen und durch das Sorpetal bis nach Winkhausen. Von dort fahren wir direkt wieder über Wirtschaftswege nach Grafschaft und weiter nach Fleckenberg, um die letzte große Herausforderung des Tages anzunehmen: der Anstieg nach Jagdhaus. Das ist einer von drei Anstiegen, den die Bike-Arena Sauerland mit kleinen Kilometermarkern versehen hat, um den geneigten Radler anzuzeigen, wie lange er noch zu leiden hat, äh – wie er sich die Kräfte einzuteilen hat. ;-)

Vorher passe ich die Tour ein klein wenig an, um Katrin und Gerry noch ihre Flaschen nachfüllen zu lassen. Hier erfahre ich auch, dass man selbst mit der Farbe des Sportgetränks ein Fashion Statement, äh, Rennrad Style betreiben kann. Es geht dabei aber nicht um Anwesende… :)

In Fleckenberg geht der Anstieg zum Jagdhaus sofort mit einem Ausrufezeichen los: Mit 11 % fährt man aus Fleckenberg heraus. Wie im Vorfeld schon praktiziert, fahren wir in Anstiegen jeder unser eigenes Tempo bzw. ich fahre mit Gerry vorn.
So ist optimales Raufkommen auf den Berg gegeben, ohne dass man sich quälen muss oder sich aus falschem Ehrgeiz platt fährt. Schliesslich soll die Ausfahrt ja auch genossen werden. Ich begleite Gerry, der eine starke Leistung an den Tag legt. Obwohl älter als ich und nicht im Mittelgebirge heimisch, kam er da super hoch. Ich war auch schon in Zone 3 und 4. Und war selbst erstaunt, dass ich dabei schön ruhig und locker atmete. Gerry meinte dann auch zu mir, ich könne doch bitte wenigstens mal etwas lauter atmen… ;-)

Jagdhaus

Geschafft! und QOM ;)

Auf der Abfahrt von Jagdhaus nach Wingeshausen kamen wir an der Wisent-Wildnis Wittgenstein vorbei. Die Wisente sind schon drinnen; eröffnet wird das Schaugehege allerdings erst im Sommer 2012. In Wingeshausen angekommen folgen wir der Eder (mit Sonne in den Speichen, wie Katrin bemerkt) bis nach Berghausen, um dort über den Stöppel wieder nach Bad Berleburg zu kommen. Hier wartet noch der Schlossberg mit einer kurzen, aber knackigen Bergankunft auf uns, die wir im Anschluss sofort mit einem großen, alkoholfreiem Weizen draußen vor der Alten Schule begießen. Herzlichen Dank noch mal für das Einladen dazu, und auch für den Apfelstrudel. :)

Nachdem wir bei dem Weizen in der Sonne die Eindrücke der Tour rekapitulierten, wünsche ich den beiden einen schönen Abend und fahre über Weidenhausen und Leimstruth nach Erndtebrück zurück.

Distanz: 130,4 km, Höhenmeter: 2095 m, Zeit: 8 h 05 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,8 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 22,2 km/h, Durchschnitts-HF: 130

GPS-Track zum Download auf GPSies

auf Strava:

Sonntag, 27. Mai, Rennrad-Tour von Bad Berleburg über Feudingen durch das Ilsetal und entlang der Eisenstraße ins Sieger- und dann Sauerland…

… und über den Rhein-Weser-Turm zurück.

Und inklusive meiner gewählten An- und Abfahrt von und nach Erndtebrück habe ich da aber eine schöne Track-Grafik gemalt, fällt mir beim Download der Streckendaten von meinem Garmin Edge auf:

Heart of the Rothaar Mountains

Erinnert mich an ein Herz. Il cuore delle montagne Rothaar (auf italienisch, denn der Giro d’Italia wird heute auf seine finale Etappe gehen) oder Heart of the Rothaar Moutains.

Auch am Sonntag wollen wir uns zur gleichen Zeit am Bahnhof in Berleburg treffen. Ich muss mich etwas mehr sputen, da ich vor dem Losfahren nochmal Druck auf das Hinterrad geben muss (wie ich beim Routinecheck vor dem losfahren unerwartet feststelle). So fahre ich in einer knappen halben Stunde mein erstes Intervall des Tages und komme gut aufgewärmt bei Katrin und Gerry an.

Heute fahren wir zuerst auf langgezogener, sehr verhaltener Steigung in Richtung Südwesten zur Leimstruther Höhe. Hier geht es über bester Oberfläche mit geschwungen Kurven bergab bis nach Holzhausen. Eine schöne Rollerstrecke, die ich sehr gerne bis Sassenhausen und dann flach weiter entlang der Lahn bis nach Bad Laasphe fahre. Heute biege ich mit Katrin und Gerry aber Richtung Steinbach ab. Die Abfahrt, aber auch der Blick in das Nebental Richtung Steinbach und Rückershausen, verfehlt ihre Wirkung nicht. Hätte ich im Vorfeld gar nicht so erwartet, wurde mir aufgrund der Reaktionen von Katrin und Gerry auch heute wieder des öfteren (an erwarteten, aber auch nicht erwarteten Stellen) verdeutlicht: Wittgenstein macht Eindruck. :)

Licht- und Schattenmuster, Leuchtendes Laub

Bald sind wir in Feudingen und fahren zum Einstieg des Ilsetals und dann immer der Ilse folgend zuerst sanft, und am Ende vor Heiligenborn, sehr steil bergauf. Für mich ist das Ilsetal das Kleinod des Wittgensteiner Lands. Ein wunderbares, kleines und schmales Tal, in dem natürlich gerade im Mai frisches Grün von Wiesen und Bäumen richtiggehend strahlt, ein kleines (leider in schlechtem Zustand befindliches) Sträßchen hindurch und Richtung Heiligenborn und Eisenstraße führt und im Talgrund die Ilse plätschert.

Gerry und Katrin im Ilsetal

Mein Wilier Triestina in HeiligenbornOben an der Eisenstraße angekommen, fahren wir an der Lahnquelle vorbei zur Siegquelle und schauen uns diese kurz an. Weiter führt die Eisenstraße mit ihren charakteristischen, langen Geraden durch den Wald, die Katrin an beinahe schon kanadische Verhältnisse erinnert. Hier oben habe ich wohlweisslich einen kleinen Abstecher zum Forsthaus Hohenroth, bzw. zum dortigen Café Waldland, eingeplant. Hier gibt es an Sonn- und Feiertagen leckeren, selbstgebackenen Kuchen. Bzw. frische Waffeln. Ich nehme welche mit Zimt und Zucker und Katrin und Gerry mit Puderzucker. Zusammen mit einem Pott Kaffee kann man es da aushalten. Schön, auch mal in Gesellschaft zu radeln – alleine kehre ich nur alle Jubeljahre mal irgendwo zu Kaffee oder Kuchen ein.

Im Ilsetal

Nach einem kurzen Blick auf die Hirsche im Wildgehege fahren wir entlang der Eisenstraße weiter bis Lützel Siedlung, nicht ohne vorher an der „Schönen Aussicht“ eben diese weit über die Höhen des Siegerlandes auf uns wirken zu lassen. Jetzt ging es die B 62 und dann die B 508 herab bis nach Hilchenbach. Wieder eine schöne Abfahrt, wo man es geschmeidig laufen lassen kann. Das wurde am Sonntag allerdings etwas durch den starken Verkehr Richtung des in unmittelbarer Nähe befindlichen Giller und des bekannten Pfingsfestivals KulturPur getrübt. In Hilchenbach angekommen, wurde es dann aber wieder ruhiger. Sanft ansteigend bis nach Oberndorf, dann „etwas“ weniger sanft. Ich war mit Gerry vorne und erwähnte es noch „guck mal, überall vor uns Wald, wir kommen hier nicht mehr raus“ und dann „gleich wird’s steiler“. Leider hatte Katrin das Memo nicht gekriegt… ;)

Der Anstieg zur Oberndorfer Höhe weist mehrere Spitzen bis knapp über 13 % und im Mittel gute 11,5 % auf. Ahemm. Aber ich hatte im Vorfeld meiner Planungen extra gefragt, wie steil es denn maximal werden dürfe und als Antwort 16 % erhalten… Und ich wusste, sie hatte auf meine Empfehlung ein angepasstes Ritzelpaket montiert… also… ;-)

Oberndorfer Höhe. Zu erschöpft, um mich zu erwürgen - puh, noch mal Glück gehabt... ;-)

Nun ja, somit war quasi der sonntägliche Königsanstieg erklommen (zwar nicht der höchste, aber der härteste) und es wartete nur noch der Anstieg zum Rhein-Weser-Turm. Dieser wurde auch nach der Abfahrt bis nach Würdinghausen und der Anfahrt Richtung Oberhundem erreicht. Viele Serpentinenkurven bedeuten allerdings einen sehr komfortablen Steigungsschnitt von unter 5 % im Mittel. Der im letzten Jahr frisch sanierte Asphalt tut ein übriges. Geschmeidig erklimmen wir den Gipfelpunkt der heutigen Tour. Nicht ohne wieder ein paar tolle Blicke über die Höhen des Sauerlandes zu erhaschen. Leider (und schon total verwöhnt durch die sehr ruhige gestrige Tour) müssen wir uns diese schöne Strecke aufgrund des Feiertags mit nicht wenigen Motorrädern teilen. Das ist hier zwar noch relativ verhalten, aber Sauerland und die Hotspots wie Rhein-Weser-Turm und Co sind halt nicht nur Anziehungspunkte für kurven- und anstiegssüchtige Rennradfahrer…

Ab dem Rhein-Weser-Turm geht es erst in einer sehr schönen Abfahrt und dann auf toller Rollerstrecke mühelos bis ganz nach Bad Berleburg. Ein letzter Hüpfer über den Stöppel und dann wieder die Bergankunft zum Schlossberg und wir können wieder am gleichen Tisch mit dem gleichen Getränk auf die gelungenen zwei Tage anstoßen. Es hat mich sehr gefreut, dass es Katrin und Gerry so gut gefallen hat und dass ich wir auch tolles Wetter hatten. Das können wir gerne mal wiederholen.

Natürlich waren die beiden von ihrer Heimat her keine Anstiege wie hier gewöhnt. Daher sind wir, von Anstiegen abgesehen, auch von der Durchschnittsleistung und Durchschnitts-HF sehr entspannt gefahren. Nichtsdesto trotz fand ich es nicht nur angenehm, sondern fühle auch einen schönen Trainingseffekt. Bis zu diesem Wochenende hatte ich vom Trainingsplan (und den vorgesehenen/ zur Verfügung stehenden Stunden) her nämlich erst einmal eine maximale Streckenlänge von 114 km zurückgelegt. Und an diesem Wochenende mit meinen An- und Abfahrten von Erndtebrück je zweimal etwa 140 km. Sehr schön!

Distanz: 139,3 km, Höhenmeter: 1525 m, Zeit: 7 h 29 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,6 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,2 km/h, Durchschnitts-HF: 127

GPS-Track zum Download auf GPSies

auf Strava:

Galerie mit weiteren Fotos:

Amtshäuser Höhe - weiter Blick über die Höhen des Wittgensteiner Lands

Dille hüh, 6 x Amtshäuser Höhe und Dille hott: Hill-Repeats

Rad fahren

Ahh – schönstes Wetter. Richtig warm. 22,4 °Celsius im Mittel während des Trainings. Und endlich wieder (nach der dringend nötigen Erholungswoche) richtig reinhauen können.

Heute auf dem Programm: M2 Cruise Intervals: 6 x 6 Min Zone 4 u. 5a (also Puls 159 bis 163, evtl. bis 167), mit 2-3 Min Pause

Hierfür hatte ich mir wieder die Amtshäuser Höhe ausgeguckt. Einmal hochfahren vom Ortsschild Ortseingang Amtshausen bis oben kurz vor der Einmündung auf die B62 (wo der kleine Wanderparkplatz ist) bedeutet ziemlich genau 100 Höhenmeter mit im Mittel 7,3 %, überwiegend knapp über 10 und in der Spitze 13 % Steigung. Und ich brauche ziemlich genau 6 Minuten dafür. Wie dafür gemacht. :)

Amtshäuser Höhe - gleich wird's abschüssig...

Amtshäuser Höhe – gleich wird’s abschüssig…

Und abwechslungsreich und reizvoll (wie eigentlich fast überall hier im Wittgensteiner Land) ist es obendrein.

Amtshäuser Höhe - kurz unterhalb des Bahnübergangs

Amtshäuser Höhe – kurz unterhalb des Bahnübergangs

Mit heute 6 Intervallen habe ich eines mehr geschafft als bisher. Bis zum dritten ging’s super, beim vierten dachte ich, „Oh mann, da geht der Puls aber nicht mehr ganz so hoch“ – ging er aber dann doch. Auch das 5. Intervall war noch stark und das 6. war gut, aber nicht mehr ganz so hart. Auf der folgenden Abfahrt ein paar Fotos gemacht und dabei so erholt, dass ich auf der Rückfahrt über das Dille schon wieder gut gedrückt habe und es schön flüssig lief.

Insgesamt sprang dabei ein neuer Rekord an der Amtshäuser Höhe und eine neue 3., 4., 5. und 6. beste Zeit heraus. Gutes Zeichen, das Training wirkt. :)
Auch am Dille von Rüppershausen hoch einen neuen Rekord gesetzt. Fein.

Amtshäuser Höhe – weiter Blick über die Höhen des Wittgensteiner Lands

Zum Schluss fehlten mir unten in Erndtebrück noch 22 Höhenmeter für die vollen 1000; daher noch einmal kurz den Hachenberg hoch.

Schönes Training :)

Distanz: 37,29 km, Höhenmeter: 1001 m, Zeit: 1 h 56 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,3 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 21,7 km/h, Durchschnitts-HF: 143

auf Strava:

Brussels Express

Rad fahren

Ein sehr gut gemachter Film. Brussels Express von Sander Vandenbroucke. 19 Minuten, die es auf jeden Fall Wert sind. Sowohl vom Schnitt, von den Bildeinstellungen her als auch von der Botschaft. Es geht um den Radverkehr, bzw. um den Verkehr in Brüssel. Eingebettet in einem Kurzdokumentarfilm über Radkuriere in der am schlimmsten autoverstopften Stadt Europas mit nur 4% Anteil an Radverkehr.

Das ist nicht das „übliche“ einfach nur cool gemachte Radvideo. Hier kommen auch interessante bzw. relevante Leute zu Wort, etwa der Ex-Bürgermeister von Kopenhagen.

Nun bin ich bei weitem kein Rad-Aktivist, nicht mal jemand, der täglich oder oft mit dem Rad zur Arbeit fährt. Ich würd’s zwar ab und an gern mal, aber bei über 27 km und etlichen Höhenmetern ist das nicht mal eben so gemacht. Zudem ist morgens jede Minute kostbar… ;-) Trotzdem, es müssen bessere Bedingungen für uns alle (ob zu Fuß, mit dem Rad, mit dem ÖPNV oder auch mit dem Auto) her. Und viel davon können wir erreichen, wenn wir Letzteres öfters mal stehen lassen.

Bobbahn-Sprint, Bergzeitfahren, Krombacher Siegerland-RTF und mehr – Jedermann-Radsport in den kommenden Wochen rund um’s Wittgensteiner Land

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In den kommenden Wochen wird es in Siegen-Wittgenstein bzw. in allernächster Umgebung wieder ein paar kleine, aber sehr feine Rennradsportgelegenheiten für Jedermann geben.

Da wäre zum einen das allerdings schon heute stattfindende (und damit hier nur der vollständigkeit erwähnte) 14. Ostheldener Radrennen des RSV Osthelden in Kreuztal-Buschhütten, zwar ein Rennen für Lizenzfahrer verschiedener Altersklassen, welches aber auch einen Modus für Jedermann-Fahrer bietet. Es handelt sich dabei um ein, ja, kann man Kriterium bzw. „Rund um den Kirchturm“ Rennen sagen? Auf sehr kurzer Runde (nur 1 km, sagt die Pressemitteilung) zirkelt man x-Mal rund, bis die Gesamtrenndistanz zurückgelegt ist. Persönlich muss ich ja sagen, dass mich so etwas nie wirklich interessiert hat…

Ein ganz ähnliches Event ist der Pfingstpreis von Dautphe am Pfingstmontag, den 28.05.2012. Auch hier ein Lizenzrennen auf einem mehrfach zu durchfahrenden relativ kurzen Rundkurs, welches ebenfalls ein Jedermannrennen anbietet. Je nach Altersklasse sind 47,5 oder 57 km zurückzulegen. Veranstalter ist der RSG Buchenau.

Und aller guten Dinge sind drei. Zu rund um den Kirchturm, bzw. hier: „Rund um den Wilzenberg“ bitten gemeinsam der SC Wilzenberg und der DJK Grafschaft am 22.07.2012 in Schmallenberg-Grafschaft.

Übrigens, und wie könnte es anders im waldreichen und bergigen Wittgenstein bzw. in diesem Fall, dem Sauerland sein, sind die Grafschafter auch sehr für ihre Mountainbike-Events bekannt. Der Grafschafter MTB-Tag  mit dem olympischen Mountainbikerennen und vor allem der SKS-Sauerland-Marathon im August sind überregional bekannte und tolle Termine im MTB-Jahreskalender.

Hier soll es aber weiter um Rennrad Termine gehen. Von kurzen Rundkurs-Rennen wenden wir uns nun Bergzeitfahren zu. Und da bleibe ich erst mal in Grafschaft. Am 21.07.2012 wird das 6. Bergzeitfahren Grafschaft-Schanze veranstaltet. Über 6,09 km muss ein Anstieg von 331 m von Grafschaft nach Schanze überwunden werden. Wie bei den anderen Veranstaltungen wird auch hier um Voranmeldung gebeten. Nachmeldungen sind am Veranstaltungstag nur noch begrenzt möglich.

Ein Bergzeitfahren der ganz besonderen Art kann einen knappen Monat früher, am 30.06.2012 in Winterberg, angegangen werden. Der Bobbahn-Sprint über 1330 Meter aufwärts im Eis(befreiten) Kanal mit 15 Kurven und 110 Höhenmetern. Im letzten Jahr fand diese Veranstaltung zum ersten Mal statt (meine letztjährige Vorankündigung), die auch überregional Interesse hervorrief. Klar – wo kann man schon mal eine Bobbahn hochfahren? Veranstaltet wird das Rennen durch den SC Siedlinghausen, Voranmeldung erforderlich (Ausschreibung hier). Einen sehr schönen Bericht der letztjährigen Veranstaltung, der auch gut den speziellen Modus (Startreihenfolgen-Festlegung durch Wattbike-Ergometer) beschreibt, findet ihr hier.

Und, last but not least, gibt es ja sehr viele schöne RTF-Veranstaltungen im Rothaargebirge, im Sauerland, Westerwald und Co. Die einzige allerdings, die in allernächster Anfahrdistanz von Wittgenstein liegt und damit auch die einzige, die im Kreis Siegen-Wittgenstein veranstaltet wird, ist die Krombacher Siegerland-RTF des RSC Krombach. In diesem Jahr findet sie am 29.07.2012 statt und hoffentlich kann ich dieses Jahr auch mal teilnehmen. :) Startort ist Kreuztal-Krombach.

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Rennrad-Tour Erndtebrück – Marburg und zurück

Rad fahren
Panoramablick vom Schloss über Marburg

Panoramablick vom Schloss über Marburg

Am letzten Samstag hatte ich mir vorgenommen, mal Marburg mit dem Fahrrad zu besuchen.

Ich ging es allerdings zunächst recht verhalten an. Hatte es auch so für den Samstag von der Intensität her geplant. Wollte langsam rein kommen. Hatte auch ganz leichte Kopfschmerzen beim Losfahren gehabt. Toll, die Kopfschmerzen waren bald weg und es ging auch bald insgesamt besser. Trotzdem bin ich auf dem ganzen Hinweg nach Marburg bis zum ersten Gegenanstieg hinter Friedensdorf lockeres E2 gefahren. Vorher machte ich in Biedenkopf noch ein paar Aufnahmen des Schlosses und der darunter liegenden Kirche.

Biedenkopf: evangelische Stadtkirche und Schloss

Biedenkopf: evangelische Stadtkirche und Schloss

Der Anstieg zwischen Friedensdorf und Damshausen über die K 73 ist sehr schön. Insgesamt 160 Höhenmeter werden mit angenehmen knapp 6 % Anstieg im Mittel schön laubbaumbeschattet zurückgelegt. Währenddessen lassen sich schöne Blicke auf die Damshäuser Kuppen bzw. das Lahn-Dill-Bergland erhaschen.

leuchtender Raps und Wilier Triestina GranTurismo

leuchtender Raps und Wilier Triestina GranTurismo

Kurz vor Weitershausen hielt ich an und machte einige Fotos von leuchtendgelben Rapsfeldern (sieh auch die Galerie am Ende dieses Artikels). Weiter folgte ich der L 328 über Dilschhausen, bog dort auf die K72 nach Elnhausen ab und nach dem interessanten Anstieg durch Wehrshausen kam ich auch schon nach Marburg. Eine kleine Tal- und Bergfahrt (letztere über einen Fußweg) später kam ich zum Gisonenweg, der direkt zum Schloß führt. Ich sollte beim nächsten Mal versuchen, vorher etwas weiter über die K72 zu fahren, und dann den schmalen Sandweg zu nehmen.

Rapsfeld und Wilier

Rapsfeld und Wilier

Am Schloß hielt ich mich etwas auf, machte Fotos und entschied mich dann aufgrund vorgerückter Stunde, einfach den selben Weg wieder zurück zu fahren.
Jetzt wollte ich relativ zügig wieder zuhause ankommen, hatte aber sowohl eine mehr oder weniger stetig steigende Strecke flussauf der Lahn nach und auch den Wind gegen mich. Übrigens kann ich die niedrige Gegenwindangabe des Wetter-Plugins (welches ich in meiner Trainingssoftware Sporttracks nutze) irgendwie nicht wirklich glauben. Zwischen Biedenkopf und Wallau musste ich mich teilweise bewusst nach rechts gegen den Wind neigen, um eine stabile Fahrtlage zu behalten. Das, und oder der Effekt der False Flat (die Strecke führt deutlicher bergauf, als es einem vorkommt) führten dazu, dass ich einfach reingehalten habe und so auch im Unterlenkergriff in der „Geraden“ auf Pulswerte von immer wieder deutlich über 150 und im Schnitt von 148 zwischen Friedensdorf und Saßmannshausen kam.

Landgrafenschloss Marburg

Landgrafenschloss Marburg

Ab dem Aufbruch vom Schloss fuhr ich also durchgehend für 50 min mit Pulsschnitt 142, machte dann kurz  5 min Pause für ein Telefonat und einen Haferkeks bei Friedensdorf und fuhr dann weitere 1 h 07 min mit Pulsschnitt 149 bis oben zur Leimstruther Höhe. Ab da ließ ich es lockerer angehen (hatte den unteren Rücken schon vor Saßmannshausen gemerkt) und brauchte dann noch 12 min mit Pulsschnitt 132 bis nach Erndtebrück. Schön war allerdings, dass ich auch nach der ganzen Zeit auch hinter Laasphe noch eine schöne 100er Kadenz fahren konnte.

Distanz: 114,99 km, Höhenmeter: 923 m, Zeit: 5 h 38 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,4 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 25,9 km/h, Durchschnitts-HF: 129

auf Strava: