Indian-Summer-Tour vom Wittgenstein ins Hessen und zurück: Sackpfeife, Wetter, Münchhausen und Battenberg

Rad fahren

Die letzten Wochen waren sehr ereignisreich. Tolle Fahrten, ein kurzer, aber toller Urlaub in den Dolomiten aber auch einiges zu Tun, um das alles und die Arbeit samt einer Konferenz zu ermöglichen. Von daher komme ich erst jetzt dazu, die letzten Ausfahrten Revue passieren zu lassen und samt den Fotos und Trackdaten ins Blog zu stellen.

Am Samstag, den 24. September, wollte ich das tolle Wochenend-Wetter nutzen und nach fast einem Jahr nochmal Richtung Sackpfeife aufbrechen und plante also noch eine weitere Schleife durch das angrenzende Hessen über Wetter und Battenberg. Zum letzten (und man höre und staune überhaupt zum ersten) Mal war ich da am 10. Oktober letzten Jahres.

Wie schon die letzten Ausfahrten (hmm, eigentlich seit dem Dreiländergiro) war ich komplett ohne Trainingsplan, dafür aber mit Riesenlaune, einfach „reinzuhalten“ und zu schauen, wohin es mich (von den Reserven her) führt, unterwegs. Man könnte auch Sweet Spot Training dazu sagen. Und ja, diese Ausfahrten vor allem mit All-Out Anstrengungen, um an Anstiegen möglichst gute Bestzeiten hinzulegen, die scheinen mir echt viel zu bringen. Heute war das Ziel, die Südanfahrt zur Sackpfeife voll zu nehmen, um zu schauen, was geht.

Trotzdem hielt ich mich vorher auch nicht zurück. In den knapp 26 km bis zum Einstieg beim Kreisverkehr in Ludwigshütte war ich mit einem passablen Schnitt von 31 km/h unterwegs. Ab dem Kreisverkehr verläuft der Anstieg über 7,0 km und 339 Höhenmeter bis zum Eingang der Aufweitung des Parkplatzes oben bei der Sackpfeife. 22 Minuten an der Schwelle später war ich oben, resultierend in einem Schnitt von 18,9 km/h und einer rechnerischen Durchschnittsleistung von 236 Watt.

Hier das Segment bei Strava: http://app.strava.com/rides/1738257#27823895

Auf Quaeldich.de ist die Sackpfeife (Quäldich.de-Eintrag) auch eingetragen, leider geht die Quäldich-Definition bis zum Sendemast; das ist mir aber nicht allgemein genug, da viele wohl zur Sackpfeife selbst fahren werden. Zum Sendemast müsste man noch ein paar Meter links ab in den Wald auf einem Stück Asphalt.

Wie ich letztes Jahr schon schrieb: Die Sackpfeife ist ein lohnenswertes Ziel mit dem Bike. Schöne Anfahrt und schöne Gegend da oben. Ich genoss erst mal einen Riegel und beschäftigte mich mit dem Anfertigen von Selbstportraits mit Bike. ;-)

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Nachdem das Wetter so herrlich war, wollte ich aber nicht einfach wieder weiter fahren, sondern wollte mal schauen, was es mit dem Aussichtsturm auf sich hat, dessen Existenz verschiedene, in den Wald weisende Wanderschilder versprachen. Neugierig machte ich mich mit meinem Wilier Triestina auf in den Wald. Manch einer mag vielleicht mit dem Rennrad vor Waldwegen zurückschrecken; wohlmöglich beim Gedanken an die Kombination Carbon und Schotter Alpträume bekommen… aber das muss das Material abkönnen. Mit Gedanken an Paris-Roubaix bzw. mehr noch Strade Bianche rollte ich durch lichten sonnendurchfluteten Spätsommerlaubwald.

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Wenige hundert Meter weiter und ein paar Meter höher leuchtete der Aussichtsturm, der Kaiser Wilhelm II.-Turm,  in hellem Weiß auf einer Lichtung voraus. Zu seinen Füßen steht die Schutzhütte des OHGV Biedenkopf, die samstags und sonntags geöffnet und bewirtet ist (Samstags 11-18:00 und sonntags 10-18:00 Uhr) und mit echt fairen Preisen – etwa 1,- € für ein Bier oder einen Kaffee – lockt. Tipp!

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Nach weiteren Fotos war es an der Zeit, der Sackpfeife auf Wiedersehen zu sagen und weiter ging’s Richtung Nordwesten. Weniger Kurven später wird die B 253 verlassen und auf die L 3091 eingebogen, die mich rund 15 km später nach Wetter bringt.

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Bevor ich da ankam, war aber erst mal Zeit für… Pandaaaa! ;-)

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Wetter selbst ist ein hübsches kleines Städtchen mit einem engen mittelalterlichen Kern. Es macht mir immer viel Spaß, auf dem Rad solche Orte im Rahmen einer Ausfahrt zu erkunden. Hier z.B. ein Foto des Diebsturms.

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Von Wetter fuhr ich auf der B 252 nach Battenberg. Ziemlich auf der Mitte der Strecke liegt Münchhausen. Ob das was mit dem gleichnamigen Baron zu tun hat? Bevor ich mir dies beim Durchfahren von Münchhausen durch den Kopf gehen lies, schob ich allerdings erst einmal eine kleine Motorpacing-Aktion hinter etwas Verkehr ein. 55 km/h auf ebener, gaaaanz leicht ansteigender Strecke – nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen. Wo ich aber doch schon mal weit oben im Puls war, hielt ich auch auf der folgenden Strecke gut rein, um aus dem im Vergleich zum Rothaargebirge hier eher flachen hessischen Ederbergland wieder an die Kante des Rothaargebirges zu kommen. Dies hatte ich dann in Battenberg an der Eder erreicht. Dessen historischer Ortskern thront samt Schloss auf einer Bergkuppe über der Eder und folglich bietet sich ein weiter Blick entlang der Eder Richtung über Allendorf Richtung Frankenberg.

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Übrigens war das Schloss Battenberg (erstmals im Jahre 1214 erwähnt) Sitz der Grafen von Wittgenstein. 1231 erfolgt dann die Teilung in die Grafschaft Wittgenstein und die Grafschaft Battenberg. 1310 war’s aber schon wieder mit dem Battenberg’schen Zweig zuende. Tja, so kann’s gehen. Erst seit Mitte des 19. Jahrunderts ist der Name Battenberg wieder als Adelsname in Gebrauch; es bestand Bedarf, ein paar Zöglingen des Großherzogs von Hessen wohlklingende Prinzen und Prinzessinnennamen zu verpassen ;-) Und mit ein paar weiteren Wendungen findet sich der anglizierte Name „Mountbatten“ als Bestandteil des englischen Königshauses wieder (http://www.battenberg-eder.de/texte/seite.php?id=25204). Soweit der Exkurs in die Adelsgeschichte.

Wenn ich mal vom Adel zu Exklusivität komme (einfach nur als Überleitung, kein zwingender Zusammenhang meinerseits hergestellt…): Mein Wilier Triestina GranTurismo ist schon recht exklusiv ;-) Wurde ich doch kurz nach dem Wochenende im Rennradforum per PM angeschrieben, ob gerade ich das gewesen wäre, der am Samstag durch Battenberg gefahren sei. Der Fragesteller fährt selbst ein GranTurismo und hat mich dort gesehen. Aufgrund meines Blogs dachte er, dass ich das wohl gewesen sein könnte… Bingo! :)

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Von Battenberg folgte ich weiter der Eder flussaufwärts. Über Dodenau, dann Hatzfeld bis hin Arfeld. Dort wandte ich mich von der Eder ab und fuhr über kleine Wirtschaftswege quer über die Hügel von Dotzlar nach Weidenhausen. Diese Strecke führt einen direkt an den Windrädern oberhalb von Weidenhausen vorbei.

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Erstmal von Weidenhausen oben an der Leimstruther Höhe angelangt, ist man auch fix wieder in Erndtebrück. Nach der sanften Abfahrt bis Leimstruth folgt eine im Schnitt 1,1% abfallende Rollerstrecke, die immer viel Spaß macht und in kürzester Zeit heim führt.

Distanz: 117,71 km, Höhenmeter: 1394 m, Zeit: 5 h 36 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,0 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 26,2 km/h, Durchschnitts-HF: 132

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/116757463

http://app.strava.com/rides/1738257/embed/781a1e3978a3fde3c039c84cd3f85230ba2a5ed2

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