Wie muss meine perfekte „Meistens“-Dabei-Kamera aussehen

Fotografie

Ja, richtig. Meistens-Dabei-Kamera und nicht Immer-Dabei-Kamera.

Immer dabei habe ich ein Smartphone. D.h. in meinem Fall ein iPhone. Damit kann man Fotos machen, ja. Man kann auch kompositionell gute Fotos machen und Fotos, die beim Betrachten etwas bewegen. Aber trotzdem gibt es viele, zu viele, Sachen, die damit nicht gehen. Zu viele Kompromisse müssen eingegangen werden und die Qualität ist nicht da, wo ich sie für mehr als ein fotografisches Notizbuch haben möchte.

Aber ich will auch nicht immer die komplette DSLR-Ausrüstung dabei haben. Ja, nicht mal nur den Body und ein kleines Objektiv.

Hier kommt das Konzept der „Meistens-Dabei-Kamera“ zum tragen. Eine Kamera, die man einsteckt, wenn man richtige Fotos von „bleibenden Wert“ machen möchte. Wenn man Fotografieren, nicht knipsen möchte. Obwohl man eigentlich etwas ganz anderes macht. Einen Stadtbummel z.B. Oder eine Dienstreise. Oder ein hartes Rennradtraining. Meine Kamera dafür ist ist zur Zeit meine Canon Powershot S95 (für die übrigens just heute der Nachfolger S100 von Canon vorgestellt wurde: Pressemitteilung und erstes Preview bei dpreview).

Bin schon sehr gespannt, wie sich der neue Canon Sensor mit nun 12 statt 10 Megapixel machen wird. Ob die Neuentwicklung tatsächlich 2 zusätzliche MP bei gleichbleibender oder sogar gesteigerter Bildqualität gestattet.

Wie dem auch sei, die S95 ist schon nahe dran an einer perfekten „Meistens-Dabei-Kamera“. RAW für meinen gewohnten Workflow, manuelle Modi, eine Blendenrange, die eine Einstellung der Blende auch halbwegs sinnvoll durchführbar macht (viele Kompakte haben nur zwei Blendeneinstellungen) und trotz eines Winzsensors immerhin ein relativ großer Winzsensor.

Aber halt immer noch kein Vergleich zu einer Sensorgröße, wie sie Micro Four Thirds oder sogar APS-C bietet. Von KB-Vollformat will ich gar nicht reden (benötige ich in einer Meistens-Dabei-Kamera auch gar nicht). Da fehlt also noch etwas.

Was genau, das möchte ich am Beispiel eines Kameragerüchts bezüglich einer mutmaßlichen „Samsung R1“ Mirrorless Systemkamera mit Wechselobjektivmöglichkeit erläutern. Und zwar, in dem ich die im entsprechenden Post auf photorumors.com veröffentlichte Bulletpoint-Liste der Keyfeatures hier wiedergebe und entsprechend kommentiere:

— APS C size sensor
Jepp: groß genug. Micro Four Thirds wäre auch ok, aber APS C besser. Und es hindert auch nicht, wirklich kompakteste Bodys zu bauen. Siehe Sony NEX. Problem bleibt dann aber die Objektivgröße.

– 24.3 mega pixels
Meinetwegen, „wenn’s schee macht“. Ich würde mich hüten, da irgendeine Ideologie von wegen „bitte nicht noch mehr Pixel“ zu verfolgen. Viele MP sind gut. Wenn, ja wenn die Bildqualität nicht leidet. Gebt mir 100% rauschfreie und ideale ISO 100 und ihr könnt mit dem Rest treiben, was ihr wollt.

– Interchangeable lenses
Ein Muss!
Aber, da darf es nicht aufhören. Gemeinsam mit

– Mirrorless system
will ich den kleinsten nur machbaren Formfaktor. Mit Objektiv! Vom Handling, wenn ich wirklich an einem Tag nichts anderes als Fotografieren vorhabe, geht nichts über einen typischen Semipro-DSLR Body. Die ganz billigen sind schon zu klein. Die Top-Boliden für meine Zwecke schon zu groß und schwer, ohne Handling-Vorteile (griffiger Body, nicht zu viel und nicht zu wenig Gewicht, Platz für ergonomische Anordnung der Bedienelemente etc.) zu bieten.
Nein, ein kompaktes Mirrorless system muss durch Kompaktheit und Mitnahmetauglichkeit ohne Hintergedanken brillieren. Und das darf nicht nur für das Gehäuse, sondern muss für die Schussbereite Kombo aus Gehäuse und wenigstens Standard-Objektiv, bzw. Standardzoom-Objektiv gelten.

Ein Beispiel für die richtige Richtung ist das Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3.5-5.6 ASPH Power OIS collapsible Pancake Standardzoom: http://dpreview.com/previews/panasonic_x_14-42_3p5-5p6/

– Magnesium alloy body
ok, was auch immer halbwegs haltbar ist. Keine Präferenzen hier. Diese Werbebuzzwords dürfen sich die Marketingabteilungen getrost sparen.

– Retro Styling (their words) i.e. direct access buttons and dials for controls, similar look to Fuji x100, black and chrome
Also bitte nicht. Oder halt, wegen mir. Aber das Retrostyling ist es nicht, was diese Kameras verkauft. Wir, bzw. ich kann natürlich nur von mir reden, wollen einfach nur eine kompakte Kamera ohne Nachteile in Usability. Usability heisst in diesem Falle: ich möchte manuelle Kontrolle wie an meiner DSLR (oder wie an meiner Canon Powershot S95, btw), mit guter Ergonomie (d.h. möglichst sinnvolle Anordnung direkter Einstelloptionen – und das ja, das hat man bei retrogestylten Kamerabodies fast zwangsläufig ;-)).

– 10 fps
Jo, ok. Muss nicht, erweitert aber den Einsatzbereich. Für mich selbst wären allerdings eher die entgegengesetzten Funktionen wesentlich interessanter: programmierbarer Timer. Lasst mich in 45 Sekunden von jetzt 20 Aufnahmen mit Pausen von 3 Sekunden machen, wenn ich das so einstelle. Lasst mich eine Timelapse direkt in der Kamera programmieren.

– Max shutter speed 1/8000 sec
Meinetwegen, aber gebt mir programmierbare 20, 30, 86 und so viele Sekunden offener Verschluss, wie ich will.

– Phase autofocus
Jau – aber auch ordentlich unterstützten manuellen Fokus. Z.B. mit Focus peaking auf dem Display!

– Swivel LCD screen (although this didn’t get good feedback)
Wenn’s stabil ist und die Kamera nicht dicker macht! Nur dann. Aber dann ist es sehr nützlich

– Price £616 including kit lens
Keep it coming.

 

Ein Subset dieses Posts (nur die kommentierte Bulletpointliste) hatte ich am 12.09. auch schon in meinem Google+ Stream veröffentlicht, wollte das aber auch auf jedem Fall hier im Blog haben.

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