170 ist das neue 160, Sweetspot Training über 4h

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Am Samstag gaben sich nach der verregneten letzten Wochenhälfte nochmal sommerlich warme Temperaturen ein Stelldichein und es war weitesgehend heiter. Also noch mal Gelegenheit, eine etwas weitere Strecke zu planen und nicht einfach nur nach Sicht „von wo kommen die dunkelsten Wolken“ loszufahren. Kurzentschlossen klickte ich mir in GPSies nach längerem mal wieder eine Tour Richtung Winterberg zusammen. Nach Winterberg wollte ich nach Siedlinghausen fahren und von dort die Sorpestraße hoch zum Großen Bildchen unter die Räder nehmen und dann durch das Sorpetal, Grafschaft, Schmallenberg und Fleckenberg über Jagdhaus zurück nach Erndtebrück.

Noch in Siedlinghausen fanden sich aber Sperrschilder mit Hinweis „Keine Wendemöglichkeit in 4,5 km“. Ich fuhr erstmal zögerlich weiter; in Hoffnung, doch bis zum Großen Bildchen zu kommen. Bald kamen mir jedoch Gott sei Dank ein paar Rennradler entgegen, die schon direkt zuriefen „ist gesperrt, musst umdrehen“. Kurzer Blick auf den Garmin und ich entschied mich, über Altenfeld und Gellinghausen nach Schmallenberg zu fahren. Auch diese Strecke kannte ich noch nicht. Von daher war es auch interessant. In Gellinghausen schienen an diesem Samstag gleich zwei Ereignisse statt zu finden. Almabtrieb und ein Motorrad-Hillclimb.

Leistungstechnisch war es diesmal ein ganz besonderes Training. So hab ich bei einem auf 100 km und rd. 4 h geplanten Training noch nie reingehalten. In der Tat, so hätte ich bis vor wenigen Wochen nicht mal zu wagen geglaubt, eine 2 bis 3 h Strecke absolvieren zu können.

Das ich die Strecke von Erndtebrück bis nach Bad Berleburg nun fast jedesmal im Zeitfahrmodus absolviere, scheint Tradition zu werden (Tip: Verabredet euch mit jemandem und fahrt viel zu spät los – Super Trainingsmotivation ;-) und funktioniert wie am Samstag gesehen auch ganz ohne Verabredung: Ein Schnitt von 34,8 km/h über die 15 km. Aber danach hielt ich die Anstrengung hoch. Es lief super und machte richtig Spaß. Die Hochintensität-Einheit zum Sufferfest-Video Angels am Donnerstag auf der Rolle hatte wohl ein paar Ventile geöffnet. ;-)

Ich wollte zwar auf dem Anstieg der B480 von Dödesberg bis rauf zum Albrechtsplatz einen neuen Rekord aufstellen, konnte und wollte mich vorher in der Anfahrt zwischen Bad Berleburg und Dödesberg trotzdem nicht zügeln. Und so kam ich schon mit hohem 150er Pulsschnitt (Irgendwo Übergang zw. GA2 und EB) über die letzte Strecke bis zum Fuß der Steigung. Diese Strecke von Dödesberg zum Albrechtsplatz ist eigentlich super angenehm, steigt recht gleichmäßig mit gerade einmal 4,5% im Schnitt. Aber wie anstrengend etwas ist, darüber entscheidet man als Rennradler ja selbst. Recht bald war mein Puls bei 170 und ab da blieb er weitestgehend auf 172-174 festgenagelt. Wow! So hoch, das ist schon verdammt selten. Aber über 170 und das über 15 Minuten durchhalten? Das hätte ich unten im Anstieg nie gedacht! It’s a Mind Thing. Hohe Kadenz von im Schnitt 87 sorgte allerdings dafür, dass die Beine nicht all zu „dick“ wurden. Aber mehr war auch definitiv nicht drin. War absolut im roten Bereich. Sehr fein. Toll, wie erholsam Puls 140 im Vergleich dazu sein kann. Mit diesem Schnitt ging es nämlich über die Höhe mit ordentlich Druck weiter nach Winterberg.

In Winterberg kurz zum sehen und gesehen werden auf den Marktplatz gerollt und meinen ersten Silberling verzehrt. Danach ging’s weiter nach Silbach und Siedlinghausen. Da war ich bisher noch nicht. Ist ja ‚ ne ziemliche Heizerstrecke da runter. Prompt kam es zum ungewollten Motorpacing als ich hinter einem LKW mit 55 „herbummeln“ musste und hohe Kadenzen übte (für abfallende Strecken ist 50-12 nicht die beste Übersetzung ;-)) Apropos hinter anderen Verkehrsteilnehmern herbummeln… das hatte ich auch noch in Bad Berleburg, wo 3 Motorräder nur mit 30 km/h durch die Bahnhofsstraße fuhren (wollte mich schon neben den letzten setzen und fragen, ob sie nicht mal ihre Maschinen tunen wollten – wäre ja peinlich, aber der schwenkte zuviel hin und her über die Fahrbahn) und auch ein paar Autos zwischen Henkels Wiese und Bad Fredeburg, die durch einen Rentner im Mercedes Kombi ausgebremst wurden.

An der letzten großen Steigung von Fleckenberg nach Jagdhaus fehlten dann durch die bis dahin 3 Stunden Hatz etwas die Körner. Wäre gern noch etwas schneller hochgefahren, aber war trotzdem ein Super-Anstieg.

Insgesamt richtig geile 4 h und rund 100 km. Bin jetzt gerade dabei, das zu analysieren und hoffentlich für die Ableitung neuer Trainingsbereiche zu nutzen. Insgesamt würde ich sagen, dass es ein ganz starkes Zone 3 bzw. Sweetspot Training war.

Distanz: 104,40 km, Höhenmeter: 1303 m, Zeit: 4 h 00 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 26,1 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 27,6 km/h, Durchschnitts-HF: 141

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